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	<title>fettoxidation - Biochemie für dein genetisches Maximum</title>
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	<description>Der Blog von Chris Michalk &#38; Phil Böhm. Seit 2014.</description>
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	<title>fettoxidation - Biochemie für dein genetisches Maximum</title>
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		<title>Die Wahrheit über den Bulletproof-Kaffee</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Mar 2015 19:55:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fette]]></category>
		<category><![CDATA[fettoxidation]]></category>
		<category><![CDATA[Paleo]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Erste, was das Guten-Morgen-Deutschland morgens nach dem Wasserlassen macht ist &#8230; Kaffee trinken. Zugegeben: Für manche heißt es Kaffee plus Frühstück, das bei wiederum anderen Kaffee plus Zigarette bedeutet. Das ist ohne Zweifel die [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Das Erste, was das Guten-Morgen-Deutschland morgens nach dem Wasserlassen macht ist &#8230; Kaffee trinken. Zugegeben: Für manche heißt es Kaffee plus Frühstück, das bei wiederum anderen Kaffee plus Zigarette bedeutet. Das ist ohne Zweifel die effektivste Version.</p>
<p style="text-align: justify;">Die neuste, erfolgreichste Version eines Kaffeegetränks <strong>nennt sich Bulletproof-Kaffee</strong>.</p>
<p style="text-align: justify;">Bulletproof-Kaffee stammt von Dave Asprey, einem Amerikaner, der zig tausend Dollar in das &#8222;Hacken&#8220; seines Körpers investiert hat, um Möglichkeiten zur (allgemeinen) Leistungssteigerung herauszufinden. Die gleichnamige Firma heißt Bulletproof &#8211; das dazugehörige Motto lautet &#8222;The state of high performance&#8220;.</p>
<p style="text-align: justify;">Es erscheint ein wenig unspektakulär und überzogen, dass man Tausende von Dollar in ein Projekt investieren muss, das am Ende eine Kaffee-Version hervorbringt. Natürlich nicht nur einen Kaffee. Aber der Bulletproof-Kaffee avanciert mittlerweile zum Flaggschiff der Bulletproof-Firma.</p>
<p style="text-align: justify;">Dieser Kaffee soll das Masterproblem des Menschen beheben: <strong>Energielosigkeit</strong>. Dazu gleich mehr.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Bulletproof-Kaffee besteht aus &#8230;</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>einem speziellen Kaffee, der keine Toxine mehr enthält (95 % der Anwender praktizieren es womöglich mit herkömmlichem Kaffee)</li>
<li>einem Esslöffel MCT-Öl (Asprey verkauft ein spezielles MCT-Öl, das &#8222;18 x stärker ist als Kokosöl&#8220; &#8211; wie er das wohl begründet?)</li>
<li>mindestens zwei Esslöffel Weidebutter (Asprey nimmt bis zu 6)</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Die grundlegende Aussage lautet wie folgt:</p>
<blockquote><p>Mit dieser Mischung bekommst du massiv mehr Energie, hast keinen Hunger mehr, ein morgendlicher Durchhänger bleibt erspart und du verlierst spielend leicht Gewicht.</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Doch was verbirgt sich hinter diesem &#8222;Zaubertrank&#8220;, der es in die Medien, zu einigen Prominenten und etlichen Fitnessbegeisterten schafft?</p>
<p style="text-align: justify;">Dazu muss man die Geschichte von Asprey kennen, der vor einigen Jahren das tibetische Hochland besucht hat. Das Lieblingsgetränk der Tibeter ist der Yakbutter-Tee. Yak ist eine Rinderart. Dieses Getränk besteht also aus Tee und Butter.</p>
<p style="text-align: justify;">Jedenfalls hat der damals konstant energielose Asprey laut eigener Aussage dieses Getränk verzehrt. Das Resultat war eine enorme &#8222;Energiesteigerung&#8220;.</p>
<p style="text-align: justify;">Auf dem Weg hin zu seinem eigenen Produktimitat, integrierte er auch einen speziellen Kaffee, der offenbar weniger Mykotoxine, Schimmelpilzgifte, enthält, allen voran eine Substanz namens Ochratoxin A aus der Gruppe der Ochratoxine.</p>
<p style="text-align: justify;">Asprey kam offensichtlich schon in chronischen Kontakt mit Schimmelpilzen: Seine eigenen vier Wände waren befallen von Schimmelpilzen, weswegen er unter gesundheitlichen Problemen zu leiden hatte.</p>
<p style="text-align: justify;">Die oben beschriebene Produktmischung (Toxin-freier Kaffee, MCT und Butter) gab ihm schließlich dasselbe Gefühl wie damals beim Verzehr von Yakbutter-Tee.</p>
<p style="text-align: justify;">Nicht nur das gesättigte Fett feierte sein Comeback, sondern auch die Menge der zugeführten Fette (&#8222;sage ja zu Fett!&#8220;) und &#8230; natürlich der Kaffee, der plötzlich vor neurologischen, hepatischen, systematischen (etc.) Erkrankungen schützt (vorher auch schon, aber im Zuge des Bulletproof-Kaffees klingt die Werbung so viel besser).</p>
<p style="text-align: justify;">Insgeheim befriedigt der Kaffee also nicht nur ein grundlegendes Bedürfnis nach Normalität (&#8222;endlich wieder Energie haben&#8220;), sondern auch die Sehnsucht nach dem &#8222;Ja&#8220;. Endlich wieder Fett, endlich wieder Butter essen, die so mundet &#8211; ohne schlechtes Gewissen, nein noch besser, mit Gewichtsverlust und unendlicher Energie.</p>
<p style="text-align: justify;">Diese Rechnung geht natürlich auf &#8211; also Marketing-technisch.</p>
<p style="text-align: justify;">Mir ist wichtig, dass du auch die grundlegende Mechanik hinter Marketing verstehst. Es ist die Emotion, die Sehnsucht, das Verlangen, das letztendlich den Produktkauf garantiert. Und hier werden mehrere Bedürfnisse direkt befriedigt und mit dem höchsten Daseinsziel, der endlosen, jugendlichen Gesundheit verknüpft.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Erweiterung der eingangs genannten Wirkung des Kaffees klingt so:</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Der Kaffee sorgt für anhaltende Fettverbrennung und Ketose</li>
<li>Daraus folgt Gewichtsverlust</li>
<li>Der Kaffee macht satt</li>
<li>&#8230; und gesund</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Auffällig ist zunächst, dass <strong>viele der Asprey-Statements Relationen außer Acht lassen</strong> und ohne entsprechende wissenschaftliche Referenzen arbeiten. Ich möchte ihm keine Laienhaftigkeit unterstellen, allerdings fällt mir dieser Zusammenhang bei Laien auf, wenn sie beginnen sich mit Wissenschaft auseinanderzusetzen.</p>
<p style="text-align: justify;">Das ist dann eine solche Logik:</p>
<blockquote><p>Diabetiker sind krank. Diabetiker haben hohe Blutzuckerspiegel. Der Verzehr von Kohlenhydraten lässt den Blutzuckerspiegel ansteigen. Daraus folgt Kohlenhydrate machen krank.</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Auf dieser gedanklichen Basis steht ein riesiges Unternehmen (ja, doch!) namens &#8222;Low-Carb&#8220;.</p>
<p style="text-align: justify;">Eine ähnliche Logik ist:</p>
<blockquote><p>Dicke Menschen haben hohe Insulinwerte. Insulin verhindert die Nutzung der Fettreserven. Kohlenhydrate lassen Insulin ansteigen. Kohlenhydrate verhindern das Abnehmen und machen dick.</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">An dem Gedankengang an sich ist nichts verkehrt. Lediglich die Relationen, die Einordnung des Gedachten stimmt nicht.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Enthält Kaffee todbringende Mykotoxine?</h2>
<p style="text-align: justify;">So ähnlich ist auch die Logik hinter dem Asprey-Kaffee, der Toxin-frei sein soll. Es sei nicht das Koffein, so Asprey, das dir das klassische Unwohlsein beim Kaffeetrinken beschert, sondern die entsprechenden Gifte, die deiner Gesundheit schaden.</p>
<p style="text-align: justify;">Bleiben wir beim Ochratoxin-A-Beispiel: Ja, Schimmelpilze schaden der Gesundheit. Asprey zählt direkt alle möglichen Erkrankungen auf, die damit im Zusammenhang stehen, was ein klassisches Totschlagargument darstellt, immer &#8222;missbraucht&#8220;, um solche Dinge zu rechtfertigen &#8211; ohne die Verwendung von Referenzen.</p>
<p style="text-align: justify;">Schimmelpilze schaden. Das ist keine Weltneuheit. Schimmelpilze in der Luft (z. B. in deiner Wohnung) sind sehr schädlich &#8211; keine Frage. Allerdings wissen das auch die Kaffeemacher und kennen die Problematik. Und zwar seit mehreren Jahrzehnten. Deswegen gibt es mittlerweile entsprechende Methoden, um den Schimmelpilzbefall massiv zu unterbinden.</p>
<p style="text-align: justify;">Das resultiert dann in entsprechenden Werten: Schon vor etlichen Jahren untersuchten Stegen und Kollegen den &#8222;OTA&#8220;-Gehalt (Ochratoxin A, kurz OTA) von Kaffee.  Abgesehen davon, dass OTA in circa der Hälfte der Proben gar nicht enthalten war, war die Konzentration bei den restlichen Proben so niedrig, dass man selbst beim Verzehr von 4 Tassen pro Tag lediglich 2 % der erlaubten (= gesundheitlich unproblematischen) OTA-Dosis aufnimmt. Heißt: Du könntest den Kaffee-Verzehr ver-50-fachen.</p>
<p style="text-align: justify;">Es gibt sicherlich einige Kaffeesorten, die einen höheren Gehalt aufweisen. Beispielsweise die Koffein-freie Variante, da Koffein selbst natürlicherweise antimikrobiell wirkt. Aber wird der Gehalt dann ver-50-facht? Nein sagt eine Studie aus England, die gleichzeitig ausschließt, dass Kaffee eine klassische Mykotoxin-Quelle in der menschlichen Ernährung darstellt (Patel, 1997/2009).</p>
<p style="text-align: justify;">Wir kennen die Aussage von Paracelsus, &#8222;die Dosis macht das Gift&#8220;: Stimmt.</p>
<p style="text-align: justify;">Dieses Gesetz heißt Hormesis. Der Körper wird sich an &#8222;Impfdosen&#8220; anpassen und erst bei hohen, frequent zugeführten Dosen wird dieser Anpassungsmechanismus umgangen und das jeweilige Gift wird tatsächlich giftig.</p>
<p style="text-align: justify;">Wenn du glaubst, dieses Argument sei aus der Luft gegriffen: Du verwendest es täglich.</p>
<p style="text-align: justify;">Beim Sport, beim Essen, einfach überall. Stichwort Power Law &#8211; nachzulesen in unserem Buch.</p>
<p style="text-align: justify;">Hier setzt das erste kleine Missverständnis der Asprey-Logik an: Schimmelpilzbefall in der Wohnung macht mich krank. Im Kaffee sind Schimmelpilze. Ich trinke viel Kaffee. Kaffee erzeugt ein Unwohlsein. Schimmelpilze in Kaffee machen mich krank.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Die Butter macht mich gesund</h2>
<p style="text-align: justify;">Eine ähnliche Logik bezüglich des Konsums von Butter finden wir nicht nur bei Asprey, sondern bei vielen &#8222;Paleo-Anhängern&#8220;, <strong>die erkannt haben, dass es keine &#8222;Paleo diet&#8220; (pay-lee-oh) ist, sondern eine &#8222;Faileo diet&#8220; (fay-lee-oh)</strong>, abgeleitet vom englischen Wort &#8222;failure&#8220;, was übersetzt so viel wie Misserfolg, Versagen und Reinfall bedeutet.</p>
<p style="text-align: justify;">Weshalb? Weil einige Anhänger erkannt haben, dass eine Ernährung basierend auf Magerfleisch, Obst und Gemüse nicht funktioniert, gar nicht funktionieren kann auf lange Sicht.</p>
<p style="text-align: justify;">Dafür darf man jetzt Butter essen. Und es wird wie folgt geworben:</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Butter enthält viel CLA</li>
<li>&#8230; wertvolle Omega-3-Fettsäuren</li>
<li>&#8230; viel fettlösliche Vitamine (A und K)</li>
<li>&#8222;Gesättigte Fette sind nicht schädlich&#8220;</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Natürlich liegt der Perfektionismus der Gesundheitsbegeisterten nicht weit entfernt und der nächste Ritterschlag erfolgt zugleich: Nimm lieber Weidebutter, denn dort findest du deutlich höhere Mengen an den genannten Substanzen.</p>
<h3 style="text-align: justify;"><span style="color: #333333;">Butter enthält viel CLA</span></h3>
<p style="text-align: justify;">CLA (konjugierte Linolsäure) kennt man von einigen Abnehmpillen &#8211; kann man sogar im Drogeriemarkt kaufen. CLA wirkt &#8211; es gibt wenig Zweifel daran, dass es wirkt.</p>
<p style="text-align: justify;">Nur es bedarf hoher Dosen, die im Bereich von<strong> 3 bis 6 g pro Tag liegen</strong>. Und selbst dann ist der Gewichtsverlust im Schnitt so gering, dass du davon nichts spüren wirst &#8211; es dauert schlicht zu lange, bis etwas passiert und selbst dann sind die Effekte nicht stark genug ausgeprägt.</p>
<p style="text-align: justify;">Was ich dir damit sagen möchte: 2 Wochen &#8222;Diät&#8220; hat denselben Effekt wie CLA-Konsum in 12-24 Monaten.</p>
<p style="text-align: justify;">Auf einige andere Aussagen, wie &#8222;CLA verhindert Krebs&#8220; möchte ich genau aus diesem Grund nicht eingehen: Die Dosis macht&#8217;s.</p>
<p style="text-align: justify;">Selbst wenn wir großzügig kalkulieren,<strong> findest du in Butter eine Menge von 10 mg pro g Fett</strong>. Du hast in 100 g Butter circa &gt; 80 g Fett. Du erreichst also &#8211; mit viel Liebe &#8211; eine Menge von 1000 mg, die Hardliner (200 g Butter), vielleicht 1,5 g CLA. (Vgl. Sebedio et al., 2003)</p>
<p style="text-align: justify;">Wohl gemerkt: Das ist schon eine nette Dosis. Doch das bleibt nicht ohne Kosten:<strong> Im gleichen Zeitraum hast du &gt; 800 Kalorien konsumiert (bei 100 g Butter) und (hoffentlich!) oxidierst du in den folgenden Stunden 80 g Milchfett</strong>. Doch dazu später.</p>
<h3 style="text-align: justify;"><span style="color: #333333;">Butter enthält viele Omega-3-Fettsäuren</span></h3>
<p style="text-align: justify;">&#8230; im selben Werbeslogan wird berichtet von den vielen positiven Eigenschaften dieser Fettsäuren. Ja, Omega-3-Fettsäuren sind wichtig, da essentiell. Zumindest die beiden Omega-3-Fettsäuren namens Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure sind essentiell. Es gibt auch die &#8222;Parentalfettsäure&#8220;, alpha-Linolensäure, aus der die beiden gebildet werden können &#8211; auf diese Bildung verlässt sich aber kein vernunftbegabter Mensch heutzutage mehr.</p>
<p style="text-align: justify;">Butter enthält laut der amerikanischen Plattform &#8222;nutriton data&#8220; weder DHA, noch EPA, sondern ausschließlich die Parentalfettsäure alpha-Linolensäure &#8211; <strong>300 mg pro 100 g Produkt. </strong>Selbst in Butter von Weiderindern findet man nicht deutlich mehr.</p>
<p style="text-align: justify;">Wenn wir netterweise davon ausgehen, dass Weidebutter mehr Omega-3-Fettsäuren als Stallbutter enthält, so wirst du damit trotzdem niemals auf Werte kommen, die deiner Gesundheit dienlich sind. <strong>Wir sprechen von 2-8 g</strong>.</p>
<h3 style="text-align: justify;"><span style="color: #333333;">Butter enthält viele fettlöslichen Vitamine</span></h3>
<p style="text-align: justify;">Ja &#8211; wenn Bulletproof-Kaffee-Trinker plötzlich keine Hautrisse mehr auf dem Handrücken haben, dann muss etwas Biochemisches passiert sein. In der Tat weiß ich aus eigener Erfahrung, dass ein <strong>Vitamin-A-Mangel dafür sorgt, dass die Haut, ja, porös wird.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Die 3000 Internationale Einheiten Vitamin A, die in 100 g Butter</strong> enthalten sind, gleichen den Mangel selbstverständlich aus, denn das erste Mal im Leben hat man sein Vitamin A, auch Retinol genannt, nicht aus der Vorstufe ß-Carotin gewonnen, sondern direkt konsumiert.</p>
<p style="text-align: justify;">Dann passieren Wunder. Das hier ist allerdings Stufe-1-Denken &#8211; ähnlich der Omega-3-Thematik, hätte man auch einfach Retinol- und Omega-3-Tabletten bestellen können, die die Problematik effektiv und kostengünstig behoben hätten. Hier ist der &#8222;Natürlichkeitsgedanke&#8220; bezüglich Ergänzungsmittel und Nahrungsmittel etwas fehlplatziert, wie ich finde. Oder anders ausgedrückt:<strong> Ich muss nicht 100 g Butter trinken, damit ich auf 3000 IE Vitamin A komme.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Im Übrigen: &#8222;Notfalls&#8220; hätte es auch 100 g Rinderleber getan.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Retinol, besser gesagt das daraus synthetisierte Hormon Retinsäure bespreche ich ausführlich in meinem Buch.</p>
<p style="text-align: justify;">Ähnliches gilt für Vitamin K: Bezogen auf die Kosten/Nutzen-Rechnung schneidet die Butter auch hier nicht gut ab, denn ohne Angabe der Vitamin-K-Form enthält Grünkohl über 100 x mehr Vitamin K im Vergleich zur selben Menge Butter. In der Tat müsste man ein Kilogramm Butter essen, <strong>um die von Gesundheitsbehörden geforderten 100 Mikrogramm</strong> Vitamin K1 aufzunehmen.</p>
<p style="text-align: justify;">Problematisch werden die Aussagen bezüglich Vitamin K2, denn unklar ist, ob Vitamin K2 ähnliche Rollen im Stoffwechsel einnimmt bzw. ob Vitamin K1 in Vitamin K2 umgewandelt werden kann im menschlichen Körper, wovon man derzeit ausgeht.</p>
<p style="text-align: justify;">Ungeachtet dessen müssen auch hier größere Mengen Butter zugeführt werden, um überhaupt nennenswerte Mengen (100 mcg) aufzunehmen (geschätzt anhand der Menge in Hartkäse, da sonst zu wenig Quellen). Das waren gut gemeinte Werte. <a href="http://honey-guide.com/2014/03/10/menaquinones-k2-and-phylloquinone-k1-content-of-animal-products-and-fermented-foods/">Die tatsächlichen Werte von Vitamin K2 in Form von MK4 betragen eher 15 mcg/100 g Butter</a>. (Anmerkung: Ja, Weidebutter enthält mehr womöglich.)</p>
<p style="text-align: justify;">Es gibt sowieso nur sehr wenige Nahrungsmittel, die überhaupt nennenswerte Mengen an K2 liefern könnten. Die Japaner sind uns da voraus: 100 g Natto, ein fermentiertes Soja-Bohnen-Produkt, liefert knapp 1000 mcg/100 g Produkt. <strong>Das</strong> ist eine K2-Quelle. Bei übrigens nur 10 g Fett.</p>
<p style="text-align: justify;">Nur, damit wir auch hier die Relationen verstehen: Prophylaktische und therapeutische Dosen bewegen sich im Milligramm-Bereich, weshalb man bezüglich Butter keinesfalls von &#8222;Superfood&#8220; sprechen kann, zumindest dann nicht, wenn man mit einem Produkt gerade den Tagesbedarf abdeckt (<strong>wenn überhaupt!</strong>).</p>
<h3 style="text-align: justify;"><span style="color: #333333;">Gesättigte Fette sind nicht schädlich</span></h3>
<p style="text-align: justify;">Ich weiß auch nicht, wer hier wen reitet, aber nichts liegt der Wahrheit ferner, als zu behaupten, dass gesättigte Fette völlig unproblematisch sind und auch in größeren Mengen verzehrt werden können.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>In 100 g Butter sind 80 g Fett enthalten, wovon 50 g gesättigter Natur sind.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Wir unterscheiden weiter zwischen kurz-, mittel- und langkettigen Fettsäuren.</p>
<p style="text-align: justify;">Kurzkettige Fettsäuren kennen wir von resistenter Stärke. Das sind die Fettsäuren, die bei der bakteriellen Fermentation resistenter Stärke im Darm entstehen. Sie haben &#8211; ohne Frage &#8211; eine beträchtliche und positive gesundheitliche Auswirkung, alleine deswegen, weil sie den Darm gesund halten, denn dieser ernährt sich von kurzkettigen Fettsäuren, allen voran Buttersäure.</p>
<p style="text-align: justify;">Wenn Butter mit Gesundheit in Verbindung gebracht wird, dann spricht man meistens die Buttersäure an, quasi als stellvertretendes Merkmal.</p>
<p style="text-align: justify;">Auch mittelkettige Fettsäuren kennen wir &#8230; vom Kokosöl. Fakt ist, dass mittelkettige Fettsäuren direkt ins Blut gelangen ohne den klassischen Fetttransporter namens Chylomikron.</p>
<p style="text-align: justify;">Weiterhin brauchen diese Fettsäuren, übrigens genau wie kurzkettige Fettsäuren, kein L-Carnitin, um in die Mitochondrien zu gelangen. Heißt: Hier wird ein klassischer Flaschenhals umgangen. <strong>Insgesamt ähnelt diese Verstoffwechselung sehr der Kohlenhydratverstoffwechselung, weshalb diese Fettsäuren auch eine profund andere Auswirkung auf den zellulären Stoffwechsel und somit auf den Organismus haben.</strong> (Vgl. Billigmann, 2004)</p>
<p style="text-align: justify;">Um diesen Punkt ordentlich abzurunden: Durch die zügige Verstoffwechselung<strong> reichern sich MCT (mittelkettige Fettsäuren) rasch in den Mitochondrien an, die hepatische ß-Oxidation (= Fettverbrennung) steigt an, weswegen auch Keton-Körper</strong> anfallen &#8211; ohne das Risiko einzugehen, dass große Mengen im Fettgewebe landen (was sich übrigens ändert bei steigendem Konsum von MCT). <strong>Die MCT-Fette verhalten sich nicht nur wie Kohlenhydrate, sie provozieren sogar eine Insulinausschüttung.</strong> Das solltest du bedenken.</p>
<p style="text-align: justify;">Leider kann man davon nicht 100 g in den Kaffee kippen, da du sonst schneller auf der Toilette landest als dir lieb ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Auch hier stimmt die Relation nicht: In 100 g Butter finden wir gerade 10 g dieser Fettsäuren &#8211; wohl gemerkt: Kurzkettige und mittelkettige Fettsäuren addiert.</p>
<p style="text-align: justify;">Alleine im Stuhl von gesunden Probanden findet man ohne Zugabe von resistenter Stärke bereits Mengen im Gramm-Bereich, was darauf schließen lässt, dass eine gesunde Darmflora selbst in der Lage ist, kurzkettige Fettsäuren im Grammbereich zu synthetisieren &#8211; was man letztendlich noch steigern kann durch die Gabe von Substraten. (Vgl. Spiller et al., 1980)</p>
<p style="text-align: justify;">Soll heißen, dass es irrsinnig ist, 100 g Butter zu konsumieren, damit &#8222;der Darm gesünder&#8220; wird oder Dinge mit dem Körper passieren, die Darm-abhängig sind.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>In 100 g ist allerdings über 20 g Palmitinsäure enthalten</strong>. Diese Fettsäure &#8211; und darüber braucht man nicht zu streiten &#8211; wird deiner Gesundheit nicht dienlich sein.</p>
<p style="text-align: justify;">Hier kann man nochmals an das Darm-Thema anknüpfen: Ernährst du dich hauptsächlich von Fett, so hat das auch einen massiven Einfluss auf das Mikrobiom in deinem Darm.</p>
<p style="text-align: justify;">Genauer: Dort werden wir dann Bakterien finden, die an diese Substratwahl adaptiert sind. Ein Forscher-Team hat 2012 herausgefunden, dass eine Spezies namens <em>Bilophila wadsworthia </em>am liebsten dann wächst, wenn man viel Milchfett verfüttert, was in einer späteren Arbeit reproduziert wurde, dort zeigte man, dass der Stamm genau dann wächst, wenn man Kohlenhydrate aufgibt zugunsten einer &#8222;carnivoren&#8220; Diät (Lawrence, 2014).</p>
<p style="text-align: justify;">Das Problem an der Sache ist, dass genau dieser Vertreter im direkten Zusammenhang mit entzündlichen Erkrankungen des Darms stehen.</p>
<p style="text-align: justify;">Soll heißen: Wer glaubt, er tut sich mit dem Verzehr von einigen Gramm Buttersäure etwas Gutes, der vergisst die anderen Auswirkungen von Butter auf die Darmflora.</p>
<p style="text-align: justify;">Wer sich von den etlichen anderen Palmitinsäure-Effekten überzeugen möchte, der möge bitte meine Artikel-Reihe zum Thema Fettsäuren lesen. Einen Teil von dieser Reihe findest du <a href="https://genetisches-maximum.de/fette/fette-das-der-n3n6n9-fettsaeuren-teil-iv/">hier</a>.</p>
<p style="text-align: justify;">Fazit: 20 g Palmitinsäure, eine Fettsäure, die Zell-toxisch wirkt, nimmst du in Kauf, weil du an den Freispruch von gesättigten Fettsäuren glaubst. Ein Irrglaube.</p>
<h3 style="text-align: justify;"><span style="color: #333333;">Kleines Fazit</span></h3>
<p style="text-align: justify;">Ich möchte nicht lange reden:</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>70 g Grünkohl</li>
<li>Ein Stück Leber</li>
<li>3-4 Fischölkapseln (30 %)</li>
<li>(für die Neurotiker: ein paar Gramm Natto)</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">&#8230; hätten dir bis auf CLA alles in Mengen beschert, wovon du selbst nach dem Verzehr von 200 g Butter noch träumst. Damit meine ich: Jeder, der halbwegs &#8222;normal&#8220; (siehe unten) isst, der braucht sicherlich keine 200 g Butter, um an die ominösen Superfood-Mikronährstoffe zu gelangen.</p>
<p style="text-align: justify;">Bezogen auf die Nährstoffdichte (Mikronährstoff pro Kalorie) hätten wir hier knapp 100-120 g Lebensmittel, eine sehr geringe Kaloriendichte, bei sehr hoher Mikronährstoffzufuhr.</p>
<p style="text-align: justify;">Paart man dies mit einer völlig normalen temporären Kalorienrestriktion, hast du zusätzlich den stärksten bekannten Krebsschutz installiert und nimmst in zwei Wochen mehr ab, als in einem Jahr mithilfe des Konsums von 20 g CLA.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich weiß, das klingt nicht so spektakulär wie Bulletproof-Kaffee.</p>
<p style="text-align: justify;">(<a title="Östrogene in Milch, Neu5Gc und Langlebigkeit" href="https://genetisches-maximum.de/hormonhaushalt/neu5gc-und-oestrogene-in-der-milch/">Im Übrigen bin ich hier auf die möglichen hormonellen Wirkungen von Milchfett-Konsum eingegangen &#8211; Butter stellt eine hervorragende natürliche Östrogen-Quelle dar.</a>)</p>
<p style="text-align: justify;">Doch weiter: Wenn wir schon beim Thema &#8222;Normal&#8220; sind.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Fettverbrennung? Keinen Hunger? Kinderleicht selbst machen</h2>
<p style="text-align: justify;">Wann erfahren Menschen eine Leistungsexplosion? Genau, wenn sie &#8222;von ganz unten kommen&#8220;, natürlich biochemisch betrachtet.</p>
<p style="text-align: justify;">Wenn die Nudel- und Müslifraktion nach jahrelangem Kohlenhydrat-Abusus morgens plötzlich keine Kohlenhydrate mehr isst, dann passiert etwas Gutes:</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Zum ersten Mal im Leben lernt man, dass es einen Fettstoffwechsel gibt</strong> und dass dieser Fettstoffwechsel für eine recht stabile Versorgungslage sorgt. Gleichzeitig wird der zelluläre Masterregulator AMPK aktiv, <strong>der Körper wird gezwungen Mitochondrien zu bauen, im Muskel, wie im Gehirn und plötzlich &#8230; hat man Energie.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ketonkörper werden gebildet, daraus macht das Gehirn sogar noch effektiver &#8222;Energie&#8220;.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Das ist natürlich kein Hexenwerk, sondern eine banale (biochemische) Tatsache, die jeder erlebt, der mal fastet.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Nun, ich will nicht so weit gehen und sagen, dass der Bulletproof-Butter-Kaffee die Pussy-Version des Fastens darstellt, nein &#8230; oder doch?</p>
<p style="text-align: justify;">Tatsächlich schwärmen genau die Menschen von diesem Kaffee und der Wirkung, die noch nie erlebt haben, dass man auch völlig ohne Essen (=&gt; Butter und MCT) keinen Hunger haben muss, dass man auch völlig ohne Essen (=&gt; Butter und MCT) eine sehr gute geistige Klarheit erlebt, womöglich das erste Mal im Leben.</p>
<p style="text-align: justify;">Gleichzeitig vergessen diese Menschen dann aber auch, dass &#8211; wenn einmal trainiert &#8211; dieser Fettstoffwechsel konstant für einen da ist. Auch dann, wenn man wieder Kohlenhydrate isst.</p>
<p style="text-align: justify;">Einige &#8222;üben&#8220; das täglich: Die fasten ein paar Stunden und dann gibt es Kohlenhydrate. Hier also wird dieser Switch konstant trainiert &#8211; selbstverständlich haben die dann auch kein Problem mehr mit dem Thema &#8222;Energie&#8220;.</p>
<p style="text-align: justify;">Stattdessen knallt man sich eine klebrig-flüssige Fettmasse in den Magen-Darm-Trakt, der zunächst die Magenentleerung verlangsamt und im Anschluss im Darm verweilt und partiell ins Blut abgegeben wird (siehe hierzu auch den Artikel zum Thema &#8222;<a title="Fette: Vordenkern zuhören! (Gastartikel)" href="https://genetisches-maximum.de/blog/">second meal effect</a>&#8222;) &#8211; jeder weiß, dass eine große Menge Fett ein stundenlanges Sättigungsgefühl garantiert, das tief aus dem Darmbereich kommt.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Koffein, Koffein-Time-Release und freie Fettsäuren</h2>
<p style="text-align: justify;">Hier setzt der nächste Wirkmechanismus des Kaffees an: <strong>Was viele nicht wissen ist, dass Koffein sowohl Wasser, als auch Fett-löslich ist</strong>. Könnte sich hier ein &#8222;time release&#8220;-Mechanismus verbergen, der einen stetigen Zustrom an Koffein und somit Wachheit garantiert?</p>
<p style="text-align: justify;">Man kann es auch anders formulieren: Durch die verzögerte Freisetzung von Koffein aus dem Darm erfahren Kaffeenutzer nicht das klassische &#8222;Leistungsloch&#8220;, das sich nach 90 Minuten der Zufuhr einstellt.</p>
<p style="text-align: justify;">Was die Bulletproof-Kaffee-Konsumenten offensichtlich nicht wissen ist, <strong>dass Kaffee selbst dafür sorgen kann, dass man spielend leicht einen ketogenen Zustand erreicht</strong>:</p>
<p style="text-align: justify;">Die Fettsäure-Freisetzung wird gerade durch ß-Adrenorezeptoren reguliert, die von Katecholaminen wie Adrenalin und Noradrenalin aktiviert werden und entsprechend dafür sorgen, dass Fettsäuren in den Blutstrom abgegeben werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Jeder weiß, dass Kaffee das sympathische Nervensystem stimuliert und somit auch die Freisetzung von Katecholaminen. <strong>Dies wiederum sorgt für einen dramatischen Anstieg von &#8222;freien Fettsäuren&#8220; im Blut</strong> (Bellet, 1968) &#8211; die reichern sich in der Leber an und können entsprechend auch<strong> für eine Ketonkörper-Produktion sorgen</strong>.</p>
<p style="text-align: justify;">Braucht man dazu Butter und MCT? Nein.</p>
<p style="text-align: justify;">Im Gegenteil: Bei vielen Menschen scheint diesbezüglich der rationale Verstand ausgeschaltet zu sein.</p>
<p style="text-align: justify;">In den Fettzellen herrscht ein negativer Feedbackmechanismus, der verhindert, dass zu viele freie Fettsäuren in den Blutstrom abgegeben werden, was zur Toxizität führen könnte.</p>
<p style="text-align: justify;">Daher reguliert nicht nur Insulin bzw. Katecholamine die Fettsäure-Freisetzung, sondern auch Fett (Triglyceride) und Ketonkörper selbst die Fettsäure-Freisetzung. Tatsächlich kann der Verzehr von Fett selbst die Fettsäure-Freisetzung hemmen.</p>
<p style="text-align: justify;">Macht Sinn: Wieso soll der Körper Fettsäuren zuschießen, wenn er gerade 80 g derselben verzehrt hat?</p>
<p style="text-align: justify;">Weiterhin sollte man sich vor Augen führen, dass (langkettige) Fette immer den Umweg über das Fettgewebe nehmen müssen und nicht direkt oxidiert werden können.</p>
<p style="text-align: justify;">Heißt: Wer viel Fett isst (gilt nur bedingt für MCT und KKFS), der wird immer das Risiko eingehen, dass die Fettsäuren ins Fettgewebe reingehen, aber nicht mehr rauskommen.</p>
<p style="text-align: justify;">Wie einige anekdotische Berichte im Internet bereits sehr schön schilderten, können sich auch dann Ketonkörper nach dem Verzehr von MCT anreichern, wenn man gar nicht &#8222;in der Ketose&#8220; ist, sprich man gar keine niedrigen Insulin-Werte hat.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Soll heißen: Woher willst du, der morgens den Fett-Kaffee trinkt, überhaupt wissen, dass du tatsächlich &#8222;im Fettverbrennungsmodus&#8220; bist?</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kann dein Muskel überhaupt 20-30 g Butterfett verbrennen?</strong> Oder denkst du, es löst sich in Luft auf? Warum soll dein Körper Schwabbel verlieren, wenn du gerade Schwabbel isst?</p>
<p style="text-align: justify;">Untermauert werden diese Behauptungen mit skurrilen Argumenten: So soll die Butter &#8222;Mizelle&#8220; bilden, die das Fettverbrennen kräftig unterstützen. Ah ja. Die Menschheit weiß natürlich nicht, was ein Mizell ist &#8230; aber &#8222;mehr Fettverbrennung&#8220; klingt immer gut.</p>
<p style="text-align: justify;">Zugegeben: Fällt Insulin stark ab, dann lässt auch das Hungergefühl nach und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass man sich zunehmend an eigenen Fettspeichern bedient.</p>
<p style="text-align: justify;">Doch &#8230; musst du dafür Weidebutter und MCT-Öle trinken?</p>
<h2 style="text-align: justify;">Es geht auch anders</h2>
<p style="text-align: justify;">Gerade kontaktierte mich jemand, der sich präsentierte mit einem HDL-Wert von 35 bei Cholesterin weit über 200, leider ein genetischer Zustand &#8211; lt. einer mathematischen Berechnung wäre das sowieso ein Risiko-Patient. Er wird mit diesen Blutwerten nahezu garantiert eine Arteriosklerose-Entwicklung erfahren (Michalk et al., 2014). Auch er lebte eine Zeit lang &#8222;ketogen&#8220;. Ist das sinnvoll?</p>
<p style="text-align: justify;">Nein. Nicht jeder von euch kann Fett trinken und erwarten, dass er dann super-top Blutwerte erhält. Wieso nehmen wir tausende Untersuchungen nicht ernst und stützen uns stattdessen blind in Dinge, die evolutiv gesehen genau so anomal sind, wie das, was wir vorher praktiziert haben.</p>
<p style="text-align: justify;">Hier sei angemerkt, dass weder Müsli, also Vogelfutter, noch Butter auf dem Speiseplan unserer Vorfahren stand. Du selbst warst ja nicht dabei in Europa vor 40.000 Jahren und selbst wenn, Butter haben die mit absoluter Sicherheit niemals gegessen und schon gar nicht getrunken.</p>
<p style="text-align: justify;">Viele machen drei Schritte vor dem ersten, springen in das ketogene Wunderland mit ganzen Nusspackungen, dem fetten Bacon und dem Sahnedrink, vergessen dabei aber ein paar grundlegende Aspekte, die man vorher ruhig auch hätte berücksichtigen können:</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Eat real food</li>
<li>Schlafe ordentlich</li>
<li>Verschaffe dir Zugang zu UV-Licht</li>
<li>Iss nicht den ganzen Tag</li>
<li>Bewege dich</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Du kannst dich selbst fragen, ob du alle Punkte mit vollstem Vertrauen in deinen eigenen Körper wochen- und monatelang umgesetzt hast, bevor du voreilig irgendwelche Ergänzungsmittel kaufst, von denen du dir grundlegende Aspekte erhoffst, die du sowieso geschenkt bekommst von der Natur.</p>
<p style="text-align: justify;">Oder anders ausgedrückt: Wieso trinkst du Fett, wenn du ohne Probleme tagelang von deinem eigenen Fett leben könntest? Kinderleicht, jeden Tag, völlig selbstverständlich.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Jeder Buschmann hat noch nie etwas von &#8222;Bulletproof&#8220; gehört und oxidiert Fett wie Lance Armstrong zu seinen besten Zeiten.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Man kann den ganzen Blödsinn mit einer kleinen Ausführung widerlegen: Ein Forum-Mitglied hat mal aufgehört ganze Nusspackungen zu verdrücken, im Glauben an den heiligen ketogenen Zustand, stattdessen mal die Ratio eingeschaltet &#8230;</p>
<p style="text-align: justify;">&#8230; Mit ein paar temporären, kurzweiligen Fasteneinheiten (Fettstoffwechsel) und viel Süßkartoffeln (wenig Kalorien, viele Kohlenhydrate), hat die mal eben 10 kg abgenommen. Kollegen fragen, wie sie so dünn hat werden können.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Was bleibt? Stufe-2-Denken bleibt</h2>
<p style="text-align: justify;">Abnehmen, Energie und Fettverbrennung werden zu Modewörtern &#8230; die Natur schenkt&#8217;s einem.</p>
<p style="text-align: justify;">In meinem Buch schreibe ich seitenlang vom &#8222;Stufe-2-Denken&#8220;. Der Bulletproof-Kaffee ist ein Paradebeispiel für das Stufe-1-Denken, das die Allgemeinheit beherrscht. Also: Die Allgemeinheit wird beherrscht vom Stufe-1-Denken. Und genau dann greift gutes Marketing oder virale Selbstläufer.</p>
<p style="text-align: justify;">Um in <a title="martin berkhans leangains" href="http://www.leangains.com/" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Martin Berkhans</a> Jargon zu bleiben:</p>
<blockquote><p>Bulletproof? Sounds like bullshit approved.</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Der hat 5 % Körperfett, isst Kohlenhydrate und trinkt keine Weidebutter. Denke mal darüber nach.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Disclaimer</h2>
<p style="text-align: justify;">Ja &#8211; wenn dein Körperfettanteil niedrig ist, du nachweislich Fett-adaptiert bist, dann darfst du mehr Fett essen. Ich würde hier allerdings nicht auf Butter, sondern eher auf z. B. MCT-Öle und Fette zugreifen, die einen hohen Ölsäure-Gehalt aufweisen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Referenzen:</strong></p>
<ul>
<li style="text-align: justify;">Bellet (1968): &#8222;Response of free fatty acids to coffee and caffeine.&#8220;</li>
<li style="text-align: justify;">Billigmann et al. (2004): &#8222;Physiologie des L-Carnitins und seine Bedeutung für Sportler.&#8220;</li>
<li style="text-align: justify;">Lawrence et al. (2014): &#8222;Diet rapidly and reproducibly alters the human gut microbiome.&#8220;</li>
<li style="text-align: justify;">Patel et al. (1997): &#8222;Survey of ochratoxin A in UK retail coffees.&#8220;</li>
<li style="text-align: justify;">Sebedio et al. (2003): &#8222;Advances in Conjugated Linoleic Acid Research.&#8220;</li>
<li style="text-align: justify;">Spiller et al. (1980): &#8222;Effect of purified cellulose, pectin, and a low-residue diet on fecal volatile fatty acids, transit time, and fecal weight in humans.&#8220;</li>
</ul><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/fette/die-wahrheit-ueber-den-bulletproof-kaffee/">Die Wahrheit über den Bulletproof-Kaffee</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Fett-Adaptation und die Ausdauerleistung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Jun 2014 10:03:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fette]]></category>
		<category><![CDATA[ausdauer]]></category>
		<category><![CDATA[fettoxidation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jeder Ausdauerathlet sollte wissen: Das einzige, was du durch das Training erreichen willst, ist ein verbesserter Fettstoffwechsel. Sinn dahinter ist: Mit zunehmender Ausdauerbelastung, bezieht dein Körper seine Energie ebenfalls zunehmend aus seinem Fettgewebe, genauer: Aus [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Jeder Ausdauerathlet sollte wissen: Das einzige, was du durch das Training erreichen willst, ist ein verbesserter Fettstoffwechsel.</p>
<p>Sinn dahinter ist: Mit zunehmender Ausdauerbelastung, bezieht dein Körper seine Energie ebenfalls zunehmend aus seinem Fettgewebe, genauer: Aus Fettsäuren.</p>
<p>Deshalb schaukeln ja alle stundenlang im GA1-Bereich vor sich hin: Mehr Mitochondrien, mehr Fettverbrennung, weniger Glykogen-Verbrauch usw. &#8211; kennen wir alles.</p>
<p><strong>Mehr Mitochondrien, mehr Fettverbrennung&#8230; wird selbstverständlich induziert durch a) Ernährung b) Training c) Supplemente wie L-Carnitin, die alle entweder AMPk aktivieren oder irgendwelche down-stream targets davon, wie beispielsweise Sirt1 (Resveratrol). </strong></p>
<p>Wenn man das mal verstanden hat, dann versteift man sich nicht mehr so auf irgendwelche Ernährungsform o.ä.</p>
<p>Aber zurück zum Thema: Die Muskulatur kann man selbstverständlich &#8222;zwingen&#8220;, sich an Fettsäuren zu adaptieren. Dafür braucht man nicht stunden &#8211; tage &#8211; wochenlang im Wald durch die Gegend zu schaukeln.</p>
<p>Macht man das bei Ratten, dann können die genau so lange laufen wie die kohlenhydrat-gefütterte Fraktion. Aber: <strong>Lädt man die Kohlenhydratspeicher der Fett-Ratten auf, dann rennen die ein Drittel länger.</strong></p>
<p>Ein Drittel.</p>
<p>Nur durch andere Ernährung.</p>
<p>Ich weiß, ich weiß. Das ist der Grund warum du no carb praktizierst.</p>
<p><strong>Referenz</strong>, <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2308519">hier</a>.</p>
<p>PS. Die machen das aber nicht chronisch über Wochen und Monate hinweg. Denn dann kann deine Muskulatur gar nichts mehr mit Kohlenhydraten anfangen ;-) Nur zur Info. Viel ist nicht gleich viel.</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/fette/fett-adaptation-und-die-ausdauerleistung/">Fett-Adaptation und die Ausdauerleistung</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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