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	<title>Evolution - Biochemie für dein genetisches Maximum</title>
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	<description>Der Blog von Chris Michalk &#38; Phil Böhm. Seit 2014.</description>
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	<title>Evolution - Biochemie für dein genetisches Maximum</title>
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		<title>Vegan Kritik: Gedanken zum Thema Veganismus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 12 Sep 2015 13:34:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Vegan]]></category>
		<category><![CDATA[carnosin]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[taurine]]></category>
		<category><![CDATA[vegan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dieser Artikel ist sachliche vegan Kritik. Jedoch sei davor betont, dass wir absolut keine Gegner von Veganismus sein. Tierwohl liegt auch uns am Herzen und viele Veganer leben sehr gesund. Trotzdem muss auch auf die [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Dieser Artikel ist sachliche <em>vegan Kritik.</em> Jedoch sei davor betont, dass wir absolut keine Gegner von Veganismus sein. Tierwohl liegt auch uns am Herzen und viele Veganer leben sehr gesund. Trotzdem muss auch auf die Schattenseite hingewiesen werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Denn eine vegane Ernährung kann ungesund sein. Bioaktive Substanzen aus dem Fleisch fehlen völlig. Diese meat-based bioactive compounds braucht dein Körper!</p>
<p style="text-align: justify;">Du glaubst noch immer an <strong>bioaktive Substanzen</strong> und <strong>Antioxidantien</strong>, die es nur in Pflanzen und am ehesten in &#8222;Superfoods&#8220; (z. B. Acai-Beere) gibt?</p>
<p style="text-align: justify;">Die Wahrheit ist: Fleisch und Tierprodukte sind ebenfalls <em>bioaktiv</em>.</p>
<p style="text-align: justify;">Das beste Beispiel, das brauche ich dir sicher nicht näher zu erläutern, ist das <strong>blutige Steak vom Weiderind</strong>.</p>
<h2 style="text-align: justify;"><em>Bioaktiv</em> und a<em>ntioxidativ</em>: Hört sich gut an &#8212; muss vegan sein</h2>
<p style="text-align: justify;">Ich darf dir hier kurz erläutern, wie bioaktiv die dort zu findenden Substanzen sind &#8212; ein Einblick:</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Es gibt eine große Zahl an <strong>Peptiden</strong> im Fleisch, die blutdrucksenkend wirken &#8212; gewusst?</li>
<li><strong>Carnosin</strong> ist einer der stärksten uns bekannten &#8222;anti glycating agents&#8220; (schützt vor Verzuckerung unserer Proteine) und Antioxidans &#8212; gibt&#8217;s nur im Fleisch</li>
<li><strong>Carnosin</strong> kommt mit dem verwandten <strong>Anserin</strong> (s. g. Histidyldipeptide) &#8212; ebenfalls ein Antioxidans</li>
<li><strong>L-Carnitin</strong> ist ein potentes Antioxidans, hat an sich so viele Wirkungen, dass es ein eigenes kleines Buch bedarf</li>
<li><strong>Kreatin</strong> wirkt antioxidativ</li>
<li><strong>Alpha-Liponsäure</strong> ist ein starkes Antioxidans (findet man hauptsächlich in oxidativen Zellen &#8212; gewusst? Also auch im oxidativen Rindermuskel)</li>
<li>Das hoch bioverfügbare <strong>Zink</strong> wirkt antioxidativ und antientzündlich</li>
<li>Höhere Mengen Fleisch geben spielend leicht hohe Mengen (z. B. 300 mg) <strong>Glutathion</strong> &#8212; ein potentes Antioxidans</li>
<li><strong>Taurin</strong> ist ein potentes Antioxidans und lange bekannt für seine zellschützende Wirkung</li>
<li><strong>Q10</strong> ist ein potentes Antioxidans und findet sich auch stark angereichert im Fleisch</li>
<li><strong>Spermidin</strong> ist ein potentes Antioxidans</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">All diese Substanzen, zusammengefasst, nennt man <em>meat-based bioactive compounds</em> &#8212; also <strong>bioaktive Substanzen aus dem Fleisch</strong>. Sollte jeder mal googeln.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich darf anmerken: Das oben war eine lächerliche Auswahl &#8212; quasi ein Bruchteil von dem, was Fleisch in Wahrheit liefert.</p>
<p style="text-align: justify;">Und, wie ich vor einigen Tagen beschrieben habe, dies sind Substanzen, die unser Körper alle (!) selbst synthetisieren müsste, würden wir sie ihm nicht von außen zuführen. Und ich wiederhole: Veganer verlassen sich darauf, dass das alles reibungslos funktioniert &#8212; wobei das <strong>nachweislich</strong> nicht der Fall ist. Das Kreatin-Beispiel war selbstverständlich nur <strong>ein</strong> Beispiel. Der Punkt kam offensichtlich nicht an.</p>
<p style="text-align: justify;">Es ist für mich ein Zeichen der enormen Fähigkeit zur Adaptation des H. sapiens, wenn er auch völlig fleischfrei <strong>überlebt</strong>. Dies zeigt aber in keinster Weise, dass dies ein <strong>optimaler Zustand</strong> ist. Das ist bisweilen eine sehr absurde Logik. Arteriosklerose spüren wir auch nicht und wohl wissen wir, dass freie Arterien ganz wesentlich sind für Vitalität und Leistungsfähigkeit.</p>
<p style="text-align: justify;">Viele denken bei dieser Argumentation gar nicht daran, dass der Körper über Speicher verfügt und über eine enorme Kapazität, Zustände eine ganze Zeit lang zu kompensieren, sich gar teilweise daran anzupassen.</p>
<p style="text-align: justify;">Viele denken bei dieser Argumentation auch nicht daran, dass verschiedene Individuen auch verschiedene Voraussetzungen haben: Du kannst einen 100 kg schweren Mann auch nicht mit einer 50 kg schweren Frau vergleichen. Beide hätten eine extrem ungleiche Synthese-Leistung zu bewerkstelligen.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Die, die glauben, sie leben am natürlichsten, leben an der Natur vorbei</h3>
<p style="text-align: justify;">Im Buch habe ich hingeschrieben, dass unsere Vorfahren (und heute lebende Buschmänner) sehr sicher Vampire waren und erst einmal das Blut des erlegten Tieres tranken.</p>
<p style="text-align: justify;">Warum wohl? <strong>Voll mit Hormonen, Enzymen, Zellen und anderen Blutbestandteilen</strong>! Wenn davon auch nur ein Bruchteil in dir landet &#8230; Der Saft des Lebens! Wenn der nicht &#8222;bioaktiv&#8220; ist, was dann?</p>
<p style="text-align: justify;">Du nimmst das Leben eines anderen Tieres und erntest dafür Vitalität. <strong>Alt bekannt. </strong>Dafür bedanken sich die Buschmänner nach der Jagd auch bei dem Tier.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Stichwort Demut und Dankbarkeit. </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Denkst du, der Buschmann hat Interessen, bewusst zu lügen? Der Buschmann erzählt frei heraus, was Fleisch für ihn Gutes tut. Bekannt auch aus Überlieferung der Inuit. Alle dumm? Alle besessen vom zerstörerischen Jagdtrieb? Oder wussten die vielleicht, was ihnen gut tut, was sie nährt, vitalisiert und Kraft spendet (<a href="https://genetisches-maximum.de/vegan/das-veganer-gleichnis-was-die-gurus-nicht-erzaehlen/">Stichwort Effektivität und Effizienz</a>)?</p>
<p style="text-align: justify;">(Anmerkung: Klar weiß das ein Buschmann, der mal zwei Wochen wenig gegessen hat und dann die Beute erlegt. Wir, die Modernen, Überfressenen, Verwöhnten &#8230; wissen das nicht.)</p>
<p style="text-align: justify;">Freilich signalisiert der Körper auch, wann er gerne Früchte hätte, wann er gerne etwas mehr Kohlenhydrate hätte, wann es mit Nahrungsmittel AB reicht und dafür Nahrungsmittel CD gewählt werden soll. Freilich liefern auch Pflanzen einen wertvollen Beitrag zur Gesunderhaltung. Das bestreiten die Wenigsten.</p>
<h3>Was hättest du gerne? Moral, Nachhaltigkeit, Tierschutz (Vegan 1.0) oder lieber Gesundheit, Sixpack und Anerkennung (Vegan 2.0)</h3>
<p style="text-align: justify;">Aber: Nie hat eine Kultur vor uns komplett <em>fleischlos</em> gelebt. Ein gewisser Attila wurde schräg angeguckt, als er voller Überzeugung zu den &#8222;Alten&#8220; reiste. <strong>Keiner lebte fleischlos</strong>. Keiner schrieb sich &#8222;Vegan&#8220; auf die Fahnen und fuhr gleichzeitig einen Porsche, trank teure Ergänzungsmittel (weil Vegan alles liefert &#8212; oder auch nicht) und importierte Pflanzen aus Timbuktu &#8212; alles im Namen der Moral! Schiffe und Flugzeuge tanken heute ja auch Luft und Sonnenlicht &#8212; aber ich weiß: Dank uns, den Moralischen, darf der arme Bauer in Afrika (über-)leben.</p>
<p style="text-align: justify;">Man stelle sich einmal vor, man hätte dieses ganze Geld (Stichwort &#8222;Bio-Matcha&#8220; aus Japan) in die Tierzucht investiert, den heimischen (!) Landwirt und Viehzüchter ordentlich bezahlt. Diese Systeme ausbauen, für eine bessere Tierhaltung sorgen, in einen &#8222;ethisch korrekten&#8220; Umgang mit Tieren investieren. Doch auch hier zeigen sich massive Fortschritte und die Zustände sind bei Weitem nicht mehr so kritisch, wie noch vor einigen Jahrzehnten &#8212; dies zeigt sich alleine daran, der Ertrag relativ zum Bestand deutlich gestiegen ist, vor allem in den letzten zehn Jahren.</p>
<p style="text-align: justify;">Oder: Das Geld in die eigene Bildung investieren und lernen, dass es einen natürlichen Kreislauf auf dieser Welt gibt und wir, als Homo sapiens, leider, leider nicht als grasfressender Herbivor auf die Welt gekommen sind. Der Löwe in der afrikanischen Savanne steht sicher auch jeden Tag auf und stellt sich die Moralfrage &#8212; umgekehrt: Ist es moralisch verwerflich, wenn ein Tier ein anderes Tier frisst, oder ist das die natürlichste Sache der Welt? Oder, wie Attila zu sagen pflegt: &#8222;Das Leben ist ein Haifischbecken. Bevor ich gefressen werde, werde ich lieber selbst zum Hai.&#8220; Klar: Aus dieser Sicht ist das Jägersein natürlich wieder legitim. Eher andere Menschen fressen, als Tiere.</p>
<p style="text-align: justify;">Was ist das für eine verrückte Welt? Welches absurde Verhalten man heute mit Leichtigkeit legitimieren kann.</p>
<p style="text-align: justify;">Irgendwann jedenfalls rückten Moral, Nachhaltigkeit und Biozentrik in den Hintergrund und weichten nun mehr einem anderen Veganismus &#8212; ein Veganismus, der Aspekte von sich postuliert, <strong>die nicht haltbar sind</strong>. Moralisch zeigt man sich heute nicht mehr nur gegenüber Tieren, sondern auch gegenüber den Mitmenschen &#8212; zumindest, wenn es darum geht, andere von der veganen Ernährung zu überzeugen. Denn andere Mitmenschen haben durchaus das Potenzial, ihr Leben, ihre Gesundheit ganz deutlich mit einer veganen Ernährung zu verbessern. Und genau hier setzt ein Gedankenkonstrukt an, das so bei Weitem (!) nicht nur nicht haltbar ist, sondern die eigene Fähigkeit ganz dramatisch überschätzt &#8212; Überschätzen deshalb, weil mir kein einziger Veganer bekannt ist, der fachlich und wissenschaftlich korrekt, seine Thesen veröffentlichte und aufzeigte, wo die Potenziale einer veganen Ernährung liegen, über die eine omnivore Ernährung nicht verfügt. Alternativ dazu ist mir nicht bekannt, dass es Bemühungen gibt, zu zeigen, dass die von mir postulierten Aspekte (z. B. vor einigen Tagen) nicht stimmen &#8212; natürlich auf einer sachlichen und wissenschaftlichen Ebene, die meiner entspricht.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Vegan 1.0 und 2.0: Der gemeinsame Nenner</h2>
<p style="text-align: justify;">Wie gesagt: Ethik und Nachhaltigkeit seien gelobt. Das Bemühen erfährt meinen größten Respekt.</p>
<p style="text-align: justify;">Paradox sind allerdings zwei Sachen:</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li style="text-align: justify;">Veganer investieren mehr Ethik, Nachhaltigkeit und Toleranz in Tiere &#8212; diese Bemühungen werden <strong>seltenst</strong> gezeigt bezüglich anderer Auffassung, Meinung und sogar Wissenschaft &#8212; Wieso ich das weiß? Muss ich nur mal die Kommentare zu meinem Artikel lesen. Absurd. Veganer sind <strong>tolerant</strong>, sind <strong>offen für Wissenschaft</strong>, für <strong>Beweise</strong>? Nein. Stattdessen werden Autoren (nicht etwa deren Inhalte) eher denunziert. Dieses Verhalten wird, bei aller Konzept-Aversion, sehr häufig an den Tag gelegt. Die Gegenfrage ist auch berechtigt: Wo sind die Veganer, die eben nicht so argumentieren bzw. denken? Wohlgemerkt: Mir ist selbst klar, dass dies typische Verhaltensmuster sind, wenn konzepttreu gelebt wird &#8212; stimmt auch für andere Ernährungskonzepte. Nicht ein einziges Mal habe ich abwertend auf weltfremde Statements reagiert, stets bemüht adäquat zu antworten, immer ein Mix aus persönlicher Erfahrung mit vielen Ernährungsformen und aktueller Wissenschaft &#8212; <strong>basierend auf guten Studien</strong>! Nicht in-vitro, nicht aus dem Jahre 1980, nicht Meta-Analyse, nicht Epidemiologie. Wenn Tierstudien, dann, um evolutiv konservierte Signalwege zu studieren. Ein großer Unterschied und eine Sache, die so manch einer noch nicht verstanden hat.</li>
<li style="text-align: justify;">Veganer können <strong>nicht wissenschaftlich argumentieren</strong>: Die einzige Wissenschaft, auf die sie sich beziehen, ist <strong>Epidemiologie</strong> &#8212; Korrelation, wo <strong>keine klare Kausalität</strong> erkennbar ist. Und dennoch wird jegliche Wissenschaft (z. B. Biochemie [s. o., siehe <a href="https://genetisches-maximum.de/vegan/das-veganer-gleichnis-was-die-gurus-nicht-erzaehlen/">diesen Beitrag</a>, siehe <a href="https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/">Beitrag von letzter Woche</a>]) <strong>nicht akzeptiert.</strong></li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Beispiele:</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Es reicht nicht, Tierfett mit der Sterblichkeit<strong> zu assoziieren </strong></li>
<li>Es reicht nicht, Fleischverzehr/Tierfett mit Krebs <strong>zu assoziieren </strong></li>
<li>Es reicht nicht, Fleischverzehr mit Insulinresistenz und Diabetes <strong>zu assoziieren </strong></li>
<li>Es reicht nicht, Fleischverzehr mit Herzkrankheiten<strong> zu assoziieren</strong></li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">(Es reicht auch nicht, zu zeigen, dass mit einer veganen Ernährung abnehmen kann und im Zuge dessen sich diverse metabolische Parameter verbessern &#8212; das ist völlig normal und nicht &#8222;veganspezifisch&#8220;.)</p>
<p style="text-align: justify;">Das alles sind keine Beweise! Es reicht eine einzige Variable in diesem Spektrum, die die komplette These invalide werden lässt. Beispiel: Tierfett wird mit Brustkrebs assoziiert. Stimmt aber anscheinend nur bei Damen unserer westlichen, europäischen Welt. Kaum sind sie schlank, stimmt das auch wieder nicht. Auf die Idee gekommen, dass ein bisschen Hüftspeck da auch ein Problem sein kann? Wo wird noch mal das Östrogen gebaut? Zwei wesentliche Orte bei der Frau. Wie wird noch mal die Konzentration freier Fettsäuren im Blut reguliert?</p>
<p style="text-align: justify;">Völlig absurd wird es, wenn epidemiologische Studien dem &#8222;roten Fleisch&#8220; nachweisen wollen, wie gefährlich es ist. Von welchem &#8222;roten Fleisch&#8220; reden wir eigentlich? Wird das konkretisiert? Was essen wir überhaupt? Eher die Bratwurst, die Bockwurst und andere Würste, Hamburger, Wiener Schnitzel und hoch verarbeitete Frikadellen oder das Hüftsteak vom Metzger? Schon der kleinste Unterschied kann Folgen haben: &#8222;Rotes Fleisch&#8220; &#8212; genauer: die Produkte daraus &#8212; werden sehr häufig gepökelt. Weniger bekannt ist, dass ein Erhitzen dieser gepökelten Waren Nitrosamine entstehen lässt &#8212; die wirken tatsächlich potent kanzerogen. Man-made, nicht &#8222;nature-made&#8220;. Doch selbst das Nitrosamin-Thema ist heute nahezu nicht mehr aktuell.</p>
<p style="text-align: justify;">&#8222;Rotes Fleisch&#8220;, so las ich gestern bei einem Kommentar, löse Herzinfarkt und Krebs aus und hebe den Cholesterin-Spiegel. Letzte These lässt sich selbstverständlich sehr leicht überprüfen: Man ernährt sich drei, vier Wochen ausschließlich von rotem Fleisch, genauer: Hüftsteak, und testet dann den Cholesterin-Wert. Freilich darf man weder große Mengen Fett, noch andere &#8222;Variablen&#8220; dazu addieren. Verblüfft wird man sich die Augen reiben. Mit welchen Proteinen wird man via PSMF (<em>protein sparing modified fast</em>) sein Körperfett und seine metabolischen Anomalien (auch Cholesterin) los? Bisher jedenfalls nicht gezeigt anhand eines &#8222;Vegan-Blends&#8220;. Man darf auch einen Schritt weitergehen und <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11965522">andere epidemiologische Studien zum Thema Atherogenese lesen</a> (wer mit Epidemiologie argumentiert, muss andere Epidemiologie akzeptieren).</p>
<p style="text-align: justify;">Ach &#8212; über welche Dinge schwadronieren wir hier überhaupt?</p>
<p style="text-align: justify;">Epidemiologie ist niedrigste Form der Wissenschaft. Es gibt sehr gute Literatur zum Thema Statistik und Epidemiologie. Die sollte man unbedingt lesen, bevor man Epidemiologie konsumiert. Der Veganer, der hätte beweisen können, dass Omnivoren schlechter leben, früher sterben, kranker sind, Prof. Campbell, <strong>hat es nicht geschafft, hat sich blamiert. </strong></p>
<h2 style="text-align: justify;">Wieso diese vegan Kritik?</h2>
<p style="text-align: justify;"><strong>Das Denken Vieler ist stark vernebelt</strong>.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Allerdings muss man der Wahrheit auch ins Auge sehen und klar unterscheiden, <em>wo</em> eine Sache hilft, nützt, angebracht ist und wo die Schwächen derselben liegen. </strong>Da gibt es diesen neumodischen Begriff, &#8222;Differenzierung&#8220;, der genau das beschreiben soll.</p>
<p style="text-align: justify;">Doch genau dieser Aspekt erklärt, warum das Denken vernebelt ist: Wir suchen seltenst nach einer für die Situation passenden Lösung, sondern <strong>eine Weltformel für unser Leben</strong>, ja sogar für die Welt und das Universum. Und genau dann driftet es ab in Richtung Glaube und Irrationalität. Und genau dann werden die Reaktionen emotional, dann, wenn man <em>eigentlich</em> genau weiß, dass man keinen argumentativen Spielraum mehr hat und dennoch versucht, seine Praktiken zu legitimieren. Oder: Wenn man so fest von seinen Praktiken überzeugt ist, dass man keinem Gegenargument glauben schenkt. Auch hier: <em>Glauben</em> schenken.</p>
<p style="text-align: justify;">Auf was erbauen wir unser Glaubenssystem? Erfahrung ist, auch wenn das Viele anders sehen, kein guter Ratgeber. Denn: Erfolg mit einer Ernährungsform &#8230; kannst du <strong>einmal</strong> haben. Ändert sich der Kontext, ändert sich alles &#8212; zumindest bezüglich Ernährungsfragen. Die meisten von uns finden erst zu radikalen Ernährungsformen, weil sie einen Ausweg von ihrem Leiden suchen. Hilft ihnen dann eine Ernährungsform, wird diese weiterhin, unhinterfragt, praktiziert. Jack Lalanne brachte es damals auf den Punkt: &#8222;Wenn es dir half und dein Leben veränderte &#8212; würdest du nicht daran glauben?&#8220; Korrekt, für den Moment. Korrekt, für die Situation. Womöglich nicht korrekt für jede beliebe Situation und dein Leben. Schlimmer noch: Konzepte schränken ein und werden deine zukünftige Erfolgsrate maßgeblich senke &#8212; oder glaubst du im Ernst, dein Übergewicht und deine Insulinresistenz waren die einzigen Problemen im Leben?</p>
<p style="text-align: justify;">Ich wiederhole mich: Konzepte und festgefahrene Glaubenssätze schränken uns und unser Denken ein, behindern maßgeblich den Fortschritt und verhindern, dass wir auch in Zukunft variabel und flexibel denken können.</p>
<p style="text-align: justify;">Würde jeder &#8222;Ernährungskonzept-ärmer&#8220; denken, gäbe es auch die ganzen ideologisch angehauchten &#8222;Streits&#8220; und unnötigen Internetdiskussionen nicht &#8212; Konzepte sind für viele eben zur Ersatzreligion geworden.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Abschließend</h3>
<p>Um die Punkte noch einmal zu rekapitulieren:</p>
<ul>
<li style="text-align: justify;">Pflanzliche Kost (nicht: ausschließlich pflanzliche Kost) mag gesund sein, aber viele klassische &#8222;Werbeslogans&#8220; (&#8222;Bioaktiv&#8220;, &#8222;antioxidativ&#8220;) gelten auch für Fleisch. Auch Fleisch ist ein &#8222;natürliches Nahrungsmittel&#8220;. Das haben Viele vergessen, sie wussten es nicht oder es wird schlicht ignoriert.</li>
<li style="text-align: justify;">Weiter: Im Fleisch sind Stoffe enthalten, die für unsere Zellen wichtig sind. Die muss der Körper nicht mehr selbst synthetisieren, wenn er das überhaupt noch kann (siehe dazu z. B. Taurin-Stoffwechsel). Stichwort Mitochondrien.</li>
<li style="text-align: justify;">Veganismus mag helfen &#8212; doch auf welche Kosten? Woran will man das konkret bemessen? Woher wollen Veganer wissen, dass sie eine &#8222;optimierte&#8220; Gesundheit aufweisen im Vergleich zu einem Omnivor, der ebenfalls auf seine Gesundheit achtet?</li>
<li style="text-align: justify;">Veganer postulieren Ethik, Moral und Natürlichkeit: Paradoxerweise lebt der pre-moderne H. sapiens in perfektem Einklang mit der Natur und Fleisch bzw. das Tier ist fester Bestandteil ebendieses natürlichen Lebens. Ist es moralisch verwerflich Tiere für die Selbsterhaltung zu töten oder das Natürlichste überhaupt? Oder: Ist der Fleischkonsum nur dann moralisch nicht vertretbar, wenn wir über Massentierhaltung sprechen?</li>
<li style="text-align: justify;">Wenn Massentierhaltung der Grund ist, wieso sparen wir genau dort? Wieso investieren viele Veganer in teure Produkte, die zudem oft nicht aus Deutschland kommen? Wieso ist es korrekt(er) ebendieses Verhalten an den Tag zu legen, alles auszublenden, was nicht direkt mit Gedanken zu tun hat, dass der Pflanzenkonsum per se die Umwelt schützt? Es gibt etliche Faktoren, die mit dem Pflanzenkonsum zusammenhängen, die ebenfalls die Umwelt belasten.</li>
<li style="text-align: justify;">Der Veganismus verlässt ursprüngliche Spuren und zeigt sich von Seiten, die seiner Ur-Botschaft nicht gerecht werden. Tierschutz im gleichen Atemzug mit Nachhaltigkeit, aber gleichzeitig wird alles, außer Ernährung, nicht beachtet &#8212; wie kann es sein, dass nun mehr Gesundheit, Sixpack, Aussehen und der Sportwagen im Vordergrund stehen und trotzdem der Zeigefinger der Moral erhoben bleibt?</li>
<li style="text-align: justify;">Der Veganismus stellt sich &#8212; ernährungsphysiologisch betrachtet &#8212; auf eine höhere Stufe, was nicht beweisbar und nicht nachvollziehbar ist. Im Gegenteil: Es werden Dinge postuliert, die grundfalsch und in keinster Weise korrekt sind.</li>
<li style="text-align: justify;">Viele Veganer sind &#8222;unecht&#8220; und folgen einem Trend, versuchen dennoch ihre Lebensweise krampfhaft zu legitimieren und zu artikulieren &#8212; dies führt bisweilen zu absurden Diskussionen, oft ohne Gehalt und mit viel Emotion. Wieso bringen viele Veganer anderen Tieren mehr Respekt entgegen als der Meinung anderer Menschen?</li>
<li style="text-align: justify;">Der Veganismus bezieht sich zu weiten Teilen auf epidemiologische Daten, stellt für den Laien eine Scheinkausalität her, die es so nicht gibt und wenn, so extrem kontextabhängig sind, dass Veganismus nicht die alleinige Lösung darstellt.</li>
<li style="text-align: justify;">Daten aus epidemiologischen Studien schaffen es, weil so sensationell, in die Schlagzeilen und genau diese Punkte werden, ungerechtfertigterweise, breit getreten und als Legitimationsgrundlage genutzt.</li>
<li style="text-align: justify;">Viele Ernährungskonzepte, auch der Veganismus, sind krankhafte Idealbilder, vermeintlich ideale Schablonen, in die wir uns hineinpressen. Gleichzeitig rauben uns diese Schablonen die vielen Spielräume, die es geben würde, um unsere Probleme effektiver zu bewältigen.</li>
<li style="text-align: justify;">Viele Menschen entdecken die Ernährungsform dabei als Ersatzreligion, die nicht nur praktiziert, sondern extrem konzepttreu gelebt wird.</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Dieser Artikel richtet sich ausdrücklich nicht an diejenigen, die im Stillen ihrer veganen Ernährung und der damit verbundenen Überzeugung treu bleiben. Den ursprünglichen Gedanken des Veganismus leben, ohne Legitimationsdruck und dem Drang, die vegane Ernährung, &#8212; ernährungsphysiologisch betrachtet &#8212; auf eine hohe Stufe zu heben.</p>
<p style="text-align: justify;">Kleine Randnotiz: Doch, doch. Der Autor dieses Artikels hat bereits vegan gelebt.</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/vegan/vegan-kritik/">Vegan Kritik: Gedanken zum Thema Veganismus</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://genetisches-maximum.de/vegan/vegan-kritik/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>26</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Edubily spricht über Ernährung: „Paleo&#8220; vs. „Vegan&#8220;?!</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/</link>
					<comments>https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Sep 2015 22:36:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Paleo]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[vegan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Derzeit herrscht ein großes Interesse an diversen Ernährungsformen. Noch nie war gesund ernähren so hip und aufregend wie heute. Scheinbar taucht jeden Tag eine neue Diät und Ernährungsform auf, die noch spannender und interessanter daher [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/">Edubily spricht über Ernährung: „Paleo“ vs. „Vegan“?!</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Derzeit herrscht ein großes Interesse an diversen Ernährungsformen. Noch nie war gesund ernähren so hip und aufregend wie heute. Scheinbar taucht jeden Tag eine neue Diät und Ernährungsform auf, die noch spannender und interessanter daher kommt. Noch mehr Sinn ergibt.</p>
<p style="text-align: justify;">&#8222;Die Großen&#8220; sind heute, ohne Frage, die Paläo-Diät (Steinzeiternährung) und die vegane Ernährungsformen.</p>
<p style="text-align: justify;">Nun, schon länger denke ich &#8211; wie du sicher weißt &#8211; über Ernährung nach. Ich möchte heute mit dir<strong> meine Gedanken</strong> teilen und grundsätzliche Aspekte aufzeigen, die uns die Richtung weisen.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich darf anmerken: Es gibt durchaus evolutive Trends im menschlichen Körper, die uns aufzeigen, für welche Ernährungsform wir eher geeignet sind.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Homo sapiens, der fette Primat</h3>
<p style="text-align: justify;">Es besteht kein Zweifel: Wir sind die fettesten Primaten. Das hat nichts mit unserem schlechten Essverhalten zu tun. Andere Primaten haben von Haus aus deutlich niedrigere Körperfettanteile als wir. Eine Erklärung für dieses Phänomen ist wohl, dass wir ein sehr teures Gehirn haben, das konstant mit Substraten versorgt werden muss. Dies deckt sich gut mit den Gedanken der Selfish-Brain-Hypothese. Gehen wir davon aus, dass der Körper bemüht ist, den Körperfettanteil weit über 5 % (= Minimum) zu halten, dann wird man sich rasch fragen, welche Stoffwechselwege im Energiestoffwechsel das bewerkstelligen können.</p>
<p style="text-align: justify;">Hier kommt der Punkt: Im Gegensatz zu Ratten (als Tiere, die an pflanzliche Kost adaptiert sind), ist die De-Novo-Lipogenese-Rate (also die Fettneubildung aus Kohlenhydraten) im Fettgewebe beim Menschen nicht nennenswert vorhanden.<span id='easy-footnote-1-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-1-4730' title='Diraison, Frédérique et al. &amp;#8222;Differences in the regulation of adipose tissue and liver lipogenesis by carbohydrates in humans.&amp;#8220; Journal of lipid research 44.4 (2003): 846-853.'><sup>1</sup></a></span> Stattdessen schießen bei zu starken Kohlenhydrat-Overfeeding Plasma-Triglyceride in die Höhe. Dies ergibt aus evolutiver Perspektive wenig Sinn. Denn zu hohe Plasma-Triglyceride interferieren massiv mit der Gesunderhaltung des Lebewesens.</p>
<p style="text-align: justify;">Wieso also wurde die DNL im Zuge der Evolution bei uns im Fettgewebe &#8222;ausgeknipst&#8220;? Das hieße, dass der Organismus die wichtigen Fettspeicher alleine durch Kohlenhydratzufuhr nicht aufrechterhalten kann. Zumindest nicht, ohne die Stoffwechselgesundheit zu gefährden. <strong>Aus dieser Perspektive sind Kohlenhydrate kein gutes Substrat zum Überleben.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ich möchte allerdings ergänzen, dass es ebenfalls schwer ist, die Fettmasse zu halten, bei einer &#8222;Reinfett-Ernährung&#8220; (z. B. strikt ketogen) oder bei Ernährungsformen, die den Schwerpunkt auf den Protein-Konsum verlagern. Anabole Substrate wie Kohlenhydrate (aber auch normal-hohe Mengen Protein) provozieren eine Insulinausschüttung, die auch notwendig ist, um das Gleichgewicht hin zu einer Fettspeicherung zu verlagern. Ebendas ist vermutlich der Grund, warum prinzipiell eine Tendenz besteht, Kohlenhydrate, Proteine und Fette in einem bestimmten Verhältnis zu konsumieren (siehe Verlauf) &#8212; aus evolutiver Sicht eine ideale Kombination, um eine maximale Makronährstoffeffizenz zu gewährleisten.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Das große Gehirn durch Kohlenhydrate</h3>
<p style="text-align: justify;">Erst neulich erschien eine Arbeit, die postulierte, dass unser Gehirn durch Kohlenhydratverzehr so groß wurde.<span id='easy-footnote-2-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-2-4730' title='Hardy, Karen et al. &amp;#8222;The importance of dietary carbohydrate in human evolution.&amp;#8220; The Quarterly Review of Biology 90.3 (2015): 251-268.'><sup>2</sup></a></span> Das halte ich für falsch. Das Amylase-Gen, das für die stärkespaltende Amylase kodiert, zeigt bei uns Menschen &#8211; evolutiv betrachtet &#8211; erst vor 200.000 Jahren eine erhöhte Aktivität (im Sinne einer Vervielfältigung des Gens).<span id='easy-footnote-3-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-3-4730' title='Perry, George H et al. &amp;#8222;Diet and the evolution of human amylase gene copy number variation.&amp;#8220; Nature genetics 39.10 (2007): 1256-1260.'><sup>3</sup></a></span> Also lange, nachdem das Gehirn dramatisch gewachsen ist. Rohe stärkehaltige Pflanzenteile, wie <em>USOs (underground storage organs), </em>verlangen eine deutliche andere Zahn- und Kiefermorphologie, um diese effektiv verdauen zu können (Verdauung beginnt im Mund). Die Zahn- und Kiefermorphologie des Menschen ist sehr grazil und weist in keinster Weise auf den Verzehr roher, harter Pflanzenteile, insbesondere auf den Verzehr von rohen USOs, hin. Feuer hätte die Verdauung von USOs erleichtert, allerdings war das Gehirn schon bei Homo erectus sehr groß, also lange bevor die Nutzung des Feuers aktiv und regelmäßig betrieben wurde.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Kohlenhydrate als Energieträger</h3>
<p style="text-align: justify;">Kohlenhydrate hätten niemals als alleiniger Energieträger dienen können. Ein durchschnittlicher Verbrauch von 3000 Kalorien hätte den Konsum von weit über 600 g Kohlenhydraten vorausgesetzt. Das wären nahezu 3,5 Kilogramm Kartoffeln, ein USO. Süßkartoffeln enthalten ungefähr ebenso viele Kohlenhydrate. Die bekannte Erdmandel (&#8222;Tiger Nut&#8220;) enthält zwar das Doppelte, allerdings hätte das auch den Konsum von nahezu zwei Kilogramm benötigt. Ich gehe der Einfachheit halber davon aus, dass keine Gräser und/oder Bohnen zusätzlich verzehrt wurden. Und selbst wenn: Den ganzen Tag nach Kartoffeln zu graben macht aus energetischer Perspektive (und bezüglich unserer genetischen Ausstattung) weit weniger Sinn als das Jagen von Großwild. Insbesondere im Hinblick auf die Tatsache, dass die Fauna in Europa sehr reichhaltig war bezüglich fetter Tiere und im Hinblick auf die Eiszeit, die es zu weiten Teilen wohl nahezu unmöglich machte, USOs überhaupt zu ernten oder zu finden.</p>
<p style="text-align: justify;">Dies sagt nicht, dass Kohlenhydrate per se schlecht sind. Es legt lediglich nahe, dass der Kohlenhydrat-Konsum per se eine untergeordnete Rolle spielt bezüglich des menschlichen Stoffwechsels und der Entwicklung desselben.</p>
<p style="text-align: justify;">In meinen Augen dienen Kohlenhydrate dazu, die Makronährstoffeffizienz maximal zu steigern und den anabolen Haushalt zu speisen (z. B. reproduktive Achse). Aus dieser Sicht sind Kohlenhydrate überragende Katalysatoren, aber nicht die Triebfeder menschlicher Entwicklung.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Fett als Energieträger</h3>
<p style="text-align: justify;">Die dramatische Verkürzung des Dickdarms bei gleichzeitiger Verlängerung des Dünndarms <span id='easy-footnote-4-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-4-4730' title='Milton, Katharine. &amp;#8222;The critical role played by animal source foods in human (Homo) evolution.&amp;#8220; The Journal of nutrition 133.11 (2003): 3886S-3892S.'><sup>4</sup></a></span> <span id='easy-footnote-5-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-5-4730' title='Milton, Katharine. &amp;#8222;A hypothesis to explain the role of meat-eating in human evolution.&amp;#8220; Evolutionary Anthropology Issues News and Reviews 8.1 (1999): 11-21.'><sup>5</sup></a></span> zeigt &#8211; meines Erachtens nach &#8211; ganz klar, den Shift von pflanzenbasierter Kost hin zum vermehrten Konsum tierischer Kost. Hätten diese Hominini weiterhin sehr viele (auch rohe) Pflanzen(teile) verzehrt, hätte es diese Veränderung in meinen Augen nicht gegeben.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Kleibersche Gesetz beschreibt den Zusammenhang zwischen Kost, Darm-Morphologie und Gehirn sehr gut: Rohe, harte und schwer verdaubare Kost (z. B. Pflanzen in Reinform) verlangen eine stark erhöhte Darmaktivität. Dies ist kostspielig. Es wäre &#8212; lt. des Kleiberschen Gesetzes &#8212; unmöglich, ein derart großes Gehirn zu besitzen, aber gleichzeitig einen energetisch kostspieligen und morphologisch entsprechend ausgeprägten Darm.</p>
<p style="text-align: justify;">Es zeigt sich, dass bereits unsere frühesten Vorfahren, Vertreter der Gattung Australopithecus, Knochenmark ausschabten und entsprechend qualitativ hochwertiges Fett des Nervensystems anderer Tiere verspeisten. Das war vor über 3 Millionen Jahren.<span id='easy-footnote-6-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-6-4730' title='Shannon P. McPherron, Zeresenay Alemseged, Curtis W. Marean, Jonathan G. Wynn, Denné Reed, Denis Geraads, René Bobe, Hamdallah A. Béarat. Evidence for stone-tool-assisted consumption of animal tissues before 3.39 million years ago at Dikika, Ethiopia. Nature, 2010; 466 (7308): 857 DOI: 10.1038/nature09248'><sup>6</sup></a></span></p>
<p style="text-align: justify;">Fett als Energieträger hat den Vorteil, dass bereits sehr kleine Mengen reichen (Energiedichte pro Gramm), um den Organismus energetisch zu speisen. Fett ist der Energieträger, der am effektivsten genutzt wird. Im Vergleich zu Protein und Kohlenhydraten, wird die postprandiale Thermogenese nur minimal, wenn überhaupt, gesteigert.<span id='easy-footnote-7-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-7-4730' title='Westerterp, Klaas R. &amp;#8222;Diet induced thermogenesis.&amp;#8220; Nutrition &amp;amp; Metabolism 1.1 (2004): 5.'><sup>7</sup></a></span> Ich denke, Homo sapiens hat grundlegend die Tendenz, Nahrungsmittel zu präferieren, die eine maximale Kaloriendichte aufweisen.</p>
<p style="text-align: justify;">Bedenken wir folgendes Szenario: Eine gesteigerte Fettzufuhr sättigt lange, versorgt den Körper nachhaltig mit (Speicher-)Fetten und kann so spielend leicht den Gehirn-Stoffwechsel speisen und aufrechterhalten via Ketolyse &#8212; ebendas wird unterstützt durch eine (etwas) größere Fettmasse der Spezies. Andere Arten können nur sehr kurz, wenn überhaupt, ohne Nahrung auskommen.</p>
<p style="text-align: justify;">So lässt sich der Organismus &#8212; via Fettzufuhr &#8212; in sehr kurzer Zeit mit der maximalen Energiemenge versorgen. Die Folge ist: Sehr viel mehr Zeit für viele andere Aktivität, die nicht direkt etwas mit Nahrungszufuhr zu tun haben <em>müssen</em>. Dies wäre &#8212; wie beschrieben &#8211;, im Vergleich zu vielen anderen Tierarten, ein enormer Vorteil.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Die natürliche Präferenz</h3>
<p style="text-align: justify;">Studiert man freilebende Menschen, wird rasch klar, dass diese grundsätzlich ein Mix aus Kohlenhydraten und Fetten präferieren. Nahezu alle Menschen aus meinem Umfeld, die nicht einem bestimmten Konzept folgen, präferieren fetthaltige Lebensmittel. Kein einziger dieser Menschen versucht, sich ausschließlich von Kohlenhydraten zu ernähren. Ich bin der Auffassung, dass bei der Interpretation unseres Ernährungsverhaltens die falschen Schlüsse gezogen wurden: Zwar erscheint die Ernährung heute kohlenhydratlastig, aber &#8212; wie oben bereits geschrieben &#8212; würde eine kohlenhydratlastige Ernährungsform deutlich größere Mengen voraussetzen.</p>
<p style="text-align: justify;">Als Beispiel: Verspeisen wir die geliebten Pommes mit Wurstsalat, führen wir, so scheint es, größere Mengen an Kohlenhydraten zu. Aber selbst 400 g Pommes hätte noch keinen hohen (!) Kohlenhydratanteil. Das Gegenteil ist der Fall. Fett ist der entscheidende Makronährstoff in dieser Konstellation.</p>
<p style="text-align: justify;">Es werden im Schnitt 100 g Protein pro Tag verzehrt. Es ist bekannt, dass der Mensch grundsätzlich versucht, die Fett-Protein-Ratio bei circa 1:1 zu halten. Verzehren wir also 100 g Protein, so sind wir instinktiv bemüht, auch 100 g Fett zu verzehren &#8211; mindestens. Denn sollte dieser Wert nicht ausreichen, um den Kalorienbedarf zu decken, wird entweder nach oben korrigiert (also mehr Fett verzehrt) oder mit anderen Makronährstoffen (hier: Kohlenhydraten) ergänzt. Das können wir auch sehen: So liegt der durchschnittliche Fettverzehr bei 100 g pro Tag.<span id='easy-footnote-8-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-8-4730' title='Sabine Wagnerberger: &amp;#8222;Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Entstehung von alkoholbedingten Lebererkrankungen&amp;#8220;, Universität Hohenheim'><sup>8</sup></a></span> <span id='easy-footnote-9-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-9-4730' title='Nationale Verzehrsstudie II'><sup>9</sup></a></span></p>
<p style="text-align: justify;">Wir ergänzen instinktiv Fett, wenn wir beispielsweise mageres Fleisch essen. Fühlen wir, dass das Fleisch zu mager ist, suchen wir instinktiv nach fetthaltigen Ergänzungen. Heute sind das zunehmend Milchfette in Form von Sahne, Schmand, Butter und so weiter.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Kohlenhydratanteil liegt bei Männern im Schnitt zwischen 250 und 300 g pro Tag &#8212; ca. 40 % der Gesamtkalorien. Nahezu 25 % davon stammen aus Brot.<span id='easy-footnote-10-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-10-4730' title='Sabine Wagnerberger: &amp;#8222;Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Entstehung von alkoholbedingten Lebererkrankungen&amp;#8220;, Universität Hohenheim'><sup>10</sup></a></span> <span id='easy-footnote-11-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-11-4730' title='Nationale Verzehrsstudie II'><sup>11</sup></a></span> Brot ist somit das Nahrungsmittel, das präferiert konsumiert wird, um Kohlenhydrate aufzunehmen. Spannend ist die Frage, wie sich die Kohlenhydrataufnahme verändern würde, gäbe es kein Brot (Gedanke dazu, siehe &#8222;zelluläre Präferenz&#8220;).</p>
<p style="text-align: justify;">Um es klar zu sagen: Das ist keine klassische &#8222;High-Carb-Ernährungsform&#8220;. Kulturen, die eine High-Carb-Ernährungsform praktizieren, verzehren die doppelte Kohlenhydratmenge. Da diese Menschen deutlich mehr Kohlenhydrate zuführen, allerdings nicht linear dazu eine metabolische Entgleisung zu beobachten ist, kann man daraus folgern, dass Kohlenhydrate per se nicht schädlich sind. Gleichzeitig bedeutet es nicht, dass Glukose der präferierte Treibstoff unserer Zellen ist.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Die zelluläre Präferenz</h3>
<p style="text-align: justify;">Ein gesunder Metabolismus richtet den Stoffwechsel immer (!) auf eine hohe Fettsäure-Oxidation aus. Tatsächlich ist die Zelle dann krank, wenn sie eine eingeschränkte, sogenannte oxidative Kapazität zeigt.</p>
<p style="text-align: justify;">Jede Intervention, die für uns &#8212; offensichtlich &#8212; zu positiven Resultaten führt (z. B. Sport, Fasten, Kalorienrestriktion und so weiter), tut das deshalb, da sie den muskulären Fettsäure-Stoffwechsel verbessert oder den Stoffwechsel sehr deutlich hin zur Fettsäure-Oxidation verlagert.</p>
<p style="text-align: justify;">Grundsätzlich präferiert die (Muskel-)Zelle Fett als Substrat. Noch heute können wir lesen und hören, dass Glukose das präferierte Substrat ist. Das ist falsch. <strong>Gibt man der Zelle Glukose und Fette, werden immer Fettsäuren bevorzugt &#8212; zumindest im Muskel. </strong>Genau diesen Zustand kannst du bei Insulinresistenten studieren, leider zu ihrem Nachteil.</p>
<p style="text-align: justify;">In der Tat stehen die Tore für die Fettsäure-Oxidation nahezu immer offen. Für eine sehr gute, muskuläre Glukose-Toleranz müssen wir arbeiten (z. B. deutlich weniger Fett zuführen).</p>
<p style="text-align: justify;">Umgekehrt: Eine ausgiebige, Fettsäure-lastige Ernährung verschlechtert die Glukose-Oxidation nachhaltig. Sollten meine Beobachtungen und Schlüsse stimmen, ist eine eingeschränkte Glukose-Oxidation kein &#8222;Problem&#8220;, sondern etwas Natürliches. Dies hatte ich schon mehrfach niedergeschrieben und habe es mittlerweile selbst oft erlebt. Fette verschlechtern die Glukose-Toleranz aus gutem Grund. Züchtet man Tiere, die eine hohe glykolytische Kapazität aufweisen (= sehr viel Glukose oxidieren), zeigt sich ein Abfall der Blutglukose-Konzentration. Ein zu starker Shift in Richtung Glukose-Stoffwechsel würde das Individuum zwingen, konstant zu essen, um die Blutzucker-Konzentration aufrecht zu halten. Hier musste die Natur ganz klar feintunen, weswegen man Glukose-sparende Mechanismen bereits anhand der Ratte studieren kann, obwohl diese sehr gut mit einer Kohlenhydrat-reichen Ernährung klar kommt.</p>
<p style="text-align: justify;">Bedenken wir eine organspezifische Makronährstoff-Präferenz, wird rasch klar, dass die Makronährstoffzufuhr von Gesunden (einfach ausgedrückt: Medium-Carbs, Medium-Fett, Medium-Protein) den Körper gut und adäquat mit Makronährstoffen versorgt. Zumindest bei isokalorischer Zufuhr. Es bleibt sicher eine gewisse Varianz: Etwas weniger Kohlenhydrate zugunsten von mehr Fett ist ebenfalls denkbar. Dies passt zu Real-Life-Erscheinungen, bei denen wir auch die glykolytischen Muskelfasern &#8222;umerziehen&#8220; können, sodass diese deutlich weniger Kohlenhydrate benötigen und stattdessen Fettsäuren oxidieren können.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Morphologie des Kiefers und der Zähne</h3>
<p style="text-align: justify;">Ein grundsätzliches Missverständnis herrscht dann, wenn anhand unseres Kiefers und unserer Zähne gezeigt werden soll, dass der Mensch kein Fleischfresser ist oder sein kann. Wir haben keine Reißzähne und die Backenzähne unterscheiden sich morphologisch ebenfalls sehr stark von Fleischfresser-Backenzähnen.</p>
<p style="text-align: justify;">Diese Beobachtung ist selbstverständlich richtig. Die Schlussfolgerung allerdings falsch.</p>
<p style="text-align: justify;">Es gibt Insekten und Spinnen, die ihre Beute außerhalb des Körpers verdauen. Wenn diese räuberisch, sprich carnivor, leben, kann der körpereigene Verdauungsapparat in keinster Weise als Erklärung für die Lebensweise dienen. Denn die extraintestinale Verdauung zerlegt das zu verdauende Objekt <em>außerhalb</em> des Körpers.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Mensch ist in der Lage, seine Nahrung nicht nur zu kochen, sondern auch per Hand entsprechend zu verarbeiten. Genau diese Aspekte sorgen dafür, dass ein Großteil der &#8222;Verdauung&#8220; bereits außerhalb des Körpers statt findet.</p>
<p style="text-align: justify;">So ist es kein Zeichen von &#8222;Unnatürlichkeiten&#8220;, wenn Menschen ihre Nahrung kochen oder gar verarbeiten. Viel mehr ist der Mensch aufgewachsen mit dem Kochen und der Verarbeitung von Nahrung, weswegen unsere Kiefer- und Zahnmorphologie eine untergeordnete Rolle spielt.</p>
<p style="text-align: justify;">Beispiel: Ein roher Fleischbatzen lässt sich kaum kauen, das Produkt der Verarbeitung, z. B. Carpaccio, lässt sich sehr gut kauen und verspeisen. Rohe Kartoffeln können wir nicht verzehren, gekocht allerdings schon &#8211; und zwar sehr gut.</p>
<p style="text-align: justify;">(Anmerkung: Der Kiefer ist bei Homo sapiens ebenfalls sehr grazil und &#8212; im Vergleich zu anderen Primaten &#8212; deutlich rückgebildet. Auch hier zeigt sich, dass [rohe] Pflanzenkost nicht mehr die tragende Rolle spielte.)</p>
<h3 style="text-align: justify;">Die essentiellste Aminosäure</h3>
<p style="text-align: justify;">Im Säugetier-Körper spielt eine Aminosäure eine herausragende Rolle. Die Rede ist von Taurin*. Taurin gehört zu den am höchsten konzentrierten Aminosäuren im Säugetier-Organismus. Es heißt in einer Arbeit, dass diese Aminosäure zu den essentiellsten Substanzen überhaupt gehört.<span id='easy-footnote-12-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-12-4730' title='Ripps, Harris, and Wen Shen. &amp;#8222;Review: taurine: a “very essential” amino acid.&amp;#8220; Molecular vision 18 (2012): 2673.'><sup>12</sup></a></span></p>
<p style="text-align: justify;">* Taurin ist per definitionem keine Aminosäure. Es enthält allerdings eine Amino- und eine Säure-Gruppe und ist auch ein Aminosäure-Abkömmling, weswegen die Literatur häufig &#8222;Aminosäure&#8220; statt Aminosulfonsäure sagt.</p>
<p style="text-align: justify;">Taurin ist enorm wichtig für das Gehirn, fungiert als Neurotransmitter, ist ein potentes Antioxidans (hemmt oxidativen Stress), unterstützt die Entgiftung (Schwermetalle), moduliert den Lipid-Stoffwechsel, schützt die Zellen (zytoprotektiv), reguliert die Gesundheit der Retina, die Entwicklung des Nervensystems und die Bildung von Galle. Taurin, das weiß man heute, ist essentiell für die mitochondriale Funktion (insbesondere den oxidativen Stoffwechsel). Ein Mangel induziert mitochondriale Dysfunktion.<span id='easy-footnote-13-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-13-4730' title='Hansen, Svend Høime et al. &amp;#8222;A role for taurine in mitochondrial function.&amp;#8220; J Biomed Sci 17.Suppl 1 (2010): S23.'><sup>13</sup></a></span> <span id='easy-footnote-14-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-14-4730' title='Ito, Takashi et al. &amp;#8222;Tissue Taurine Depletion Alters Metabolic Response to Exercise and Reduces Running Capacity in Mice.&amp;#8220; Journal of amino acids 2014 (2014).'><sup>14</sup></a></span> Daher wundert es nicht, dass Taurin vor allem in solchen Geweben vorkommt, wo der oxidative Stoffwechsel sehr dominant ist (z. B. im Herz, im oxidativen Skelettmuskel, in der Leber etc.).</p>
<p style="text-align: justify;">Taurin wird aus der Aminosäure Cystein synthetisiert. Dies geschieht mit Hilfe eines Enzyms namens Cysteinsulfinsäuredecarboxylase (CSD). Bei Carnivoren (Fleischfressern), die auf exogene Taurin-Zufuhr angewiesen sind, finden wir nur sehr, sehr geringe Mengen dieses Enzyms. Tatsächlich ist die Enzym-Menge bei uns Menschen sogar geringer als bei Katzen. Im Gegenzug ist die CSD-Menge bei Ratten sehr viel höher. Das bedeutet, dass diese Tiere ihren Taurin-Bedarf selbst decken können, Taurin also selbst synthetisieren. Im Menschen scheint dies nicht der Fall zu sein. Das, was akute Mangel-induzierte Schäden verhindert, ist die Fähigkeit des Körpers, Taurin gut zu konservieren.</p>
<p style="text-align: justify;">Aber: Kindern, denen man nur einen Kuhmilch-basierten Muttermilchersatz gibt, zeigen einen sehr deutlichen Abfall der Taurin-Konzentration im Blut &#8211; trotz ausreichender Cystein-Zufuhr. Die Muttermilch enthält hohe Mengen Taurin &#8211; im Gegensatz zur Kuhmilch. (Vgl., <span id='easy-footnote-15-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-15-4730' title='Falkner, Frank; Tanner, J. M (1978): &lt;i&gt;Principles and Prenatal Growth&lt;/i&gt;. Boston, MA: Springer US.'><sup>15</sup></a></span> <span id='easy-footnote-16-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-16-4730' title='Ripps, Harris, and Wen Shen. &amp;#8222;Review: taurine: a “very essential” amino acid.&amp;#8220; Molecular vision 18 (2012): 2673.'><sup>16</sup></a></span>)</p>
<p style="text-align: justify;">Falls der Mensch also auf exogene Taurin-Zufuhr angewiesen ist, liegt der Schluss nahe, dass wir auf tierische Proteinquellen nicht nur möglicherweise angewiesen sind, sondern zum Überleben brauchen!</p>
<p style="text-align: justify;">Für mich zeigt es noch etwas sehr deutlich: Der Mensch bevölkerte immer schon Küsten und küstennahe Regionen, weswegen das Meer wohl sehr häufig der präferierte Ort der Nahrungssuche war. Gerade dort finden wir Nahrungsmittel, die sehr reich an Taurin sind. Und anderen Mikronährstoffen, auf die wir gleich zu sprechen kommen.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Nur eine essentielle Fettsäure: DHA</h3>
<p style="text-align: justify;">Gehen wir davon aus, dass es so etwas wie essentielle Fettsäuren gibt, stellt sich die Frage: Welche sind das?</p>
<p style="text-align: justify;">Essentiell ist ein Stoff dann, wenn wir ihn dringend brauchen, aber nicht selbst herstellen können.</p>
<p style="text-align: justify;">Diese Rolle erfüllt DHA: Sie reichert sich insbesondere im Gehirn und in der Retina an, reguliert dort die Integrität der Zellmembranen. Generell moduliert DHA die Eigenschaften des Blutes (Viskosität, Plättchen-Aggregation etc.), moduliert den NO-Haushalt und den Lipid-Stoffwechsel.</p>
<p style="text-align: justify;">Lange ging man davon aus, dass die extrem langkettigen und hoch ungesättigten Fettsäuren, DHA und EPA, aus der pflanzlichen Vorstufe alpha-Linolensäure synthetisiert werden können. Heute weiß man: Das stimmt. Bis zu EPA. <strong>Die Synthese von DHA aus EPA findet nicht statt</strong>, weswegen wir dringend auf die Zufuhr von DHA angewiesen sind.<span id='easy-footnote-17-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-17-4730' title='Arterburn, Linda M, Eileen Bailey Hall, and Harry Oken. &amp;#8222;Distribution, interconversion, and dose response of n− 3 fatty acids in humans.&amp;#8220; The American journal of clinical nutrition 83.6 (2006): S1467-1476S.'><sup>17</sup></a></span></p>
<p style="text-align: justify;">Tatsächlich kann DHA zu EPA verstoffwechselt werden, aber nicht umgekehrt, weswegen klar wird, dass lediglich DHA eine essentielle Substanz ist. Zumindest bezüglich unseres klassischen Ernährungsverhaltens.</p>
<p style="text-align: justify;">Auch hier gilt: DHA ist in der Muttermilch stark angereichert. Nicht aber in der Kuhmilch.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Pflanzliche Vitamin-A-Vorstufen sind nicht ausreichend</h3>
<p style="text-align: justify;">Es gibt jede Menge Studien zum Thema ß-Carotin. ß-Carotin hat eine strukturelle Ähnlichkeit zu Vitamin-A(-Abkömmlingen), weswegen es dem menschlichen Körper als Vitamin-A-Vorstufe (&#8222;Provitamin A&#8220;) dienen kann &#8212; sagen wir: dienen <em>könnte</em>.</p>
<p style="text-align: justify;">Zum einen zeigen die Studien, dass es sehr viele sogenannte Non-Responder gibt: Bei diesen Menschen zeigt ß-Carotin keinerlei Wirkung hinsichtlich des Vitamin-A-Status.</p>
<p style="text-align: justify;">Zum anderen: Bei Respondern ist die intestinale ß-Carotin-Aufnahme (sehr) niedrig (beläuft sich auf circa 2&#8211;20 %) und auf Mol-Basis ist ß-Carotin ca. 2,5&#8211;5 % so viel Wert wie Retinol. Auf Massenbasis nahezu das Doppelte. Also: Menge X mal 10&#8211;20. Entsprechend einkalkulieren muss man auch die intestinale Aufnahme. Wohlgemerkt muss man bedenken, dass die intestinale Aufnahme, die sowieso schon extrem gering ist, mit zunehmender Dosis sinkt. (Vgl., <span id='easy-footnote-18-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-18-4730' title='&lt;span style=&quot;font-weight: 400;&quot;&gt;Hickenbottom, Sabrina J et al. &amp;#8222;Variability in conversion of β-carotene to vitamin A in men as measured by using a double-tracer study design.&amp;#8220; &lt;/span&gt;&lt;i&gt;&lt;span style=&quot;font-weight: 400;&quot;&gt;The American journal of clinical nutrition&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;span style=&quot;font-weight: 400;&quot;&gt; 75.5 (2002): 900-907'><sup>18</sup></a></span> <span id='easy-footnote-19-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-19-4730' title='&lt;/span&gt;&lt;span style=&quot;font-weight: 400;&quot;&gt;Hickenbottom, Sabrina J et al. &amp;#8222;Dual isotope test for assessing β-carotene cleavage to vitamin A in humans.&amp;#8220; &lt;/span&gt;&lt;i&gt;&lt;span style=&quot;font-weight: 400;&quot;&gt;European journal of nutrition&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;span style=&quot;font-weight: 400;&quot;&gt; 41.4 (2002): 141-147'><sup>19</sup></a></span> <span id='easy-footnote-20-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-20-4730' title='Lin, Yumei et al. &amp;#8222;Variability of the conversion of β-carotene to vitamin A in women measured by using a double-tracer study design.&amp;#8220; The American journal of clinical nutrition 71.6 (2000): 1545-1554'><sup>20</sup></a></span> <span id='easy-footnote-21-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-21-4730' title='Tang, Guangwen et al. &amp;#8222;Short-term (intestinal) and long-term (postintestinal) conversion of β-carotene to retinol in adults as assessed by a stable-isotope reference method.&amp;#8220; The American journal of clinical nutrition 78.2 (2003): 259-266.'><sup>21</sup></a></span>)</span></p>
<p style="text-align: justify;">Wer nun also gut mit Retinol versorgt sein möchte, der müsste exorbitante ß-Carotin-Mengen zuführen &#8212; zumindest theoretisch. Praktisch ist dies a) nur möglich via Ergänzungsmittel und b) sinkt die Aufnahme mit zunehmender Dosis.</p>
<p style="text-align: justify;">Freilebende Individuen also, sind sehr sicher angewiesen auf eine Retinol-Zufuhr, das wir ausschließlich in tierischen Produkten finden. Auch hier ist der Fisch eine hervorragende Quelle (Lebertran) oder die Leber von anderen Tieren (z. B. Wild). Das Wichtige ist, dass es bei Vitamin A keine Responder bzw. Non-Responder gibt. Vitamin A kommt immer im Blut an.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich darf anmerken: Sehr, sehr viele Menschen berichten, dass sie ausschließlich mit Retinol positive Erfahrungen gemacht haben.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Persönliche Geschichte: Einmal habe ich so viele Karotten verspeist, dass meine Haut sich gelb-orange färbte. Daraufhin dachten viele aus meinem Umfeld, ich sei krank. Als ich es richtig stellte und mich erklärte, bekam ich den Namen &#8222;Rabbit&#8220; (deutsch: Hase) verpasst. Leider war die Haut meiner Fingerknöchel (Fachausdruck: Fingergrundgelenke) immer sehr empfindlich und riss schnell auf. Daher weiß ich, dass Retinol (also das richtige Vitamin A) funktioniert: Die Risse und Entzündungen heilten sehr rasch ab, die Haut wurde glatt und widerstandsfähig.</p>
</blockquote>
<h3 style="text-align: justify;">Vitamin-C-Stoffwechsel</h3>
<p style="text-align: justify;">Wir können im Gegensatz zu vielen anderen Säugetieren kein Vitamin C synthetisieren. Häufig wird das als Argument genutzt, um eine pflanzenbasierte Ernährung zu rechtfertigen. Diesbezüglich muss allerdings beachtet werden, dass die Säuger, die kein Vitamin C synthetisieren, über potente Vitamin-C-Recycling-Systeme verfügen &#8211; nicht aber diejenigen, die Vitamin C synthetisieren können.</p>
<p style="text-align: justify;">So haben Wissenschaftler festgestellt, dass rote Blutzellen (Erythrozyten) bei uns (auch bei Fledermäusen und Meerschweinchen) Vitamin C via GLUT1 aufnehmen. Alle anderen Säugetiere können das nicht. Dort findet man lediglich ein GLUT4-Protein. GLUT1 zeigt keine Insulin-Abhängigkeit (=&gt; ist immer da) und zeigt eine generelle Präferenz für Dehydroascorbinsäure über Glukose.</p>
<p style="text-align: justify;">Wird Vitamin C, also Ascorbinsäure, &#8222;verbraucht&#8220;, entsteht die oxidierte Form namens Dehydroascorbinsäure.</p>
<p style="text-align: justify;">Im Gegensatz zu Vitamin-C-synthetisierenden Spezies, können menschliche rote Blutzellen dieses verbrauchte Vitamin C via GLUT1 aufnehmen. Dort wird es sehr rasch zu Vitamin C reduziert, was &#8211; logischerweise &#8211; Vitamin C regeneriert.<span id='easy-footnote-22-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-22-4730' title='Montel-Hagen, Amélie; Kinet, Sandrina; Manel, Nicolas u. a. (2008): „Erythrocyte Glut1 Triggers Dehydroascorbic Acid Uptake in Mammals Unable to Synthesize Vitamin C“. In: &lt;i&gt;Cell&lt;/i&gt;. 132 (6), S. 1039-1048, DOI: 10.1016/j.cell.2008.01.042.'><sup>22</sup></a></span> <span id='easy-footnote-23-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-23-4730' title='Cell Press. &amp;#8222;How Humans Make Up For An &amp;#8218;Inborn&amp;#8216; Vitamin C Deficiency.&amp;#8220; ScienceDaily. www.sciencedaily.com/releases/2008/03/080320120726.htm (accessed September 3, 2015)'><sup>23</sup></a></span></p>
<p style="text-align: justify;">Daraus folgt ein dramatisch niedriger Verbrauch an Vitamin C im Vergleich zu vielen anderen Spezies, die nicht über dieses Recycling-System verfügen.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Mehr Fleisch ≠ mehr Harnsäure</h3>
<p style="text-align: justify;">Generell wird fälschlicherweise angenommen, dass die Zufuhr von Purinen (via Fleisch) die Harnsäure-Konzentration erhöht, was zu Gichtanfällen führen könnte. Dabei wird nicht beachtet, dass der Großteil der Purine aus körpereigenen Zellabbauprozessen stammt und die endogene Harnsäure-Synthese nicht nur von Fleisch abhängt, sondern beispielsweise auch ganz deutlich durch die Zufuhr von Fruktose reguliert wird.</p>
<p style="text-align: justify;">Tatsächlich zeigen wir Menschen eine extrem erniedrigte Aktivität eines Leber-Enzyms namens Xanthin-Oxidoreduktase. Dieses Enzym reguliert die Harnsäure-Synthese und Enzym-Aktivität ist im Menschen &#8212; im Vergleich zu vielen anderen Tieren &#8212; dramatisch niedriger, im Faktor-100-Bereich.</p>
<p style="text-align: justify;">Gleichzeitig können Menschen (und andere Primaten) die entstandene Harnsäure nicht gut abbauen, da ihnen das nötige Enzym fehlt. Daraus folgt unter anderem, dass die Harnsäure-Konzentration bei Menschen nahezu 50-fach höher ist &#8212; im Vergleich zu anderen Säugetieren.</p>
<p style="text-align: justify;">Wider erwarten, produziert diese extreme Diskrepanz keine Anomalien, sondern wird seit langem als physiologisch wichtiger Faktor anerkannt &#8212; so ist Harnsäure ein potentes Antioxidans (eines der wichtigsten im Blut-Plasma) und steht im Zusammenhang mit der langen Lebensspanne des Menschen. Andere Autoren legen gar nahe, dass es Harnsäure war, die die kognitiven Fähigkeiten und somit auch (erst) die Enstehung von H. sapiens ermöglichte.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Harnsäure-Frage möchte ich mit zwei Gegenfragen beantworten:</p>
<ul>
<li style="text-align: justify;">Wenn die Harnsäure-Konzentration vom Fleischverzehr abhängt, wieso haben Veganer die mit Abstand höchsten Harnsäure-Werte? <span id='easy-footnote-24-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-24-4730' title='Schmidt, Julie A.; Crowe, Francesca L.; Appleby, Paul N. u. a. (2013): „Serum Uric Acid Concentrations in Meat Eaters, Fish Eaters, Vegetarians and Vegans: A Cross-Sectional Analysis in the EPIC-Oxford Cohort“. In: PLoS ONE. 8 (2), S. e56339, DOI: 10.1371/journal.pone.0056339.'><sup>24</sup></a></span></li>
<li style="text-align: justify;">Wieso kann eine fleischreiche Reduktionsdiät (mit 30 % Protein-Anteil, 120 g Eiweiß pro Tag) die Harnsäure-Werte senken? <span id='easy-footnote-25-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-25-4730' title='Dessein, P H (2000): „Beneficial effects of weight loss associated with moderate calorie/carbohydrate restriction, and increased proportional intake of protein and unsaturated fat on serum urate and lipoprotein levels in gout: a pilot study“. In: Annals of the Rheumatic Diseases. 59 (7), S. 539-543, DOI: 10.1136/ard.59.7.539.'><sup>25</sup></a></span></li>
</ul>
<p>Es muss also andere Faktoren geben, die die Harnsäure-Konzentration ebenfalls erhöhen. Die häufigste Ursache für Störungen im Harnsäure-Haushalt ist eine Nieren-Dysfunktion, woraus folgt, dass anfallende Harnsäure nicht effektiv ausgeschieden wird. Andere Faktoren sind u. a. genetischen Aspekte oder Krankheiten, die den Zellabbau dramatisch beschleunigen (z. B. Chemotherapie als Folge von Krebs). <span id='easy-footnote-26-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-26-4730' title='&lt;span id=&quot;productTitle&quot; class=&quot;a-size-extra-large&quot;&gt;Essentials of Rubin&amp;#8217;s Pathology, 6. Edition'><sup>26</sup></a></span></span></p>
<p style="text-align: justify;">(Vgl., <span id='easy-footnote-27-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-27-4730' title='Oda M, Satta Y, Takenaka O, Takahata N. Loss of urate oxidase activity in hominoids and its evolutionary implications. Mol Biol Evol. 2002 May; 19(5): 640-53.'><sup>27</sup></a></span> <span id='easy-footnote-28-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-28-4730' title='Abadeh S, Killacky J, Benboubetra M, Harrison R. Purification and partial characterization of xanthine oxidase from human milk. Biochim Biophys Acta. 1992 Jul 21;1117(1):25-32.'><sup>28</sup></a></span> <span id='easy-footnote-29-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-29-4730' title='Xu P, LaVallee P, Hoidal JR. Repressed expression of the human xanthine oxidoreductase gene. E-box and TATA-like elements restrict ground state transcriptional activity. J Biol Chem. 2000 Feb 25;275(8):5918-26.'><sup>29</sup></a></span>)</p>
<h3 style="text-align: justify;">Mängel, die Scheingesundheit entstehen lassen</h3>
<p style="text-align: justify;">Das Problem, das wir haben: Wir können gewisse Dinge schwer abschätzen.</p>
<p style="text-align: justify;">Nehmen wir als Beispiel den Methionin-Stoffwechsel. Wir haben gelernt, dass Methionin quasi der Schalter ist, anhand dessen unser Organismus erkennt, ob er gerade viel oder wenig Essen bekommt. Entsprechend werden zelluläre Signalwege an- oder abgeschaltet.</p>
<p style="text-align: justify;">Eine Methionin-Restriktion verlängert ohne Frage das Leben und kann die metabolische Gesundheit verbessern. Doch zu welchem Preis?</p>
<p style="text-align: justify;">Gedanke: Menschen, die kein tierisches Protein essen, werden vermutlich sehr viel weniger schwefelhaltige Aminosäuren (Methionin und Cystein) aufnehmen, verbessern damit vielleicht die metabolische Gesundheit und leben länger.</p>
<p style="text-align: justify;">Noch einmal: Zu welchem Preis?</p>
<p style="text-align: justify;">Ebendas und andere Aspekte können wir nicht richtig einschätzen. Denn es liegt ebenfalls auf der Hand, dass dies eine monoperspektivische Analyse ist, projiziert auf eine dynamische Welt mit dynamischen System.</p>
<p style="text-align: justify;">Noch ein Gedanke: Methionin-Restriktion muss nicht sein, wenn wir Glycin (z. B. aus Kollagen) verspeisen &#8212; und schon sieht die Welt wieder komplett anders aus.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Folgerungen und abschließende Worte</h2>
<h3 style="text-align: justify;">Homo carnivorous</h3>
<p style="text-align: justify;">Betrachten wir die Entwicklung von Homo sapiens, so zeichnet sich ein recht eindeutiges Bild ab: Wir Menschen zeigen Anpassungen, die definitiv in Richtung einer Carnivorie gehen, das heißt in Richtung einer Ernährung, die auf tierischen Produkten basiert. Im direkten Vergleich zum Carnivor allerdings, sind Menschen nicht angepasst an eine Protein- aber eine Fett-lastige(re) Ernährung.</p>
<p style="text-align: justify;">In der Tat ist es vermutlich eher so, dass der menschliche Stoffwechsel nur adäquat funktionieren kann, wenn tierische Produkte verzehrt werden. Siehe dazu Taurin, Vitamin A oder Omega-3-Fettsäuren.</p>
<p style="text-align: justify;">Umgekehrt, so scheint es, ist eine pflanzenbasierte Ernährung zwar gut gemeint, aber nicht so gesund, wie einige Vertreter meinen. Sekundäre Pflanzenstoffe sind wichtig, keine Frage, aber nicht, wenn man sie auf Kosten von Tierprodukt-Verzicht zuführt und somit quasi die vielen anderen, essentiellen Substanzen vergisst.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Mäßig KH &gt; No-Carb &gt; High-Carb</h3>
<p style="text-align: justify;">Der Organismus benötigt eine optimale Glukose-Homöostase. Das wissen wir mittlerweile alle. Das scheinen wir zu erreichen, wenn wir Glukose nahezu komplett vom Speiseplan streichen und in aller Regelmäßigkeiten &#8222;refeeden&#8220; &#8211; oder, mit einer täglichen, aber mäßigen Kohlenhydratzufuhr. Wenngleich ich Kohlenhydrate per se nicht als schädlich erachte, interferiert eine hohe Kohlenhydrat-Menge mit dem Fettstoffwechsel, weswegen der Fettanteil reziprok gesenkt werden muss. Dies halte ich nicht für zielführend. Zumindest wenn chronisch praktiziert. Auf der anderen Seite bin ich fest davon überzeugt, dass eine &#8222;No-Carb-Diät&#8220; ebenso wenig zielführend ist. Ich möchte anmerken, dass dieser Punkt meine Theorie im <a href="https://genetisches-maximum.de/ueber-edubily/das-handbuch-wird-modern/">Buch</a> nicht negiert. Im Gegenteil: Falls die Gedanken korrekt sind, ist das Spiel mit den Makronährstoffen (high carb vs. low carb) ideal, um die Körperkomposition zu verbessern. Denn: Lässt man den Organismus essen, was er möchte, wird er auch dafür sorgen, dass die Fettspeicher adäquat (!) gefüllt sind, was nicht in unserem Interesse liegt.</p>
<h3 style="text-align: justify;">High-Tec zum Land, vom Land zur High-Tec</h3>
<p style="text-align: justify;">Hier bei uns in der Pfalz ist es üblich, viele Teile des Tieres zu verspeisen (eine Form von <em>nose to tail</em>). Tatsächlich war es noch vor 30 Jahren üblich, Säue selbst zu schlachten und alle Teile des Tieres so zu verarbeiten, dass man nahezu alles verwenden kann &#8211; und das, über einen langen Zeitraum.</p>
<p style="text-align: justify;">Dazu gehörten Dinge wie Blutwurst, Leberwurst, aber auch Schwartenmagen. Insbesondere Letzteres ist interessant, da hier auch Kollagen des Tieres verarbeitet wird. Wie wir heute wissen: Sehr wichtig für uns.</p>
<p style="text-align: justify;">Derzeit bin ich ein wenig am Rätseln. Denn: Die Verarbeitungsmethoden (z. B. Pökeln) galten lange Zeit als gesundheitsschädlich. Heute distanzieren sich sogar Wissenschaftlicher zunehmend davon. In der Tat wissen wir, dass Nitrate hoch wünschenswerte Effekte haben können (siehe dazu: <a href="https://genetisches-maximum.de/energiehaushalt/stickoxid-fettleber-energiestoffwechsel-no-arginin-nitrat/">NO-Guide</a>).</p>
<p style="text-align: justify;">Nennen wir das Kind beim Namen: Machen die Pfälzer alles richtig?</p>
<p style="text-align: justify;">Die beiden Onkel meines Vaters sind fitter als viele 20-jährige bei uns, verzehren seit Jahrzehnten ihre Blut- und Leberwurst. Nach dem Gesundheitsgeheimnis gefragt, anwortet einer der beiden: &#8222;Milch, frisch vom Bauernhof, mit viel Fett. Das Zeug vom Supermarkt schmeckt mir nicht.&#8220; Nun weiß ich selbst, dass &#8222;Onkel Herbert, der raucht und trinkt und trotzdem 100 Jahre alt wird&#8220; eine personifizierte Scheinkausalität ist. Doch &#8212; gilt das auch in diesem Beispiel?</p>
<h3 style="text-align: justify;">Weg mit Konzepten &#8212; bitte mehr Instinkt!</h3>
<p style="text-align: justify;">Es ist sicher richtig und wichtig, eine Konzept-Distanz zu praktizieren, um so zu lernen, wieder auf den Körper und seine Bedürfnisse zu hören. Im Glauben an unser Konzept verzehren wir Fette, wenn der Körper eigentlich gerade Kohlenhydrate möchte und glauben auf der anderen Seite, wir müssten uns an Tag XY oder bei Zeitpunkt XY (z. B. nach dem Training) die Kohlenhydrate um die Ohren hauen.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir streiten uns über Gluten und die Brötchen. Aber ich, für meinen Teil, kann nur eine gewisse Menge an Teigwaren essen, bevor mein Körper mir ganz klar signalisiert, dass er nicht mehr möchte &#8211; ungeachtet eines etwaigen &#8222;Kohlenhydrat-Hungers&#8220;. Dies gilt für alle Nahrungsmittel.</p>
<p style="text-align: justify;">Wieso ist das so bei mir? Und: Wieso ist es bei anderen anscheinend (oder scheinbar) nicht so?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Fakt ist: Lernen könnten wir von den Alten. Von uns Fachidioten lernt niemand, zumindest nicht, wenn der Fachidiot seine eigenen Körpersignale ignoriert und dir Konzepte auf die Nase bindet, die deine Denkprozesse über die Signale des Körpers stellt. </strong></p>
<h3 style="text-align: justify;"> Literatur</h3><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/">Edubily spricht über Ernährung: „Paleo“ vs. „Vegan“?!</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Bye Bye Paleo &#8211; Schluss mit der Pseudowissenschaft</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-pseudowissenschaft/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Jul 2015 18:41:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Paleo]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Fett]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#8222;Paleo&#8220; heißt: Wir, als Art, sind daran angepasst Wenn ich darüber nachdenke &#8230; bald befasse ich mich seit einem Jahrzehnt mit der so genannten &#8222;Steinzeiternährung&#8220;, engl. &#8222;The Paleo Diet™&#8220; oder &#8222;Paläo-Diät&#8220;. Jahrelang war ich fasziniert [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-pseudowissenschaft/">Bye Bye Paleo – Schluss mit der Pseudowissenschaft</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2 style="text-align: justify;">&#8222;Paleo&#8220; heißt: Wir, als Art, sind daran angepasst</h2>
<p style="text-align: justify;">Wenn ich darüber nachdenke &#8230; bald befasse ich mich seit einem Jahrzehnt mit der so genannten &#8222;Steinzeiternährung&#8220;, engl. &#8222;The Paleo Diet™&#8220; oder &#8222;Paläo-Diät&#8220;.</p>
<p style="text-align: justify;">Jahrelang war ich fasziniert von dem Gedanken der <strong>Angepasstheit (= Adaptation) des Menschen an seine Umwelt und somit auch an eine (bestimmte) Ernährungsform</strong>.</p>
<p style="text-align: justify;">Das ist auch ganz wichtig: Die ganze Szene beruft sich genau auf dieses grundlegende, biologische Gesetz.</p>
<p style="text-align: justify;">Der &#8222;Umkehrgedanke&#8220; wird auch praktiziert: <strong>Ist es nicht &#8222;paleo&#8220;, ist es nicht gut für uns</strong>.</p>
<p style="text-align: justify;">An dieser Stelle finden wir bereits die erste ernsthafte Frage: Welche Zeiträume sind denn überhaupt relevant, wenn man sich mit der Frage nach der Angepasstheit beschäftigt? 40 Millionen Jahre oder doch eher 50.000?</p>
<p style="text-align: justify;">Der Name &#8222;Paläo&#8220; (&#8222;Paläolithikum&#8220;) beantwortet die Frage bereits vorweg: <strong>2,5 Millionen bis circa 10.000 vor Christus</strong>. Ungefähr in dieser Zeit (vor 2,5 Mio. Jahren) entstand die Gattung Homo. Homo <em>sapiens</em> ist circa 200.000 Jahre alt.</p>
<p style="text-align: justify;">Klar wird direkt: Alles, was danach passierte, wird als Zeitraum verstanden, in dem nicht nennenswerte Veränderungen bezüglich der Angepasstheit stattfanden.</p>
<p style="text-align: justify;">In diesen Zeitraum fällt auch das Dasein als Landwirt und Viehzüchter.</p>
<p style="text-align: justify;">Bitte beachten: &#8222;Primaten&#8220; gibt es seit 85 Mio. Jahren. Fossilien sind 55 Mio. Jahren alt. Menschenaffen gibt es seit circa 20 Mio. Jahren. Schimpansen und Menschen haben einen gemeinsamen Vorfahr &#8230; vor 5 Mio. Jahren war das.</p>
<p style="text-align: justify;">Also: Wir Menschen sind bestenfalls Hybride mit einer pflanzenfressenden Vergangenheit. Tatsächlich macht das Paläolithikum, im Hinblick die Geschichte der Menschenaffen, gerade einmal circa 10 % aus. Viele Vertreter der Paläo-Ernährung berufen sich sogar auf einen Zeitraum von nur 50.000 Jahren, wo die Eiszeit in Europa vermutlich einen enormen selektiven Druck ausübte. 50.000 Jahre &#8230;</p>
<p style="text-align: justify;">Wenn die Evolution derart schnell agieren kann, wie wir das bei der Menschwerdung sehen können, wieso lassen wir dann die letzten 10.000 Jahre in unserer &#8222;Paläo-Rechnung&#8220; argumentativ nicht gelten?</p>
<p style="text-align: justify;">Als weiteren Denkanstoß, vorweg, möchte ich anmerken, dass heute lebende Europäer keine reinerbigen Wesen sind, die in der Eiszeit entstanden. Tatsächlich ist der Genpool in unserer Welt so durchmischt und erfährt eine so hohe Fluktuation, dass es nicht ausgeschlossen ist, dass heute lebende Europäer sogar Wurzeln einer späteren Auswanderungswelle (aus Afrika) in sich tragen &#8211; und zwar nach der Eiszeit.</p>
<p style="text-align: justify;">Hier wird direkt klar, dass Verallgemeinerungen jeglicher Art, nicht zielführend und sogar irreführend sind.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Paleo ist eine Scheinwissenschaft</h2>
<p style="text-align: justify;">Doch &#8230; je länger man sich mit der Wissenschaftlichkeit (!) dahinter befasst, umso &#8230; ja &#8230; schwieriger wird es, auch für einen selbst, die postulierten Dinge so zu akzeptieren.</p>
<p style="text-align: justify;">Denn: <strong>Solange man nicht klar beweisen bzw. definieren kann, was Paleo eigentlich ist, solange ist es ein schwammiges Gebilde, eine Fantasie-Figur, die zwar ein nettes Paradies suggeriert, aber das sich jeder &#8211; im Kopf &#8211; so gestalten kann, wie er das möchte. </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Denn genau am Punkt der Wissenschaftlichkeit scheitert jede Diskussion und Argumentation.</p>
<p style="text-align: justify;">Wie wollen wir die Sache &#8222;Paleo&#8220; wissenschaftlich greifbar machen? Beim derzeitigen Stand, ist das nicht möglich.</p>
<p style="text-align: justify;">Was viele nicht wissen: Alle (!) Studien zum Thema Paleo, also Studien, die versuchen, die Vergangenheit greifbar zu machen, sind <strong>reine Spekulationen</strong>!</p>
<p style="text-align: justify;">Wie soll das auch anders gehen?</p>
<p style="text-align: justify;">Wie soll man wissenschaftlich präzise rekonstruieren, was vor zwei Millionen Jahren passiert ist?</p>
<h2 style="text-align: justify;">Alle Paleo-Arbeiten sind Spekulationen</h2>
<p style="text-align: justify;">Also &#8230; noch einmal: Alle Studien zu dem Thema sind Spekulationen. Im besten Fall: Beobachtungen oder Kalkulationen.</p>
<p style="text-align: justify;">Auch Wissenschaftler haben es schwer, bei solchen Themen eine ordentliche wissenschaftliche Arbeit abzuliefern.</p>
<p style="text-align: justify;">Das liegt ganz einfach daran, dass das Themengebiet &#8222;Paleo&#8220; so weit, breit und farbig ist, dass es einem Wunschkonzert gleicht, seine eigenen Thesen &#8211; vermeintlich objektiv &#8211; darzulegen.</p>
<p style="text-align: justify;">Es gibt eine ganze Reihe von wissenschaftlichen Schwächen, so genannte &#8222;Experimenter&#8217;s bias&#8220;.</p>
<p style="text-align: justify;">Das sind im Prinzip Schwächen der menschlichen Natur bezüglich einer generellen Objektivität, die es im menschlichen Verstand eigentlich nahezu nicht gibt &#8211; zumindest nicht, solange der menschliche Verstand, ob bewusst oder unbewusst, &#8222;zuschlagen&#8220; kann.</p>
<p style="text-align: justify;">Doch werden wir konkreter.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Homo erectus als Fett-Fresser &#8211; oder doch eher der Autor?</h2>
<p style="text-align: justify;">Es gibt eine sehr ausführliche Studie zum Thema Homo <em>erectus</em>. Heißt: Viel Arbeit. In meinen Augen vertritt die Studie valide Gedanken (!), darum habe ich sie damals als kleine Erklärungshilfe in mein Buch gepackt, um ein möglichst breitgefächertes Bild von &#8222;Paleo&#8220; zu generieren &#8211; so gut wie dies auf 30-50 Seiten eben möglich ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Nun ja: Die Grundthese der Arbeit ist, dass Homo <em>erectus</em> Großwildjäger (genauer: Elefantenjäger) war, der viel Tierfett, viel Protein gefuttert hat. Auch in dieser Arbeit findet man viele Kalkulationen und so weiter. Von diesem Standpunkt aus &#8230; ist alles legitim. Diese Thesen kann man, so geschildert, ruhig vertreten.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Problem: Der Autor dieser Studie hatte vor 4-5 Jahren einen Beitrag im englischen Paleo-Internet kommentiert, aus dem seine persönliche Position deutlich hervor ging.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Seine Position: Ich praktiziere Low-Carb, eher noch Keto.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Wohl gemerkt: Das war <em><strong>vor </strong></em>der Veröffentlichung seiner Arbeit.</p>
<p style="text-align: justify;">Viele der Szene wussten das natürlich nicht und nutzen diese Arbeit, um &#8211; dann &#8211; allgemeingültige Thesen wiederum zu bestätigen. <strong>Nach dem Motto: Die Wissenschaft gibt uns recht!</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Falsch: <strong>Die Szene gibt sich selbst recht.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Man würde sicherlich auch keinen Schiri, der gerade Dortmund-Fan ist, ein Dortmund-Spiel pfeifen lassen.</p>
<p style="text-align: justify;">Das kann man nur dann auch so einordnen, wenn man weiß, dass &#8222;Paleo&#8220; &#8211; wie es heute existiert &#8211;<strong> auf der Basis von vielleicht 10 wissenschaftlichen Arbeiten gegründet (und begründet) wurde</strong>.</p>
<p style="text-align: justify;">Und auch hier schrieben quasi zwei Autoren (Cordain und Eaton) den Großteil der Thesen (etc.) nieder.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Jeder Paleo-Wissenschaftler hat eine ganz eigene Vorstellung</h2>
<p style="text-align: justify;">Wenn man dann Cordain und Eaton studiert, wird wiederum klar, dass beide ganz andere Vorstellungen einer Paleo-Ernährung haben, was sich wiederum äußert in ihren Ausführungen.</p>
<p style="text-align: justify;">Auch wenn Cordain ein sehr guter Wissenschaftler ist, der sich sicher sehr viel Mühe gibt und sichtlich nicht das praktiziert, was er postuliert (und somit vielleicht objektiver ist, :-) ), hat auch er sich später von einigen Punkten, die er selbst so dargelegt hat, distanziert. Vor allem bezogen auf gesättigte Fette und so weiter.</p>
<p style="text-align: justify;">Es gibt mittlerweile noch viele weitere Wissenschaftler, die sich mit dem Thema &#8222;Paleo&#8220; befassen und immer ihre ganz eigenen Thesen vertreten.</p>
<p style="text-align: justify;">Und wie das eben so ist, dann, wenn das Thema so schwammig ist und keiner das Gegenteil beweisen kann, wird auch jeder seine eigenen Thesen belegen können. So wie das u. a. Milton macht, auch eine Biologin (Anthropologin), die Primaten studiert hat und viele ihrer Thesen auch von ihren gewonnen Erfahrungen ableitet.</p>
<p style="text-align: justify;">Mich würde nicht wundern, wenn die sich wiederum vegan ernährt oder zumindest fast-fleischlos.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Selbstverarschen ist menschlich</h2>
<p style="text-align: justify;"><strong>Man kann als Wissenschaftler alle möglichen Thesen vertreten und mit anderen Studien untermauern</strong>. Dieses Phänomen nennt man <em>Cherry-Picking</em>. Man pickt sich eben die Früchte heraus, die man gerade für seine eigenen Behauptungen braucht und ignoriert die gesamte Datenlage. Dabei malt man dem geneigten Leser ein Bild, das &#8222;rund&#8220; erscheint, aber überhaupt nicht rund ist.</p>
<p style="text-align: justify;">(Anmerkung: Da wissenschaftliche Studien ebenfalls von Leuten durchgeführt werden, die sich wiederum auf andere Arbeiten berufen, kann eine ganz eigene &#8222;Arbeiten-Nische&#8220; entstehen, die sich selbst bestärkt und recht gibt. Klassisches Beispiel ist der Cholesterin-Hype in Verbindung mit dem Herzinfarkt. Die Wissenschaftler damals waren nicht dumm &#8230; nur, um das einmal gesagt zu haben. Nur &#8230; Unwahrheiten [oder besser: Unüberprüfbare, unbestätigte &#8222;Wahrheiten&#8220;] werden nicht wahr durch ständiges Wiederholen. Gilt auch für wissenschaftliche Arbeiten.)</p>
<p style="text-align: justify;">Ich könnte auf Anhieb ein paar Autoren (auch im deutschsprachigen Internet) nennen, die dieses Handwerk bestens beherrschen. Das gilt übrigens auch für das eigene Gehirn. Man kann sich &#8211; wörtlich &#8211; selbst verarschen. Auch vor allem dann, wenn man gerade etwas praktiziert und sich für die wissenschaftliche Wahrheit überhaupt nicht interessiert, solange man die ganz eigene Wahrheit im Herzen trägt &#8230; oder so ähnlich.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich bin selbstverständlich nicht frei davon und weiß, dass ich mein Unterbewusstsein mit Cherry-&#8222;Fakten&#8220; bombardiert habe &#8230; und am Ende voll von einer Sache überzeugt war. Dabei habe ich alles andere &#8211; bewusst und unbewusst &#8211; ignoriert. Heute weiß ich es besser und weiß, dass gute (!) Wissenschaft (= Biochemie) nicht lügt. Da kann ich mir noch 100 x einreden, dass die Fette in Butter optimal für meine Gesundheit sind und Olivenöl ein Kunstprodukt ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Darüber hinaus bedient sich Paleo &#8211; wie keine andere Ernährungsform &#8211; an Epidemiologie, an Beobachtungen und vermeintlichen, daraus resultierenden Ereignissen. Und das, obwohl die &#8222;Methoden&#8220; tatsächlich alles andere als valide sind. Oder anders ausgedrückt: Man zieht Rückschlüsse anhand von Menschen, die nicht mehr existieren (oder am anderen Ende des Kosmos leben) und deren Leben wir in keinster Weise nachvollziehen können, erfinden danach Ereignisse (&#8222;Diese Menschen hatten weniger Krankheiten als wir &#8230;&#8220;), die gut klingen, die aber allerhöchstens der Fantasie entspringen. Zumindest sind solche Aussagen aus der Sicht moderner Analysen völlig unzureichend und nichtssagend.</p>
<p style="text-align: justify;">Ignoriert wird dabei, dass man auch im Jetzt Epidemiologie betreiben kann. Stichwort &#8222;Blue Zones&#8220; etc. &#8211; aber diese Epidemiologie ist nicht erlaubt, zeigt Schwächen, hilft uns anscheinend nicht, sinnvolle Aspekte für unser persönliches Leben abzuleiten.</p>
<p style="text-align: justify;">Tatsächlich werden auch nur die Punkte ignoriert, die nicht in den eigenen Denkhorizont passen. Denn Populationen wie Masai oder Inuit werden gerne beschrieben. Von allen möglichen Leuten. Aber nicht der Objektivität halber, sondern der Legitimation wegen. Der Objektivität halber müsste man dann doch noch Volksgruppen wie Hadza, Kitava-Bewohner oder Menschen wie Tarahumara oder andere Ureinwohner irgendwelcher Länder (siehe oben, &#8222;Menschen vom anderen Ende des Kosmos&#8220;) erwähnen &#8211; Tatsache? Niemals. &#8222;Veganer!&#8220;.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Witz ist, dass diese heroischen Low-Carb-Völker, bei genauerer Betrachtung, ganz anders leben, als wir das in unserem Kopf gerne glorifizieren. Ich habe da mal ein paar ältere Studien herausgepickt und in meinem Buch zitiert. Ältere Studien &#8230; damit man auch wirklich den &#8222;alten, nativen Lebensstil&#8220; der Menschen bewerten kann. Denn auch dieses &#8222;früher war in diesen Stämmen alles besser&#8220; &#8230; wird gerne als Argument genutzt. Doch zurück: Masai-Männer, echte Masai-Männer haben im mittleren Alter Arteriosklerose wie alte US-Männer.</p>
<p style="text-align: justify;">Auch die tollen Inuit sind alles andere als Vorbilder: Genmutationen verhindern die hepatische Ketogenese, der RQ weist nicht auf konstante Fettverbrennung hin, die Leber ist überdimensional groß, Arteriosklerose haben die massig, aber keinen Herzinfarkt (merkst du das Cherry-Picking?), weil das Blut durch Omega-3-Fettsäuren eine bessere Fließeigenschaft bekommt &#8211; leider geht damit ein deutlich erhöhtes Schlaganfallrisiko einher. Da platzen die Äderchen im Kopf halt schneller.  Letzteres erzählt man dir dann aber nicht.</p>
<p style="text-align: justify;">Keiner von den ganzen Paleo-Gurus hat jemals bei oder mit den Inuit gelebt. Kein einziger dürfte sich auch nur ein einziges Wort, Life-Style-beschreibendes Wort erlauben oder gar Aspekte für das tägliche Leben (bei uns!) ableiten. Sogar Cordain nutzt bei seinen ganzen Kalkulationen andere Arbeiten, deren Inhalt er ja nicht auf Korrektheit überprüfen kann. Wie soll das auch gehen? Er beschreibt etliche, natürlich lebende Völker &#8211; aber hat er sie auch besucht?</p>
<p style="text-align: justify;">Das sind doch keine argumentativen Grundlagen, um daraus dann ernsthaft und detailversessen ganze Lebensratschläge abzuleiten. Was soll das?</p>
<h2 style="text-align: justify;">Paleo ist ein &#8222;Kulturprodukt&#8220;</h2>
<p style="text-align: justify;">Das eigentliche Problem von Paleo ist dann am Ende doch nicht die Studienlage, denn tatsächlich interessiert sich kaum jemand dafür, sondern die Kultur.</p>
<p style="text-align: justify;">Paleo durchläuft keine &#8222;echte&#8220; Evolution, sondern eine kulturelle &#8211; Paleo wird getragen von den einzelnen Strömen, die zum Teil tatsächlich aus &#8222;echter Evolution&#8220; hervorgehen, aber am Ende doch nur das Konstrukt von Menschen sind, die sich ihre ganz eigene Geschichte basteln und diese froh im Internet verkünden. Manchmal vereinen sich Ströme und erscheinen dann noch kräftiger.</p>
<p style="text-align: justify;">So geschieht es, dass Paleo am Ende keine auf Wissenschaft fußende, echte Bereicherung ist, sondern ein netter Roman, eine spannende Geschichte, die mit Biegen und Brechen ein interdisziplinäres Ganzes schaffen will &#8211; ganz in der Manier der Menschheit, eine Lösung für Alles finden möchte, eine &#8222;Feldtheorie&#8220;, eine zufriedenstellende Kohärenz.</p>
<p style="text-align: justify;">Dabei spielt es am Ende dann auch keine Rolle mehr, ob man es biochemisch (oder anders) begründen kann. Sobald das Totschlagargument, eine Paleo-Legitimation, fällt, gibt es nahezu keinen argumentativen Ausweg mehr. Und das, obgleich viele Paleo-Vertreter sehr weit weg sind von der tatsächlichen, originalen Wissenschaft hinter Paleo, diese womöglich noch nie studiert haben.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Paleo ist ein Marketing-Wunder</h2>
<p>Genau genommen ist es für uns Menschen schwer, eine &#8222;Ernährungsform &#8220; einfach deshalb so zu praktizieren, weil wir von Haus aus glauben, dass uns diese Form der Ernährung gut tut.</p>
<p>Häufig kommt dann noch ein Paradox hinzu, das wir von Kindern oder Tieren kennen.</p>
<p>Im Zusammenhang mit etwas Gutem, widerfährt uns etwas Schlechtes, was uns den Glauben an das Gute nimmt.</p>
<p>Resultat ist, dass wir eine 360-Grad-Wendung durchleben, anstatt Dinge mit Gefühl zu optimieren. 360 Grad deshalb, weil wir &#8211; nicht wissend &#8211; danach genauso schlecht dastehen wie vorher. Wenn nicht jetzt, dann auf lange Sicht.</p>
<p>Das ist dann ungefähr so: Weil einige mit Gluten nicht zurecht kommen, werden Kohlenhydrate im Allgemeinen nie wieder verzehrt. Man orientiert sich nun in eine andere Richtung und sucht nach Antworten auf das &#8222;Warum?&#8220;, hinter dem, was uns widerfahren ist.</p>
<p>Wohl gemerkt: Das sind menschliche Verhaltensweisen, eine ganz natürliche Sache.</p>
<p>Jedoch führt es häufig zur &#8222;Überkompensation&#8220;: Letztlich übersteuert man das Ganze und übertreibt in der Ausführung. Noch einmal: Eine Minimal-Intervention hätte gereicht, um das System neu zu justieren. Unsere Reaktion ist jedoch ein Weglaufen, eine Suche nach dem anderen, besseren Ort.</p>
<p>Ich habe das auch 1:1 so erlebt und habe letztendlich mehr Probleme mit dem &#8222;anderen Extrem&#8220; generiert.</p>
<p>Extreme wirken anziehend, wirken richtig. Vielleicht ist das eine Macke unserer Zeit. Aber, um auf den Eingangspunkt zurückzukommen, eine Ernährungsform lebt man nicht einfach so. Man zelebriert sie, am besten verknüpft man sie direkt mit einem sozialen Aspekt, mit einem Gruppen-Gefüge.</p>
<p>Das Schlimme ist, dass sich daraus ganze Marktzweige entwickeln, die aus einer guten Sache (&#8222;Die Suche nach der perfekten Ernährung&#8220;) ein Konstrukt entstehen lassen, das zwar den Verbraucher bedienen möchte, aber am Ende etwas kreiert, was man nicht braucht: Die &#8222;Paleo-Pizza&#8220;, &#8222;Paleo-Proteinpulver&#8220; und &#8222;glutenfreie Unterhosen&#8220;.</p>
<p>Anstatt zu fr*ssen, was wir von Natur aus als &#8222;natürlich, gut, gesund&#8220; einstufen und das zu unterlassen, was uns nicht gut tut (und nein, es sind nicht die Kohlenhydrate!), fließt massig Geld in eine Maschinerie, die wir nicht brauchen, die kostspielig ist und die uns nichts geben wird, was uns der gesunde Menschenverstand nicht auch diktieren könnte.</p>
<p>Anstatt den Blick auf die Vergangenheit zu richten und Lebensweisen zu emulieren, die wohl eher mit Fantasie, als mit Menschsein zu tun haben, sollten wir uns alle an der eigenen Nase packen und Geld in Nachhaltigkeit investieren, in Innovationen, in neue Möglichkeiten.</p>
<p>Nicht in das teure Angus-Steak, weil im Paleo-Buch geschrieben steht, dass wir alle Fleischfresser sind und täglich ein Kilogramm davon anpeilen sollten.</p>
<h2>Vom Top-Down zum Bottom-Up</h2>
<p style="text-align: justify;">Das größte Problem allerdings ist, dass es vielen Menschen schwer fällt, sich eine eigene, unvoreingenommene Meinung zu bilden. Dies geht selbstverständlich nur dann, wenn man über Methoden verfügt, um das zu bewerkstelligen.</p>
<p style="text-align: justify;">Vielen kann man diesbezüglich auch keinen Vorwurf machen, denn es bedarf vermutlich jahrelanger Erfahrung, um gewisse Behauptungen etc. richtig einschätzen zu können.</p>
<p style="text-align: justify;">Am Ende bleibt die Frage:<strong> Wieso muss es eine Top-Down-Analyse sein? </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die Antwort unserer Fragen finden wir nicht in Arbeiten zum Thema Evolution (&#8222;Top&#8220;), die Antworten unserer Fragen finden wir in den Zellen (&#8222;Bottom&#8220;), im Organismus, in unserer Physiologie, in unserer Biochemie.</p>
<p style="text-align: justify;">Es muss ein Umdenken her. <strong>Eine Bottom-Up-Analyse</strong>.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Evolution kann uns helfen, biochemische Tatsachen (!) zu erklären.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Evolution per se ist ein sehr, sehr schlechter Ratgeber, um konkrete, spezielle Aspekte für uns abzuleiten. <strong>Wir verrennen uns!</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Und so bleibt am Ende &#8211; bezogen auf die Ernährung &#8211; das nüchterne Ergebnis: Es gibt kein Schwarzweiß, es gibt Diversität wie Sand am Meer, der menschliche Organismus kann mit einer riesigen Breite an Nahrungsmitteln gut umgehen. <strong>Es gibt keine spezielle, artgerechte Ernährung</strong>.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Biochemie lehrt uns, dass die Frage nach der &#8222;speziellen&#8220; Ernährung weit weniger wichtig ist, als die Frage nach dem Life-Style. Oder anders ausgedrückt: Lasst uns das System Mensch fokussieren, nicht Glaubenskriege bezüglich der Frage nach der &#8222;richtigen Ernährung&#8220; &#8211; dann, ja dann kann eine Top-Down-Analyse tatsächlich Sinn machen.</p>
<p style="text-align: justify;">Nicht, um &#8222;spezielle Diäten&#8220; abzuleiten, sondern Grundprinzipien.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Doch dafür muss man kein Evolutionsbiologe sein. Dafür muss man ein Mensch sein &#8230; mit gesundem Menschenverstand, Intuition und Körperintelligenz. </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Jedes Kind weiß das.</p>
<p style="text-align: justify;">Und ja, es geht auch ohne Fleisch. Und ohne Paleo-Diät.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Wie ist deine Meinung zur Paleo-Diät? Hinterlasse einen Kommentar! (PS: Glaubenskriege und unnötige Diskussionen sind nicht erwünscht.)</h2><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-pseudowissenschaft/">Bye Bye Paleo – Schluss mit der Pseudowissenschaft</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Die Wirkung von Leptin: Der Schlüssel zur Traumfigur Teil 1</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/leptin/leptin-wirkung-traumfigur-teil-1/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Phil Böhm]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jun 2015 17:28:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leptin]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Fettabbau]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Du bist was du isst. Wie dieser Artikel zeigen wird, bist du womöglich unterschwellig resistent gegenüber dem Sättigungshormon Leptin. Zumindest wenn man dich mit verschiedenen Naturvölkern vergleicht. Weitere lesenswerte Beiträge über das Thema Leptin auf [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptin-wirkung-traumfigur-teil-1/">Die Wirkung von Leptin: Der Schlüssel zur Traumfigur Teil 1</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Du bist was du isst. Wie dieser Artikel zeigen wird, bist du womöglich unterschwellig resistent gegenüber dem Sättigungshormon <a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptin-stoffwechsel-hormon/"><strong>Leptin</strong></a>. Zumindest wenn man dich mit verschiedenen Naturvölkern vergleicht.</p>
<p style="text-align: justify;">Weitere lesenswerte Beiträge über das Thema Leptin auf diesem Blog:</p>
<ul>
<li style="text-align: justify;"><a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptin-wirkung-darm-teil-2/">Die Wirkung von Leptin Teil 2</a></li>
<li style="text-align: justify;"><a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptinresistenz-und-hungerprobleme-mit-dieser-frucht-ueberwinden/">Leptinresistenz und Hunger mit dieser Frucht überwinden</a></li>
<li style="text-align: justify;"><a href="https://genetisches-maximum.de/ketogen/fasten-modus-schilddruese-und-leptin/">Fasten-Modus &#8211; Schilddrüse und Leptin</a></li>
<li style="text-align: justify;"><a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/refeed-leptin-als-ursache-fur-t-und-t3-insuffizienz/">Leptin als Ursache für Testosteron und T3 Insuffizienz</a></li>
</ul>
<h2 style="text-align: left;">Ein Indianer kennt keine Leptinresistenz</h2>
<p style="text-align: justify;">Selbst wenn du ein Elite-Athlet mit Waschbrettbauch bist, hat der mopselige Dorfschamane aller Voraussicht nach trotzdem niedrigere Leptinspiegel. Hexerei? Wohl kaum.</p>
<p style="text-align: justify;">Im Folgenden schreibe ich darüber, was bei diesen Naturvölkern auf dem Speiseplan steht und weshalb wohl hier die Diskrepanz zwischen deren und unseren Leptinspiegeln zu suchen ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Bestimmte Faktoren in unserer Ernährung scheinen für uns höhere Leptinkonzentrationen nötig werden zu lassen. Welche Faktoren das sein könnten, erfährst du, wenn du weiterliest.</p>
<blockquote><p><strong>Anmerkung</strong><br />
Ich möchte das Fazit vorweg nehmen und direkt zu Beginn klar stellen, dass dieser Artikel nicht als “ernähre-dich-wie-das-Naturvolk-XY” verstanden werden soll. Ich will nicht den Eindruck vermitteln man solle sich seine Gesundheit über exotische Produkte mit Diesel und Kerosin erkaufen. Im Prinzip geht hier schlicht um unverarbeitete &#8211;  gerne auch regionale &#8211; Lebensmittel.Die Doktrin des Artikels ist also wieder einmal so simpel wie : “Setze auf whole-food!”.</p></blockquote>
<h3 style="text-align: justify;"><strong>Auf einen Blick</strong></h3>
<p style="text-align: justify;">Zu Beginn möchte ich zusätzlich betonen, dass ich epidemiologisch und evolutionsbiologisch nicht so versiert bin wie Chris. Inzwischen habe ich mich aber dennoch durch die ein oder andere Studie gelesen und möchte gerne meinen &#8218;Aha-Effekt&#8216; mit euch teilen.</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li style="text-align: justify;">Westliche, durchtrainierte Sportler weisen trotz niedrigem Körperfett dramatisch höhere Leptinspiegel auf als er in verschiedenen Naturvölker zu beobachten ist.</li>
<li style="text-align: justify;">Man könnte sich fragen: Sind wir durch unsere abweichende Ernährung etwa latent Leptin-resistent und benötigen deshalb mehr Leptin als z.B. Amazonas-Indianer?</li>
<li style="text-align: justify;">Diese Naturvölker entwickeln enorm schnell das Metabolische Syndrom, sobald sie mit westlicher Ernährung in Kontakt kommen; die Leptin-Spiegel erhöhen sich rasch.</li>
<li style="text-align: justify;">Woran liegt es? Niedrige Leptinspiegel und höhere Sensitivität durch Low-Carb und den &#8218;Jäger-und-Sammler&#8216; Lebensstil? Sind es letztendlich doch die “bösen Kohlenhdrate”?!</li>
<li style="text-align: justify;">Nein, denn andere Naturvölker <em>(z.B. Kitavan) </em>ernähren sich zu 70 % von Kohlenhydraten und sind stoffwechseltechnisch sogar noch gesünder!</li>
<li style="text-align: justify;">Allerdings finden sich in keinem Fall raffinierten, azellulären und somit dichte Kohlenhydratquellen wie in unserer Ernährung, sondern hauptsächlich Obst und Wurzelgemüse!</li>
<li style="text-align: justify;">Sorgt der hohe Verarbeitungsgrad und die Kohlenhydratdichte unserer Ernährung für eine Dysbiose der Darmflora?</li>
<li style="text-align: justify;">Die Aufnahme von Endotoxinen führen zu unterschwelligen Entzündungen und könnten ab einer gewissen Dauer und Prädisposition der Grund für viele Leiden unserer Gesellschaft darstellen inklusive der Leptin-und Insulinresistenz, Adipositas und Diabetes, Hashimoto Thyreoditis, Zöliakie, Multipler Sklerose,&#8230;.</li>
</ul>
<h3 style="text-align: justify;"><strong>Zwischenfazit</strong></h3>
<p style="text-align: justify;">Vollwertige und unverarbeitete Lebensmittel auf den Teller!</p>
<p style="text-align: justify;">Außerdem wird meine lang bestehende Auffassung, dass ein hoher Kohlenhydratanteil (vor allem) für Schlanke und Aktive zu bevorzugen ist, durch die Untersuchungen der Kitavan-Ernährung unterstützt.</p>
<p style="text-align: justify;">Desweiteren befürworte ich ebenfalls schon seit Längerem einen hohen Obstanteil, viel Wurzelgemüse und ganz allgemein <em>&#8218;whole-food&#8216;</em>. Raffinierte Stärkequellen (zum Teil mit zusätzlich Gluten, Lektinen und FODMAP&#8217;s) sind in meinen Augen eher zu vermeiden.<strong> </strong></p>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Wie Ernährung die Hormonsensitivität prägt</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Die Insulin-Resistenz ist inzwischen ein gängiger Begriff. Als edubily-Leser weiß man, dass ein <strong>“optimierter” Fettstoffwechsel</strong> deinem Kohlenhydratstoffwechsel nicht sonderlich gut tut. Fasten, extremer Ausdauersport und Ketogene Diäten induzieren eine <strong>temporäre, physiologische Insulinresistenz </strong>(Tuominen et al.,  1996; de Oliveira Caminhotto &amp; Lima, 2013):</p>
<p style="text-align: justify;">Chris hat an dieser Stelle regelmäßig auf die Biochemie dahinter verwiesen, namentlich den <strong>Randle-Cycle</strong>.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wir erinnern uns </strong><br />
Der Randle-Cycle besagt, dass sich Fett und Glucose in einem kontinuierlichen Armdrücken befinden. Dieses Gerangel der Energiesubstrate findet auf verschiedenen Ebenen statt.<br />
Dieser Machtkampf tobt nicht nur im Blut sondern insbesondere auch innerhalb der Zellen (Hue &amp; Taegtmeyer, 2009). Sofern man nicht mit dem Keto-Vorschlaghammer, einem Marathons oder ähnlichem daherkommen, ist man als gesunder Mensch dennoch metabolisch einigermaßen flexibel.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;"><em><strong>Anmerkung von Chris: </strong>Bevor es hier zu Missverständnissen kommt, möchte ich noch kurz eine Sache dazu sagen. Der Fettstoffwechsel muss immer relativ betrachtet werden. Wenn jemand beispielsweise sehr dick ist, dann lagern sich Fettsäuren und -Derivate im Muskel ein und überladen die Mitochondrien. Dummerweise kann der Muskel von Diabetikern (respektive Insulin-Resistenten) sehr häufig nicht gut mit der Fettmenge umgehen. Das kann man z. B. zeigen anhand einer niedrigeren mitochondrialen Dichten und weniger Kapazität bzgl. der Oxidation von Fettsäuren. Hier ist eine Steigerung der Fettsäure-Oxidation absolut gewinnbringend, denn dadurch wird man die Fettsäuren im Muskel los (und hoffentlich auch im Schwabbel): Der Muskel wird wieder Insulin-sensitiv. Programmiert man den Muskel aber auf chronisch stark gesteigerte Fettverbrennung, so wird er die Glukose-Utilisation schlicht dramatisch verringern. Natürlich wäre solch ein Muskel (bzw. der Körper) vermutlich geschützt vor metabolischer Entgleisung (z. B. Fettleibigkeit). Auf der anderen Seite aber, können dieselben Signalwege auch dafür sorgen, dass der Muskel wiederum Insulin-resistent wird. Das konnte z. B. jüngst gezeigt werden: Dramatisch mehr PGC1-alpha (kennt ihr, oder?) im Muskel sorgt dafür, dass der unablässig und maximal Fett verbrennt. Problem: Der muskuläre Stoffwechsel ist komplett auf die Fettaufnahme und -verarbeitung ausgelegt. So werden gegessene Kohlenhydrate direkt in Fett umgewandelt (im Muskel) &#8211; hörten die Tiere sich auf zu bewegen, dann stauten sich die Fettsäuren erneut und das insulin signalling war erneut dramatisch eingeschränkt (siehe oben). </em></p>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Fett oder Kohlenhydrate</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Dank Chris&#8216; Vorarbeit wisst ihr nun, dass Fett gewissermaßen der Insulin-Sensitivität schadet. Gilt ähnliches auch für Leptin?</p>
<p style="text-align: justify;">Ich habe mir nun die Frage gestellt, ob die Nahrungszusammensetzung bestimmt, wie wir auf eine gewisse Konzentration an Leptin reagieren. Eine höhere Sensitivität wäre wohl anzustreben, so dass bei geringem Fettanteil wenig Leptin ausreicht um den Hunger kontrollierbar und die Stoffwechselrate am Laufen zu halten.</p>
<h3 style="text-align: justify;"><strong>Amazonas-Indianer als Vorbild nehmen</strong></h3>
<p style="text-align: justify;">Man untersuchte die Leptin-Spiegel von westlichen Langdistanzläufern mit denen der Ache Indianer aus Paraguay. Das Erstaunen war groß, als man feststellte, dass im Blut der Langdistanzsportler signifikant mehr Leptin zirkuliert; und das obwohl sie einen <strong>geringen Körperfettanteil</strong> aufwiesen (Bribiescas et al., 2006).<br />
Es sollte angemerkt werden, dass diese Sportler im Prinzip als vollkommen gesund anzusehen sind. Die jeweiligen Hormonspiegel lagen absolut im Referenzbereich unserer Standards.</p>
<p style="text-align: justify;">Dennoch ist es irritierend, dass die Ache, wie auch andere Naturvölker, extrem viel niedrigere Leptinkonzentrationen aufweisen.<strong> </strong></p>
<blockquote><p><strong>Genetischen Faktoren oder Mikronährstoff-Defizienz?</strong><br />
Da diese Untersuchungen an unverwandten Naturvölker durchgeführt wurden, welche zum Teil sogar von verschiedenen Kontinenten stammen, erscheint eine genetische Komponente eher unwahrscheinlich.</p>
<p style="text-align: justify;">Außerdem wurde anfangs spekuliert, dass eventuell eine Unterversorgung mit gewissen Mikronährstoffen die Leptinwerte niedrig hält. Es ist zum Beispiel bekannt, dass Zink sehr bedeutend für die Leptinproduktion ist und dass unter Naturvölker recht häufig eine Zinkdefizienz vorzufinden ist. Deshalb hat man (innherhalb einer wenig soliden Studie) einigen Ache Indianer täglich 50mg Zink-Gluconat verabreicht. Man fand allerdings keinerlei Unterschiede bezüglich der Leptinwerte (Bribiescas et al., 2003).</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Sind die Ache also schlicht sensitiver gegenüber Leptin und haben deshalb geringere Blutspiegel?</p>
<p style="text-align: justify;">Und sollte das zutreffen: Ist der Grund für deren guten Energiestoffwechsels der <strong>geringe Kohlenhydratanteil</strong>, welcher bekanntermaßen typisch ist für solche Jäger-und-Sammler ist?</p>
<p style="text-align: justify;">Es klingt zugegebenermaßen durchaus wahrscheinlich. Besonders wenn man die hohe Anfälligkeit für das <em>&#8218;Metabolische Syndrom&#8216;</em> bedenkt, sollten solche Naturvöker denn einmal mit westlichen Einflüssen &#8211; insbesondere Agrarkultur und vielen Kohlenhydraten – konfrontiert werden (Page et al., 1974; Lindberg et al., 2001; Lindgärde et al., 2004).</p>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Veto aus Melanesien</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Kitavan erfreuen sich blendener Gesundheit bei 70 % der täglichen Kalorien aus Kohlenhydraten.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Kitavan sind ein Inselvolk aus Melanesien und verfolgen ebenfalls eine recht traditionelle Lebensweise. Im Gegensatz zu den Ache aus Paraguay betreiben sie allerdings in erster Linie Ackerbau.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Fokus liegt hier auf Früchten und Wurzelgemüse, worauf der Hauptanteil ihrer Ernährung liegt; neben etwas Fleisch, Fisch und Kokosfett (Lindberg et al., 1994).</p>
<p style="text-align: justify;">70 % der Kalorien aus hoch-glykämischen Lebensmitteln &#8211; kann das gut gehen?</p>
<p style="text-align: justify;">Und wie! Die Kitavan stehen offenbar metabolisch gesehen sogar noch besser da als andere Naturvöker. Sie haben auffällig <strong>niedrige Leptin- und Insulinspiegel</strong>; Stoffwechselerkrankungen treten hier quasi nicht auf (Lindberg et al., 1999/2001).</p>
<p style="text-align: justify;">Natürlich darf man keine zu voreiligen Schlüsse ziehen. Das Gegenbeispiel haben wir bei den Inuit kennengelernt.</p>
<p style="text-align: justify;">Eines der Paradebeispiele und Stützpfeiler der <strong>Keto-Philosophie</strong> ist bekanntermaßen die Ernährung der Inuit. Chris hat in zwei Artikeln (<a href="https://genetisches-maximum.de/ketogen/die-keto-diaet-der-inuit-die-es-nie-gab/">hier</a> &amp; <a href="https://genetisches-maximum.de/paleo/palao-keinen-fettstoffwechsel-durch-gen-mutation/">hier</a>) hervorragend dargelegt, warum diese Argumente <strong>keinerlei Substanz</strong> haben.</p>
<blockquote><p><strong>Exkurs</strong><br />
Inuit weisen eine sehr <strong>spezifische Mutation</strong> auf <em>(CPT1A)</em>.<br />
Somit sind sie offenbar sehr schlecht darin aus Lipiden Ketonkörper zu bilden (Greenberg et al., 2009; Rajakumar et al., 2009; Heinbecker et al., 1928).</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Trotz allem wird diese genetisch distinkte Population immer noch herangezogen, um dem 0815-Bürger die Vorteile eines kompletten Kohlenhydratverzichts schmackhaft zu machen.Im Gegensatz zu den häufigen Behauptungen scheinen sie also nicht an die Ketogenese sondern eher <strong>die Gluconeogenese</strong> angepasst zu sein &#8211; die körpereigene Bildung von Glucose (Heinbecker et al., 1928).</p>
<p style="text-align: justify;">Man könnte äquivalent dazu wohl auch einen Kleinwüchsigen zum<em> &#8218;dunking-contest&#8216;</em> im Basketball einladen. Jedenfalls ziemlich paradox, dieses Sache.</p>
<p style="text-align: justify;">Also zuerst an die eigene Nase fassen.</p>
<p style="text-align: justify;">Natürlich ist es nun genauso gut möglich, dass die Kitavan äquivalent dazu genetische Anpassungen aufweisen, die sie zu besonders effektiven Kohlenhydratverwertern werden lassen. Nach einiger Recherche ist mir hierzu allerdings nichts bekannt. Trotzdem möchte ich diese Eventualität erwähnt wissen.</p>
<h2 style="text-align: justify;">H<strong>öhere Leptinspiegel in westlichen Sportlern</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Einmal angenommen die Kitavan weisen keine genetische Anpassung auf, dann bedeutet dies, dass die erhöhten Leptinspiegel in uns “modernen” Menschen nicht von den <strong>Kohlenhydrate <em>per se</em> </strong>herrühren können.</p>
<p style="text-align: justify;">In einer interessanten Publikation zu diesem Thema wird genau diese Frage im Detail thematisiert (Spreadbury, 2012). Laut der Hypothese dieses Review ist die Ursache im Darm zu suchen.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Autor spekuliert, dass die höheren Leptinwerte (und damit eine latente Resistenz?) das Resultat einer regelmäßigen Zufuhr von  <strong>azellulären, raffinierten und damit sehr dichten Kohlenhydratquellen</strong> sind.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Kitavan nutzen wie gesagt in erster Linie zelluläre Kohlenhydratquellen. Somit sind die Kohlenhydrate innerhalb der Organellen gespeichert. Es liegt in der Natur der Sache, dass aus osmotischen Gründen sowie Platzgründen die verwertbaren Kohlenhydrate nicht viel mehr als 20 % des Zellvolumens einnehmen (Spreadbury, 2012).</p>
<p style="text-align: justify;">Durch den <strong>hohen Wasser- und Ballaststoffanteil</strong> wird somit die absolute Aufnahmemenge begrenzt.</p>
<p style="text-align: justify;">Bei raffinierten Lebensmitteln wie Stärke oder raffiniertem Zucker sieht dies natürlich anders aus und man kann sich bei geringem Volumen enorme Mengen zuführen. Zusätzlich entgehen einem die <strong>assoziierten Ballast-und Mikronährstoffe</strong>.</p>
<table style="height: 834px;" width="591">
<tbody>
<tr>
<td width="321"><strong>Kartoffel</strong></td>
<td width="321"><strong>Weizenkorn (bzw. Mehl)</strong></td>
</tr>
<tr>
<td width="321">
<ul>
<li>zelluläre Kohlenydratquelle</li>
<li>hoher Wasseranteil <em>(hydriert, physiologisch)</em></li>
<li>Zellen metabolisch aktiv</li>
<li>enthält deshalb relevante Mikronähstoffe</li>
<li>günstiges Verhältnis der Spurenelemente <em>(Kalium, Calcium-zu-Phosphat Ratio,&#8230;) </em>(Anderson et al., 1977; Lee et al., 2015)</li>
<li>enthält α-Ketosäuren als “Nieren-freundliche” Präkursoren für Aminosäuren (Isherwood &amp; Niavis, 1956; Teplan et al., 2000)</li>
</ul>
<p><strong>In diese Kategorie fält jegliches Obst und (Wurzel)-Gemüse</strong></td>
<td width="321">
<ul>
<li>azelluläre, raffinierte Kohlenhdratquelle</li>
<li>geringer Wasseranteil <em style="font-family: inherit; font-size: inherit; line-height: 1.4;">(dehydriert)</em></li>
<li><span style="font-family: inherit; font-size: inherit; line-height: 1.4;">metabolisch inaktiv = Dormanz oder “Keimruhe”;</span></li>
<li><span style="font-family: inherit; font-size: inherit; line-height: 1.4;">Kohlenhydrate gespeichert in separatem Nährgewebe (</span><em style="font-family: inherit; font-size: inherit; line-height: 1.4;">Endosperm</em><span style="font-family: inherit; font-size: inherit; line-height: 1.4;">)</span></li>
<li>ungünstige Spurenelement-Ratio <em>(hoher Phosphatanteil, Mineral-bindende Phytinsäure)</em></li>
<li>verschiedene Anti-Nährstoffe <em>(z.B. Gluten)</em></li>
</ul>
<p><strong>In diese Kategorie fällt (mehr oder weniger) jegliches Getreide und Pseudogetreide <em>(Amaranth, Quinoa, Buchweizen)</em> wie auch Reis.</strong></p>
<ul>
<li>o.g. Probleme wurden traditionell durch Keimauslösung <em>(&#8218;Quellen-lassen&#8216;)</em> oder verschiedene Verarbeitungsmethoden <em>(Sauerteigbrot, alkalische Nixtamalisation et cetera)</em> abgemildert.</li>
<li>massentaugliche und zeitsparende Herangehensweise heutzutage sind vermutlich problematisch <em>(Backtriebmittel in Aufback-Brezel, weitere Zusatzstoffe,&#8230;)</em></li>
<li>Zusatzstoffe in “Zucker-freien” Lebensmitteln ist häufig Maltodextrin; wird auch häufig von Sportler genutzt (inklusive mir in der <u>Vergangenheit</u>); inzwischen sind negative Effekte bzgl. Darmflora bekannt  (Nickerson et al., 2015)</li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Die Darmflora und verschiedene Kohlenhydrate</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Die Zusammensetzung der Darmflora <em>(=Mikrobiom)</em> ist recht individuell und hängt zum Beispiel von der <strong>Genetik</strong> und der <strong>initialen Besiedelung</strong> ab.</p>
<p style="text-align: justify;">Bedingt wird Letztere unter anderem von Faktoren wie der Entbindungsart und der postnatalen Ernährung (Salminen et al., 2004; Dominguez-Bello et al., 2010; Fallani et al., 2010).</p>
<p style="text-align: justify;">Allerdings ist auch der <strong>alltägliche Einfluss der Ernährung</strong> nicht zu unterschätzen; Nagerstudien sprechen von einem Einfluss von 60% der Ernährungsgewohnheiten und von nur 12% genetische Faktoren (Zhang et al., 2012).</p>
<p style="text-align: justify;">Eine <strong>ungünstige Verschiebung</strong> der Darmflora durch hohen Mengen an raffinierten Kohlenhdratquellen kann wohl durchaus zum Reizdarmsyndrom beitragen (<a href="https://genetisches-maximum.de/dextrin/reizdarm-darmbakterien/">s. Simon&#8217;s Artikel</a>). <strong><br />
</strong><br />
Eine erhöhte Permeabilität der Dünndarmschleimhaut resultiert in einer gesteigerten Aufnahme von Endotoxinen. Das sind zumeist hoch-immunogene Bruchstücke von Bakerienzellwänden <em>(Lipopolysaccharide; LPS)</em>, welche im unteren Dünndarm in die Lymphe und letztendlich das Blut übertreten. Hiervon wird das <strong>angeborene Immunsystem</strong> aktiviert, was schließlich zu einer latent <strong>reduzierten Leptin-Sensitiviät</strong> und anderen Problemen führen könnte (Brown et al., 2012).</p>
<p style="text-align: justify;">Generell scheint der Ursprung vieler unserer Wohlstandskrankheiten wie Diabetes mellitus und Adipositas im Darm zu liegen, von wo aus sich die Insulin-und Leptinresistenz im Körper “ausbreitet” (Caricilli &amp; Saad, 2014; Khan et al., 2014; Shan &amp; Song, 2015).</p>
<blockquote><p><strong>Interessant</strong><br />
Eine ungünstige Bakterienzusammensetzung innerhalb der Mundhöhle scheint ebenfalls Aufschluss über unsere metabolische Gesundheit geben zu können. Es wurde zum Beispiel gezeigt, dass in der Mundflora von so gut wie allen übergewichtigen Studienteilnehmer <strong>eine gewisse Bakterienart </strong><em>(Selenomonas noxia)</em> besonders häufig zu finden ist (Goodson et al., 209). Zusätzlich korreliert die orale, bakterielle Entzündungskrankheit <strong><em>“Paradontitis”</em></strong> mit Adipositas (Wood et al., 2003; Ritchie et al., 2007).</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">In Folge von westlichen Einflüssen verschlechtert sich in Naturvölker übrigens gleichermaßen die orale und metabolische Gesundheit (Klaus &amp; Tam, 2009).</p>
<h3 style="text-align: justify;"><strong>Ernährung von westlichen Läufern auf dem Prüfstand</strong></h3>
<p style="text-align: justify;">Laut der oben ausgeführten Hypothese der “Darmflora-Dysbiose” als Folge von raffinierten Kohlenhydraten haben wir es <strong>nicht nur</strong> mit der offensichtlich schlechten <em>&#8218;Cafeteria Diet&#8216;</em> voller Donuts und Cookies zu tun.</p>
<p style="text-align: justify;">Eine <strong>mediterrane Ernährungsform</strong> schließt beispielsweise nicht nur Olivenöl, Gemüse und Fisch mit ein, sondern meist ebenso<strong> einiges an raffinierten Kohlenhydraten</strong>; zumindest gilt das für die verbreitete Interpretation der mediterranen Ernährung.</p>
<p style="text-align: justify;">Hier kann man auch nochmals die westlichen Ausdauerathleten anbringen. Typischerweise verputzen die so einiges an zum Beispiel Pasta oder Reis. Konzentrierte Stärkequellen bieten sich für deren enormen Bedarf natürlich an.</p>
<p style="text-align: justify;">Augenscheinlich sind sie fit und gesund – meist ähnlich wie Anwender der mediterranen Ernährung. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass ihr Sportpensum beziehungsweise das Olivenöl, der Fisch und die Polyphenole einige der Probleme kaschieren/beheben können (Lopez-Lagarrea et al., 2014).</p>
<p style="text-align: justify;">Fakt ist dennoch, dass der “moderne” Mensch in der Regel höhere Leptinspiegel aufweist. Die Hinweise sprechen für eine vermehrte Aufnahme von Endotoxinen und unterschwellige Entzündungen. Diese lassen in der Folge <strong>mehr Leptin nötig</strong> <strong>werden</strong> als beispielsweise in Naturvölker ohne raffinierte Kohlenhydratquellen.</p>
<blockquote><p><strong>Was ist positiv für die Darmflora?</strong><br />
Polyphenole scheinen durchaus einen erheblichen Einfluss auf das Mikrobiom auszuüben. Im Granatapfel finden sich die sogenannte <strong><em>Punicalagine</em></strong>, welche nachweislich die Menge an günstigen <em>Bifidobakterien</em> und <em>Lactobacillen</em> im Darm erhöhen können (Bialonska et al., 2010).<br />
Insgesamt scheint hoher Fettanteil negativ, ein geringer Fettanteil dagegen positiv auf das bedeutsame Verhältnis von <em>Firmicutes</em> zu <em>Bacteroidetes</em> zu wirken (Fava et al., 2012).</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Wie in <a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptinresistenz-und-hungerprobleme-mit-dieser-frucht-ueberwinden/">diesem Artikel</a> eingangs erwähnt, ist selbst in Mediziner- und Forscherkreisen der Begriff der Leptinresistenz <strong>nicht wirklich eindeutig definiert</strong> (Myers et al., 2012). Auf Grund dieser Methodik-und Definitionsprobleme sind auch meine Ausführung bezüglich einer &#8218;unterschwelligen Leptinresistenz&#8216; eher als <strong>spekulativ </strong>anzusehen!</p>
<p style="text-align: justify;">Allerdings scheint es ein grundsätzliches Phänomen zu sein, dass ein veränderlicher und fließender Sensitivitätsverlauf gegenüber Hormonen besteht (s.o. “physiologische Insulinresistenz durch Keto-Diät oder einen Marathon”).</p>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Ausblick</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Das Wesentliche wäre hiermit gesagt. Im Zuge der Recherche bin ich allerdings auf einige weitere spannende Studien gestoßen. Diese Beispiele werden ihren Platz in einem Folgeartikel finden.</p>
<p style="text-align: justify;">Es wird im Speziellen um Getreide und die Glutenproblematik gehen und was es mit der resistenten Stärke und der Darmflora auf sich hat. Am Ende kommt es zum <em>&#8217;show-down&#8216;</em> zwischen zwei grundverschiedenen Menüs:</p>
<p style="text-align: justify;">Cafeteria Food <em>versus</em> Health Food.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir werden uns anschauen, was nach dem jeweiligen Konsum im Blut der Probanden passiert.</p>
<p style="text-align: justify;">Hier geht es zum zweiten Teil über die Wirkung von Leptin: <a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptin-wirkung-darm-teil-2/">Der Schlüssel liegt im Darm</a>.</p>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Referenzen<br />
</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Anderson, M.P. et al. &#8218;Long-Term Effect Of Low Dietary Calcium:Phosphate Ratio On The Skeleton Of Cejbus Albifrons Monkeys&#8216;. <em>Journal of Nutrition</em> 107.834-839 (1977): n. pag. Print.</p>
<p style="text-align: justify;">Bermudez-Brito, Miriam et al. &#8218;Resistant Starches Differentially Stimulate Toll-Like Receptors And Attenuate Proinflammatory Cytokines In Dendritic Cells By Modulation Of Intestinal Epithelial Cells&#8216;. <em>Molecular Nutrition &amp; Food Research</em> (2015). Web.</p>
<p style="text-align: justify;">Bialonska, Dobroslawa et al. &#8218;The Influence Of Pomegranate By-Product And Punicalagins On Selected Groups Of Human Intestinal Microbiota&#8216;. <em>International Journal of Food Microbiology</em> 140.2-3 (2010): 175-182. Web.</p>
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<p style="text-align: justify;">Brown, Kirsty et al. &#8218;Diet-Induced Dysbiosis Of The Intestinal Microbiota And The Effects On Immunity And Disease&#8216;. <em>Nutrients</em> 4.12 (2012): 1095-1119. Web.</p>
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<p style="text-align: justify;">Zhang, Chenhong et al. &#8218;Interactions Between Gut Microbiota, Host Genetics And Diet Relevant To Development Of Metabolic Syndromes In Mice&#8216;. <em>The ISME Journal</em> 4.2 (2010): 312-313. Web.</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptin-wirkung-traumfigur-teil-1/">Die Wirkung von Leptin: Der Schlüssel zur Traumfigur Teil 1</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Fette – das who is who der n3/n6/n9-Fettsäuren TEIL III</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/fette/fette-das-der-n3n6n9-fettsaeuren-teil-iii/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Oct 2014 11:59:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fette]]></category>
		<category><![CDATA[essentielle fettsäuren]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Fettsäure]]></category>
		<category><![CDATA[Gesättigt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Teil III meiner &#8222;Fett-Serie&#8220; kümmert sich nun eher um Real-Life-Relevanzen. Mich interessiert vor allem die (evolutive und) biochemische Perspektive. Die weiteren Entscheidungen kannst du dann treffen. Aber bevor man Entscheidungen trifft, sollte man eine Ahnung [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Teil III meiner &#8222;Fett-Serie&#8220; kümmert sich nun eher um Real-Life-Relevanzen. Mich interessiert vor allem die (evolutive und) biochemische Perspektive. Die weiteren Entscheidungen kannst du dann treffen. Aber bevor man Entscheidungen trifft, sollte man eine Ahnung haben, oder?</p>
<h3>Die evolutive Perspektive</h3>
<p>Nun &#8230; ich bin eigentlich kein Freund von Phrasen a la &#8222;&#8230; das, an was wir angepasst sind&#8220;.</p>
<p>Dieser Begriff ist dehnbar wie Gummi und auch &#8211; ehrlich gesagt &#8211; überhaupt nicht zielführend.</p>
<p>Ungeachtet dieser Tatsache sollte man biochemische Erkenntnisse aber immer auf evolutive Hintergründe projizieren, um eine Ahnung zu bekommen, warum etwas so wirkt, wie es wirkt.</p>
<p>Vielleicht kann uns unsere Vergangenheit dabei helfen?</p>
<p>2002 wurde im Journal <em>Nature</em> eine Arbeit veröffentlicht, die uns einen Einblick in die Fettsäure-Komposition von wilden Tieren gibt. Ich finde das sehr, sehr spannend.</p>
<p>Denn weißt du, welches Fett im Knochenmark von Tieren zu finden ist oder im Fettgewebe oder im Gehirn? Nein?</p>
<p>Dann mal los &#8230;</p>
<p>Loren Cordain, übrigens ein wirklich sehr guter Wissenschaftler, analysierter dazu diverse Herbivoren: Elch, Reh/Hirsch, Antilope.</p>
<p>Er fand folgendes heraus:</p>
<blockquote><p>Results: Muscle fatty acid (FA) was similar among North American species with polyunsaturated fatty acids=saturated fatty acids (P=S) values from 0.80 to 1.09 and n-6=n-3 FA from 2.32 to 2.60. Marrow FA was similar among North American species with high levels (59.3 – 67.0%) of monounsaturated FA; a low P=S (0.24 – 0.33), and an n-6=n-3 of 2.24 – 2.88. Brain had the lowest n-6=n-3 (1.20 – 1.29), the highest concentration of 22:6 n-3 (elk, 8.90%; deer, 9.62%; antelope, 9.25%) and a P=S of 0.69. AT had the lowest P=S (0.05 – 0.09) and n-6=n-3 (2.25 – 2.96). Conjugated linoleic acid (CLA) isomers were found in marrow of antelope (1.5%), elk (1.0%) and deer (1.0%), in AT (deer, 0.3%; antelope, 0.3%) in muscle (antelope, 0.4%; elk, trace), but not in brain.</p></blockquote>
<p>Hier die Übersetzung für euch:</p>
<ul>
<li><span style="font-size: 12pt;">Ratio gesättigte:ungesättigte Fette im Muskel ca. 1:1, Ratio n6/n3-Fettsäuren im Muskel ca. 2,5:1.</span></li>
<li><span style="font-size: 12pt;">Knochenmark enthält hohe Werte (60-67 %) einfach ungesättigte Fettsäure, ca. 20% gesättigte Fettsäuren, davon ca. 60-100 % Palmitinsäure (bezogen auf das Gesamtfett also 14-20 %), ca. 6 % mehrfach ungesättigte Fettsäuren (Ratio: 2-3:1). </span></li>
<li><span style="font-size: 12pt;">Im Unterhaut-Fettgewebe finden wir +/- 60 % gesättigte Fettsäuren, +/- 30 % einfach ungesättigte Fettsäuren, daraus folgt: Sehr niedriger Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren von ca. 6 % (Ratio: 2-3:1) </span></li>
</ul>
<p>Wir konnten sehen, dass der Löwenanteil gesättigter Fettsäuren, somit auch Palmitinsäure, im subkutanen Fettgewebe zu finden ist.</p>
<p>Jetzt wird es allerdings schwieriger.</p>
<p>Denn hat das da oben überhaupt Aussagekraft?</p>
<p>Wenn wir weit zurück schauen in die Wiege der Menschheit, dann sehen wir dort Savanne und sehr, sehr magere Tiere. Verschiebt sich dieses Szenario weiter in den Norden, so würden wir herausfinden, dass der Körperfettanteil von Tieren im Sommer fast immer zwischen 2 und 5 % liegt.</p>
<p>Das hättest du immer gerne. Tatsächlich aber variiert der Körperfett-Anteil über das Jahr und im Winter finden wir auch bei diesen Tieren Werte von ca. 15-20 %.</p>
<p>Das bist du. :-)</p>
<p>Wohl gemerkt: Das ist ein wenig speckig, aber nicht dick!</p>
<p>Es versteht sich also, dass man davon ausgehen kann, dass am Äquator wenig &#8222;Winter&#8220; ist. Es liegt also nahe zu vermuten, dass <strong>die Tiere dort ganzjährig sehr mager sind</strong>. Und mit mager meine ich auch mager, nicht semi-mager.</p>
<p>Ben-Dor (2011) postulierte in seiner Arbeit &#8222;Man the Fat Hunter&#8220;, dass Homo <em>erectus</em> gerne Elefanten gejagt hat und davon natürlich vorrangig das Fett verspeiste.</p>
<p>Nun &#8211; Homo erectus lebte vor uns. Und was machen Menschen? Die jagen das Tier so lange, bis es ausgestorben ist. Darum gab es auch für Homo erectus Nahrungsengpässe und &#8230;</p>
<blockquote><p>We employ a bio-energetic model to present a hypothesis that the disappearance of the elephants, which created a need to hunt an increased number of smaller and faster animals while maintaining an adequate fat content in the diet, was the evolutionary drive behind the emergence of the lighter, more agile, and cognitively capable hominins.</p></blockquote>
<p>Unsere Vorfahren also, mussten plötzlich &#8222;kleinere und schnellere&#8220; Tiere jagen, obwohl sie gleichzeitig einen Körperfettanteil wahren mussten, um nicht auszusterben. Das ist natürlich bitter, denn dann brachte die Evolution scheinbar eine &#8222;leichtere, agilere und schlauere&#8220; Version des Menschen auf den Planten: Homo <em>sapiens</em>.</p>
<p>Wir können also mit absoluter Sicherheit sagen, auch im Einklang mit unseren afrikanischen Busch-Freunden, dass es in Afrika ziemlich hart war für uns. Wenn dir nicht klar ist, wie hart, dann solltest du dir mal das Bild anschauen von dem einen Aborigine &#8211; zwar nicht in Afrika, aber dennoch in warmen Regionen beherbergt.</p>
<p>Wenn du dich erkundigen willst, wie das in &#8222;real&#8220; aussieht, dann gönne dir doch mal folgendes Video:</p>
<p>Was ich damit sagen möchte: Subkutanes Fett wäre niemals das Nahrungsmittel #1 gewesen &#8211; das ist aus den genannten Gründen einfach nicht möglich.</p>
<p><strong>Der Punkt zunächst: Nur in Afrika.</strong></p>
<p>Das ist auch der Grund, warum die Menschen da oben heute einen Großteil ihrer Kalorien aus der Mongongo-Nuss gewinnen.</p>
<p>Wann immer wir Knochen finden, von vor 100.000 Jahren gejagten Tieren, sehen wir, dass das Knochenmark mit Werkzeugen ausgeschabt wurde &#8211; Zufall? Nein.</p>
<p><a href="http://www.newscientist.com/article/dn19302-early-humans-were-butchers-34-million-years-ago.html#.VEoY5551-uY">Tatsächlich zeigen Untersuchungen des Max-Planck Instituts, dass bereits vor 3,4 Mio. Jahren Werkzeuge benutzt wurden</a>, um Knochen aufzubrechen und das wertvolle Knochenmark zu verwenden.</p>
<p>Damals noch nicht von Homo sapiens, sondern von einer Vorgänger-Art der Gattung Homo: Australopithecus <em>afarensis</em>.</p>
<p><strong>Es handelt sich beim Knochenmark-Verzehr also nicht um eine Erfindung der Neuzeit.</strong></p>
<p>Ich möchte hier also vorläufig sagen: Diese Menschen waren froh, wenn die mageren Tiere überhaupt ergiebig waren.<strong> Da gab es keine Salami, Lyoner oder Schweinebauch</strong>. Diese Fettzufuhr, wie wir sie heute haben, gab es dort allerhöchstens saisonal &#8211; <strong>allerhöchstens</strong>!</p>
<p>Wenn uns das subkutane Fett von Magertieren (&lt;5 % Körperfett) nicht zur Verfügung steht, dann greifen wir eben zu anderen Fettquellen:<strong> Dem Knochenmark</strong>. Und wenn du wir jetzt noch mal verdeutlichst, welche Fettsäuren wir in diesem Knochenmark finden, dann geht dir vielleicht ein Lichtchen an. Wenn nicht, dann vielleicht später.</p>
<p>Die Geschichte des H. sapiens ist hier natürlich noch nicht beendet.</p>
<p>Nach 100.000 Jahren Afrika, hatten wir womöglich genug von diesen Magertieren und haben uns nach neuen Nahrungsquellen umgeschaut.</p>
<p>Warum sonst verlässt man etwas? Doch nicht, wenn man im Paradies lebt.</p>
<p>Bezogen auf Energiedichte kamen diese Menschen dann im Schlaraffenland an: <strong>Eine Landschaft voller Großwild namens Europa.</strong></p>
<p>Dort gab es mit Sicherheit viel Fett zu essen.</p>
<p>Ein erlegtes Mammut reicht aus, um einen ganzen Stamm,  einen Monat lang zu versorgen. Zumindest in der Theorie.</p>
<p>Tatsächlich wurde lange spekuliert, ob der ganz frühe Homo <em>sapiens</em>, der noch in Afrika lebte, nicht auch sehr viel aquatische Ressourcen in seinen Speiseplan integrierte.</p>
<p>Darüber streiten sich bis heute die Geister.</p>
<p>Was wir aber mit absoluter Sicherheit sagen können ist, dass das Mammut wohl ausstarb aufgrund des Menschen.</p>
<p>Und das erinnert sehr an das Szenario, das wir damals mit Homo erectus und den Elefanten hatten, wenn gleich die Fauna in Europa wohl ausgeprägter war bezüglich des Großwilds.</p>
<p>Ungeachtet dieser Tatsache stellten Richards et al. (1998) fest, dass hauptsächlich Protein marinen Ursprungs verspeist wurde, was die Gesamtkomposition des verzehrten Fettes wohl deutlich beeinflussen würde.</p>
<p>Das Bild der Evolution ist daher sehr unscharf gezeichnet. Wir können nur spekulieren und erahnen, welche Fette gegessen wurden und vor allem wie viel davon.</p>
<p>Auch Cordain (2000) versuchte sich dieser Frage zu stellen und analysierte dabei weit über 200 Jäger und Sammler Kulturen, kam damals zum Ergebnis, dass zwischen 20 und 60% Fettkalorien verzehrt wurden, je nachdem in welcher regionalen Gegebenheit der jeweilige Stamm lebte.</p>
<p>Ich bin der Meinung, dass diese Diskussion anhand evolutiver Gesichtspunkte nicht zielführend ist.</p>
<p>Jeder, der seine eigene &#8222;Ernährungsthese&#8220; mit Hilfe von evolutiven Fakten bestätigen will, wird dies auch tun können.</p>
<p>Was wir sicher festhalten können ist, dass ein Großteil der Evolution der Gattung Homo und der Art Homo sapiens, in Afrika stattfand und die Fauna dort nicht das bieten konnte, wonach sich heute viele sehnen: Fettkonsum, zumindest bezogen auf reines Tierfett.</p>
<p><strong>Es ist also nicht nur falsch, sondern auch fahrlässig, wenn man meint, 70.000 Jahre hätten ausgereicht, um aus einem Buschmann, einen Eisbären zu machen.</strong></p>
<p>Übrigens gab es dazu erst vor kurzem eine neue Arbeit, die zeigte, dass Eisbären tatsächlich Mutationen im Genom zeigen, an Stellen, die für den Cholesterin-Stoffwechsel verantwortlich sind.</p>
<p>Die haben nämlich konstant Cholesterin-Werte über 600 und &#8230; leben! Das könntest du nicht.</p>
<p><strong>Referenzen</strong></p>
<p>Ben-Dor, Miki et al. &#8222;Man the fat hunter: the demise of Homo erectus and the emergence of a new hominin lineage in the Middle Pleistocene (ca. 400 kyr) Levant.&#8220; <i>PloS one</i> 6.12 (2011): e28689.</p>
<p>Cordain, Loren et al. &#8222;Plant-animal subsistence ratios and macronutrient energy estimations in worldwide hunter-gatherer diets.&#8220; <i>The American journal of clinical nutrition</i> 71.3 (2000): 682-692.</p>
<p>Cordain, Loren et al. &#8222;Fatty acid analysis of wild ruminant tissues: evolutionary implications for reducing diet-related chronic disease.&#8220; <i>European Journal of Clinical Nutrition</i> 56.3 (2002): 181-191.</p>
<p>Cordain, Loren et al. &#8222;Origins and evolution of the Western diet: health implications for the 21st century.&#8220; <i>The American journal of clinical nutrition</i> 81.2 (2005): 341-354.</p>
<p>Richards, MP. &#8222;A brief review of the archaeological evidence for Palaeolithic and Neolithic subsistence.&#8220; <i>European journal of clinical nutrition</i> 56.12 (2002): 16 p following 1262-16 p following 1262.</p>
<p><strong>Bildquelle</strong></p>
<p><a href="https://www.flickr.com/photos/37108241@N00">Tracy O</a></p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/fette/fette-das-der-n3n6n9-fettsaeuren-teil-iii/">Fette – das who is who der n3/n6/n9-Fettsäuren TEIL III</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Genetik, Determination oder&#8230;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Jun 2014 11:03:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Genetik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>… alles Humbug? Seit 2003 gilt das menschliche Genom, sprich die komplette DNA, als entschlüsselt. Damit können wir absofort die Genabschnitte suchen, die für Krankheiten zuständig sind… oder auch nicht. Das muss damals so abgelaufen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>… alles Humbug? Seit 2003 gilt das menschliche Genom, sprich die komplette DNA, als entschlüsselt. Damit können wir absofort die Genabschnitte suchen, die für Krankheiten zuständig sind… oder auch nicht.</p>
<p>Das muss damals so abgelaufen sein… Forscher entschlüsseln die DNA, haben nun alles beisamen und plötzlich: Überraschung! Die DNA lacht uns aus: “Das war alles nur die halbe Wahrheit”. 13 Jahre umsonst gehofft.</p>
<p>Im Laufe der Zeit haben Wissenschaftler herausfinden müssen, dass Gene nicht nur existieren, sondern an- und ausgeschaltet werden können, dass manche nur zu bestimmten Zeiten aktiv sind und dass wir oftmals Faktoren brauchen, die die Aktivierung überhaupt erst ermöglichen…</p>
<p>Das Forschungsgebiet, das sich genau damit befasst, heißt Epigenetik. Oder anders ausgedrückt: Warum verändert sich etwas, ohne, dass sich DNA an sich verändert? Welche Moleküle, Faktoren, Stoffe oder Stoffklassen sind dafür verantwortlich?</p>
<p>Was macht die DNA überhaupt?</p>
<p>Man stelle sich folgendes vor: Man will eine Stadt bauen. Wir brauchen Wohnhäuser, Industrie &#8211; und Wirtschaftsgebiete, Kraftwerke und Wasserleitungen. Angenommen wir haben für jede einzelne Stadtkomponente einen Plan und können es in der Einzahl auch bauen, aber wer reguliert, wieviel wir von jeder Komponente brauchen und vor allem wann? Wir brauchen bestimmt nicht zu jeder Zeit 10 Kraftwerke, vielleicht reicht zunächst eines, später brauchen wir aber vielleicht 3.</p>
<p>So ist das mit der DNA. Ein Gen = ein Protein. Ein Gen steht immer für ein Protein.</p>
<p>Angenommen wir brauchen neue Blutgefäße, dann muss im Blut ein Protein sein, das kurz VEGF heißt. Also muss genau das Gen zur Herstellung von VEGF angeschmissen werden. Jetzt kann das einmal kopiert werden oder 1000 mal. Und genau das ist in den meisten Fällen der Unterschied…</p>
<p>… und der Grund, warum es nicht auf die DNA an sich ankommt, sondern um die Faktoren, die bestimmen wie oft und wann etwas gebildet werden.</p>
<p>Beispiel Arginin…</p>
<p>Angenommen Arginin, also eine Aminosäure, ist eine solche Substanz, die über die Bildung von Proteinen entscheidet.</p>
<p>Und angenommen Arginin entscheidet über entscheidende Gene bezüglich der Fettverbrennung, Fettfreisetzung und der Fettbildung?</p>
<p>Dann könnte man mal nachdenken…</p>
<p><img decoding="async" src="http://media.tumblr.com/c0e5ffaed55cb1c5f39b8ba5f3fc55f1/tumblr_inline_n3s27xZitj1sd0u5p.png" alt="image" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die dunkel markierten Bereiche auf der DNA stellen unsere speziellen Gene dar, die Proteine herstellen für a) die Fettsäureoxidation, b) der Fettfreisetzung (Lipolyse), c) der Fettbildung und c) für die Bildung von Mitochondrien (PGC1alpha).</p>
<p>Vereinfacht dargestellt werden all die speziellen Gene (auch) durch Arginin reguliert, die in ihrer Gesamtheit dafür sorgen, dass wir Fett verlieren. Wichtig: Ohne unser Zutun!</p>
<p>In Zahlen ausgedrückt: Zwei Monate 10g Arginin, könnte 10% weniger Fettmasse und 7% mehr Muskelmasse bedeuten… (vgl. Tan et al., 2009)</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/evolution/genetik-determination-oder/">Genetik, Determination oder…</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Homo sapiens der Großwildjäger</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/evolution/homo-sapiens-der-groswildjager/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Jun 2014 10:58:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Paleo]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das menschliche Gehirn assoziiert normalerweise immer direkt Bilder, Gedanken und Meinungen mit bestimmten Begriffen. Beispiel Meditation. Ich jedenfalls denke an Zen-Buddhisten irgendwo in Tibet. Mit Protein, also Eiweiß, verbinden viele Menschen sowas wie Bodybuilding, Fleisch, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das menschliche Gehirn assoziiert normalerweise immer direkt Bilder, Gedanken und Meinungen mit bestimmten Begriffen.</p>
<p>Beispiel Meditation. Ich jedenfalls denke an Zen-Buddhisten irgendwo in Tibet.</p>
<p>Mit Protein, also Eiweiß, verbinden viele Menschen sowas wie Bodybuilding, Fleisch, Tiere töten oder noch besser: Krebs.</p>
<p>Naja, jedenfalls so lange, bis sie besser Bescheid wissen.</p>
<p>Angefangen hat alles vor <strong>2,6 Mio. Jahren, 2 600 000!!</strong>. Also eine für den Verstand überhaupt nicht greifbare Zahl. Man bedenke das immer bitte. Unsere, ich nenne sie mal, Affenvorfahren, Australopithecinen genannt, waren definitiv noch Individuen, die Bäume belebten.</p>
<p>Anatomisch gesehen, waren diese Geschöpfe nicht so reich beschenkt bezogen auf ihre Gehirngröße, die Natur hat sie daher mit einem riesigen Kiefer ausgerüstet, um die harte pflanzliche Nahrung effektiv zu verdauen (Verdauung beginnt im Mund).</p>
<p>Warum auch immer, vielleicht war es Zufall, begannen diese noch affenähnlichen Kreaturen vermehrt Fleisch zu essen &#8211; ich fasse mich kurz: Erst durch das Verzehren von Fleisch konnte die Gattung homo entstehen (Vgl. Dominguez-Rodrigo et al„ 2012)</p>
<blockquote><p><strong>I know this will sound awful to vegetarians, but meat made us human.</strong></p>
<p><em>Manuel Domínguez-Rodrigo, Archäologe, Uni Madrid</em></p></blockquote>
<p>Bevor wir entstanden, also homo sapiens, existierten vor uns noch viele weitere Arten innerhalb der Gattung homo. Die ältesten Fossilien, die man fand, bezeichnete man als homo rudolfensis und homo habilis. Weiterentwickelt nannte man den Vertreter dann homo erectus, der sich später jeweils in homo neanderthalensis (Neanderthaler) und homo sapiens entwickelt hat. Noch einmal: Wir, also homo sapiens, sind nicht die erfolgreichste Art, das war nämlich homo erectus. Und wir sind auch nicht der Nachfolger oder der direkte Verwandte vom Neanderthaler…</p>
<p>Naja, jedenfalls sind wir dann vor 100.000 Jahren (immernoch eine riesen Zeitspanne) aus Afrika ausgewandert, mitten in das kalte Europa (Eiszeit), man bedenke, dass die Eisgletscher bis hin zu den Alpen gereicht haben. Und dort fand man eine ausgedehnte Tundra vor, die reich besiedelt war von Großwild, Mammuts, Waldelefanten usw., also riesen Beutetiere.</p>
<p>Prof. Loren Cordain hat sein Leben genau dieser Thematik gewidmet und liefert auf Nachfrage unendlich viele Evidenzen:</p>
<ul>
<li>extensives Benutzen von Werkzeugen, insbesondere um Tiere zu zerlegen</li>
<li>Verkleinerung des Verdauungsapparates zugunsten vergrößerter Hirnvolumina und erhöhter Stoffwechselprozesse</li>
<li>schlechte metabolische Adaptationen, um essenzielle (tierische) C20 und C22 Fettsäuren aus pflanzlichen C18 Fettsäuren zu gewinnen (bspw. alpha-Linolensäure zu DHA/EPA Omega-3 Fettsäuren)</li>
<li>Möglichkeiten zur Synthese von Taurin stark reduziert, da vermehrt auf exogene Quellen zurückgegriffen wurde (Taurin ist für Katzen z.B. essenziell)</li>
<li>Reduzierte Aktivität eines Enzyms, das der Synthese von Harnsäure dient, um die durch Fleischkonsum erhöhte Aufnahme von Harnsäure auszugleichen</li>
<li>Isotop-Werte (Messungen von Atomen aus dem Knochen) entsprechen denen eines arktischen Fuchses (fast reiner Fleischfresser)</li>
<li>naher Verwandter, der Neanderthaler, aß ausschließlich Fleisch (“plant consumption must have been close to zero”)</li>
<li>ethnographische Analyse: keine Menschengruppe lebt vegetarisch</li>
</ul>
<p>Cordain kommt zum Schluss, dass der Proteinanteil in der menschlichen Ernährung, bis zum mittleren bis jungen Paläolithikum (also bis vor 20.000 Jahren) ungefähr 30-35% betrug.</p>
<p>Das menschliche Genom hat sich seither kaum verändert, genetisch betrachtet sind wir alle Jäger und Sammler.</p>
<p>Wir wissen, ohne nachdenken zu müssen, dass jede Art dieser Welt speziell an eine Art der Ernährung angepasst ist. Ein Löwe isst Fleisch, das Pferd auf der Weide isst Gras. Weicht die Art von dieser Ernährung ab, wird sie krank.</p>
<p>Gedanke: Angenommen das menschliche Genom ist präzise adaptiert an eine proteinreiche Diät, was würde passieren, wenn wir weniger davon essen?</p>
<p>Wieso muss ein Reh, ein Tiger, ein Löwe, ein Regenwurm eigentlich nie ins Krankenhaus wegen Herzschwäche, wegen Schlaganfall oder wegen Angina pectoris? Bekommt der freilebende Tiger auch 5x im Jahr die Grippe? Oder anders ausgedrückt: Warum ist unser kleiner Hund immer so fröhlich und freut sich, wenn er einen sieht? Wie oft freut man sich, wenn man den Nachbar sieht…? :-)</p>
<p>Gedanken, die einen sehr beschäftigen können.</p>
<p>Protein, Eiweiß, aufgeschlüsselt heißt: Aminosäuren.</p>
<p>Das sind die einzelnen Bestandteile und ich möchte sie kurz in plastischer Sprache darstellen, weil sie essenziell (= lebensnotwendig) sind:</p>
<ul>
<li>Arginin &#8211; einziger Stoff, der für Weit &#8211; bzw. Engstellen von Blutgefäßen verantwortlich ist.</li>
<li>BCAA (verzweigte Aminosäuren) &#8211; senken Cortisol, steigern Testosteron, der Muskel besteht zum Großteil aus BCAA, wichtig für die Generation von Mitochondrien</li>
<li>Methionin &#8211; wichtig für Methylierung (An &#8211; bzw. Abschalten von Genen), stellt Krebsgene stumm</li>
<li>Tryptophan &#8211; einzige Vorstufe für Serotonin, auch bekannt als Glückshormon</li>
<li>Phenylalanin und Tyrosin &#8211; Vorstufen für Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin, also genau die Stoffe, auf die es ankommt, wenn man inneren Antrieb erleben möchte</li>
<li>Lysin und Prolin &#8211; Gefäßschutzstoffe, ausdrücklich empfohlen von Nobelpreisträger Linus Pauling, dann, wenn man kein Arteriosklerose möchte</li>
</ul>
<p>Das waren noch nicht alle und schon gar nicht die komplette Bandbreite an Wirkungen im menschlichen Körper.</p>
<p>Die Frage, die ich mir stelle und die sich jeder stellen sollte: Was passiert, wenn ich wenig Aminosäuren im Blut habe und was passiert, wenn ich mich lebenslang in der Hauptsache davon ernähre?</p>
<p>Fortsetzung bezogen auf den Titel folgt…</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/evolution/homo-sapiens-der-groswildjager/">Homo sapiens der Großwildjäger</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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