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	<title>Darmflora - Biochemie für dein genetisches Maximum</title>
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	<description>Der Blog von Chris Michalk &#38; Phil Böhm. Seit 2014.</description>
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	<title>Darmflora - Biochemie für dein genetisches Maximum</title>
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		<title>Neue Mechanismen: So heilt Gemüse deinen Darm</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 26 Mar 2016 20:14:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dextrin]]></category>
		<category><![CDATA[Darmflora]]></category>
		<category><![CDATA[Immunsystem]]></category>
		<category><![CDATA[Paleo]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist noch gar nicht so lange her, da schrieb einer unserer Leser seine Erfahrungen nieder. Er zeigte auf, wie er mit einem Paläo-Protokoll seinen Darm heilen konnte &#8211; ganz vereinfacht ausgedrückt. Nun ist das [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Es ist noch gar nicht so lange her, da schrieb einer unserer Leser seine Erfahrungen nieder. Er zeigte auf, wie er mit einem <a href="https://genetisches-maximum.de/darmgesundheit/ernaehrung-bei-morbus-crohn-paleo/">Paläo-Protokoll</a> seinen Darm heilen konnte &#8211; ganz vereinfacht ausgedrückt. Nun ist das keine Seltenheit mehr. Überall im Internet tauchen solche Berichte auf.</p>
<p style="text-align: justify;">Doch warum funktioniert so etwas? Wie kann eine Ernährungsumstellung dafür sorgen, dass der Darm plötzlich wieder gesund wird?</p>
<p style="text-align: justify;">Es wird viel spekuliert. Von Unverträglichkeiten bis hin zu immunmodulatorischen Aspekten einer spezifischen Ernährung.</p>
<p style="text-align: justify;">Beeindruckende Erkenntnisse gibt es. Sogar schon seit fünf Jahren. Veröffentlicht im renommierten Cell-Journal.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Tight Junctions: Für unsere Gesundheit essentiell</h2>
<p style="text-align: justify;">Der Darm ist nach außen mit einer dünnen Epithelschicht auskleidet. Diese Epithelschicht besteht aus Epithelzellen, die miteinander verbunden sind. Ganz bekannt hier sind die sogenannten <em>Tight Junctions</em>, die im Wesentlichen einen Flüssigkeitsdurchtritt verhindern und quasi abdichtend wirken. Tight Junctions bestehen aus Proteinen und gehen die verloren, geht auch die abdichtende Wirkung verloren, weswegen viele, die an Darmerkrankungen leiden, nach Möglichkeiten suchen, um diese Proteine wieder vermehrt herzustellen.</p>
<p style="text-align: justify;">Doch das ist nur ein Aspekt.</p>
<h2>Neue Mechanismen: Immunzellen zwischen Epithelzellen</h2>
<p style="text-align: justify;">Mittlerweile hat man herausgefunden, dass zwischen Epithelzellen ganz wichtige Immunzellen sitzen, spezielle <em>T-Zellen</em>. Diese speziellen Immunzellen sorgen, vereinfacht ausgedrückt, für die intestinale Integrität. In anderen Worten: Diese speziellen Immunzellen sind u. a. dafür zuständig, die Epithelschicht, zum Beispiel nach Beschädigung, zu reparieren, so, dass die Funktion aufrechterhalten bleibt. Darüber hinaus schützen sie uns vor möglicherweise eindringenden Bakterien, was letztendlich oft schleichend für metabolische Entgleisungen und Krankheiten sorgt.</p>
<p style="text-align: justify;">Nun kommt der Punkt: <strong>Diese Immunzellen sind auch speziell, weil sie einen besonderen Rezeptor tragen, den <em>Ah-Rezeptor</em>.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Es konnte gezeigt werden, dass dieser Ah-Rezeptor absolut essentiell dafür ist, dass die Immunzellen überhaupt funktionieren können. Sorgt man also dafür, dass diese Immunzellen keinen Ah-Rezeptor mehr haben, verliert der Darm zunehmend seine Barrierefunktion, da Epithelzellen nicht adäquat repariert werden und bestimmte Bakterien besser gedeihen können.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Doch: Ein Rezeptor nützt nur, wenn er aktiviert wird</h2>
<p style="text-align: justify;">Im weiteren Verlauf konnte auch gezeigt werden, welche Stoffe diesen Ah-Rezeptor aktivieren. Es handelt sich dabei um Pflanzen-spezifische Tryptophan-Abkömmlinge. Tryptophan enthält als Strukturbestandteil das sogenannte <em>Indol</em>. (<span style="text-decoration: underline;">ACHTUNG</span>: Nicht gleich wieder Tryptophan-Kapseln schlucken &#8230;)</p>
<figure id="attachment_6489" aria-describedby="caption-attachment-6489" style="width: 300px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2016/03/L-Tryptophan_-_L-Tryptophan.svg_.png" rel="attachment wp-att-6489"><img decoding="async" class="wp-image-6489 size-medium" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2016/03/L-Tryptophan_-_L-Tryptophan.svg_-300x135.png" alt="L-Tryptophan_-_L-Tryptophan.svg" width="300" height="135" /></a><figcaption id="caption-attachment-6489" class="wp-caption-text"><strong>Tryptophan</strong></figcaption></figure>
<figure id="attachment_6478" aria-describedby="caption-attachment-6478" style="width: 300px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2016/03/2000px-Indol.svg_.png" rel="attachment wp-att-6478"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-6478 size-medium" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2016/03/2000px-Indol.svg_-300x252.png" alt="2000px-Indol.svg" width="300" height="252" /></a><figcaption id="caption-attachment-6478" class="wp-caption-text"><strong>Indol</strong></figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Indole sind auch, zum Beispiel, in Indol-3-Carbinol enthalten, einem Stoff, den man in Kreuzblütern findet, also: <strong>Brokkoli, Grünkohl, Rosenkohl und so weiter</strong>. Es gibt sicher noch viele weitere Gemüse-Sorten, die Indole enthalten. Wie bereits angedeutet, bauen Pflanzen diese Sekundärstoffe aus Tryptophan.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Warum Pflanzen-Konsum gesund macht</h2>
<p style="text-align: justify;">Diese Indole werden im Magen aufgrund der Säure zu Ah-Liganden umgebaut, die wiederum an Ah-Rezeptoren binden können.</p>
<p style="text-align: justify;">Im Gegenversuch zeigte sich auch, dass Tiere, die &#8222;synthetisch&#8220; (= ohne Pflanzen) ernährt wurden, dem AhR-Null-Phänotyp ähnelten, also denjenigen Tieren, die keinen Ah-Rezeptor bilden konnten.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Sorgt man also dafür, dass diese Immunzellen keinen Ah-Rezeptor mehr haben, verliert der Darm zunehmend seine Barrierefunktion, da Epithelzellen nicht adäquat repariert werden und bestimmte Bakterien besser gedeihen können.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2016/03/screenshot-www.cell_.com-2016-03-25-22-50-54.png" rel="attachment wp-att-6479"><img decoding="async" class="aligncenter size-medium wp-image-6479" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2016/03/screenshot-www.cell_.com-2016-03-25-22-50-54-300x260.png" alt="screenshot-www.cell.com 2016-03-25 22-50-54" width="300" height="260" /></a></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lange Rede:</strong> Aus dieser Perspektive wird klar, dass Gemüse nicht nur irgendein unnötiges Anhängsel, sondern wohl relativ wichtig ist. Es wird vielleicht auch klar(er), warum eine Ernährungsumstellung oft hilft. Nicht, weil man irgendein Wunderkonzept lebt, sondern weil man vermehrt darauf achtet, überhaupt ordentlich zu essen. Und das heißt immer noch: Mehr Gemüse und Obst, bewusst in dieser Reihenfolge.</p>
<p style="text-align: justify;">Wahrlich beeindruckend.</p>
<p style="text-align: justify;">Quelle: Hooper, Lora V. (2011): „You AhR What You Eat: Linking Diet and Immunity“. In: <i>Cell</i>. 147 (3), S. 489-491, DOI: 10.1016/j.cell.2011.10.004.</p>
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		<title>Lektine, Phytate und Co. &#8211; Sind Pflanzen ungesund?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 31 Jan 2016 16:00:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dextrin]]></category>
		<category><![CDATA[Darmflora]]></category>
		<category><![CDATA[Insulin-Resistenz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir starten unseren E-Mail-Kurs mit dem Thema Darm &#8211; im Grunde wollen wir Leser, die zum ersten Mal auf edubily stoßen, auf eine wichtige Sache aufmerksam machen: Gesundheit entsteht auch im Darm und umgekehrt kann Darmkrankheit zu einem systemischen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Wir starten unseren E-Mail-Kurs mit dem Thema Darm &#8211; im Grunde wollen wir Leser, die zum ersten Mal auf edubily stoßen, auf eine wichtige Sache aufmerksam machen: Gesundheit entsteht auch im Darm und umgekehrt kann Darmkrankheit zu einem systemischen Versagen führen. Die Gründe hierbei können vielfältig sein.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Schlechte Ernährung = kranker Darm</h2>
<p style="text-align: justify;">Jeder, der mit Labortieren arbeitet, weiß, dass diese Tierchen extrem anfällig sind für die Mast &#8211; vor allem im Hinblick die Fähigkeit des Darmes, die intestinale Barriere aufrechtzuerhalten. In anderen Worten: Mästet man Labortiere, misst man bei ihnen eine Quasi-Sepsis. Bakterien-Lipopolysaccharide lösen dabei eine enorme Immunreaktion aus, die das ganze System des Tierchens betrifft. Stoffwechseltechnisch fällt das in erster Linie durch entzündungsinduzierte <a href="https://genetisches-maximum.de/tipps/abnehmbericht-minus-40-kilo/">Insulinresistenz</a> auf.</p>
<p style="text-align: justify;">Lipopolysaccharide sind Bestandteile der Bakterienzellmembranen. LPS werden vom Immunsystem erkannt und es folgt eine entsprechende Immunreaktion.</p>
<p style="text-align: justify;">Doch woher kommen diese Bestandteile?</p>
<p style="text-align: justify;">Bei der Mast geht, wie angesprochen, die Fähigkeit des Darmes, die intestinale Barriere zu gewährleisten, &#8211; zumindest partiell &#8211; verloren.</p>
<p style="text-align: justify;">Diesbezüglich muss man wissen, dass Darmzellen mit benachbarten Darmzellen durch bestimmte Proteine verbunden sind, diese &#8222;kleistern&#8220; die Zellen zusammen und gewährleisten so, dass Teile des Darminhaltes den Blutstrom erreichen.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Die krankmachenden Pflanzenstoffe wie Lektine, Phytate &#8230;</h2>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://thepaleodiet.com/dr-loren-cordain/#.VqzD2fnhDIU" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Loren Cordain</a>, der &#8222;Erfinder&#8220; (besser: Bekanntmacher) der Paläo-Ernährung, postulierte vor vielen Jahren eine Ernährungsform, die keine klassischen pflanzlichen Kohlenhydratquellen mehr beinhalteten &#8211; so zum Beispiel Getreide, Hülsenfrüchte und USOs (z. B. Kartoffeln).</p>
<p style="text-align: justify;">Warum hat er das gemacht? Unter anderem, weil diese Gruppen Antinährstoffe beinhalten, von denen gezeigt wurde, dass sie negativ auf den menschlichen Körper wirken, insbesondere auch auf den Darm. Zu nennen wären hier Lektine, Saponine, Phytate, Tannine und andere Polyphenole.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Grundtenor ist, dass Pflanzen sich vor Fraßfeinden schützen wollen und entsprechend Stoffe bilden, die dem Fraßfeind schaden.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Doch das ist nur die halbe Wahrheit.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Schon Mat Lalonde, ein Doktor der Biochemie (Harvard), regte sich im Podcast bei Chris Kresser über seinen alten Mentor Loren Cordain auf: Der nämlich bezieht sich fast ausschließlich auf in-vitro-Studie, Studien an Tieren bei Überdosenfütterung oder mit Rohverzehr. Er plapperte Loren Cordain freilich nach, bis er mal selbst die Studien in die Hand nahm &#8230; Kommt mir bekannt vor :-)</p>
<h2 style="text-align: justify;">Der Darm braucht Futter</h2>
<p style="text-align: justify;">Neuerdings wissen wir, dass unsere <a href="https://genetisches-maximum.de/stoffwechsel/so-verbessert-resistente-staerke-deine-stoffwechselgesundheit/">Darmbewohner</a> Futter brauchen, wie unsere Fische im Aquarium. Wir lernen gerade, dass die Darmpopulation sich aufgrund der Lebensmittelwahl verändern kann. Gerade tauchen immer mehr Studien auf, die sich genau damit befassen. Die <em>Western diet</em> (hochverarbeitete Pflanzen- und Fleischprodukte) züchtet die falschen, uns krankmachenden Bakterien. Auch Milchfett scheint nicht besonders förderlich zu sein. Auch (zu) viel Nahrungsprotein züchtet die falschen Bakterien. Das, was uns wirklich gesund macht, sind Bakterienstämme, die gerne pflanzliche Bestandteile verarbeiten. Das heißt: Egal, wie wir es drehen oder wenden wollen, der Pflanzenanteil in unserer Nahrung muss so hoch sein, dass die richtigen Bakterien uns die richtigen Stoffe bauen.</p>
<p style="text-align: justify;">Nun: Welche Pflanzen sollen wir aber essen?</p>
<h2 style="text-align: justify;">Pflanzenstoffe machen krank</h2>
<p style="text-align: justify;">Denn fest steht, dass <strong>alle</strong> Pflanzen und Pflanzenteile Sekundärstoffe bilden, die potenziell schädlich sind.</p>
<p style="text-align: justify;">Ein Beispiel: Heute schon nehmen Viele eine extra Portion <strong>Kurkuma</strong> zu sich. So gibt es mittlerweile die &#8222;gelbe Milch&#8220; und andere spezielle Rezepturen. Ziel ist es, möglichst viel von diesem gelben Wunderstoff zu schaufeln.</p>
<p style="text-align: justify;">Was die meisten hier aber nicht wissen: Dieses gelbe Zeugs ist kein &#8222;Wunderstoff&#8220;, sondern schlicht ein pflanzlicher Sekundärstoff, genannt Curcumin, der Labortierchen töten kann. Ups? Wie? Curcumin macht Tiere ganz potent anämisch, sorgt dafür, dass die an Eisenmangel sterben. Was würden die vielen Gesundheitsexperten wohl raten, wenn sie das wüssten? Die würden sagen: Vorsicht! Das ist gefährlich. Denn klar: Auch dieses gelbe Zeug will den Fraßfeind töten. Kurkuma ist ein USO, siehe oben &#8211; also hatte Loren Cordain recht? Dieses Zeug meiden?</p>
<p style="text-align: justify;">Noch ein anderes Beispiel: <strong>Grüntee</strong>. Die grünen Blätter machen Tierchen richtig krank &#8211; gewusst? Schilddrüse kaputt, Geschlechtshormone kaputt, Fettgewebsanomalien. Was ist das? Genau: Fraßschutz. Fraßfeinde töten &#8211; von innen heraus. Die bösen, bösen Polyphenole.</p>
<p style="text-align: justify;">Auch andere Sekundärstoffe wie Oxalate, Tannine oder, noch besser, Phytate, klauen uns Mineralien, machen uns krank.</p>
<p style="text-align: justify;">Du erkennst schon meinen ironischen Unterton. Hier nämlich setzt meine größte Kritik an diesem simplifizierenden Denken an.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Lösung: Nie wieder Pflanzen essen? Die Meta-Perspektive</h2>
<p style="text-align: justify;">Denken wir zurück an die Zeit, in der Menschen noch keine Menschen waren, sondern Affen-ähnliche Kreaturen. Über 30 Millionen Jahre lang waren wir das. Was haben wir da gegessen? Ausschließlich Pflanzen. Alle anderen Menschenaffen sind heute noch sehr zufrieden mit ihrer Ernährung, die zum Großteil aus pflanzlicher Kost besteht. Die essen die Pflanzen sogar roh! Schauen wir zu den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hadza" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Hadza-Menschen</a> und studieren ihren Darm, fällt auf: sehr spezielle Zusammensetzung. Die hauen sich jeden Tag über 100 g Ballaststoffe rein! Wir schaffen es mit viel Mühe auf 30 g. Klar ist, um diese Menge Ballaststoffe zu essen, muss man viele, viele Wildpflanzen essen. Keine Züchtungen, die alles Schädliche eliminieren. So viele Pflanzenfasern!</p>
<p style="text-align: justify;">In meinem <a href="https://genetisches-maximum.de/ueber-edubily/das-handbuch-wird-modern/">Buch</a> beschreibe ich San-Buschmänner. Die !Kung-San, so schreibt es jedenfalls der Anthropologe Dr. Lee, lieben Hülsenfrüchte. Tatsächlich sind diese ein Hauptnahrungsmittel. Auch bei den Aborigines waren Hülsenfrüchte hoch im Kurs: Akazien gehören auch zur Familie der Hülsenfrüchtler &#8211; von diesen Bäumen wird sowohl der bisweilen süße Harz verspeist, als auch die Samen. Wie im Handbuch geschildert, scheinen auch Neanderthaler Samen, Hülsenfrüchte und USOs gegessen zu haben.</p>
<p style="text-align: justify;">Was ich damit sagen möchte: Die Stammeslinie des Menschen isst seit Millionen von Jahren Pflanzen. Wildpflanzen mit unendlich vielen potenziell giftigen Stoffen.</p>
<p style="text-align: justify;">Wie passt das denn zusammen?</p>
<h2 style="text-align: justify;">Pflanzenstoffe machen krank &#8230; und gesund!</h2>
<p style="text-align: justify;">Kommen wir noch mal zurück zum Kurkuma. Mittlerweile wissen wir, dass Kurkuma ganz potent vor Alzheimer- und anderen neurologischen Erkrankungen schützt. Im Zentrum dieser Krankheiten steht ein fehlgeleiteter Metallstoffwechsel, insbesondere der <a href="https://genetisches-maximum.de/hormonhaushalt/eisen-fettverbrennung-diabetes-insulin-resistenz/">Eisen-Stoffwechsel</a> spielt hier die besondere Rolle. Tatsächlich ist Eisen in vielerlei Pathogenes verwickelt, in vielen verschiedenen Szenarien. Kurkuma scheint deshalb so gut zu wirken, da es den Eisen-Stoffwechsel reguliert und überschüssiges Eisen potent bindet und ausscheidet. Gott sei Dank nämlich trinken wir Kurkuma bzw. Curcumin nicht literweise, sondern nuanciert, ernten dabei also vermutlich keine Anämie, sondern Benefits.</p>
<p style="text-align: justify;">Auch die Phytinsäure ist ein weiteres Beispiel für einen Stoff mit offensichtlich zwei Gesichtern. Anscheinend bindet Phytinsäure Metalle im Darm und macht sie zum Großteil unbrauchbar. Auf der anderen Seite wird Phytinsäure ins Blut aufgenommen, wirkt dort gegen Blutverklumpungen (= verbessert die Fließeigenschaft des Blutes), verbessert die Insulin-Sensitität und hemmt ganz stark die Karzinogenese, also die Krebsentstehung bzw. -entwicklung.</p>
<p style="text-align: justify;">So könnten wir dieses Gedankenspiel ewig fortsetzen.</p>
<p style="text-align: justify;">Fakt ist: Alles, was du chronisch machst, wird toxisch. Umgekehrt scheint der Organismus sehr positiv auf die vielen pflanzlichen Sekundärstoffe zu reagieren, auch dann, wenn es so aussieht, als seien sie die reinste Katastrophe für lebende Organismen. Gibt es hier vielleicht Adaptationen?</p>
<h2 style="text-align: justify;">Die physiologischen Voraussetzungen</h2>
<p style="text-align: justify;">Auch hier könnten wir ein Beispiel nennen: 70 % des menschlichen Speichels besteht aus PRPs (<em>Prolin-rich Proteins</em>). Die Zufuhr von Tanninen verändert die Genexpression in Speicheldrüsen, die nunmehr vermehrt PRPs bilden. Diese wiederum können die potenziell schädliche, anti-nutritive Wirkung der Tannine dramatisch abschwächen.</p>
<p style="text-align: justify;">Darüber hinaus haben wir einen Geschmackssinn entwickelt, der &#8222;Bitter&#8220; wahrnimmt. Der selektive Druck war: Toxizität von Pflanzen, denn das, was da bitter schmeckt, geht häufig einher mit größeren Toxin-Mengen. Darum präferieren viele Primaten auch reife Früchte. Weder Mensch, noch Tier also sind doof und sind ihrem Schicksal ausgeliefert. Darüber hinaus frage ich mich oft, ob Menschen eigentlich glauben, dass diese Gifte &#8222;schleichend&#8220; wirken. So auf die Art: Ich esse jetzt 5 Hülsenfrüchte und dann geht mein Darm kaputt. Iss mal rohe Bohnen &#8211; davon gibt es bisweilen heftigste Bauchschmerzen. Auch hier gilt: Dein System ist nicht gänzlich dumm und warnt dich durchaus vor Schaden. Freilich spielt die Organismus-Konstitution dabei eine Rolle. Heißt: Ein kranker Darm kann mit Schadstoffen auch nicht gut umgehen. Doch auch hier denken wir häufig zu einseitig. Denn das, was den Darm stärkt (z. B. die &#8222;richtigen&#8220; Bakterien plus Stoffwechselprodukte), wird auch aus pflanzlichen Begleitstoffen gespeist &#8211; zum Beispiel Ballaststoffe der Hülsenfrüchte (siehe Verlauf).</p>
<p style="text-align: justify;">Unser radikal vereinfachtes Denken, vor allem im Hinblick auf isolierte Substanzen (obwohl diese Substanz nur in einer natürlichen Matrix erscheint) ist weder zielführend, noch in irgendeiner Weise gerechtfertigt.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Krankmachende Pflanzenstoffe ausschalten</h2>
<p style="text-align: justify;">Neben solchen physiologischen Voraussetzungen müssen wir auch verstehen, dass Menschen eben Menschen sind. Menschen kennen antinutritive Stoffe bzw. Nahrungsmittel, die solche enthalten, schon Jahrtausende lang. Denn sogar die wenigen, noch übrig gebliebenen Naturvölker beherrschen Methoden, um diese Stoffe weitestgehend unschädlich zu machen. So sind die <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/%C7%83Kung_people" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">!Kung</a> dafür bekannt ihre heiß geliebte Mongongo-Nuss stark zu verarbeiten. Kochen, im Wasser baden oder rösten &#8211; alles wird praktiziert. Eine kleine Anekdote am Rande: Die !Kung sind auch dafür bekannt, die Nüsse von Elefanten &#8222;sammeln&#8220; zu lassen. Die nämlich essen die Nüsse und scheiden sie unverdaut wieder aus. Die !Kung-Menschen müssen die Nüsse dann nur aus dem Kot herauspicken :-) Auch die vorhin genannten, von den !Kung-San verzehrten Bohnen, werden extensiv verarbeitet: Getrocknet in der Sonne und beispielsweise in der Asche geröstet.</p>
<p style="text-align: justify;">Verarbeitungstechniken können sein: Samenkeimung, Fermentierung, Einweichung, Kochen, aber auch Rösten.</p>
<h2 style="text-align: justify;">&#8222;Wir sind nicht angepasst an &#8230;&#8220;</h2>
<p style="text-align: justify;">Häufig wird gesagt, dies sei ein Argument dafür, dass Menschen nicht an den Verzehr solcher Nahrungsmittel angepasst seien. Ich sagte schon einmal: Das ist Blödsinn. Der Mensch bringt nun mal ein Gehirn und zwei geschickte Hände mit, die ebenso Teil der Verdauung sind, wie der Verdauungsapparat selbst. Wir können uns in diesem Punkt mit keinem anderen Lebewesen vergleichen, auch wenn das gerne getan wird. Wir rennen auch nicht einem Beutetier hinterher, beißen ihm in die Kehle und reißen dann das Fleisch mit unseren Zähnen aus dem leblosen Körper. Das tun eben Carnivoren. Nein: Wir jagen mit selbst gebauten Waffen, erlegen das Tier und verarbeiten das Fleisch. Wir kochen es, versuchen es haltbar zu machen oder erschaffen daraus sogar Fleischprodukte. Was wir nicht haben: Die morphologischen Voraussetzungen, um Fleisch wie andere Tiere essen zu können. Macht nix. Wir sind Menschen, haben ein Gehirn und zwei Hände.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Was soll also dieser Artikel?</h2>
<p style="text-align: justify;">Dieser Artikel soll, einmal mehr, zum Denken anregen. Es gibt Internetseiten, auf denen Lese ich: &#8222;Nahrungsmittel XY ist nicht Paläo, weil es Phytinsäure enthält&#8220;. Was soll das? Was ist das denn für eine Logik? Ich esse die Pflanze nicht, weil sie zig Tausend Stoffe enthält, die potenziell schädlich sein können? Zeitgleich ignoriere ich, dass nahezu alle meine Vorfahren, bis heute, extrem hohe Mengen an Wildpflanzen verspeisten, die wohl weit mehr Stoffe enthielten, die potenziell schädlich sein können. In Wahrheit sind diese Stoffe sogar gesund. Ich kenne keine Stoffgruppe, die ein derartig riesiges Spektrum an gesundheitsfördernden Wirkungen mit sich bringt &#8211; nein, Pflanzenstoffe stehen hier ganz alleine da.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Bohnen enthalten Ballaststoffe und die machen &#8230;</h2>
<p style="text-align: justify;">Gerade liegt eine Arbeit vor mir. Dort hat man 16 Menschen entweder Weißbrot oder braune Bohnen verfüttert. Resultat in der Bohnen-Gruppe:</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li style="text-align: justify;">15 % weniger Blutzucker</li>
<li style="text-align: justify;">16 % weniger Insulin</li>
<li style="text-align: justify;">50 % mehr PYY (Sättigung!)</li>
<li style="text-align: justify;">14 % weniger Ghrelin (Hunger!)</li>
<li style="text-align: justify;">35 % niedrigere IL-6-Werte (Entzündung!)</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Und: Deutlich höhere Konzentration kurzkettiger Fettsäuren. Die werden von unseren Darmbakterien gebildet bei Ballaststoffzufuhr. Hülsenfrüchte sind hervorragende Ballaststoff-Lieferanten, von denen wir ja gerade gelernt haben, dass sie toll wirken. Wer hätte so etwas gedacht? Von Lebensmittel, die &#8211; quasi im Reagenzglas &#8211; so hoch giftig sind?</p>
<h2 style="text-align: justify;">Die Lösung: Differenzierung!</h2>
<p style="text-align: justify;">Was uns das zeigt? Dass wir aufhören müssen, Nahrungsmittel auf bestimmte Substanzen zu reduzieren (gilt auch für die bösen Kohlenhydrate) und mit Argumenten zu hantieren, die jeglichen systemischen und ganzheitlichen Aspekt außer Acht lassen.</p>
<p style="text-align: justify;">Nahrungsmittelwahl ist weitaus komplexer als Viele denken. Aber dieser Radikalismus passt ja perfekt in die momentane Landschaft der vielen Ernährungs- und Lebensformen, nein, passt noch viel besser zu unserer kränkelnden Gesellschaft, die alles kann, außer differenziert zu denken. Das nämlich bedeutet: Mein Bild ist nicht festgefahren, ich studiere alles und bin für jede Möglichkeit offen. So leid es mir tut: Wir werden hier niemals darüber entscheiden, was die &#8222;Wahrheit&#8220; ist und was nicht. Auch wenn das dem Dopamin in deinem Gehirn nicht gut tut.</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/dextrin/lektin-phytate-ungesund/">Lektine, Phytate und Co. – Sind Pflanzen ungesund?</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Ernährung bei Morbus Crohn: Wie ich mit Paleo symptomfrei wurde (Gastartikel)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Phil Böhm]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Dec 2015 15:30:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Darmgesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Darmflora]]></category>
		<category><![CDATA[Immunsystem]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#160; Vorwort Phil Für jeden von uns, auch für dich, spielt die Darmgesundheit eine außerordentliche Rolle. Nicht erst dann, wenn du offensichtliche Beschwerden hast. Bei uns auf edubily liest du immer wieder, dass es entscheidend [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<h2 style="text-align: justify;">Vorwort Phil</h2>
<p style="text-align: justify;">Für jeden von uns, auch für dich, spielt die Darmgesundheit eine außerordentliche Rolle. Nicht erst dann, wenn du offensichtliche Beschwerden hast.</p>
<p style="text-align: justify;">Bei uns auf edubily liest du immer wieder, dass es entscheidend ist, welche Stoffe, vor allem Makro- und Mikronährstoffe, du deinem Körper zur Verfügung stellst und was dein Körper davon tatsächlich aufnimmt.</p>
<p style="text-align: justify;">Wenn du unter einer Erkrankung des Verdauungstrakts oder einer chronischen Dysfunktion leidest, wird dein Körper unweigerlich irgendwann Defizite aufweisen. Spätestens auf lange Sicht.</p>
<p style="text-align: justify;">Die aller erste Maßnahme (noch vor der Wahl der passenden Nahrungsergänzung) sollte es sein, in deinem Körper die besten Bedingungen zu schaffen, um die Nahrung optimal aufzunehmen und zu verwerten.</p>
<p style="text-align: justify;">Unser Gastautor Marvin hat sich mit dem Thema intensiv beschäftigt. Beschäftigen müssen. Er erhielt vor einigen Jahren die niederschmetternde Diagnose <strong>Morbus Crohn. </strong>Eine Krankheit, bei der eigentlich keine Heilung zu erwarten ist. Ich schreibe <em>eigentlich</em>, da es Marvin trotzdem geschafft hat. Wie, das hat er ausführlich für uns beschrieben.</p>
<p style="text-align: justify;">Von unserer Seite großen Respekt für seine Geschichte und seine Offenheit.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Vorstellung</h2>
<p style="text-align: justify;">Ich heiße Marvin und bin 20 Jahre alt. Ich wiege aktuell etwa 82 Kilo und mein 1 RM im Bankdrücken beträgt 110 Kilogramm. Beim Kreuzheben bin ich in der Lage einmal 170 Kilogramm zu ziehen. Mit meinen 20 Jahren habe ich wohl noch einiges an Potential in mir, was die körperliche Entwicklung betrifft.</p>
<p style="text-align: justify;">Nun, warum erwähne ich meine Kraftwerte? Ich möchte damit niemanden etwas beweisen oder mich versuchen zu profilieren, sofern das denn überhaupt möglich ist bei diesen Werten. Höchstens möchte ich mir selbst etwas beweisen.  Ich möchte mir beweisen, dass es trotz der Diagnose einer Autoimmunerkrankung möglich ist, körperlich fit zu sein. Denn bei mir wurde vor vier Jahren eine solche diagnostiziert.</p>
<p style="text-align: justify;">Durch das Erwähnen meiner Kraftwerte habe ich versucht, ein optisches Bild von mir zu vermitteln, das wohl nicht dem typischen Autoimmunerkrankten entspricht, sofern es überhaupt ein stereotypisches Bild eines solchen Menschen gibt.</p>
<p style="text-align: justify;">Aber langsam. Ich erzähle es euch von vorne und möchte euch begreifbar machen, dass die Diagnose einer Autoimmunerkrankung einer sportlichen Entwicklung nicht im Wege steht.</p>
<p style="text-align: justify;">Vor cirka vier Jahren, also mit 16 Jahren, wurde bei mir nach langer Tortur „endlich“ festgestellt, dass ich an der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung Morbus Crohn leide. Chronisch, also ein anhaltender Zustand, der aus <em>schulmedizinischer</em> Sicht nur mit starken Medikamenten in Schach gehalten werden kann. <strong>Hier sei bereits erwähnt, dass ich nun etwa seit zwei Jahren keinerlei Medikamente nehme.</strong></p>
<h2 style="text-align: justify;">Der lange Weg der Diagnose &#8222;Morbus Crohn&#8220;</h2>
<p style="text-align: justify;">Wie erwähnt hat es mit 16 Jahren angefangen und ich wurde zunächst von Arzt zu Arzt geleitet und niemand wusste, woher diese Schmerzen, die sich anfühlten, als ob jemand mit Rasierklingen in deinem Darm hantiert, herkommen.</p>
<p style="text-align: justify;">Mein aktueller Hausarzt entdeckte bei einer Ultraschalluntersuchung eine Verdickung der Darmwand. Das Wort „Morbus Crohn“ fiel hier das erste Mal. Nun lag ich eine Woche im Krankenhaus und wurde beobachtet. Essen bekam ich dort nur Suppe, die ich nach paar Tagen einfach stehen ließ und schließlich nichts mehr aß. Aufgrund der Tatsache des Nichtessens gingen die Bauchschmerzen weg und ich wurde wieder entlassen mit den Worten „kein Verdacht auf Morbus Crohn“. Cool dachte ich, ist das auch vorbei.</p>
<p style="text-align: justify;">Doch die Freude währte nicht lang. Genau genommen nur bis wenige Stunden nach dem Verlassen des Krankenhauses, als ich zu Hause, nach dem Essen, vor dem Computer saß. Wieder höllische Schmerzen, bei denen ich mich immer in die Embryonalstellung kauerte und hoffte, dass der Schmerz wieder weggeht.</p>
<p style="text-align: justify;">Wieder beim Arzt überwies mich dieser sofort zum Internisten und eine Darmspiegelung folgte der Nächsten. Ich glaube, mein Rekord liegt bei 15 Darmspiegelungen im Jahr. Bietet jemand mehr? Ich hoffe nicht! Auch wenn ich immer vollnarkotisiert war, sind Darmspiegelungen bei Gott keine angenehme Sache. Immer dieses, nach was auch immer schmeckende, Abführmittel zu trinken, ist kein Genuss. Das anschließende Entleeren des Darmes auch nicht. Übrigens ging ich natürlich nebenbei noch zur Schule. Dass ich das Schuljahr nicht schaffte, muss ich wohl nicht erwähnen.</p>
<p style="text-align: justify;">Beim Internisten bestätige sich nun nach den etlichen Untersuchungen „endlich“ der Verdacht auf Morbus Crohn. Endlich, weil man nun wusste, woran man ist und mit Medikamenten gegengesteuert werden konnte. Jetzt hieß es erst einmal hoch dosiert <em>Cortison</em> nehmen, um die Entzündung weg zu bekommen. Cortison ist ein Steroidhormon und die Vorläufersubstanz von Cortisol, was ein Stresshormon ist. Sollte für die Leser auf edubily wohl ein Begriff sein.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Die „Behandlung“ der Schulmedizin</h2>
<p style="text-align: justify;">Dann durchlief ich die Standardprozedur, die vielen Betroffenen bestens bekannt sein sollte. Angefangen hat es, soviel ich noch weiß, mit dem Medikament <em>Budenofalk</em>. Wirkte nicht. Nach ein paar Wochen ging es wieder mit höllischen Schmerzen los. Also wieder <em>Cortison</em> um die Entzündung einzudämmen. Danach experimentierte der Arzt noch mit anderen Medikamenten, die alle nicht wirkten, eher noch neben-wirkten. Die Dauer zwischen den Schüben wurde immer kürzer und mir ging es von Zeit zu Zeit immer schlechter. Nicht verwunderlich, da ich zu der Zeit wohl mehrere Nährstoffmängel hatte.</p>
<p style="text-align: justify;">Nun griff mein Internist zu dem Immunsuppressiva <em>Azathioprin</em>. Ein Medikament, das früher Menschen nach Organtransplantationen verabreicht wurde. Das Medikament unterdrückt das eigene Immunsystem und verhindert so, dass es überreagiert und das transplantierte Organ abstößt. Heute wird es aufgrund dieser immunsuppressiven Wirkung auch bei Autoimmunerkrankungen eingesetzt. Ok. Soweit so gut. Die Intervalle der Schübe wurden kürzer.</p>
<p style="text-align: justify;">Kürzer, aber die Krankheit drückte sich trotzdem aus, wenn auch nicht mehr so oft. Cirka alle vier Monate äußerte sie sich, weswegen ich nebenbei noch dauerhaft niedrig dosiert <em>Cortison</em> dazu nehmen musste.</p>
<p style="text-align: justify;">Plötzlich wurde es aber wieder sehr extrem. Wie aus dem Nichts schoss der CRP-Wert (Marker für Entzündung) in die Höhe und ich wurde ins Krankenhaus eingewiesen und mit allem Möglichen zugepumpt, um die Entzündung runter zu regulieren.</p>
<p style="text-align: justify;">Nach kurzer Zeit auf der Intensivstation wurde ich in ein Zimmer verlegt. In diesem Zimmer lag ein Mann mit Darmkrebs, der körperlich echt am Ende war. Ich gehe aus Respekt ihm gegenüber nicht weiter auf ihn ein, aber er hat sich mir sehr eingeprägt und mich dazu gebracht, mein Leben mit vollen Zügen auszukosten, wie es das Akronym <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/YOLO" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">YOLO</a> vermittelt. Und wer jetzt denkt, dass ich jeden Tag feiern gegangen bin und mir Ecstasy eingeschmissen habe, der hat das Konzept hinter Yolo meiner Meinung nach missverstanden. Zwar finde ich es schon fast tragisch, dass ich erst einem Menschen mit Krebs begegnen musste, bis sich bei mir ein Schalter umgelegt hat, aber besser spät als nie. Aber bevor es hier zu philosophisch wird, geht es weiter im Text.</p>
<p style="text-align: justify;">Da ich Privatpatient war, wurde ich noch vor ihm operiert und mir wurde ein Teil meines Dünndarms entfernt. Der Chefarzt sagte, dass dieses Stück so dermaßen entzündet war, dass es nach dem Rausschneiden geplatzt sei. Ich stand fast vor einer Sepsis, meinte er zu meinen Eltern.</p>
<p style="text-align: justify;">Nach der OP lag ich noch für cirka drei Wochen im Krankenhaus mit vielen Schmerzmitteln intus. Ich musste das Gehen im Grunde neu lernen, da ich in den drei Wochen nahezu nur gelegen habe und Muskeln vermutlich kaum vorhanden waren. Meine Medikation musste ich weiterhin nehmen.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir befinden uns jetzt zwei Jahre nach der Diagnose und ich habe nach dem Krankenhaus angefangen Sport zu machen. Genau genommen habe ich mir zwei acht Kilo Hantel vom Speicher geholt und Liegestütze gemacht.</p>
<p style="text-align: justify;">Wieder aus dem Krankenhaus entlassen, wurde mein Internist verlegt und ich bekam eine neue Internistin. Nach der Operation ging es mir ganz okay. Subjektiv sogar ganz gut, wenn ich mich in mein früheres <em>Ich</em> rein versetze. Verglichen mit heute war ich allerdings damals wohl ein „Wrack“. Jedenfalls empfinde ich es so, wenn ich meine körperliche Fitness zum Vergleich herziehe.</p>
<p style="text-align: justify;">Nun trainierte ich also. Immunsuppressiva und Cortison immer noch am Start. Ich baute meinen Fitnesskeller aus und es gesellten sich Hantelbank und paar weitere Hantelstangen hinzu. Ich begann mich mit Ernährung zu befassen, wie es sich für einen Sportler gehört, und nahm die Infos aus dem Netz und Ernährungspredigern wie ein Staubsauger auf. Viel Vollkornprodukte, wenig Fett. Das war die Richtung, in die es ging. Gelobt wurde ich von allen Seiten, auch von meiner Internistin. Auch als es mir wieder schlechter ging, riet sie mir nicht davon ab. Keine Vorwürfe hier meinerseits.</p>
<p style="text-align: justify;">Als es mir wieder merklich schlechter ging, war ein neues Medikament Gesprächsthema. <em>Humira</em> oder auch (Handelsname <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/AbbVie">Humira<sup>®</sup></a>) <em>Adalimumab:</em></p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;"><em>Adalimumab</em> ist ein therapeutischer humaner monoklonaler Antikörper gegen den Tumornekrosefaktor-α und wird daher auch als TNF-Blocker bezeichnet. <em>Adalimumab</em> wird zur Behandlung von rheumatoider Arthritis, Psoriasis-Arthritis, Spondylitis ankylosans und der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa eingesetzt. Es gilt mit knapp 1000 Euro pro Dosis als eines der teuersten Medikamente auf dem deutschen Markt.“ (Quelle <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Adalimumab" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Wikipedia</a>).</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Ich sagte, dass ich mir das durch den Kopf gehen lassen möchte, auch wenn ihr das nicht gefiel. Immerhin kostet dieses Medikament stolze 1000 € pro Sitzung, woran sie mit Sicherheit nicht schlecht verdient hätte. Ja, hätte.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich hab mich dagegen entschieden, dieses Medikament zu nehmen. Auslöser war ein Bekannter, leidenschaftlicher Bodybuilder, der ebenfalls an Morbus Crohn leidet. Obwohl er dieses Medikament nahm, ging es ihm sehr schlecht und er musste die Intervalle zwischen die Sitzungen immer wieder verkürzen. Ich dachte mir: „Warum soll ich dieses Medikament nehmen, wenn es mir hinterher noch beschissener geht?“ Hier sei kurz eingeworfen, dass besagter Bodybuilder jetzt keinen Dickdarm mehr besitzt, aufgrund der immer wiederkehrenden Entzündungen.</p>
<p style="text-align: justify;"> Es musste doch einen anderen Weg geben…</p>
<h2 style="text-align: justify;">Die artgerechte Ernährung des Menschen</h2>
<p style="text-align: justify;">Ich bewegte mich zu dieser Zeit viel auf dem Bodybuilding-Board <a href="http://www.team-andro.com/" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Team-Andro</a>. Zu dieser Zeit startete eine Artikelreihe mit dem Namen „Die Artgerechte Ernährung des Menschen“ von <a href="http://www.strengthfirst.de/" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Chris Eikelmeier</a>.</p>
<p style="text-align: justify;">Ernährungsaffin, wie ich war, zog sie mich in ihren Bann und ich begann zu begreifen, welche Nahrungsmittel welche Auswirkungen auf den menschlichen Organismus haben. Ich setzte Vieles um und begann mit der Substitution von L-Glutamin, wovon ich auch meiner Internistin berichtete. Sie war gar nicht erfreut darüber, dass ich „so eine Chemie in mich reinkippe“ und drängte mich weiterhin zu <em>Humira</em>. Welch paradoxe Aussage dachte ich mir …  Auch von Ernährung wollte sie nichts hören „du musst dich nicht so komisch ernähren. Ernährung spielt keine Rolle!“ waren ihre Worte. Ich nahm sie nicht mehr ernst und brach den Kontakt ab und ging zu keiner Blutuntersuchung mehr. <strong>Das war fahrlässig von mir und <u>ich empfehle es keinem weiter</u>! Arbeitet mit euren Ärzten und nicht gegen sie!</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Also versuchte ich es nun auf eigene Faust. Ich recherchierte sehr viel und stieß auf das „Paleo-Autoimmunprotokoll“. Kurz: AIP. Damals entdeckt auf der Seite der selbst ernannten <a href="http://www.thepaleomom.com/" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Paleo Mom</a>. Alles erschien mir logisch und ich passte meine Ernährung an. Wieso, weshalb und warum man diese Lebensmittel besser nicht verzehren sollte, erspare ich mir an dieser Stelle, da man wahrscheinlich zu jedem der genannten Lebensmittel eine eigene Abhandlung halten könnte. Ich werde es wenn, nur sehr kurz anreißen. Wer wirklich interessiert ist sein Leben zu ändern, wird sich selbst informieren können und nicht alles von mir vorgekaut bekommen. Lektüre gibt es für jeden frei zugänglich im Netz. Das Paleo-Autoimmunprotokoll beinhaltet:</p>
<h5 style="text-align: justify;">&#8211; Kein Getreide</h5>
<p style="text-align: justify;">Dies ist DER wichtigste Punkt. Glutenhaltiges Getreide ist tabu in jeder Hinsicht. Übeltäter sind hier allen voran <em>Gliadin</em> und <em>Glutenin</em>. Diese Proteine werden von keinem Menschen verdaut und sind somit komplett unverdaulich für den Homo sapiens. Ich wiederhole: <strong><u>Kein</u> Mensch ist in der Lage, diese Proteine zu verdauen</strong>.</p>
<p style="text-align: justify;">Vielleicht in den nächsten 50.000 Jahren der Evolution, aber jetzt noch nicht. Das sorgt für Probleme. Manche spüren kaum welche, aber manch anderer reagiert mit einer heftigen Immunantwort. Weiter sorgen diese Proteine dafür, dass der Darm angegriffen wird und permeabel, also durchlässig, wird. Man spricht dann, wenn die Durchlässigkeit nicht von selbst repariert wird von dem „Leaky-Gut-Syndrom“. Zu Deutsch: Dein Darm ist löchrig.</p>
<p style="text-align: justify;">Dies führt zu allerhand Problemen. Ich rede nicht nur von Morbus Crohn, sondern auch von anderen Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose. Aber auch banale Dinge wie Heuschnupfen können erste Anzeichen für einen löchrigen Darm sein. Ich hatte früher Heuschnupfen, also muss mein Darm schon früher „leaky“ gewesen sein. War das der Vorreiter für eine spätere Autoimmunerkrankung? Vielleicht. Ich möchte hier niemandem Angst machen, aber achtet auf so etwas und handelt frühstmöglich!</p>
<p style="text-align: justify;">Viele Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind auch Marker für einen kaputten Darm. Darmsanierung werfe ich jetzt mal in den Raum. Mein Heuschnupfen ist übrigens kaum bis gar nicht mehr vorhanden. Dieses Jahr hatte ich jedenfalls keinerlei Probleme, wohingegen ich früher immer Nasenspray und tonnenweise Tempos dabei haben musste.</p>
<h5 style="text-align: justify;">&#8211; Keine Milchprodukte</h5>
<p style="text-align: justify;">Hier ist es vor allem das Casein, welches Probleme verursachen kann. A1 Casein, um genau zu sein. A2 Casein wird häufig besser vertragen und ist heute in der Regel in Büffelmilch und irischen Kühen zu finden. A1 Casein in den gängigen Milchprodukten im Supermarkt.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich persönlich konsumiere hin und wieder Schafsmilch sowie Büffelmozzarella. Schafsmilch und Ziegenmilch werden wohl häufiger besser vertragen, da diese Tiere lange vor der Kuh schon domestiziert wurden. Lactose ist dort genauso enthalten wie in Kuhmilch.</p>
<h5 style="text-align: justify;">&#8211; Kein billigen Speiseöle</h5>
<p style="text-align: justify;">Wie Raps- und Sonnenblumenöl mit hohen Omega-6 Anteil.</p>
<h5 style="text-align: justify;">&#8211; Keine Nachtschattengewächse</h5>
<h5 style="text-align: justify;">&#8211; Keine Eier</h5>
<p style="text-align: justify;">Die aß ich aber weiterhin. Problematisch ist hier nur das Eiweiß. Das Eigelb ist unproblematisch.</p>
<h5 style="text-align: justify;">&#8211; Keine Hülsenfrüchte</h5>
<h5 style="text-align: justify;">&#8211; Kein Soja</h5>
<h5 style="text-align: justify;">&#8211; Keine Nüsse, Samen</h5>
<p style="text-align: justify;">Mandeln habe ich gegessen.</p>
<h5 style="text-align: justify;">&#8211; Kein Pseudogetreide</h5>
<h5 style="text-align: justify;">&#8211; Keine nichtsteroidale Antirheumatika</h5>
<h5 style="text-align: justify;">&#8211; Keine künstliche Süßstoffe</h5>
<h5 style="text-align: justify;">&#8211; Kein Alkohol</h5>
<h5>&#8211; Keine Emulgatoren, Verdickungsmittel und andere Zusatzstoffe</h5>
<p style="text-align: justify;">Vereinfacht kann man sagen, dass ihr einfach Lebensmittel mit Nährstoffen essen sollt. Ein Vollkornbrot ist keine gute Nährstoffquelle. Getreide generell ist kein Nahrungsmittel, welches in irgendeiner Form empfehlenswert ist zu essen. Es spricht in unseren Breitengraden einfach nichts dafür. Punkt.</p>
<p style="text-align: justify;">Ein Samen eines Getreides ist nichts anderes als der Embryo der Mutter. Ein Rind kann sich mit seiner schieren Masse und seinen dicken Hörnern wehren, aber ein Samen hat keine Hörner. Krallen oder scharfe Zähne auch nicht. Deswegen wird es anders geschützt, und zwar in Form von Antinährstoffen, welche es vor Fraßfeinden schützen soll. Früher hat man übrigens oftmals noch Getreide und Nüsse eingeweicht, um genau diese Antinährstoffe abzubauen. Meine Oma kennt diese Praktik noch sehr gut und wendet sie regelmäßig an.</p>
<p style="text-align: justify;">Und was ist nun empfehlenswert zu essen?</p>
<ul>
<li style="text-align: justify;">Fleisch (achtet hier <u>bitte</u> auf Qualität)</li>
<li style="text-align: justify;">Gemüse</li>
<li style="text-align: justify;">Wurzeln</li>
<li style="text-align: justify;">Obst</li>
</ul>
<ul>
<li style="text-align: justify;">…RICHTIGE LEBENSMITTEL eben. Ist nicht schwer.</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Eingeschränkt fühlte ich mich nicht, da es mir unfassbar gut ging.</p>
<p style="text-align: justify;">Das AIP zog ich knappe zwei Monate durch. Mein Essen bestand nur aus Fleisch (400-500 g täglich, gerne auch mehr), 500 g gut durchgegartes Gemüse (Kaisergemüse, Brokkoli, Blumenkohl, Zucchini, Spinat etc.) und Süßkartoffeln. Immer alles mit großzügigen Mengen Kokosfett oder Olivenöl zubereitet.</p>
<p style="text-align: justify;">Mir ging es sehr gut damit. Ihr müsst euch nicht 1:1 so ernähren. Ist für viele wohl langweilig oder nicht befriedigend genug. Für mich steht Genuss nicht an erster Stelle, wenn es ums Essen geht. Essen sollte den Zweck erfüllen, den Hunger zu beseitigen. <span style="line-height: 1.4;">Heute haben wir aber einen Überfluss an Essen und alles muss lecker und möglichst „sexy“ für das Auge präsentiert sein. Das ist meine Ansicht. </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="line-height: 1.4;">Ihr könnt euch ruhig mehr Mühe beim Zubereiten eures Essens geben. Auch Artgerecht lassen sich allerhand Köstlichkeiten zaubern. Empfehlen kann ich hier die Seite </span><a style="line-height: 1.4;" href="http://www.paleo360.de" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Paleo360.de</a><span style="line-height: 1.4;">.</span></p>
<p style="text-align: justify;">Das heißt übrigens nicht, dass mir mein Essen nicht schmeckt. Das Gegenteil ist der Fall. Ich esse alles, was ich esse sehr gerne.</p>
<p style="text-align: justify;">Es ist wichtig, dass ihr Dinge esst, die euch nachweislich gut bekommen. Führt vielleicht ein Tagebuch oder ähnliches, wo ihr einfach mal niederschreibt, was ihr esst und wie es euch danach ging.</p>
<p style="text-align: justify;">Ihr seid der beste Indikator und nur ihr wisst, was euch gut bekommt. Aber lasst euch nicht verunsichern. Es muss nicht immer am Essen liegen, wenn es dem Darm nicht gut geht. Vielleicht hatte ihr auch einfach „nur“ Stress.</p>
<p style="text-align: justify;">Nebenbei schlich ich übrigens auch das <em>Cortison</em> aus, das aber zu dem Zeitpunkt mit 5 mg sowieso nicht mehr hochdosiert war. Ich war nun <span style="text-decoration: underline;">m</span><u>edikamentenfrei.</u></p>
<h2 style="text-align: justify;">Faste mal!</h2>
<p style="text-align: justify;">Zur selben Zeit entdeckte ich das Intermittierende Fasten (kurz: IF) für mich, welches besagt, dass man 16 Stunden am Tage fastet. Also in dieser Zeitspanne nichts außer Wasser trinkt und die restlichen acht Stunden „Fütterungsphase“ sind.</p>
<p style="text-align: justify;">Mir gefiel das Konzept extrem gut und ich fühlte mich frei. IF halte ich neben dem Essen für einen sehr wichtigen Bestandteil, der zu meiner Genesung beigetragen hat. Vor allem das Weglassen der „wichtigsten Mahlzeit am Tag“, dem Frühstück, halte ich für wichtig. Für das morgendliche Aufstehen sind in der Regel Stresshormone verantwortlich. Während Stress &#8211; morgens haben wohl die meisten Stress (zur Arbeit gehen, zur Schule gehen) &#8211; ist der Arbeitsnerv, der Sympathikus, aktiv und der Ruhenerv, der Parasympathikus, der unter anderem für die Verdauung zuständig ist, hat Pause. Und jetzt feuern die meisten schon mit Essen. Eher nicht gut. Ferner gibt es noch ein paar Gründe, die für das Fasten sprechen, die ich aber nicht alle erwähnen kann, da der Text sonst noch länger wird. Abgesehen davon halte ich regelmäßiges Fasten einfach für etwas Natürliches. Und dafür muss man keine Biochemiker sein. Der Kühlschrank ist nebenbei erwähnt auch eine relative junge Erfindung. Früher, und da müssen wir nicht in die Steinzeit zurück, musste man sich zwangsläufig bewegen, bevor man aß. Und sei es nur der fünfminütige Fußweg zum Bäcker. Immerhin wurde der Sympathikus dort etwas gestillt.</p>
<p style="text-align: justify;">Ganz simpel:  Training/Arbeit/Aktivität/,,Jagen“ è Essen è Ruhen/Schlafen/Verdauen.</p>
<p style="text-align: justify;">Ob <u>ihr persönlich</u> fasten müsst, um euch besser zu genesen, weiß ich nicht. Probiert es einfach mal aus. Ich kann es euch nur ans Herz legen. Fall es euch nicht liegt oder ihr es, warum auch immer, nicht durchführen könnt, achtet wenigstens darauf, euch vor dem Essen etwas zu bewegen.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Nahrungsergänzungen</h2>
<p style="text-align: justify;">An Nahrungsergänzungen nahm ich folgende zu mir:</p>
<ul>
<li style="text-align: justify;">20-40 g L-Glutamin (zum Essen)</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Glutamin ist eine Aminosäure. Sie wird vor allem von Geweben mit einer hohen Zellteilungsrate benötigt. Dazu zählt vor allem das Immunsystem, welches gerade bei einer Autoimmunerkrankung im Fokus stehen sollte. Die Schleimhautzellen des Dünndarms sind ebenfalls für die hohe Zellteilungsrate bekannt und profitieren so auch von L-Glutamin. Falls nicht genug L-Glutamin vorliegt, kann es so zu Verdauungsbeschwerden und Immunstörungen kommen.</p>
<ul>
<li style="text-align: justify;">3 g  hochdosierte Omega 3 Fischöl Kapseln …</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">… um ein besseres Omega3/6 Verhältnis zu haben. Omega-3 ist der Gegenspieler zu Omega-6. Während Omega-6 proentzündlich wirkt, ist Omega 3 sehr wichtig, um gegen Entzündungen im Körper anzukommen.</p>
<ul>
<li style="text-align: justify;">50 mg <a href="https://genetisches-maximum.de/zink/kapseln/">Zink</a></li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Zink schließt offene Stellen im Darm, die durch Nahrung (Gluten, Lektine, …) entstehen. Durch den hohen Verzehr problematischer Getreide und Hülsenfrüchte werden die <em>Tight Junctions</em>, die Barrieren des Darms, beschädigt und aufgrund dessen durchlässig für Nahrungsbestandteile, die das Immunsystem reizen können.</p>
<ul>
<li style="text-align: justify;"><a href="https://genetisches-maximum.de/hormonhaushalt/neu5gc-und-oestrogene-in-der-milch/">Magnesium</a></li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Grob gesagt zur Entspannung.</p>
<ul>
<li style="text-align: justify;"><a title="darmbakterien" href="https://edubily.de/products/darmbakterien-kapseln">Probiotika</a></li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Das ist wichtig, um euren Darm wieder auf Vordermann zu bekommen. Genommen habe ich es zwei Monate lang jeden Morgen.</p>
<ul>
<li style="text-align: justify;">Vitamin D3 (+K2) 2000 IU</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Das Vitamin, welches eigentlich ein Prohormon ist, hab ich anfangs auch genommen. Jetzt nur noch im Winter oder wenn ich es nicht schaffe, mich genügend draußen aufzuhalten (was leider viel zu häufig vorkommt).</p>
<p style="text-align: justify;">Hier habe ich das Produkt von NOW genommen, welches ein Kombipräparat war mit zusätzlich Vitamin K2.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Resumée</h2>
<p style="text-align: justify;">Der Weg meiner Genesung dürft ihr nicht 1:1 übernehmen und ich verstehe, dass ihr das eventuell auch gar nicht wollt. Es soll euch nur als Anhaltspunkt dienen, wo ihr anfangen könnt und welche Stellschrauben eures Körpers ihr drehen müsst, damit es euch dann letzten Endes wieder gut geht.</p>
<p style="text-align: justify;">Ernährt euch vernünftig und findet eure Mitte. Werdet zufrieden und lasst euch nicht von einer Krankheit euer Leben kaputtmachen. Steht auf und tretet den Kampf gegen „eure“ Krankheit an. Ich achte übrigens bewusst darauf, nie von „meiner“ Krankheit zu sprechen, denn wenn man sich immer wieder vorhält, wie krank man selbst ist, glaubt man es am Ende wirklich.</p>
<p style="text-align: justify;">Also sag deinem Feind, deiner Krankheit, den Kampf an und lass sie nicht die Überhand gewinnen. Kein Körper will krank sein. Der Körper will sich nicht selbst zerstören und möchte Leben. Also lebe!</p>
<h3 style="text-align: justify;">Weitere hilfreiche Links zum Thema</h3>
<p><a href="http://me-improved.de/" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">ME Improved </a></p>
<p><a href="http://aesirsports.de/" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">AesirSports</a></p>
<p><a href="http://www.urgeschmack.de/" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Urgeschmack</a></p>
<p><a href="http://www.marksdailyapple.com/" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Mark&#8217;s Daily Apple</a></p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/darmgesundheit/ernaehrung-bei-morbus-crohn-paleo/">Ernährung bei Morbus Crohn: Wie ich mit Paleo symptomfrei wurde (Gastartikel)</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Die Wirkung von Leptin: Der Schlüssel liegt im Darm Teil 2</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/leptin/leptin-wirkung-darm-teil-2/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Phil Böhm]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 Jun 2015 15:35:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leptin]]></category>
		<category><![CDATA[Darmflora]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://genetisches-maximum.de/?p=3770</guid>

					<description><![CDATA[<p>In der heutigen Ernährung sind wir umgeben von hochverarbeiteten Lebensmitteln. Die Menschen essen immer seltener zu Hause und bereiten ihre Mahlzeiten nicht mehr selbst zu. Alles soll kostengünstig, vereinheitlicht und am besten &#8218;to-go&#8216; sein. So [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">In der heutigen Ernährung sind wir umgeben von hochverarbeiteten Lebensmitteln. Die Menschen essen immer seltener zu Hause und bereiten ihre Mahlzeiten nicht mehr selbst zu.</p>
<p style="text-align: justify;">Alles soll kostengünstig, vereinheitlicht und am besten <em>&#8218;to-go&#8216;</em> sein. So ist es dann auch um die Qualität der Lebensmittel bestellt. Nicht überraschend treten immer häufiger Stoffwechselerkrankungen in der modernen Gesellschaft auf. Ein Drittel der U.S. Population ist schon adipös und auch in den restlichen Industrienationen zeichnet sich ein ähnlicher Trend ab (Ogden et al., 2014).</p>
<p style="text-align: justify;">In <a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptin-wirkung-traumfigur-teil-1/">Teil I</a> habe ich einige Hinweise gelistet, die raffinierte, azelluläre und somit hoch-dichte Kohlenhydratquellen mit einer pro-entzündlichen Darmflora und Leptinresistenz in Verbindung bringen.</p>
<p style="text-align: justify;">Gegen Ende sollte klar geworden sein, weshalb ich persönlich lieber häufiger auf Kartoffeln und Obst als auf Pasta oder Reis zurückgreife.</p>
<blockquote><p><strong>Anmerkung aufgrund einzelner Reaktionen auf den letzten Artikel</strong><br />
Da viele offenbar lesen, was sie lesen möchten, will ich eines nochmals klarstellen:<br />
Obwohl ich einen starken Fokus auf Populationsvergleiche zwischen Naturvölker und dem modernen Menschen gelegt habe, will ich mir nicht stumpfsinnigen Paleo-Dogmatismus in den Mund legen lassen! Ich bin mir durchaus über Schwächen dieser Vergleiche im Klaren und wollte auch keineswegs den Gesundheitszustand von Naturvölker undifferenziert glorifizieren.<br />
Ob Tierversuche,<em> in vitro</em> Experimente oder Humanstudien – alle haben ihre individuellen Schwächen. Inklusive &#8211; und wohl ganz besonders &#8211; Vergleiche mit Naturvölkern.</p>
<p>Zur Beruhigung mancher: Teil II ist nun komplett Paleo-free.</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Zu Beginn will ich einen simplen “Hausfrauen”-Trick vorstellen, mit dem du deinen Muskel gegenüber Leptin sensitivierst.</p>
<p style="text-align: justify;">Glutamin scheint des Weiteren ein riesiges Potenzial zu besitzen, um seine Darmflora und letztendlich auch die ganzheitliche Gesundheit und Körperkomposition zu verbessern.</p>
<p>Schließlich vergleiche ich zwei verschiedene Menüs und deren akute Auswirkungen auf uns.</p>
<p style="text-align: justify;">Der abschließende Abschnitt handelt von Anti-Nährstoffen, die häufig mit azellulärer Stärke assoziiert sind. Dies beinhaltet Gluten, Lektinen oder sogenannten FODMAP&#8217;s, welche der Darmgesundheit und vermutlich auch der Leptinsensitivität nicht förderlich sind.</p>
<h2><strong>Nüchternes Sprinten ist ein Leptin-Mimetikum</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Humanstudien konnten zeigen, dass (nüchternes) Sprinttraining im Muskel gewisse Signalmoleküle aktiviert.</p>
<p style="text-align: justify;">Einige dieser Proteine spielen eine zentrale Rolle für die Wirkung von Leptin <em>(STAT3, Erk1/2 und AMPK)</em> (Guerra et al., 1985; Fuentes et al., 2012).</p>
<p style="text-align: justify;">Äquivalent dazu wurde festgestellt, dass <strong>Bettlägerigkeit</strong> für mehrere Tage die Leptinsensitivität stark beeinträchtigt (Guerra et al., &#8230;).</p>
<h3 style="text-align: justify;"><strong>Glutamin heilt den Darm und macht schlank</strong></h3>
<p style="text-align: justify;">Zumindest wenn man recht hohe Mengen (1-3 x 30 g/Tag) an Übergewichtige und Typ II Diabetiker verabreicht.</p>
<p style="text-align: justify;">In der ersten Studie wurden signifikante Verbesserungen in der <strong>Körperkomposition</strong> festgestellt (Mansour et al., 2014). Die zweite Studie dagegen konnte belegen, dass Glutamin positive Veränderungen in der <strong>Darmflora</strong> hervorzurufen scheint (Zambon de Souza et al., 2015). Als Kontrolle diente eine andere Aminosäure wie zum Beispiel Alanin.</p>
<p style="text-align: justify;">Glutamin ist eine extrem häufige Aminosäure im menschlichen Körper und ganz besonders im Muskel zu finden. Nun ist es aber wichtig zu betonen, dass gerade der <strong>Darm der größte Verbraucher</strong> an Glutamin darstellen könnte. Sowohl die Zellen der Darmschleimhaut <em>(Enterozyten)</em> als auch einige Darmbakterien bevorzugen Glutamin als Brennstoff.</p>
<p style="text-align: justify;">Durch die Verfügbarkeit von Glutamin scheint sich die Zusammensetzung der Darmflora positiv zu verändern.</p>
<p style="text-align: justify;">Einige Veränderungen in der Darmflora wurden inzwischen eindeutig mit Übergewicht und Entzündungen in Verbindung gebracht <em>(pro-inflammatorisches Mikrobiom) </em>(Spreadbury et al. 2012; Khan et al., 2014; Brown et al., 2012).</p>
<p style="text-align: justify;">Zu nennen wäre insbesondere das Verhältnis der beiden Abteilungen <strong>“Firmicutes”</strong> und <strong><em>“Bacteroidetes”</em></strong>.</p>
<p style="text-align: justify;">Je stärker Letztere vertreten sind, desto besser. So zeichnet es sich zumindest ab (Ley et al., 2006).</p>
<p style="text-align: justify;">Glutamin (mit Gutscheincode kosten 500 g aktuell <a href="http://ad.zanox.com/ppc/?29780372C632291725&amp;ULP=[[sporternahrung/l-glutamin-geschmacksneutral-beutel-500-g/10530125.html?affil=zanox&amp;switchcurrency=EUR&amp;shippingcountry=DE]]" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">hier</a> rund 10 Euro) könnte laut mehrerer Studien einen positiven Einfluss auf die Barrierefunktion der Darmschleimhaut und somit dem Auftreten von systemische Entzündungen nehmen (Cruzat et al., 2014).</p>
<figure id="attachment_3776" aria-describedby="caption-attachment-3776" style="width: 1192px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/06/darmflora.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-3776" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/06/darmflora.jpg" alt="Positive Veränderungen des Darms" width="1192" height="378" /></a><figcaption id="caption-attachment-3776" class="wp-caption-text">Abb 1: Als weitestgehend positiv deklarierte Veränderungen innerhalb der Darmflora.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Außerdem zu nennen wären Verschiebungen innerhalb der Firmicutes; insbesondere die Gattungen <strong><em>Lactobacillus</em></strong> und <strong><em>Oscillibacter</em></strong> sind erwähnenswert. Erstere scheinen weitestgehend positiv für den Menschen zu sein und kommen zum Beispiel in <strong>Milchsauer-vergorenen Lebensmittel </strong>vor wie Joghurt, Sauerkraut oder dem koreanischen Chimchi.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Oscillibacter </em>dagegen korrelieren mit der Menge an <strong>gesättigtem Fett</strong> in der Nahrung. Diese Gattung scheint der Darmgesundheit weniger zuträglich zu sein. Es bestehen Hinweise aus Mausstudien, dass weniger <em>Zonulin-1</em> und <em>GLP-1</em> in der Darmschleimhaut produziert wird (Lam et al., 2012).</p>
<p style="text-align: justify;">Innerhalb der Bacteroidetes finden sich die <strong><em>Prevotella</em></strong>, deren Wachstum von <strong>Kohlenhydraten</strong> und <strong>Ballaststoffen</strong> abhängt. Streicht man Kohlenhydrate aus de Ernährung, verschwinden sie weitestgehend. Andere Bakterien nehmen daraufhin überhand und die Fluktuationen nehmen zu (Durbán et al., 2013). Allerdings zeigte eine Studie, dass nach 4 Wochen ohne “Carbs” das Wiedereinführen von Kohlenhydraten in die Ernährung auch die Rückbesiedelung durch Prevotella ermöglicht.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;"><strong>Anmerkung:</strong><br />
Wie festgefahren die Darmflora der Langzeitanwender von zum Beispiel Low-Carb oder Ketogenen-Diäten sind bleibt unklar. Allerdings hängen Empfehlungen auch immer vom Individuum und seiner Ernährung ab.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Pauschalisierungen</strong> sind wohl weniger angebracht.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Fasten scheint übrigens das Wachstum der Gattung <strong><em>Akkermansia</em></strong> zu begünstigen. Im Vergleich zu pathogenen Konkurrenten sind sie in der Lage körpereigenes Material wie zum Beispiel Mucus abzubauen. Somit formt man seine Darmflora unter anderem auch durch <strong>regelmäßiges Fasten</strong> in einer positiven Art und Weise (Swidinski et al., 2011; Belzer &amp; de Vos, 2012)</p>
<h2 style="text-align: justify;">Gute und schlechte Gärung im Darm</h2>
<p style="text-align: justify;">Darmbakterien vermehren sich entsprechend der Zusammensetzung der Nahrung. Somit beeinflusst man sein Mikrobiom durch die Lebensmittelwahl &#8211; oder wie gesagt sogar durch Perioden ohne jegliche Nahrung.</p>
<p style="text-align: justify;">Während der Mensch den jeweiligen Mikroben Energiesubstrate liefert, bekommt er im Gegenzug auch eine Gegenleistung.</p>
<p style="text-align: justify;">Nahrungsbestanteile können von Bakterien fermentiert werden und diese Stoffwechel-Intermediate lösen positive Signalwirkung im ganzen Körper aus.</p>
<p style="text-align: justify;">In der Folge sind einige wichtige Interaktionen gelistet.</p>
<figure id="attachment_3777" aria-describedby="caption-attachment-3777" style="width: 1192px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/06/abb2_darm.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-3777" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/06/abb2_darm.jpg" alt="Darmbakterien" width="1192" height="1208" /></a><figcaption id="caption-attachment-3777" class="wp-caption-text">Abb 2: Relevante Verstoffwechselungen von Nahrungsbestandteile durch Darmbakterien; grüne und rote Pfeile symbolisieren jeweils positive oder negative Effekte auf die Gesundheit (angelehnt u.a. an Khan et al., 2012)</figcaption></figure>
<h2><strong><br />
</strong><strong>Triff die richtige Menüwahl und reduziere Entzündungen</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Wir müssen essen, um nicht zu verhungern. Außerdem macht Essen im besten Fall auch Spaß.</p>
<p style="text-align: justify;">Dennoch stellt Nahrungszufuhr immer auch die Aufnahme von <strong>körperfremden Substanzen</strong> dar. Das führt zu Entzündungsreaktionen im Körper inklusive des Gehirns.</p>
<p style="text-align: justify;">Insbesondere treten Bruchstücke von bakteriellen Zellwänden <em>(Lipopolysaccharide; LPS)</em> vom Darm in die Lymphe und das Blut über. Insbesondere das angeborene Immunsystem wird hiervon aktiviert &#8211; inklusive dendritische Zellen im Darm oder Monozyten im Blut. Es kommt zur Freisetzung von verschiedenen Entzündungsmediatoren, welche wohl zum Beispiel auch die Leptinwirkung einschränken.</p>
<p style="text-align: justify;">Für diese Immunaktivierung können wohl gleichermaßen (gesättigte) Fette als auch Kohlenhydrate verantwortlich sein (Erridge et al., 2007; Deopurkar et al., 2010; Herieka &amp; Erridge, 2014).</p>
<p style="text-align: justify;">In <a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptin-wirkung-traumfigur-teil-1/">Teil I </a>haben wir gelernt, dass nicht alle Kohlenhydrate gleich zu sein scheinen. Raffinierte Stärkequellen beeinflussen den Darm eventuell negativ.</p>
<p>Ist die Art der Nahrung auch für die <strong>akute Immunantwort</strong> nach einer Mahlzeit von Bedeutung?</p>
<h2><strong>Weshalb du von Junk-Food besser die Finger lässt</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Sicherlich bestimmen unzählige Faktoren, was genau nach einer Mahlzeit in deinem Körper geschieht. Dennoch lassen sich pauschal einige Richtlinien ausmachen.</p>
<p style="text-align: justify;">Eine Humanstudie verglich die Effekte zweier unterschiedlicher Mahlzeiten. Die eine Mahlzeit repräsentierte die typische <strong><em>&#8218;Cafeteria Diet&#8216;</em></strong>, wohingegen die isokalorische Vergleichsmahlzeit neben eines Weizenproduktes immerhin reich an Milch, Obst und Nüssen war (Ghanim et al., 2009).</p>
<p style="text-align: justify;">Man untersuchte die Blutkonzentration der <strong>Lipopolysaccharide</strong> als Zeichen einer &#8218;<em>postprandiale Endotoxinämie&#8216; </em>– also von Entzündungen nach dem Essen.</p>
<p style="text-align: justify;">Des Weiteren wurden gewisse Proteine in Blutzellen (<em>Monocyten</em>) der Probanden untersucht.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Fokus lag hierbei besonders auf Proteine, welche die angeborenen Immunantwort und Entzündungsreaktionen vermitteln (<em>Toll-like receptor 2/4 </em>und<em> NFκB </em>Signalwege<em>)</em>.</p>
<p style="text-align: justify;">Außerdem bestimmte man erfolgreich die Konzentration eines Proteins, welches bekanntermaßen <strong>die Leptinwirkung stört</strong> <em>(SOCS3).</em></p>
<p style="text-align: justify;">Man stellte fest, dass die <em>&#8218;Cafeteria Diet&#8216;</em> zu einem akuten Anstieg von <strong>Entzündungsmarkern </strong>inklusive <strong>eingeschränkter Leptinwirkung</strong> zu führen scheint &#8211; zumindest in den Monocyten (Ghanim et al., 2009).</p>
<p style="text-align: justify;">Die selbe Gruppe untersuchte in einer Folgestudie, ob durch <strong>Orangensaft</strong> diese negativen Effekte <strong>akut abgemildert</strong> werden können. Tatsächlich schien Orangensaft, verglichen mit Glucosewasser, etwas zu bewirken und für ein besseres Mileu sorgen zu können (Ghanim et al., 2010).</p>
<p style="text-align: justify;">Bezüglich des Studienaufbaus und der Relevanz hege ich bei beiden Studien den ein oder anderen Zweifel. Dennoch erwähnenswerte Publikationen.</p>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Stopfen bis zur Entzündung</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Ein weiterer Punkt stellt in meinen Augen schlicht die <strong>Nahrungsmenge </strong>dar. Eine Riesenmahlzeit wird sicherlich für signifikantere Entzündungsreaktionen im Körper sorgen als eine moderate.</p>
<p style="text-align: justify;">Meiner Meinung nach ist der Ansatz des täglichen, langen Fastens nicht gerade sinnvoll. Logischerweise werden die Mahlzeiten dadurch<strong> größer </strong>und es wird oft in kurzem Zeitraum ein gigantisches Gelage heruntergeschlungen. Laut der Studienlage sollte das in einer besonders ausgeprägten <em>postprandialen Endotoxinämie</em> resultieren. Ob die lange Nahrungskarenz das ausbügeln kann, bleibt offen.</p>
<p style="text-align: justify;">Über gewisse Trend-Ernährungsformen wie <em>&#8218;Carb-Backloading&#8216; </em>mit charakteristischen Riesenmengen (häufig sogar J<em>unk-food)</em> brauchen wir wohl nicht weiter zu sprechen.</p>
<blockquote><p><strong>Müde nach dem Essen?</strong><br />
Häufig liest man davon, dass Personen nach einer Mahlzeit sehr müde und unkonzentriert werde. Meistens wird dies pauschal auf Insulinanstiege und Blutzuckerschwankungen geschoben und oft als Fasten oder Low-Carb Argument missbraucht. Eventuell entsteht diese Müdigkeit allerdings nicht (nur) aufgrund von Hypoglykämie, sondern ebenso als Folge einer (langfristig) ungünstigen Nahrungsmittelwahl. Zum Beispiel die besagten, raffinierten Kohlenhydratquellen.</p>
<p>Somit kommt es infolge eines Nahrungsstimulus zur Aufnahme von Endotoxinen, zu einer Aktivierung des Immunsystems und letztendlich zur Müdigkeit.</p>
<p>Gleichzeitig sind raffinierte Kohlenhydrate natürlich auch meistens stark insulinogen und können tatsächlich zur Unterzuckerung führen.</p></blockquote>
<h2><strong>Gluten und weitere Anti-Nährstoffe</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Es kann als gesichert gelten, dass verschiedene Anti-Nährstoffe &#8211; unter anderem in <strong>Getreideprodukten –</strong> die Entzündungsreaktion nach dem Essen verschlimmern kann. Es ist zum Beispiel hinreichend bekannt, dass Gluten der Integrität der Darmschleimhaut nicht gerade zuträglich ist. Besonders das Weizen-Prolamin namens “Gliadin” ist im Kontext der Zöliakie bekannt. Allerdings werden wohl auch in Nichtbetroffenen zwei wichtige Proteine negativ beeinflusst. Diese sind zentral für eine intakte Barrierefunktion der Darmschleimhaut, die <strong><em>tissue Transglutaminase</em></strong> und <strong><em>Zonulin</em></strong> (Ciccocioppo et al., 2003; Drago et al., 2006; Fasano, 2011&amp;2012).</p>
<p style="text-align: justify;">Die Erfahrung zeigt, dass unter Gesunden unterschiedliche Empfindlichkeit (oder Abhärtung?) gegenüber Gluten besteht.</p>
<p style="text-align: justify;">An dieser Stelle sei allerdings erwähnt, dass wohl noch viele weitere <strong>Lektine</strong> und <strong>FODMAP&#8217;s</strong> <em>(fermentierbare Oligo-/Di-/Monosaccharide und Polyole) </em>der Darmflora und der Integrität der Darmschleimhaut schaden können.</p>
<h3><strong>Mäuse ohne Gluten benötigen weniger Leptin</strong></h3>
<p style="text-align: justify;">Eine Nagerstudie konnte bestätigen, dass eine Gluten-freie Ernährung zu reduzierten Entzündungen und geringerer Fettmasse führt. Insbesondere das <strong>Fettgewebe</strong> weist weniger infiltrierte Immunzellen auf. Zusätzlich ist es aus kleineren und “gesünderen” Fettzellen aufgebaut und bildet<strong> weniger Leptin</strong> (Soares et al., 2013).</p>
<p style="text-align: justify;">Ob durch Gluten-Abstinenz tatsächlich die Leptinsensivität erhöht wird bleibt spekulativ.</p>
<p style="text-align: justify;">In Anbetracht des besseren Gesundheitszustandes/Entzündungsstatus der Gluten-freien Mäuse erscheint dies allerdings recht wahrscheinlich.</p>
<p style="text-align: justify;">Des Weiteren konnte eine <em>in vitro</em> Studie zeigen, dass <strong>Glutenbruchstücke</strong> die Bindung von Leptin an seinen Rezeptor in der Petrischale zu stören vermag. Dies geschieht offenbar sogar bei Konzentrationen, die deutlich niedriger sind als sie im menschlichen Plasma (41 ng/ml) nachgewiesen wurden (Jönsson et al., 2015).</p>
<p style="text-align: justify;">Es wird zunehmend an Strategien geforscht, welche die Darmschädigung durch Gliadin und andere Lektine abmildern oder verhindern sollen. Darunter fällt zum Beispiel der Aminozucker <em>N-Acetylglucosamin</em> oder ein aus dem Schimmelpilz <em>Aspergillus niger </em>isoliertes, Gluten-spaltendes Enzym (De Vincenzi et al., 1995; Salden et al., 2015).</p>
<p style="text-align: justify;">Ich muss gestehen, dass mir solche Ansätze eher pervers erscheinen, sollten sie denn genutzt werden, um Menschen den Konsum von täglich großen Mengen an Getreideprodukte zu erlauben. Man beachte an der Stelle die Annahme, dass Stärke <em>per se</em>, die Mikronährstoff Balance und vieles mehr in diesen Produkten nicht sonderlich günstig zu sein scheint.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;"><strong>Meine persönliche Meinung:<br />
</strong>Persönlich vermeide ich schon recht lange jegliche Getreideprodukte &#8211; ohne sie großartig zu vermissen wohlgemerkt.</p>
<p style="text-align: justify;">Zwar esse ich auf einem Familienfest  ebenfalls gerne mal das ein odere andere Stückchen Kuchen, in meiner alltäglichen Ernährung will ich Getreide allerdings nicht wissen.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Ich würde allerdings nie behaupten, dass man mit Brot und Konsorten niemals gesund altern könne! Diese Problematik ist nur ein winziger Stein im Mosaik “Gesundheit” (in meinen Augen allerdings kein Positiver und in bestimmten Fällen bringt es eventuell das Fass zum überlaufen).</p>
<h3 style="text-align: justify;"><strong>Wie sieht es denn mit resistenter Stärke aus? </strong></h3>
<p style="text-align: justify;">Obwohl grundsätzlich als positiv angesehen, scheint sie zumindest <em>in vitro</em> ebenfalls Entzündungsreaktion auszulösen zu können. Resistente Stärke aktiviert allerdings im Falle einer realitätsnäheren Kultivierung (=Mischung aus verschiedenen Darmzelltypen in der Petrischale) gleichzeitig auch Signalwege, die diese negativen Effekte in der Summe abmildern (Bermudez-Brito et al., 2015).</p>
<p style="text-align: justify;">Wie überall gilt: Alles mindestens doppelt so kompliziert wie man es erwartet.</p>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Referenzen</strong></h2>
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<p style="text-align: justify;">Bermudez-Brito, Miriam et al. &#8218;Resistant Starches Differentially Stimulate Toll-Like Receptors And Attenuate Proinflammatory Cytokines In Dendritic Cells By Modulation Of Intestinal Epithelial Cells&#8216;. <em>Molecular Nutrition &amp; Food Research</em> (2015). Web.</p>
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<p style="text-align: justify;">Zhang, Chenhong et al. &#8218;Interactions Between Gut Microbiota, Host Genetics And Diet Relevant To Development Of Metabolic Syndromes In Mice&#8216;. <em>The ISME Journal</em> 4.2 (2010): 312-313. Web.</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptin-wirkung-darm-teil-2/">Die Wirkung von Leptin: Der Schlüssel liegt im Darm Teil 2</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Vom Reizdarm und den Darmbakterien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 May 2015 15:55:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dextrin]]></category>
		<category><![CDATA[Darmflora]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bevor wir zum eigentlichen Inhalt dieses Blogs kommen möchte ich mich kurz und knapp vorstellen. Mein Name ist Simon Goedecke und dem ein oder anderen hier vielleicht aus dem Edubily&#8211;Forum oder von Aesir-Sports unter dem [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p id="E106" class="qowt-stl-berschrift2" style="text-align: justify;">Bevor wir zum eigentlichen Inhalt dieses Blogs kommen möchte ich mich kurz und knapp vorstellen.</p>
<p id="E112" style="text-align: justify;"><span id="E116">Mein Name ist Simon Goedecke und dem ein oder anderen hier vielleicht aus dem </span><span id="E118">Edubily</span><span id="E120">&#8211;</span><span id="E121">Forum oder von </span><span id="E123">Aesir</span><span id="E125">-Sports unter dem </span><span id="E127">Nickname</span><span id="E129"> „</span><span id="E131">Simme</span><span id="E133">“ bekannt. <strong>Ich studiere derzeit im Master </strong></span><strong><span id="E135">of</span><span id="E137"> </span><span id="E139">Molecular</span></strong><span id="E141"><strong> Nutrition</strong>, meinen Bachelor hingegen habe ich in Ökotrophologie gemacht. </span></p>
<p id="E142" style="text-align: justify;"><span id="E143">Im heutigen Artikel möchte ich <strong>Auszüge aus meiner Bachelorarbeit vorstellen</strong>, da das Thema im Moment sehr präsent ist und vielleicht den ein oder anderen interessieren könnte. </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span id="E143"><strong>Die komplette Arbeit handelte von einem konkreten probiotischen Produkt, welches an meiner damaligen Hochschule entwickelt wurde und dem Einfluss dessen auf chronisch entzündliche Darmerkrankungen und das Reizdarmsymdrom</strong>. Hier soll es allerdings ein wenig allgemeiner um den Einfluss der </span><span id="E145">Mikrobiota</span><span id="E147"> und probiotischen Präparaten auf das Reizdarmsymdrom gehen.</span></p>
<h2 id="E148" class="qowt-stl-berschrift3" style="text-align: justify;"><span id="E149">Die Darmflora</span></h2>
<p id="E151" style="text-align: justify;"><span id="E152">Der Darm stellt das wichtigste Organ zur menschlichen Immunabwehr dar und steht in ständiger Wechselwirkung mit über 1000 verschiedenen Bakterienstämmen. Die Anzahl der bakteriellen Zellen im </span><span id="E154">Gastrointestinaltrakt</span><span id="E156"> des Menschen ist mit ca. 10</span><span id="E157"> </span><span id="E158">Billionen</span><span id="E159"> </span><span id="E160">Zellen</span><span id="E161"> </span><span id="E162">etwa um das Zehnfache höher als die Anzahl von Humanzellen im gesamten Organismus. Die Darmflora macht dabei ein Gewicht von ca. 1-2 kg aus und bildet bis zu 60 % des Stuhls.</span><span id="E163"> </span></p>
<p id="E164" style="text-align: justify;"><span id="E165"><strong>Die bakterielle Flora besitzt eine eigene metabolische Aktivität und geht enge Wechselwirkungen mit seinem Wirt ein</strong>. Man kann hier von einem <strong>symbiotischen Verhältnis</strong> sprechen. Die qualitative und quantitative Zusammensetzung der menschlichen Darmflora ist relativ stabil, jedoch von Mensch zu Mensch unterschiedlich. <strong>Ein gestörtes Verhältnis zwischen Flora und Wirt kann demnach verschiedene Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen haben</strong>. In der modernen Medizin wird eine Anomalie der bakteriellen Darmbesiedlung mit der Entstehung zahlreicher Erkrankungen in Verbindung gebracht. </span></p>
<p id="E166" style="text-align: justify;"><span id="E167">Die Zusammensetzung der menschlichen Darmflora ist extrem individuell und in Teilen so individuell wie der menschliche Fingerabdruck. Die metabolische Aktivität der </span><span id="E169">Intestinalflora</span><span id="E171"> ist in etwa so hoch wie die der Leber und kann somit den Gesamtorganismus wesentlich beeinflussen. Die höchste Besiedlung mit Mikroorganismen findet man im </span><span id="E172">Dickdarm</span><span id="E173">, wohingegen andere Verdauungsabschnitte vergleichsweise dünn besiedelt sind. Beim gesunden Menschen besteht die Darmflora zum größten Teil aus gesundheitsfördernden Mikroorganismen, zum Teil aber auch aus pathogenen Keimen. </span></p>
<p style="text-align: justify;"><strong><span id="E173">Die Mikroorganismen sorgen dabei für die Entwicklung und den Erhalt eines funktionierenden Immunsystems und Aufrechterhaltung der </span><span id="E175">Barrierefunktion</span></strong><span id="E177"><strong>.</strong> Des Weiteren sorgt die gesunde Darmflora für <strong>eine Konkurrenz gegenüber Pathogenen und verdrängt sie, indem sie antimikrobielle Toxine, sowie organische Säuren zur Senkung des pH-Wertes bildet.</strong> Die Darmflora kann ebenfalls die Wirtszellen zur Produktion von Defensinen anregen und die Induktion von </span><em><span id="E179">Tight</span><span id="E181"> </span><span id="E183">Junctions</span></em><span id="E185"> hervorrufen, wodurch der Durchtritt größerer Partikel durch die Darmschleimhaut verhindert wird. </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span id="E185"><strong>Des Weiteren sorgen sie für die Produktion kurzkettiger Fettsäuren aus Ballaststoffen, die ins Colon gelangen</strong>. Diese kurzkettigen Fettsäuren stimulieren das Wachstum und Differenzierung der Darmzellen und unterstützen deren Funktion und die Darmmobilität.</span><span id="E186"> </span><span id="E187"></span><span id="E189"></span><span id="E191"></span><span id="E194">(Bischoff und </span><span id="E196">Köchling</span><span id="E198"> 2012)</span><span id="E200"></span></p>
<h2 id="E202" class="qowt-stl-berschrift3" style="text-align: justify;"><span id="E203">Das </span><span id="E206">Reizdarmsyndrom</span></h2>
<p id="E209" style="text-align: justify;"><span id="E210">Das Reizdarmsymdrom (IBS – </span><em><span id="E212">inflammatory</span><span id="E214"> </span><span id="E216">bowel</span><span id="E218"> </span><span id="E220">syndrome</span></em><span id="E222">) zeigt sich durch eine veränderte Stuhlfrequenz mit einhergehenden Schmer</span><span id="E223">zen im Bauchbereich, wobei die U</span><span id="E224">rsachen der Beschwerden durch klinische Routinediagnostik nicht nachweisbar sind</span><span id="E225"> </span><span id="E226"></span><span id="E228"></span><span id="E230"></span><span id="E233">(Layer et al. 2011)</span><span id="E235"></span><span id="E237">. </span><span id="E238">Die Diagnosekriterien haben sich in der Vergangenheit immer etwas verändert. Aktuell werden allerdings die S3-Leitlinien verwendet, die da lauten:</span></p>
<ul style="text-align: justify;">
<li id="E239" class="qowt-li-1_0 qowt-list"><span id="E240">Länger als 3 Monate anhaltende Darmbeschwerden, wie Blähungen und Bauchschmerzen mit Veränderungen des Stuhlganges.</span></li>
<li id="E241" class="qowt-li-1_0 qowt-list"><span id="E242">Die Beschwerden sind so erheblich, dass der Patient selbstständig einen Arzt aufsucht</span></li>
<li id="E243" class="qowt-li-1_0 qowt-list"><span id="E244">Keine weiteren Veränderungen, die auf das Vorhandensein anderer gastrointestinalen Erkrankungen schließen lässt.</span></li>
</ul>
<p id="E245" style="text-align: justify;"><span id="E246">Man unterscheidet in </span><span id="E247">je nach Art der Beschwerden in </span><span id="E248">3 Subtypen</span><span id="E249">, dem </span><span id="E251">diarrhödominaten</span><span id="E253"> Typen (IBS-D), dem </span><span id="E255">obstipationsdominatnen</span><span id="E257"> Typen (IBS-C) und dem Mischtypen aus beiden ersteren (IBS-M). </span><span id="E258"></span><span id="E260"></span><span id="E262"></span><span id="E265">(Vgl. T. </span><span id="E267">Frieling</span><span id="E269">, </span><span id="E271">Schemann</span><span id="E273"> 2014)</span><span id="E275"></span></p>
<p id="E277" style="text-align: justify;"><span id="E278">Oft treten auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten diverser Natur auf, wobei jedoch keine immunologischen Ursachen zu finden sind. Daher wird von vielen Patienten eine Eliminationsdiät gegen die jeweiligen Nahrungsmittel eingehalten, was zu sozialer Isolation führen kann. Außerdem kann die Angst vor einer chronischen Erkrankung zusätzlich zu Depressionen führen. <span id="E286">(</span><span id="E288">Kruis</span><span id="E290"> 2001)</span></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span id="E296">D</span><span id="E297">as Problem dabei ist, dass der Darm und das Gehirn eng miteinander verknüpft sind. Patienten mit Reizdarmsymdrom leiden oftmals auch an psychischen Störungen, die auch im Verdacht stehen ein auslösender Faktor für die Erkrankung zu sein. </span><span id="E298"></span><span id="E300"></span><span id="E302"></span><span id="E305">(Layer et al. 2011)</span><span id="E307"></span><br id="E310" data-line-break="true" /><span id="E311">Daraus kann sich dann ein Teufelskreis ergeben. Psychischer Stress verstärkt den </span><span id="E313">Reizdarm</span><span id="E315"> und der </span><span id="E317">Reizdarm</span><span id="E319"> verstärkt den psychischen Stress. </span></p>
<p id="E320" style="text-align: justify;"><span id="E321">Für die Entstehung des Reizdarmsymdroms spielen allerdings verschiedene Mechanismen eine Rolle, wobei der genaue Zusammenhang in vielen Fällen noch nicht hinreichend aufgeklärt ist. Oftmals besteht einer erhöhte Zahl an immunologisch aktiven Zellen, die zu einer </span><span id="E323">geringradigen</span><span id="E325"> Entzündung führen. <strong>Eine weitere Möglichkeit wäre eine Störung der </strong></span><strong><span id="E327">Barrierefunktion</span><span id="E329"> der </span><span id="E331">Darmepitelien</span><span id="E333">, die im Normalfall vor dem Eindringen von unerwünschten Bakterien und Pathogenen schützt. </span></strong><span id="E334"></span><span id="E336"></span><span id="E338"></span><span id="E341">(Layer et al. 2011)</span><span id="E343"></span></p>
<p id="E345" style="text-align: justify;"><span id="E346">Am häufigsten Tritt die Krankheit jedoch nach einer bakteriellen Enteritis auf. Es wurde festgestellt, dass dadurch das Risiko für einen </span><span id="E348">Reizdarm</span><span id="E350"> um das 8-10fache steigt. Hierbei spielen allerdings auch die Eigenschaften des Erregers, sowie Schwere und Dauer der Enteritis eine entscheidende Rolle. </span><span id="E351"></span><span id="E353"></span><span id="E355"></span><span id="E358">(Layer et al. 2011)</span><span id="E360"></span></p>
<p id="E362" style="text-align: justify;"><span id="E363">Es gibt viele mögliche Ursachen für ein Reizdarmsymdrom und das Zusammenspiel ist noch nicht genau geklärt, da auch die Symptomatik nicht wirklich einheitlich ist. <strong>Was alle Patienten mit dieser Erkrankung allerdings gemeinsam haben ist eine </strong></span><strong><span id="E365">qualitativ</span><span id="E367"> und quantitativ veränderte Darmflora gegenüber gesunden Personen. Oftmals besteht eine höhere Dichte an </span><span id="E369">Proteobacterium</span><span id="E371"> </span><span id="E373">Firmicutes</span><span id="E375">, dafür weniger </span><span id="E377">Bifidobakterien</span><span id="E379">, </span><span id="E381">Acidobacter</span><span id="E383"> und </span><span id="E385">Bacteriodes</span><span id="E387">. </span></strong><span id="E388"></span><span id="E390"></span><span id="E392"></span><span id="E395">(Prof. Dr. T. </span><span id="E397">Frieling</span><span id="E399">, Prof. Dr. M. </span><span id="E401">Schemann</span><span id="E403"> 2014)</span><span id="E405"></span></p>
<p id="E407" style="text-align: justify;"><span id="E408">Ist die natürliche Darmflora gestört, kann es zur Überwucherung und Einflussname von Krankheitserregern kommen. </span><span id="E410">Gärungs- und Fäulnisbakterien Darmkeime sorgen somit auch für das erhöhte Aufkommen von Flatulenzen, Durchfallerreger lösen Diarrhö aus. In einer normalen Darmflora produzieren die Darmkeime kurzkettige Fettsäuren, die der Darmmukosa als Nährstoff dienen. Die veränderte Ausscheidungsrate von diesen Fettsäuren bei Reizdarmpatienten deutet auf eine veränderte Darmbesiedlung und eine mögliche Unterversorgung der </span><span id="E412">Dickdarmmukosa</span><span id="E414"> hin.</span><span id="E415"> </span><span id="E416"></span><span id="E418"></span><span id="E420"></span><span id="E423">(Alfred-</span><span id="E425">Nissle</span><span id="E427">-Gesellschaft)</span><span id="E429"></span></p>
<p id="E431" style="text-align: justify;"><span id="E432">In wie weit die Veränderte Darmflora jedoch die Ursache oder Folge eines Reizdarmsymdrom ist, ist noch nicht ganz klar. </span><span id="E433">Für einen Zusammenhang sprechen aber Beobachtungen, dass die Wahrscheinlichkeit eines Reizdarmsymdroms nach einer Behandlung mit Antibiotika zunimmt.</span><span id="E434"> </span><span id="E435"></span><span id="E437"></span><span id="E439"></span><span id="E442">(Layer et al. 2011)</span><span id="E444"></span></p>
<h2 id="E446" class="qowt-stl-berschrift3" style="text-align: justify;"><span id="E447">Wie können Probiotika helfen?</span></h2>
<p id="E449" style="text-align: justify;"><span id="E450">Untersuchungen haben gezeigt, dass verschiedene Präparationen von probiotischen Kulturen, wie </span><span id="E452">Saccharomyces</span><span id="E454">, </span><span id="E456">Lactobacillen</span><span id="E458">, </span><span id="E460">Bifidobakterien</span><span id="E462"> und Escherichia coli Stämme wie </span><span id="E464">E.coli</span><span id="E466"> </span><span id="E468">Nissle</span><span id="E470"> 1917, verschiedene Effekte auf die Veränderung der menschlichen Darmflora nehmen können. Veränderungen zeigten sich in der Produktion von Metaboliten, wie Gasen und Fettsäuren, der Stärkung der intestinalen </span><span id="E472">Barrierefunktion</span><span id="E474">, sowie die</span><span id="E475"> Beeinflussung des Immunsystems. </span><span id="E476"></span><span id="E478"></span><span id="E480"></span><span id="E483">(Layer et al. 2011)</span><span id="E485"></span></p>
<p id="E487" style="text-align: justify;"><span id="E488">In einer Doppelblindstudie wurde der Einfluss eines probiotischen Escherichia coli (</span><span id="E490">E.coli</span><span id="E492"> </span><span id="E494">Nissle</span><span id="E496"> 1917) Präparates auf Patienten mit chronischer Obstipation untersucht.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span id="E499">Bereits nach 4 Wochen erreichte die </span><span id="E501">E.coli</span><span id="E503"> Gruppe einen Durchschnitt von 4,9 Stuhlgängen pro Woche</span><span id="E504">, was schon fast mehr ist als bei manchen gesunden Personen.</span><span id="E505"> Die Placebogruppe erreichte nur 2,6 Stuhlgänge pro Woche. Nach 8 Wochen der Einnahme wiesen die Probanden, die mit dem Probiotikum behandelt wurden, eine völlig normale Stuhlfrequenz von 6 Stuhlgängen pro Woche auf. Die Placebogruppe </span><span id="E506">hatte</span><span id="E507"> nach 8 Wochen im Schnitt 1,9 Stuhlgänge pro Woche und erreichte damit keine signifikante Verbesserung der Stuhlfrequenz.</span><span id="E508"> </span><span id="E509"></span><span id="E511"></span><span id="E513"></span><span id="E516">(</span><span id="E518">Möllenbrink</span><span id="E520"> und </span><span id="E522">Bruckschen</span><span id="E524"> 1994)</span><span id="E526"></span></p>
<p id="E528" style="text-align: justify;"><span id="E529">Eine Pilotstudie an Patienten mit chronischer Diarrhö untersuchte den Einfluss gefriergetrockneter </span><span id="E531">Lactobacilli</span><span id="E533"> </span><span id="E535">acidophilus</span><span id="E537"> (</span><span id="E539">Lactocol</span><span id="E541">®</span><span id="E542">) auf die Stuhlfrequenz sowie abdomineller Beschwerden und Blähungen. 24 Patienten, die unter Diarrhö ohne organische Ursachen litten, wurden über 4 Wochen mit inaktivierten </span><span id="E544">Lactobazillen</span><span id="E546"> behandelt. Die Dosis lag bei 2 Gaben je 10&#215;10</span><span id="E547">9</span><span id="E548"> KBE. Nach einer Woche reduzierte sich die Stuhlfrequenz von 2,5±1,3 auf 1,9±0,9</span><span id="E549"> am Tag</span><span id="E550">. </span><br id="E552" data-line-break="true" /><span id="E553">Die abdominellen Schmerzen und Blähungen nahmen tendenziell ab. Die Effekte hielten über den gesamten Zeitraum von 4 Wochen an.</span><span id="E554"> </span><span id="E555"></span><span id="E557"></span><span id="E559"></span><span id="E562">(Keller et al. 2010)</span><span id="E564"></span></p>
<p id="E566" style="text-align: justify;"><span id="E567">In einer </span><span id="E568">aktuelleren Arbeit</span><span id="E569"> wurde der Einfluss eines Mischpräparates auf Patienten mit Reizdarmsyndrom des </span><span id="E571">darrhödominanten</span><span id="E573"> Typs untersucht. Verwendet wurden zwei Stämme der </span><span id="E575">Lac</span><span id="E576">tobacillus</span><span id="E578"> </span><span id="E580">plantarum</span><span id="E582"> </span><span id="E583">(CECT7484 und CECT7485) sowie ein Stamm der </span><span id="E585">Pediococcus</span><span id="E587"> </span><span id="E589">acidilactici</span><span id="E591"> (CECT7483) im Verhältnis 1:1:1. Die 81 Probanden wurden in 3 Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe erhielt eine hohe Dosis (1-3 × 10 </span><span id="E592">10</span><span id="E593"> KBE/Kapsel), die zweite Gruppe erhielt eine geringere Dosis (3-6 × 10</span><span id="E594">9</span><span id="E595"> KBE/Kapsel) und die dritte Gruppe erhielt ein Placebo. </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span id="E598">In allen Gruppen zeigte sich eine Verbesserung der Lebensqualität, jedoch war dieser Effekt in den </span><span id="E600">Probiotikagruppen</span><span id="E602"> wesentlich ausgeprägter</span><span id="E603">. </span><span id="E604">Das abdominelle Unwohlsein, gemessen über VSI </span><span id="E605">verbesserte sich ebenfalls bei den Gruppen mit hoher, bzw. geringerer Dosis, wohingegen die Placebogruppe </span><span id="E607">nur </span><span id="E608">eine </span><span id="E609">minimale </span><span id="E610">Verbesserung erreichte. Die Intensität der Symptome veränderte sich nicht signifikant zwischen den Gruppen.</span><span id="E611"> </span><span id="E612"></span><span id="E614"></span><span id="E616"></span><span id="E619">(Lorenzo-Zúñiga et al. 2014)</span><span id="E621"></span></p>
<p id="E623" style="text-align: justify;"><span id="E624">Eine </span><span id="E625">iranische Untersuchung</span><span id="E626"> untersuchte ebenfalls erst kürzlich den Einfluss eines Mischpräparates (Probio-</span><span id="E628">Tec</span><span id="E630">® Quatro-cap-4), bestehend aus </span><span id="E632">Bifidobacterium</span><span id="E634"> </span><span id="E636">animalis</span><span id="E638"> </span><span id="E640">subsp</span><span id="E642">. lactisBB-12®, </span><span id="E644">Lactobacillus</span><span id="E646"> </span><span id="E648">acidophilus</span><span id="E650"> LA-5®, </span><span id="E652">Lactobacillus</span><span id="E654"> </span><span id="E656">delbrueckii</span><span id="E658"> </span><span id="E660">subsp</span><span id="E662">. </span><span id="E664">bulgaricus</span><span id="E666"> LBY-27 und </span><span id="E668">Streptococcus</span><span id="E670"> </span><span id="E672">thermophilus</span><span id="E674"> STY-31, auf Patienten mit Reizdarmsymdrom nach Rom-III-Kriterien. </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span id="E674">Die Patienten bekamen entweder das Probiotikum mit mindestens 1&#215;10</span><span id="E675">9</span><span id="E676"> KBE/Kapsel zweimal täglich oder ein Placebo. </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span id="E676">Der Untersuchungszeitraum betrug 4 Wochen.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span id="E679">Nach der Hälfte der Zeit hatten 10 Personen die Untersuchung mangels Befriedigung verlassen, 3 (5 %) davon aus der </span><span id="E681">Probiotikagruppe</span><span id="E683"> und 7 (13 %) aus der Placebogruppe. </span><span id="E684">Iraner scheinen eine geringe Complience aufzuweisen. </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span id="E685">Nach 4 Wochen der Behandlung berichteten 85 % der Patienten der </span><span id="E687">Probiotikagruppe</span><span id="E689"> eine Besserung der Symptome, wohingegen 47 % der Placebogruppe eine Verbesserung beschrieb.</span><span id="E690"> </span><span id="E691"></span><span id="E693"></span><span id="E695"></span><span id="E698">(Jafari et al. 2014)</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span id="E705">Die Ergebnisse des VAS Auswertung zeigten sich im Durchschnitt wie folgt: </span></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/05/Screenshot-2015-05-14-at-15.39.23.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-3273 size-full" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/05/Screenshot-2015-05-14-at-15.39.23.png" alt="Screenshot 2015-05-14 at 15.39.23" width="648" height="263" /></a></p>
<p id="E706" style="text-align: justify;"><span id="E800">Gerade aus den letzten beiden zitierten Untersuchungen zeigt sich, dass die Psyche einen wesentlichen Stellenwert beim Reizdarmsyndrom einnimmt. Die Ergebnisse der </span><span id="E802">Placebogruppen</span><span id="E804"> sind beide Male als signifikant positiv zu bewerten auch wenn der Effekt geringer ausfällt als der der </span><span id="E806">Probiotikagruppen</span><span id="E808">.</span></p>
<p id="E809" style="text-align: justify;"><span id="E810"><strong>Letztendlich ist die Datenlage zur Wirksamkeit probiotischer Präparate auf das Reizdarmsyndrom jedoch so überzeugend</strong>, dass die Empfehlung zur Anwendung bereits</span><span id="E811"> Einzug</span><span id="E812"> in die aktuellen deutschen Leitlinien </span><span id="E813">zur Behandlung eines Reizdarmsymdroms </span><span id="E814">gefunden hat.</span><span id="E815"></span></p>
<p id="E817" style="text-align: justify;"><span id="E818">Letztlich noch zu meiner eigenen „Mini-Studie“, die ich im Rahmen meiner Arbeit anhand des eingangs erwähnten Produktes durchgeführt habe. Meine damalige Hochschule arbeitet mit einem sehr versierten Proktologen zusammen, der das Produkt seinen Patienten mit </span><span id="E820">Reizdarm</span><span id="E822"> und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen empfiehlt. Ich sage bewusst „empfiehlt“, da es als Nahrungsmittel zugelassen ist und daher nicht verschrieben werden kann. </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span id="E822">Und ganz billig ist der </span>Spaß auch nicht.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich habe also jene Patienten mittels Fragebogen zu Ihrer Erkrankung und Ihren Erfahrungen mit dem Produkt befragt. Dabei kam heraus, dass<span id="E823"> 80 % der Befragten mit </span><span id="E824">Reizdarmsymdrom eine Minderung der Beschwerden erfahren hat. Auf einer Skala von 1-5, wobei 5 die vollkommene Beschwerdefreiheit darstellt, gaben 50 % eine 3 an und jeweils 25 % eine 1 oder 5. </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span id="E824">Wie diese schönen runden Zahlen zu Stande kommen? Nun, leider hatte ich nur 6 auswertbare Fragebögen von Patienten mit dieser Erkrankung, wovon ein Patient aufgrund der zu geringen Einnahmezeit noch keine Aussage treffen konnte. Daher erwähne ich diese Ergebnisse auch nur am Rande.</span></p>
<p id="E826" style="text-align: justify;"><span id="E827">Trotzdem noch eine kleine Anekdote, bevor wir zum Schluss kommen. Aufgrund der Ergebnisse meiner Arbeit, besorgte sich die unter einem </span><span id="E829">Reizdarm</span><span id="E831"> mit unzähligen einhergehenden Unverträglichkeiten leidende Frau meines Vaters</span><span id="E832">,</span><span id="E833"> das Produkt und bereits nach einer Kur (6 Tage) besserten sich die Symptome deutlich und nach der zweiten Kur waren sämtliche Unverträglichkeiten verschwunden. </span></p>
<p id="E834" style="text-align: justify;"><span id="E835">Ach übrigens, falls es jemanden interessieren sollte, bei dem Produkt handelt es sich um Power-Aronia der Firma </span><span id="E837">Klecs</span><span id="E839"> und ist eines der wenigen milch- und hefefreien Produkte auf dem Markt. Die genaue Zusammensetzung der Bakterienstämme haben sie aber selbst mir nicht verraten.</span><span id="E840"> Das wäre natürlich hoch interessant gewesen.</span><span id="E841"> </span></p>
<p style="text-align: justify;"><strong><span id="E842">Probiotika können also durchaus zu einer deutlichen Verbesserung der Symptomatik </span><span id="E844">Reizdarm</span><span id="E846"> beitragen. Wichtig ist dabei aber auch ein positiver </span><span id="E848">Mindset</span><span id="E850">, denn Die Erkrankung wird stark von der Psyche beeinflusst.</span></strong></p>
<p id="E851" style="text-align: justify;"><span id="E852">Das Thema Darmflora und Probiotika sind im Moment nicht nur in der Wissenschaft eines der Top-Themen und ich denke, dass wir da in nächster Zeit noch einiges Neues zu hören werden.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span id="E855">Und wer weiß, vielleicht bekomme ich ja mein Wunschthema für meine Masterarbeit über die </span><span id="E857">Mikrobiota</span><span id="E859"> ;-)</span></p>
<p id="E863" class="qowt-stl-CitaviBibliographyHeading" style="text-align: justify;"><span id="E864"></span><span id="E866"></span><span id="E868"></span><strong><span id="E872">Literaturverzeichnis</span></strong></p>
<p id="E873" class="qowt-stl-CitaviBibliographyEntry" style="text-align: justify;"><span id="E874">Alfred-</span><span id="E876">Nissle</span><span id="E878">-Gesellschaft: Patienteninformation Darmflora und Reizdarmsymdrom.</span></p>
<p id="E879" class="qowt-stl-CitaviBibliographyEntry" style="text-align: justify;"><span id="E880">Bischoff, S.; </span><span id="E882">Köchling</span><span id="E884">, K. (2012): Pro- und Präbiotika. In: </span><span id="E886">Aktuel</span><span id="E888"> </span><span id="E890">Ernahrungsmed</span><span id="E892"> </span><span id="E893">37 (05), S. 287–306. DOI: 10.1055/s-0032-1305309.</span></p>
<p id="E894" class="qowt-stl-CitaviBibliographyEntry" style="text-align: justify;"><span id="E895">Jafari, Elham; </span><span id="E897">Vahedi</span><span id="E899">, </span><span id="E901">Homayoon</span><span id="E903">; </span><span id="E905">Merat</span><span id="E907">, Shahin; </span><span id="E909">Momtahen</span><span id="E911">, </span><span id="E913">Shabnam</span><span id="E915">; </span><span id="E917">Riahi</span><span id="E919">, Aina (2014): </span><span id="E921">Therapeutic</span><span id="E923"> </span><span id="E925">effects</span><span id="E927">, </span><span id="E929">tolerability</span><span id="E931"> </span><span id="E933">and</span><span id="E935"> </span><span id="E937">safety</span><span id="E939"> </span><span id="E941">of</span><span id="E943"> a multi-</span><span id="E945">strain</span><span id="E947"> </span><span id="E949">probiotic</span><span id="E951"> in </span><span id="E953">Iranian</span><span id="E955"> </span><span id="E957">adults</span><span id="E959"> </span><span id="E961">with</span><span id="E963"> irritable </span><span id="E965">bowel</span><span id="E967"> </span><span id="E969">syndrome</span><span id="E971"> </span><span id="E973">and</span><span id="E975"> </span><span id="E977">bloating</span><span id="E979">. In: </span><span id="E980">Archives </span><span id="E982">of</span><span id="E984"> </span><span id="E986">Iranian</span><span id="E988"> </span><span id="E990">medicine</span><span id="E992"> </span><span id="E993">17 (7), S. 466–470.</span></p>
<p id="E994" class="qowt-stl-CitaviBibliographyEntry" style="text-align: justify;"><span id="E995">Keller, J.; Layer, P.; Andresen, V. (2010): </span><span id="E997">Lacteol</span><span id="E999">® bei funktioneller chronischer Diarrhoe beim Erwachsenen – Ergebnisse einer Pilotstudie. In: </span><span id="E1000">Z </span><span id="E1002">Gastroenterol</span><span id="E1004"> </span><span id="E1005">48 (08). DOI: 10.1055/s-0030-1263711.</span></p>
<p id="E1006" class="qowt-stl-CitaviBibliographyEntry" style="text-align: justify;"><span id="E1008">Kruis</span><span id="E1010">, Wolfgang (2001): Kurzleitfaden Reizdarmsyndrom. Stuttgart: Thieme.</span></p>
<p id="E1011" class="qowt-stl-CitaviBibliographyEntry" style="text-align: justify;"><span id="E1012">Layer, Peter; Keller, Jutta; </span><span id="E1014">Bünger</span><span id="E1016">, Lydia (2011): Das Reizdarmsyndrom. Pathogenese, Diagnostik und Therapie. 3. Aufl. Bremen [u.a.]: UNI-MED (UNI-MED Science).</span></p>
<p id="E1017" class="qowt-stl-CitaviBibliographyEntry" style="text-align: justify;"><span id="E1018">Lorenzo-Zúñiga, Vicente; </span><span id="E1020">Llop</span><span id="E1022">, Elba; Suárez, Cristina; Alvarez, Beatriz; Abreu, Luis; </span><span id="E1024">Espadaler</span><span id="E1026">, Jordi; Serra, Jordi (2014): I.31, a </span><span id="E1028">new</span><span id="E1030"> </span><span id="E1032">combination</span><span id="E1034"> </span><span id="E1036">of</span><span id="E1038"> </span><span id="E1040">probiotics</span><span id="E1042">, </span><span id="E1044">improves</span><span id="E1046"> irritable </span><span id="E1048">bowel</span><span id="E1050"> </span><span id="E1052">syndrome-related</span><span id="E1054"> </span><span id="E1056">quality</span><span id="E1059"> </span><span id="E1061">of</span><span id="E1063"> </span><span id="E1065">life</span><span id="E1067">. In: </span><span id="E1068">World </span><span id="E1070">journal</span><span id="E1072"> </span><span id="E1074">of</span><span id="E1076"> </span><span id="E1079">gastroenterology</span><span id="E1081"> :</span><span id="E1083"> WJG </span><span id="E1084">20 (26), S. 8709–8716. DOI: 10.3748/wjg.v20.i26.8709.</span></p>
<p id="E1085" class="qowt-stl-CitaviBibliographyEntry" style="text-align: justify;"><span id="E1087">Möllenbrink</span><span id="E1089">, M.; </span><span id="E1091">Bruckschen</span><span id="E1093">, E. (1994): Behandlung der chronischen Obstipation mit physiologischen Escherichia-coli-Bakterien. Ergebnisse einer klinischen Studie zur Wirksamkeit und Verträglichkeit der mikrobiologischen Therapie mit dem E.-coli-Stamm </span><span id="E1095">Nissle</span><span id="E1097"> 1917 (</span><span id="E1099">Mutaflor</span><span id="E1101">). In: </span><span id="E1102">Medizinische Klinik (</span><span id="E1104">Munich</span><span id="E1106">, Germany : 1983) </span><span id="E1107">89 (11), S. 587–593.</span></p>
<p id="E1108" class="qowt-stl-CitaviBibliographyEntry" style="text-align: justify;"><span id="E1109">Prof. Dr. T. </span><span id="E1111">Frieling</span><span id="E1113">, Prof. Dr. M. </span><span id="E1115">Schemann</span><span id="E1117"> (2014): Reizdarmsyndrom – Epidemiologie und Pathophysiologie. In: </span><span id="E1119">Coloproctology</span><span id="E1121"> </span><span id="E1122">(3), S. 181–189. DOI: 10.1007/s00053-014-0435-z.</span></p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/dextrin/reizdarm-darmbakterien/">Vom Reizdarm und den Darmbakterien</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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