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	<title>Vitamin D3 - Biochemie für dein genetisches Maximum</title>
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	<description>Der Blog von Chris Michalk &#38; Phil Böhm. Seit 2014.</description>
	<lastBuildDate>Wed, 13 May 2026 10:04:07 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
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	<title>Vitamin D3 - Biochemie für dein genetisches Maximum</title>
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	<item>
		<title>Neue Studien, die dein Leben retten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 May 2026 08:04:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leistungsfähigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Longevity]]></category>
		<category><![CDATA[Prävention]]></category>
		<category><![CDATA[Stoffwechsel]]></category>
		<category><![CDATA[Vitamin D3]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schon aufgefallen? Es geht seltener darum, dass wir morgen krepieren – es geht sehr oft darum, dass das, was wir uns unter &#8222;Leben&#8220; vorstellen in weite Ferne rückt. Meine Vorstellung von &#8222;glückliches Leben&#8220; ist: in [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Schon aufgefallen?</p>
<p>Es geht seltener darum, dass wir morgen krepieren – es geht sehr oft darum, dass das, was wir uns unter &#8222;Leben&#8220; vorstellen in weite Ferne rückt.</p>
<p style="padding-left: 40px;">Meine Vorstellung von &#8222;glückliches Leben&#8220; ist: in der Lage zu sein, wie ein Kind zu leben. Sonne, Spiel, Springen, Spaß und so weiter. Und das – heute – auch mit meinen eigenen Kindern tun zu können.</p>
<p>Dann kommen (chronische) Erkrankungen ins Spiel, die uns das nehmen.</p>
<p>Das Leben bietet aber oft überraschende Möglichkeiten, dem entgegenzuwirken.</p>
<h2>Mehr Power dank Viagra</h2>
<p>Ich meine mich erinnern zu können, dass ich in meinen Texten immer wieder über dieses wundersame Sildenafil (Viagra) berichtet habe. Beispielsweise <a href="https://genetisches-maximum.de/aminosaeuren/was-deine-erektion-mit-deiner-energie-zu-tun-hat/">hier</a>.</p>
<p>Sildenafil ist relativ genial. Es sorgt nicht nur für eine starke Durchblutung gewisser Bereiche der Körpermitte.</p>
<p>Sildenafil ist ein medizinischer &#8222;NO-Booster&#8220; – er hemmt den Abbau von Signalmolekülen, die durch Stickstoffmonoxid gebildet werden (wir erinnern uns: Nobelpreis 98) und erhöht dadurch die Wirkung dieses Wundergases.</p>
<p style="padding-left: 40px;">Hab das intuitiv schon mit 20 verstanden. Ich hatte da so einen Kumpel, sportlicher Überflieger, bei dem sich unter Belastung immer alles aufgeblasen hat. Das muss ja biochemisch erklärbar sein. Stickstoffmonoxid!</p>
<p>Wie dem auch sei: Stickstoffmonoxid macht auch Mitochondrien fit, also die Dinger in unseren Zellen, die uns Lebensenergie machen. Deshalb haben wir 2017 ein Buch dazu geschrieben (s. Amazon).</p>
<p>Aktuell wurde <a href="https://www.sciencedaily.com/releases/2026/03/260331001107.htm">eine Charité-Studie</a> publiziert. Thema: Leigh-Syndrom. Schwere Mitochondriopathie (Mitos genetisch defekt). Den armen Menschen hat man Sildenafil verabreicht. Und dann passierten Wunder:</p>
<blockquote><p>„Bei einem Kind, das mit Sildenafil behandelt wurde, hat sich die Gehstrecke beispielsweise verzehnfacht, von 500 auf 5.000 Meter“, erklärt Prof. Markus Schuelke.</p>
<p>Bei einem anderen Kind hat die Therapie die fast monatlich auftretenden Stoffwechselkrisen vollständig unterdrückt, während ein weiterer Patient keine epileptischen Anfälle mehr hatte.“</p></blockquote>
<p>Der Herr Professor meint, das Medikament habe &#8222;die Lebensqualität deutlich gesteigert&#8220;. Aha, da sind wir wieder beim Thema. Scheiß auf schwere Mitoschäden. Plötzlich kann man wieder 5 km Gehen!!</p>
<p>Du brauchst glücklicherweise (hoffentlich) kein Sildenafil – Citrullinmalat ist schon richtig gut.</p>
<h2>Bald gibt&#8217;s kein Alzheimer mehr</h2>
<p>Ich lehne mich weit aus dem Fenster. Mediziner würden den Kopf schütteln.</p>
<p style="padding-left: 40px;">Natürlich, die haben&#8217;s ja auch mit normalen Menschen zu tun, die ihren Nachmittag mit Kaffee, Sahnetorte und Kippe ausklingen lassen.</p>
<p>Für die anderen dürfte Alzheimer bald kein Thema mehr sein. Mark my words. Denn dazu wissen wir inzwischen zu viel. Über Mikronährstoffe, Sport, Ernährung, auch <a href="https://genetisches-maximum.de/naehrstoffe/alzheimer-besiegt/">moderne Medikamente</a>.</p>
<p>Beispiele gefällig?</p>
<ul>
<li>In einer Studie, in der fast 800 Personen über einen Zeitraum von 16 Jahren beobachtet wurden, hatten diejenigen, die in ihren 30ern und 40ern höhere Vitamin-D-Spiegel aufwiesen, später niedrigere Werte vom Alzheimerprotein Tau im Kopf. (<a href="https://www.neurology.org/doi/10.1212/WN9.0000000000000057">Q</a>)</li>
<li>Forscher fanden heraus, dass Menschen ab 65 Jahren, die regelmäßig Eier (Cholin!!) essen, ein deutlich geringeres Risiko haben, an Alzheimer zu erkranken – täglich konsumiert verringerte sich das Risiko um bis zu 27 %. (<a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0022316626001902?via%3Dihub">Q</a>)</li>
<li>Eine große Studie, die viel Aufsehen erregt hat, zeigte kürzlich: Träger der Alzheimerrisiko-Genvariante (ApoE4, wie ich), die am meisten unverarbeitetes Fleisch essen (900 g pro Woche), zeigen eben kein erhöhtes Alzheimerrisiko. Sensationell. (<a href="https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2846712">Q</a>)</li>
</ul>
<p>Vor zwei Millionen Jahren haben unsere Vorfahren begonnen, mehr tierische Produkte zu essen – die Folge: exponentielle Zunahme des Hirnvolumens. Vielleicht auch heute nicht ganz unwichtig fürs Hirn.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-325065 aligncenter" title="Fleischkonsum Evolution" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/05/Fleischkonsum-Evolution.png" alt="Fleischkonsum Evolution" width="459" height="375" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/05/Fleischkonsum-Evolution.png 906w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/05/Fleischkonsum-Evolution-300x245.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/05/Fleischkonsum-Evolution-768x627.png 768w" sizes="(max-width: 459px) 100vw, 459px" /></p>
<p>Mit all dem, was wir heute wissen, sollte sich das Alzheimerrisiko drastisch reduzieren lassen. Zeitgleich liest man:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Alzheimer-Medikamente* wirken möglicherweise nicht<br />
und könnten das Risiko für Hirnschäden erhöhen</strong> (<a href="https://www.sciencedaily.com/releases/2026/05/260502233915.htm">Q</a>)</p>
<p>*Bestimmte Alzheimer-Medikamente. Es gibt bestimmt auch gute. Jedenfalls vielleicht besser einfach ohne Medikamente auskommen. Nennt sich Prävention.</p>
<h2>Es gibt Lösungen</h2>
<p>Der Körper ist keine Einbahnstraße. Krankheiten sind (oft) keine Einbahnstraße.</p>
<p>Denn wer in die Einbahnstraße der chronischen Krankheit eingebogen ist, weiß auf jeden Fall, dass es auch einen Weg raus gibt.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Umkehren und rausfahren.</strong></p>
<p>Wo es einen Weg rein gibt, muss es zwingend auch wieder einen raus geben. Das eine bedingt das andere.</p>
<p>Noch besser ist, wenn man schon viele Jahre vorher weiß, wie man NICHT in die Einbahnstraße reinfährt.</p>
<p>&nbsp;</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/vitamin-d/neue-studien-die-dein-leben-retten/">Neue Studien, die dein Leben retten</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Hoffentlich im Sommer</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/vitamin-d/hoffentlich-im-sommer-vitamin-d-krebs-therapie/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Apr 2026 12:26:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Longevity]]></category>
		<category><![CDATA[Mikronährstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Prävention]]></category>
		<category><![CDATA[Vitamin D3]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Krebs ist fürchterlich. Viel schlimmer als das, was man sich vorstellen kann. Man kann sich viele Dinge im Leben nicht vorstellen – glücklicherweise. Wer Krebs aber einmal hautnah miterlebt hat, weiß: das kann kein Horrorfilm [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Krebs ist fürchterlich.</p>
<p>Viel schlimmer als das, was man sich vorstellen kann.</p>
<p style="padding-left: 40px;">Man kann sich viele Dinge im Leben nicht vorstellen – glücklicherweise. Wer Krebs aber <a href="https://genetisches-maximum.de/ueber-genetisches-maximum/mama/">einmal hautnah miterlebt hat</a>, weiß: das kann kein Horrorfilm abbilden.</p>
<p>Doch es verblasst. Und irgendwann lebt man doch wieder einigermaßen unbekümmert vor sich hin. Irgendwo im Hinterstübchen weiß man, dass man sich vielleicht wieder etwas weit aus dem Fenster lehnt.</p>
<p style="padding-left: 40px;">Sehe ich jeden Tag in Abstufungen im Supermarkt. Du weißt schon &#8230; Kippen, Zuckerpudding, Weißmehl, Billigwurst.</p>
<h2>Vitamin D vielleicht doch ein Bringer</h2>
<p>Doch jetzt gerade werde ich von der Sonne angelächelt. Sie strahlt in mein Büro. Wie herrlich!</p>
<p>Nach einer halben Ewigkeit Kälte kommen jetzt die warmen Sonnenstrahlen – und die sind besonders. Neben <a href="https://genetisches-maximum.de/vitamin-d/es-werde-sonnen-licht/">weiteren wichtigen physiologischen Effekten</a>, kurbeln sie vor allem die Vitamin-D-Bildung in der Haut an.</p>
<p><strong>Mit vielleicht entscheidenden Effekten für Krebspatienten.</strong> In 2022 wurde eine Arbeit der Uni Zürich veröffentlicht, die sich auf das örtliche Krebsregister bezieht (<a href="https://www.mdpi.com/2072-6643/14/20/4291">Q</a>).</p>
<p>Dort finden die eine saisonale Abhängigkeit bei der Krebsprognose. Wer seine Krankheitsdiagnose im (Spät-)Sommer erhält und entsprechend therapiert wird, zeigt eine bessere Prognose.</p>
<p>Speziell bei Darm-, schwarzem Haut- und Brustkrebs. Die Autoren fassen zusammen:</p>
<blockquote><p>Unsere Ergebnisse stützen die zunehmenden Hinweise darauf, dass Vitamin D eine wichtige Rolle für das Überleben bei Krebserkrankungen spielen könnte.</p></blockquote>
<h2>Studie: Erheblich bessere Prognose bei Brustkrebs</h2>
<p>Springen wir nach Brasilien. In ein Land mit viel Sonne, möchte man meinen.</p>
<p>Dort haben Forscher der São Paulo State University 80 Frauen mit Brustkrebs untersucht (<a href="https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/01635581.2025.2480854">Q</a>). Und fanden, dass nahezu alle schlecht mit Vitamin D versorgt waren (&lt; 20 ng/ml) – wie wir in Deutschland.</p>
<p>Die Idee: <strong>Eine Gruppe bekommt zur Chemotherapie zusätzlich 2000 IE Vitamin D pro Tag.</strong> Die Ergebnisse waren einigermaßen beeindruckend:</p>
<ul>
<li>Die &#8222;pathologische Komplettremission&#8220; (pCR) lag nach sechs Monaten <strong>bei 43 % in der Vitamin-D-Gruppe</strong> gegenüber 24 % in der Placebogruppe</li>
<li>Ein Anstieg der Vitamin-D-Werte auf über 20 ng/ml war mit einer rund <strong>3,5-fachen höheren Wahrscheinlichkeit</strong> für die pCR verbunden</li>
</ul>
<p>Muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: <strong>Chance zum Behandlungserfolg um Faktor 3,5 erhöht – durch Vitamin D.</strong> Die Wissenschaftler meinen, &#8222;dass dieser kostengünstige Ansatz einer eingehenderen Untersuchung bedarf.&#8220;</p>
<h2>Meine Gedanken</h2>
<p>Dazu habe ich, wie immer, einige Gedanken.</p>
<p>Wer im Vitamin-D-Mangel lebt, in Deutschland: die meisten Menschen ungefähr halbjährlich(!), ist selbst schuld. Dich zwingt ja niemand, deinem Körper einen wichtigen Stoff vorzuenthalten.</p>
<p>Andererseits ist Vitamin D für mich kein Wundermittel. Es hat klare Limitationen. Die meisten Benefits ergeben sich ganz offensichtlich schon im niedrigen Dosis-Bereich. Wenn Menschen den Mangel systematisch beheben.</p>
<p style="padding-left: 40px;"><strong>Plus: Sonne ist nicht nur Vitamin D. Wichtig!</strong></p>
<p>Diese Studie öffnet einigen Menschen sicher die Augen. Dennoch ist die pCR (pathologische Komplettremission) ein Marker – er beweist nicht, dass Vitamin D die Sterblichkeit langfristig wirklich senkt.</p>
<p>Daher lässt sich das alles recht unspektakulär zusammenfassen: <strong>Achte auf eine gute Vitamin-D-Versorgung – nicht nur im Sommer – und dein Körper wird&#8217;s dir sehr wahrscheinlich danken!</strong></p>
<p>&nbsp;</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/vitamin-d/hoffentlich-im-sommer-vitamin-d-krebs-therapie/">Hoffentlich im Sommer</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Vitamin-D-Mangel durch Getreide</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/vitamin-d/vitamin-d-mangel-durch-getreide/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Mar 2026 13:46:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Longevity]]></category>
		<category><![CDATA[Vitamin D3]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#8230; gibt es. Glaubst du nicht? Lass es mich erklären. Deutschland, das D-Mangel-Land Wir sind uns einig: Wir in Deutschland – von anderen Populationen wollen wir erst mal nicht sprechen – sind schlecht mit Vitamin [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; gibt es. Glaubst du nicht? Lass es mich erklären.</p>
<h2>Deutschland, das D-Mangel-Land</h2>
<p>Wir sind uns einig: Wir in Deutschland – von anderen Populationen wollen wir erst mal nicht sprechen – sind schlecht mit Vitamin D versorgt.</p>
<p><strong>Die Frage ist: Wie kommt&#8217;s?</strong></p>
<p>Auf Anhieb würde mir persönlich einfallen, dass die Zufuhr einfach nicht passt. Vitamin D kommt kaum in der Nahrung vor und ab spätestens Oktober bis März/April reicht die UV-Strahlung nicht aus, um genug VitD in der Haut selbst zu bilden (<a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC5037520/">Q</a>).</p>
<p>Ohne Ergänzung sind das also mindestens vier ganze Monate, in denen der Körper keine exogene bzw. endogene Vitamin-D-Quelle hat. Auch das im Fettgewebe gespeicherte VitD reicht nicht – lässt sich schon an den niedrigen Spiegeln erkennen.</p>
<p>Und die wurden beispielsweise vom RKI via <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26162848/">Rabenberg et al. 2015</a> publiziert. Die Ergebnisse habe ich hier einmal zusammen mit zwei Datenpunkten aus <a href="https://link.springer.com/article/10.1186/s12889-025-24849-9">Tabriz et al. (2025)</a> vereinfacht darstellen lassen:</p>
<figure id="attachment_324982" aria-describedby="caption-attachment-324982" style="width: 2560px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/03/Vitamin-D-Werte-in-Deutschland-scaled.png"><img decoding="async" class="wp-image-324982 size-full" title="Vitamin D Werte in Deutschland" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/03/Vitamin-D-Werte-in-Deutschland-scaled.png" alt="Vitamin D Werte in Deutschland" width="2560" height="1270" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/03/Vitamin-D-Werte-in-Deutschland-scaled.png 2560w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/03/Vitamin-D-Werte-in-Deutschland-300x149.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/03/Vitamin-D-Werte-in-Deutschland-1024x508.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/03/Vitamin-D-Werte-in-Deutschland-768x381.png 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/03/Vitamin-D-Werte-in-Deutschland-1536x762.png 1536w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/03/Vitamin-D-Werte-in-Deutschland-2048x1016.png 2048w" sizes="(max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></a><figcaption id="caption-attachment-324982" class="wp-caption-text"><em><strong>Vitamin-D-Werte in Deutschland</strong></em></figcaption></figure>
<p>Was fällt auf? Genau: Nach Definition vom RKI sind die Deutschen <strong>in 7-8 Monaten von 12 inadäquat mit Vitamin D versorgt</strong>. Setzt man Referenzwerte nach <a href="https://www.mdpi.com/2218-1989/15/4/264">Publikationen</a> etwas höher an (≥ 75 nmol/l) , findet man eine ganzjährige Unterversorgung.</p>
<h2>Ernährung macht VitD-Mangel</h2>
<p>Was, wenn nicht nur saisonale Schwankungen entscheidend wären, sondern auch das, was man in den Mund steckt? Das im vorigen Beitrag verlinkte Cordain-Werk liefert dazu spannende Einsichten, Zitat:</p>
<blockquote><p>In Tierversuchen ist seit langem bekannt, dass ein übermäßiger Verzehr von Getreide bei einer Vielzahl von Tieren, darunter auch Primaten, zu einem Vitamin-D-Mangel führen kann.</p></blockquote>
<p>Jetzt wird&#8217;s spannend. Denn ohne darauf im Detail einzugehen, gibt es mindestens drei Faktoren wie diese getreidelastige Nahrung einen Vitamin-D-Mangel  (= niedriger 25-OHD-Spiegel im Blut) hervorrufen kann:</p>
<ol>
<li><strong>Calcium-Mangel primär:</strong> Fehlt Calcium muss das aktive VitD-Hormon Calcitriol ansteigen, was wiederum die Speicherform (25-OHD) im Blut wegreagiert.</li>
<li><strong>Calcium-Mangel sekundär</strong>: Wenn beispielsweise eine phytatreiche Kost dazu führt, dass weniger Calcium aufgenommen wird – größter Phytatlieferant hierzulande: Getreide. (Vgl. <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40409467/">Q</a>)</li>
<li><strong>Entzündungen:</strong> Entzündungen steigern die Bildung vom aktiven VitD Calcitriol und lassen dadurch 25-OHD sinken – Entzündungen sind oft hausgemacht, vor allem im Darm.</li>
</ol>
<p>Hier setzen Studien an.</p>
<h2>Konkrete Beispiele</h2>
<p><strong>Beispiel Zöliakie.</strong> Die Krankheit macht auch die Knochen kaputt. Erstens ist die Ca-Aufnahme verringert und zweitens liegt eine chronische Darmentzündung vor. Resultat: niedrige VitD-Spiegel (Speicherform im Blut), viel systemisches Calcitriol macht hohe Knochenresorption.</p>
<p>→ Folglich normalisieren sich VitD-Spiegel bei glutenfreier Kost (<a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36676999/">Q</a>, <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/10495140/">Q</a>, <a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8963631/">Q</a>). Und die Knochenmasse gleich mit. Ohne eine Ergänzung.</p>
<p><strong>Beispiel IBS-D (Reizdarm). </strong>In Studien findet man häufig ein &#8222;Entzündungsmarker-Profil wie bei Zöliakie&#8220; und verringerte VitD-Spiegel. Natürlich.</p>
<p>→ Die VitD-Spiegel steigen bei einer Low-FODMAP-Ernährung (wenig Getreide) drastisch an. Ohne eine Ergänzung. Siehe Abb. unten. (Vgl. <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33801020/">Q</a>, <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32498383/">Q</a>, <a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7353020/">Q</a>)</p>
<p><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/03/Low-Fodmap-Vitamin-D-Spiegel.png"><img decoding="async" class="wp-image-324993 aligncenter" title="Low Fodmap Vitamin D Spiegel" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/03/Low-Fodmap-Vitamin-D-Spiegel.png" alt="Low Fodmap Vitamin D Spiegel" width="637" height="587" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/03/Low-Fodmap-Vitamin-D-Spiegel.png 1186w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/03/Low-Fodmap-Vitamin-D-Spiegel-300x276.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/03/Low-Fodmap-Vitamin-D-Spiegel-1024x943.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/03/Low-Fodmap-Vitamin-D-Spiegel-768x707.png 768w" sizes="(max-width: 637px) 100vw, 637px" /></a></p>
<p>Wie immer sollte man vorsichtig mit voreiligen Schlüssen sein – die saisonale Blutwertbestimmung hat sicher Einflüsse auf die Ergebnisse.</p>
<p>Nichtsdestotrotz liefern die Daten Hinweise darauf, dass die Ernährung ein gewisses metabolisches Profil begünstigt, das die VitD-Spiegel senken kann. Krankheit ist jedoch nur der Endpunkt dieser Störung.</p>
<p style="padding-left: 40px;">Ich möchte daran erinnern, dass Gliadin-Antikörper in manchen Population in sehr hoher Frequenz (bis 30 %) gemessen werden – faktisch an Zöliakie erkrankt und diagnostiziert sind in der Regel etwa bis 2 % der Menschen. (Vgl. <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39660199/">Q</a>)</p>
<h2>Ursache für tiefe Spiegel ist komplex</h2>
<p>Über unterschiedliche Wege kann Ernährung offenbar Einfluss auf die VitD-Spiegel haben.</p>
<p><strong>Bitte nicht falsch verstehen an der Stelle:</strong> Ich halte eine sinnvolle VitD-Ergänzung für essentiell, insbesondere über die sonnenarmen Monate. Die Frage ist nur, wie viel wirklich nötig ist und ob Vitamin D alleine die adäquate Strategie ist. Vermutlich nein.</p>
<p>Was nötig ist, um den Körper so gesund zu halten, dass man eine gute VitD-Basis hat, ist seit 12 Jahren Thema dieses Blogs.</p>
<div style="background: #f0f0f0; padding: 1.2em 1.4em; margin: 1.5em 0; font-family: inherit; color: #333; line-height: 1.7;">
<p style="margin: 0 0 0.5em 0;"><strong><span style="color: #333333; font-family: inherit; background-color: #f0f0f0;">Warum sind die VitD-Spiegel wichtiger als die Calcitriol-Spiegel?<br />
</span></strong><br />
Calcitriol ist das aktive Vitamin-D-Hormon. Es steigt systemisch vor allem unter Calcium-Mangel an.</p>
<p style="margin: 0 0 0.5em 0;">Alle Zellen brauchen Calcitriol, um normal zu funktionieren. Aber <em>nicht dieses systemische.</em> Denn die Zellen basteln sich ihr Calcitriol in viel höheren Mengen lokal und intrazellulär aus 25-OHD (&#8222;Vitamin D im Blut&#8220;) selbst – über ihr eigenes Enzym.</p>
<p style="margin: 0;">Daher kann es auch bei hohen systemischen Calcitriol-Spiegeln zu einem funktionellen Calcitriol-Mangel in den Zellen kommen – wenn das Substrat 25-OHD fehlt. <em>Aha!</em></p>
</div>
<p>&nbsp;</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/vitamin-d/vitamin-d-mangel-durch-getreide/">Vitamin-D-Mangel durch Getreide</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Vitamin D: 40 ng/ml</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Nov 2025 11:25:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blutwerte]]></category>
		<category><![CDATA[Frauengesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Nährstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Prävention]]></category>
		<category><![CDATA[Vitamin D3]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vitamin D bleibt spannend. Ab 30 geht&#8217;s bergab&#8230; Zwei Fragen stehen nach vielen, vielen Jahren noch immer im Raum: Wie individuell muss wirklich dosiert werden? Kann man das überhaupt am Vitamin-D-Spiegel festmachen? Schwierig. Denn seit [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Vitamin D bleibt spannend.</p>
<h2>Ab 30 geht&#8217;s bergab&#8230;</h2>
<p>Zwei Fragen stehen nach vielen, vielen Jahren noch immer im Raum:</p>
<ul>
<li>Wie individuell muss wirklich dosiert werden?</li>
<li>Kann man das überhaupt am Vitamin-D-Spiegel festmachen?</li>
</ul>
<p>Schwierig. Denn seit <a href="https://genetisches-maximum.de/vitamin-d/vitamin-d-spiegel-im-neuen-licht/">Carlberg</a> wissen wir, dass die Vitamin-D-Wirkung an den Genen, also dort, wo Vitamin D naturgemäß wirkt, von Mensch zu Mensch sehr verschieden ist.</p>
<p>Soll heißen: Zwei gleiche Spiegel produzieren sehr wahrscheinlich völlig verschiedene Reaktionen.</p>
<p>Daher habe ich in meinen Empfehlungen den Spieß umgedreht und geraten, gesicherte Mangelzustände zu verhindern.</p>
<p>Also: Wo der Sweetspot einer Wirkung für das Individuum ist, weiß ich nicht. Was man – aus Epidemiologie – ganz gut weiß ist, wann Vitamin D bei sehr vielen, vielleicht den meisten Menschen zu wenig wird.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Der Cutoff liegt um die 30 ng/ml. </strong></p>
<p>Darunter reicht Vitamin D sehr wahrscheinlich nicht mehr. Auch das kann man relativ gut an zwei Punkten ableiten:</p>
<ul>
<li>Supplementiert man unter diesen Werten, ergeben sich Benefits.</li>
<li>Haben Probanden einer Studie bereits &gt;30 ng/ml wirkt es nicht mehr so gut.</li>
</ul>
<h2>Vitamin D über 30 ng/ml nutzlos?</h2>
<p>Aber: Die Heterogenität über 30 ng/ml abzubilden, ist schwer.</p>
<p>Beispiel: Epidemiologische Studien finden den Sweetspot beim Schutz gegen allgemeine Sterblichkeit (All-Cause-Mortality) bei ca. 30 ng/ml. Passt (siehe oben).</p>
<p>Doch so einfach ist es nicht. Immer wieder gibt es auch sehr hochwertige klinische Studien, die eindeutig berichten, dass die Spiegel über 40 ng/ml steigen sollten für die maximale Wirkung.</p>
<p>So eine wurde z. B. <a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4822815/">im Fachmagazin PLoS One 2016</a> publiziert. Die Autoren schreiben:</p>
<blockquote><p>Frauen mit 25(OH)D-Konzentrationen ≥40 ng/ml hatten ein um 67 % geringeres Krebsrisiko als Frauen mit Konzentrationen &lt;20 ng/ml.</p></blockquote>
<p>Natürlich waren die Frauen auch mit 30 ng/ml schon besser dran als mit 20 ng/ml. Aber ≥40 ng/ml war &#8222;mit einer erheblichen Verringerung des Risikos für alle invasiven Krebsarten insgesamt verbunden.&#8220;</p>
<p>Das ist natürlich nicht die einzige Studie, die positive Efffekte bei ≥40 ng/ml Vitamin D findet.</p>
<h2>Jetzt neu: der TARGET-D-Trial</h2>
<p>Gelesen im Wissenschaftsmagazin ScienceDaily.</p>
<p data-start="85" data-end="389">In der <a href="https://www.sciencedaily.com/releases/2025/11/251110021043.htm">neuen, großen klinischen Studie</a> vom Intermountain Health (Salt Lake City) wurde 630 Menschen, die kürzlich einen Herzinfarkt hatten, entweder eine angepasste Vitamin-D-Dosis oder ein Placebo verabreicht.</p>
<p data-start="85" data-end="389">Ziel war es, die Vitamin-D-Spiegel in der Interventionsgruppe auf ≥40 ng/ml anzuheben.</p>
<blockquote>
<p data-start="85" data-end="389">Da 85 % der Betroffenen zu Beginn unter diesem Wert lagen, benötigten über die Hälfte initial <strong data-start="757" data-end="788">5.000 IE Vitamin D3 täglich</strong> (statt der üblichen 600–800 IE).</p>
</blockquote>
<p data-start="85" data-end="389">Erstaunt stellte man fest: Über eine Zeitspanne von ca. sechs Jahren betrachtet, <strong>halbierte sich das Risiko für einen zweiten Herzinfarkt bei Vitamin D ≥40 ng/ml.</strong> Punkt.</p>
<p data-start="85" data-end="389">Natürlich hat die Studie Limitationen. Natürlich muss weiter getestet werden. Aber an den Haaren herbeigezogen sind sich solche Ergebnisse im Kontext einer großen klinischen Studie natürlich nicht.</p>
<h2 data-start="85" data-end="389">Vitamin D im Detail</h2>
<p data-start="85" data-end="389">Nun muss man einmal genau hinschauen.</p>
<ul>
<li data-start="85" data-end="389">Es wurde individuell dosiert, um wirklich über 40 ng/ml zu kommen.</li>
<li data-start="85" data-end="389">85 % der Herzpatienten lag darunter.</li>
<li data-start="85" data-end="389">Die eingesetzten Dosen lagen teilweise weit über den hiesigen Empfehlungen (5000 IE vs. 800 IE).</li>
<li data-start="85" data-end="389">Die Blutspiegel wurde jahrelang durchgehend getestet.</li>
<li data-start="85" data-end="389">Die eingesetzten Dosen waren sicher.</li>
</ul>
<p>All das findet man bei vielen Studien so nicht. Auch speziell dann nicht, wenn wir über die Vitamin-D-Versorgung in unserer Gesellschaft sprechen. Da ist alles über 800 hochgiftig und &#8230;</p>
<p>Inzwischen wird von Fachgesellschaften sogar abgeraten, den Vitamin-D-Wert zu prüfen. Man weiß also nicht, mit welcher Versorgungslage man es zu tun hat – man steht halt drüber.</p>
<p style="padding-left: 40px;">Eine der größten endokrinologischen Fachgesellschaften der Welt, die <em>Endocrine Society</em>, rät inzwischen davon ab, Menschen unter 50 auf Vitamin-D-Mangel zu testen. Was für eine Entgleisung.</p>
<p style="padding-left: 40px;">Dem schließt sich unsere &#8222;wichtigste&#8220; Ernährungsinstitution hierzulande – die DGE – an, und behauptet sogar, dass &#8222;bei einem Großteil der gesunden deutschen Bevölkerung nicht von einem Vitamin-D-Mangel auszugehen ist&#8220;. :-)</p>
<figure id="attachment_324793" aria-describedby="caption-attachment-324793" style="width: 717px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-324793 " title="Vitamin D Ärzte" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/11/Vitamin-D-Aerzte.jpg" alt="Vitamin D Ärzte" width="717" height="599" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/11/Vitamin-D-Aerzte.jpg 1725w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/11/Vitamin-D-Aerzte-300x250.jpg 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/11/Vitamin-D-Aerzte-1024x855.jpg 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/11/Vitamin-D-Aerzte-768x641.jpg 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/11/Vitamin-D-Aerzte-1536x1282.jpg 1536w" sizes="auto, (max-width: 717px) 100vw, 717px" /><figcaption id="caption-attachment-324793" class="wp-caption-text"><strong><em>Man muss sich einfach vorstellen, dass man heutzutage davon abrät, Vitamin-D-Werte zu prüfen, obwohl die Menschen an vorderster Front, die Versorgung der Gesellschaft als unzureichend einschätzen. Unglaubliche Entwicklung. </em></strong></figcaption></figure>
<p>Man muss sich doch immer wieder wundern, warum das, was allgemein so publiziert wird, so selten in wichtigen gesundheitlichen Empfehlungen für die Bevölkerung zu finden ist. Dazwischen liegen bisweilen Welten.</p>
<p>Macht mich zunehmend ratlos.</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/vitamin-d/vitamin-d-40-ng-ml/">Vitamin D: 40 ng/ml</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Es werde (Sonnen-)Licht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Aug 2025 08:34:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Gefäßgesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Hormonhaushalt]]></category>
		<category><![CDATA[Immunsystem]]></category>
		<category><![CDATA[Life Style]]></category>
		<category><![CDATA[Mitochondrien]]></category>
		<category><![CDATA[Neurotransmitter]]></category>
		<category><![CDATA[Stoffwechsel]]></category>
		<category><![CDATA[Vitamin D3]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>36 Grad und es wird noch heißer – gerade fühle ich mich wie Olaf der Schneemann im Sommer. Hochsommer. Tolle Kindheitserinnerungen – lange Tage im Schwimmbad. Entspannung, viel Spaß, viel Bewegung, eine Prise Abenteuer – [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>36 Grad und es wird noch heißer – gerade fühle ich mich wie Olaf der Schneemann im Sommer.</p>
<p>Hochsommer. Tolle Kindheitserinnerungen – lange Tage im Schwimmbad. Entspannung, viel Spaß, viel Bewegung, eine Prise Abenteuer – und verärgerte Omas, die wir mit unseren &#8222;Bomben&#8220; &#8222;versenkt&#8220; haben :-))</p>
<p>Viel besser geht es nicht. Und es gibt auch kein Ort auf der Welt, wo eine Pommes besser schmeckt. Ist so! Außerdem haben wir Kids immer ausgesehen wie frisch aus dem Ägyptenurlaub. Nie wieder gab&#8217;s eine so tiefe Bräune.</p>
<p>Heute ist Sonne, wie vieles, was uns als Mensch seit Ewigkeiten begleitet, irgendwo verpönt. &#8222;Sonne? Willst du Hautkrebs, oder was?&#8220; Ein schwerer Fehler, wie Forschungen zeigen.</p>
<h1>Der Körper liebt die Sonne</h1>
<p>So <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38661623/">eine Studie</a> wurde kürzlich im Kommentarbereich hier im Blog gepostet. Eine Abbildung der Arbeit fasst den Stand der Dinge gut zusammen:</p>
<figure id="attachment_324641" aria-describedby="caption-attachment-324641" style="width: 419px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/08/UV-Licht-Gesundheit.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-324641" title="UV Licht Gesundheit" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/08/UV-Licht-Gesundheit.jpg" alt="UV Licht Gesundheit" width="419" height="728" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/08/UV-Licht-Gesundheit.jpg 510w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/08/UV-Licht-Gesundheit-173x300.jpg 173w" sizes="auto, (max-width: 419px) 100vw, 419px" /></a><figcaption id="caption-attachment-324641" class="wp-caption-text"><strong><em>UV-Licht hat auch wertvolle Eigenschaften, über die (zu) selten gesprochen wird. </em></strong></figcaption></figure>
<p>Es gibt also &#8222;förderliche UV-induzierte Mechanismen&#8220; (a)&#8230;</p>
<ul>
<li>Stickstoffmonoxidbildung &gt; mehr NO = bessere Gefäß-, Stoffwechsel- und Immungesundheit</li>
<li>Entzündungsmodulation und Immunregulation (= Unterdrückung Autoimmunität)</li>
<li>Vitamin-D-Synthese</li>
<li>Und: &#8222;Unbekannt und Unerforscht&#8220;</li>
</ul>
<p>Denn man beobachtet, wie UV-Licht das Aufkommen einer ganzen Reihe an Krankheiten hemmt:</p>
<ul>
<li>Weniger Gesamtsterblichkeit</li>
<li>Niedrigerer Blutdruck</li>
<li>Weniger Herzkreislauferkrankungen</li>
<li>Weniger Typ-2-Diabetes</li>
<li>Niedrigeres Risiko für MS</li>
<li>Weniger Covid</li>
<li>Weniger Krebs</li>
</ul>
<p>Kenner wissen natürlich, dass Sonnenlicht nicht nur &#8222;UV-Strahlung&#8220; ist, sondern beispielsweise auch <strong>Infrarot</strong> und <strong>sichtbares Licht</strong>. Ersteres kennen wir aus der Mitochondrienforschung, denn Infrarot pimpt unsere Mitos. Letzteres wirkt vor allem aufs Gehirn und hebt die Stimmung.</p>
<p>Man lehnt sich nicht allzu stark aus dem Fenster, wenn man behauptet: <strong>Sonnenlicht macht gesund</strong>.</p>
<h1>Wenig Sonne, viel MS</h1>
<p data-start="94" data-end="279">Es geht weiter. Ganz aktuell wurde <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40716233/">eine systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse</a> im Fachmagazin <em data-start="197" data-end="239">Multiple Sclerosis and Related Disorders</em> veröffentlicht, die aufhorchen lässt.</p>
<p data-start="94" data-end="279">Die Datenbasis umfasste 11 Studien mit insgesamt 10 857 MS-Fällen und 11 842 Kontrollpersonen. Besonders im Fokus stand hierbei eine der wichtigsten genetischen Risikovarianten, das sogenannte <em data-start="474" data-end="484">HLA-DRB1</em>15:01*.</p>
<p style="text-align: left;" data-start="495" data-end="750">Das Ergebnis liest sich wie folgt:</p>
<p style="text-align: center;" data-start="495" data-end="750"><strong>Trägst du dieses genetische Risiko und kommst mit wenig Sonnenlicht in Kontakt,<br />
</strong><strong>hast du ein rund fünffach höheres Risiko für MS! </strong></p>
<p data-start="752" data-end="802">Aus den Daten der Analyse geht noch mehr hervor:</p>
<ul>
<li data-start="806" data-end="985"><strong data-start="806" data-end="835">Niedrige Sonnenexposition</strong> ist für sich genommen ebenfalls mit einem deutlich erhöhten MS-Risiko assoziiert; in großen Einzelstudien lag der Effekt bei etwa <strong data-start="966" data-end="982">1,3–1,4-fach</strong>.</li>
<li data-start="806" data-end="985">Das Risiko bei Sonnenmangel ist vergleichbar mit dem von Menschen, die zwar das genetische Risiko tragen, aber ausreichend Sonnenlicht abbekommen.</li>
<li data-start="806" data-end="985"><strong data-start="1139" data-end="1172">Beide Risikofaktoren zusammen</strong> („MS-Gen“ + Sonnenmangel) wirken nicht nur additiv, sondern <strong data-start="1233" data-end="1249">über-additiv</strong>: Das kombinierte Risiko ist höher, als es die Summe der Einzeleffekte erwarten lässt.</li>
<li data-start="806" data-end="985">Das Risiko-Allel <em data-start="1357" data-end="1363">DRB1</em>15:01 ist in europäischen Populationen relativ häufig, beläuft sich je nach Region auf ca. 10-30 %.</li>
</ul>
<p data-start="1504" data-end="1843">Daten deuten darauf hin, dass Vitamin D einen wesentlichen, aber nicht vollständigen Anteil am schützenden Effekt von Sonnenlicht gegen MS hat. Schätzungen zufolge werden etwa <strong data-start="1680" data-end="1688">30 %</strong> des „Sonnenmangel-Risikos“ durch ausreichende Vitamin-D-Spiegel vermittelt – der Rest hängt von weiteren, Vitamin-D-unabhängigen Wirkungen der Sonne ab.</p>
<h1>Was bleibt?</h1>
<p>Die Wahrheit liegt vermutlich in der Mitte. (Eine Mark ins Phrasenschwein&#8230;)</p>
<p>Aber mal Butter bei die Fische: Wieso können Menschen heutzutage nicht einfach normal sein? Wieso gibt es in unseren Realitäten nur nackig am Strand in der prallen Mittagssonne oder dicke Schichten Sonnencreme und Sonnenphobie?</p>
<p style="padding-left: 40px;">Weißt du noch? Neulich? Da hatten wir zwei, drei Tage lang eine extreme Hitze. UV-Index von 8-9. Für manche Personen eigentlich lebensgefährlich. Und was fiel den Leuten an diesen Tagen ein? &#8222;Lass an den See fahren&#8230;&#8220; Nicht nachvollziehbar.</p>
<p>So nicht.</p>
<p>Aber deshalb ist Sonnencreme nicht gleich verantwortlich für Hautkrebs – oder total nutzlos.</p>
<p>Einfach mal normal bleiben :-) Dann klappt&#8217;s auch mit einer gesunden Menge an Sonnenlicht.</p>
<p>&nbsp;</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/vitamin-d/es-werde-sonnen-licht/">Es werde (Sonnen-)Licht</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Vitamin D: Klappe, die X-te</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/darmgesundheit/vitamin-d-klappe-die-x-te/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Apr 2024 08:52:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Darmgesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Immunsystem]]></category>
		<category><![CDATA[Prävention]]></category>
		<category><![CDATA[Vitamin D3]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die ersten beiden Beiträge dieser Plattform handelten von Vitamin D (hier und hier). Warum? Vitamin D ist ein No-brainer. Das versteht wirklich jeder, der will. Vitamin D ist ein No-brainer Meine Kollegin Annika hat für [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/darmgesundheit/vitamin-d-klappe-die-x-te/">Vitamin D: Klappe, die X-te</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: proxima-nova;">Die ersten beiden Beiträge dieser Plattform handelten von Vitamin D (<a href="https://genetisches-maximum.de/vitamin-d/vitamin-d-3/">hier</a> und <a href="https://genetisches-maximum.de/vitamin-d/vitamin-d-ii/">hier</a>).</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Warum? Vitamin D ist ein No-brainer. Das versteht wirklich jeder, der will.</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Vitamin D ist ein No-brainer</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Meine Kollegin Annika hat für ihr erstes Ebook bei uns (Thema: Fertilität bei Frauen, kommt bald) eine einfache Grafik aufbereitet. Sieht so aus:</span></p>
<figure id="attachment_323756" aria-describedby="caption-attachment-323756" style="width: 623px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-323756 " title="Vitamin D Fruchtbarkeit" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/04/Vitamin-D-Fruchtbarkeit.png" alt="Vitamin D Fruchtbarkeit" width="623" height="530" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/04/Vitamin-D-Fruchtbarkeit.png 1586w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/04/Vitamin-D-Fruchtbarkeit-300x255.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/04/Vitamin-D-Fruchtbarkeit-1024x872.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/04/Vitamin-D-Fruchtbarkeit-768x654.png 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/04/Vitamin-D-Fruchtbarkeit-1536x1307.png 1536w" sizes="auto, (max-width: 623px) 100vw, 623px" /><figcaption id="caption-attachment-323756" class="wp-caption-text"></span> <span style="font-family: proxima-nova;"><strong><em>Vitamin-D-Status der Deutschen und weibliche Fruchtbarkeit </em></strong></span></figcaption></figure>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Kombiniert ist hier die Abbildung aus <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26162848/">Rabenberg et al. 2015</a> zur Vitamin-D-Versorgung der Deutschen und <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31665286/">eine Studie über Vitamin-D-Werte im Zusammenhang mit der weiblichen Fruchtbarkeit</a>.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">In dieser Arbeit heißt es:</span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: proxima-nova;">Im Vergleich zu Frauen mit einem 25(OH)D-Wert von 30-40 ng/ml (75-100 nmol/l) hatten Frauen mit einem Wert von weniger als 20 ng/ml (50 nmol/l) einen geschätzten Rückgang der Fruchtbarkeit um 45 %.</span></p></blockquote>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Fruchtbarkeit halbiert.</strong> Blöd nur, dass das gesunde Frauen Anfang 30 waren. Sonst heißt es in der Zeitung nämlich immer, &#8222;niedrige Vitamin-D-Werte sind ein Zeichen von Alter und Krankheit&#8220;. Ursache und Wirkung wird dann gerne mal absichtlich vertauscht.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Blöd auch, dass es ja kein unangenehmer Zufall ist, zu den hier schlecht Versorgten zu gehören. Denn, wie man der Abbildung oben entnehmen kann, weist ein erheblicher Teil der Bevölkerung Werte unter 20 ng/ml auf. <strong>Nach Rabenberg et al. sind es über 60 % der Deutschen. </strong></span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Vitamin D füttert ein Anti-Krebs-Probiotikum</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Also. Ein No-brainer. Mit 1000-5000 IE täglich zusätzlich hätte man solche schlechten Werte nicht mehr und müsste sich nicht auf dieses typische Level der Diskussion hierzulande herab begeben.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Die dargelegten Zusammenhänge gelten offenbar auch für Tumore, das heißt Krebs. In einer <a href="https://www.science.org/doi/10.1126/science.adh7954">aktuellen Arbeit</a>, veröffentlicht im renommierten Fachmagazin <em>Science</em>, waren Wissenschaftler einmal mehr erstaunt. Man liest:</span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: proxima-nova;">Was wir hier gezeigt haben, war eine Überraschung: Vitamin D kann das Darmmikrobiom so regulieren, dass es eine Art von Bakterien begünstigt, die Mäusen eine bessere Immunität gegen Krebs verleiht.</span></p></blockquote>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Nein, doch, oh! Da waren die Forscher &#8222;überrascht&#8220;, mal wieder. Denn die hatten Vitamin D natürlich mal wieder nicht auf dem Schirm (siehe oben). Der Mangel betrifft ja nur Alte und Kranke, heißt, man kann eine Lebzeit mit Vitamin-D-Unterversorgung durch die Gegend laufen und kommt ungeschoren davon. Meinen die meistens.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Stattdessen stolperten die Forscher mehr oder weniger aus Zufall über diese Erkenntnisse. Denn die wollten ja eigentlich die Auswirkungen des Mikrobioms auf die Tumorentwicklung ihrer Versuchstiere testen. <strong>Und mussten dann staunend zur Kenntnis nehmen, dass Vitamin D eine Bakterienspezies (Bacteroides fragilis) im Darm anreichert, die vor Tumoren schützt. </strong></span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: proxima-nova;">Mäuse mit erhöhter VitD-Zufuhr entwickeln eine mikrobiomabhängige, übertragbare Tumorresistenz.</span></p></blockquote>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Mehr noch: Hatten die Tiere einen Vitamin-D-Mangel, also wie 60 % der Deutschen, sprachen die Tiere nicht mehr auf die positiven Wirkungen dieses Stammes an. Heißt: <strong>Dieser Stamm ist offenbar von Vitamin D abhängig</strong>. Doppelt doof, weil das bedeutet, dass man den Bakterienstamm ohne Extra-Vitamin-D nicht verabreichen kann.</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Man muss nur hingucken wollen</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Und dann passiert etwas, was man häufig beobachten kann. Nach dem Motto: Wer suchet, der findet (Mt 7,8 übrigens ein wunderbares Lebensmotto!). Man muss nur wollen – oder halt nicht, wie meistens. Denn plötzlich finden die Wissenschaftler Zusammenhänge, die sie vorher offenbar nicht gesehen hatten:</span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: proxima-nova;">Um dies zu untersuchen, analysierten die Forscher einen Datensatz von 1,5 Millionen Menschen in Dänemark, der einen Zusammenhang zwischen einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel und einem höheren Krebsrisiko aufzeigte. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Eine separate Analyse einer Gruppe von Krebspatienten ergab außerdem, dass Menschen mit einem höheren Vitamin-D-Spiegel eher auf immunbasierte Krebstherapien ansprechen.</span></p></blockquote>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Auch hier hören wir Louis de Funès zu uns flüstern. Plötzlich hilft Vitamin D also doch. Höhere Spiegel scheinen vor Krebs zu schützen.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Und: <strong>Wer eine erhöhte genetische Vitamin-D-Aktivität aufwies (per Gentest verifiziert), überlebte nicht nur eher, sondern sprach</strong><strong> besser auf eine Immuntherapie (Krebsbehandlung) an.</strong> Das ist ja deshalb spannend, weil die Immuntherapie vom Körper abhängig ist. Heißt z. B., je besser das Immunsystem funktioniert, umso effektiver wirkt diese Therapie.</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Keine Hochdosen nötig</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Nein, ich bin kein Freund von Hochdosen, sondern schätze das Prinzip der &#8222;Minimum Effective Dose&#8220;. <strong>So viel wie nötig, so wenig wie möglich.</strong> Studien, wie die zur Fruchtbarkeit, zeigen immer wieder, dass Menschen ab 30 ng/ml ziemlich gut mit Vitamin D versorgt sind. Man muss sich nicht auf 50, 60 ng/ml hoch prügeln. Oft mit Nebenwirkungen.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Und auch hier möchte ich einmal mehr appelieren und lehren: <strong>Manchmal braucht&#8217;s nur Minimengen mehr, um erhebliche physiologische Reaktionen zu bewirken.</strong> Wie beim Vitamin D. Bei Vitamin D sprechen wir ja ohnehin von einem Millionstel Gramm (µg).</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Die aber können für sehr viele Menschen hierzulande einen echten Unterschied machen. Weitestgehend verkannt, leider. Schon vor 20 Jahren konnte man von US-amerikanischen Präventivmedizinern (<a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1470481/">Studie</a>) lesen: </span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: proxima-nova;">Die Mehrzahl der Studien ergab einen schützenden Zusammenhang zwischen einem ausreichenden Vitamin-D-Status und einem geringeren Krebsrisiko. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Die Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Bemühungen zur Verbesserung des Vitamin-D-Status, z. B. durch Vitamin-D-Supplementierung, die Krebsinzidenz und -sterblichkeit mit geringen Kosten und wenigen oder gar keinen nachteiligen Auswirkungen verringern könnten. </span></p></blockquote>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Geändert hat sich in der Zwischenzeit allerdings &#8230; nix.</span></p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/darmgesundheit/vitamin-d-klappe-die-x-te/">Vitamin D: Klappe, die X-te</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Vitamin D: Der nächste Hammer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 May 2023 12:26:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Prävention]]></category>
		<category><![CDATA[Stoffwechsel]]></category>
		<category><![CDATA[Vitamin D3]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir erinnern uns: Vor zwei Jahren sagt das Deutsche Krebsforschungszentrum Heidelberg, also die vielleicht renommierteste Forschungseinrichtung zum Thema Krebs in diesem Land, dass sich durch tägliche Vitamin-D-Einnahme ab 50 möglicherweise etwa 30.000 Krebstodesfälle jährlich verhindern [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir erinnern uns:</p>
<p>Vor zwei Jahren sagt das Deutsche Krebsforschungszentrum Heidelberg, also die vielleicht renommierteste Forschungseinrichtung zum Thema Krebs in diesem Land, dass sich durch tägliche Vitamin-D-Einnahme ab 50 möglicherweise etwa 30.000 Krebstodesfälle jährlich verhindern ließen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-322689 aligncenter" title="weniger krebstote vitamin d" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/05/weniger-krebstote-vitamin-d.png" alt="weniger krebstote vitamin d" width="590" height="102" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/05/weniger-krebstote-vitamin-d.png 1476w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/05/weniger-krebstote-vitamin-d-300x52.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/05/weniger-krebstote-vitamin-d-1024x178.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/05/weniger-krebstote-vitamin-d-768x133.png 768w" sizes="auto, (max-width: 590px) 100vw, 590px" /></p>
<p>Veröffentlicht haben die ihre Kalkulationen in einer <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33540476/">im Fachmagazin publizierten Arbeit</a>, in der sie darlegen, dass Studien höchster Güte (Meta-Analysen mit RCTs) zeigen, dass <em>Vitamin D täglich</em> das Risiko an Krebs zu sterben um etwa 13 % senkt.</p>
<p>Das macht dann schlappe 254 Millionen Euro Kosteneinsparung jährlich, weil man eben statt teurer Therapie nur günstiges Vitamin D bezahlt. So die Autoren damals – besprochen war das <a href="https://genetisches-maximum.de/vitamin-d/vitamin-d-eine-knackige-beweisfuehrung/">hier im Blog</a>.</p>
<h2>Bestätigt: Vitamin D senkt die Krebssterblichkeit</h2>
<p>Ganz aktuell wird nachgelegt. Wieder hat die Gruppe um Prof. Hermann Brenner – kommissarischer Leiter der präventiven Onkologie beim DKFZ – eine &#8222;systematische Überprüfung und Meta-Analyse von randomisierten kontrollierten Studien mit individuellen Patientendaten&#8220; rausgehauen (<a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37004841/">Q</a>). Also wieder mit den hochwertigsten Studien.</p>
<p>Hier scheint die Ernüchterung zu folgen:</p>
<blockquote><p>Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Vitamin D3 in der Hauptmetaanalyse aller RCTs die Krebssterblichkeit <span style="text-decoration: underline;">nicht reduzierte</span>, da die beobachtete Risikoreduktion um 6 % statistisch nicht signifikant war.</p></blockquote>
<p>Also leider keine statistisch signifikante Reduktion. Oder?</p>
<p>Doch nicht so schnell: Klug wie sie sind, haben die mal geschaut, ob es vielleicht einen Unterschied zwischen Leuten gibt, die ihr Vitamin D täglich schlucken und jenen, die größere Mengen z. B. alle 2 Wochen einnehmen (&#8222;Bolus&#8220;).</p>
<p>Rechnete man also die selten verabreichten Einzelhochdosen raus und betrachtete nur die Daten von Studien, in denen <strong><em>täglich</em> zwischen 400-4000 IE</strong> eingesetzt wurden, &#8222;ermittelten die Forscher dagegen <strong>eine</strong> <strong>statistisch signifikante Verringerung der Krebssterblichkeit um zwölf Prozent&#8220;. </strong></p>
<p>12 % also – passt zu den bereits ermittelten etwa 13 % aus der vorigen Studie. Da in den Studien Vitamin D auch dann verabreicht wurde, wenn gar kein Mangel vorlag, <a href="https://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2023/dkfz-pm-23-27-Verringerte-Krebssterblichkeit-bei-taeglicher-Vitamin-D-Einnahme.php">schätzen die Autoren</a> die tatsächliche Reduktion der Krebssterblichkeit erheblich höher, wenn ein Mangel vorliegt.</p>
<blockquote><p>Wir können daher davon ausgehen, dass der Effekt für diejenigen Menschen, die tatsächlich einen Vitamin-D-Mangel aufweisen, erheblich höher ist.</p></blockquote>
<h2>Vitamin D muss regelmäßig zugeführt werden</h2>
<p>Die Autoren begründen diese offenbar bessere Wirkung bei täglicher Vitamin-D-Einnahme u. a. mit der &#8222;regelmäßigeren Bioverfügbarkeit des aktiven Wirkstoffs, dem Hormon 1,25-Dihydroxyvitamin D (Calcitriol), das erst durch Reaktionen des Vitamin D im Körper entsteht und vermutlich das Tumorwachstum hemmen kann.&#8220;</p>
<p>Stimmt. Dass Vitamin D und Calcitriol das Tumorwachstum direkt hemmen könnten, war auch schon Thema <a href="https://genetisches-maximum.de/vitamin-d/vitamin-d-laesst-tumor-schrumpfen/">hier im Blog</a>. Das darf man sich gerne mal angucken.</p>
<p>Doch die DKFZ-Forscher gehen einen Schritt weiter und legen hier nahe, dass <strong><em>tägliches</em>, niedrig dosiertes Vitamin D</strong> offenbar besser wirkt als größere Dosen in weiteren Intervallen. Neu ist das nicht.</p>
<p>Seit Jahren zeigen Veröffentlichungen, dass Vitamin D, zumindest mit Blick auf den &#8222;Vitamin-D-Spiegel&#8220; (eigentlich: <em>Calcidiol</em>-Spiegel, s. Verlauf), (wesentlich) besser wirkt, wenn man es täglich niedrig dosiert nimmt statt in größeren Intervallen in höherer Dosis (<a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2277446/">Q</a>). Ein Grund: Vitamin D wird weniger stark den Vitamin-D-abbauenden Pfaden zugeführt, wenn man es regelmäßig aber niedriger dosiert nimmt (<a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5878742/">Q</a>).</p>
<p>Doch da gibt es mehr&#8230; Schon vor zehn Jahren können wir <a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3849670/">in einer Veröffentlichung</a> folgendes lesen:</p>
<blockquote><p>Vitamin D, die <em>Ausgangssubstanz</em> für die Hormonwirkung über das daraus gebildete Hormon Calcitriol im Gewebe, spielt wahrscheinlich eine wichtige <span style="text-decoration: underline;">direkte physiologische Rolle</span> (&#8230;).</p>
<p>Auf der Grundlage neuer Daten aus dem Labor und aus klinischen Studien sowie der verfügbaren Kenntnisse über den Vitamin-D-Stoffwechsel scheint es wahrscheinlich, dass für einen optimalen Nutzen einer Vitamin-D-Supplementierung <span style="text-decoration: underline;">täglich</span> genügend Vitamin D zugeführt werden sollte, um sicherzustellen, dass die zirkulierenden Konzentrationen über einen längeren Zeitraum stabil bleiben.</p></blockquote>
<p><strong>Hier geht es also um die Wirkung, die vom Vitamin D – das man gerade geschluckt hat – <em>selbst</em> ausgeht.</strong> Wie ist das zu verstehen?</p>
<h2>Warum Vitamin D selbst wirkt</h2>
<p>Generell geht man davon aus, dass Vitamin D zuerst zur bekannten Speicherform 25(OH)D (<em>Calcidiol</em>) – die man beim Arzt misst – umgewandelt wird (via <em>25-Hydroxylase</em>) – und zwar <strong>in der Leber</strong>. Das wiederum soll über die Blutzirkulation zu den Zellen gelangen, die sich daraus ihr aktives Hormon, das Calcitrol bauen (via <em>1α-Hydroxylase</em>).</p>
<p style="padding-left: 40px;">Selbst das ist relativ neues Wissen, denn lange Zeit ging man davon aus, dass Calcitriol hauptsächlich in der Niere gebildet wird. Dass sich jede Zelle mit Calcitriol selbst versorgen kann, ist immer noch ein relativ aktuelles Wissen.</p>
<p>Doch auch das scheint zu kurz gedacht: Denn wie der <a href="https://www.proteinatlas.org/ENSG00000186104-CYP2R1/tissue">Proteinatlas</a> zeigt, bilden <span style="text-decoration: underline;">alle</span> Gewebe teils auch hohe Mengen des Enzyms (<em>25-Hydroxylase</em>), das es erlaubt, <strong>aus dem Vitamin D, das wir schlucken, 25(OH)D <span style="text-decoration: underline;">lokal und direkt</span> selbst zu bilden und dann auf sozusagen kurzem Wege das aktive Hormon, Calcitriol.</strong></p>
<p>Konkret mit Blick auf Tumore finden sich Daten (z. B. <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24732451/">diese</a>), die zu den aktuellen DKFZ-Erkenntnissen passen:</p>
<blockquote><p>Vitamin D könnte also vor dem Fortschreiten der Tumorprogression schützen, indem es die intratumorale 25(OH)D-Produktion durch (&#8230;) 25-Hydroxylase erhöht und so die autokrine/parakrine Wirkung der antiproliferativen Wirkung von Calcitriol verstärkt.</p></blockquote>
<p>Hier steht also in Laiensprache: Vitamin D muss nicht über Leber und sonst wo umgewandelt werden, z. B. in das zirkulierende <em>Calcidiol</em>. Nein, das passiert vor Ort, hier im Tumorgewebe direkt (&#8222;intratumoral&#8220;), was dann über das gebildete Hormon Calcitriol tumorhemmend (&#8222;antiproliferativ&#8220;) wirkt.</p>
<p>Schon fast zehn Jahre davor, also 2006, konnte Vitamin-D-Entdecker und der vermutlich renommierteste Vitamin-D-Forscher weltweit, Michael Holick, <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16886665/">eine ähnliche Beobachtung an Prostatakrebszellen</a> machen. Die Autoren schrieben damals:</p>
<blockquote><p>Die selbstständige Synthese von Calcitriol aus <span style="text-decoration: underline;">Vitamin D3</span> deutet darauf hin, dass die Aufrechterhaltung eines angemessenen Vitamin-D-Serumspiegels eine sichere und wirksame chemopräventive Maßnahme zur Verringerung des Prostatakrebsrisikos darstellen könnte.</p></blockquote>
<p>Oh! Ein völlig neuer Gedanke, nicht wahr? <strong>Denn das würde bedeuten, dass vielleicht nicht das, was man im Blut misst (<em>Calcidiol</em>; <em>25(OH)D</em>) die Hauptwirkung macht, sondern das, was man &#8230; akut zuführt.</strong> Was eine weitere Ebene der Komplexität mit Blick auf das Verständnis um den Vitamin-D-Stoffwechsel addieren würde.</p>
<p style="padding-left: 40px;">Einfach zusammengefasst könnte das so aussehen:</p>
<p style="padding-left: 40px;"><strong>Altes Modell:</strong> Vitamin D (oral zugeführt) → 25(OH)D (Leber) → Calcitriol (Niere) → Systemische Versorgung der Zellen</p>
<p style="padding-left: 40px;"><strong>Aktualisiertes Modell:</strong> Vitamin D (oral zugeführt) → 25(OH)D (alle Zellen) → Calcitriol (alle Zellen)</p>
<h2>Schlusswort</h2>
<p>Ja, ja, ich weiß. In manchen Kreisen &#8222;hat man das schon immer gesagt&#8220;. Ich denke, es ist vielleicht wichtig, so eine Differenzierung an der Stelle nochmal anzubringen, vor allem im Zuge der aktuell vorherrschenden &#8222;Vitamin-D-Skepsis&#8220; bei manchen.</p>
<p>Je mehr ich von Vitamin D weiß, umso weniger Verständnis habe ich für Menschen, die die Bedeutung dieses Prohormons für <em>jeden</em> Menschen in Abrede stellen wollen. Wir können gerne über Dosierungen diskutieren, aber nicht darüber, ob Menschen es überhaupt zuführen sollten – <strong>ich glaube, <em>jeder</em> sollte täglich eine gute Vitamin-D-Quelle haben.</strong></p>
<p>Ich persönlich freue mich auf den Sommer. Dann bleiben uns immerhin diese unnötigen Diskussionen und desinformierenden Beiträge zur Vitamin-D-Ergänzung bis zum Spätjahr erspart. Sofern man sich regelmäßig in die Sonne setzt. Wer das nicht tut, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen.</p>
<p>PS: Ja, man könnte es auch einfach Fehlinformation nennen. Für mich sind schlampig recherchierte Beiträge, die nur darauf abzielen, Menschen davon abzuhalten, Vitamin D einzunehmen, keine Fehlinformationen mehr, sondern &#8230; Desinformation. Mit offenbar riesigem Schaden, der an der Bevölkerung angerichtet wird. Siehe Artikel.</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/vitamin-d/vitamin-d-der-naechste-hammer/">Vitamin D: Der nächste Hammer</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Neue BiB-Studie: &#8222;Lebenserwartung der Deutschen niedrig&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 May 2023 06:35:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Prävention]]></category>
		<category><![CDATA[Vitamin D3]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Manchmal fragt man sich, warum man eigentlich einen Blog mit mittlerweile über 800 Artikeln schreibt und einen Instagramkanal betreibt, der theoretisch mittlerweile nicht nur Zehntausende erreicht, sondern auch unzählige, leicht zu verdauende Infoposts in die [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/vitamin-d/neue-bib-studie-lebenserwartung-der-deutschen-niedrig/">Neue BiB-Studie: „Lebenserwartung der Deutschen niedrig“</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal fragt man sich, warum man eigentlich einen Blog mit mittlerweile über 800 Artikeln schreibt und <a href="https://www.instagram.com/edubily/">einen Instagramkanal</a> betreibt, der theoretisch mittlerweile nicht nur Zehntausende erreicht, sondern auch unzählige, leicht zu verdauende Infoposts in die Welt trägt.</p>
<p>Ich weiß nicht, was mit der Gesellschaft los ist. Ob vielleicht die Aufmerksamkeitsspanne wirklich so rapide abnimmt. Oder ob das Leseverständnis vielleicht wirklich immer schlechter wird. Man weiß es einfach nicht.</p>
<p>Jedenfalls kann ich mir z. B. nicht erklären, dass immer wieder die gleichen Fragen gestellt werden, die man zwei Klicks weiter und einfach zu verstehen schon zig mal hochwertig aufgearbeitet hat.</p>
<h2>Die Egozentrik des Westens</h2>
<p>Wie groß unsere Egozentrik im Westen ist, zeigt sich nicht nur am mangelnden Verständnis und am mangelnden Respekt gegenüber anderen Kulturen und ihren ureigenen Funktionsweisen – natürlich ist die, ist unsere Demokratie, sind unsere &#8222;westlichen Werte&#8220; &#8230; immer besser.</p>
<p>Sie zeigt sich nicht nur daran, dass wir ernsthaft davon überzeugt sind, die in Ostasien würden schon aufhören Tiere zu essen, um das Klima zu retten, wenn wir es – natürlich netterweise als gutes &#8222;Vorbild&#8220; – vormachen.</p>
<p>Sie zeigt sich auch daran, dass viele Menschen hier ernsthaft davon überzeugt sind, dass es den – in unseren Augen – primitiv lebenden Menschen irgendwo im Kongo und so weiter gesundheitlich einfach nicht besser gehen kann als uns. Geht nicht. Gibt&#8217;s nicht.</p>
<p>Dabei ist es ja eine wissenschaftliche Binsenweisheit, dass es <a href="https://www.nature.com/articles/s41416-018-0264-x">in Zentralafrika beispielsweise um den Faktor 4-5 seltener Darmkrebs gibt</a>. Über die Gesundheit der Tsimané haben wir bereits ausführlich berichtet (z. B. <a href="https://genetisches-maximum.de/ernaehrung/das-geheimnis-der-tsimane-ernaehrung/">hier</a>). Gleiches gilt für Kitava-Indigene und andere &#8222;einfach&#8220; lebende Menschen.</p>
<p>Umgekehrt gilt leider auch für Afrika, dass traditionelle Kost zunehmend durch moderne, westliche Küche ersetzt wird. Mit den klassischen Folgen, allen voran Übergewicht und Diabetes – ein mittlerweile ernstes Problem in Afrika. Sicher auch Krebs, Herzinfarkte und Co. Die Schlinge wird sich also auch dort immer stärker zuziehen.</p>
<h2>Der Wohlstand macht krank</h2>
<p>Das ist kein Zufall. Das ist keine Raketenwissenschaft. Wer das Wort <em>Wohlstands</em>erkrankung – Zivilisationserkrankung klingt ein bisschen despektierlich –, ernst nimmt, aber mehr noch: <em>versteht</em>, der muss irgendwann <em>begreifen</em>, dass wir im Westen oft umsonst sterben.</p>
<p>Und das liegt – wie die Wissenschaft, auch wieder in ihrer westlichen Egomanie gefangen, lange glaubte – <a href="https://youtu.be/18BacHqUho4?t=536"><em>nicht</em> daran, dass die Alteingesessenen wesentlich früher ableben als wir</a> und dass es bei uns viele Erkrankungen des höheren durchschnittlichen Lebensalters wegen gibt.</p>
<p><strong>Das liegt schlicht daran &#8230; dass es vermeidbare (Stoffwechsel-)Erkrankungen sind, die kommen, wenn man wie ein Europäer lebt.</strong> Punkt.</p>
<p>Die Proof-of-principle-Studien und -Beobachtungen gibt es ja schon lange. Von uns immer wieder angeführt: Sobald ein Aborigine aus dem Busch in die Stadt zieht, wird er so krank wie wir. Lässt sich umkehren, wenn er wieder zurück in den Busch geht.</p>
<p>Gilt auch für uns Moderne. <a href="https://edition.cnn.com/2017/07/05/health/hunter-gatherer-diet-tanzania-the-conversation/index.html">Lebt man ein paar Tage als Jäger und Sammler mit den Hadza</a> oder <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27366752/">emuliert man diesen Lebensstil</a>, wird man gesund. Diese Zusammenhänge sind eigentlich einfach zu begreifen. Die Biochemie dahinter ist ja hier im Blog extrem vielfältig aufgearbeitet.</p>
<h2>Deutsche sterben (zu) früh</h2>
<p>Und genau das ist der Kontext, in dem man die neue Studie des <em>Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung</em> (BiB) in Wiesbaden verstehen sollten. Die haben nämlich einfach mal gezeigt, dass Deutschland &#8222;bei der Lebenserwartung seiner Bürger im Vergleich mit 15 westlichen Nachbarländern auf den hinteren Rängen rangiert&#8220;.</p>
<p>Eigentlich müsste das wehtun und ernsthaft das Ehrgefühl verletzen, oder? Jetzt sind Europäer nachweislich schon nicht gesund und erhalten sich das Leben oft genug mit modernen (Medizinal- und Pflege-)Standards.</p>
<p>Und trotzdem belegen wir in Deutschland die hinteren Ränge der Lebenserwartung in Europa. Bei uns in Deutschland kommt ja noch hinzu, dass eine &#8222;große wirtschaftliche Stärke und ein für den Großteil der Bevölkerung gut zugängliches und leistungsfähiges Gesundheitssystem&#8220; verfügbar sind.</p>
<p>Neu ist diese Erkenntnis jedoch nicht wirklich. <a href="https://ec.europa.eu/eurostat/web/products-eurostat-news/-/ddn-20190716-1">Schon 2019 gab es bei <em>Eurostat</em></a> eine Veröffentlichung, die eindrücklich zeigte, dass Deutschland – trotz seines immensen Gesundheitssystems – mit Blick auf die Sterblichkeit direkt nach den (Süd-)Ost-EU-Ländern kommt:</p>
<figure id="attachment_322670" aria-describedby="caption-attachment-322670" style="width: 806px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-322670 size-full" title="COD 2016 2" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/05/COD_2016_2.png" alt="COD 2016 2" width="806" height="479" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/05/COD_2016_2.png 806w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/05/COD_2016_2-300x178.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/05/COD_2016_2-768x456.png 768w" sizes="auto, (max-width: 806px) 100vw, 806px" /><figcaption id="caption-attachment-322670" class="wp-caption-text"><strong><em>Deutschland kommt direkt nach jenen Ländern mit der höchsten Sterblichkeit in der EU. </em></strong></figcaption></figure>
<p>Man könnte es auch anders ausdrücken: <strong>Wir schmeißen Abermillionen Euro die Fenster raus.</strong> Vielleicht sind wir Deutschen die Wohlstandsverwahrlosesten der Wohlstandsverwahrlosten. Würde jedenfalls einiges erklären, auch mit Blick auf hier besonders prävalente Gesellschaftsphänomene.</p>
<h2>Weitestgehend vermeidbare Ursache: Herzinfarkte und Co.</h2>
<p>Jedenfalls stellt das BiB fest:</p>
<blockquote><p>Wesentliche Ursache für den Rückstand ist eine erhöhte Zahl von Todesfällen aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.</p></blockquote>
<p>Dass Deutschland bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich zurückliegt, sei Anlass zur Sorge, so die Wissenschaftler, denn: &#8222;<strong>diese gelten heutzutage als weitgehend vermeidbar&#8220;.</strong> Man vermutet, dass es <strong>&#8222;Defizite bei der Vorbeugung&#8220;</strong> gebe.</p>
<p>Wird jetzt plötzlich Prävention wichtig? Denkt man jetzt vielleicht ernsthaft mal über Vitamin D, Sport und so nach? Die Autoren jedenfalls glauben, dass &#8222;durch eine bessere Vorbeugung von Krankheiten nicht nur Gesundheitskosten gespart, sondern auch das Wohlbefinden der Bevölkerung gesteigert werden&#8220; könne.</p>
<p>Sie malen zeitgleich ein düsteres Zukunftsbild:</p>
<blockquote><p>Der Widerspruch zwischen den hohen Investitionen in die Gesundheitsversorgung und den Ergebnissen bei der Lebenserwartung ist auch als Warnsignal für die Nachhaltigkeit des Gesundheitssystems zu bewerten – schließlich werden die gesundheitlichen Herausforderungen aufgrund der Alterung der Babyboomer in den nächsten Jahren noch mehr ansteigen.</p></blockquote>
<h2>Es wird sich nix ändern im Land der Deutschen</h2>
<p>Wer das vielleicht mal 1-2 Jahrzehnte mitverfolgt, der weiß, dass diese Debatten schon seit Jahren geführt werden. Dass es diese Aussagen bestimmt auch vor zwei Jahrzehnten schon gegeben hat.</p>
<p>Wir Deutschen leiden aber an einer besonderen Form der Egomanie. Bei uns paart sich dazu nämlich sture Rechthaberei mit der Prise German Angst. <strong>Daher handelt ein Deutscher, wenn er Angst bekommt – dann aber so, dass er es notfalls auch mit großen Kollateralschäden durchzieht.</strong></p>
<p style="padding-left: 40px;">Einfach mal kurz nachdenken: Zeitungen und Medien im Allgemeinen geizen nicht mit &#8222;Negativschlagzeilen&#8220; zu Vitamin D. Regel-Tenor, vor allem im ÖRR (z. B. <a href="https://genetisches-maximum.de/omega-3/vitamin-d-die-verbloedung-geht-weiter/">hier</a>): Vitamin D schützt nicht nur nicht und ist unnötig – es vergiftet einen unter Umständen sogar.</p>
<p style="padding-left: 40px;">Egal, ob gewollt oder nicht: Die Menschen werden dahingehend systematisch emotionalisiert, und zwar so, dass sie Angst haben. Resultat: Wir handeln. Aber eben leider zu unseren Ungunsten. Die resultierenden Kollateralschäden sind uns völlig egal.</p>
<p style="padding-left: 40px;">Beispiel gefällig? <a href="https://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2023/dkfz-pm-23-27-Verringerte-Krebssterblichkeit-bei-taeglicher-Vitamin-D-Einnahme.php">Die neue Studie</a> von der vielleicht renommiertesten Krebs-Einrichtung in Deutschland, dem DKFZ – die &#8222;Auswertung von 14 Studien der höchsten Qualitätsstufe&#8220; habe ergeben, dass Vitamin D die Krebssterblichkeit um 12 % reduziert.</p>
<p style="padding-left: 40px;">Deutschland braucht solche Erkenntnisse offenbar nicht. Wir stehen drüber.</p>
<p>Und weil wir für uns heute die Vorreiterrolle als Moralapostel gefunden haben, wird es in erster Linie heißen, <a href="https://genetisches-maximum.de/ernaehrung/aus-den-medien/">&#8222;iss weniger Fleisch&#8220;</a>. Mit Blick auf <a href="https://genetisches-maximum.de/ernaehrung/das-geheimnis-der-tsimane-ernaehrung/">Mikronährstoffe, Eiweiß und Co.</a> – Faktoren, die bei Menschen mit wirklich niedrigem Risiko für Herzkreislauferkrankungen wohl eine tragende Rolle spielen – wird sich so gar nix ändern.</p>
<p>Es ist einfach eine Schande in diesem Land. Wir verstehen <em>Prävention</em> nicht. &#8230; Was ich übrigens auch immer und immer wieder an den Kommentaren merke: Während wir Deutsche Spitzenreiter darin sind, schnell den Zeigefinger zu erheben, fällt es zunehmend schwerer, einfachste wissenschaftliche Zusammenhänge und Inhalte zu verstehen und ordentlich aufzuarbeiten.</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/vitamin-d/neue-bib-studie-lebenserwartung-der-deutschen-niedrig/">Neue BiB-Studie: „Lebenserwartung der Deutschen niedrig“</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Wie kommt man in der Wildbahn an Vitamin D? (Studie)</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/vitamin-d/wie-kommt-man-in-der-wildbahn-an-vitamin-d-studie/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Mar 2023 14:46:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Paleo]]></category>
		<category><![CDATA[Vitamin D3]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#8230; wenn man nicht gerade am Äquator lebt. Europa back then Wir erinnern uns: Als die ersten Menschen vor ca. 40-50.000 Jahren nach Europa kamen, war hier gerade eine Eiszeit, die s. g. Weichsel-Kaltzeit, die [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; wenn man nicht gerade am Äquator lebt.</p>
<h2>Europa back then</h2>
<p>Wir erinnern uns: Als die ersten Menschen vor ca. 40-50.000 Jahren nach Europa kamen, war hier gerade eine Eiszeit, die s. g. <em>Weichsel-Kaltzeit</em>, die ihren Höhepunkt, dem <em>letzteiszeitlichen Maximum</em>, so vor 20.000 Jahren erreichte. Europa sah zu dieser Zeit dann so aus:</p>
<figure id="attachment_322315" aria-describedby="caption-attachment-322315" style="width: 815px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-322315 " title="LGM.jpg" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/03/LGM.jpg.webp" alt="LGM.jpg" width="815" height="366" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/03/LGM.jpg.webp 815w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/03/LGM.jpg-300x135.webp 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/03/LGM.jpg-768x345.webp 768w" sizes="auto, (max-width: 815px) 100vw, 815px" /><figcaption id="caption-attachment-322315" class="wp-caption-text"><em><strong>Vegetation in Europa vs. Vegetation zum Höhepunkt der letzten Eiszeit vor ca. 20.000 Jahren. </strong></em></figcaption></figure>
<ul>
<li>Weiß ist der km-dicke Eisschild (Gletscher) über Nordeuropa, der auch Berlin bedeckte.</li>
<li>Hellbraun ist die Tundra, die s. g. Kältesteppe. Keine Bäume, niedriges Gewächs, Permafrostböden.</li>
<li>Aufgelockerter wird es in der dunkel- und grünbeigen Zone, Nadelwälder und Präriesteppen.</li>
<li>Die helleren Grüntöne sind vorwiegend Nadel- und Mischwälder und vereinzelt (sehr südlich) auch mediterranes Gewächs.</li>
<li>Wer aufgepasst hat: Die Meeresspiegel lagen damals um die 120 m tiefer, weshalb es keine Nordsee gab und die europäischen Landmassen waren auch wesentlich größer</li>
</ul>
<p>Wer das nur schwer greifen kann: <strong>Das Klima, das hier in Zentraleuropa vor 20.000 Jahren geherrscht hat, findet man heute im hohen Nordeuropa, Kanada oder Russland, so ungefähr zwischen dem 60 und 70 Breitengrad.</strong></p>
<p>Unsere Vorfahren – also <strong>eiszeitliche Jäger und Sammler</strong> – sind natürlich nicht <em>irgendwo</em> in Europa rumgeturnt, sondern haben sich als Folge in Refugien zurückgezogen. Vorwiegend also entlang der Küste in Spanien und Portugal, an den Küsten in Italien, allgemein entlang des Mittelmeeres und in Osteuropa, im Bereich der heutigen Ukraine und Südwestrussland.</p>
<p>Übrigens: Ging man lange Zeit davon aus, dass es sich hierbei um ein einheitliches Jäger-und-Sammler-Volk gehandelt haben muss, die also ähnliche Phänotypen, Kulturen usw. hatten, weiß man dank einer gerade <a href="https://www.mpg.de/19941740/0223-evan-ice-age-survivors-150495-x">publizierten Studie des Max-Planck-Instituts</a>, dass dem nicht so war:</p>
<blockquote><p>Überraschenderweise stellte das Forscherteam fest, dass Populationen aus verschiedenen Regionen, die mit der Gravettien-Kultur in Verbindung gebracht werden, die zwischen 32.000 und 24.000 Jahren über den europäischen Kontinent verbreitet war, nicht eng miteinander verwandt waren.</p>
<p>(&#8230;) Interaktionen zwischen Menschen aus Mittel- und Osteuropa lassen sich erst wieder ab vor 8.000 Jahren nachweisen. &#8222;Zu dieser Zeit begannen Jäger und Sammler mit unterschiedlichen Vorfahren und Erscheinungsbildern, sich miteinander zu vermischen. Sie unterschieden sich in vielen Aspekten, einschließlich ihrer Haut- und Augenfarbe&#8220;, sagt He Yu.</p></blockquote>
<p>Für die unterschiedlichen Populationen, die sich zum Höhepunkt der Eiszeit dann in bewohnbare Refugieren zurückgezogen hatten, gilt jedoch, dass sie Europa im Zuge der Erwärmung und der Zunahme an Bewaldung nordwärts besiedelten, in die s. g. Mammutsteppe.</p>
<h2>Vitamin-D-Versorgung im Norden Russlands</h2>
<p>Wir haben es also mit Europa zu tun, das eher dem heutigen Norden Russlands ähnelt.</p>
<p>Wer verstehen will, warum eiszeitliche Jäger und Sammler vermutlich erst mal keinen Vitamin-D-Mangel hatten und auch der Selektionsdruck für hellere Haut (mit besserer Vitamin-D-Synthese) sehr viel später aufkam – nämlich im Zuge des Ackerbaus im Neolithikum –, <strong>der könnte sich mit indigen lebenden, russichen Menschen befassen.</strong></p>
<p>Berühmte Frage hier im Blog: <strong>Woher kriegen die eigentlich ihr Vitamin D?</strong> Und diesbezüglich bin ich auf eine <a href="https://www.tandfonline.com/doi/full/10.3402/ijch.v73.26038">sehr spannende Studie</a> gestoßen, die sich genau damit befasst.</p>
<p>Denn da haben wir Wissenschaftler einmal nachgemessen bei einigermaßen indigen lebenden Menschen in Russland – u. a. bei den Nenzen und Komi, die naturgemäß Rentierhirten sind. Der erste Schluss der Studie war:</p>
<blockquote><p>Unseren Daten zufolge hat der Aufenthalt in hohen Breitengraden an sich keinen negativen Einfluss auf den Vitamin-D-Status einer Bevölkerung.</p></blockquote>
<p>Unerwartet, nicht wahr? Wer sich ein bisschen auskennt, weiß: Das gilt auch für uns Europäer, wo Skandinavier häufig besser abschneiden als wir Deutschen. Stichwort Lebertran.</p>
<p>Die Studie macht dann eine entscheidende Aussage:</p>
<blockquote><p>Der Übergang von der nomadischen oder halbnomadischen zur posttraditionellen (in den Dörfern) und modernisierten (in den Städten) Lebensweise führte zu einem Rückgang des Anteils traditioneller Produkte an der Ernährung der indigenen Bevölkerung in der russischen Arktis.</p>
<p>Dies ging auch mit einem Rückgang des Serumspiegels von 25OHD einher. Der Unterschied zwischen den Studiengruppen der Rentierzüchter in der Tundra und der Stadtbevölkerung der Komi und Nenzen ist am aufschlussreichsten.</p></blockquote>
<p>Genau das, was auch ein Weston Price schon herausgefunden hatte: Lassen Menschen ihre traditionelle Lebensweise hinter sich, beginnen die gesundheitlichen Probleme. Hier in Form eines abfallenden Vitamin-D-Spiegels messbar.</p>
<h2>Woher kommt das Vitamin D?</h2>
<p>Doch woher bekommen die ihr Vitamin D denn jetzt? Von der Sonne eher nicht.</p>
<blockquote><p>Die traditionelle Ernährung der arktischen Binnenbevölkerung der Nenzen und Komi, die große Mengen an Wildbret, Rentierfett und Fisch enthält, beugt wirksam einer Hypovitaminose D vor.</p></blockquote>
<p><strong>Die Forscher klären auf, dass speziell das Rentierfett reich an Vitamin D sei, denn die ernähren sich zu großen Teilen von <em>Cladonia rangiferina</em>, die s. g. <em>Echte Rentierflechte. </em></strong>Und dazu lesen wir in einer <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34658250/">relativ aktuellen Veröffentlichung aus 2021/22</a> folgendes:</p>
<blockquote><p>Nicht viele Lebensmittel sind eine reichhaltige Quelle (&gt; 4 μg/100 g) von Vitamin D (D steht für D3 und/oder D2), z. B. viele, aber nicht alle Fische (5-25 μg/100 g), Pilze (21,1-58,7 μg/100 g), Rentierflechte (87 μg/100 g) und Fischleberöle (250 μg/100 g).</p></blockquote>
<p>25 μg entsprechen schon 1000 I. E. Vitamin D – manche Fische liefern pro 100 g also schon rund 1000 I. E. Wildlachs wäre so ein gutes Beispiel. Auffällig sind auch Pilze, die ebenfalls signifikant zur Vitamin-D-Versorgung in der Wildbahn beitragen könnten.</p>
<p>Aber besonders hervorzuheben ist Rentierflechte – also ein Grundnahrungsmittel von Rentieren –, die ungefähr 3500 I. E. pro 100 g enthält. Und Fischleberöle, die unglaubliche 10.000 I. E. pro 100 g liefern.</p>
<p>Die Autoren finden daher, dass natürlich speziell jene Gruppe, die <em>marinen</em> Fisch in der Ernährung enthält, besonders gut mit Vitamin D versorgt sei. Die anderen Gruppen schaffen es immerhin, im Schnitt relativ normale Vitamin-D-Spiegel zu wahren.</p>
<p>Wohlgemerkt: Man kann davon ausgehen, dass indigene Völker, die schon Tausende Jahre dort oben in Russland leben, eine gewisse genetische Anpassungen mitbringen, um auch mit relativ niedriger Vitamin-D-Zufuhr noch gut versorgt zu sein. <a href="https://genetisches-maximum.de/vitamin-d/vitamin-d-spiegel-im-neuen-licht/">Mehr dazu im vorigen Artikel</a> von uns.</p>
<h2>Das Fazit</h2>
<p>Und so schließt sich der Kreis:</p>
<blockquote><p>In Russland haben innerhalb einer autochthonen nördlichen Volksgruppe diejenigen, die einen nahezu traditionellen Lebensstil pflegen, im Allgemeinen einen höheren Vitamin-D-Status als die sesshaften Dorf- und Stadtbewohner.</p></blockquote>
<p>Weston Price würde nun einmal mehr lächeln.</p>
<p>Indigene sind nicht dumm. Die wissen dank Überlieferung und kurzen &#8222;Wissenswegen&#8220; sehr genau, was sie essen müssen, um gesund zu bleiben. Man kann also davon ausgehen, dass dies auch für unsere Vorfahren galt – jedenfalls bis zum Ackerbau (Neolithikum).</p>
<p>Denn bis dahin waren die meisten Jäger und Sammler, die Europa besiedelten, noch dunkelhäutig. Etwa so wie die o. g. Nenzen oder die Inuit. Die rasche Verbreitung der hellen Haut ab circa 8000 BCE, die die Vitamin-D-Synthese aufwertet, lässt darauf schließen, der Selektionsdruck im Neolithikum enorm wurde und die Nahrung nicht mehr ausreichte, um die Vitamin-D-Versorgung sicherzustellen.</p>
<figure id="attachment_322325" aria-describedby="caption-attachment-322325" style="width: 518px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-322325 " title="022823 BB ice age feat 1030x580 1" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/03/022823_BB_ice-age_feat-1030x580-1-1024x577.jpg" alt="022823 BB ice age feat 1030x580 1" width="518" height="292" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/03/022823_BB_ice-age_feat-1030x580-1-1024x577.jpg 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/03/022823_BB_ice-age_feat-1030x580-1-300x169.jpg 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/03/022823_BB_ice-age_feat-1030x580-1-768x432.jpg 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/03/022823_BB_ice-age_feat-1030x580-1.jpg 1030w" sizes="auto, (max-width: 518px) 100vw, 518px" /><figcaption id="caption-attachment-322325" class="wp-caption-text"><em><strong>Westeuropäische Jäger und Sammler waren entgegen der landläufigen Auffassung über Jahrtausende dunkelhäutig – das zeigen Genanalysen. Die helle Hautfarbe ist ein evolutiv betrachtet relativ neues Merkmal in Europa und hat sich sehr sicher erst im Zuge der Verbreitung des Ackerbaus in Europa verbreitet. (<a href="https://www.sciencenews.org/article/ancient-dna-ice-age-hunter-gatherers-europe">Quelle</a>)</strong></em></figcaption></figure>
<p>Denn der Mensch hat via Sesshaftwerdung und Domestizierung von Tieren einen natürlichen Kreislauf durchbrochen, der z. B. dazu geführt hat, dass Tierprodukte vermutlich eben nicht mehr so reich an Vitamin D waren. Außerdem sank der Konsum von Tierprodukten zumindest zu Beginn des Neolithikums enorm.</p>
<p>Folgen sind bekannt.</p>
<p>Wir können also festhalten, dass zumindest unsere spätsteinzeitlichen Vorfahren – <a href="https://genetisches-maximum.de/evolution/warum-ernaehrung-so-schwer-zu-verstehen-ist/">von denen wir aber ohnehin nur einen kleinen Teil in uns tragen</a> –, sogar besser mit Vitamin D versorgt gewesen sein könnten als moderne Menschen bei uns im Winter. Die brauchen offenbar kein Vitamin D ;-)</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/vitamin-d/wie-kommt-man-in-der-wildbahn-an-vitamin-d-studie/">Wie kommt man in der Wildbahn an Vitamin D? (Studie)</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
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		<title>Vitamin-D-Spiegel im neuen Licht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Mar 2023 13:40:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Vitamin D3]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Tage habe ich schon ein bisschen an diesem Artikel rumgeschraubt. Wurde dann wieder ellenlang. So, dass ich mir am Ende dachte: Bis sich jemand zur Message durchgekämpft hat, hat er/sie/es schon keinen Bock mehr. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Tage habe ich schon ein bisschen an diesem Artikel rumgeschraubt. Wurde dann wieder ellenlang. So, dass ich mir am Ende dachte: Bis sich jemand zur Message durchgekämpft hat, hat er/sie/es schon keinen Bock mehr.</p>
<p>Daher gibt es die Message heute verhältnismäßig kurz und knapp.</p>
<h2>Meine Beobachtungen</h2>
<p>Nach all den Jahren, in denen ich mit Vitamin D zu tun habe, komme ich zu folgenden Schlüssen:</p>
<ul>
<li>Oral zugeführtes Vitamin D wirkt anders als das, was man in der Haut via UV-Licht bildet.</li>
<li>Viele brauchen möglicherweise weitaus weniger Vitamin D als sie denken, um gut versorgt zu sein.</li>
<li>Auf der anderen Seite gibt es noch immer Wissenschaftsleugner, die behaupten, nur Risikogruppen brauchen Extra-Vitamin D.</li>
<li>Blutspiegel erzählen nur die halbe Wahrheit und müssen auf den Prüfstand gestellt werden.</li>
<li>Man sollte sehr genau auf Nebenwirkungen bei Supplementierung achten.</li>
</ul>
<p>Das sind also die &#8222;Cornerstones&#8220; meiner Beobachtung. An mir selbst und auf Basis von viel, viel Kundenfeedback.</p>
<p>Über die Schattenseiten von Vitamin D haben wir schon ausführlich(er) berichtet, z. B. <a href="https://genetisches-maximum.de/vitamin-d/vitamin-d-nachteile/">hier</a>. Freilich echauffiere ich mich regelmäßig auch darüber, dass trotz der immensen Datenlage zu Vitamin D und der hiesigen Vitamin-D-Unterversorgung, noch immer so getan wird, als sei dieses Hormon(!) irgendwie unbedeutend.</p>
<p>Ganz aktuell konnten wir ja wieder lesen:</p>
<blockquote><p>Über alle Settings hinweg war die Vitamin-D-Exposition mit einem signifikant längeren demenzfreien Überleben und einer niedrigeren Demenzinzidenzrate verbunden als keine Exposition.</p></blockquote>
<p>Forscher haben hier <a href="https://alz-journals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/dad2.12404">in einer prospektiven Kohortenstudie</a> bei 12 388 Teilnehmern aus dem Datensatz des National Alzheimer&#8217;s Coordinating Center gezeigt, dass die &#8222;Exposition&#8220; gegenüber Vitamin D, das Demenzrisiko nahezu halbiert. Sensationell.</p>
<p><strong>Exposition heißt: Irgendeine Form von Vitamin D zugeführt</strong>. Völlig egal, ob im Ergänzungsmittel für Knochen oder als Reinstoff. Bekanntermaßen können die Dosierungsspannen sich erheblich unterscheiden. Genau das ist das Besondere: Vitamin D muss man nur zuführen, Dosis egal, und schon hilft es.</p>
<p>Hintergrund ist, dass die meisten Menschen gar nicht wissen, dass sich viele schon mit 800-1000 I. E. täglich aus dem Mangel katapultieren. Manche brauchen auch 2000 I. E. und (schwer) Übergewichtige könnten dafür auch mal 4000 I. E. brauchen.</p>
<p>Doch Stop! Jetzt sprechen wir nämlich wieder von Zielwerten. <strong>Und nach meiner persönlichen, bescheidenen Auffassung wird&#8217;s über der Schwelle von 20-30 ng/ml ziemlich schwammig mit der Wirkung von Vitamin D.</strong> Und der Hintergrund dazu ist simpel.</p>
<h2>Das Genetik 1&#215;1</h2>
<p>Wir alle haben ca. 99,9 % der Genetik gemeinsam. Und trotzdem funktionieren wir so unterschiedlich in den unterschiedlichsten Habitaten dieser Welt. Der entscheidende Unterschied sind keine großen genetischen Veränderungen sondern kleinste Veränderungen in den Genen.</p>
<p>Das wiederum macht verschiedene Gen<em>varianten</em>. Da jedes Gen quasi der Blauplan von einem oder mehreren Proteinen ist, funktionieren auch die daraus gebildeten Proteine leicht verschieden und damit der Chemiebaukasten, der der Mensch am Ende ist.</p>
<p>Diese individuelle Mischung der rund 20.000 proteinkodierenden Gene – bzw. deren Varianten – macht uns zum Individuum. Und so hat auch jede Population, jede Ethnie einen Fingerabdruck, der es ermöglicht, dass man jedes Individuum in gewisser Weise einer oder mehreren Ethnien zuweisen kann. So funktionieren z. B. Ancestry oder 23andme, also Ahnenforschung usw.</p>
<p>Hier kommt der Punkt: <strong>Es gibt gute Hinweise darauf, dass die Europäer-Genetik dahingehend selektiert wurde, dass wir sehr viel Vitamin-D-sparender sind und schon kleinere Mengen Vitamin D eine vergleichsweise große Wirkung haben. </strong>Das könnte sich verschärfen in Richtung Norden und entspannen Richtung Süden, logischerweise.</p>
<figure id="attachment_322307" aria-describedby="caption-attachment-322307" style="width: 960px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/03/vitamin-d-polymorphismen-.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-322307 size-large" title="vitamin d polymorphismen" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/03/vitamin-d-polymorphismen--1024x731.png" alt="vitamin d polymorphismen" width="960" height="685" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/03/vitamin-d-polymorphismen--1024x731.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/03/vitamin-d-polymorphismen--300x214.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/03/vitamin-d-polymorphismen--768x548.png 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/03/vitamin-d-polymorphismen--1536x1097.png 1536w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/03/vitamin-d-polymorphismen--2048x1462.png 2048w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /></a><figcaption id="caption-attachment-322307" class="wp-caption-text"><strong><em>Zum Vergrößern klicken. Wissenschaftlich korrekt aufgearbeitet sieht das folgendermaßen aus: Viele Genvarianten im Vitamin-D-Stoffwechsel unterscheiden sich speziell von Europäern und Asiaten bzw. Afrikanern. (<a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32621306/">Quelle</a>) </em></strong></figcaption></figure>
<h2>Vitamin-D-Wirkung: Es gibt unterschiedliche Responder!</h2>
<p>Der deutsche Forscher Carsten Carlberg, ein Biochemiker, angestellt an der medizinischen Fakultät des Institut für Biomedizin, Uni Ostfinnland (Kuopio), befasst sich seit vielen Jahren genau mit diesem Thema.</p>
<p>Der verfasst die letzten Jahre immer wieder spannende Facharbeiten zur Vitamin-D-Wirkung in verschiedenen Populationen, speziell bei Europäern. Dazu schreibt er in <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32621306/">einer aktuellen Veröffentlichung</a>:</p>
<blockquote><p>Da bei Vitamin D-High-Respondern ein eher niedriger Vitamin-D-Status immer noch ausreicht, um alle Vitamin-D-Zielgene zu aktivieren, könnte es in Nordeuropa eine Selektion für Vitamin D-High-Responder gegeben haben.</p></blockquote>
<p>Er spricht hier von s. g. High-Respondern. <strong>Also Menschen, bei denen Gene derart selektiert wurden, dass schon kleinere Mengen Vitamin D für eine normale Wirkung reichen.</strong> Er postuliert, dass es eine solche Selektion speziell in Nordeuropa gegeben haben könnte.</p>
<p>Freilich untermauert er dies mit einer Analyse zu Genvarianten, die dafür infrage kommen könnten und die bei Europäern – im Vergleich zu Afrikanern, z. B.  – besonders angereichert sind. Plus: Er hat eigene Forschungen dafür angestellt und die Vitamin-D-Wirkung auf Basis der Epigenetik – also unabhängig vom Vitamin-D-Spiegel – bei Probanden erfasst.</p>
<p>Der Schluss: Wo es High-Responder gibt, gibt es auch Medium- und Low-Responder. <a href="https://www.vitamind.net/interviews/dr-carlberg-epigenetik-response-index/">In einem Interview auf der Website VitaminD.net</a> beschreibt er es folgendermaßen:</p>
<ul>
<li>Der Blutspiegel zeigt keine Korrelation zur epigenetischen Reaktion, das heißt zur Wirkung von Vitamin D.</li>
<li>High-Responder haben vermutlich auch dann keine großen gesundheitlichen Nachteile, wenn der Blutspiegel nicht so gut ist.</li>
<li>Das ist quantifizierbar: Während High-Responder vielleicht nur 1000 I. E. im Winter brauchen, bräuchten Low-Responder möglicherweise 4000 I. E.</li>
<li>Anhand einer Messung an 150 Menschen schätzt er, dass in Europa 25 % der Menschen Low-Responder sind.</li>
</ul>
<p>Drum rät er dazu, einen individuellen Response-Index zu entwickeln, der die Wirkung individueller Dosen in Menschen beschreibt. Unabhängig vom Blutspiegel.</p>
<h2>Fragen, die ich mir stelle</h2>
<p>Passt. Erklärt mir, erklärt uns, warum Menschen so Unterschiedliches von Vitamin D berichten und mit Vitamin D erfahren. Ich persönlich brauche relativ wenig orales Vitamin D, um mich über den Winter normal zu fühlen – alles über 2000 I. E. macht mir schon Zahnfleischentzündung. Seltsam, nicht wahr?</p>
<p>Ich nehme solche Erfahrungen an mir, aber auch an Kunden ernst und stelle mir Fragen, die zu ähnlichen Schlüssen kommen wie das, was Carlberg hier gemessen hat und postuliert, mit dem Fazit:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Wir brauchen schon Vitamin D im Winter. Aber eben ganz individuell. </strong></p>
<p>Daher denke ich aktuell auch viel über den bekannten Vitamin-D-Rechner bei uns auf edubily.de nach.</p>
<ul>
<li>Schicken wir hier falsche Signale? Sollten wir den überarbeiten und an aktuelle Ideen und Konzepte anpassen?</li>
<li>Ergibt so ein Rechner Sinn, wenn einer schon mit 20 ng/ml versorgt ist und der andere sich erst bei 30, 40 ng/ml normal fühlt?</li>
<li>Schaden wir Menschen damit, wenn sie im guten Glauben ihre &#8222;Zielwerte&#8220; erreichen wollen?</li>
</ul>
<p>Hierzu sei angemerkt, dass ich mittlerweile etliche Fälle erlebt habe, wo Menschen trotz hoher Dosen ihre Spiegel eben nicht in <em>ihre</em> Wunschbereiche bekommen. Schaut man sich Abbaumetabolite von Vitamin D zeitgleich an, fällt auf, dass die massiv ansteigen.</p>
<p>Hier stelle ich dann immer die Frage: <strong>Welche Vitamin-D-Werte erreichst du denn nach dem Sommer, nach dem Urlaub im Süden?</strong> Viele von diesen Leuten beschreiben, dass ihre Spiegel selbst dann nicht besonders hoch sind.</p>
<p>Heißt für mich: Der Körper stellt seine Werte via Sonne perfekt ein. Und diese Regulation ist möglicherweise besser als bei oraler Vitamin-D-Zufhr.</p>
<h2>Abschließende Worte</h2>
<p>Natürlich bleibt am Ende des Tages die Frage im Raum, ob Vitamin-D-Werte überhaupt eine Aussagekraft haben. <strong>Im Gegensatz zur Frau Professorin <a href="https://genetisches-maximum.de/omega-3/vitamin-d-die-verbloedung-geht-weiter/">hier</a>, bin ich der Auffassung, dass niemand von besonders niedrigen Vitamin-D-Spiegeln profitiert.</strong> Das sieht Carlberg übrigens ähnlich.</p>
<p>Das heißt, wenn überhaupt ist der Vitamin-D-Spiegel vielleicht dafür zu gebrauchen, einen Cut-off nach unten zu finden. Doch sobald man die Ziellinie mit Blick auf &#8222;Mangel verhindert&#8220; überquert, also 20-30 ng/ml erreicht, wird es &#8230; maximal individuell.</p>
<p>Was sich tatsächlich auch in großen Studien zeigt: Die s. g. All-cause-Mortalität, also die &#8222;Sterblichkeit aus jedem Grund&#8220;, zeigt bis etwa 20-30 ng/ml einen drastischen Rückgang und verändert sich bei höheren Spiegel nicht mehr deutlich weiter zu unseren Gunsten. Das sieht dann so aus (bitte beachten, 20-30 ng/ml = 50-75 nmol/L):</p>
<figure id="attachment_322304" aria-describedby="caption-attachment-322304" style="width: 614px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-322304 " title="pone.0170791.g001.PNG L" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/03/pone.0170791.g001.PNG_L-1024x770.png" alt="pone.0170791.g001.PNG L" width="614" height="462" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/03/pone.0170791.g001.PNG_L-1024x770.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/03/pone.0170791.g001.PNG_L-300x226.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/03/pone.0170791.g001.PNG_L-768x578.png 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/03/pone.0170791.g001.PNG_L-1536x1156.png 1536w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/03/pone.0170791.g001.PNG_L-2048x1541.png 2048w" sizes="auto, (max-width: 614px) 100vw, 614px" /><figcaption id="caption-attachment-322304" class="wp-caption-text"><strong><em>Vitamin D und Sterblichkeit: Meta-Analyse der individuellen Teilnehmerdaten von standardisiertem 25-Hydroxyvitamin D bei 26916 Personen aus einem europäischen Konsortium (<a href="https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0170791">Quelle</a>) </em></strong></figcaption></figure>
<p>Hinten raus wird die Streuung, also die Variabilität ziemlich groß. Manche scheinen noch stärker von höheren Dosen zu profitieren, bei anderen geht die Schutzwirkung zunehmend verloren. Könnte man via Carlberg-Studien erklären, siehe oben.</p>
<p>Ich denke, die Informationen hier sind für die meisten ein guter Ansatzpunkt, auch um zu verstehen, wieso es zu so vielen unterschiedlichen Auffassungen bezüglich der optimalen Vitamin-D-Zufuhr kommt! <strong>Bleibt wieder einmal nur: Probieren geht über Studieren ;-)</strong></p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/vitamin-d/vitamin-d-spiegel-im-neuen-licht/">Vitamin-D-Spiegel im neuen Licht</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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