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	<title>am - Biochemie für dein genetisches Maximum</title>
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	<description>Der Blog von Chris Michalk &#38; Phil Böhm. Seit 2014.</description>
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		<title>Was du bei der Wahl deiner Sportart zwingend beachten musst</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 May 2016 15:15:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Muskelaufbau Krafttraining]]></category>
		<category><![CDATA[am]]></category>
		<category><![CDATA[Genetik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Oft können wir auf diversen Internetseiten lesen, dass es gut sei, alle möglichen Sportarten auszuüben. &#8222;Diese&#8220; Sportart ist die &#8222;richtige&#8220; Sportart Wenn wir bei dem jeweiligen Extrem bleiben, dann heißt es oft: Ausdauertraining musst du [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Oft können wir auf diversen Internetseiten lesen, dass es gut sei, alle möglichen Sportarten auszuüben.</p>
<h2 style="text-align: justify;">&#8222;Diese&#8220; Sportart ist die &#8222;richtige&#8220; Sportart</h2>
<p style="text-align: justify;">Wenn wir bei dem jeweiligen Extrem bleiben, dann heißt es oft: Ausdauertraining musst du aus diesem und jenem Grund machen, Krafttraining darf man nicht vergessen, erst recht nicht Maximalkrafttraining. Natürlich verzerrt jeder das Bild. Je nachdem, welche &#8222;Hauptsportart&#8220; der- oder diejenige ausübt. Daraus folgt dann, welche Sportarten &#8222;ergänzt&#8220; werden sollen, damit wir runde (nicht wörtlich) Sportler werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Dieser Vorschlag ist gar nicht verkehrt, im Gegenteil. Das Problem ist eher die &#8222;Hauptsportart&#8220; &#8211; also welche Sportart empfiehlt der jeweilige Autor. Denn logisch ist, dass jeder Autor seine Sportart ganz besonders liebt und somit auch ganz genau &#8222;weiß&#8220;, dass seine Sportart die besseren Resultate bringt. Immer mit Blick auf Figur und Gesundheit, natürlich.</p>
<p style="text-align: justify;">Was mich daran immer fuchst, ist die Suggestion. Also ob es für jeden &#8222;die&#8220; Sportart gäbe.</p>
<h2>Welche Schalter diktieren den Faser-Stoffwechsel?</h2>
<p style="text-align: justify;">Genauso irreführend ist, meines Erachtens, die reine Fokussierung auf Sportarten und die sportartspezifische Modulation des Muskelfaserhaushaltes. In einfachen Worten: Welche Sportart muss ich ausüben, damit Fasertyp XY angesprochen wird? Natürlich &#8211; wie immer &#8211; mit Blick auf Figur und Gesundheit, meinetwegen auch mit Blick auf sportliche Leistungsfähigkeit. Ich weiß, ich weiß. Ich habe auch oft genug über Fasertypen, Fasermodulation gesprochen.</p>
<p style="text-align: justify;">Wenn wir das Komplexe peu à peu herunterbrechen, bleiben wir natürlich an zentralen Schaltern wie mTOR oder AMPK hängen und natürlich den Faktoren, die diese Zellschalter an- und/oder ausknipsen. Was wir an dieser Stelle dann erklären, ist lächerlich unzureichend. Denn: Erstens wissen wir so vieles noch gar nicht und zweitens wissen wir wenig über das komplexe Zusammenspiel von Genetik, Zelle und Autoregulation. Denn das Problem ist, dass ein Individuum eben nicht ein Individuum ist, wir alle keine Klone sind, sondern bisweilen extrem verschieden. Also &#8222;extrem&#8220; mit Blick auf die Bandbreite innerhalb menschlicher Populationen.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Aus eigener Erfahrung</h2>
<p style="text-align: justify;">Meine Magermasse beträgt mittlerweile ca. 90 Kilogramm. Weil mir das schon fast peinlich ist, trainiere ich nicht mehr im Hypertrophiebereich bzw. meide klassisches Krafttraining fast gänzlich. Mein Bruder und mein Vater haben eine ähnliche Gestalt. Das Ganze sieht dann schnell sehr massig aus und viele Menschen würden einem nicht glauben, dass das von Haus aus einfach so ist. Natürlich nicht, weil viele andere Personen von Haus aus &#8222;nur&#8220; 70 kg wiegen, was dann übersetzt &#8222;55 kg Magermasse&#8220; bedeutet, im guten Fall.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich meide also Hypertrophietraining, obwohl mir dieser &#8222;mittlere Kraftausdauerbereich&#8220; eigentlich am besten gefällt, mir irgendwie liegt. Daher gibt es den in Form von hohen Watt-Intervallen auf dem Ergometer, auch wenn die Beine dann wieder dicker werden. Aber, wie gesagt: Das ist genau mein Bereich, hier fühl ich mich am wohlsten.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich frage mich täglich: Was, um Himmels willen, ist mit meinem Körper &#8211; genetisch betrachtet &#8211; los, dass ich mit einer so hohen Magermasse durch die Gegend laufen muss?</p>
<p style="text-align: justify;">Was ich konkret sagen will: Die &#8222;Insulin-Geschichte&#8220; (o. Ä.) kann das mitnichten erklären. Zwar reagieren meine Körperzellen durchaus sehr anabol, aber das ist sicher nicht der Grund, warum drei eng miteinander verwandte Menschen eine sehr ähnliche Gestalt aufweisen.</p>
<p style="text-align: justify;">Es muss also genetisch bedingte, regulative Loops geben, die nicht nur dafür sorgen, dass Gewicht XY (alternativ: Magermasse) erreicht wird, sondern in gewisser Weise auch regulative Loops, die wiederum dafür sorgen, dass dieses Gewicht (alternativ: Magermasse) gehalten wird. Das könnte bei der Nahrungspräferenz anfangen und bei sportlichem Verhalten aufhören. Wie neulich gesagt: In gewisser Weise steuern unsere Gene auch unser Verhalten.</p>
<p style="text-align: justify;">Also: Wo ich argumentativ eigentlich hin will &#8230; Zur Beobachtung, dass wir Muskelfasertypen, das Ausüben von Sportarten etc. von einer ganz anderen Perspektive sehen sollten und nicht pauschal und zu engmaschig argumentieren.</p>
<h2 style="text-align: justify;">&#8222;Genetisch bedingtes Milieu&#8220;?</h2>
<p style="text-align: justify;">Was würde passieren, würde ich eine Muskelfaser (irgendeine) aus einem x-beliebigen Individuum in mir verpflanzen? Wie würde sich diese Muskelfaser, ohne gezieltes Training, in mir verhalten? Sie würde freilich komplett andere Signale erhalten und <strong>würde sich demnach meinem ganz eigenen Milieu anpassen</strong>.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Extrem dieses eigenen, &#8222;genetisch bedingtes Milieus&#8220; sehen wir immer (!) bei Profisportlern. Egal ob beim Bodybuilding, beim Schwimmen oder beim Marathon. Leute, die dort Spitzenleistungen bringen, haben ihr genetisches bedingtes Milieu perfekt mit der jeweiligen Umweltbelastung synchronisiert.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich kann gut verstehen, dass es viele, viele Läufer gibt, die sich auf ihrer Piste und während der Belastung pudelwohl fühlen. Ich weiß: Das hat in meiner Jugendzeit mal zu mir gepasst, mittlerweile nicht mehr. Ich kann gut verstehen, dass es Powerlifter gibt, die liebend gerne ihre schweren Gewichte stemmen. Ich werde damit, langfristig betrachtet, nicht warm.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir könnten an dieser Stelle sicher mit der Faser-Verteilung argumentieren und dann erneut über autoregulative Mechanismen sprechen. Zum Beispiel: Hoher Typ-1-Faser-Anteil geht oft einher mit &#8222;schmaleren&#8220; Muskeln und Protein-Synthese-Reaktionen, die mitochondriale Adaptationen nach sich ziehen. Alleine diese Voraussetzungen werden &#8211; unter normalen Umständen &#8211; ein positives Feedback generieren und diese Voraussetzung ausbauen, nicht ändern. Das gleiche gilt wohl für Typ-2a-Fasern. Wobei an dieser Stelle die Argumentation schwammig wird, da Maximalkrafttraining normalerweise nicht zu einer Anreicherung von Typ-2b/x-Fasern führt. Aber: Dort spielen vielleicht andere Faktoren des &#8222;genetisch bedingten Milieus&#8220; eine Rolle. Klar: An dieser Stelle muss die Argumentation schwammig werden, da einfach viel zu wenig über die komplexe Wechselwirkung zwischen Faser, Training und Genetik (um es einmal ganz einfach zu formulieren) bekannt ist. Klar ist auch, dass &#8222;faserspezifisches Training&#8220; schon oft empfohlen und angesprochen wurde. Zwar finde ich das Konzept an sich ebenfalls zu vereinfachend, aber immerhin wird versucht, besser mit den eigenen Voraussetzungen in Einklang zu kommen.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Schlussworte: Können wir von Profis lernen?</h2>
<p style="text-align: justify;">Im Grunde genommen kann jeder in gewisser Hinsicht alles Mögliche trainieren und in vielen Dingen sicher auch gute Adaptationen entwickeln. Die Frage ist nur, ob man das für sich langfristig gerne macht. Denn klar ist, dass wir schnell merken werden, in was wir gut sind, worin wir talentiert sind.</p>
<p style="text-align: justify;">Profisportler, egal in welchen Bereichen, wissen das genau. Neulich sagte der ehemalige Profi-Bodybuilder Markus Rühl sinngemäß: <em>Trainieren kann jeder. Aber jeder Profi ist ein genetischer Freak. Leute, die so weit kommen, bringen die passende Genetik mit. </em></p>
<p style="text-align: justify;">Die wenigsten von uns werden Profisportler. Aber: Wir können die Extreme nutzen, um zu lernen. Zum Beispiel, dass wir wohl schon im Kleinen dort gut werden, wo uns unsere Genetik &#8222;hinträgt&#8220; &#8211; ich sage das bewusst so philosophisch, weil ich finde, dass wir dieses &#8222;tragende Gefühl&#8220; nicht oft genug leben und nur das tun, was uns andere vorsagen oder wir uns im rationalen Verstand als gut zusammenreimen.</p>
<p style="text-align: justify;">Wie dem auch sei: Damit wären wir am Anfang dieses Textes angekommen. Sicher: Viele Sportarten sind gut für uns. Doch was ist unser Weg? Damit kann uns niemand helfen, wir sollten uns aber auch nicht blenden lassen von &#8222;genetischen Freaks&#8220;, die uns ihre Sportart als den heiligen Gral vorstellen. Dein heiliger Gral kann was ganz anderes sein.</p>
<p style="text-align: justify;"> PS: Das bringt mich auch zu anderen Themen. Wenn also &#8222;genetischer Freak&#8220; XY dir was von Ernährung, dem Abnehmen o. Ä. erzählen will &#8230; Dir &#8222;Geheimnisse&#8220; erzählt oder &#8222;aus dem Nähkästchen&#8220; plaudert. Wenn du in diesem Gebiet kein genetischer Freak bist, dann kannst du dir so lange &#8222;Geheimnisse&#8220; und &#8222;Nähkästchen-Plauderei&#8220; anhören, wie du willst, das wird dir nicht die gleichen Resultate bescheren. Das Einzige, was es dir beschert: Das Gefühl, dass du auch alles im Leben erreichen kannst, wenn du nur lange genug nach passenden Lösungen und &#8222;Geheimnissen&#8220; suchst.</p>
<p style="text-align: justify;">Mir fällt beim Schreiben gerade auf, dass der letzte Absatz hier wohl das allergrößte &#8222;Geheimnis&#8220; unserer Dopamin-verseuchten Multimedial-Welt ist. Damit werden, nebenbei bemerkt, Millionen von Euros verdient &#8230; Aber na ja &#8230;</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/muskelaufbau-krafttraining/wahl-der-sportart/">Was du bei der Wahl deiner Sportart zwingend beachten musst</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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