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	<title>magnesium - Biochemie für dein genetisches Maximum</title>
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	<description>Der Blog von Chris Michalk &#38; Phil Böhm. Seit 2014.</description>
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	<title>magnesium - Biochemie für dein genetisches Maximum</title>
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		<title>Magnesium Transdermal – Wie ist die Studienlage?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Phil Böhm]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Nov 2018 12:57:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Magnesium]]></category>
		<category><![CDATA[magnesium]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Magnesium ist mit Abstand der meistgekaufte Mineralstoff in Deutschland. Das ist kein Wunder, da wir Europäer über die Nahrung in den vergangenen Jahren immer weniger Magnesium aufnehmen. Weil dieses Mineral bei so unglaublich vielen biochemischen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-weight: 400;">Magnesium ist mit Abstand der meistgekaufte Mineralstoff in Deutschland. Das ist kein Wunder, da wir Europäer über die Nahrung in den vergangenen Jahren immer weniger Magnesium aufnehmen.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Weil dieses Mineral bei so unglaublich vielen biochemischen Abläufen im Körper mitwirkt, empfehlen wir deshalb </span><b>immer</b><span style="font-weight: 400;"> zumindest auf eine magnesiumreiche Ernährung zu achten.</span></p>
<h2>Fluch und Segen des Internets</h2>
<p><span style="font-weight: 400;">Während bis vor zehn Jahren noch Supermärkte mit ihren Brausetabletten und Apotheken erste Anlaufstelle für Magnesium-Produkte waren, informiert sich die Mehrzahl heute im Internet und bestellt gleich dort. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Im Internet findet man bekanntlich </span><b>alles</b><span style="font-weight: 400;">. Sogar verschiedenste Meinungen und Ansichten, auf die man selbst gar nicht käme. Vieles wird in Frage gestellt. So auch bei Magnesium.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Denn klar ist, dass sich die orale Einnahme von Magnesium längst bewährt hat. Niedrige Blutwerte lassen sich durch Kapseln, Pülverchen oder Brausetabletten gut normalisieren. Das kennen wir aus eigener Erfahrung und unzähligen Erfahrungsberichten. Das klappt – Punkt.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Sehr viel unklarer ist dagegen, ob Magnesium auch über die Haut aufgenommen wird.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Das Interesse an alternativen Magnesium Produkten scheint deutlich gestiegen zu sein.</span></p>
<figure id="attachment_11295" aria-describedby="caption-attachment-11295" style="width: 640px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2018/11/Bildschirmfoto-2018-11-08-um-13.07.07.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-11295 size-large" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2018/11/Bildschirmfoto-2018-11-08-um-13.07.07-1024x495.png" alt="Magnesiumöl google Trends" width="640" height="309" /></a><figcaption id="caption-attachment-11295" class="wp-caption-text">Hier gut zu erkennen die ansteigende Suchnachfrage am Beispiel Magnesiumöl.</figcaption></figure>
<p><span style="font-weight: 400;">Bei einer Recherche fällt auf, dass es (nur) zwei Lager gibt. Die Befürworter und die Gegner. Vor allem bei Facebook geht es heiß her und die Diskussion wird unverständlicherweise hoch-emotional geführt. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Wir zeigen dir, was wirklich am Trend <em>transdermalen Magnesiums</em> dran ist.</span></p>
<h2>Kann die transdermale Magnesiumaufnahme überhaupt funktionieren?</h2>
<p><span style="font-weight: 400;">Transdermal bedeutet “durch” die “Haut”. Damit kann das Auftragen eines Öls, Pflaster, Creme oder, wie häufig bei Magnesium empfohlen, in einem Bad gemeint sein.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Grundsätzlich ist das nichts Neues und man kennt es aus der Medizin. Bei einer Testosteron-Ersatztherapie beispielsweise wird häufig eine Creme empfohlen. Doch funktioniert das auch bei Magnesium?</span></p>
<h3>Geht unter die Haut …?</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Die Haut ist unser größtes Organ mit einer riesigen Oberfläche. Ihre Hauptfunktion ist, unseren Körper vor äußeren Einflüssen zu schützen und so wenig wie möglich durchzulassen. Nicht auszudenken, würden ohne weiteres alle Chemikalien und Gifte, denen wir täglich ausgesetzt sind, einfach so in den Körper gelangen.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die Hautschicht kann theoretisch an drei Stellen überwunden werden:</span></p>
<ul>
<li style="font-weight: 400;"><span style="font-weight: 400;">An Haarfollikeln</span></li>
<li style="font-weight: 400;"><span style="font-weight: 400;">An Schweißdrüsen </span></li>
</ul>
<p><span style="font-weight: 400;">(Haarfollikel und Schweißdrüsen machen zusammen nur 0,1 &#8211; 1 % der Hautoberfläche aus.)</span></p>
<ul>
<li style="font-weight: 400;"><span style="font-weight: 400;">An der Epidermis, die mit Abstand größte Hautfläche.</span></li>
</ul>
<p><span style="font-weight: 400;">Bekannt ist, dass die äußerste Haut-Schicht der Epidermis aus bereits abgestorbenen Zellen besteht. Das wird gleich wichtig.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Diese Epidermis kann (zum Glück) nur von lipophilen Stoffen durchdrungen werden. Bei Bädern mit Magnesiumchlorid liegt Magnesium in der ionisierten Form vor und kann deshalb diese Schicht </span><b>nicht</b><span style="font-weight: 400;"> oder nur kaum durchdringen. Dazu gleich mehr.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Hinzu kommt, dass das Magnesium-Ion relativ groß ist, und dadurch Zell-Membranen nicht durchdringen kann. Dazu benötigt unser Körper spezielle Transporter. </span><b>Abgestorbene Zellen, wie auf unserer äußeren Hautschicht, besitzen diese Transporter nicht.</b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Wirklich interessant sind also die Haarfollikel und die Schweißdrüsen. </span></p>
<h2>Transdermale Magnesiumaufnahme funktioniert! Eine neue Studie, die dafür spricht.</h2>
<p><span style="font-weight: 400;">2017 wurde tatsächlich eine </span><span style="font-weight: 400;">erste Pilot (!) Studie</span><span style="font-weight: 400;"> veröffentlicht, in der gezeigt wurde, dass der Körper Magnesium über die Haut aufnehmen kann<span id='easy-footnote-1-177872' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/magnesium/magnesium-transdermal-studien/#easy-footnote-bottom-1-177872' title='Kass L., Rosanoff A., Tanner A., Sullivan K., McAuley W., Plesset M. Effect of transdermal magnesium cream on serum and urinary magnesium levels in humans: A pilot study. &lt;span class=&quot;ref-journal&quot;&gt;PLoS ONE. &lt;/span&gt;2017;&lt;span class=&quot;ref-vol&quot;&gt;12&lt;/span&gt;:e0174817 doi: 10.1371/journal.pone.0174817.'><sup>1</sup></a></span>. Thema erledigt? Moment, nicht so schnell!</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Um die Magnesiumversorgung im Körper nachzuweisen, schaut man sich normalerweise den Blutwert an. Theoretisch kann uns egal sein, wie viel im Blut schwimmt, da das Mineral </span><b>in</b><span style="font-weight: 400;"> die Zellen muss. Am Serum-Wert kann man jedoch die Versorgung ablesen. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Das hat man in dieser “Pro”-Studie gemacht und zusätzlich geschaut, wie viel über den Urin ausgeschieden wurde. </span></p>
<h3><b>Wie lief die Studie ab? </b></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Es wurden 21 Personen in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe durfte sich 14 Tage lang eine </span><b>Magnesium-Creme</b><span style="font-weight: 400;"> im Bauchbereich auftragen, die andere eine Placebo-Creme. Ein Ernährungstagebuch wurde acht Tage lang geführt (warum eigentlich nicht jeden Tag?) und die Werte wurden vor und nach dem Zeitraum verglichen.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Während es bei der Kontrollgruppe (logischerweise) keine Veränderungen gab, stieg der Wert bei der Magnesium-Creme-Gruppe signifikant. Von 0,82 mmol/L (das ist ein Standard-Wert) bis zu 0,89 mmol/L (schon ein richtig guter Wert). </span></p>
<h4><b>Warum diese (beachtliche) Studie nicht als Beweis für die transdermale Magnesiumaufnahme genommen werden sollte:</b></h4>
<ul>
<li style="font-weight: 400;"><span style="font-weight: 400;">Es ist die erste dieser Art mit solchen Ergebnissen</span></li>
<li style="font-weight: 400;"><span style="font-weight: 400;">Die Personenzahl ist überschaubar (nur 11 von 21 Teilnehmern bekamen die Creme)</span></li>
<li style="font-weight: 400;"><span style="font-weight: 400;">Der Wert stieg nicht bei allen Magnesium-Creme Anwendern an. Bei Sportlern konnte man keine signifikanten Änderungen feststellen – wie kommt das? Zufall?</span></li>
<li style="font-weight: 400;"><span style="font-weight: 400;">Es handelt sich dabei um eine Creme. Die Ergebnisse sind nicht auf Bäder übertragbar.</span></li>
</ul>
<h3>Weitere Studien, die dafür sprechen – jedoch mit Haken</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Es gibt weitere “Studien”, die immer wieder als Nachweise aufgeführt werden, dass die transdermale Magnesiumaunahme funkioniert.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Eine davon stammt aus dem Jahr 2000<span id='easy-footnote-2-177872' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/magnesium/magnesium-transdermal-studien/#easy-footnote-bottom-2-177872' title='Shealy N. &lt;span class=&quot;ref-journal&quot;&gt;Holy Water, Sacred Oil: The Fountain of Youth.&lt;/span&gt; Biogenics Books; New York, NY, USA: 2000. 236p'><sup>2</sup></a></span>. Der Naturheil-Mediziner Dr. </span><span style="font-weight: 400;">Norman Shealy untermauerte mit einer Untersuchung seine These, dass seine transdermalen Methoden viel effektiver seien als die orale Aufnahme von Magnesium.</span></p>
<p style="padding-left: 30px;"><i><span style="font-weight: 400;">Der Haken: Die Behauptung, dass es funktioniert hat, steht zwar seitdem im Raum. Veröffentlicht wurde die Studie jedoch nie – merkwürdig. Vergessen wir das einfach.</span></i></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Ähnlich fragwürdig ist eine Studie, bei der die Aufnahme mit einem Spray und Fußbädern über 12 Wochen (angeblich) nachgewiesen wurde<span id='easy-footnote-3-177872' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/magnesium/magnesium-transdermal-studien/#easy-footnote-bottom-3-177872' title='Watkins K., Josling P.D. A pilot study to determine the impact of transdermal magnesium treatment on serum levels and whole body CaMg ratios. &lt;span class=&quot;ref-journal&quot;&gt;Nutr. Pract. &lt;/span&gt;2010;&lt;span class=&quot;ref-vol&quot;&gt;14&lt;/span&gt;:1–7.'><sup>3</sup></a></span>.</span></p>
<p style="padding-left: 30px;"><i><span style="font-weight: 400;">Der erste Haken: Hier wurden nur acht Personen untersucht.</span></i></p>
<p style="padding-left: 30px;"><i><span style="font-weight: 400;">Der zweite Haken: Blutwerte wurden nicht entnommen. Das Ganze wurde mittels Haar-Analyse kontrolliert. Hier absolut unbrauchbar.</span></i></p>
<blockquote><p><span style="font-weight: 400;">Wir selbst haben bestimmt schon hunderte Haarmineral-Analysen eingesehen und kontrolliert. An sich ist das keine schlechte Methode, um den Mineral-Versorgungsstand abzulesen (besser jedoch um Schwermetall-Belastungen zu identifizieren). Die Analyse kann jedoch höchstens eine Tendenz zeigen. Absolute Veränderungen über drei Monate kann man sicher nicht bestimmen.</span></p></blockquote>
<p><span style="font-weight: 400;">Dann gibt es noch eine Untersuchung mit 19 Teilnehmern, bei denen nach sieben Tagen mit Magnesiumbädern ein toller Magnesium-Wert gemessen wurde<span id='easy-footnote-4-177872' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/magnesium/magnesium-transdermal-studien/#easy-footnote-bottom-4-177872' title='http://www.epsomsaltcouncil.org/wp-content/uploads/2015/10/report_on_absorption_of_magnesium_sulfate.pdf'><sup>4</sup></a></span>. Auf die Durchführung und Ergebnisse möchten wir hier nicht genau eingehen, denn &#8230;</span></p>
<p style="padding-left: 30px;"><i><span style="font-weight: 400;">Der Haken: Diese “Studie” wurde ausschließlich auf einer Internetseite gepostet, die kommerziell Bittersalz, also Magnesiumsulfat als Badezusatz, vermarktet. Also bitte, das bekommt doch normalerweise jeder um die Ohren gehauen.</span></i></p>
<h2>Transdermale Magnesiumaufnahme funktioniert nicht! Studien, die dagegen sprechen.</h2>
<p><span style="font-weight: 400;">Dann gibt es die andere Seite. Hinweise, die zeigen, dass die Magnesiumaufnahme über die Haut eben </span><b>nicht</b><span style="font-weight: 400;"> funktioniert.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">1985 hat man zum Beispiel acht Probanden in ein Spa mit mineralhaltigem Wasser geschickt<span id='easy-footnote-5-177872' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/magnesium/magnesium-transdermal-studien/#easy-footnote-bottom-5-177872' title='O’Hare J.P., Heywood A., Summerhayes C., Lunn G., Evans J.M., Walters G., Corrall R.J., Dieppe P.A. Observations on the effect of immersion in Bath spa water. &lt;span class=&quot;ref-journal&quot;&gt;Br. Med. J. (Clin. Res. Ed.) &lt;/span&gt;1985;&lt;span class=&quot;ref-vol&quot;&gt;291&lt;/span&gt;:1747–1751. doi: 10.1136/bmj.291.6511.1747.'><sup>5</sup></a></span>. Es wurde geschaut, ob man veränderte Werte (interessant sind für uns Calcium, Phosphat und natürlich Magnesium) nach zweistündigem Baden nachmessen kann. </span><i><span style="font-weight: 400;">Ergebnis der Studie war, dass die Aufnahme über die Haut nicht möglich ist.</span></i></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Deutlich aussagekräftiger sind jedoch Versuche der israelischen Armee<span id='easy-footnote-6-177872' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/magnesium/magnesium-transdermal-studien/#easy-footnote-bottom-6-177872' title='Eisenkraft A., Krivoy A., Vidan A., Robenshtok E., Hourvitz A., Dushnitsky T., Markel G. Phase I study of a topical skin protectant against chemical warfare agents. &lt;span class=&quot;ref-journal&quot;&gt;Mil. Med. &lt;/span&gt;2009;&lt;span class=&quot;ref-vol&quot;&gt;174&lt;/span&gt;:47–52.'><sup>6</sup></a></span>. Der Hintergrund war, dass dort eine hautschützende Creme verwendet wurde, die auch Magnesium enthält und man genau schauen wollte (und eigentlich auch musste), ob das Magnesium vom Körper aufgenommen wird. Ziel war es, eine toxische Über-Versorgung und Nebenwirkungen auszuschließen. </span><i><span style="font-weight: 400;">Ergebnis der Studie war, dass sich der Blutwert nach neunmaliger Anwendung nach drei Tagen nicht verändert hat.</span></i></p>
<h2>Fazit</h2>
<p><span style="font-weight: 400;">Ich weiß nicht den Grund, aber die Debatte, ob Magnesium über die Haut aufgenommen werden kann oder nicht, wird kontrovers und aggressiv geführt. Das kennen wir so eigentlich nur von Vertretern oder Gegnern der </span><a href="https://genetisches-maximum.de/vegan/warum-veganer-gesund-sind/"><span style="font-weight: 400;">veganen</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://genetisches-maximum.de/ketogen/ketogen-ketogene-ernaehrung/"><span style="font-weight: 400;">ketogenen Ernährung</span><span style="font-weight: 400;">. </span></a></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Einige steigern sich in eine religions-ähnliche Glaubensfrage – schwarz oder weiß, gut gegen böse, Schul-Medizin gegen Alternativ-Medizin, Pharmalobby gegen den kleinen Mann &#8230;.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Warum? Atmen wir doch einmal durch und bleiben bei den Fakten.</span></p>
<h3>Die Studienlage ist äußerst dünn</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Es gibt zwar Hinweise, dass die Aufnahme über die Haut irgendwie zu funktionieren scheint, aber </span><i><span style="font-weight: 400;">wie</span></i><span style="font-weight: 400;"> das geschieht, da ist man sich noch nicht so sicher. Kann Magnesium etwa über das Lymphsystem unter die Haut transportiert werden?! Hierzu wird in den nächsten Jahren sicher noch einiges kommen.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die Arbeiten, die nachweisen sollen, dass es funktioniert, haben bisher jedenfalls durchweg einen (großen) Haken und wurden nie mit einer großen Teilnehmerzahl durchgeführt.</span></p>
<p><b>Wie dem auch sei: Wer behauptet, Magnesium-Bäder seien </b><b>nachweislich</b><b> deutlich effektiver als Präparate, die man schluckt, befindet sich auf sehr dünnem Eis. </b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die transdermale Magnesiumaufnahme sollte man jedoch auch nicht grundsätzlich als Scharlatanerie und Abzocke darstellen.</span></p>
<h3>Unsere Meinung</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Wie du vielleicht weißt, empfehlen wir Magnesium-Bäder, -Cremes etc. </span><b>nicht</b><span style="font-weight: 400;">. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Denn um eine gesunde Ernährung mit zusätzlichem Magnesium zu ergänzen, haben sich Kapseln und Pulver längst bewährt. Sie lassen sich gut dosieren und bei richtiger Anwendung sind auch keine Nebenwirkungen zu befürchten. Why not?</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Ganz oft wird behauptet, dass orale Magnesium Produkte häufig nur das billige Magnesiumoxid enthalten und es bei höheren Dosierungen zu Magen-Darm-Problemen kommt. Das ist Quatsch:</span></p>
<ul>
<li style="font-weight: 400;"><span style="font-weight: 400;">Heutzutage gibt es nur noch wenige Produkte die (größere Anteile) Mg-Oxid beinhalten</span></li>
<li style="font-weight: 400;"><span style="font-weight: 400;">Nimmt man ein gutes Produkt mit hochwertigen Verbindungen (allen voran Chelate wie Magnesiumbisglycinat), ist die Verträglichkeit auch gegeben.</span></li>
</ul>
<p><span style="font-weight: 400;">Warum also mit Alternativ-Methoden experimentieren, die zwar eine lange Tradition haben aber die eindeutig noch nicht richtig erforscht wurden? </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Es ist doch grob fahrlässig, als Person mit erhöhtem Bedarf (wenn ein richtiger Mangel besteht, als Sportler oder Schwangere) </span><i><span style="font-weight: 400;">nicht</span></i><span style="font-weight: 400;"> zu sicheren Magnesium Produkten zu greifen, sondern Versuchskaninchen an seinem Körper zu spielen.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Und wenn es funktioniert, wie ist es richtig anzuwenden? Nimmt der Körper gerade soviel Magnesium auf bis die Zellen optimal abgesättigt sind und scheidet den Rest (ohne Nebenwirkungen?) einfach aus? </span></p>
<h4>Kommerzielles Interesse</h4>
<p><span style="font-weight: 400;">Als Kritikpunkt könnte jetzt jeder Leser anführen, dass wir in diesem Beitrag von transdermalen Produkten abraten, weil wir sie nicht verkaufen, sondern Kapseln und Pulver. Ein berechtigter Einwand. Auf der anderen Seite wäre es ganz einfach für uns, in unserem Shop Magnesium als Cremes, Badezusatz oder Öl anzubieten – und wahrscheinlich lukrativ obendrein.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Ganz ehrlich: Wir haben einen guten Einblick in die Branche und wissen, was sich verkauft und was nicht. Es gibt sehr viele Menschen, die mit der Transdermal-Geschichte richtig gutes Geld verdienen. Wir kennen keine genauen Zahlen, aber ein Sack Magnesiumchlorid kostet quasi nichts. Wir würden aber niemals etwas anbieten, hinter dem wir nicht stehen können.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Es müssen nicht immer nur die mächtigen Wirtschafts-Konzerne oder die Pharmlobby sein, die mit bewusster Desinformation ihre Interessen vertreten. Auch die Alternativ-Medizin (dazu zählen wir dieses Thema mal) lebt teilweise davon.</span></p>
<h2>Wie ist deine Meinung?</h2>
<p><span style="font-weight: 400;">Ok, du hast gelesen, dass wir kritisch sind. Trotzdem ganz deutlich: Wir möchten niemandem etwas mies reden. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Wie ist deine persönliche Meinung zu dem Thema? Hast du bereits selbst gute Erfahrungen gemacht oder hast du deine Zweifel an den Methoden? Schreib es in die Kommentare!</span></p>
<p><strong>Referenzen</strong></p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/magnesium/magnesium-transdermal-studien/">Magnesium Transdermal – Wie ist die Studienlage?</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Das wichtigste Thema: Mikronährstoffe (Video mit Bruce Ames)</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/mikronaehrstoffe/das-wichtigste-thema-mikronaehrstoffe-video-mit-bruce-ames/</link>
					<comments>https://genetisches-maximum.de/mikronaehrstoffe/das-wichtigste-thema-mikronaehrstoffe-video-mit-bruce-ames/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Mar 2017 11:31:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mikronährstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[magnesium]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Warum hört man Könnern und Kennern nicht zu? Wieso winken &#8222;normale&#8220; Menschen immer ab? Vor allem, wenn man ihnen helfen will. Und mit &#8222;Könner und Kenner&#8220; meine ich nicht mich. Die Idee ist relativ einfach [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Warum hört man Könnern und Kennern nicht zu? Wieso winken &#8222;normale&#8220; Menschen immer ab? Vor allem, wenn man ihnen helfen will. Und mit &#8222;Könner und Kenner&#8220; meine ich nicht mich.</p>
<p>Die Idee ist relativ einfach zu verstehen: Alles im Leben ist <a href="https://genetisches-maximum.de/biochemie/">Biochemie</a>. Jedes Signal im Leben wird in ein biochemisches Signal übersetzt. Jeder Chemie-Student im ersten Semester weiß, dass sich Reaktionsgleichgewichte verschieben lassen und dass es Enzyme gibt, die Reaktionen katalysieren. Solche Reaktionen finden in jeder Sekunde deines Lebens tausendfach statt &#8212; in deinen Zellen.</p>
<p>Die Natur aber hat uns eine Aufgabe zugeteilt: Diese Reaktionen brauchen <a href="https://genetisches-maximum.de/mikronaehrstoffe/mikronaehrstoffe-sind-information/">Mikronährstoffe</a>. Und die muss man essen.</p>
<p>Leider glaubt nahezu jeder, <strong>vor allem die Besserwisser</strong>, dass wir alle von Haus aus gut damit versorgt seien. Man müsse nur <em>gscheit essen</em>. Der Glaube ist so unglaublich tief verankert. Deshalb kommen Botschaften so selten an. Das Hirn der Leser blockiert gleich. Wenn die lesen, &#8222;Um Diabetes loszuwerden, muss man z. B. über genug Mangan in den Zellen haben&#8220;, verstehen sie nur, &#8222;Du musst nur richtig essen und dann bist du gesund&#8220; &#8212; da sie davon ausgehen, dass gesundes Essen alles gibt, kommen sie gar nicht erst auf die Idee, mehr darüber nachzudenken. Thema abgehakt.</p>
<p><em>Mir</em> muss man nicht zuhören. Aber vielleicht wirklichen Könnern. Leute, die sich seit Jahrzehnten mit Biochemie befassen. Drum dieses Video.</p>
<p>Schau mal bei Minute 4:55. Magnesium als Bestandteil der DNA-Reperaturenzyme. Wie ernst er das nimmt. Und wir glauben, Magnesium verhindere Krämpfe &#8230; Oder eine Minute später. Thema Zink. Zinkfinger-Proteine oder p53, das Krebsabwehr-Protein.</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/mikronaehrstoffe/das-wichtigste-thema-mikronaehrstoffe-video-mit-bruce-ames/">Das wichtigste Thema: Mikronährstoffe (Video mit Bruce Ames)</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Das Vitamin-D-Chaos und Mikronährstoffe: Hättest du&#8217;s gewusst?</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/vitamin-d/das-vitamin-d-chaos-mikronaehrstoffe/</link>
					<comments>https://genetisches-maximum.de/vitamin-d/das-vitamin-d-chaos-mikronaehrstoffe/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Jan 2016 21:44:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Vitamin D3]]></category>
		<category><![CDATA[magnesium]]></category>
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		<category><![CDATA[Vitamin D]]></category>
		<category><![CDATA[Zink]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach meinem letzten Artikel hatten einige Leser den Eindruck, dass die Vitamin-D-Thematik doch recht komplex ist. Stimmt. Um genau zu sein: extrem komplex. Wie eine Leserin richtigerweise andeutet, spielen auch die Schilddrüse und die Nebenschilddrüse [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Nach meinem <a href="https://genetisches-maximum.de/vitamin-d/vitamin-d-nachteile/">letzten Artikel</a> hatten einige Leser den Eindruck, dass die Vitamin-D-Thematik doch recht komplex ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Stimmt. Um genau zu sein:<strong> extrem komplex</strong>.</p>
<p style="text-align: justify;">Wie eine Leserin richtigerweise andeutet, spielen auch die Schilddrüse und die Nebenschilddrüse eine Rolle bei der Regulation &#8211; zu nennen sind hierbei beispielsweise Calcitonin und PTH. Auch T3 wirkt auf den Knochen und entsprechend auf den Calcitriol/Calcium-Haushalt.</p>
<p style="text-align: justify;">Noch komplexer wird es, wenn wir, so eine Leser-Ergänzung, UV-Licht und diverse Lichtfrequenzen in die Gleichung mit einfließen lassen. Gibt es da etwa Unterschiede?</p>
<p style="text-align: justify;">Um es dann noch etwas komplexer zu machen, möchte ich kurz auf weitere Wechselwirkungen eingehen &#8211; freilich nur auf Mikronährstoff-Ebene.</p>
<p style="text-align: justify;">Beginnen wir mit dem geliebten <a href="https://genetisches-maximum.de/magnesium/">Magnesium</a>.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Magnesium</h2>
<p style="text-align: justify;">Schon vor einem halben Jahrhundert veröffentlichten Wissenschaftler in der Lancet eine Studie, die eine Vitamin-D-resistente Rachitis beschreibt. Diese Rachitis wurden die Kinder los &#8230; durch eine Magnesium-Gabe. Zufälligerweise hatte man nämlich entdeckt, dass die Magnesium-Werte niedrig waren. Magnesium scheint Enzyme zu regulieren, die Vitamin D scharfmachen und entsprechend in Calcidiol bzw. Calcitriol umsetzen. Hieße dann: Du kannst so viel Vitamin D schlucken, wie du willst. Fehlt dieser Enzym-Kofaktor, hast du, gelinde gesagt, Pech gehabt.</p>
<p style="text-align: justify;">Zeitgleich kann Magnesium selbst Einfluss auf den Calcium-Haushalt nehmen und den Calcium- und Magnesium-Spiegel zum Steigen bringen, wenn ein niedriger Vitamin-D- bzw. Calcitriol-Wert gegeben ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Wie sieht das aus, wenn bereits ein hoher Vitamin-D-Wert gegeben ist? Dazu gibt es keine Studien &#8211; leider.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Bor</h2>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://genetisches-maximum.de/mikronaehrstoffe/bor-wunderstoff-oder-bullshit/">Bor</a> ist Menschen, die an Arthritis leiden, sicher bekannt. Wie fundamental Bor auf Knochen wirkt, wurde bis heute oft gezeigt. Sei es auf anekdotischer oder auf wissenschaftlicher Basis. Eine Arbeit fasst die Punkte zusammen, die aus Bor einen essentiellen Stoff für Knochen und Gelenke machen:</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Analysen zeigen, dass Arthritis-Patienten niedrigere Bor-Konzentrationen aufweisen als gesunde Individuen</li>
<li>Beobachtungen legen nahe, dass Knochen von Patienten, die Bor-Ergänzungsmittel nehmen, schwerer zu durchschneiden sind (sic!)</li>
<li>In Gegenden, wo 1 mg oder weniger Bor zugeführt wird, liegt die Arthritis-Erkrankungswahrscheinlichkeit bei 20-70 %, während sie in Regionen mit hohem Bor-Konsum (3 bis 10 mg) lediglich bei 0-10 % liegt</li>
<li>Experimente zeigen, dass Arthritis-erkrankte Tiere von einer Bor-Gabe profitieren</li>
<li>In einer doppeltblinden, placebokontrollierten Studie, konnten 50 % der Patienten nach Bor-Gabe (6 mg) profitieren, während es in der Placebo-Gruppe lediglich 10 % waren</li>
</ul>
<h3 style="text-align: justify;">Wie macht Bor das?</h3>
<p style="text-align: justify;">Neben des direkten Bor-Einflusses, könnte auch die Wechselwirkung mit Vitamin D eine Rolle spielen. Denn Bor, so legen es Studien-Ergebnisse nahe, erhöhen den Calcidiol-Wert &#8211; ohne dabei etwas an der tatsächlichen Zufuhr geändert zu haben.</p>
<p style="text-align: justify;">Bor, so eine Theorie, könnte Abbau-Enzyme hemmen, die Steroid-Hormone (u. a. Testosteron, Estradiol etc.) degradieren. Darüber scheint Bor den Calcium-Abfall, verursacht durch einen Vitamin-D-Mangel, zum Teil kompensieren zu können.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Wenn der Vitamin-D-Rezeptor nicht funktioniert</h2>
<p style="text-align: justify;">Das, worüber sonst auch nie gequatscht wird, ist die Funktion des Vitamin-D-Rezeptors. Denn ein Großteil der Vitamin-D-Effekte wird durch Calcitriol mediiert, das an sich ein Steroidhormon ist und entsprechend wirkt &#8211; nämlich via Rezeptor. So bindet Calcitriol an den intrazellulären Vitamin-D-Rezeptor. Dieser Hormon-Rezeptor-Komplex wandert zur DNA und induziert dort, hoffentlich, die Expression der gewünschten Proteine.</p>
<p style="text-align: justify;">Doch was passiert, wenn der Rezeptor nicht so funktioniert, wie wir uns das vorstellen?</p>
<h3 style="text-align: justify;">Zink darf mitreden</h3>
<p style="text-align: justify;">Das passiert beispielsweise bei einem <a href="https://genetisches-maximum.de/zink/t3-bzw-zink-mangel-verursachen-kann/">Zink-Mangel</a>: Zink nämlich reguliert bekanntlich die Protein-Synthese, entsprechend auch die Synthese des Vitamin-D-Rezeptors, der auch nur aus Aminosäuren besteht, entsprechend ein Protein ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Zusätzlich, so schreiben Autoren einer anderen Studie, kann ein Zink-Mangel dazu führen, dass nicht die maximal mögliche Calcitriol-Konzentration erreicht werden kann &#8211; beispielsweise, wenn ein hoher Calcitriol-Wert aufgrund einer Calcium-armen Ernährung nötig ist. Zink moduliert anscheinend die Calcitriol-Bildung, kann entsprechend die lokale Calcitriol-Bildung forcieren.</p>
<p style="text-align: justify;">Es geht noch weiter: Der Vitamin-D-Rezeptor selbst kann Zink binden und die Zink-Zellkonzentration moduliert (!) entscheidend die Rezeptor-Gen-Interaktion. In anderen Worten: Die richtige Zink-Konzentration muss gegeben sein, dass das Calcitriol überhaupt die Genexpression verändern kann.</p>
<h3 style="text-align: justify;">&#8230; und Vitamin A (Retinol) auch</h3>
<p style="text-align: justify;">Der Vollständigkeit halber muss erwähnt werden, dass der Vitamin-D-Rezeptor, Calcitriol-gebunden, mit dem RXR-, dem Vitamin-A-Rezeptor wechselwirkt und einen sogenannten Heterodimer bildet. Ein Vitamin-D-Rezeptor verknüpft sich dabei mit einem RXR-Rezeptor. Dieser ist in der Regel allerdings nicht besetzt, heißt keine Retinsäure (Hormon, das aus Vitamin A gebildet wird) gebunden ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Dachte man jedenfalls.</p>
<p style="text-align: justify;">Bis man herausgefunden hat, dass Rachitis-resistente Tierchen, deren Vitamin-D-Rezeptor nicht richtig funktioniert, wieder auf Vitamin D ansprechen, sobald Retinsäure (9-cis) gegeben wird und an den RXR-Rezeptor bindet. Soll heißen: Vitamin A stellt die Calcitriol-Wirkung wieder her.</p>
<p style="text-align: justify;">Bevor jetzt allerdings einige wieder auf die Idee kommen, Vitamin-A-Präparate zu kaufen: So einfach ist das leider nicht, denn Vitamin A kann die Vitamin-D-Wirkung ganz potent antagonisieren. Männer die Calcitriol (nicht verwechseln mit Vitamin D, an dieser Stelle) zusammen mit „Leber&#8220; (äquivalente Vitamin-A-Menge) verzehren, erfahren einen deutlich niedrigeren Calcium-Anstieg, da Vitamin A schlicht die Calcitriol-Wirkung aufhebt.</p>
<p style="text-align: justify;">Das ist nicht alles: Retinsäure (9-cis) verändert die calcifiziernde Wirkung des Calcitriol. Es blockiert die Calcitriol-induzierte Genexpression, so, dass keine Arterien-Verkalkung auftritt und, dass du jetzt komplett durcheinander kommst: Calcitriol selbst steigert die Vitamin-K1-Konversion, die MK4 entstehen lässt, cis-9-Retinsäure macht  im Grunde das Gegenteil und verringert die Vitamin-K-Konzentration. Einmal durchatmen bitte, es war nur eine weniger repräsentative Tierstudie &#8230; :-)</p>
<p style="text-align: justify;">Vitamin A und Vitamin D? Die Balance muss stimmen.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Marshall darf auch mitreden</h3>
<p style="text-align: justify;">Und, weil noch nicht komplex genug: Es gibt das Marshall-Protokoll, das völlig andere Sichtweisen vorschlägt. Nämlich: Den blockierten Vitamin-D-Rezeptoren &#8222;scharf&#8220; zu machen durch Vitamin-D-Restriktion. Das ist freilich auch nicht aus der Luft gegriffen, verstehst du?</p>
<p style="text-align: justify;">Ganz im Gegenteil. Mittlerweile wurde mehrfach zu ebendiesem Phänomen publiziert. Autoimmunerkrankungen, so besagt die Hypothese, seien das Resultat einer Vitamin-D-Rezeptor-Dysfunktion, wobei die Vitamin-D-Gabe an sich das Problem nicht bessert, sondern verschlechtert &#8211; im Gegenteil: Vitamin D müsse gemieden und ein Vitamin-D-Rezeptor-Agonist (der die Vitamin-D-Bindung verhindert) könne die VDR-Dysfunktion umkehren.</p>
<p style="text-align: justify;">Hätten diese Forscher auch nur ein bisschen recht mit dem, was sie da sagen, dann müssten wir die Periodisierung neu evaluieren. Vielleicht wäre es aus dieser Perspektive gar nicht so ungeschickt, im Winter sehr niedrige Vitamin-D-Werte zu erreichen, um den Rezeptor sozusagen wieder freizulegen für das Vitamin-D-Sommer-Hoch &#8211; wer weiß das? Nur &#8230; Dann hätten wir sie wieder, die natürlichen Rhythmen, die im Kontrast stehen zu unserem starren, &#8222;maschinistischen&#8220; Weltbild.</p>
<p style="text-align: justify;">Aha. Schlau ist also der, der nicht nur weiß, wie man kauft und konsumiert, sondern viel mehr weiß, wie die jeweilige Substanz zu einem gegebenen Zeitpunkt, bei einem bestimmten Zustand wirkt &#8211; und als Folge entsprechend moduliert.</p>
<p style="text-align: justify;">Das hatten wir schon beim <a href="https://genetisches-maximum.de/hormonhaushalt/insulinwirkung-und-eisenwerte-verstehen/">Eisen</a>, du erinnerst dich?</p>
<h2 style="text-align: justify;">Fazit? Was lernen wir nun daraus?</h2>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2016/01/Calcium-VitD-Calcitriol.png"><img decoding="async" class="aligncenter wp-image-5838" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2016/01/Calcium-VitD-Calcitriol.png" alt="Calcium-VitD-Calcitriol" width="800" height="316" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Viele Leser wollen lernen, am besten Anweisungen erfahren &#8211; <em>so und so musst du das machen!</em> Was lehrt uns dieser Artikel? Dass du dich am besten von dieser Vorstellung verabschiedest und aufhörst, die Wunderheilungsgeschichten von anderen zu glauben und replizieren zu wollen. Aufhören, Wert XY anzupeilen. Aufhören, zu glauben, du seist in irgendeiner Weise vergleichbar mit deinem Nachbar, mit diesem Vitamin-D-Buchautor oder mit mir. So ein Quatsch!</p>
<p style="text-align: justify;">Die Take-Home-Message dieses Artikels ist: Du spielst an einem riesig komplexen System herum, bist aber felsenfest davon überzeugt, dass man nur diesen einen Wunderstoff hoch genug dosieren muss und alle deine Probleme verabschieden sich.</p>
<p style="text-align: justify;">Eine Gegenfrage sei mir erlaubt: Was ist so schwer daran, wie von Anfang an (Handbuch, du erinnerst dich?) klar artikuliert, das System breit genug aufzustellen und gewisse Grenzen, Limitationen zu akzeptieren und Perfektionismus (oder Wahn?) zu vergessen?</p>
<p style="text-align: justify;">Das, was am Ende nämlich über deinen Erfolg entscheidet, ist nicht dieser eine Stoff, den du einwirfst, sondern das, was dein Körper, dein ganz eigenes System damit macht &#8211; und dafür braucht es eben von allem ein bisschen. Wer das also nicht seinen Körper machen lassen will (Autoregulation, Homöostase), der sollte sehr, sehr genau Bescheid wissen über die vielen Zusammenhänge.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Ernüchternde: 99,5 % der Leser dieses Artikels tun das nicht. Sind aber felsenfest davon überzeugt, sie täten es.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Ziel des Handbuches, dieses Blogs war und ist es, Leser von ebendieser Materie zu begeistern, Aspekte zu erklären, Hintergründe zu erläutern, ein <strong>System-Verständnis</strong> zu generieren (!!), ein Stück weit zu bilden und ja, auch zum Ausprobieren zu ermutigen. Das, was ich derzeit allerdings beobachte ist verstandloses Einwerfen von Pillen und Pulver &#8211; bisweilen praktiziert von Menschen, die über ihre eigene Biologie überhaupt nichts wissen, generelle biologische Konzepte nicht kennen oder <strong>nicht kennen wollen</strong>, das (Nach-)Denken ablehnen (ist anstrengend) und sich leiten lassen von Populismus. Wir sind sicher Populismus-geprimet.</p>
<p style="text-align: justify;">Woher nehmen so viele Menschen eigentlich das Selbstbewusstsein? Ich meine &#8230; Das erste, was man lernt, wenn man sich mit Biologie befasst: Demut. Groß, viel, komplex &#8211; ich: klein, unwissend. Manche verhalten sich wie ein Elefant im Porzellanladen, wissen nix über Chemie, erklären aber anderen, warum Vitamin K2 so unendlich viel besser und anders ist als K1, haben noch nie selbst eine wissenschaftliche Arbeit geschrieben (ja, ja, mit Quellen und so &#8230;), rechnen einem aber vor, wie viel Vitamin-D-Einheiten benötigt werden. Oh man!</p>
<h3 style="text-align: justify;"><strong>Literatur</strong></h3>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Albert, Paul J, Amy D Proal, and Trevor G Marshall. &#8222;Vitamin D: the alternative hypothesis.&#8220; </span><i><span style="font-weight: 400;">Autoimmunity reviews</span></i><span style="font-weight: 400;"> 8.8 (2009): 639-644.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Bettoun, David J et al. &#8222;Retinoid X receptor is a nonsilent major contributor to vitamin D receptor-mediated transcriptional activation.&#8220; </span><i><span style="font-weight: 400;">Molecular Endocrinology</span></i><span style="font-weight: 400;"> 17.11 (2003): 2320-2328.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Fu, Xueyan et al. &#8222;9-Cis retinoic acid reduces 1α, 25-dihydroxycholecalciferol-Induced renal calcification by altering vitamin K-dependent γ-carboxylation of matrix γ-carboxyglutamic acid protein in A/J male mice.&#8220; </span><i><span style="font-weight: 400;">The Journal of nutrition</span></i><span style="font-weight: 400;"> 138.12 (2008): 2337-2341.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Hegsted, Maren et al. &#8222;Effect of boron on vitamin D deficient rats.&#8220; </span><i><span style="font-weight: 400;">Biological trace element research</span></i><span style="font-weight: 400;"> 28.3 (1991): 243-255.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Jacobs, Elizabeth T, Mark R Haussler, and María Elena Martínez. &#8222;Vitamin D activity and colorectal neoplasia: a pathway approach to epidemiologic studies.&#8220; </span><i><span style="font-weight: 400;">Cancer Epidemiology Biomarkers &amp; Prevention</span></i><span style="font-weight: 400;"> 14.9 (2005): 2061-2063.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Johansson, Sara, and Håkan Melhus. &#8222;Vitamin A antagonizes calcium response to vitamin D in man.&#8220; </span><i><span style="font-weight: 400;">Journal of Bone and Mineral research</span></i><span style="font-weight: 400;"> 16.10 (2001): 1899-1905.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Kimmel, Paul L et al. &#8222;Zinc modulates mononuclear cellular calcitriol metabolism in peritoneal dialysis patients.&#8220; </span><i><span style="font-weight: 400;">Kidney international</span></i><span style="font-weight: 400;"> 49.5 (1996): 1407-1412.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Miljkovic, Dusan, Natasha Miljkovic, and Mark F McCarty. &#8222;Up-regulatory impact of boron on vitamin D function–does it reflect inhibition of 24-hydroxylase?.&#8220; </span><i><span style="font-weight: 400;">Medical hypotheses</span></i><span style="font-weight: 400;"> 63.6 (2004): 1054-1056.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Newnham, Rex E. &#8222;Essentiality of boron for healthy bones and joints.&#8220; </span><i><span style="font-weight: 400;">Environmental health perspectives</span></i><span style="font-weight: 400;"> 102.Suppl 7 (1994): 83.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Rohde, Cynthia M et al. &#8222;Vitamin A antagonizes the action of vitamin D in rats.&#8220; </span><i><span style="font-weight: 400;">The Journal of nutrition</span></i><span style="font-weight: 400;"> 129.12 (1999): 2246-2250.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">RUDE, ROBERT K et al. &#8222;Low serum concentrations of 1, 25-dihydroxyvitamin D in human magnesium deficiency.&#8220; </span><i><span style="font-weight: 400;">The Journal of Clinical Endocrinology &amp; Metabolism</span></i><span style="font-weight: 400;"> 61.5 (1985): 933-940.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Sánchez‐Martínez, Ruth et al. &#8222;The retinoid X receptor ligand restores defective signalling by the vitamin D receptor.&#8220; </span><i><span style="font-weight: 400;">EMBO reports</span></i><span style="font-weight: 400;"> 7.10 (2006): 1030-1034.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Waterhouse, Joyce C, Thomas H Perez, and Paul J Albert. &#8222;Reversing Bacteria‐induced Vitamin D Receptor Dysfunction Is Key to Autoimmune Disease.&#8220; </span><i><span style="font-weight: 400;">Annals of the New York Academy of Sciences</span></i><span style="font-weight: 400;"> 1173.1 (2009): 757-765.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Yu, XD et al. &#8222;[Effect of zinc deficiency on the protein expression of vitamin D receptor and calcium binding protein in growth-stage rats duodenal mucosa].&#8220; </span><i><span style="font-weight: 400;">Zhonghua er ke za zhi. Chinese journal of pediatrics</span></i><span style="font-weight: 400;"> 44.1 (2006): 11-14.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Zittermann, Armin. &#8222;Magnesium deficit-overlooked cause of low vitamin D status?.&#8220; </span><i><span style="font-weight: 400;">BMC medicine</span></i><span style="font-weight: 400;"> 11.1 (2013): 229.</span></p>
<p style="text-align: justify;">Vitamin-A-D-Interaktion, <a href="http://www.westonaprice.org/health-topics/abcs-of-nutrition/vitamin-a-on-trial-does-vitamin-a-cause-osteoporosis/#figure1">andernorts beleuchtet</a>.</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/vitamin-d/das-vitamin-d-chaos-mikronaehrstoffe/">Das Vitamin-D-Chaos und Mikronährstoffe: Hättest du’s gewusst?</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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