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	<title>ketogene diät - Biochemie für dein genetisches Maximum</title>
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	<description>Der Blog von Chris Michalk &#38; Phil Böhm. Seit 2014.</description>
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	<title>ketogene diät - Biochemie für dein genetisches Maximum</title>
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		<title>Interview mit zyko – Über Low-Carb, Muskelaufbau &#038; Testosteron</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Phil Böhm]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Sep 2019 11:08:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[ketogene diät]]></category>
		<category><![CDATA[Kohlenhydrate]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor einigen Jahren war zyko (oder Harry) eine Berühmtheit im deutschsprachigen Fitness- und Bodybuilding-Internet. Er war Moderator in den größten Bodybuilding-Foren. Jeder, der sich intensiv über Krafttraining und Muskelaufbau informierte, kannte seine Artikel und Beiträge. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p id="vor-einigen-jahren-warst-du-im-deutschsprachigen-internet-eine-echte-beruehmtheit-niemand-der-sich-online-ueber-krafttrainig-und-muskelaufbau-informieren-wollte-ist-an-den-artikeln-und-beitraegen-die-du-unter-dem-pseudonym-zyko-geschrieben-hast-vorbei-gekommen-du-warst-moderator-in-den-groessten-bodybuilding-foren-in-den-letzten-jahren-ist-es-aber-still-um-dich-geworden-erzaehl-unseren-lesern-doch-bitte-etwas-ueber-deine-person-deinen-background-und-die-entwicklung-bis-heute" style="text-align: justify;">Vor einigen Jahren war <em>zyko</em> (oder <em>Harry</em>) eine Berühmtheit im deutschsprachigen Fitness- und Bodybuilding-Internet. Er war Moderator in den größten Bodybuilding-Foren. Jeder, der sich intensiv über Krafttraining und Muskelaufbau informierte, kannte seine Artikel und Beiträge.</p>
<p>Das Interview ist äußerst ausführlich geworden. Es ist sicher nicht nur für alte Weggefährten und Leser, die ihn bereits aus den Foren kennen, interessant. Um Verwirrung vorzubeugen sei gesagt, dass es nicht überall unserer Meinung und den Texten im edubily-Blog oder den Büchern entsprechen muss.</p>
<p>Dieses Interview führten wir bereits im Sommer 2016.</p>
<hr />
<h2 style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">Hallo Harry, erzähl&#8216; unseren Lesern doch bitte etwas über dich</span></h2>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Hallo und vielen Dank, dass ihr mich für dieses Interview eingeladen habt!</p>
<p>Ok, meine kürzestmögliche Biographie, für Leute die mich nicht kennen: Meine Laufbahn begann 1996. Damals wohnte ich direkt neben einem Fitnessstudio, dem göttlichen Life Line in Münchens Dachauerstraße (den Laden gibt es nicht mehr). Ich war ein dicklicher, fauler Jugendlicher und ich hab zunächst nicht verstanden, was am Krafttraining so toll sein soll, obwohl ich von zwei erfahrenen und sehr netten Bodybuildern eingewiesen wurde.</p>
<p>Unter uns, Kraftsport macht in kleinen Gruppen Spaß, aber nicht wegen des Sports, sondern weil es die seltsame Eigenschaft hat, Menschen zusammenzuschweißen. Da fließt Adrenalin, man verbrüdert sich, spornt sich an, hat einfach Spaß, wächst sportlich über sich hinaus.</p>
<p>Kraftsport als Alleingänger hat mir nie Spaß gemacht. Es ist ein monotoner Sport ohne hohen technischen Anspruch. Er erfordert jahrelange, eintönige, eiskalte Disziplin. Mir war bald klar: Da muss es eine Abkürzung geben! Schnelle Erfolge mit minimalem Investment &#8211; ein echter Faulpelz war ich eben.</p>
<p>Ich ging ins Internet und habe nach Fachliteratur gesucht. Ich hatte wohl ein angeborenes Talent, mir biologische Zusammenhänge intuitiv richtig zusammenzureimen und verschiedene Studien in einem gemeinsamen Kontext zu synthetisieren und daraus praktische Folgerungen zu schließen.</p>
<p>Was ich mir theoretisch angelesen habe, musste ich natürlich auch praktisch an mir ausprobieren. Ich begann, Krafttraining mehr als wissenschaftliches Selbstexperiment zu sehen und weniger als Sport. Das hat mir plötzlich Spaß gemacht! So kam es, dass aus mir eine eher selten vorkommende Mischung aus Theoretiker und Praktiker wurde.</p>
<p>Nach dem Abitur kam ich über die Biophysik zur Medizin. Inzwischen bin ich Mediziner kurz vor dem Staatsexamen und arbeite gerade an meiner Doktorarbeit (<em>Anm. das war im Sommer 2016</em>)- natürlich zum Thema Muskeln und der Genetik der Muskelmasse (in Mausmodellen).</p>
<p>Wenn ich fertig bin würde ich mich gerne fachlich in irgendeiner Weise auf Muskeln und Bewegungsapparat spezialisieren, vielleicht als Sportorthopäde oder Sportmediziner. Ich könnte mir aber auch eine Zukunft als Neurologe oder Psychiater vorstellen. Das Gehirn hat ja nur zwei Effektorgane: Drüsen und Muskeln, und Drüsen sind langweilig :) Ultimativ ist das Gehirn also (fast) alleine dazu da, die Muskulatur zu steuern. Alles andere, Gedächtnis, Bewusstsein, Gedanken, Gefühle, das was uns als Menschen ausmacht, das sind nur evolutionär entstandene Zwischenschritte, deren Nutzen rein in der Optimierung der Bewegung liegt.</p>
<blockquote><p>Es war sehr schön und belohnend, in der Kraftsportszene so anerkannt gewesen zu sein und sogar in die innersten Kreise aufgenommen zu werden.</p></blockquote>
<p>Meine Texte, Erfahrungsberichte und Anleitungen waren ehrlich und aufrichtig geschrieben und wissenschaftlich belegt &#8211; und vielleicht hatte ich das Glück, andere mitreißen und motivieren zu können. Was ich an Trainingsmethodik empfahl war jedenfalls nie da gewesen und vielleicht kontraintuitiv. Meine Texte wurden aber überraschend gut aufgenommen, fanden zahlreiche Anhänger, die meine Methoden ausprobiert und weiterentwickelt haben. Das hat mir wohl einen kleinen Ruhm in dieser Ecke des Internets beschert.</p>
<p>Meine kurze Zeit als Moderator und Szenekenner fand ich sehr bereichernd. Ich habe viele wertvolle Kontakte geknüpft, war auf Meetings, habe Seminare gehalten, hatte ein paar Klienten als Personal Trainer, von denen einer sogar relativ erfolgreich im Kraftdreikampf wurde – darauf bin ich heute noch stolz. Ich habe viele Freunde gefunden, mit denen ich auch heute in Kontakt stehe. Wir beide kennen uns ja auch aus der Zeit ;)</p>
<p>Nur irgendwann wurde es still um mich, das stimmt. Die Kraftsportwelt ist vom Sport mehr zum Kommerz verkommen, irgendwann ging es nur noch um Nahrungsergänzungen, immer wieder neue Wundermittel. Dagegen anreden wurde mit der Zeit müßig. Mein Interesse ist Wissenschaft und Sport, nicht Kommerz um zweifelhafte Wundermittel. Irgendwann war es Zeit, mich aus der Szene zurückzuziehen. Zumal auch meine damaligen Freunde abgewandert sind, etwa der Unfallchirurg, der unter dem Pseudonym <em>Kockie</em> unterwegs war, mein guter Freund und Arzt mit dem Pseudonym <em>Komplement</em>, der in Biomechaniker mit dem Spitznamen <em>Basti</em>, mein guter Freund und Physiker genannt <em>ilpadre</em>, oder der Sportwissenschaftler mit dem Nickname <em>flahexer</em>. Ohne Freunde war ich der untergehenden Szene schutzlos ausgeliefert, das ging einfach nicht mehr.</p>
</div>
<h2 id="ins-fitness-zu-gehen-ist-heute-hipp-die-fibo-platzt-aus-allen-naehten-und-natural-bodybuilder-werden-auf-youtube-abgefeiert-was-sagst-du-zum-fitness-boom-oder-der-community"><span style="font-size: x-large;">Was sagst du zum Fitness-Boom der letzten Jahre?</span></h2>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Ist doch großartig, dass die Leute Sport machen. Andererseits sehe ich die “Szene” als intellektuelles Kollektiv im Internet sehr kritisch. Gerade bei Kraftsportlern und Bodybuildern grassiert der Kommerz. In den Foren werden Nahrungsergänzungsmittel völlig unkritisch angepriesen. Zu meiner Zeit gehörte es zum guten Ton, von sinnlosen Supplements abzuraten. Da galt nur Creatin und vielleicht Proteinpulver als empfehlenswert, sonst nichts. Heute nehmen Sportler haarsträubende Substanzen in Massen.</p>
<p>Neben dem hirnlosen Kommerz stört mich die ungenierte Verbreitung von Fehlinformation durch diverse Gurus, die sich einen richtiggehenden Kultstatus aufbauen. Das sind meist Laien ohne fachlichen Background. Gary Taubes wäre ein solches Beispiel. Mit seinen Büchern hat er leider großen Erfolg und eine große Anhängerschaft &#8211; dabei sind seine Positionen absolut indiskutabel! Die meisten Trends der Szene sind fehlgeleitet, beispielsweise das beliebte Low-Carb oder das inzwischen glücklicherweise aus der Mode gekommene High Intensity Training oder Heavy Duty.</p>
<p>Als ich aktiv war, waren die anerkannten Größen in den Foren Wissenschaftler und Ärzte, also echte Experten, die nach bestem Wissen und Gewissen Ratschläge erteilten und viel Aufklärungsarbeit leisteten. Auch gegen Doping. Dieser Menschenschlag hat sich aufgrund der zunehmenden Verblödung der Szene inzwischen frustriert zurückgezogen &#8211; von den Größen aus meiner Generation ist niemand mehr in der Szene aktiv. Fachlich ausgebildete Experten findet man heutzutage leider kaum mehr, zumindest soweit ich weiß. Stattdessen sind Gurus nachgewachsen, die ohne Scham zusammengesponnene Fehlinformation verbreiten, um davon finanziell zu profitieren. Das ist eine sehr traurige Entwicklung. Leider verkaufen sich einfache, intuitiv einleuchtende Theorien viel besser als wissenschaftlich etabliertes Wissen, das kompliziert und schwer zugänglich sein kann &#8211; und oft auch ziemlich langweilig, weil es keine waghalsigen Versprechen machen kann.</p>
</div>
<h3 id="a-propos-low-carb-viele-glauben-ein-hoher-kohlenhydratanteil-in-der-ernaehrung-sei-der-grund-fuer-uebergewicht-und-die-ursache-vieler-krankheiten-in-unserer-gesellschaft-es-scheint-in-deutschland-mittlerweile-vollkommen-klar-dass-man-nur-mit-einer-kohlenhydratreduzierten-diaet-oder-komplett-ohne-kohlenhydrate-abnehmen-kann-wenn-wir-auf-edubily-gegenteiliges-argumentieren-oder-auf-moegliche-schwierigkeiten-bei-totalem-kohlenhydratverzicht-hinweisen-stossen-wir-teils-auf-heftigen-gegenwind-selbst-fuer-objektive-artikel-wurden-wir-sogar-schon-beleidigt-wie-siehst-du-das" class="sectionedit4" style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">A propos Low-Carb. Wenn wir auf <em>edubily</em> auch mal gegen Low-Carb argumentieren, stoßen wir teils auf heftigen Gegenwind. Wie siehst du das?</span></h3>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Schön, dass ihr gegen die Low-Carb-Trends argumentiert. Ich beteilige mich auch heute noch manchmal an solchen Diskussionen, und treffe oft auf offene Feindseligkeit, insbesondere wenn ich auf Fachliteratur oder Ernährungsempfehlungen der Fachgesellschaften verweise – als wären die Leute allergisch gegen Fakten. Daran sieht man nur, wie sehr die Low-Carb-Gemeinde ideologisch-religiös geprägt ist. Ich glaube, die Herausforderung bei Low-Carb ist, die Leute auf ihrem eigenen Wissensstand zu treffen und von dort aufbauend rational und wissenschaftlich zu argumentieren, ohne die menschliche und psychologische Komponente zu vernachlässigen. Autoren wie Bryan Haycock konnten das vortrefflich! Die meisten Low-Carber haben ja grundsätzlich zutreffendes Grundwissen, z. B. zur Insulinwirkung. Es fehlt aber an den Details und vor allem an der Richtigkeit der Schlussfolgerungen.</p>
<p>Will man gegen Trends wie Low-Carb Publicity betreiben, muss man eine engelsgleiche Geduld haben, bei Anfeindungen betont freundlich bleiben und unermüdlich und wissenschaftlich astrein argumentieren. Die Low-Carber überprüfen nämlich jedes noch so nebensächliche Argument gegen ihre Ideologie, da muss man gut aufpassen, dass man seine Glaubwürdigkeit nicht verspielt. Soviel Sitzfleisch habe ich persönlich nicht. Zumal es wenig Zeit kostet, intellektuell einfache Trends nachzuplappern, aber es kostet extrem viel Zeit, korrekt anhand von Fachliteratur dagegen anzuargumentieren. Das heißt, Gurus sind vom Arbeitsaufwand her ganz klar im Vorteil.</p>
<p>Ich glaube, es liegt großes marktwirtschaftliches Potential in einem Buch, das ausführlich und wissenschaftlich überkorrekt Trends wie Low-Carb behandelt, also deutlich widerlegt. Das müsste sich doch verkaufen wie warme Semmeln! Fast alle Bücher, die populärwissenschaftlich das Thema Ernährung aufgreifen und auf die Fitness-Szene als Zielgruppe zugeschnitten sind, sind grobfalsche Trendbücher, wie die von Gary Taubes, nur um beim obigen Beispiel zu bleiben.</p>
<p>Eine Ideologie wie Low-Carb ist ihren Anhängern aber auch &#8211; vielleicht sogar vor allem &#8211; als psychologische Stütze und als Bewältigungsmechanismus wichtig. Sie wollen an etwas verlässliches glauben können, wo die Wissenschaft doch so schnelllebig ist und scheinbar täglich ihre Position ändert, oder im Detail so verworren und kompliziert ist, dass man sie ohne jahrelanges Studium garnicht versteht. Da kommt ein einfaches und intuitiv richtig erscheinendes Set an Vorgaben gerade richtig. Hier muss ein Autor, der gegen die Trends argumentiert, eben auch menschliche Größe haben und die Psychologie hinter dem Kohlenhydrathass verstehen. Ich glaube aufrichtig daran, dass Aufklärung sich immer durchsetzt, wenn man sie richtig präsentiert.</p>
</div>
<h3 id="was-hast-du-genau-gegen-low-carb-oder-die-ketogene-diaet" class="sectionedit6" style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">Was hast du genau gegen Low-Carb oder die ketogene Diät?</span></h3>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Och, eine ganze Menge. Wo soll ich nur anfangen? :)</p>
<p>Also, es stimmt tatsächlich, dass man ganz ohne Kohlenhydrate unbegrenzt lange überleben kann. Ich sage ausdrücklich <em>überleben</em>, denn ein gutes Leben ist das nicht. Der Körper baut sein Muskelprotein ab um das Mindestmaß an Carbs selber herzustellen. Der Rest wird aus Fettsäuren geholt, aber Fettsäuren und Kohlenhydrate sind nicht beliebig austauschbar, diese zwei Moleküle haben grundverschiedene Funktionen.</p>
<blockquote><p>Der menschliche Körper ist biochemisch darauf ausgelegt, den Nähstoff Glucose vorrangig zu verarbeiten.</p></blockquote>
<p>Das kommt nicht von irgendwoher, denn Glucose ist verdammt wichtig! Nicht nur als Energieträger, sondern auch als struktureller Baustoff. Der Körper besteht zu großen Teilen aus Glucose, oder zumindest aus Molekülen, die teilweise oder gänzlich aus Glucose aufgebaut werden.</p>
<p>Also das wird jetzt sehr biochemisch, tut mir leid. Ich tu mein bestes um es zu erklären.</p>
<p>Betrachten wir folgendes Schaubild: <em class="u"><strong>&#8211; An dieser Stelle fehlt leider das angesprochene Schaubild &#8211;</strong></em></p>
<p>Darauf sieht man die verschiedenen Stoffwechselwege, die Glucose in einer Zelle eingehen kann, seies z.B. eine Muskelzelle. Sofort nach Eintritt in die Zelle wird Glucose zu Glucose-6-phosphat phosphoryliert. Davon ausgehend gibt es zunächst drei mögliche Stoffwechselwege: Pentosephosphatweg (links), Glycogensynthese (rechts) und Glycolyse (unten).</p>
<ol>
<li class="level1">
<div class="li">Vertikal nach unten geht es in die Glycolyse, wobei letztendlich Pyruvat entsteht, das in den Citratzyklus eingeht und dort zu Energie (ATP) gemacht wird. Aus dem Citratzyklus ausgehend entstehen viele Moleküle, die für anabole Biosynthesen wichtig sind. Aus dem Citratzyklus werden beispielsweise Aminosäuren, Fettsäuren und Häm (für Hämoglobin) abgezweigt. Man sieht aber auch von der Glycolyse ausgehend horizontale Seitenwege ausgehen.</div>
</li>
<li class="level1">
<div class="li">Beispielsweise von DHAP ausgehend die Glycerinsynthese. Glycerin ist das Grundgerüst, woraus Triacylglycerine und auch Phospholipide werden. Das ist wichtig für die Synthese der Zellmembranen. Jedes Molekül (Phospholipid) der Zellmembran besteht also aus einem Grundgerüst aus Glucose (Glycerin) und zwei Fettsäuren. Beim Muskelwachstum ist die Expansion der Membranoberfläche von großer Bedeutung, denn Muskelzellen haben eine riesige Membranoberfläche, insbesondere in den inneren Membransystemen.</div>
</li>
<li class="level1">
<div class="li">Zur Expansion der Membranoberfläche kommt ein weiterer Punkt hinzu: Dazu braucht man nicht nur Phospholipide und Proteine, beides teilweise aus Glucose hergestellt, sondern auch Cholesterin. Der stärkste Aktivator der Cholesterinsynthese ist nunmal Insulin und ein hoher Durchsatz durch die Glycolyse der Leber &#8211; und für die Cholesterinsynthese braucht man NADPH aus dem Pentosephosphatweg.</div>
</li>
<li class="level1">
<div class="li">Von 3-phosphoglycerat ausgehend geht nach rechts der Seitenweg der Serinbiosynthese aus. Die Serinbiosynthese ist extrem wichtig für Zellwachstum &#8211; und in vielen Krebsarten ist die Serinbiosynthese hyperaktiv. Aus Serin entsteht im weiteren Verlauf auch Glycin und Methionin, aber auch α-Ketoglutarat. α-Ketoglutarat hat sehr viele Funktionen im Stoffwechsel, aber eine wichtige ist die Anaplerose (Auffüllung) des Citratzyklus. Schnelles Wachstum ist kataplerotisch, also entleert den Citratzyklus. Um schnelles Wachstum aufrechtzuerhalten, muss der Citratzyklus ständig aufgefüllt werden, und zwar aus der Glycolyse (Pyruvat) und auch aus der Serinbiosynthese (α-Ketoglutarat).</div>
</li>
<li class="level1">
<div class="li">Vom Glucose-6-phosphat geht nach links der Pentosephosphatweg (PP-Weg) ab. Ultimativ entsteht daraus Ribose-5-phosphat, das für die Nucleotidsynthese zwingend von Bedeutung ist. Jedes Nucleotid hat ein Ribosemolekül als Anhängsel. DNA heißt Desoxy<strong>ribo</strong>nucleisäure, “ribo” für Ribose. Nucleinsäuren (DNA, RNA, mRNA, rRNA, tRNA, etc.) haben als Grundbausteine also Ribose, die aus Glucose gewonnen wird. Für Zellteilung, Zellwachstum und Regeneration ist Nucleotidsynthese nötig, wofür Glucose verwendet wird. Auch <strong>Ribo</strong>somen (wieder <strong>ribo</strong> für Ribose) bestehen zum größten Teil aus rRNA, also auch aus Ribose. Als weiteres Produkt des PP-Wegs entsteht NADPH, das als Reduktionsmittel für anabole Biosynthesen wichtig ist, beispielsweise für die Synthese von Cholesterin, Steroidhormonen oder Lipiden.</div>
</li>
<li class="level1">
<div class="li">Wieder von Glucose-6-phosphat ausgehend geht nach rechts die Glycogensynthese ab. Glycogen ist nicht nur als Energiereserve wichtig, sondern hat auch eine Funktion als Signalprotein. Bei mangelnden Glycogenvorräten ist die Proteinsynthese gehemmt.</div>
</li>
</ol>
<p>Würde man die Kohlenstoffatome der Glucose markieren, dann würde man sie in den meisten Molekülen des Körpers wiederfinden. Die Kohlenstoffatome der Nucleotide kommen indirekt über den Umweg nicht-essentieller Aminosäuren beispielsweise auch aus Glucose, aber auch viele C-Atome aller Proteine, Lipide und der Zellmembran kommen aus Glucose.</p>
<p>Von dem Aspekt der Regulation her betrachtet fährt die Zelle bei Wachstumsreiz (Training, Wachstumsfaktoren, etc.) sofort Glycolyse und alle Seitenwege der Glycolyse massiv hoch. Das braucht man zu wachsen einfach, mit Fett und Protein allein wird man nicht groß. Wenn die Glucose einfach fehlt, blockt ihre Abwesenheit alle wachstumsfördernden Regulationen und das System ist gleich ab dem Startpunkt gehemmt.</p>
<p>Fettsäuren sind ganz anders als Glucose. Aus ihnen kann man keine anabolen Biosynthesen machen. Man baut sie in andere Moleküle ein, wie etwa Phospholipide oder Triacylglycerine, aber das wars. Fettsäuren sind dichte Elektronenspeicher, und letztere geben sie in der Atmungskette ab um ATP herzustellen. Fettsäuren sind also primär Energieträger, keine strukturellen Substrate, sie können keine Kohlenstoffatome in anabole Biosynthesen abgeben (oder kaum).</p>
<p>Glucose ist nicht nur ein Energieträger, sondern vor allem auch der wichtigste strukturelle Baustoff des Körpers. Ein hoher Glucosedurchsatz ist notwendig für schnelles Wachstum, Zellteilung, RNA- und DNA-Synthese, ribosomale Biogenese, Proteinsynthese und Regeneration. Bei einer Low-Carb-Diät läuft das alles auf Sparflamme. Sportliche Leistung oder gar Muskelaufbau sind damit kaum vereinbar, außer man hat verdammt viel Geduld.</p>
<p>Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Geschwindigkeit, mit der man aus Glucose und Fettsäuren ATP herstellen kann. Fettsäuren sind sehr langsame Energieträger, die zwar einen quasi-ewigen Vorrat, aber nur geringe Energieflussraten (ATP-Umsatz pro Sekunde) bereitsteilen. Aus Glucose kann man sehr hohe Energieflussraten machen, über 100x höher als aus Fettsäuren. Und Glucose kann auch anaerob, also ohne Sauerstoff, zu ATP gemacht werden, während Fettsäuren immer auf Sauerstoff angewiesen sind. Kraftsport oder Sportarten mit hoher Energieflussrate benötigen imperativ Glucose!</p>
<p>Das heißt unterm Strich, rein was die Energiebereitstellung angeht: Fettsäuren sind sind die Grundlage der Leistung, die eiserne Reserve, die aber nur sehr langsame Energie liefert. Für hohe Energieflussraten muss man Fettsäuren und Glucose gleichzeitig verbrennen, wobei Glucose für Leistungsspitzen hohe und höchste Energieflussraten gedacht ist. Ultimativ ist immer Glucose der limitierende Faktor. Wenn Glucose aufgebracht ist äußert sich das im Hungerast, z.B. bei Ausdauersportlern. Man hat nur noch Fettsäuren und bewegt sich bestenfalls in Zeitlupe.</p>
<p>Und genau das habe ich gegen die Low-Carb-Theorie. Sie widerspricht ganz klar der Biochemie! Ohne Kohlenhydrate kann man auf Sparflamme überleben, aber richtigen Sport, Muskelwachstum, Zellteilung, Regeneration, hohe Proteinsyntheseraten, das alles bekommt man damit nicht hin. Bestenfalls kann man Sportarten mit sehr sehr geringer Energieflussrate ausführen, etwa langsames Ultra-Ausdauerlaufen.</p>
</div>
<h2 id="auch-in-unserem-forum-lassen-sich-viele-negativen-erfahrungsberichte-nach-einer-kohlenhydrat-reduzierten-ernaehrung-nachlesen-was-ist-fuer-dich-die-bessere-alternative-wie-sieht-fuer-dich-eine-gesunde-ernaehrung-aus" class="sectionedit7" style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">Wie sieht für dich eine gesunde Ernährung aus?</span></h2>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Oh, das ist eine große Frage :)</p>
<p>Ich würde mich an die Empfehlungen der großen Fachgesellschaften halten. Das amerikanisch-kanadische <em>Institute of Medicine (IOM)</em> hat meiner Meinung nach die am besten fundierten Guidelines veröffentlicht, und zwar für alle Alterklassen, beide Geschlechter, Schwangere und Stillende.</p>
<p>Das IOM hat 2002 den umgangssprachlich sogenannten <em>Macronutrient Report</em> veröffentlicht, der mit vollem Namen <a class="urlextern" title="https://www.nationalacademies.org/hmd/Reports/2002/Dietary-Reference-Intakes-for-Energy-Carbohydrate-Fiber-Fat-Fatty-Acids-Cholesterol-Protein-and-Amino-Acids.aspx" href="https://www.nationalacademies.org/hmd/Reports/2002/Dietary-Reference-Intakes-for-Energy-Carbohydrate-Fiber-Fat-Fatty-Acids-Cholesterol-Protein-and-Amino-Acids.aspx" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">&#8222;Dietary Reference Intakes for Energy, Carbohydrate, Fiber, Fat, Fatty Acids, Cholesterol, Protein, and Amino Acids&#8220;</a> heißt. Den über 1300 Seiten umfassenden Report kann man kostenlos downloaden. Der Macronutrient Report basiert historisch auf früheren Empfehlungen des <em>National Research Councils</em> von 1974, 1980 und 1989. Im Macronutrient Report steckt damit eine beachtliche wissenschaftliche und statistische Basis.</p>
<p>Der Macronutrient Report empfiehlt folgende Makronährstoffverhältnisse (als prozentualer Anteil der Gesamt-Energieaufnahme):</p>
<ul>
<li class="level1">
<div class="li">Kohlenhydrate: 45-65 %. Die physiologisch erforderliche Mindestaufnahme wurde mit 130 g pro Tag bewertet. Das entspricht dem Bedarf der obligaten Glucoseverbraucher wie Nervensystem und rote Blutkörperchen. Das ist auch die Menge, die bei einer kohlenhydratfreien Ernährung aus Gluconeogenese gebildet würde.</div>
</li>
<li class="level1">
<div class="li">Protein: 10-35 %. Der Proteinbedarf, der für 97,5 % der Bevölkerung ausreichend ist, wurde mit 0,8 g pro kg Körpergewicht bewertet, auch für Sportler. Die Obergrenze liegt aber weitaus höher, so dass auch fanatische Bodybuilder mit dem Macronutrient Report glücklich sein sollten. Es ist auch erwähnenswert, dass bei kohlenhydratarmer Ernährung eine Mindestmenge von 100 g Protein pro Tag empfohlen wird, da Aminosäuren im Stoffwechsel teilweise in Glucose überführbar sind und einen Glucosemangel auf zellulärer Ebene teilweise ausgleichen können.</div>
</li>
<li class="level1">
<div class="li">Fette: 20-35 %. Eine erforderliche Mindestmenge für alle Fette als Gesamtgruppe wurde, anders als bei Carbs und Protein, nicht festgelegt. Lediglich für Omega-6- (17 g/Tag für Männer) und Omega-3-Fettsäuren (1,6 g/Tag für Männer) gibt es Mindestempfehlungen. Alle anderen Fettsäuren und Cholesterin haben einen Mindestbedarf von Null. Es ist bemerkenswert, dass Männer theoretisch mit nur 18,6 g Fettaufnahme pro Tag einen Fettsäurenmangel vermeiden können &#8211; Frauen brauchen sogar noch weniger. Dennoch sollte man sich für eine optimale Gesundheit an die mindestens empfohlenen 20% für alle Fette allgemein halten, das wären z.B. rund 66 g/Tag bei 3000 kcal Energieaufnahme.</div>
</li>
<li class="level1">
<div class="li">Die Aufnahme an Ballaststoffen wurde mit 14 g pro 1000 aufgenommene kcal beziffert, oder vereinfacht 38 g für erwachsene Männer, 25 g für Frauen. Die Bedeutung von Ballaststoffen für die Gesundheit und Funktion des Körpers kann garnicht genug betont werden!</div>
</li>
</ul>
<p>Der Macronutrient Report gibt keine konkrete Vorgabe, was die tägliche Kalorienaufnahme betrifft. Er empfiehlt einerseits eine dem Energieverbrauch angemessene Energieaufnahme, andererseits eine Mindestmenge an körperlicher Bewegung, die täglich einer Stunde schnellem Gehen entspricht.</p>
<p>Neben dem Macronutrient Report gibt es beispielsweise auch die Empfehlungen der <a class="urlextern" title="https://www.dge.de/" href="https://www.dge.de/" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE)</a>, die ausführlich auf ihrer Website dargelegt sind. DGE und IOM geben sehr ähnliche Empfehlungen.</p>
<p>Es gibt keinen Grund, von den Empfehlungen der Fachgesellschaften abzuweichen. Diese sind Expertengremien, deren Mitglieder die Disziplin der Ernährungswissenschaften über Jahrzehnte selber weiterentwickelt und beforscht haben und für ihre Guidelines systematisch alle (!) Studien ausgewertet haben. Gurus abweichender Ernährungstheorien argumentieren oft mit einzelnen Studien, die den Empfehlungen der Fachgesellschaften scheinbar widersprechen. Beispielsweise führen Low-Carb- und Paleo-Gurus gerne Studien an, die aussagen, dass gesättigte Fettsäuren positive Gesundheitseffekte haben &#8211; der Macronutrient Report sagt genau das Gegenteil (genau wie alle anderen Fachgesellschaften). Diese Studien wurden vom IOM aber selbstverständlich auch gelesen und sind in die Bewertung eingegangen. Die Jungs und Mädels vom IOM sind schließlich nicht zu blöd, um PubMed zu benutzen. Einzelne derartige Studien reichen im Gesamtkontext nicht aus, um die Aussage zu ändern. Ein systematisches Review der gesamten Literatur (mit Qualitätsbewertung jeder einzelnen Studie) kommt klar zum Ergebnis, dass gesättigte Fettsäuren in der Ernährung minimiert werden sollten.</p>
<p>Die genauen Makronährstoffverhältnisse sind für den Erfolg einer Ernährungsform nicht entscheidend, da der Mensch über eine gewisse metabolische Flexibilität verfügt. Nur Extreme, die von Empfehlungen der Fachgesellschaften abweichen, würde ich vermeiden. Also kein Low-Carb (unter 45 % Carbs) oder Low-Fat (unter 20 % Fett).</p>
</div>
<h3 id="die-dge-wird-von-vielen-kritisch-betrachten-es-gibt-nicht-wenige-die-sie-fuer-volkskrankheiten-und-uebergewicht-verantwortlich-machen-was-laeuft-schief-in-deutschland" class="sectionedit8" style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) wird von vielen kritisch betrachten. Was läuft schief in Deutschland?</span></h3>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Die DGE ist von allen Fachgesellschaften zur Ernährung irgendwie die langweiligste ;) Ein bisschen konservativ, ein bisschen träge, und sie ignoriert falsche Ernährungstrends und Trenddiäten, worauf manche andere Fachgesellschaften explizit eingehen. Auch hat das IOM z. B. extra Spezialfragen wie die Ernährung von Sportlern und explizit an Hypertrophie interessierten Sportlern erörtert, während die DGE meines Wissens nach strikt daran festhält, dass alle Sportler in die allgemeinen Empfehlungen passen.</p>
<p>Viele verwechseln die DGE auch mit deutscher Durchschnittsernährung. Da macht es sich die DGE meiner Ansicht nach zu diplomatisch und bezieht nicht strikte Position, dass es einen himmelweiten Unterschied zwischen deutscher Durchschnittsernährung und guten Ernährungsempfehlungen gibt! Die DGE sollte irgendwo ganz oben auf ihrer Website in Fettschrift schreiben, dass die Deutschen sich richtig mies ernähren und mal die Ohren spitzen sollen :)</p>
<p>An den Empfehlungen der DGE kann ich eigentlich nur kritisieren, dass sie keine deutliche Position zum Energiebedarf beziehen. Die meisten Bewohner der ersten Welt essen zu viel, das ist Fakt und die DGE schreibt das sicherlich auch irgendwo in ihren Texten. Aber es fehlt eine Gleichung, wie das IOM sie in wenigen Worten formuliert, nämlich dass die Energieaufnahme angemessen zum Energieverbrauch sein soll <strong>und dass ein höherer Energieverbrauch (=Sport oder körperliche Arbeit) große gesundheitliche Vorteile hat</strong>. So schreibt das IOM, dass Menschen, die mehr als das 1,8-fache ihres Grundumsatzes als Gesamtumsatz pro Tag umsetzen (und sich angemessen ernähren), selten übergewichtig sind und erhebliche Gesundheitsvorteile aufweisen. Das ist ein wichtiges Statement! Das 1,8-fache des Grundumsatzes lässt sich etwa mit einer Stunde schwerem Kraftsport jeden Tag verbrennen.</p>
<p>Aber die DGE ist schon OK, so insgesamt. Ich halte mich dennoch lieber ans IOM, die haben extreme wissenschaftliche Arbeit investiert um ihre Empfehlungen richtig zu untermauern. Zwar sind die IOM-Empfehlungen wie gesagt ein über 1000-seitiges, dichtes, wissenschaftliches Konvolut und eher für Experten als für die Allgemeinheit, aber man kann im Leben nie alles haben.</p>
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<h2 id="was-ist-mit-milch-und-getreide" class="sectionedit9" style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">Was ist mit Milch und Getreide?</span></h2>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Wer Milch nicht verträgt, sollte lactosefreie Milch probieren. Ganz auf Milch verzichten würde ich auf keinen Fall. Milch ist gesund, und die Qualität der Milch in Deutschland ist weltweit exzellent!</p>
<p>Was Getreide angeht: Ich kann das nicht wissenschaftlich untermauern, aber meine persönliche Erfahrung mit Getreideprodukten ist auch nicht besonders gut. Ich versuche, rein aus Erfahrung und ohne wissenschaftliche Theorie, auf Brot zu verzichten. Müsli esse ich gerne, aber rein mengenmäßig macht das nicht viel aus. Über Getreide sollte man wissen, dass die meisten Produkte weder genug Vitamine, noch genug Ballaststoffe pro Kilokalorie haben, um ihr Dasein zu rechtfertigen. Ich bin also kein Fan von Getreide. Wie gesagt, das ist kein wissenschaftliches Statement sondern meine persönliche Meinung. Fakt ist aber: Würde man sich nur von durchschnittlichen Getreideprodukten ernähren, wäre man in jeder Hinsicht mangelernährt.</p>
</div>
<h3 id="kommen-wir-zum-thema-abnehmen-wie-sieht-fuer-dich-die-ideale-diaet-zur-koerperfettreduktion-aus" class="sectionedit10" style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">Wie sieht für dich die ideale Diät zur Körperfettreduktion aus?</span></h3>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Kurze Antwort: Entsprechend den Empfehlungen der Fachgesellschaften, nur mit Kaloriendefizit von 500-1000 kcal pro Tag.</p>
<p>Lange Antwort: Das hauptsächliche Motiv bei den populärwissenschaftlichen Diätempfehlungen ist die Makronährstoffverteilung. Das ergibt sich schon aus den Bezeichnungen Low-Carb oder Low-Fat. Meiner Ansicht nach sind die Makronährstoffverhältnisse unwichtig für den Diäterfolg. Tatsächlich kann man mit beiden Extremen bestens abnehmen, darauf kommt es einfach nicht an. Wichtig ist in erster Linie, dass man die Ernährung langfristig aushält. <em>Compliance</em> ist zwingend erforderlich, die beste Diät hilft nichts, wenn man sich trotz aller Disziplin nicht daran halten kann. Man sollte Willenskraft als erschöpfliche Ressource ansehen und seine Ernährung so wählen, dass nicht übermäßig viel Willenskraft für die Einhaltung nötig ist.</p>
<blockquote><p>Sobald eine langfristige Durchführbarkeit gewährleistet ist, kommt es auf die Energiebilanz an, also auf das Kaloriendefizit. Das ist einfache Arithmetik. Ein Kilogramm Fettgewebe entspricht ungefähr einer Energiedichte von 7000 kcal. Der gewünschte Gewichtsverlust muss einfach in Form von Kalorien eingespart werden.</p></blockquote>
<p>Drittens muss eine gewisse körperliche Leistungsfähigkeit und ein hohes gesundheitliches Niveau sichergestellt sein. Dafür ist eine ausreichende Versorgung mit Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten nötig. Keiner der drei Makronährstoffe darf unter eine gewisse Grenze reduziert werden. Aber auch Ballaststoffe und Vitamine darf man nicht vernachlässigen. Aus diesem Grund sind extreme Ernährungsformen wie radikales Low-Carb oder Low-Fat nicht empfehlenswert. Auch in einer Diät sollten die von den Fachgesellschaften empfohlenen Makronährstoffverhältnisse ungefähr eingehalten werden.</p>
</div>
<h3 id="auf-was-achtest-du-bei-deiner-eigenen-ernaehrung-hast-du-bestimmte-nahrungsmittel-die-du-favorisierst" class="sectionedit11" style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">Auf was achtest du bei deiner eigenen Ernährung? Hast du bestimmte Nahrungsmittel die du favorisierst?</span></h3>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>So schwer es mir fällt, ich versuche keine “Fertiggerichte” zu essen, und dazu gehört für mich radial alles, was mehr als eine Zutat hat (außer Salz). Brot z. B., oder Fruchtjoghurt.</p>
<p>Ich achte darauf, dass ich auf die empfohlene Menge an Vitaminen und Ballaststoffen komme. Mir ist nach Selbstbeobachtung aufgefallen, dass mir im Durchschnitt Ballaststoffe und Vitamin C fehlen. Kalorien und Protein haben wir in der zivilisierten Welt ja zu Genüge, darüber muss man sich keine Sorgen machen. Aber ob die Nahrung auch pro Kalorie genug Vitamine und Ballaststoffe hat, das ist die Preisfrage!</p>
<p>Ich habe eine kleine Liste an Lebensmitteln, die extrem reich an diversen Vitaminen (inkl. C) und Ballaststoffen sind. Beispielsweise Beeren (Erdbeeren, Brombeeren, Himbeeren, Heidelbeeren) sind da ganz oben. Beeren haben über 1000% der IOM-Empfehlung an Ballaststoffen und sind wahre Vitaminbomben.</p>
<p>Sauerkraut hat viel Vitamin C und viele Ballaststoffe, und man kann es ganz einfach gleich kalt aus der Dose essen. Kiwis haben auch viel Vitamin C.</p>
<p>Was Fleisch, Milch und tierische Lebensmittel angeht sollte man wissen, dass sie Null Ballaststoffe haben, das heißt man muss sie an anderer Stelle mit ballaststoffhaltigen Lebensmitteln ausgleichen.</p>
<blockquote><p>Ich bin ein großer Freund von Leber. Rinderleber ist am wertvollsten. Die Leber hat als eine ihrer Funktionen die Speicherung von Vitaminen, entsprechend wertvoll ist Leber als Lebensmittel. Auch Eisen und Zink ist darin reichlich vorhanden.</p></blockquote>
<p>Der Knackpunkt ist nur, dass man Rinderleber richtig zubereiten muss, sonst schmeckt sie ziemlich schrecklich. Rezepte hat Tante Google zur Genüge ;)</p>
<p>Ein weiterer Geheimtip der bulgarischen Gewichtheber ist Gehirn &#8211; ja, Gehirn! Das stand früher regelmäßig auf deren Speiseplan! Aus Gründen von BSE sollte man von Rinderhirn Abstand halten, wobei jedes Hirn ein gewisses kleines Risiko birgt. Früher gab es in Bayern und Österreich beim Metzger noch Hirnsemmeln, wo es heute Leberkässemmeln gibt. In manchen Teilen der Welt gilt Schafshirn noch immer als Delikatesse, z. B. in Rumänien oder Israel. Es schmeckt tatsächlich garnicht schlecht. Hirn hat von allen Lebensmitteln den höchsten Gehalt an gesunden Fettsäuren (Omega-3 etc.) und es ist das cholesterinreichste Lebensmittel überhaupt, mit unglaublichen 3000 mg Cholesterin pro 100 g. Cholesterin ist für gesunde junge Sportler sehr gesund, da es wie gesagt für den Aufbau der Zellmembran wichtig ist. Cholesterin ist außerdem ein Wachstumsfaktor, der Muskelgewebe zum Wachstum anregt. Wer Hirn mal probieren will, sollte einen guten Metzger fragen und sich ein leckeres Rezept suchen. Meiner Meinung nach schmeckt es ganz passabel.</p>
</div>
<h3 id="ist-das-konzept-des-refeeds-deiner-meinung-nach-noch-aktuell-wie-stehst-du-zu-deinem-text-von-frueher" class="sectionedit12" style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">Ist das Konzept des Refeeds deiner Meinung nach noch aktuell? Wie stehst du zu deinem Text von früher?</span></h3>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<blockquote><p>Das Refeedkonzept ist meiner Meinung nach noch uneingeschränkt aktuell. Ich würde daran nichts revidieren.</p></blockquote>
<p>Ich freue mich natürlich, dass das Konzept so weitläufig aufgegriffen wurde.</p>
<p>Zusammenfassung: Energieaufnahme von 100-130 % des Gesamtumsatzes, Fette so weit es geht minimieren, Protein moderat, und jede Menge Kohlenhydrate. Ob man Fructose meiden soll oder nicht, darüber kann man sich streiten. Ich denke, diese Frage kann man in der Praxis vernachlässigen. Ein Refeed ist kein Cheat Day, man darf also keinesfalls einfach Junk Food oder Süßigkeiten schaufeln. Ganz im Gegenteil, ein Refeed ist very low fat &amp; very high carb, die Auswahl an Nahrungsmitteln ist also eher limitiert.</p>
</div>
<h2 id="gibt-es-eine-faustregel-wie-oft-man-einen-refeed-einlegen-sollte" class="sectionedit13" style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">Gibt es eine Faustregel, wie oft man einen Refeed einlegen sollte?</span></h2>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Gute Faustregel für den Anfang: Alle 7 Tage. Wenn man in der Diät sehr weit fortgeschritten ist und die Erfolge einschlafen, sollte man öfter refeeden, z. B. alle 4-5 Tage.</p>
</div>
<h3 id="welche-nahrungsmittel-eignen-sich-am-besten-fuer-einen-refeed" class="sectionedit14" style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">Welche Nahrungsmittel eignen sich am besten für einen Refeed?</span></h3>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Sehr Fettarme und kohlenhydratreiche Nahrungsmittel. Beispielsweise Kartoffeln und Nudeln.</p>
<p>Wenn ich refeede, gibt es immer eine riesige Portion Ofenkartoffeln mit fettarmem Fleisch. Ansonsten 1-2 Nudelgerichte mit fettarmer Sauce. Abends gönne ich mir immer einen riesigen Grießbrei mit fettarmer Milch. Über den Tag verteilt reichlich Obst.</p>
<h3 id="haben-groessere-proteinmengen-vorteile-wenn-ich-durch-hartes-krafttraining-viel-muskelmasse-in-kuerzester-zeit-aufbauen-moechte" class="sectionedit16" style="text-align: justify;">Haben größere Proteinmengen Vorteile, wenn ich durch hartes Krafttraining viel Muskelmasse in kürzester Zeit aufbauen möchte?</h3>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Ich denke nein. Viele Bodybuilder essen etwa 2 g/kg Körpergewicht Protein täglich, was meiner Meinung nach grenzwertig viel ist. Manche sind so durchgeknallt und essen 4 g/kg Körpergewicht Protein. Hilft das was? Sicherlich nicht. Rein biochemisch kann das nicht funktionieren. Erinnerung wir uns, was das wichtigste strukturelle Substrat des Muskelaufbaus ist; Glucose! Enorme Mengen Protein bringen <em>vielleicht</em> (und damit meine ich zweifelhaft) einen Vorteil, wenn man extrem viel Glucose isst.</p>
<p>Aber die Muskulatur ist ein sehr ökonomisches Organ. Sie hat, wenn trainiert, eine Wachstumsrateneffizienz bzw. Proteinretention von fast 50%. Kein anderes Organ des Körpers kann soviel exogenes Protein speichern. Das gilt aber nur bis zu einer gewissen Obergrenze der Aufnahme. Wo die liegt, weiß zur Zeit noch niemand, aber 2 g/kg KG könnte hinkommen, auch wenn es mir noch zu viel erscheint. Anekdote: In der meiner Jugend, als ich 30 kg Muskelmasse aufgebaut habe, hatte ich weder einen ausgeklügelten Ernährungsplan, noch Proteinsupplemente. Ich hab einfach milch- und fleischbetont nach Hunger gegessen.</p>
<blockquote><p>Ich würde den werdenden Bodybuildern von heute empfehlen, kohlenhydratbasiert zu essen, Milch und Fleisch nach belieben, und am ehesten gar nicht nachmessen, wie viel man genau gegessen hat.</p></blockquote>
<p>Die Frage ist doch die: Nehme ich zu? Ein Bodybuilder muss zunehmen. 0,5-1 kg pro Woche. Nimmt er nicht zu, egal ob Fett oder Muskel, isst er einfach nicht genug. Nimmt er zu, aber es handelt sich um Fett und nicht Muskeln, dann stimmt das Training nicht, oder die Ernährung ist zu fettbetont und es fehlen Carbs und Proteine, nimmt er sogar ab, dann isst er einfach viel zu wenig.</p>
<p>Also kurz gesagt: Ernährung so planen, dass man langsam zunimmt, und zwar nur Muskulatur, wobei ich kohlenhydratbasiert (und damit auch obstbasiert) und moderat milch- und proteinbasiert essen würde, das ganze eher fettarm.</p>
</div>
<h3 id="wie-wichtig-ist-der-shake-nach-dem-kraft-training-wie-sieht-die-optimale-peri-workout-nutrition-aus" class="sectionedit17" style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">Wie wichtig ist der Shake nach dem (Kraft-) Training? Wie sieht die optimale Peri-Workout-Nutrition aus?</span></h3>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Ich war einer der Vorreiter der Pre- und Postworkout Nutrition. Je 30 g Whey in Milch habe ich vor und nach dem Training empfohlen, nach dem Training mit 100 g Glucose. Inzwischen sehe ich das nicht mehr so wild. Altersmilde nennt man das wohl.</p>
<p>Whey ist zwar toll, aber normale Milch hat sich in Studien als ebenso wirksam erwiesen. Die Forscher, die damals das Whey als Postworkout-Nutrtion popularisiert haben (Ich denke da an die Gruppe um Stuart M. Phillips et al.), wurden von der Molkereiindustrie gesponsert.</p>
<p>Tatsache ist doch, dass es kein “anaboles Fenster” gibt, was Aminosäuren betrifft. Das anabole Fenster ist immer. Glaubst du, die Evolution ist so blöd, und gibt dir nur exakt 2 Stunden Zeit, um Protein nach einem Workout zu essen? Dann wärst du ausgestorben. Ich denke, das ist moderner Aberglaube. Was hingegen wahr ist, ist dass Muskulatur nach Training Glucose ohne Insulin aufsaugt wie ein Schwamm. In der Hinsicht gibt es wirklich ein anaboles Fenster.</p>
<p>Ich bin inzwischen strickt gegen Supplements, zumindest seit ich weiß, wie sie hergestellt werden, damit tut man sich mehr Schlechtes als Gutes. Ich empfehle vor dem Training ein großes Glas Milch (400-500 ml), optional mit leckerem Kakao, und natürlich etwas leicht verdauliches Obst, etwa Himbeeren. Nach dem Training dasselbe, aber mit zuckerreichem Obst wie Bananen. Kurz danach eine kleine Mahlzeit mit bis zu 30 g tierischem Protein und 100-200 g Carbs.</p>
<p>Nochmal zum Mitschreiben: Das ist alles kein Muss. Die Evolution hat den Menschen so gemacht, dass er sein Wachstumsbedürfnis auch zeitverzögert stillen kann. Ein paar Stunden nach dem Training ist das Gewebe nicht mehr aufnahmebereit wie ein Schwamm, aber das langfristige Muskelwachstum (über Monate) wird daran keinen Schaden nehmen.</p>
</div>
<h2 id="die-meisten-maenner-trainieren-im-fitness-studio-um-einen-sixpack-zu-bekommen-und-muskeln-aufzubauen-frauen-dagegen-wollen-ihren-koerper-straffen-und-legen-den-fokus-auf-bauch-beine-po-wenn-wir-ehrlich-sind-bleiben-bei-der-deutlichen-mehrheit-der-fitness-studio-besucher-die-fortschritte-aus-in-der-realitaet-trainieren-die-meisten-seit-jahren-und-es-tut-sich-ueberhaupt-nichts-was-machen-die-falsch" class="sectionedit18" style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">In der Realität trainieren die meisten Fitness-Studio-Besucher seit Jahren und es tut sich überhaupt nichts. Was machen die falsch?</span></h2>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Ja, in meinem Gym sehe ich 90 % der Mitglieder seit Jahren absolut unverändert. Was machen sie falsch?</p>
<p>Meine Beobachtung:</p>
<p>Wenn ich sie trainieren sehe, sehe ich erstens keine Grundübungen. Wenn überhaupt, dann machen sie unter 15 % des Trainings aus Grundübungen, aber halbherzig. Stattdessen sehe ich endlose Kurzhantelcurls, seit Jahren mit demselben Gewicht, endloses Geturne am Kabelturm oder an Geräten. Kurzhantelspielerei, Butterfly, Cable Cross-overs und Latziehen machen eben keinen Adonis.</p>
<p>Mit fällt auch auf, dass dieses Klientel am Ende des Trainings nicht komplett verschwitzt ist. Eigentlich garnicht. Ich würde wetten, sie haben keine Hornhaut an den Händen.</p>
<p>Das ist alles zu wenig Training. Kurzhantel- und Kabelturmspiele erzeugen keine Muskelspannung.</p>
<blockquote><p>Ich würde folgendes verschreiben, und das hat in der Vergangenheit Wunder gewirkt: 100% des Trainings (ja <strong>100 %</strong>) müssen Grundübungen sein, Dips, Klimmzüge, Knienbeugen, Kreuzheben, Shrugs, Military Press, Behind the Neck Push Press, Wadenheben.</p></blockquote>
<p>Das wars. Jeden Tag eine volle Stunde davon, 6-7 Tage die Woche. Wer nicht am Ende des Trainings komplett nassgeschwitzt ist, muss von vorne anfangen :)</p>
<p>Maschinen sind verboten (auch Multipressen und Beinpresse), und Kabeltürme sowieso. Prohibidado! Das liegt einfach daran, das diese Geräte innerlich federnde Elemente haben, die Spannungsspitzen in der Muskulatur verhindern. Aber Spannungsspitzen bauen Muskeln auf! Die einzige Maschine, ist die für mich unerlässlich ist, ist stehendes Wadenheben.</p>
<p>Zweites: Progressive Gewichtssteigerungen. Dieses Klientel trainiert seit Jahren mit denselben Gewichten. Wird langsam Zeit, dass der Widerstand steigt.</p>
<blockquote><p>Der Widerstand bzw. das Trainingsgewicht entspricht der Muskelspannung. Je mehr, desto mehr wächst der Muskel.</p></blockquote>
<p>Natürlich muss man sich langsam steigern, um sich nicht zu verletzen.</p>
<p>Ich persönlich habe nie für Geld Personal Training gegeben, meine “Kunden” waren alle Freunde und Bekannte und ich habe nie was verlangt, außer Disziplin. Aber ich habe die Leute so lange (sprichwörtlich) ausgepeitscht, bis sich im Spiegel was verändert hat. Die meisten haben mir dann Bücher von meiner Amazonwunschliste gekauft, das hat mich sehr gefreut &#8211; noch mehr freue ich mich, wenn ich von Weiterentwicklungen meines Trainings höre oder Bilder ehemaliger Probanden sehe. Einer meiner Jungs ist heute noch erfolgreich im Kraftdreikampf aktiv, das war ein halbes Hemd als wir angefangen haben ;)</p>
</div>
<h2 id="wie-sollten-sie-stattdessen-trainieren-gibt-es-ein-bestimmtes-system-das-du-empfehlen-kannst-ich-weiss-nicht-ob-du-noch-hinter-hst-stehst" class="sectionedit19" style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">Gibt es ein bestimmtes Trainings-System, das du empfehlen kannst?</span></h2>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Ich war früher bekannt dafür, dass ich das sogenannte <a class="urlextern" title="http://hypertrophyspecific.com/hst_index.html" href="http://hypertrophyspecific.com/hst_index.html" rel="nofollow">hypertrophy specific training (HST) von Bryan Haycock</a> (einem genialen Wissenschaftler) stark vereinfacht und um sogenanntes <strong>Clustertraining</strong> erweitert habe. Clustertraining ist ein Training ohne Sätze und Wiederholungen. Man muss nicht unbedingt mitzählen, wie viele Wiederholungen man gemacht hat. Ein Cluster ist einfach eine Serie von 1-3 sehr schweren Wiederholungen, die man vor der Erschöpfung abbricht und nach der man eine längere Pause macht. Im Optimalfall macht man das als Zirkeltraining, also mehrere Übungen bunt durcheinander. Cluster sind keine Sätze, also muss man sie nicht wirklich mitzählen. Man kann sich aber ein Gesamtziel setzen, z. B. kann ich heute 50 Klimmzüge machen. Wie genau ich das als Cluster anordne ist dabei völlig egal.</p>
<p>Der Witz am Clustertraining ist, dass ich es als <em>fatigue management</em> bezeichne. Man bekämpft Ermüdung, obwohl man relativ viel und schwer trainiert. Dafür macht man eben nur die ersten paar Wiederholungen einen Satzes und lässt den erschöpfenden Rest einfach weg. Der Mensch kann Muskelspannung nicht spüren, dafür gibt es weder Rezeptoren noch ein Hirnareal. Was er spǘren kann, ist die Erschöpfung, wenn die Muskelspannung schon reduziert ist. Viele Bodybuilder lieben dieses Gefühl und glauben, darin läge der Schlüssel zum Wachstum. Schwarzenegger war einer davon er schwärmte immer von “the buuuurn”.</p>
<blockquote><p>Das Radikale an <strong>Clustertraining</strong> ist, dass es die unspürbare Muskelspannung zum Wachstumsreiz erklärt, und damit radikal gegen das Establishment verstößt.</p></blockquote>
<p>Es ist aus der Forschung bekannt, dass die größten Muskelspannungen am Anfang eines Satzes eintreten, wenn der Muskel noch frisch ist und am meisten Kraft hat (Kraft = Spannung). Je stärker die Erschöpfung ist, desto geringer wird die Muskelspannung und Kraft. Das Gehirn hat eine eigebaut <em>protektive Inhibition</em>, die die Muskulatur vor katastrophalem Versagen schützt. Auch das absolute Muskelversagen am Ende eines harten Satzes ist protektive Inhibition. Der Muskel selber könnte noch locker weitermachen, aber das Gehirn bremst die Bewegung nach und nach auf Zeitlupe ab, um den Körper zu schützen. Findige Forscher haben Bodybuilder, die nach einem Satz mit Muskelversagen völlig ausgepowert waren, mit Elektroschocks stimuliert, und siehe da: Die Muskeln kontrahieren als wäre nichts gewesen. Die Schocks bypassen nunmal das Hirn, das die Quelle des Muskelversagens ist.</p>
<p>Clustertraining trickst das Gehirn sozusagen aus, es simuliert immer den Anfang eines Satzes, wo der Muskel noch zu hoher Spannung in der Lage ist. Schade, dass ich nicht unternehmerisch genug war, das System gut zu vermarkten, denn inzwischen gibt es diverse Cluster-Kopien wie Myoreps etc. :(</p>
</div>
<h3 id="hast-du-lieblings-uebungen-um-muskeln-aufzubauen-lass-mich-raten-die-kniebeuge-ist-ganz-weit-vorne-dabei" class="sectionedit20" style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">Hast du Lieblings-Übungen, um Muskeln aufzubauen? Etwa die Kniebeuge?</span></h3>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>War sie früher! Seit einem sehr schweren Rennradunfall ist mein rechter Quadrizeps gerissen und narbig verwachsen. Seitdem ist er schwach und instabil, so dass Kniebeugen keinen Spaß machen. Natürlich mach ich sie trotzdem, nur erfolgreich bin ich nicht.</p>
<p>Meine Beiden Lieblingsübungen sind Dips und Klimmzüge. Und zwar exzentrisch supramaximal. Das bedeutet, ich habe einen Dipgürtel, an dem ich mir ein Gewicht hänge, z.B. 50 kg. Mitsamt dem Gewicht kann ich weder einen Dip noch einen Klimmzug konzentrisch schaffen. Was ich nun mache: Ich springe mit Beineinsatz an einem Holzklotz hoch und lasse mich konzentriert in der exzentrischen Phase herunter, bis in die extreme Dehnung, die ich lange auskoste. Exzentrisch hat man wesentlich mehr Kraft und die Muskelspannung beträgt bis zu 190 % der konzentrischen Kraft. So grille ich mein Muskeln richtig durch. Natürlich im Clusterstyle, immer 2 oder 3 <em>Exccentrics</em> und dann was anderes, z.B. Kreuzheben, Military Press, sowas. Man kann mit einem vertrauenswürdigen Partner auch supramaximal exzentrische Kniebeugen machen.</p>
</div>
<h2 id="was-haeltst-du-von-cardio-training-bewusst-offen-gestellt" class="sectionedit21" style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">Deine Meinung zu klassischem Cardio-Training?</span></h2>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Ich war jahrelang Rennradfahrer und kenne das Flowgefühl dabei &#8211; aber unterm Strich: Gott wie langweilig!</p>
<p>Natürlich weiß ich, wie gesund Cardio ist, dass man es unbedingt machen sollte, usw. Aber gottverdammt, wie langweilig, ohne mich!</p>
<p>Eine andere Sache ist sowas wie Crossfit oder Strongman, bei denen Cardioelemente dabei sind. Das, könnte ich mir vorstellen, könnte Spaß machen.</p>
</div>
<h3 id="crossfit-ist-ein-weiterer-trend-der-die-fitness-welt-erobert-hat-ist-das-fluch-oder-segen" class="sectionedit22" style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">Crossfit ist ja ein weiterer Trend, der die Fitness-Welt erobert hat. Ist das Fluch oder Segen?</span></h3>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Fluch, Segen, wer weiß schon. Ich hab was gegen Crossfit, und zwar weil ich Gewichtheber bin und sehe, wie diese Idioten Olympic Lifts mit hohen Wiederholungen und miserabler Technik als Sätze zu 5-10 Wiederholungen ausführen. Das geht nicht, Olympic Lifts sind nicht dafür gemacht. Zu deren Glück werde ich Orthopäde ;)</p>
<p>Ansonsten finde ich die Idee, Kraftausdauer ins Extrem zu treiben und Athleten mit immer neue Challenges zu überraschen, garnicht so dumm, quasi wie Strongman, nur mit schönen Frauen. Geniale Idee.</p>
</div>
<h3 id="bleiben-die-erfolge-beim-training-aus-greifen-leider-unglaublich-viele-sportler-zu-medikamenten-mit-mittelchen-wie-testosteron-nachzuhelfen-tut-man-sich-wohl-keinen-gefallen-unten-kommt-eine-weitere-testo-frage" class="sectionedit23" style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">Bleiben die Erfolge beim Training aus, helfen viele Sportler mit Medikamenten nach. Tun sie sich da einen Gefallen?</span></h3>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Testosteron ist keine Lösung, lass mich einfach mal die Nebenwirkungen wiederholen: Erstens muss man enorm viel davon spritzen, damit die Muskulatur auch nur ein bisschen reagiert. Testosterons primäre Funktion ist nunmal nicht die Muskeln zu vergrößern. Jetzt mal unter uns, Stoffer stopfen sich alles rein, was sie in die Finger kriegen oder sich leisten können. 500 mg Testo, 500 mg Deca, 50 mg Dianabol. Das ist schon das 1000-fache der normalen Testosteronproduktion, und das ist noch keine extreme Kur.</p>
<p>Zweitens schädigt man bereits bei einer viel geringeren Dosis seine Arterien, steigert also ungemein sein Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfaälle, pAVK, Impotenz und vieles mehr.</p>
<blockquote><p>Drittens macht Testosteron impotent &#8211; das glaubt mir niemand, aber ich hab die Fachliteratur dazu.</p></blockquote>
<p>Das dauert ein paar Monate, aber die beide Releasing Hormone für Testo, LH und FSH, sind auch für die Potenz zuständig. Nach monatelangem Testosteronersatz sinken LH und FSH permanent auf Null, die Folge ist Hodenschrumpfung und in vielen Fällen entweder Impotenz, also die Unfähigkeit, eine ausreichende Erektion zu erlangen, oder aber andere Probleme am Penis. Berührungen fühlen sich nicht mehr gut oder erregend an, die Haut wird schnell wund, es kommt zu keinen positiven Gefühlen beim Geschlechtsverkehr. LH und FSH sind eben für mehr gut als oft gedacht wird.</p>
<p>Viertens geht der Cocktail aus hohem Testosteron (bzw. sein Metabolit DHT) und Estradiol auf die Prostata und verursacht dort ein starkes Wachstum. Möglicherweise auch das gefürchtete Prostatacarcinom.</p>
</div>
<h3 id="in-filmen-werden-muskeln-aufgesprueht-auf-den-covern-der-magazine-mit-photoshop-gearbeitet-bei-instagram-wird-mit-licht-und-filtern-gearbeitet-dazu-noch-die-natural-bodybuilder--werden-da-nicht-falsche-vorstellungen-vermittelt" class="sectionedit24" style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">Sind die Ursachen nicht häufig Foren, Social-Media andere Medien? Werden da falsche Vorstellungen geweckt?</span></h3>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Klar werden da falsche Vorstellungen geweckt. Ich sehe es eher als einen wechselseitigen Determinismus. Die Medien sind ein Spiegel unserer Kultur und zeigen uns dass, was wir ohnehin sehen wollen. Gleichzeitig werden wir von den Medien abgestumpft und geschmacklich beeinflusst. Das schaukelt sich immer weiter hoch bis alle Hollywoodschauspieler absolut perfektes Äußeres haben, alle Models nicht von dieser Welt sind usw.</p>
<p>Was du in den Massenmedien nie finden wirst, sind echte Emotionen, echte intellektuelle Auseinandersetzungen, echte, wertvolle Berichterstattung &#8211; das sind Vehikel für ihre übersinnlich schönen Werbemodels. Deswegen meide ich sie. Leider habe ich keine Lösung für das Gesamtproblem als solches.</p>
<p>Vielleicht es ein Trost, dass echte, normale Männer und Frauen, keine Models und nichtmal Sportler, einander anschauen und schön finden können.</p>
</div>
<h2 id="anschlussfragebei-edubily-schreiben-wir-viel-ueber-das-genetische-maximum--damit-moechten-wir-auch-klar-machen-dass-es-persoenliche-grenzen-gibt-die-man-akzeptieren-muss-ein-guter-triathlet-wird-zum-beispiel-nie-im-leben-ein-erfolgreicher-bodybuilder-werden-koennen-dazu-haette-er-sich-andere-eltern-aussuchen-muessen-welche-rolle-spielt-deiner-meinung-nach-unsere-genetik" class="sectionedit25" style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">Welche Rolle spielt deiner Meinung nach unsere Genetik?</span></h2>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Dies unter anderm ist die Frage meiner Doktorarbeit und leider kann ich das nicht in unter 30 Seiten zusammenfassen ;) Ein genetisch für Ausdauersport geborener Mensch kann durchaus ein guter Kraftsportler werden &#8211; und andersrum. Der Mensch ist sehr anpassungsfähig. Aber die absoluten Champions arbeiten nie gegen ihre Genetik. Die sind aus den Besten der Besten selektiert.</p>
<blockquote><p>Vielleicht ist es beruhigend zu wissen, dass du mit 99 % Wahrscheinlichkeit die Genetik hast, um in jedem Sport, der dir Spaß macht, zumindest gut zu werden. Willst du der Beste der Besten werden, brauchst außer dem Glück der Genetik noch das Glück der spezifischen Entdeckung und Förderung, und das ist ein viel größeres Glück, glaube ich.</p></blockquote>
</div>
<h2 id="maenner-haben-dagegen-vielmals-mit-niedrigen-testosteron-werten-zu-kaempfen-viele-maenner-und-deren-aerzte-scheuen-sich-nicht-mit-exogenen-hormonen-nachzuhelfen-eine-gute-idee" class="sectionedit26" style="text-align: justify;">Was rätst du Männern die über niedrige Testosteron-Werte klagen?</h2>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Niedriges Testo muss nichts schlimmes heißen. Erst, wenn typische Mangelsymptome dazukommen (Impotenz, Libidoverlust, Depression) und der Wert unter der Referenz liegt, gilt es eine Ersatztherapie zu <em>besprechen</em> (nicht zu beginnen).</p>
<p>Das Problem am Testosteron aus der Spritze ist, dass es kein echter Ersatz für echtes Testo ist. Echtes Testo wird circadian ausgeschüttet, morgens mehrere pulsatile, kurze aber hohe Stöße, abends weniger. Dieses pulsatile, circadiane Ausschüttungsmuster ist für die Wirkung wichtig.</p>
<p>Das Testo aus der Spritze wirkt etwa 2-3 Wochen, bleibt eine Woche lang supraphysiologisch (und aromatisiert stark zu Estradiol), sinkt dann auf subphysiologische Werte. Gleichzeitig hemmt es FH und FSH, zwei Hormone, die wie oben besprochen vielfältige Wirkungen haben. Es hat weder circadiane noch pulsatile Wirkung und verursacht dadurch eine Testosteronresistenz. Deswegen haben viele Patienten die Erfahrung gemacht, dass Testo aus der Spritze höhere Dösen benötigt.</p>
<p>Sport im Allgemeinen und Kraftsport im Besonderen senkt den Testosteronspiegel, sogar bis auf subphysiologische Werte, weil die Androgenrezeptorendichte stark ansteigt und sich die Mehrheit des Testosterons im Zellinneren &#8211; da wo der Rezeptor an der DNA ist &#8211; und nicht im Blut aufhält.</p>
<p>Also nochmal zum Thema ärztlicher Ersatztherapie: Sie erfordert mehrere Messungen zwischen 6 und 8 Uhr morgens, der Sportler muss man eine Sportpause machen, eine Untersuchung der Hoden ist Pflicht und ein tiefgründiges Gespräch über Risiken und Nebenwirkungen ist nötig. Und ohne Symptome eines Testosteronmangels (Impotenz, Libidoverlust, Depression) darf es keine Ersatztherapie geben, und sei der Wert auch noch so niedrig.</p>
</div>
<h3 id="welche-faktoren-haben-neben-ernaehrung-und-training-den-groesstes-einfluss-auf-unsere-gesundheit-und-koerperzusammensetzung" class="sectionedit28" style="text-align: justify;">Welche Faktoren haben neben Ernährung und Training den größtes Einfluss auf unsere Gesundheit und Körperzusammensetzung?</h3>
<div class="level2">
<p>Ich würde immer bei den absoluten Basics anfangen: Kann ich gesund, vollständig und glücklich sein, wenn die absoluten Elemente meines Daseins nicht stimmen? Ich denke an Familie, bedeutsame soziale Beziehungen, selbstbestimmte Lebensführung, sinnstiftende Arbeit. Da, ganz ganz am Anfang, würd ich anfangen, bei der Maslow&#8217;schen Bedürfnispyramide. Oder das was man über längere Zeiträume “Lifestyle” nennt, was aber unendlich viele ganz elementare Dinge meint. Das ist bestimmt nicht, was du hören wolltest, aber das ist der größte Einfluss auf die Gesundheit.</p>
<p style="text-align: justify;">Echte Mediziner sind allen Unkenrufen zum Trotz eben tatsächlich auf ganzheitliche körperliche und psychosoziale Medizin trainiert.</p>
</div>
</div><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/ernaehrung/zyko-interview/">Interview mit zyko – Über Low-Carb, Muskelaufbau & Testosteron</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Die Kalorienbilanz ist entscheidend &#8211; Über No-Carb und Yes-Carb</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Nov 2017 13:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ketogen]]></category>
		<category><![CDATA[fettleber]]></category>
		<category><![CDATA[ketogene diät]]></category>
		<category><![CDATA[Kohlenhydrate]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie entscheidend ist die Kalorienbilanz? Manchmal, so scheint es mir, werden gewisse Sachverhalte im Internet entweder absichtlich oder aus purer Unwissenheit falsch dargestellt oder beschrieben. Das betrifft vor allem bereits klar definierte Sachverhalte, also solche, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie entscheidend ist die Kalorienbilanz?</p>
<p>Manchmal, so scheint es mir, werden gewisse Sachverhalte im Internet entweder absichtlich oder aus purer Unwissenheit falsch dargestellt oder beschrieben. Das betrifft vor allem bereits klar definierte Sachverhalte, also solche, über die man sich ganz bestimmt nicht mehr zu streiten braucht.</p>
<p>Unsere Leser lesen ja mit &#8212; im Internet. Manche von ihnen schicken mir dann Texte. Ganz besonders interessant finde ich es, wenn Artikel in Ärztezeitungen erscheinen, die sich inhaltlich mit unseren Texten hier decken.</p>
<h3>Kohlenhydrat-Diät heilt Diabetes</h3>
<p>Hier mal eine ganz nette Geschichte:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;">Die Therapeuten einer adipösen 69-Jährigen mit Typ-2-Diabetes und 30 Jahren Krankheitsgeschichte waren mit ihrem Latein am Ende. Nach 24 Jahren Insulintherapie konnten auch höchste Dosen des Hormons plus ein DPP4-Hemmer ihren Blutzucker nicht mehr ausreichend senken: Ihr HbA1c lag bei 10 Prozent und war seit Jahren stark erhöht.</p>
<p style="text-align: left;">Gängige Maßnahmen gegen Insulinresistenz wie mehr Bewegung, Gewichtsabnahme oder Metformin (Niereninsuffizienz!) schieden aus, berichtete der Diabetesberater Mario Althaus von den Kliniken Essen-Mitte bei der DDG-Herbsttagung. Eine stationäre Therapie mit Insulin-Perfusor schien die Ultima Ratio. Da stießen die Therapeuten auf die 1902 von Carl von Noorden entwickelte Haferkur. Die mehrtägige Kost nur mit Kohlenhydraten hatte sich bereits 2006 als sicher und wirksam gegen Insulinresistenz erwiesen (<a href="https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/s-2006-943783" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Diabetologie und Stoffwechsel 2006; 1: A58</a>).</p>
<p style="text-align: left;">Allerdings: Drei Tage nur Haferschleim sei heute unzumutbar, praktikabel hingegen eine Diät mit ausschließlich Kohlenhydraten in Brot, Nudeln, Reis, Gemüse und Obst, so Althaus. Dies war bei der Frau überraschend erfolgreich, wie er anhand ihres Diabetestagebuchs belegte: Am Tag vor der Diät lagen die Blutzuckerwerte trotz Therapie mit 30 IE Basalinsulin plus 58 IE, 38 IE und 28 IE Mahlzeiteninsulin morgens nüchtern bei 309 mg/dl, nach dem Mittagessen bei 406 mg/dl, um 16 Uhr bei 303 mg/dl und um 22 Uhr bei 221 mg/dl.</p>
<p style="text-align: left;">Bereits am ersten Diät-Tag gingen die Werte deutlich zurück von 254 (nüchtern) auf 117 (mittags), 85 (16 Uhr) und 110 mg/dl (22 Uhr). Gleichzeitig wurde Mahlzeiteninsulin auf 52, 18 und 6 IE reduziert. Am zweiten Diät-Tag kam es mit der reduzierten Insulinmenge mittags bereits zu einer Hypoglykämie. Die verbesserte Insulinsensitivität hielt dabei auch Wochen nach den Diättagen an.</p>
<p style="text-align: left;">Inzwischen wurden viele Typ-2-Diabetiker von Althaus und Kollegen mit &#8222;Entlastungstagen&#8220; behandelt. Nach seinen Angaben werden bei etwa 70 Prozent der Betroffenen deutliche Erfolge verzeichnet. Und versage die Diät am Anfang, sei eine Wiederholung durchaus erfolgversprechend.</p>
<p>Quelle <a href="https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/diabetes/article/947748/typ-2-diabetes-kohlenhydrat-tagen-insulinresistenz-durchbrechen.html?wt_mc=nl.upd.AEZ_NL_NEWSLETTER.2017-11-20.Diabetes+mellitus.x">Ärzte Zeitung online, 20.11.2017</a></p></blockquote>
<p style="text-align: center;"><strong>Mit einer &#8222;mehrtätigen Kost nur mit Kohlenhydraten&#8220; kann man Diabetes also in den Griff bekommen. </strong></p>
<p>Lassen wir uns den Satz doch einfach mal eine Sekunde auf der Zunge zergehen.</p>
<p>Wer kann nach so durchschlagenden Ergebnissen noch behaupten, dass Kohlenhydrate Insulinresistenz und Diabetes <em>verursachen</em>? Nicht nur Anfang, sondern auch Mitte des 20. Jahrhunderts (wie erinnern uns an ein <a href="https://genetisches-maximum.de/kohlenhydrate/kann-man-mit-kohlenhydraten-abnehmen/">Herr Dr. Kempner</a> mit seiner Reis-Diät) konnte gezeigt werden, dass Kohlenhydrate sehr wohl imstande sind, Diabetes und sämtliche assoziierte Erkrankungen zu heilen.</p>
<p>So.</p>
<h3>Und täglich grüßt das Murmeltier &#8211; entscheidend ist die Kalorienbilanz</h3>
<p>Was passiert hier bei uns, wenn wir über sowas schreiben? Genau, dann kritisiert uns wieder der ein oder andere Keto- und Low-Carb-Befürworter. Nicht böse gemeint! Das Gleiche passierte auch unter dem o. a. Artikel.</p>
<p>So kommentiert Ernährungswissenschaftler und Autor Nicolai Worm sehr richtig:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;"><strong>Das funktioniert &#8211; weil Very Low Calorie Diet &#8211; hat nichts mit &#8222;Kohlenhydraten&#8220; zu tun!</strong></p>
<p style="text-align: left;">Dass das funktioniert hat einen einzigen Grund: VLCD! Bei den Hafertagen wird die Kost auf ca. 800 kcal/Tag abgesenkt! Die Leber entfettet und wird wieder insulinsensitiv und reguliert den Zuckerhaushalt wieder normal!</p>
<p style="text-align: left;">Der Wirkmechanismus wurde gerade von der Arbeitsgruppe um Gerald Shulman geklärt: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1550413117306162?via%3Dihubs</p>
</blockquote>
<p>Ganz genau richtig. <strong>Es hat nichts mit Kohlenhydraten zu tun</strong>. Aber auch nicht mit No-Carb. Die Kalorienbilanz ist entscheidend.</p>
<p>Die Sache ist, wie oft erklärt, simpel: Der Bock ist dann richtig fett, wenn die Leber Glukose nicht mehr aufnehmen mag. Periphere <a href="https://genetisches-maximum.de/magnesium/">Insulinresistenz</a>, also z. B. im Muskel, ist auch doof, aber erst, wenn die Leber dicht macht, gibt es die richtige Katastrophe.</p>
<h3>Fettverlust macht stoffwechselgesund</h3>
<p>Wie oft beschrieben, es gibt einen richtigen Weg:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Das überschüssige Fett in den Geweben muss verbrannt werden. </strong></p>
<ul>
<li>Im Muskel</li>
<li>In der Leber</li>
<li>In der Bauchspeicheldrüse</li>
</ul>
<p><a href="https://genetisches-maximum.de/hormonhaushalt/typ-2-diabetes-umkehren/">Von Letzterem wurde gezeigt, dass ein Fettverlust in der Bauchspeicheldrüse Diabetes &#8222;heilen&#8220; kann. </a></p>
<p>Der Punkt ist, wie oben angedeutet: Es stimmt, nicht weil die Menschen Kohlenhydrate gegessen haben, verschwand der Diabetes. Sondern, weil die Leute da einen Fettverlust herbeigeführt haben.</p>
<p style="padding-left: 30px;">1. Beobachtung also: Man kann auch mit Kohlenhydraten abnehmen. Das ist ja schon mal etwas, was von der Low-Carb oder Keto-Community gerne infrage gestellt wird.</p>
<p>Was aber macht &#8222;No Carb&#8220;?</p>
<p style="padding-left: 30px;">2. Beobachtung: Wenn No Carb unterm Strich dafür sorgt, dass man mehr Fett oxidiert als zu sich führt, haben wir eine negative Fettbilanz. Folge: Leber und Körper wird entfettet.</p>
<p>Was aber braucht man für eine negative Fettbilanz? Sicher keine positive Fettbilanz. Das heißt, man braucht hier eine negative <strong>Kalorienbilanz</strong>. Das ist eigentlich ziemlich einfach.</p>
<p>Heißt: Egal ob <em>No</em>&#8211; oder <em>Yes</em>-Carb &#8230; Um Insulinresistenz loszuwerden, braucht es &#8230; Ja, lange genug darüber gesprochen.</p>
<p>Das ist also die Basis, die Wahrheit sozusagen.</p>
<h3>Und die Machbarkeit?</h3>
<p>Über die Machbarkeit kann man sprechen. Was fühlt sich besser an? Low-Carb oder Higher-Carb?</p>
<p>Meiner Erfahrung nach: Für richtig dicke Menschen eignet sich Low-Carb besser. Bei ihnen schwimmt sowieso viel zu viel Fett (und Fettsäuren) im Blut. Je schlanker ein Mensch aber wird (was nicht gleichbedeutend ist mit metabolischer Gesundheit), umso höher kann der Kohlenhydrat-Anteil sein, weil man dadurch einfach ein paar Systeme entlastet, etwa die reproduktive Achse (Schilddrüsenhormone und Co.), die auch ganz essentiell für das Gelingen einer langfristig angelegten Diät sind.</p>
<p>So, der status quo und die richtige Idee wäre dann: Solange ich jetzt dafür sorge, dass ich nicht wieder an Gewicht zulege, ist es egal, ob ich No-Carb oder Yes-Carb lebe. Für Yes-Carb sprechen die Blue Zones, Kitava, Tsimane und so weiter. Es geht also.</p>
<h3>Was macht die Leber fett?</h3>
<p>Leider schwingt an dieser Stelle immer eine Angst mit. Nämlich die Angst vor der <a href="https://genetisches-maximum.de/low-carb/kohlenhydrate-sind-schuld-wirklich/">De Novo Lipogenese</a><em>, </em>der Fettneubildung aus Kohlenhydraten &#8212; in der Leber. Die Annahme: Kohlenhydrate induzieren in der Leber die DNL, das macht die Leber fett und somit insulinresistent.</p>
<p>So kann man das metabolisch Kranken und Dicken erzählen, damit die nicht mit einem &#8222;Aber&#8230;!&#8220; um die Ecke kommen. Ich denke trotzdem, dass es nicht die feine Art ist, Menschen zu belügen. Auch nicht, wenn man eigentlich das Wohlergehen dieser Menschen im Sinn hat.</p>
<p>Was sehr häufig nicht gesehen wird:</p>
<ul>
<li>Die Leber wird nicht fett, weil sie sich selbst fett macht, sondern weil sie mit Fettsäuren überladen wird. Fettsäuren im Blut steigen proportional zur Fettmasse. Das heißt: Alleine dadurch, dass man zu viel Fett an seinem Körper hortet, sorgt man dafür, dass auch zu viel Fett in die Leber gelangt. Tatsächlich waren 60 % der Fettsäuren, die man in einer <a href="https://genetisches-maximum.de/fette/fettleber-heilen/">Fettleber</a> findet, selbst mal freie Fettsäuren, waren also mal im Fettgewebe zu finden.</li>
<li>Mit steigender Fettmasse wird es für das Fettgewebe schwerer, Fette aus dem Blut zu fischen, die über die Nahrung kommen. Das Fettgewebe &#8222;wehrt&#8220; sich gegen zu viel Fett. Resultat: Triglyceride werden von der Leber aufgenommen und müssen dann via VLDL (Cholin!) abtransportiert werden. Das kann 15 % der aus der Leber transportierten Fette ausmachen.</li>
<li>Die DNL ist beim stoffwechselgesunden Menschen quasi nicht aktiv (2-5 %) und kann höchstens mit viel Liebe und viel Cola stärker aktiviert werden. Hier variieren die Zahlen: Bei Menschen mit einer Fettleber können es 15 % bis 26 % sein.</li>
</ul>
<p>Die Autoren schlussfolgern:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Egal ob gesund oder krank, die DNL ist nicht hauptverantwortlich dafür, dass die Leber fett wird. </strong></p>
<p>Dennoch: Sie kann ein Marker dafür sein, wie viele Fette in der Leber verbrannt werden. (Sanders, 2015)</p>
<p style="padding-left: 30px;">3. Beobachtung also: Man kann nicht einfach sagen, dass Kohlenhydrate die Leber fett machen. Das tun sie bei stoffwechselgesunden Menschen, die Yes-Carb leben, ja auch nicht.</p>
<h3>Unterm Strich &#8230;</h3>
<p>&#8230; bleibt, wieder einmal: Ja, man kann sich darüber streiten, welche Ernährungsform am besten geeignet ist, um Stoffwechselgesundheit wiederherzustellen. Es geht aber nicht so sehr darum, einen Schuldigen (Makronährstoff) ausfindig zu machen. Es stellt sich eher die Frage nach der Machbarkeit. Hier aber sollte man nicht stur festgenagelt sein. Je nach Fortschritt und Präferenz können verschiedene Vorgehen Sinn ergeben.</p>
<p>Sich aber Fakten zurechtzubiegen, damit man sich seine eigene Ernährungsweise schönreden kann &#8230; Das ist nicht in Ordnung!</p>
<p><strong>Literatur</strong></p>
<p><em>Sanders, F. and Griffin, J. (2015). De novolipogenesis in the liver in health and disease: more than just a shunting yard for glucose. Biological Reviews, 91(2), pp.452-468.</em></p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/ketogen/kalorienbilanz-entscheidend/">Die Kalorienbilanz ist entscheidend – Über No-Carb und Yes-Carb</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Wie du mit diesem einfachen Trick mehr Ketonkörper produzierst</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Phil Böhm]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Aug 2017 12:43:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ketogen]]></category>
		<category><![CDATA[ketogene diät]]></category>
		<category><![CDATA[Koffein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Raucher sind oft schlank oder schlanker als wir. Gerade neulich ist mir das wieder aufgefallen. Bei einem Geburtstag habe ich mir ein Steak nach dem anderen gegönnt, während der schlanke Herr mit seinem Dampfgerät am [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Raucher sind oft schlank oder schlanker als wir.</p>
<p>Gerade neulich ist mir das wieder aufgefallen. Bei einem Geburtstag habe ich mir ein Steak nach dem anderen gegönnt, während der schlanke Herr mit seinem Dampfgerät am gegenüberliegenden Ende des Tisches &#8230; irgendwie &#8230; einfach keine Lust hatte zu essen.</p>
<p>Ein kleines Stück Fleisch mit ein paar Beilagen hat er schon gegessen. Aber meines Erachtens hat er einfach mal von seinen eigenen Ressourcen gelebt.</p>
<p>Klar, das was ich da gerade beschrieben habe, ist eines von vielen Szenarien. Vielleicht hatte sich der Herr einfach zwei Stunden vorher schon eine nette Mahlzeit gegönnt?</p>
<p>Nikotin allerdings verfügt über ein paar herrliche Eigenschaften. Es bindet an sogenannte <em>nikotinische Acetylcholin-Rezeptoren</em>. Zusätzlich veranlasst es die Ausschüttung von klassischen Katecholaminen wie Noradrenalin, Adrenalin und Co. Unterm Strich sorgt all das dafür, dass unsere Fettzellen Fettsäuren in den Blutstrom abgeben. Einfach so.</p>
<p>Was das macht? <strong>Satt und schlank</strong>. Wir ernähren den Körper von seinen eigenen Ressourcen. Groß, schlank und ohne Bauch? Morgens, mittags, abends, Kaffee und Zigarettenrauch. :-) Ingenieure und andere Macher und Denker kennen sich hier bestens aus. Verliebte übrigens auch. Wobei hier meistens noch ein bisschen Sport dazu kommt.</p>
<p>Genug geflachst.</p>
<h2>Kaffee wirkt ähnlich</h2>
<p>Da gibt es die Studie von Cunnane und Kollegen. Die haben &#8212; mal wieder &#8212; gezeigt, dass die Koffein-Gabe, etwa im Bereich von ein bis drei Tassen Kaffee, die Ketonkörper-Konzentration im Blut mal eben <strong>verdoppelt.</strong> Das ist ganz nett, ist im Wesentlichen allerdings ein Marker dafür, dass Koffein gerade massig Fettsäuren aus dem Fettgewebe freigesetzt hat. Die werden nun oxidiert, also verbrannt, zum Beispiel in der Leber. Ketonkörper entstehen.</p>
<p>Das &#8222;Bemerkenswerte&#8220; daran ist, dass die Teilnehmer der Studie, sehr kohlenhydratlastig frühstücken durften, mit Orangensaft, Toast und so weiter.</p>
<p>Das ist jetzt nicht die beste Variante, denn die freigesetzten Fettsäuren sollten ja verbrannt wird. Nichtsdestotrotz finde ich es deshalb &#8222;bemerkenswert&#8220;, weil seltsamerweise der Irrglaube herrscht, sowas ginge gar nicht. Denn:</p>
<p><strong> Kohlenhydrate = Insulin = keine Fettsäuren im Blut</strong></p>
<p>Ergo: Man könne nur abnehmen bei Kohlenhydrat-Verzicht.</p>
<p>Aus ähnlichen Gesichtspunkten heraus hat sich ein irrer Trend entwickelt, bei dem Menschen das Verhalten von Menschen emulieren, die irgendwo bei eiseskälte im Hochgebirge massig Energie zuführen müssen, um zu überleben. Aus Butter-Tee wurde <a href="https://genetisches-maximum.de/fette/die-wahrheit-ueber-den-bulletproof-kaffee/">Butter-Kaffee</a>.</p>
<p><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2017/08/Resitas.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter size-medium wp-image-9360" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2017/08/Resitas-300x256.jpg" alt="" width="300" height="256" /></a></p>
<p>Seien wir fair: Es gibt tatsächlich Menschen, die gerne Fette verbrennen möchten und Energie haben wollen, ohne dabei Gewicht zu verlieren oder abnehmen zu müssen. Die können das entstandene Kalorienloch ja tatsächlich mit einer Ladung Butter füllen.</p>
<p>Es gibt aber viele andere Menschen, die sollten erst mal eine banale Wahrheit kennen lernen: <strong>Koffein setzt Fettsäuren frei und die kann man ganz einfach verbrennen.</strong></p>
<p>Verbrannt heißt, ich bin gerade Körperfett losgeworden. Wenn ich also nun wieder Fette zuführe, dann könnte sich das ja theoretisch ausgleichen &#8230;</p>
<p>Manchmal verirren sich Menschen im <a href="https://genetisches-maximum.de/ketogen/die-keto-diaet-der-inuit-die-es-nie-gab/">Keto-Irrsinn</a>. Sogar der oft zitierte Dr. Eades, der ja immer wieder geholfen hat diesen Stein ins Rollen zu bringen, hat bei <a href="https://www.youtube.com/watch?v=7MTNJNAZPiw">einem Vortrag</a> mal verkündet, dass die Ketose ja gar kein so besonderer Zustand sei. Schon eine Kalorienrestriktion (= Diät) sorge dafür, dass Ketonkörper ansteigen.</p>
<h2>Immer diese Kalorienbilanz</h2>
<p>Das führt uns letztlich wieder zu den Kalorien. Wir können Fette oder Kohlenhydrate als Energiesubstrat oxidieren. Das hat erst rein gar nichts mit Körperfettverlust zu tun. Senken wir die Kalorienzufuhr, &#8222;merkt&#8220; das der Körper und bedient sich am eigenen Speicher &#8212; und zwar genau so viel, dass die Diskrepanz gedeckt wird. Also Folge werden Fettsäuren aus dem Fettgewebe freigesetzt und es entstehen als &#8222;by product&#8220; Ketonkörper. Ganz ohne Low-Carb. Eine radikale Version dieser &#8222;Diät-Form&#8220; gibt es mittlerweile als &#8222;Potato hack&#8220; zu kaufen. Funktioniert anscheinend.</p>
<p>Diese einfache und für jeden Menschen eigentlich greifbare Tatsache hat sich in Deutschland noch nicht durchgesetzt. Hierzulande glaubt man noch, Insulin mache fett und Ketonkörper-Produktion funktioniere nur mit Hilfe von Low-Carb und massig Fett (zum Beispiel im Kaffee).</p>
<p>Das sorgt dann dafür, dass der eine oder andere moppelige Kandidat mit Insulinresistenz Low-Carb-Nusstorten mit Sahneberg isst. &#8222;Ich fühle mich super, niedriger Glukose-Wert und viel Ketonkörper im Blut.&#8220; Der ist aber immer noch insulinresistent. Noch nicht so viel verstanden, leider.</p>
<p>Für diese Fraktion gilt:</p>
<p><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2017/08/1ucw12.jpg"><img decoding="async" class="aligncenter size-medium wp-image-9365" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2017/08/1ucw12-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a></p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/ketogen/wie-du-mit-diesem-einfachen-trick-ketonkoerper-produzierst/">Wie du mit diesem einfachen Trick mehr Ketonkörper produzierst</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Low Fat oder Low Carb &#8211; Wer gewinnt?</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/low-carb/low-fat-oder-low-carb-wer-gewinnt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Mar 2017 13:02:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Low Carb]]></category>
		<category><![CDATA[ketogene diät]]></category>
		<category><![CDATA[Kohlenhydrate]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://genetisches-maximum.de/?p=8958</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Amerikaner sind lustig. Schon seit Jahren wird in der Ernährungsszene gestritten. Weniger Fett und mehr Carbs oder viel Fett und wenige Carbs? Was ist besser? Vor allem mit Blick auf den Gewichtsverlust? Es gibt [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/low-carb/low-fat-oder-low-carb-wer-gewinnt/">Low Fat oder Low Carb – Wer gewinnt?</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Amerikaner sind lustig. Schon seit Jahren wird in der Ernährungsszene gestritten. Weniger Fett und mehr <a href="https://genetisches-maximum.de/kohlenhydrate/">Carbs</a> oder viel Fett und wenige Carbs? Was ist besser? Vor allem mit Blick auf den Gewichtsverlust?</p>
<p>Es gibt unter &#8222;Experten&#8220; quasi zwei Lager. Das Lager um Taubes, Eades und Co., das andere Lager um Hall, Aragon, Guyenet etc. Die einen trinken <a href="https://genetisches-maximum.de/fette/die-wahrheit-ueber-den-bulletproof-kaffee/">Butter-Kaffee</a> zum Frühstück, die anderen löffeln Haferflocken, mal etwas überspitzt formuliert.</p>
<p>Guyenet erforscht Fettleibigkeit mit Blick auf neuronale Strukturen. Was passiert im Gehirn bei Gewichtszu- oder abnahme? Darüber hat er neulich <a href="https://www.amazon.com/Hungry-Brain-Outsmarting-Instincts-Overeat/dp/125008119X?tag=fretheani0c-20">ein Buch</a> geschrieben. Sein Punkt ist, dass Protein <em>der</em> entscheidende Faktor ist. Nicht nur für eine langfristige Gewichtskontrolle via Set-Point etc. &#8212; Guyenet meint auch, dass der Protein-Anteil der Ernährung darüber entscheidet, ob &#8222;Low Carb&#8220; oder &#8222;Low Fat&#8220; besser ist.</p>
<p>In einer relativ neuen Meta-Analyse vom Kollegen Hall steht genau das: &#8222;Low Fat&#8220; schneidet ganz minimal besser ab als &#8222;Low Carb&#8220;, wenn das Design bzw. die Auswertung wichtige Parameter, wie beispielsweise den Protein-Anteil, angleicht. <span id='easy-footnote-1-8958' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/low-carb/low-fat-oder-low-carb-wer-gewinnt/#easy-footnote-bottom-1-8958' title='Hall, Kevin D.; Guo, Juen (2017): „Obesity Energetics: Body Weight Regulation and the Effects of Diet Composition“. In: &lt;i&gt;Gastroenterology&lt;/i&gt;., DOI: 10.1053/j.gastro.2017.01.052.'><sup>1</sup></a></span></p>
<p>Guyenet hat aber noch andere Theorien, etwa: Makro-Extreme könnten leichte Vorteile bringen. Eine ketogene Diät könnte dann besser funktionieren als &#8222;20 % Carbs&#8220; und eine extrem kohlenhydratreiche Ernährungsform (Blue Zones, Kitava, Tsimane etc.), die sehr wenig Fett enthält, könnte ebenfalls besondere Effekte zeigen. Dieses Thema wurde von Denise Minger z. B. in <a href="https://www.youtube.com/watch?v=qBBtQ4QwWxg">diesem Video</a> angesprochen. Die geht einen Schritt weiter und sagt: wir sollten kritisch bleiben und an die vielen Experimente denken, wo diese extrem kohlenhydratreiche Kostform Menschen geheilt hat &#8212; nachweisbar. Die eindeutig belegen, dass diese Kostform eben nicht krank macht.</p>
<p>Nun gut.</p>
<p>Seit Jahren lese ich immer mal wieder bei <a href="http://freetheanimal.com">freetheanimal.com</a> mit, denn hier zeigen sich diese sinusförmigen Verläufe extrem gut. Was der Blog-Autor jetzt gerade, basierend auf dem Beschriebenen, macht?</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;"><strong>The idea is simple</strong></p>
<ol>
<li style="text-align: left;">Target lots of lean protein.</li>
<li style="text-align: left;">When eaten with higher fat, go low-carb.</li>
<li style="text-align: left;">When eaten with higher carb, go low-fat.</li>
</ol>
</blockquote>
<p>Das ist die &#8222;neue&#8220;, extrem simple Ernährungsform. Die Idee: Man nehme mageres Protein und kombiniere es mit &#8230; z. B. Kartoffeln <em>oder</em> Nüssen.</p>
<p>Oh, wow. Die &#8222;Idee&#8220; gab es vor drei Jahren schon im <em>Handbuch &#8212; </em>siehe unten<em>.</em> Fußte auf theoretischen Überlegungen (metabolische Flexibilität, Schilddrüsenleistung, Hormonhaushalt, Autophagie etc. etc.), auf den o. g. Beobachtungen und der Frage nach der Machbarkeit. Es stellte sich heraus, dass es für einige Menschen extrem schwer ist, &#8222;mageres Protein&#8220; mit &#8222;einer fettarmen Kohlenhydratquelle&#8220; zu kombinieren, weil Menschen sich auf ihr Vollkornbrot mit Tomaten und Schinken, häufig noch Butter streichen wollen und sich dann fragen, ob 10 g Butter &#8222;noch in Ordnung&#8220; sei.</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter wp-image-8959 size-full" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2017/03/Bildschirmfoto-2017-03-24-um-11.17.01.png" alt="Ernährungsempfehlungen edubily" width="644" height="663" /></p>
<p>Oder: wie viele Stunden nach einer fettreichen, KH-armen Mahlzeit wieder Kohlenhydrate gegessen werden dürfen.</p>
<p>Das hat letztlich dazu geführt, dass ich mir dachte: Mensch, dann lass es am besten bleiben, iss eine normale Mischkost, aber &#8212; Achtung &#8212; achte auf einen hohen Proteinanteil und deine Gesamtkalorien, spiele mit Kalorien, faste morgens, wenn du mal nicht hungrig bist und iss Kohlenhydrate, wenn dein Körper danach verlangt. Überhaupt: wie wärs mit einer &#8222;intuitiven Diät&#8220;?</p>
<p>Wäre am sinnvollsten, wird aber auch wieder nicht funktionieren, weil mir dann 10 Leute schreiben, dass ihr Leptin-Haushalt kaputt ist, sie immer Hunger haben, sofort zunehmen, wenn sie essen, wie sie wollen &#8230; und so weiter.</p>
<p>Was sagt uns das? Der &#8222;Ernährungskrieg&#8220; wird bei Laborratten (= homogene Gemeinschaft) schnell beendet sein, während wir Menschen scheinbar unterschiedlicher nicht funktionieren könnten. Deshalb wird die Julia bis an ihr Lebensende an ihre Keto-Diät glauben, während Brad sich abends die selbstgemachte Pizza reinfeuert.</p>
<p>Mir ist selbstverständlich klar, dass es im Endeffekt völlig egal ist, was man isst. Denn all das gilt nur für uns Menschen <em>heute</em>. Für <strong>Homo <em>atrophiert</em></strong>. Für uns, die Zoo-Tiere. Wir sind Astronauten: uns wird jeder Krümel von irgendwas krank und dick machen, weil uns Stressoren fehlen. Das lernen wir ja gerade. (Schwerkraft,) Kälte, Wärme, Strahlung, (giftige) Pflanzenstoffe, Sport, Nahrungsmangel, Protein-Mangel, Kohlenhydrat-Mangel &#8230; Das Problem ist, dass wir vor allem Angst haben, meinen, der Körper bestünde aus Glas. Bevor man sich jedoch so &#8222;quält&#8220;, streit man sich lieber über die &#8222;richtige Ernährungsform&#8220;.</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/low-carb/low-fat-oder-low-carb-wer-gewinnt/">Low Fat oder Low Carb – Wer gewinnt?</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Die Moden der Ernährung: Wie sich Trends wiederholen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Mar 2017 13:59:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kontroverses]]></category>
		<category><![CDATA[ketogene diät]]></category>
		<category><![CDATA[Krebs]]></category>
		<category><![CDATA[Paleo]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Amerikaner sind lustig. Ich lese immer noch fleißig mit. Ich bin der Meinung, dass es uns zeigt, wohin die deutsche Ernährungs- und Lifestyle-Reise geht. Da gab es neulich den Zeitungsbericht. Thema: Tom Brady. NFL-Superstar [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Amerikaner sind lustig. Ich lese immer noch fleißig mit. Ich bin der Meinung, dass es uns zeigt, wohin die deutsche Ernährungs- und Lifestyle-Reise geht.</p>
<p>Da gab es neulich den Zeitungsbericht. Thema: Tom Brady. NFL-Superstar mit seltsamer Ernährungsform. Kein/kaum Salz, keine Milchprodukte, keinen Zucker, kein Gluten &#8230; und solche Sachen. Ein paar Tage später, neuer Artikel: Wissenschaftler vermelden, die Ernährungsform von Tom Brady sei &#8222;BS&#8220;. Ha, ha, der Klassiker wieder.</p>
<p>Daraufhin meldet sich der mittlerweile wieder aufgetauchte Art de Vany. Das ganze Ernährungsbusiness sei &#8222;Banane&#8220;. Er meint, es sei an der Zeit dieses leidige Paläo- und Ernährungs-Gefasel zu beenden. Nicht, weil es per se falsch ist. Sondern, weil es weg führt von den wichtigen Dingen, auf die wir uns konzentrieren sollten. Nämlich auf die Biochemie dahinter, auf wichtige Signalwege. Der geneigte edubily-Leser wird wohl wissen, um was es geht. Denn C. Michalk hat 2014 schon gedacht, dass das alles ziemlich sinnlos ist. Deshalb führten wir im Handbuch Begrifflichkeiten wie AMPK, Sirt, PGC-1alpha und mTOR ein. Wer das noch ergänzt mit Autophagie, der weiß, welche Themen in naher Zukunft auf uns zukommen werden. Denn: Das neue Art-de-Vany-Buch wird bald erscheinen. Thema: Gesundheit und Langlebigkeit. Na, so ein Zufall. :-)</p>
<p>Zwei Klicks weiter <a href="http://sigmanutrition.com/episode169/">ein Podcast</a>. Ein Interview mit Chad Macias, ein Molekularonkologe. Der studiert die Effekte einer Keto-Diät auf das Tumorwachstum. Im Podcast erzählt er u. a. warum Keton-Körper das Tumorwachstum beschleunigen können, warum man Krebszellen nicht aushungern kann, erzählt von der Komplexität des Themas und warum der Schuss mit der Keto-Diät bei Krebs auch nach hinten losgehen kann. <a href="https://genetisches-maximum.de/praevention/wenn-krebszellen-nicht-nur-zucker-lieben/">Neulich sprachen wir darüber.</a> Da sagte ich noch, dass ich kein Krebsbiologe bin. Hier spricht einer und ich sehe, dass ich auch gar kein Krebsbiologe sein muss, um zu den gleichen Schlüssen zu kommen.</p>
<p>Ja, ich weiß. Eigenlob stinkt. War ja auch nur scherzhaft gemeint. Sinus-Verläufe: In 10 Jahren stehen wir alle wieder mit Vollkornbrot, Eiweißen (ohne Eigelb) und dem selbstgemixten Saft da. So wie einst Jack Lalanne oder heute noch immer Ernestine Shepherd. Es wiederholt sich. Das ist die Ironie.</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/kontroverses/moden-der-ernaehrung-trends/">Die Moden der Ernährung: Wie sich Trends wiederholen</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Wie eine ketogene Diät deine Gesundheit gefährden kann</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/ketogen/ketogene-diaet-gesundheit/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Apr 2016 13:47:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ketogen]]></category>
		<category><![CDATA[Abnehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Insulin-Resistenz]]></category>
		<category><![CDATA[ketogene diät]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Manchmal denke ich mir: Die ketogene Diät ist so &#8230; 2008. Also jeder, der heute noch ganz fest daran glaubt, dass es nur diese eine Ernährungsform gibt, die &#8222;richtig&#8220; ist, der hat den Schuss nicht [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Manchmal denke ich mir: Die ketogene Diät ist so &#8230; 2008.</p>
<p style="text-align: justify;">Also jeder, der heute noch ganz fest daran glaubt, dass es nur diese eine Ernährungsform gibt, die &#8222;richtig&#8220; ist, der hat den Schuss nicht gehört. Die Szene entwickelt sich nun mal weiter und ich wollte insbesondere die deutsche Szene vor der Entwicklung bewahren, die wir, ab 2008, in den USA verfolgen konnten.</p>
<p style="text-align: justify;">Das könnte man ungefähr so formulieren: Zu Beginn fand jeder zig Millionen &#8222;Beweise&#8220; dafür, wie toll die ketogene Diät ist. Am Ende war kaum einer mehr davon überzeugt, ketogene Diäten als chronisch praktizierte Ernährungsformen zu, na ja, akzeptieren.</p>
<p style="text-align: justify;">Klar ist, dass auch hier die klassische Sinus-Kurve mit reinspielt. Wie bei der Mode oder der Leibesfülle als Schönheitsideal. Was heute noch toll ist, ist morgen wieder doof und was morgen doof ist, ist übermorgen wieder toll.</p>
<p style="text-align: justify;">Mode ist die eine Sache. Bei Ernährung &#8230; ergibt das leider nicht so viel Sinn, da die Wirkung im Körper gleich bleibt und objektiver Natur ist. Eiweiß bleibt Eiweiß und Fett eben Fett. Du verstehst.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Niedriges Insulin ist wichtig</h2>
<p style="text-align: justify;">Ich glaube nicht, dass noch ein einziger aufgeklärter Mensch heute die Tatsache ignoriert, dass Low-Insulin-Phasen enorm wichtig sind. Dass es vielleicht mal sinnvoll ist, den hohen Proteinanteil für eine kurze Zeit zu senken. Dass es wichtig ist, bisweilen mehr und vor allem die richtigen Fette zu essen. All das ist wichtig, weil wir &#8211; sehr richtig &#8211; die zellulären Abläufe mehr und mehr verstehen, so, dass viele andere Blogger und Autoren mittlerweile PGC-1alpha für sich entdeckt haben. Nur als Beispiel. Was ich damit sagen will: Wir entwickeln uns &#8211; vom Denken her &#8211; weg von Stufe 1, hin zu Stufe 2.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Langzeit-Keto: Probleme?</h2>
<p style="text-align: justify;">Ein Grund, warum ich nichts von chronisch praktizierten (Very-)Low-Carb-Ernährungsformen halte, ist, dass ich selbst fünf Jahre so gelebt habe und danach wochen-, nein monatelang mit den Folgen zu kämpfen hatte. (Was übrigens nicht bedeutet, dass das repräsentativ für jeden von euch ist.) Der ein oder andere, der mal aus einer so langen VLC-Phase &#8222;auftaucht&#8220; und wieder Kohlenhydrate essen möchte, wird vielleicht spüren, wie der Organismus plötzlich Probleme hat, die Glukose in die Zellen zu bekommen. Das macht sich bemerkbar, zum Beispiel durch &#8222;Nebel im Kopf&#8220; oder &#8222;verschwommene Umwelt&#8220; etc. &#8211; da gibt es viele Anzeichen. Ich sah mich darin bestätigt, als auch Robb Wolf, der sehr bekannte Low-Carb-Paläoist, von ebendiesen Erfahrungen berichtete.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Vorsicht! Eine &#8222;Low-Carb-Ernährung&#8220; kann verschiedene Formen annehmen. Wie viele Kohlenhydrate wurden verspeist? Wie viel Protein wurde verspeist? Kommt das Fett aus der Nahrung oder aus dem Fettgewebe? Wie genau definiert man eine ketogene Diät? Ist eine Kostform dann ketogen, wenn Ketonkörper nachweisbar sind?</p>
<p style="text-align: justify;">Du siehst: Es ist problematisch.</p>
<p style="text-align: justify;">Der klassische &#8222;Low-Carber&#8220; wird wohl konstant einen Mix durchlaufen, wobei die Energieversorgung des Gehirns (etc.) auf unterschiedliche Art und Weisen bzw. zu unterschiedlichen Anteilen gespeist wird. So wird eine Low-Carb-Ernährung mit hohem Proteinanteil und nachweisbaren Ketonkörpern etwas anders &#8222;wirken&#8220; als eine nahezu reine Olivenöl-Diät, die dem Fastenstoffwechsel gleicht. Aber noch einmal: Ein klassischer Low-Carber wird verschiedene Stadien durchlaufen, die sich auch nach dem eigenen Körperfettanteil bzw. Diät-Ziel (Diät vs. Erhalt etc.) richten.</p>
<p style="text-align: justify;">Wichtig ist auch, und das wird häufig vergessen: Selbst wenn der Proteinanteil recht hoch ist (z. B. 120 g) kann eine enorme katabole Lage entstehen, die vom Körper als Fasten interpretiert wird, wenn dies z. B. im Zuge eines PSMF (Protein Sparing Modified Fast) praktiziert wird. So kann sogar eine kohlenhydratreiche, sehr hypokalorische (= weniger Kalorien zugeführt als gebraucht) zu einem ketogenen Zustand führen, wo große Mengen Ketonkörper anfallen. Ist das dann auch eine &#8222;ketogene Diät&#8220; oder nur eine sehr katabole Stoffwechsellage?</p>
<p style="text-align: justify;">Speziell in meinem Fall: Als Sportstudent bin ich oft stundenlang, ohne etwas zu essen, durch die Gegend gesprintet (wörtlich), was natürlich auch zu enormen Kohlenhydrat-Umsätzen führt &#8211; entsprechend setzte ich mit Sicherheit große Protein-Mengen in Kohlenhydrate um. Tatsächlich gab es Zeiten, wo ich sogar Wasser in den Beinen hatte, vermutlich aufgrund eines relativen Proteinmangels.</p>
<p style="text-align: justify;">Was ich damit sagen will: Es gibt nicht &#8222;die ketogene Diät&#8220; &#8211; man muss sehr genau auf die Begriffswahl achten. Dennoch bin ich davon überzeugt, dass jeder ziemlich ähnliche Ernährungsweisen damit assoziiert. Aus den oben genannten Gründen resultierend, könnte man daher etwas vereinfachender an die Sache herangehen.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Das Seltsame daran ist, dass es so gar nicht ablaufen darf. Denn selbst wenn der Muskel keine &#8211; aufgrund der kurzweilig andauernden physiologischen Insulinresistenz &#8211; keine Kohlenhydrate aufnimmt, so sollte dennoch die Leber bereit sein, die Kohlenhydrate aufzunehmen. Wenn das nicht passiert, dann weiß man, dass man das Spiel zu weit getrieben hat. Denn erst dann ergeben sich massive Blutzucker-Probleme.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich erklärte mir das damals unter anderem dadurch: Die Leber lagert während der ketogenen Diät zunehmend Lipide ein, um die Ketogenese voranzutreiben. Außerdem sind die enzymatischen Systeme auf &#8222;Glukoneogenese&#8220; gepolt, weswegen es wohl einige Tage dauert, bis der basale Metabolismus wiederhergestellt ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Tatsächlich war es so bei mir. Allerdings hatte ich noch Monate lang mit anderen Folgen zu kämpfen. Mein Muskel, so fühlte es sich an, wollte keine Glukose mehr aufnehmen und auch die klassischen Kohlenhydrat-induzierten Körperreaktionen blieben vollständig aus. Zum Beispiel warme Gliedmaßen (Insulin-&gt;eNOS), Regenerationseffekte mit Blick auf die Muskulatur oder einfach nur das Gefühl des &#8222;Dickerwerdens des Muskels&#8220; nach Kohlenhydrat- bzw. Glykogen-Beladung.</p>
<p style="text-align: justify;">Tatsächlich erntete ich nachweislich (Blutzucker, Triglyceride etc.) ein Quasi-MetSyn &#8211; also ein metabolisches Syndrom. Aber warum? Ich war weder dick, noch entzündet, noch irgendwas von alle dem. Vor meiner Keto-Zeit hatte ich damit nie Probleme.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Was sind die Gründe?</h2>
<p style="text-align: justify;">Es muss sich also einiges verändert haben. Natürlich ging ich dem Ganzen monatelang auf den Grund. Auch ist es ein Grund, warum ich hier so oft über Stoffwechselgesundheit schreibe. Wer sie einmal verliert, der weiß, dass es kaum Schlimmeres gibt mit Blick auf die eigene Gesundheit und auf das eigene Wohlgefühl.</p>
<p style="text-align: justify;">In dem Punkt bin ich wohl ein gebranntes Kind und interessiere mich als Folge genau für die Mechanismen, die meine Stoffwechsel-Gesundheit derart negativ beeinflusst haben.</p>
<p style="text-align: justify;">Es dauert sehr lange, bis man versteht, dass der Körper kein starres Objekt ist, indem immer alles gleich bleibt, egal, was wir den ganzen Tag so treiben. Egal, was wir tun, wir verändern damit unseren Körper. Wenn wir nicht wissen, was wir gerade tun, kann das zu unserem Nachteil passieren.</p>
<p style="text-align: justify;">So weiß ich heute, dass Bauchspeicheldrüsen-Zellen &#8211; genau wie andere Zellen &#8211; &#8222;kaputt gehen&#8220;, wenn sie keine anabolen Signale mehr erhalten. Das kann beispielsweise passieren, wenn in diesen Zellen eine Insulinresistenz vorherrscht und anabole Reize (Insulin, z. B.) nicht mehr wirken können.</p>
<p style="text-align: justify;">Hier habe ich mittlerweile das Gefühl, dass wir uns &#8211; Low-Carb-Fanatiker &#8211; eine selbsterfüllende Prophezeiung bauen. Wir wollen unbedingt keinen Diabetes, schaufeln aber den ß-Zellen ein Grab, was letztlich gerade zum Diabetes führen kann. Wohlgemerkt: Ich will hier keinem Angst machen, das sind lediglich meine eigenen Gedanken.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Langzeit-KD an Tierchen: Probleme!</h2>
<p style="text-align: justify;">Es gibt eine äußerst interessante Studie dazu, veröffentlicht 2014. Zwar nur eine Tier-Studie, aber immerhin.</p>
<p style="text-align: justify;">Dort hat man etwas gemacht, auf das wir alle schon länger warten: Man hat Tierchen auf eine chronische Keto-Diät gesetzt. <strong>Chronisch!</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die Makronährstoffverteilung wurde auch vernünftig gewählt, nämlich:</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2016/04/screenshot-ajpendo.physiology.org-2016-04-25-11-10-00.png" rel="attachment wp-att-6700"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-6700 size-full" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2016/04/screenshot-ajpendo.physiology.org-2016-04-25-11-10-00.png" alt="Makronährstoff-Verteilung" width="605" height="138" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Hier mal die Zusammenfassung aus dem Abstract:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">In dieser Studie untersuchen wir den Einfluss einer Langzeit-KD im Hinblick auf die Glukose-Toleranz und die beta- und alpha-Zellen-Massen (Anm.: Zellen der Bauchspeicheldrüse) bei Mäusen. <strong>Trotz eines anfänglichen Gewichtsverlustes</strong>, gibt es <strong>keinen Gewichtsunterschied nach 22 Wochen</strong>. Dyslipidämie- und Entzündungs-assoziierte Blutwerte (Cholesterin, Triglyceride, Leptin, MCP-1, IL-1ß und IL-6) waren erhöht und <strong>KD-gefütterte Mäuse zeigen nach 22 Wochen Anzeichen einer Fettleber</strong>. Langzeit-KD resultiert in <strong>einer Glukose-Intoleranz</strong>, die mit einer <strong>insuffizienten Insulin-Sekretion von den ß-Zellen</strong> ausgehend assoziiert war. Nach 22 Wochen war die <strong>Insulin-stimulierte Glukose-Aufnahme reduziert</strong>. <strong>Eine Reduktion der ß-Zell-Masse</strong> war zu beobachten, einhergehend mit kleineren Inseln.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Diese eine Studie verifiziert selbstverständlich in keinster Weise die Thesen, die ich für mich selbst formulierte. Allerdings zeigten sich bei mir genau die Folgen, die oben geschildert waren.</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li style="text-align: justify;">Anfänglicher, markanter Gewichtsverlust (A: Gewicht pro Woche, B: Ketonkörper-Produktion pro Woche)</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2016/04/F1.large_.jpg" rel="attachment wp-att-6698"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-6698 size-medium" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2016/04/F1.large_-195x300.jpg" alt="Studie No Carb bei Mäusen" width="195" height="300" /></a></p>
<ul style="text-align: justify;">
<li style="text-align: justify;">Irgendwann stagnierend</li>
<li style="text-align: justify;">Anzeichen einer Dylipidämie (viele Keto-Praktiker bekommen sehr hohe Cholesterin-Werte)</li>
<li style="text-align: justify;">Anzeichen von Entzündungen</li>
<li style="text-align: justify;">Fettleber-Entwicklung (Ketogenese!)</li>
<li style="text-align: justify;">Glukose-Intoleranz</li>
<li style="text-align: justify;">Weniger Insulin wird von Bauchspeicheldrüsen produziert</li>
<li style="text-align: justify;">ß-Zell-Masse (Zellen der BSD, die Insulin produzieren) gehen verloren (Braun = ß-Zellen, A: Kontrolle, B: Keto-Gruppe)</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2016/04/F4.large_.jpg" rel="attachment wp-att-6699"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-6699 size-medium" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2016/04/F4.large_-300x217.jpg" alt="Studie Beta-Zellen" width="300" height="217" /></a></p>
<ul style="text-align: justify;">
<li style="text-align: justify;">Die Insulin-stimulierte Glukose-Aufnahme wird reduziert</li>
</ul>
<h2 style="text-align: justify;">Limitationen der Ergebnisse</h2>
<p style="text-align: justify;">Wichtig ist: Diese Arbeit gibt keinerlei Auskunft darüber, in welchem Kontext das Ganze steht. Es könnte tatsächlich sein, dass sich diese Anomalien innerhalb weniger Tage oder Wochen umkehren lassen. Darüber hinaus sind das Mäuse und keine Menschen. Die Tiere reagieren vielleicht sensibler und, oder, und, oder &#8230;</p>
<p style="text-align: justify;">Das Aber allerdings: Warum praktiziert man eine ketogene Diät, wenn sich Stoffwechselparameter derart verändern, dass sie sich kaum mehr von chronischen Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes etc. unterscheiden? Aus welcher Motivation heraus? Denn klar ist, dass viele unserer Lesern berichten, dass Langzeitblutzucker nicht niedriger werden, manchmal sogar ansteigen, dass Nüchternblutzucker-Werte unglaublich hoch sind, dass Blutzucker-Werte nach kohlenhydratreicheren Mahlzeiten in die Höhe schießen, dass Cholesterin-Werte ansteigen, dass die Schilddrüsenleistung abfällt, dass gewisse Geschlechtshormone abfallen und so weiter &#8230;</p>
<h2 style="text-align: justify;">Insulin-Signaling aus, Anabolismus runter &#8211; mit Folgen</h2>
<p style="text-align: justify;">Das ist der Punkt, der mich am Ende überzeugt hat: Ich wollte meine alte Stoffwechselfunktion wiederherstellen, meinetwegen nehme ich dafür auch mehr Gewicht in Kauf.</p>
<p style="text-align: justify;">Mir persönlich sind die Ergebnisse gar nicht so wichtig und ich will sie auch nicht überinterpretieren. Die Ergebnisse sind da und fertig. Das, was mir allerdings einleuchtet, ist der Effekt einer ketogenen Diät auf die Zellen der Bauchspeicheldrüse. Wer nur Fettsäuren im Blut schwimmen hat, wer den anabolen Signalweg nahezu gänzlich ausknipst, der braucht sich nicht zu wundern, dass die ß-Zellen schrumpfen wie ein Muskel, der nicht gut gefüttert bzw. trainiert wird. Entsprechend weniger Leistung bringen diese Zellen.*</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">* Das ist etwas, was ich nie verstehen werde. Mittlerweile glauben viele Menschen, sie müsste ihre &#8222;Bauchspeicheldrüse schonen&#8220;, also Blutzucker-Spitzen vermeiden, damit ja bloß kein Insulin ausgeschüttet wird. Die kommen gar nicht auf die Idee, dass der Körper ein dynamisches System ist. Wer viel mehr Kohlenhydrate isst, der wird insulinsensitiver, der Muskel nimmt also viel mehr Kohlenhydrate auf und braucht für die gleiche Menge weniger Insulin. Darüber hinaus kann man die Bauchspeicheldrüse auch trainieren. Was sonst? Die Insulin-produzierenden Zellen wachsen halt, haben mehr &#8222;Kraft&#8220;. Du legst doch auch nicht die Beine hoch und bewegst dich nicht mehr, weil du Angst hast, den Muskel zu belasten. Du isst doch auch Protein (dafür braucht es kein Insulin, oder was?) und hast keine Angst, dass deine Leber oder deine Nieren absterben. Du benutzt doch täglich dein Gehirn, ohne Angst davor zu haben, dass es krank wird, weil du so viel denkst. Und so weiter. Also bitte: So viel Quatsch kann das rationale Gehirn eigentlich kaum verkraften :-) ß-Zellen gehen kaputt und schrumpfen während einer Insulinresistenz bzw. Diabetes nicht, weil man sie im Übermaß benutzt, sondern weil die Stoffwechselsituation die Zellen zerstört. Genau so gehen auch Herzzellen oder Nervenzellen während des Diabetes kaputt.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Denn eines darf niemals vergessen werden: Wer das &#8222;Fasten mimen&#8220; (= ketogene Diät) will, der muss mit Fasten-assoziierten Folgeerscheinungen rechnen. Es nutzt dann auch nichts, IGF oder andere anabole Hormone zu steigern (wenn das in dieser Situation überhaupt möglich ist), da die sowieso nur bedingt &#8211; wenn überhaupt &#8211; wirken können.</p>
<p style="text-align: justify;">Unter anderem, weil mir das einleuchtet und der anabole Signalweg (wie hier gezeigt) sehr wichtig ist, praktiziere ich &#8211; wohl wissend ob der Vorteile eines temporären Insulintiefs &#8211; nichts mehr chronisch. Übrigens, bevor es wieder Missverständnisse gibt: Ich sage nicht, dass jeder nun &#8211; im Kitava-Stil &#8211; Unmengen an Kohlenhydraten verzehren muss. Aber dem ein oder anderen täten 200 g pro Tag sicher besser.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Referenz</h3>
<p style="text-align: justify;">Ellenbroek, J. H.; van Dijck, L.; Tons, H. A. u. a. (2014): „Long-term ketogenic diet causes glucose intolerance and reduced  &#8211; and  -cell mass but no weight loss in mice“. In: AJP: Endocrinology and Metabolism. 306 (5), S. E552-E558, DOI: 10.1152/ajpendo.00453.2013.</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/ketogen/ketogene-diaet-gesundheit/">Wie eine ketogene Diät deine Gesundheit gefährden kann</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Warum viele Wege nach Rom führen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Mar 2016 21:13:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Motivation]]></category>
		<category><![CDATA[Eisen]]></category>
		<category><![CDATA[ketogene diät]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sehr wichtig ist mir, das ist tatsächlich mittlerweile das Hauptziel unserer Arbeit, dass meine Leser lernen, differenziert zu denken. Okay, ich könnte es forscher formulieren: Dass meine Leser sich nicht scheuen, überhaupt zu denken. Ökonomisch [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Sehr wichtig ist mir, das ist tatsächlich mittlerweile das Hauptziel unserer Arbeit, dass meine Leser lernen, <strong>differenziert </strong>zu denken. Okay, ich könnte es forscher formulieren: Dass meine Leser sich nicht scheuen, überhaupt zu denken.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Ökonomisch muss es sein</h2>
<p style="text-align: justify;">Das ist nicht böse gemeint. Wir sind Wesen der Ökonomie. Wirtschaftlich muss es sein. Auch auf zellulärer Ebene. Daher funktioniert Populismus ja auch so gut. Daher funktionieren Bilderbücher und Geschichten so gut. Der präfrontale Kortex und andere verschwenderische Gehirnbereiche dürfen einen Gang zurückschalten. Wir mögen das instinktiv. Ich auch! Keine Frage. Wenn ich mich Sonntag in den Sessel setze und gemütlich eine Tasse Kaffee oder Tee trinke, da habe ich keine Lust auf Lehrbuch-Niveau, sondern will, wenn möglich, Lektüren lesen, die mich bilden, aber gleichzeitig einfach zu konsumieren sind.</p>
<p style="text-align: justify;">Das ist legitim und auch absolut &#8230; na ja, vertretbar. Du sollst sogar solche Lektüren lesen. Nur die Basis muss stimmen, man muss gewisse Inhalte richtig einordnen können und dafür muss man sich ein Fundament geschaffen haben. Eine Matrix, in die man das Geschriebene einordnen kann.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Willst du mehr, dann musst du arbeiten</h2>
<p style="text-align: justify;">Ich denke hierbei an die vielen Profi-Sportler.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir hätten immer gerne den kürzesten Weg. Wir suchen ewig danach. In der Zwischenzeit hätten wir mit Härte (Disziplin!) und Konsequenz deutliche Fortschritte gemacht. Das Internet ist hierbei oft keine Hilfe, denn Leuten, die das so sagen, wird nicht zugehört, die können daran nichts verdienen. Auch wenn es vielleicht Monate dauert &#8230; irgendwann kommen wir an den Punkt, an dem wir realisieren, dass es nichts anderes gibt als Selbstvertrauen (meinetwegen auch Gottvertrauen), Disziplin und die Handlung.</p>
<p style="text-align: justify;">Aus diesem Grunde denke ich an die vielen Profi-Sportler. Diese Leute müssen &#8211; auf geistiger, kognitiver, intellektueller Ebene &#8211; keine herausragenden Leistungen vollbringen. Sie müssen punktgenau funktionieren. Um das zu erreichen, um überhaupt auf dieses Niveau zu kommen, müssen sie jahrelang, ganz konsequent und diszipliniert arbeiten.</p>
<p style="text-align: justify;">Verstehst du?</p>
<p style="text-align: justify;">Übertragen auf dein Leben: Wenn du wirklich vorankommen willst, wirklich weg vom, na ja, &#8222;primitiven&#8220; Zeitungswissen, dann musst du eben hart arbeiten. Da nutzen dann auch schöne Geschichten, Bilderbücher oder Populismus-Texte wenig. Das heißt, dass du die mentale Einstellung brauchst, die dir dabei hilft, auch schwerer Texte zu erarbeiten.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Deine Berichte sind für mich wie eine Taschenlampe auf den winkligen, dunklen Wegen der Gesundheit, von denen man nicht gerne abkäme. Für mich würde jede ernsthafte Krankheit bedeuten, eine traumhafte Landschaft verlassen zu müssen und so bin ich hoch motiviert, mir all das „rein zu ziehen&#8220; &#8230;</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Wie viel schöner könnte man es formulieren? Wenn wir &#8222;Bewusst-sein&#8220; erlangen, wenn wir <em>erwachen</em>, wenn wir das Leben lieben, das Leben an sich die Motivation dafür ist, für unsere Gesundheit zu kämpfen (wie viel das tatsächlich wert ist, weiß jeder, der mal ernsthaft krank war), dann sind wir auch bereit, mehr zu geben, dafür zu arbeiten. Egal, auf welcher Ebene.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Ganz schön komplex &#8211; Wissen ist mehr als Populismus</h2>
<p style="text-align: justify;">Wir sind dann auf dem richtigen Weg, wenn wir das erste Mal denken &#8230; zum Beispiel: &#8222;Oh, das ist aber doch ganz schön komplex.&#8220; Das passiert meistens, wenn &#8222;Fachfremde&#8220; tiefer in die Materie eintauchen und plötzlich realisieren, was eigentlich alles dahinter steckt. Diese Menschen verstehen plötzlich. Wenn wir verstehen, dass die vielen Prozesse in unserem Körper hoch komplex sind, dann werden wir vielleicht auch etwas nachsichtiger mit denen, die uns Körperwissen vermitteln wollen.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Diversität ist wichtig und nicht &#8222;böse&#8220;</h2>
<p style="text-align: justify;">Ich sehe häufig, dass das Schwarz/Weiß-Denken so derart in uns verankert ist &#8230; Wenn zwei Autoren, die auf ähnlichem Niveau performen, andere Resultate preisgeben, dann sollten die Leser sich nicht fragen, wer falsch oder wer richtig liegt. In der Wissenschaft ist es völlig normal, dass es verschiedene Interpretationen gibt. Deswegen hassen sich die Autoren aber nicht. Ganz im Gegenteil. Wissen ist, übrigens wie Sprache, nichts in Stein Gemeißeltes. Es ist beweglich, fluide, anpassbar. Darum ist Diversität eine Bereicherung. Darum ist Diversität nichts, das man bekämpfen muss in Form von Ideologien.</p>
<p style="text-align: justify;">Zwei Autoren dürfen und sollen (!) divergente Resultate präsentieren. Darin steckt, in den meisten Fällen, nichts Böses &#8211; im Gegenteil.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Ein bisschen gut, ein bisschen schlecht</h2>
<p style="text-align: justify;">Das Schwarz/Weiß-Denken erkenne ich sehr häufig auch daran, dass &#8211; mit Blick auf verschiedene Interventionen &#8211; von Gut und Schlecht geredet wird. Eine Sache ist nicht gut oder schlecht. Jede Intervention hat Vor- und Nachteile. Auch hier wird häufig versucht, die &#8222;beste Lösung&#8220; zu finden, am besten eine Lösung, die für uns keine Probleme macht. Aber das wird es nicht geben. Denn eine Sache kann noch so gut sein, es wird immer Nachteile geben.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich muss nicht alles als ganz toll verkaufen. Manchmal müssen wir negative Aspekte einer Intervention akzeptieren. Vor allem dann, wenn wir die jeweilige Intervention im Wesentlichen hilfreich ist. Es geht also nie darum, das Non-plus-ultra zu finden, sondern abzuwägen.</p>
<p style="text-align: justify;">Das beste Beispiel ist das <a href="https://genetisches-maximum.de/hormonhaushalt/eisen-fettverbrennung-diabetes-insulin-resistenz/">Eisen-Thema</a>. Ja klar: Senkt man den Eisen-Wert deutlich ab, werden sich mit 100%iger Wahrscheinlichkeit negative Effekte finden lassen. Vielleicht ist man einen Tacken müder. Dafür erntet man auf kurze oder lange Sicht vielleicht ganz profunde Wirkungen, die uns viel glücklicher und zufriedener machen. Das Gleiche lässt sich natürlich auch über die <a href="https://genetisches-maximum.de/ketogen/ketogene-diaeten-zur-behandlung-von-diabetes-ein-kommentar/">ketogene Diät</a> berichten. Jetzt, wo sich langsam auch negative Aspekte herauskristallisieren, sehe ich immer mehr Menschen, die dieser Lebensweise nicht treu bleiben. Dennoch sollte auch hier ganz klar daran gedacht werden: Lebst du nicht mehr ketogen, dann werden sich wieder andere Probleme ergeben. Im Grunde musst du für dich herausfinden, mit welchen Problemchen du besser leben kannst.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Generation Beziehungsunfähig sucht ewig weiter</h2>
<p style="text-align: justify;">Aber &#8230; das passt ja in unsere Zeit. Die <em>Generation Beziehungsunfähig</em>. Im Facebook- und Twitterzeitalter scheint sich hinter jedem Klick ein besserer Partner finden zu lassen. Tja. Dabei vergessen wir immer, dass es nicht darum geht, die Prozentzahl 100 zu finden, sondern darum, die Prozentzahl 85 und dann &#8230; na ja, herauszufinden, ob wir mit den anderen 15 % leben können, uns damit arrangieren können &#8211; oder nicht. Vielleicht schenkt uns der Partner im Laufe der Beziehung ja noch ein paar Prozent, wer weiß.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir sind schon ein bisschen naiv.</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/motivation/viele-wege-fuehren-nach-rom/">Warum viele Wege nach Rom führen</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Low carb oder high carb? Ein klares Statement.</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/low-carb/low-carb-oder-high-carb-ein-klares-statement/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 May 2015 14:30:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Low Carb]]></category>
		<category><![CDATA[ketogene diät]]></category>
		<category><![CDATA[Kohlenhydrate]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dieser Artikel erschien (am 28/05/15) zunächst auf unserer Facebook-Seite. Die häufigste Frage an mich ist die Frage nach dem Konzept, obwohl ich im Buch versuche zu sagen, dass man sich von Konzepten loslösen soll. Hier [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/low-carb/low-carb-oder-high-carb-ein-klares-statement/">Low carb oder high carb? Ein klares Statement.</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Dieser Artikel erschien (am 28/05/15) zunächst auf <a href="https://www.facebook.com/edubily">unserer Facebook-Seite</a>.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die häufigste Frage an mich ist die Frage nach dem Konzept, obwohl ich im Buch versuche zu sagen, dass man sich von Konzepten loslösen soll.</p>
<p style="text-align: justify;">Hier mein klares Statement: Sieh zu, dass deine Körperchemie stimmt (darüber schreiben wir täglich) und dann lerne Stufe-3 (Danke, Christian) wieder kennen.</p>
<p style="text-align: justify;">Und das bedeutet: Wir können dir einen wissenschaftlichen Rahmen vorgeben, so dass du nicht komplett im trüben Sumpf schwimmst. Wir können dir wissenschaftliche Gesetzmäßigkeiten a<span class="text_exposed_show">ufzeigen. Aber es gibt kein &#8222;one size fits all&#8220;.</span></p>
<div class="text_exposed_show">
<p style="text-align: justify;">Oder anders ausgedrückt: Orientiere dich an den wissenschaftlichen Gesetzmäßigkeiten, wisse über sie Bescheid, aber höre auf dein Gefühl, auf deinen Körper, auf deine Körperintelligenz.</p>
<p style="text-align: justify;">Vergiss für einen Moment alle Konzepte, die deiner Ratio entspringen und akzeptiere, dass eine Ratio gut helfen kann, Systeme aufzuschlüsseln, aber niemals dazu gedacht war, dir jeden Brocken deiner Nahrung vorzugeben.</p>
<p style="text-align: justify;">Du musst kein 500-g-Carbloading machen, wenn du nach dem Training eher Lust auf ein kleines Vollkornbrot bestrichen mit Butter hast.</p>
<p style="text-align: justify;">Du musst dir kein 300 g Eiweiß einverleiben, weil der Uni Professor aus Harvard meint, dass jeder Homo sapiens vor dir das täglich verzehrt hat.</p>
<p style="text-align: justify;">Du musst auch nicht zum Sprinter werden, wenn du liebend gerne täglich laufen gehst.</p>
<p style="text-align: justify;">Aber dieses ganze Spiel funktioniert nur, wenn dein Körper metabolisch gesund ist und deine Körperintelligenz stimmt. Körperintelligenz hat nichts mit McDonalds-Sucht zu tun &#8211; das ist schlicht eine maladaptive, ja, Dysfunktion.</p>
<p style="text-align: justify;">Dein Körper bräuchte dich nicht. Deine Aufgabe ist nicht, herauszufinden was die originale Diät des H. sapiens ist. Deine Aufgabe ist: Bewegung, Sonne, Essen =&gt; Körperchemie in Ordnung bringen und &#8230; fliegen. Den Körper machen lassen.</p>
<p style="text-align: justify;">Das ist die hohe Kunst. Dein Körper hält sich schon in einem guten Bereich, sofern du ihn aus seiner chronisch, durch dich induzierten Dysfunktion herausholst.</p>
<p style="text-align: justify;">PS. Die 200 g Eiweiß nennen wir doch auch nur, um deine dich beschränkende Ratio zu überwinden &#8230; denn: vielleicht liegt der Fehler deiner Körperchemie eben im Aminosäurehaushalt. Verstanden?</p>
<p style="text-align: justify;">Also schreibe mir bitte nicht mehr: Wann soll ich mich ketogen ernähren? Was ist besser? High Carb oder Low Carb? Wie wär&#8217;s mit: Beide sind gut. Kontextabhängig. Darüber brauchst du aber nicht nachzudenken (siehe oben).</p>
</div><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/low-carb/low-carb-oder-high-carb-ein-klares-statement/">Low carb oder high carb? Ein klares Statement.</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Die „heilige&#8220; ketogene Diät &#8211; ein Kommentar</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/ketogen/ketogene-diaeten-zur-behandlung-von-diabetes-ein-kommentar/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Dec 2014 15:33:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ketogen]]></category>
		<category><![CDATA[ketogene diät]]></category>
		<category><![CDATA[Ketose]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vorab: Frohe Weihnachten an alle Leser &#8211; ich hoffe, euch geht es gut und ihr denkt nicht so viel darüber nach, ob ihr euch jetzt korrekt ernährt oder nicht. Man muss nicht übertreiben. Oder vielleicht [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/ketogen/ketogene-diaeten-zur-behandlung-von-diabetes-ein-kommentar/">Die „heilige“ ketogene Diät – ein Kommentar</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vorab: Frohe Weihnachten an alle Leser &#8211; ich hoffe, euch geht es gut und ihr denkt nicht so viel darüber nach, ob ihr euch jetzt korrekt ernährt oder nicht. Man muss nicht übertreiben.</p>
<p>Oder vielleicht doch?</p>
<p>Ketogene Diäten waren „in&#8220;, da wussten viele Mainstream-Wissenschaftler, Ärzte und Normalos noch lange nicht, dass so etwas überhaupt „wirken&#8220; kann. Heute gibt es kaum ein Buch, das nicht von „low carb&#8220; spricht, selbst Veganer springen auf diesen Zug auf.</p>
<p>Es ist wahrlich „krass&#8220;, wenn man die Entwicklung betrachtet.</p>
<p>Ich war dabei seit 2009, seit Anfang 2009 kannte ich diese Kostform und habe mich linear zu der „Szene&#8220; gesteigert in meinem Denken und meinem Handeln. Ich habe aber vor allem eine Sache gemacht: Immer vertraut auf diverse „Anführer&#8220; der Szene, die der Meinung waren, dass ketogene Diäten das A und das O sind bezogen auf Gesundheit, bezogen auf Langlebigkeit, bezogen auf „Heilung&#8220;.</p>
<p>Im Prinzip war ich Teil der amerikanischen „Paleo&#8220;-Welle mit all seinen Höhen und Tiefen &#8211; jetzt, 5 Jahre später (Internet sei Dank, normalerweise dauert es 10) &#8211; beginnen diese Tendenzen auch bei uns zu „wirken&#8220;. Wir können davon ja sogar in Frauenzeitschriften lesen. Das bedeutet für uns: „Der heilige Gral&#8220; ist nun auch bekannt in der Normalbevölkerung.</p>
<p>Weil ich genau weiß, wie das hier ausgeht, also in Deutschland, möchte ich einen kleinen Rückblick gewähren:</p>
<p>Loren Cordain war, nach Boyd Eaton, der Erfinder der „Steinzeit-Diät&#8220;. Eigentlich war es Boyd Eaton irgendwann Mitte/Ende der 90er-Jahre (!), der ein Buch dazu geschrieben hatte. Loren Cordain hat dann einfach Studien gesammelt und für uns ein kohärentes Gesamtbild konstruiert.</p>
<figure id="attachment_2216" aria-describedby="caption-attachment-2216" style="width: 203px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2014/12/51MgO8mhAyL._SY344_BO1204203200_.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2216 size-medium" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2014/12/51MgO8mhAyL._SY344_BO1204203200_-203x300.jpg" alt="51MgO8mhAyL._SY344_BO1,204,203,200_" width="203" height="300" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2014/12/51MgO8mhAyL._SY344_BO1204203200_-203x300.jpg 203w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2014/12/51MgO8mhAyL._SY344_BO1204203200_-64x94.jpg 64w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2014/12/51MgO8mhAyL._SY344_BO1204203200_-204x300.jpg 204w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2014/12/51MgO8mhAyL._SY344_BO1204203200_.jpg 235w" sizes="auto, (max-width: 203px) 100vw, 203px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2216" class="wp-caption-text"><span style="font-size: 10pt;">Die Anfänge von „Paleo&#8220; (1989): &#8222;The Paleolithic Prescription&#8220; (Boyd Eaton)</span></figcaption></figure>
<p>Ursprünglich war der Tenor, dass wir insgesamt weniger Kohlenhydrate essen sollen, mehr Eiweiß, bessere Fette, wir sollen uns mehr bewegen und auch unsere Mikronährstoff-Zufuhr überdenken, gleichzeitig aber auch testen, in wie weit wir reagieren bei Konsum von Milch und Weizen, das seit kurzer Zeit auf dem Speiseplan des Menschen steht &#8211; das alles klingt hervorragend, oder? Kein Wunder &#8211; diese (!) „Pay-Lee-Oh-Diet&#8220; (Paleo) schnitt bezogen auf die Verbesserung von kardiovaskulären Risikofaktoren etc. sogar besser ab, als die bisher unverwundbare „mediterane Ernährung&#8220; &#8211; Steinzeit-Mensch schlägt die Kreter.</p>
<p>Der Mensch aber kann sich nicht an den oben genannten Dingen erfreuen, er strebt konstant Verbesserungen an. Und da viele „Vordenker&#8220; deshalb „Vordenker&#8220; sind, weil sie mehr lesen, mehr recherchieren als andere, hat man natürlich weiter gedacht. Man hat hinter die Ausführung von Cordain, die übrigens bis heute Bestand hat, keinen Punkt gemacht &#8211; nein, man hat die Geschichte weitererzählt.</p>
<p>Irgendwann nämlich kamen diverse „berühmte&#8220; amerikanische Blogger (u. a. Wissenschaftler) auf die Idee, dass Cordain ja eigentlich nur Halbwahrheiten erzählt. „Gesundes Fett&#8220; soll Rapsöl sein? Das kann doch gar nicht sein.</p>
<p><strong><span style="line-height: 1.5;">Seht ihr hier, wie man sich von Stufe-2-Denken verabschiedet auf Stufe-1-Denken und dabei „glaubt&#8220;, dass man doch alles irgendwie begründen kann? Stufe-2 war, dass Cordain, wissenschaftlich korrekt, diverse (Zell-)Studien zum Thema Fett ausgewertet hat. So wie ich das hier gemacht habe. Und natürlich, wie jeder Vernunftbegabte, sieht, dass das mit dem Cholesterin und Fett im Blut („Die Cholesterin-Lüge&#8220;) gar nicht so gelogen war, sondern tatsächlich überprüfbar ist anhand von Zell-Studien! Keine Korrelation, kein Ancel Keys, sondern nachweisbar. Als Beispiel: Palmitinsäure (eine gesättigte Fettsäure) zerstört die ß-Zellen deiner Bauchspeicheldrüse! </span></strong></p>
<p><span style="line-height: 1.5;">Logischerweise hat Cordain dann ein Öl empfohlen, das nachweislich eine bessere Fettsäure-Komposition hat. Und wer will denn Knochenmark essen, das eine solche „ideale&#8220; Komposition aufweist? Niemand. Also hat er Rapsöl empfohlen.</span></p>
<p>Stufe-2-Denken war dann, dass Rapsöl nie verzehrt wurde und deshalb „ja auch nicht gesund sein <span style="text-decoration: underline;">kann</span>&#8222;.</p>
<h2>Emotionales Verlangen &gt; rationaler Verstand</h2>
<p>Wie irrational solche Gedanken sind, sehen wir dann, wenn diverse Vertreter später für den Konsum von Butter plädieren, die aber doch auch niemals verzehrt wurde von unseren Vorfahren. Oder hatte der Cro-Magnon Milchkühe? Nein, aber man wollte sich selbst den Verzehr rechtfertigen, denn unser Gehirn weiß schon, dass Butter gut schmeckt.</p>
<figure id="attachment_2217" aria-describedby="caption-attachment-2217" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2014/12/hunger-413685_1280.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2217 size-medium" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2014/12/hunger-413685_1280-300x199.jpg" alt="hunger-413685_1280" width="300" height="199" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2014/12/hunger-413685_1280-300x199.jpg 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2014/12/hunger-413685_1280-500x333.jpg 500w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2014/12/hunger-413685_1280-700x466.jpg 700w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2014/12/hunger-413685_1280-64x43.jpg 64w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2014/12/hunger-413685_1280-768x512.jpg 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2014/12/hunger-413685_1280-1024x682.jpg 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2014/12/hunger-413685_1280.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2217" class="wp-caption-text"><span style="font-size: 10pt;">Das Essen hat selten etwas mit „Essen&#8220; zu tun, sondern mit Verlangen. </span></figcaption></figure>
<p>Nun &#8211; natürlich dauerte es nicht lange &#8230; Zu jeder Bewegung, gibt es eine Gegenbewegung. Und so kam es, wie es kommen musste. Jahrzehnte wurde „low fat&#8220; empfohlen und dennoch wurde Amerika immer dicker. „Daraus folgt&#8220;, dass „low fat&#8220; nix gebracht hat. Ja, meine Frage: Wer hat denn kontrolliert, dass auch jeder Amerikaner brav „low fat&#8220; isst? Gibt&#8217;s im McDonalds dort jetzt „Low-fat&#8220;-Burger oder wie?</p>
<p>Man nutzte dann also <span style="text-decoration: underline;">eine Korrelation</span>, um zu zeigen, dass „low fat&#8220; nicht der Weg sein kann. Und überhaupt: Wer von unseren Vorfahren hat denn jemals „low fat&#8220; gelebt? Niemand. Stimmt. Oder doch nicht?</p>
<h2>Das Kohlenhydrat-Fiasko und „das Wunder der ketogenen Diät&#8220;</h2>
<p>Aus einer anfänglichen „Reduktion der Kohlenhydrat-Menge&#8220;, man solle nun seine Kohlenhydrate aus Obst, Gemüse und Nüssen beziehen, wurde ein &#8230; „Moment mal &#8230; die hatten doch aber früher auch nicht das süße Obst von uns heute, oder?&#8220;. Gepaart mit „Neuigkeiten&#8220; aus der Forschung (Ketogene Diäten gegen Krebs, ketogene Diäten gegen Alzheimer, ketogene Diäten gegen entzündliche Erkrankungen, ketogene Diäten gegen Epilepsie usw. <strong>plus</strong> &#8222;high blood sugar&#8220; macht Entzündungen, &#8222;high blood sugar&#8220; macht Alzheimer, &#8222;high blood sugar&#8220; macht Leberfett, &#8222;high blood sugar&#8220; macht Insulin-resistent usw.) kam man schnell auf die glorreiche Idee, dass der von Cordain empfohlene Kohlenhydrat-Anteil in der Ernährung (40 %) ja auch nicht das Wahre sein kann. Der irrt sich bestimmt!</p>
<p>Außerdem war seit Atkins bekannt, dass „VLC (very low carb) diets&#8220; satt machen. Da kann man dann so viel Fett essen, wie man will, man bleibt satt und das Gute: Man wird sogar schlank.</p>
<p>Das liegt natürlich alles am Insulin &#8211; Gary Taubes sei Dank &#8211; das uns fett macht und das böse Speicher-Hormon schlechthin ist.</p>
<p>Das Bild &#8211; bezogen auf Kohlenhydrate &#8211; wurde also immer kohärenter. Dass da natürlich tausende Denkfehler vorhanden sind, das wollte und konnte man nicht wahr haben. Wir Menschen lieben Lösungen, hassen das Problem-Denken, daher bevorzugen wir auch, manchmal das ein oder andere „Problemchen&#8220; zu übersehen, so dass am Ende das Bild (für uns) stimmig ist.</p>
<p>Wir alle dachten, „das ist die ultimative Logik&#8220; &#8211; alles macht Sinn, das Weltbild ist rund. Das dachten wir aber nur deshalb, weil wir selbst niemals die Studien gelesen haben, selbst niemals für uns gedacht haben, sondern „uns haben denken lassen&#8220;.</p>
<h2>Irreführung durch Menschen, die auch nur Menschen sind</h2>
<p>Von wem? Na, von „Paleo&#8220;-Bekanntheiten.</p>
<ul>
<li><a href="http://freetheanimal.com/">Richard Nikoley (free the animal)</a></li>
<li><a href="http://donmatesz.blogspot.de/">Don Matesz (paleo don)</a></li>
<li><a href="http://wholehealthsource.blogspot.de/">Stephan Guyenet (whole health source)</a></li>
<li><a href="http://robbwolf.com/">Robb Wolf</a></li>
<li><a href="http://conditioningresearch.blogspot.de/">Chris (conditioning research)</a></li>
<li>u. v. m.</li>
</ul>
<p>Ich glaube nicht, dass wir in Deutschland irgendwie nachvollziehen können, wie viel „Macht&#8220; solche Blogger in der Szene hatten und haben. Es wurde das Ancestral Health Symposium (AHS) ins Leben gerufen, wo genau diese Menschen reden durften und eine extreme Bekanntheit erlangten (du kannst das mal bei youtube eingeben). Nur, dass wir uns richtig verstehen: Das waren Blogs mit teilweise 1.000.000 Besucher pro Monat. Also eine unfassbar große Menge.</p>
<p>Die ganze Szene baute sich auf und stützte sich durch genau diese Menschen.</p>
<p>Warum habe ich gerade die oben genannt?</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Weil kein einziger, der das damals postuliert hat, heute noch „ketogene Diäten&#8220; praktiziert. </strong></p>
<h2 style="text-align: left;">„Correlation does not imply causation&#8220; &#8211; der Kontext zählt</h2>
<p style="text-align: left;">Im Gegenteil &#8230; Heute sieht man die Fehler, die man selbst gemacht hat, klarer denn je. Jetzt wird &#8211; wie so oft &#8211; das Gegenteil davon gemacht. Heute sucht man den Fehler nicht mehr bei der staatlichen Behörde, bei Ancel Keys oder bei der Low-Fat-Kampagne, sondern bei der <span style="text-decoration: underline;">postulierten</span> Theorie, die hinter einer ketogenen Diät steckt. Übertragen auf Deutschland: Die kritisieren jetzt nicht mehr die DGE, also unsere Aufsichtsbehörde bezogen auf Ernährung, sondern überdenken mal das eigene Verhalten (schönen Gruß auch an die vielen Leute, die wie Äffchen alles nachplappern: &#8218;Die Wissenschaftler der DGE sind Verbrecher&#8216;).</p>
<figure id="attachment_2218" aria-describedby="caption-attachment-2218" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2014/12/28ed9cfd5e06053abe3f56f837daaf008a327c674c4e49d26fc190d4f86fc230.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2218 size-medium" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2014/12/28ed9cfd5e06053abe3f56f837daaf008a327c674c4e49d26fc190d4f86fc230-300x246.jpg" alt="28ed9cfd5e06053abe3f56f837daaf008a327c674c4e49d26fc190d4f86fc230" width="300" height="246" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2014/12/28ed9cfd5e06053abe3f56f837daaf008a327c674c4e49d26fc190d4f86fc230-300x246.jpg 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2014/12/28ed9cfd5e06053abe3f56f837daaf008a327c674c4e49d26fc190d4f86fc230-500x411.jpg 500w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2014/12/28ed9cfd5e06053abe3f56f837daaf008a327c674c4e49d26fc190d4f86fc230-64x53.jpg 64w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2014/12/28ed9cfd5e06053abe3f56f837daaf008a327c674c4e49d26fc190d4f86fc230-600x494.jpg 600w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2014/12/28ed9cfd5e06053abe3f56f837daaf008a327c674c4e49d26fc190d4f86fc230.jpg 620w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2218" class="wp-caption-text"><span style="font-size: 10pt;">„Insulin-Resistenz entsteht durch Kohlenhydrat-Konsum, weil deshalb ja Insulin gebildet wird&#8220;</span></figcaption></figure>
<p style="text-align: left;"><span style="font-size: 12pt;">Nein &#8211; plötzlich konnte man differenziert denken. Plötzlich waren es ja nicht mehr die Kohlenhydrate per se, die dick machen &#8211; nein, da war die Insulin-Resistenz schuld, die aber &#8211; auch das hat man plötzlich begriffen &#8211; <span style="text-decoration: underline;">ursächlich</span> nichts mit Insulin zu tun hat, sondern mit zu viel (Hüft-)Speck und zu viel Entzündungen (die sich gegenseitig bedingen). Plötzlich hat man die Augen aufgemacht und hat gesehen, dass wir ja immer nicht von „Kohlenhydraten&#8220; reden, wenn es um schädliche Wirkung geht, sondern um „<strong>HIGH</strong> blood sugar&#8220;, also ein völlig nicht-physiologischer Zustand, den wir bei normalen Menschen gar nicht beobachten. Plötzlich war Insulin nicht mehr das „fat storage hormone&#8220;, das Hormon, das uns dick macht, sondern ein Hormon, das uns satt macht, das ein wichtiges Signalmolekül ist, wenn es um Reproduktion geht (Schilddrüsenhormone! Testosteron!). </span></p>
<p style="text-align: left;">Plötzlich erkannte man, wie absurd man sich verhält &#8230; Man ernährt sich nur noch von Butter, Sahne und Rinderfett. Plötzlich wurde klar, dass ketogene Diäten dann helfen, wenn man wirklich krank ist &#8211; aber dass ketogene Diäten auch Nachteile haben (z. B. physiologische Insulin-Resistenz). Plötzlich war nicht mehr jeder ein „Vegan-Fundamentalist&#8220;, der von Lindebergs Kitava-Studie und dem Kohlenhydrat-Konsum von Langlebigen berichtete.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Jetzt erkannte man &#8230; es gibt auf der Welt so etwas wie KONTEXT</strong></p>
<p style="text-align: left;">Kontext bedeutet &#8230; Ketogene Diäten eignen sich womöglich für jemanden, der seine durch Fettsäure verursachte Insulin-Resistenz loswerden möchte. Kontext bedeutet aber auch, dass eine chronisch praktizierte ketogene Diäten selbst Insulin-resistent macht &#8211; auch dann, wenn man wieder schlank ist.</p>
<p style="text-align: left;">Kontext bedeutet &#8230; Ketogene Diäten mögen anfänglich wahre Wunder bewirken, dann, wenn man mal den Schwabbel los wird, dann wenn man mal mehr Protein isst und seinen Körper mal Fett verbrennen lässt. Kontext bedeutet aber auch, dass eine chronisch praktizierte, isokalorische ketogene Diät heißt, dass man &#8211; nicht wie anfänglich! &#8211; deutlich mehr Fett essen muss irgendwann und das dann &#8230;</p>
<p style="text-align: left;">&#8230; einhergeht mit diversen Phänomenen, die ich bei meinen Klienten und in der Blogosphäre nun sehr, sehr oft beobachten konnte:</p>
<h2 style="text-align: left;">Mögliche Nachteile einer ketogenen Diät</h2>
<p style="text-align: left;">Ketogene Diäten induzieren potent eine physiologische Insulin-Resistenz, die nicht selten eine chronische Blutzucker-Konzentration von bis zu 130 entstehen lassen. Beim Arzt hieße das: „Sie sind ein Fast-Diabetiker&#8220;. Aber hey &#8230; es ist ja eine ketogene Diät &#8211; diesen Zustand kann man ja dann rechtfertigen. Nein! Blutzucker ist Blutzucker. Wie soll der Körper denn Insulin-sensitiv werden, also Kohlenhydrate verarbeiten können, wenn wir nur noch Fett essen? Dieses Thema habe ich so oft hier diskutiert.</p>
<p style="text-align: left;">Ketogene Diäten erhöhen potent den Cholesterin-Spiegel im Blut. Anfänglich nicht, weil man da ja vermehrt von seinen Fettpolstern lebt. Aber spätestens dann, wenn man sich mal „ran traut&#8220; an den Speck, an das Öl, an die schwarze Schoki und mal „isst, wie ein Mann&#8220; &#8211; dann sehe ich eure Blutwerte mit Cholesterin &gt; 200, meistens 250. Ich habe damit kein Problem &#8211; wenn der HDL-Wert gut ist, <a title="24 eggs a day …" href="https://genetisches-maximum.de/muskelaufbau-krafttraining/24-eggs-a-day/">wissen wir ja neuerdings, dann braucht man sich nicht zu fürchten</a>. Nur leider trifft das selten auf euch zu. HDL von 50 ist eher „normal&#8220;, als HDL &gt; 65. Und wir wissen seit Roberts (Studie im Buch), dass wir bei familiärer Hypercholesterinämie (Cholesterin 300) abdanken noch vor unserem 50. Lebensjahr. Aber: „Cholesterin hat mit Arteriosklerose nix zu tun&#8220;. Das erzählst du dann als Laie.</p>
<p style="text-align: left;">Das alles macht ja nichts.</p>
<p style="text-align: left;">Macht ja auch nichts, dass wir nach jahrelang praktizierter ketogenen Diät dann eine hepatische (= Leber) Insulin-Resistenz bekommen, denn die ist total verfettet. Wie sonst sollen denn Keton-Körper entstehen? Die entstehen dadurch, dass sich massiv Fett in der Leber anreichert und bei der Oxidation eben solche Zwischen-Produkte entstehen.</p>
<p style="text-align: left;">Ich weiß, ich weiß. Man kann sich alles rechtfertigen.</p>
<p style="text-align: left;">Ganz ehrlich: Mir ist Cholesterin von 150, Blutzucker von 90-100 und eine schöne Leber lieber, als „ich praktiziere die genetisch korrekte Kost&#8220;.</p>
<h2 style="text-align: left;">Wie sich Einsicht und Differenzierung anhört</h2>
<p style="text-align: left;">Nochmal zu den vorhin genannten Bloggern &#8230; einige schöne Zitate:</p>
<p style="text-align: left;">Richard Nikoley</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;">Hohen Blutzucker zu haben und als Diabetiker bezeichnet zu werden ist krankhaft, aber eine ketogene Diät zu praktizieren, dabei hohe Blutzucker-Werte zu haben, ist &#8218;perfekt gesund&#8216;?</p>
</blockquote>
<p style="text-align: left;">Don Matesz</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;">Ich kann nicht länger sagen, dass eine „Paleo&#8220;-Diät „high fat&#8220; ist &#8211; ich kann es auch nicht länger empfehlen. Ich selbst hatte eine dramatische Verschlimmerung meiner Beschwerden, habe sogar massive Fettknoten (im Fettgewebe) entwickelt, meine Verdauung ist durch das ganze Fett extrem langsam und schleppend geworden und ich nehme auch nicht mehr ab, trotz „0 Kohlenhydrate&#8220;.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: left;">Stephan Guyenet</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;">Mein Tierarzt hat mir erzählt, dass Hunde &#8211; genetisch betrachtet &#8211; durchaus in der Lage sind, Stärke zu verzehren. Sie verfügen über Amylase-Gene usw. Damals war meine Sicht der Dinge sehr vernebelt von meinem eigenen Low-Carb-Dogma, heute verstehe ich das. Irgendwie hatte ich immer tief in meinem Kopf, dass Hunde reine Fleischfresser sind &#8230;</p>
</blockquote>
<p style="text-align: left;">Robb Wolf</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;">Ich habe keine Lust mehr auf diese ganzen Low-Carb-Dschihadisten, die täglich ankommen &#8230; Ich bin dermaßen ausgebrannt, was das Thema „Nahrungsmittel-Krieg&#8220; angeht.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: left;">Chris, CR</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;">Ich fühle mich nicht mehr wohl, wenn ich an meine eigenen Empfehlungen denke, die ich in der Vergangenheit ausgesprochen habe. [&#8230;] Ich habe abgenommen &#8230; einfach nur durch weniger Kalorien.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: left;">Art de Vany</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;">Ich frage mich oft, warum die „Paleo&#8220;-Diät zu einer „high fat diet&#8220; geworden ist [&#8230;] Das habe ich persönlich niemals so praktiziert.</p>
</blockquote>
<h2 style="text-align: left;">Ein Tipp für dich</h2>
<p style="text-align: justify;">Wenn du nur funktionierst „in der Ketose&#8220;, dein Körper sofort anfängt zu „spinnen&#8220;, wenn du 5 g Kohlenhydrate zuführst, dann solltest du dir ernsthaft (!) Gedanken darüber machen, ob du nicht ein anderes, richtig grundlegendes Problem in deinem Systemchen hast und das es womöglich wenig mit dem Kohlenhydrat per se zu tun hat, sondern viel mehr mit einer metabolischen Dysfunktion, die ihre Ursachen sehr wahrscheinlich nicht im Kohlenhydrat-Konsum hat. Wenn du deine Insulin-Resistenz, deinen hohen Blutzucker <span style="text-decoration: underline;">kompensierst</span> durch Kohlenhydrat-Restriktion, dann hast du den Zustand nicht „geheilt&#8220; &#8211; <strong>Kompensation ist nicht Heilung</strong>.</p>
<h2 style="text-align: left;">Abschluss</h2>
<p style="text-align: justify;">Bevor jetzt wieder Hass-Nachrichten und Rechtfertigungen kommen: Bitte, praktiziert das, was euch liegt. Aber behaltet auch die Nachteile im Kopf und behandelt eure Ernährung nicht wie eine Religion &#8211; man muss nicht beleidigend werden, nur weil einer nicht ketogen lebt und auch nicht verstehen kann, warum es Menschen gibt, die nicht ketogen leben.</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/ketogen/ketogene-diaeten-zur-behandlung-von-diabetes-ein-kommentar/">Die „heilige“ ketogene Diät – ein Kommentar</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Fasten-Modus &#8211; Schilddrüse und Leptin</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/ketogen/fasten-modus-schilddruese-und-leptin/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Nov 2014 13:23:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ketogen]]></category>
		<category><![CDATA[ketogene diät]]></category>
		<category><![CDATA[Kohlenhydrate]]></category>
		<category><![CDATA[Leptin]]></category>
		<category><![CDATA[Schilddrüse]]></category>
		<category><![CDATA[T3]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir haben irgendwie eine falsche Vorstellung vom &#8222;Fasten-Modus&#8220;. Wir glauben, das muss immer zwangsläufig einhergehen mit Lethargie etc. Immer diese falschen Vorstellung. Was kostet mich das jedes mal Nerven, wenn ich alles jedem immer aufs [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/ketogen/fasten-modus-schilddruese-und-leptin/">Fasten-Modus – Schilddrüse und Leptin</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir haben irgendwie eine falsche Vorstellung vom &#8222;Fasten-Modus&#8220;. Wir glauben, das muss immer zwangsläufig einhergehen mit Lethargie etc.</p>
<p>Immer diese falschen Vorstellung. Was kostet mich das jedes mal Nerven, wenn ich alles jedem immer aufs Neue erklären muss und ich feststelle, dass heutzutage niemand so richtig eine Ahnung hat &#8211; aber Hauptsache eine ketogene Diät praktizieren. Meister der Kohlenhydrat-Hetze, aber keinen Durchblick haben bezogen auf den Fettstoffwechsel.</p>
<p>Ich möchte kurz den god father der Protein-Diäten zitieren, einer der an seiner low carb Diät festhält, wie kein anderer: Dr. Eades, ein amerikanischer Arzt.</p>
<blockquote><p>If you read any medical school biochemistry textbook, you’ll find a section devoted to what happens metabolically during starvation. If you read these sections with a knowing eye, you’ll realize that everything discussed as happening during starvation happens during carbohydrate restriction as well. There have been a few papers published recently showing the same thing: the metabolism of carb restriction = the metabolism of starvation</p></blockquote>
<p>Der letzte Satz fasst das zuvor Gesagte perfekt zusammen:<strong> Kohlenhydrat-Restriktion = Fasten-Stoffwechsel</strong>.</p>
<p>Und diesen Fasten-Stoffwechsel kann man messen. Das heißt dann &#8222;respiratorischer Quotient&#8220;. RQ von 0,7 = reine Fettverbrennung.</p>
<p>Sowohl während ketogenen Diäten, als auch beim Fasten, sinkt der RQ auf 0,7.</p>
<p>Viele von euch leben ja noch im Mittelalter und erkennen die Zusammenhänge nicht, verstehen überhaupt nicht, wie der Körper seine Entscheidungen trifft. Der Körper sagt sich nicht &#8222;Oh schön, wir brauchen 2400 Kalorien und heute haben wir 2401 gegessen, also ist alles ok&#8220; &#8211; Nein! Der Körper entscheidet anhand von a) Leberglykogen und b) freie Fettsäuren (die Dinger aus dem Fettgewebe).</p>
<p>Evolutiv gesehen: Wenig Leberglykogen und viel freie Fettsäuren hieß immer &#8222;keine Nahrung&#8220;. Der Körper fackelt da nicht lange, für ihn ist das so.</p>
<p>So eine ketogene Diät bringt viele Vorteile mit sich, also bezogen auf ein therapeutisches Potenzial. Ähnlich wie das Fasten. Fasten ist ein Heilmittel. Aber&#8230; wie lange hat man denn immer so gefastet? Bestimmt kein Jahr.</p>
<p>Es ist also kein Zufall, wenn ich sage, dass die T3-Werte bei euch immer sinken, wenn ihr Very Low Carb lebt (<a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/6761185">1</a>). Das ist ein banaler Prozess, der euch nur helfen soll. Genau wie die physiologische Insulin-Resistenz, die dabei auftritt. Alles gut und schön.</p>
<p>Problem ist nur: Chronische, unvariable Prozesse sind nie zielführend, nie!</p>
<p>Unvariabel ist, wenn die T3-Wert bei ketogenen Diäten sinken (das muss so sein) und diese T3-Werte auch dann niedrig bleiben, wenn man Jod gibt (<a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8262474">2</a>).</p>
<p>Das sehe ich bei euch immer: Niedriges TSH (0,5-1,5), aber wenig T3 (2 &#8211; 3). Meistens dann noch gepaart mit hohen Cholesterin-Werten (200+) &#8211; dann weiß ich, dass derjenige &#8222;low/no carb&#8220; lebt. Meine Cholesterin-Werte liegen bei ca. 150-170, HDL &gt;60 und T3 bei 4,4 &#8211; T3 hoch, TSH niedrig =&gt; keine VLCD. Nur als Referenz.</p>
<p>Jetzt kann ich meine Standard-Floskeln bringen und erzählen, dass T3-Werte auch wichtig sind, für Pregnenolon-Werte und Testosteron etc.</p>
<p>Das verwundert nicht: Wieso soll der Körper &#8222;reproduktiv&#8220; aktiv sein, wenn man sich gerade in einer Nahrungsknappheit befindet &#8211; wie gesagt, Körper unterscheidet diese &#8222;Stoffwechsellage&#8220; nur anhand der Kohlenhydrat-Zufuhr, wobei man &#8211; bezogen auf T3 &#8211; vermuten kann, dass ein Mindestwert bei ca. 200g/Tag liegt (<a href="http://press.endocrine.org/doi/abs/10.1210/jcem-48-4-577">3</a>).</p>
<p>Also: Ketogene Diäten werden immer dafür sorgen, dass dein T3-Wert sinkt.</p>
<p>Jetzt addiert sich aber ein weiteres Problem: Ich weiß, weil selbst erlebt, dass &#8222;wenig Insulin&#8220; dafür sorgt, dass wir keinen Hunger mehr haben. Was viele als &#8222;mega toll&#8220; interpretieren, interpretiere ich mittlerweile als &#8222;schöner Mechanismus, um sich noch mehr kaputt zu machen&#8220;. Was bei Fettleibigen Wunder wirkt, ist für &#8222;Normalos&#8220; Gift. Denn dann isst man halt einfach nicht mehr so viel.</p>
<p>Übrigens: Hier sehr schön zu erkennen, warum ich jedem Individuum ein individuelles &#8222;Diätprogramm&#8220; (= life style) &#8222;auferlegen&#8220; würde. Differenzierung nennt man so etwas.</p>
<p>Also&#8230; wir essen dann eben nicht mehr so viel. Ketogene Diäten reduzieren ein <a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptin-stoffwechsel-hormon/">Hormon namens Leptin</a> schon sehr viel deutlicher, als eine isokalorische Kohlenhydrat-basierte Diät (<a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17284923">4</a>). Machen wir das Ganze chronisch und essen &#8211; aufgrund des Hunger-unterdrückenden Effekts &#8211; auch noch weniger Kalorien, dann werden wir bald die böse Seite des Leptins kennen lernen.</p>
<p><a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/refeed-leptin-als-ursache-fur-t-und-t3-insuffizienz/">Das konntest du in einem anderen Artikel von mir bereits nachlesen. </a> Kurz: Zu wenig Leptin und dein ganzes reproduktives System geht flöten inklusive Testosteron und T3. Vielen Dank, jahrelange Diät!</p>
<p>Was will ich dir damit eigentlich sagen?</p>
<p>Nun&#8230; mein &#8222;Jod-und-Selen-Programm&#8220; ist super. Für manche. Für andere wird es überhaupt nichts leisten können. Es gibt viele Gründe, aber einen ganz wichtigen habe ich hier erläutert.</p>
<p>Ei, ei, ei. Wie man&#8217;s macht, macht man&#8217;s falsch, gell?</p>
<p>Im Übrigen: Verstehe mich doch bitte nicht immer falsch. Low carb Diäten sind eine gute Sache. Aber passe auf deine Hormone auf und treibe es nicht bis ins Extrem immer. Danke.</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/ketogen/fasten-modus-schilddruese-und-leptin/">Fasten-Modus – Schilddrüse und Leptin</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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