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	<title>taurine - Biochemie für dein genetisches Maximum</title>
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	<description>Der Blog von Chris Michalk &#38; Phil Böhm. Seit 2014.</description>
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	<title>taurine - Biochemie für dein genetisches Maximum</title>
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		<title>Taurin-Mangel macht Männer unfruchtbar</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 May 2018 12:32:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aminosäuren]]></category>
		<category><![CDATA[taurine]]></category>
		<category><![CDATA[vegan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#160; Immer wieder gestritten wird um die Frage nach der &#8222;originalen Ernährung des Menschen&#8220;. Verständlicherweise. Der Rahmen, indem wir uns bewegen, ist dabei schnell gefunden: Es gibt keine natürlich lebende Population, die sich ausschließlich von [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p>Immer wieder gestritten wird um die Frage nach der &#8222;originalen Ernährung des Menschen&#8220;. Verständlicherweise. Der Rahmen, indem wir uns bewegen, ist dabei schnell gefunden:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Es gibt keine natürlich lebende Population, die sich ausschließlich von Pflanzen ernährt.</strong></p>
<p>Gibt es wirklich nicht. Kann es auch nicht geben, weil diese Menschen in der freien Wildbahn langfristig nicht überleben würden. Bitte, wir sollten darüber wenigstens eine Sekunde lang nachdenken! Ein Mensch in der freien Wildbahn, der sich nur von Pflanzen ernährt, kann nicht überleben.</p>
<h2>Tierische Lebensmittel sind &#8222;effizient&#8220;</h2>
<p>Das ist alles relativ simpel. Wer&#8217;s nicht glaubt, kann selbst mal nachmessen: Fleisch ist beispielsweise das einzige Lebensmittel, das uns ausreichend mit <a href="https://genetisches-maximum.de/erfahrungsberichte/eisenglycinat-erfahrungen/">Eisen</a> versorgen kann. Wer kein Fleisch isst, wird, auch wenn er sich viel Mühe gibt, seine Eisen-Speicher niemals füllen können.</p>
<p>Geht natürlich noch weiter:</p>
<ul>
<li>100 bis 200 g Leber pro Woche (!) versorgt den Körper mit dem Tagesbedarf an <a href="https://genetisches-maximum.de/mikronaehrstoffe/kupfer-problem/">Kupfer</a>.</li>
</ul>
<p>Jeder, der sich damit mal befasst hat, wird wissen, wie schwer es ist, die vom Kupfer-Spezialisten Dr. Klevay geforderten 2 bis 3 mg Kupfer pro Tag in den Körper zu bekommen. Denn selbst wenn es mit einer fleischlosen Kost rein rechnerisch möglich wäre &#8230; in Pflanzen gibt es zu viele Stoffe, die die Kupfer-Aufnahme erschweren. Im Fleisch hingegen liegt die Kupfer-Verbindung vor, die vom Körper am besten aufgenommen wird.</p>
<ul>
<li>100 bis 200 g Leber pro Woche füllen darüber hinaus die Vitamin-A- und B12-Speicher. Und zwar spielend leicht.</li>
</ul>
<p>Wir könnten so weitermachen. Fakt ist: Ein Mensch kann, wenn er das ganze Tier verspeist, bestens leben. Das Gehirn des Tieres ist voll mit essentiellen Fettsäuren, die Organe sind das &#8222;Multivitamin der Natur&#8220;, das Knochenmark der Tiere zeigt ein <a href="https://genetisches-maximum.de/fette/fette-das-der-n3n6n9-fettsaeuren-teil-iii/">besseres Fettsäure-Profil als Olivenöl</a> und darüber, wie wertvoll der Verzehr von Gelatine (bzw. <a href="https://genetisches-maximum.de/kollagen-hydrolysat/glycin-kollagen-hydrolysat-muskelaufbau/">kollagenen Proteinen</a>), wird derzeit immer häufiger berichtet.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Aus dem Tier lässt sich auch Kleidung herstellen, Material für Unterkünfte oder Werkzeuge.</p>
<p>Also: kein vernunftbegabter Mensch in der freien Wildbahn würde ausschließlich Bohnen essen, wenn er vom Büffel leben kann.</p>
<p>Ein vernunftbegabter Mensch würde die Frage nach der Effizienz stellen. 100 bis 200 g Leber sichert, bezogen auf den Mikronährstoffgehalt, das Überleben, das nicht durch den Pflanzenkonsum im Kilogrammbereich (pro Tag!) abgedeckt werden könnte.</p>
<h2>Taurin-Mangel macht Mann unfruchtbar</h2>
<p>Mal ein anderes Thema. <a href="https://genetisches-maximum.de/aminosaeuren/superstar-taurin-die-wichtigste-aminosulfonsaeure/">Taurin</a>. Diese &#8222;Aminosäure&#8220; findet sich ausschließlich in Lebensmittel tierischen Ursprungs, vor allem im Fisch. In der berühmten &#8222;Protein-Debatte&#8220; (2008), einer schriftlichen Auseinandersetzung zwischen Prof. Campbell (Veganismus) und Loren Cordain (&#8222;Paleo Diet&#8220;), schreibt Cordain:</p>
<p style="padding-left: 30px;">Zu guter Letzt verfügt unsere Spezies über eine begrenzte Fähigkeit, die wichtige Aminosäure Taurin aus Vorläufer-Aminosäuren (38, 39) zu synthetisieren. Vegetarische Ernährungsformen beim Menschen führen zu gesenkten Plasma- und Harnkonzentrationen von Taurin (40). Wie bei Katzen (41, 42) kann die Notwendigkeit, Taurin selbst zu synthetisieren, beim Menschen evolutionär reduziert worden sein, weil exogene diätetische Quellen von vorgeformtem Taurin (nur in tierischen Nahrungsmitteln zu finden) den selektiven Druck, der die Notwendigkeit der Synthese dieser bedingt essentiellen Aminosäure erforderte, entspannt hatten.</p>
<p>Wir Menschen verfügen also über eingeschränkte Kapazitäten, Taurin selbst zu synthetisieren. Heißt, wir können davon ausgehen, dass Menschen, die keine taurinreiche Kost zu sich nehmen, niedrige Taurin-Werte in den Geweben aufweisen.</p>
<p>Lange Rede. Soeben erschien Arbeit, die zeigt:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Macht man männlichen Tieren Taurin-Mangel sind sie mit einer 10 x höheren Wahrscheinlichkeit unfruchtbar. </strong></p>
<p>Die Extra-Tauringabe kehrte das um. Der Grund hierfür: Taurin hilft dem Spermium, mit unterschiedlichen Umgebungen zurechtzukommen. Denn Taurin reguliert bekanntermaßen die Osmoregulation von Zellen. Während der Befruchtung hilft Taurin somit, die Zellform der Spermien zu wahren.</p>
<h2>Was ist eigentlich &#8222;gesund&#8220;?</h2>
<p>Leider wird, wenn es um &#8222;Gesundheit&#8220; geht, immer nur das quasi Unwichtige gemessen. Dann wird beispielsweise immer gelobt, wie untergewichtig (niedriger BMI) Veganer in der Regel doch seien. Doch was ist, wenn es um die Wurst, also die Fortpflanzung geht? Wie effizient sind wir da? Das wird dann selten gemessen und häufig bagatellisiert – heißt: das dient meistens nicht als Marker für die Gesundheit.</p>
<p>Bleiben wir doch nochmal kurz bei der Reproduktion. Menschen, die Fleisch essen, führen also die für die Reproduktion wichtigen Stoffe zu, wie &#8230;</p>
<ul>
<li>Vitamin A (nicht ß-Carotin!),</li>
<li>Vitamin K2 (MK4),</li>
<li>Zink,</li>
<li>Eisen,</li>
<li>Kupfer,</li>
<li>Taurin,</li>
<li>B12,</li>
<li>langkettige Omega-Fettsäuren,</li>
<li>usw.</li>
</ul>
<p>Während bei einem Veganer davon &#8230; leider wenig bis nichts hängen bleibt.</p>
<p>Bleiben wir mal fair: Ein &#8222;aufgeklärter&#8220; Veganer, der zum Beispiel hier liest, kann mit dem nötigen Wissen natürlich bestens überleben und sich auch reproduzieren. Zusätzlich heißt das natürlich nicht, dass jeder ein Kilo Fleisch am Tag essen muss – im Gegenteil. <a href="https://genetisches-maximum.de/tipps/die-eine-ernaehrungsform-fuer-uns-menschen/">Weston Price</a> klärte uns ja auf: sogar kleine Mengen von Lebensmitteln tierischen Ursprungs können eine große Wirkung haben.</p>
<p>PS:</p>
<p style="padding-left: 30px;">Da es eine der wenigen Aminosäuren ist, die nicht in der Proteinsynthese verwendet werden, wird Taurin oft als &#8222;nicht essentielle&#8220; Aminosäure oder großzügiger als &#8222;bedingt essentielle&#8220; Aminosäure bezeichnet. In Anbetracht seiner weiten Verbreitung, seiner vielen zeltschützenden Eigenschaften[29,30] und seiner funktionellen Bedeutung für die Zellentwicklung, für die Ernährung und das Überleben[31,32] sind dies eindeutig die falschen Bezeichnungen. Taurin ist zweifellos eine der essentiellsten Substanzen im Körper. Darüber hinaus gibt es immer mehr Hinweise darauf, dass eine insuffiziente Taurinzufuhr zu einer Vielzahl von Erkrankungen führt, darunter schwere Kardiomyopathie[33], Nierenfunktionsstörung[34], Pankreaszellfehlfunktion[35] und der Verlust von Netzhautfotorezeptoren[36].</p>
<p>Deshalb: Während einer Schwangerschaft vegan zu leben oder gar ein Kind vegan zu ernähren, halte ich für grob fahrlässig!</p>
<p><strong>Referenzen</strong></p>
<p>https://www.catalystathletics.com/article/50/The-Protein-Debate-Dr-Loren-Cordain-T-Colin-Campbell/</p>
<p>FEBS J. 2018 Mar 31. doi: 10.1111/febs.14449. [Epub ahead of print]</p>
<p>Mol Vis. 2012;18:2673-86. Epub 2012 Nov 12.</p>
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		<item>
		<title>Superstar Taurin: Die wichtigste Aminosulfonsäure?!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Feb 2017 12:27:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aminosäuren]]></category>
		<category><![CDATA[taurine]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dies ist ein Artikel unseres Gastautors, Martin Auerswald, der gerade seinen Master-Abschluss in Molekulare Biotechnologie macht. Wir danken Martin an dieser Stelle ganz herzlich und können Dir schon mal vorab verraten, dass in den nächsten [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Dies ist ein Artikel unseres Gastautors, Martin Auerswald, der gerade seinen Master-Abschluss in Molekulare Biotechnologie macht. Wir danken Martin an dieser Stelle ganz herzlich und können Dir schon mal vorab verraten, dass in den nächsten Tagen ein weiterer Artikel von Martin hier erscheinen wird. </em></p>
<p>Es fing alles ganz harmlos an. Ich wusste um die Bedeutung von Cystein für das Master-Antioxidanz im Körper, Glutathion, und um die Bedeutung für die Entgiftung von Schwermetallen (Metallothionein ist ein Protein mit 33% Cystein (!)).</p>
<p>Also nahm ich 2-3 g Cystein täglich. Das ist eine ganze Menge, wenn man bedenkt, dass man mit einer herkömmlichen Ernährung selten über 1 g Cystein täglich kommt.</p>
<p>Die Wirkung war verblüffend: Nicht nur kam ich früh leichter aus den Federn und brauchte nicht mehr 3 Kaffees, um wirklich in die Gänge zu kommen, ich war bis in die späten Abendstunden geistig hochfit. Das kann nicht schaden, wenn ein typischer Labortag bis 21 Uhr geht.</p>
<p>Damit fing es an. Bzw. damit fing ich an, mich näher mit Schwefelverbindungen und schwefelhaltigen Aminosäuren zu beschäftigen. Es dauerte nicht lange, da stolperte ich in der Literatur über Taurin. Mein Biochemie-Professor wusste über Taurin nicht mehr zu sagen als „Damit macht der Körper Gallensäure“. Hätte er sich nur einmal die Studien angesehen &#8230;</p>
<h2>Was ist Taurin?</h2>
<p>Taurin ist eine nicht-proteinogene Aminosäure mit einer Thiol-Gruppe (Schwefel). Wie viel ein Mensch davon mit sich herumträgt, ist nicht bekannt, aber Schätzungen sprechen von etwa 50 g.</p>
<p>Taurin entsteht im Körper aus Cystein und Methionin. Wenn man jedoch bedenkt, dass ein Körper Taurin eigentlich benötigt, um einwandfrei zu funktionieren, und Methionin und Cystein sehr rar in der Ernährung sind, ist die körpereigene Synthese jedoch zu vernachlässigen. Denn edubily-Leser wissen, dass Cystein und Methionin zwei klassische Mangel-Aminosäuren sind. Ein weiteres Problem ist, dass die Enzyme, die aus Cystein Taurin herstellen sollen, eine niedrige Aktivität im Menschen aufweisen. Bei Ratten, als Beispiel, ist das anders.</p>
<p>Taurin aus der Nahrung zu decken ist deshalb viel effizienter als durch körpereigene Synthese aus Cystein. Der Optimalbereich wird in Studien bei 0,5-3 g täglich beziffert.</p>
<h2>Was macht Taurin alles?</h2>
<p>Taurin ist Teil der Gallensäuren (Taurocholsäure) und wird zur Fettverdauung an den Dünndarm abgegeben. Fett wird so besser aufgenommen. Der gleiche Mechanismus sorgt auch dafür, dass Cholesterin (Teil der Gallensäuren) in den Darm abgegeben wird, im Idealfall sinkt so der Cholesterinspiegel, denn die Gallensäuren werden nur teilweise wieder resorbiert und landen im Stuhl.</p>
<p>Ballaststoffe senken so übrigens auch den Cholesterinspiegel, indirekt, durch Stimulation der Gallensäure-Sekretion. Aber das ist ein anderes Kapitel.</p>
<p>Der Teil bisher war bekannt. Bis vor kurzem wusste man allerdings nicht, <strong><u>warum</u></strong> Taurin in Muskelfleisch so reichlich vorkommt. Genauer gesagt in den Mitochondrien.</p>
<p>Man wusste, dass mit Taurin die Mitochondrien länger „durchhalten“, weniger ROS produzieren, und so allerlei Krankheiten vorgebeugt werden kann.</p>
<p>Der entscheidende Hinweis kam dann Anfang des Jahrtausends, als postuliert wurde, dass Taurin als Puffer im Mitochondrium agiert. Dass es den pH-Wert stabil hält und so sicherstellt, dass die Enzyme der ß-Oxidation und der Atmungskette optimal funktionieren, anstatt ROS zu generieren.</p>
<p>Und dann ergab es plötzlich Sinn. <strong>Taurin als Puffer in der Mitochondrienmembran </strong>(Hansen, 2010), das erklärte vieles. Denn in allerlei Tierstudien, in denen den Tieren das metabolische Syndrom angefüttert wurde, konnte Taurin genau das verhindern, was dysfunktionelle Mitochondrien (durch zuviele ROS) nach sich ziehen: Diabetes, Bluthochdruck, systemische Entzündung. Dazu kommt, dass Taurin nicht nur als Puffer agiert, sondern auch als Antioxidans. Dank der Schwefelgruppe.</p>
<p>Das sind die zwei wichtigen Punkte über Taurin: Puffer und Antioxidans. Dann machen auch die vielen Studien Sinn, in denen Taurin tolle Sachen nachgesagt wurde:</p>
<ul>
<li>Taurin ist Antioxidans im Blut und schützt Endothelzellen (eNOS-Entkopplung wird verhindert)</li>
<li>Mitochondrien werden effizienter (mehr ATP, weniger Superoxidanionen) (Schaffer, 2009)</li>
<li>Die ß-Oxidation (Fettverbrennung) läuft am effizientesten, wenn Taurin puffert (Hansen, 2010). Werden deswegen Senioren-Mitochondrien dysfunktionell (ß-Oxidation nimmt ab)? Weil Taurin fehlt?</li>
<li>Taurin reguliert die Glykolyse hoch und Glukoneogenese runter (Nandhini, 2005). Der Stoffwechsel-Umsatz steigt.</li>
<li>Taurin verbessert die Insulinsensitivität (Anuradha, 1999) und die Blutfettwerte (LDL runter, HDL hoch), besonders bei Fettleber- und Insulinresistenz-Versuchen (Nakaya, 2000). Vermutet wird ein erhöhtes Ausscheiden von Tauryl-Cholesterin via Stuhl.</li>
<li>Verbessert Insulin-Wirkung durch Stimulation des anabolen Signalweges</li>
<li>Taurin bindet kompetitiv an den Glutamat-Rezeptor (NMDR) und wirkt dadurch beruhigend. Das kann abends genutzt werden, um „runterzukommen“ (Chan, 2013).</li>
<li>Taurin ist ein Adaptogen und nimmt Stress die Spitze. Daher ist Taurin auch in Energy Drinks enthalten, jedoch nicht, weil es wach macht, sondern man wird vom Red Bull nicht ganz so aufgedreht wie nach 5 Tassen Kaffee, sondern ist wach und im Flow.</li>
<li>Taurin erhöht die Dichte des Insulinrezeptors und verbessert so das Insulin-Signalling, v. a. in Pankreas-Zellen (Carneiro, 2009).</li>
<li>Taurin verhindert die sonst obligatorische Leptinresistenz im Hypothalamus bei Fett-gemästeten Mäusen (Camargo, 2015).</li>
<li>Taurin erhöht PPARα, was Proteine für die Fettverbrennung verstärkt exprimiert, sowie CPT1a (Bonfleur, 2015)</li>
<li>So wird auch Fettleber verhindert, indem mehr Fett in derselben einfach verbrannt wird.</li>
<li>Taurin ist ein Insulin-mimetic, es bindet an den Insulin-Rezeptor und kompensiert so eventuell unzureichende Insulin-Produktion bei Diabetikern (Maturo and Kulakowski, 1988).</li>
<li>Taurin verhindert Bluthochdruck, vermutlich via Senkung des oxidativen Stresses und normaler eNOS-Funktion (Anuradha, 1999).</li>
<li>Taurin wirkt wie ein Potenzmittel in älteren Mäusen durch Senkung des oxidativen Stresses im Hoden, also bessere mitochondriale Funktion und weniger Apoptose (Yang, 2015).</li>
</ul>
<h2>Was bedeutet das für mich?</h2>
<p>Das soll nun nicht bedeuten, dass Du direkt Taurin im Bündel kaufst und Dir löffelweise einverleibst, nein.</p>
<p>Taurin ist heute einfach ein exzellentes Beispiel dafür, dass eine abwechslungsreiche Ernährung uns ausreichend einen Stoff gibt, der so potent metabolische Entgleisungen verhindern kann wie Taurin.</p>
<p>Und, dass unsere Gesundheit von mehr abhängt als den 40 Stoffen, die unsere „Empfohlene Tagesdosis“ von öffentlicher Seite ausmachen.</p>
<p>Tiermediziner wissen das, die haben Taurin für Katzen als Vitamin eingestuft. Bei uns Menschen nicht &#8212; und das obgleich Menschen auch sehr schlecht darin sind, Taurin selbst herzustellen.</p>
<p>Zwar ist es eigentlich kein Problem, ausreichend Taurin über die Nahrung zuzuführen, wenn Du kein Veganer bist.</p>
<p>Allerdings schneidet Taurin in Studien mit metabolischer Entgleisung so gut ab, dass eine präventive Taurin-Supplementation verführerisch erscheint. Einfacher ist es jedoch, zu empfehlen, Taurin-reiche Lebensmittel zu konsumieren:</p>
<p><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2017/02/13-09Taurine1.gif"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter wp-image-8641 size-full" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2017/02/13-09Taurine1.gif" width="893" height="664" /></a></p>
<p>Der Vollständigkeit halber und in Anbetracht der Wirkung von Taurin bei metabolischen Entgleisung kann man trotzdem eine Empfehlung aussprechen: Du siehst, mit Fleisch und &#8212; vor allem &#8212; Fisch bzw. Schalentieren hast du im Nu ein paar hundert Milligramm täglich, was eine gute Basis darstellt.</p>
<h2>Für wen empfiehlt sich die zusätzliche Einnahme?</h2>
<p>Zusätzliches Taurin empfiehlt sich bei folgenden pathologischen Zuständen:</p>
<p><strong>Diabetes, Fettsucht, Fettleibigkeit, Insomnia, Bluthochdruck.</strong></p>
<p>Veganismus :-) Was kein pathologischer Zustand ist, an Studien mit „Pudding-Vegetariern“ werden jedoch regelmäßig katastrophale Blutfettwerte festgestellt. Das gilt allerdings für schlecht geführte vegetarische oder vegane Ernährungen. Bei guter Führung scheinen in der Nahrung genug Antioxidantien vorhanden zu sein, die den Taurin-Mangel zumindest teilweise kompensieren.</p>
<p>Nicht falsch verstehen – es geht &#8212; zumindest zeitweise &#8212; auch ohne viel Nahrungs-Taurin. Viele Vegetarier/Veganer zeigen das mit Erfolg. Allerdings wäre es mir das Risiko nicht wert.</p>
<h2>Fazit – Die Natur kann’s immer noch</h2>
<p>Taurin ist ein gutes Beispiel, um zu zeigen, dass ein Mangel an einem trivialen kleinen Stoff wie Taurin viel Gesundheit hängen kann. Denn Taurin als Puffer und Antioxidanz &#8230; die klinische Forschung steckt noch in den Kinderschuhen, aber in den nächsten Jahren wird dieser Name noch häufig fallen, und ich bin schon auf großangelegte Humanstudien gespannt :-)</p>
<p>Und es ist spannend zu sehen, was ein kleiner Stoff wie Taurin alles kann.</p>
<h2>Einzelnachweise</h2>
<p>Roberta de Souza Santos (2015): „Taurine Supplementation Leads to a Disruption in Energy Homeostasis in Menopausal Obese Mice”, Volume 803 of the series <a href="http://link.springer.com/bookseries/5584">Advances in Experimental Medicine and Biology</a> pp 735-748</p>
<p>Anuradha, C. V.; Balakrishnan, S. D. (1999): Taurine attenuates hypertension and improves insulin sensitivity in the fructose-fed rat, an animal model of insulin resistance. In: <em>Canadian journal of physiology and pharmacology </em>77 (10), S. 749–754.</p>
<p>Camargo, Rafael L.; Batista, Thiago M.; Ribeiro, Rosane A.; Branco, Renato C. S.; Da Silva, Priscilla M. R.; Izumi, Clarice et al. (2015): Taurine supplementation preserves hypothalamic leptin action in normal and protein-restricted mice fed on a high-fat diet. In: <em>Amino acids </em>47 (11), S. 2419–2435. DOI: 10.1007/s00726-015-2035-9.</p>
<p>Carneiro, Everardo M.; Latorraca, Marcia Q.; Araujo, Eliana; Beltra, Marta; Oliveras, Maria J.; Navarro, Monica et al. (2009): Taurine supplementation modulates glucose homeostasis and islet function. In: <em>The Journal of nutritional biochemistry </em>20 (7), S. 503–511. DOI: 10.1016/j.jnutbio.2008.05.008.</p>
<p>Chan, Christopher Y.; Sun, Herless S.; Shah, Sanket M.; Agovic, Mervan S.; Ho, Ivana; Friedman, Eitan; Banerjee, Shailesh P. (2013): Direct interaction of taurine with the NMDA glutamate receptor subtype via multiple mechanisms. In: <em>Advances in experimental medicine and biology </em>775, S. 45–52. DOI: 10.1007/978-1-4614-6130-2_4.</p>
<p>Hansen, Svend Hoime; Andersen, Mogens Larsen; Cornett, Claus; Gradinaru, Robert; Grunnet, Niels (2010): A role for taurine in mitochondrial function. In: <em>Journal of biomedical science </em>17 Suppl 1, S23. DOI: 10.1186/1423-0127-17-S1-S23.</p>
<p>Nakaya, Y.; Minami, A.; Harada, N.; Sakamoto, S.; Niwa, Y.; Ohnaka, M. (2000): Taurine improves insulin sensitivity in the Otsuka Long-Evans Tokushima Fatty rat, a model of spontaneous type 2 diabetes. In: <em>The American journal of clinical nutrition </em>71 (1), S. 54–58.</p>
<p>Nandhini, A. T. Anitha; Thirunavukkarasu, V.; Anuradha, C. V. (2005): Taurine modifies insulin signaling enzymes in the fructose-fed insulin resistant rats. In: <em>Diabetes &amp; metabolism </em>31 (4 Pt 1), S. 337–344.</p>
<p>Schaffer, Stephen W.; Azuma, Junichi; Mozaffari, Mahmood (2009): Role of antioxidant activity of taurine in diabetes. In: <em>Canadian journal of physiology and pharmacology </em>87 (2), S. 91–99. DOI: 10.1139/Y08-110.</p>
<p>Yang, Jiancheng; Zong, Xiaomeng; Wu, Gaofeng; Lin, Shumei; Feng, Ying; Hu, Jianmin (2015): Taurine increases testicular function in aged rats by inhibiting oxidative stress and apoptosis. In: <em>Amino acids </em>47 (8), S. 1549–1558. DOI: 10.1007/s00726-015-1995-0.</p>
<p>&nbsp;</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/aminosaeuren/superstar-taurin-die-wichtigste-aminosulfonsaeure/">Superstar Taurin: Die wichtigste Aminosulfonsäure?!</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Vegan Kritik: Gedanken zum Thema Veganismus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 12 Sep 2015 13:34:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Vegan]]></category>
		<category><![CDATA[carnosin]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
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		<category><![CDATA[vegan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dieser Artikel ist sachliche vegan Kritik. Jedoch sei davor betont, dass wir absolut keine Gegner von Veganismus sein. Tierwohl liegt auch uns am Herzen und viele Veganer leben sehr gesund. Trotzdem muss auch auf die [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Dieser Artikel ist sachliche <em>vegan Kritik.</em> Jedoch sei davor betont, dass wir absolut keine Gegner von Veganismus sein. Tierwohl liegt auch uns am Herzen und viele Veganer leben sehr gesund. Trotzdem muss auch auf die Schattenseite hingewiesen werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Denn eine vegane Ernährung kann ungesund sein. Bioaktive Substanzen aus dem Fleisch fehlen völlig. Diese meat-based bioactive compounds braucht dein Körper!</p>
<p style="text-align: justify;">Du glaubst noch immer an <strong>bioaktive Substanzen</strong> und <strong>Antioxidantien</strong>, die es nur in Pflanzen und am ehesten in &#8222;Superfoods&#8220; (z. B. Acai-Beere) gibt?</p>
<p style="text-align: justify;">Die Wahrheit ist: Fleisch und Tierprodukte sind ebenfalls <em>bioaktiv</em>.</p>
<p style="text-align: justify;">Das beste Beispiel, das brauche ich dir sicher nicht näher zu erläutern, ist das <strong>blutige Steak vom Weiderind</strong>.</p>
<h2 style="text-align: justify;"><em>Bioaktiv</em> und a<em>ntioxidativ</em>: Hört sich gut an &#8212; muss vegan sein</h2>
<p style="text-align: justify;">Ich darf dir hier kurz erläutern, wie bioaktiv die dort zu findenden Substanzen sind &#8212; ein Einblick:</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Es gibt eine große Zahl an <strong>Peptiden</strong> im Fleisch, die blutdrucksenkend wirken &#8212; gewusst?</li>
<li><strong>Carnosin</strong> ist einer der stärksten uns bekannten &#8222;anti glycating agents&#8220; (schützt vor Verzuckerung unserer Proteine) und Antioxidans &#8212; gibt&#8217;s nur im Fleisch</li>
<li><strong>Carnosin</strong> kommt mit dem verwandten <strong>Anserin</strong> (s. g. Histidyldipeptide) &#8212; ebenfalls ein Antioxidans</li>
<li><strong>L-Carnitin</strong> ist ein potentes Antioxidans, hat an sich so viele Wirkungen, dass es ein eigenes kleines Buch bedarf</li>
<li><strong>Kreatin</strong> wirkt antioxidativ</li>
<li><strong>Alpha-Liponsäure</strong> ist ein starkes Antioxidans (findet man hauptsächlich in oxidativen Zellen &#8212; gewusst? Also auch im oxidativen Rindermuskel)</li>
<li>Das hoch bioverfügbare <strong>Zink</strong> wirkt antioxidativ und antientzündlich</li>
<li>Höhere Mengen Fleisch geben spielend leicht hohe Mengen (z. B. 300 mg) <strong>Glutathion</strong> &#8212; ein potentes Antioxidans</li>
<li><strong>Taurin</strong> ist ein potentes Antioxidans und lange bekannt für seine zellschützende Wirkung</li>
<li><strong>Q10</strong> ist ein potentes Antioxidans und findet sich auch stark angereichert im Fleisch</li>
<li><strong>Spermidin</strong> ist ein potentes Antioxidans</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">All diese Substanzen, zusammengefasst, nennt man <em>meat-based bioactive compounds</em> &#8212; also <strong>bioaktive Substanzen aus dem Fleisch</strong>. Sollte jeder mal googeln.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich darf anmerken: Das oben war eine lächerliche Auswahl &#8212; quasi ein Bruchteil von dem, was Fleisch in Wahrheit liefert.</p>
<p style="text-align: justify;">Und, wie ich vor einigen Tagen beschrieben habe, dies sind Substanzen, die unser Körper alle (!) selbst synthetisieren müsste, würden wir sie ihm nicht von außen zuführen. Und ich wiederhole: Veganer verlassen sich darauf, dass das alles reibungslos funktioniert &#8212; wobei das <strong>nachweislich</strong> nicht der Fall ist. Das Kreatin-Beispiel war selbstverständlich nur <strong>ein</strong> Beispiel. Der Punkt kam offensichtlich nicht an.</p>
<p style="text-align: justify;">Es ist für mich ein Zeichen der enormen Fähigkeit zur Adaptation des H. sapiens, wenn er auch völlig fleischfrei <strong>überlebt</strong>. Dies zeigt aber in keinster Weise, dass dies ein <strong>optimaler Zustand</strong> ist. Das ist bisweilen eine sehr absurde Logik. Arteriosklerose spüren wir auch nicht und wohl wissen wir, dass freie Arterien ganz wesentlich sind für Vitalität und Leistungsfähigkeit.</p>
<p style="text-align: justify;">Viele denken bei dieser Argumentation gar nicht daran, dass der Körper über Speicher verfügt und über eine enorme Kapazität, Zustände eine ganze Zeit lang zu kompensieren, sich gar teilweise daran anzupassen.</p>
<p style="text-align: justify;">Viele denken bei dieser Argumentation auch nicht daran, dass verschiedene Individuen auch verschiedene Voraussetzungen haben: Du kannst einen 100 kg schweren Mann auch nicht mit einer 50 kg schweren Frau vergleichen. Beide hätten eine extrem ungleiche Synthese-Leistung zu bewerkstelligen.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Die, die glauben, sie leben am natürlichsten, leben an der Natur vorbei</h3>
<p style="text-align: justify;">Im Buch habe ich hingeschrieben, dass unsere Vorfahren (und heute lebende Buschmänner) sehr sicher Vampire waren und erst einmal das Blut des erlegten Tieres tranken.</p>
<p style="text-align: justify;">Warum wohl? <strong>Voll mit Hormonen, Enzymen, Zellen und anderen Blutbestandteilen</strong>! Wenn davon auch nur ein Bruchteil in dir landet &#8230; Der Saft des Lebens! Wenn der nicht &#8222;bioaktiv&#8220; ist, was dann?</p>
<p style="text-align: justify;">Du nimmst das Leben eines anderen Tieres und erntest dafür Vitalität. <strong>Alt bekannt. </strong>Dafür bedanken sich die Buschmänner nach der Jagd auch bei dem Tier.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Stichwort Demut und Dankbarkeit. </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Denkst du, der Buschmann hat Interessen, bewusst zu lügen? Der Buschmann erzählt frei heraus, was Fleisch für ihn Gutes tut. Bekannt auch aus Überlieferung der Inuit. Alle dumm? Alle besessen vom zerstörerischen Jagdtrieb? Oder wussten die vielleicht, was ihnen gut tut, was sie nährt, vitalisiert und Kraft spendet (<a href="https://genetisches-maximum.de/vegan/das-veganer-gleichnis-was-die-gurus-nicht-erzaehlen/">Stichwort Effektivität und Effizienz</a>)?</p>
<p style="text-align: justify;">(Anmerkung: Klar weiß das ein Buschmann, der mal zwei Wochen wenig gegessen hat und dann die Beute erlegt. Wir, die Modernen, Überfressenen, Verwöhnten &#8230; wissen das nicht.)</p>
<p style="text-align: justify;">Freilich signalisiert der Körper auch, wann er gerne Früchte hätte, wann er gerne etwas mehr Kohlenhydrate hätte, wann es mit Nahrungsmittel AB reicht und dafür Nahrungsmittel CD gewählt werden soll. Freilich liefern auch Pflanzen einen wertvollen Beitrag zur Gesunderhaltung. Das bestreiten die Wenigsten.</p>
<h3>Was hättest du gerne? Moral, Nachhaltigkeit, Tierschutz (Vegan 1.0) oder lieber Gesundheit, Sixpack und Anerkennung (Vegan 2.0)</h3>
<p style="text-align: justify;">Aber: Nie hat eine Kultur vor uns komplett <em>fleischlos</em> gelebt. Ein gewisser Attila wurde schräg angeguckt, als er voller Überzeugung zu den &#8222;Alten&#8220; reiste. <strong>Keiner lebte fleischlos</strong>. Keiner schrieb sich &#8222;Vegan&#8220; auf die Fahnen und fuhr gleichzeitig einen Porsche, trank teure Ergänzungsmittel (weil Vegan alles liefert &#8212; oder auch nicht) und importierte Pflanzen aus Timbuktu &#8212; alles im Namen der Moral! Schiffe und Flugzeuge tanken heute ja auch Luft und Sonnenlicht &#8212; aber ich weiß: Dank uns, den Moralischen, darf der arme Bauer in Afrika (über-)leben.</p>
<p style="text-align: justify;">Man stelle sich einmal vor, man hätte dieses ganze Geld (Stichwort &#8222;Bio-Matcha&#8220; aus Japan) in die Tierzucht investiert, den heimischen (!) Landwirt und Viehzüchter ordentlich bezahlt. Diese Systeme ausbauen, für eine bessere Tierhaltung sorgen, in einen &#8222;ethisch korrekten&#8220; Umgang mit Tieren investieren. Doch auch hier zeigen sich massive Fortschritte und die Zustände sind bei Weitem nicht mehr so kritisch, wie noch vor einigen Jahrzehnten &#8212; dies zeigt sich alleine daran, der Ertrag relativ zum Bestand deutlich gestiegen ist, vor allem in den letzten zehn Jahren.</p>
<p style="text-align: justify;">Oder: Das Geld in die eigene Bildung investieren und lernen, dass es einen natürlichen Kreislauf auf dieser Welt gibt und wir, als Homo sapiens, leider, leider nicht als grasfressender Herbivor auf die Welt gekommen sind. Der Löwe in der afrikanischen Savanne steht sicher auch jeden Tag auf und stellt sich die Moralfrage &#8212; umgekehrt: Ist es moralisch verwerflich, wenn ein Tier ein anderes Tier frisst, oder ist das die natürlichste Sache der Welt? Oder, wie Attila zu sagen pflegt: &#8222;Das Leben ist ein Haifischbecken. Bevor ich gefressen werde, werde ich lieber selbst zum Hai.&#8220; Klar: Aus dieser Sicht ist das Jägersein natürlich wieder legitim. Eher andere Menschen fressen, als Tiere.</p>
<p style="text-align: justify;">Was ist das für eine verrückte Welt? Welches absurde Verhalten man heute mit Leichtigkeit legitimieren kann.</p>
<p style="text-align: justify;">Irgendwann jedenfalls rückten Moral, Nachhaltigkeit und Biozentrik in den Hintergrund und weichten nun mehr einem anderen Veganismus &#8212; ein Veganismus, der Aspekte von sich postuliert, <strong>die nicht haltbar sind</strong>. Moralisch zeigt man sich heute nicht mehr nur gegenüber Tieren, sondern auch gegenüber den Mitmenschen &#8212; zumindest, wenn es darum geht, andere von der veganen Ernährung zu überzeugen. Denn andere Mitmenschen haben durchaus das Potenzial, ihr Leben, ihre Gesundheit ganz deutlich mit einer veganen Ernährung zu verbessern. Und genau hier setzt ein Gedankenkonstrukt an, das so bei Weitem (!) nicht nur nicht haltbar ist, sondern die eigene Fähigkeit ganz dramatisch überschätzt &#8212; Überschätzen deshalb, weil mir kein einziger Veganer bekannt ist, der fachlich und wissenschaftlich korrekt, seine Thesen veröffentlichte und aufzeigte, wo die Potenziale einer veganen Ernährung liegen, über die eine omnivore Ernährung nicht verfügt. Alternativ dazu ist mir nicht bekannt, dass es Bemühungen gibt, zu zeigen, dass die von mir postulierten Aspekte (z. B. vor einigen Tagen) nicht stimmen &#8212; natürlich auf einer sachlichen und wissenschaftlichen Ebene, die meiner entspricht.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Vegan 1.0 und 2.0: Der gemeinsame Nenner</h2>
<p style="text-align: justify;">Wie gesagt: Ethik und Nachhaltigkeit seien gelobt. Das Bemühen erfährt meinen größten Respekt.</p>
<p style="text-align: justify;">Paradox sind allerdings zwei Sachen:</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li style="text-align: justify;">Veganer investieren mehr Ethik, Nachhaltigkeit und Toleranz in Tiere &#8212; diese Bemühungen werden <strong>seltenst</strong> gezeigt bezüglich anderer Auffassung, Meinung und sogar Wissenschaft &#8212; Wieso ich das weiß? Muss ich nur mal die Kommentare zu meinem Artikel lesen. Absurd. Veganer sind <strong>tolerant</strong>, sind <strong>offen für Wissenschaft</strong>, für <strong>Beweise</strong>? Nein. Stattdessen werden Autoren (nicht etwa deren Inhalte) eher denunziert. Dieses Verhalten wird, bei aller Konzept-Aversion, sehr häufig an den Tag gelegt. Die Gegenfrage ist auch berechtigt: Wo sind die Veganer, die eben nicht so argumentieren bzw. denken? Wohlgemerkt: Mir ist selbst klar, dass dies typische Verhaltensmuster sind, wenn konzepttreu gelebt wird &#8212; stimmt auch für andere Ernährungskonzepte. Nicht ein einziges Mal habe ich abwertend auf weltfremde Statements reagiert, stets bemüht adäquat zu antworten, immer ein Mix aus persönlicher Erfahrung mit vielen Ernährungsformen und aktueller Wissenschaft &#8212; <strong>basierend auf guten Studien</strong>! Nicht in-vitro, nicht aus dem Jahre 1980, nicht Meta-Analyse, nicht Epidemiologie. Wenn Tierstudien, dann, um evolutiv konservierte Signalwege zu studieren. Ein großer Unterschied und eine Sache, die so manch einer noch nicht verstanden hat.</li>
<li style="text-align: justify;">Veganer können <strong>nicht wissenschaftlich argumentieren</strong>: Die einzige Wissenschaft, auf die sie sich beziehen, ist <strong>Epidemiologie</strong> &#8212; Korrelation, wo <strong>keine klare Kausalität</strong> erkennbar ist. Und dennoch wird jegliche Wissenschaft (z. B. Biochemie [s. o., siehe <a href="https://genetisches-maximum.de/vegan/das-veganer-gleichnis-was-die-gurus-nicht-erzaehlen/">diesen Beitrag</a>, siehe <a href="https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/">Beitrag von letzter Woche</a>]) <strong>nicht akzeptiert.</strong></li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Beispiele:</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Es reicht nicht, Tierfett mit der Sterblichkeit<strong> zu assoziieren </strong></li>
<li>Es reicht nicht, Fleischverzehr/Tierfett mit Krebs <strong>zu assoziieren </strong></li>
<li>Es reicht nicht, Fleischverzehr mit Insulinresistenz und Diabetes <strong>zu assoziieren </strong></li>
<li>Es reicht nicht, Fleischverzehr mit Herzkrankheiten<strong> zu assoziieren</strong></li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">(Es reicht auch nicht, zu zeigen, dass mit einer veganen Ernährung abnehmen kann und im Zuge dessen sich diverse metabolische Parameter verbessern &#8212; das ist völlig normal und nicht &#8222;veganspezifisch&#8220;.)</p>
<p style="text-align: justify;">Das alles sind keine Beweise! Es reicht eine einzige Variable in diesem Spektrum, die die komplette These invalide werden lässt. Beispiel: Tierfett wird mit Brustkrebs assoziiert. Stimmt aber anscheinend nur bei Damen unserer westlichen, europäischen Welt. Kaum sind sie schlank, stimmt das auch wieder nicht. Auf die Idee gekommen, dass ein bisschen Hüftspeck da auch ein Problem sein kann? Wo wird noch mal das Östrogen gebaut? Zwei wesentliche Orte bei der Frau. Wie wird noch mal die Konzentration freier Fettsäuren im Blut reguliert?</p>
<p style="text-align: justify;">Völlig absurd wird es, wenn epidemiologische Studien dem &#8222;roten Fleisch&#8220; nachweisen wollen, wie gefährlich es ist. Von welchem &#8222;roten Fleisch&#8220; reden wir eigentlich? Wird das konkretisiert? Was essen wir überhaupt? Eher die Bratwurst, die Bockwurst und andere Würste, Hamburger, Wiener Schnitzel und hoch verarbeitete Frikadellen oder das Hüftsteak vom Metzger? Schon der kleinste Unterschied kann Folgen haben: &#8222;Rotes Fleisch&#8220; &#8212; genauer: die Produkte daraus &#8212; werden sehr häufig gepökelt. Weniger bekannt ist, dass ein Erhitzen dieser gepökelten Waren Nitrosamine entstehen lässt &#8212; die wirken tatsächlich potent kanzerogen. Man-made, nicht &#8222;nature-made&#8220;. Doch selbst das Nitrosamin-Thema ist heute nahezu nicht mehr aktuell.</p>
<p style="text-align: justify;">&#8222;Rotes Fleisch&#8220;, so las ich gestern bei einem Kommentar, löse Herzinfarkt und Krebs aus und hebe den Cholesterin-Spiegel. Letzte These lässt sich selbstverständlich sehr leicht überprüfen: Man ernährt sich drei, vier Wochen ausschließlich von rotem Fleisch, genauer: Hüftsteak, und testet dann den Cholesterin-Wert. Freilich darf man weder große Mengen Fett, noch andere &#8222;Variablen&#8220; dazu addieren. Verblüfft wird man sich die Augen reiben. Mit welchen Proteinen wird man via PSMF (<em>protein sparing modified fast</em>) sein Körperfett und seine metabolischen Anomalien (auch Cholesterin) los? Bisher jedenfalls nicht gezeigt anhand eines &#8222;Vegan-Blends&#8220;. Man darf auch einen Schritt weitergehen und <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11965522">andere epidemiologische Studien zum Thema Atherogenese lesen</a> (wer mit Epidemiologie argumentiert, muss andere Epidemiologie akzeptieren).</p>
<p style="text-align: justify;">Ach &#8212; über welche Dinge schwadronieren wir hier überhaupt?</p>
<p style="text-align: justify;">Epidemiologie ist niedrigste Form der Wissenschaft. Es gibt sehr gute Literatur zum Thema Statistik und Epidemiologie. Die sollte man unbedingt lesen, bevor man Epidemiologie konsumiert. Der Veganer, der hätte beweisen können, dass Omnivoren schlechter leben, früher sterben, kranker sind, Prof. Campbell, <strong>hat es nicht geschafft, hat sich blamiert. </strong></p>
<h2 style="text-align: justify;">Wieso diese vegan Kritik?</h2>
<p style="text-align: justify;"><strong>Das Denken Vieler ist stark vernebelt</strong>.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Allerdings muss man der Wahrheit auch ins Auge sehen und klar unterscheiden, <em>wo</em> eine Sache hilft, nützt, angebracht ist und wo die Schwächen derselben liegen. </strong>Da gibt es diesen neumodischen Begriff, &#8222;Differenzierung&#8220;, der genau das beschreiben soll.</p>
<p style="text-align: justify;">Doch genau dieser Aspekt erklärt, warum das Denken vernebelt ist: Wir suchen seltenst nach einer für die Situation passenden Lösung, sondern <strong>eine Weltformel für unser Leben</strong>, ja sogar für die Welt und das Universum. Und genau dann driftet es ab in Richtung Glaube und Irrationalität. Und genau dann werden die Reaktionen emotional, dann, wenn man <em>eigentlich</em> genau weiß, dass man keinen argumentativen Spielraum mehr hat und dennoch versucht, seine Praktiken zu legitimieren. Oder: Wenn man so fest von seinen Praktiken überzeugt ist, dass man keinem Gegenargument glauben schenkt. Auch hier: <em>Glauben</em> schenken.</p>
<p style="text-align: justify;">Auf was erbauen wir unser Glaubenssystem? Erfahrung ist, auch wenn das Viele anders sehen, kein guter Ratgeber. Denn: Erfolg mit einer Ernährungsform &#8230; kannst du <strong>einmal</strong> haben. Ändert sich der Kontext, ändert sich alles &#8212; zumindest bezüglich Ernährungsfragen. Die meisten von uns finden erst zu radikalen Ernährungsformen, weil sie einen Ausweg von ihrem Leiden suchen. Hilft ihnen dann eine Ernährungsform, wird diese weiterhin, unhinterfragt, praktiziert. Jack Lalanne brachte es damals auf den Punkt: &#8222;Wenn es dir half und dein Leben veränderte &#8212; würdest du nicht daran glauben?&#8220; Korrekt, für den Moment. Korrekt, für die Situation. Womöglich nicht korrekt für jede beliebe Situation und dein Leben. Schlimmer noch: Konzepte schränken ein und werden deine zukünftige Erfolgsrate maßgeblich senke &#8212; oder glaubst du im Ernst, dein Übergewicht und deine Insulinresistenz waren die einzigen Problemen im Leben?</p>
<p style="text-align: justify;">Ich wiederhole mich: Konzepte und festgefahrene Glaubenssätze schränken uns und unser Denken ein, behindern maßgeblich den Fortschritt und verhindern, dass wir auch in Zukunft variabel und flexibel denken können.</p>
<p style="text-align: justify;">Würde jeder &#8222;Ernährungskonzept-ärmer&#8220; denken, gäbe es auch die ganzen ideologisch angehauchten &#8222;Streits&#8220; und unnötigen Internetdiskussionen nicht &#8212; Konzepte sind für viele eben zur Ersatzreligion geworden.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Abschließend</h3>
<p>Um die Punkte noch einmal zu rekapitulieren:</p>
<ul>
<li style="text-align: justify;">Pflanzliche Kost (nicht: ausschließlich pflanzliche Kost) mag gesund sein, aber viele klassische &#8222;Werbeslogans&#8220; (&#8222;Bioaktiv&#8220;, &#8222;antioxidativ&#8220;) gelten auch für Fleisch. Auch Fleisch ist ein &#8222;natürliches Nahrungsmittel&#8220;. Das haben Viele vergessen, sie wussten es nicht oder es wird schlicht ignoriert.</li>
<li style="text-align: justify;">Weiter: Im Fleisch sind Stoffe enthalten, die für unsere Zellen wichtig sind. Die muss der Körper nicht mehr selbst synthetisieren, wenn er das überhaupt noch kann (siehe dazu z. B. Taurin-Stoffwechsel). Stichwort Mitochondrien.</li>
<li style="text-align: justify;">Veganismus mag helfen &#8212; doch auf welche Kosten? Woran will man das konkret bemessen? Woher wollen Veganer wissen, dass sie eine &#8222;optimierte&#8220; Gesundheit aufweisen im Vergleich zu einem Omnivor, der ebenfalls auf seine Gesundheit achtet?</li>
<li style="text-align: justify;">Veganer postulieren Ethik, Moral und Natürlichkeit: Paradoxerweise lebt der pre-moderne H. sapiens in perfektem Einklang mit der Natur und Fleisch bzw. das Tier ist fester Bestandteil ebendieses natürlichen Lebens. Ist es moralisch verwerflich Tiere für die Selbsterhaltung zu töten oder das Natürlichste überhaupt? Oder: Ist der Fleischkonsum nur dann moralisch nicht vertretbar, wenn wir über Massentierhaltung sprechen?</li>
<li style="text-align: justify;">Wenn Massentierhaltung der Grund ist, wieso sparen wir genau dort? Wieso investieren viele Veganer in teure Produkte, die zudem oft nicht aus Deutschland kommen? Wieso ist es korrekt(er) ebendieses Verhalten an den Tag zu legen, alles auszublenden, was nicht direkt mit Gedanken zu tun hat, dass der Pflanzenkonsum per se die Umwelt schützt? Es gibt etliche Faktoren, die mit dem Pflanzenkonsum zusammenhängen, die ebenfalls die Umwelt belasten.</li>
<li style="text-align: justify;">Der Veganismus verlässt ursprüngliche Spuren und zeigt sich von Seiten, die seiner Ur-Botschaft nicht gerecht werden. Tierschutz im gleichen Atemzug mit Nachhaltigkeit, aber gleichzeitig wird alles, außer Ernährung, nicht beachtet &#8212; wie kann es sein, dass nun mehr Gesundheit, Sixpack, Aussehen und der Sportwagen im Vordergrund stehen und trotzdem der Zeigefinger der Moral erhoben bleibt?</li>
<li style="text-align: justify;">Der Veganismus stellt sich &#8212; ernährungsphysiologisch betrachtet &#8212; auf eine höhere Stufe, was nicht beweisbar und nicht nachvollziehbar ist. Im Gegenteil: Es werden Dinge postuliert, die grundfalsch und in keinster Weise korrekt sind.</li>
<li style="text-align: justify;">Viele Veganer sind &#8222;unecht&#8220; und folgen einem Trend, versuchen dennoch ihre Lebensweise krampfhaft zu legitimieren und zu artikulieren &#8212; dies führt bisweilen zu absurden Diskussionen, oft ohne Gehalt und mit viel Emotion. Wieso bringen viele Veganer anderen Tieren mehr Respekt entgegen als der Meinung anderer Menschen?</li>
<li style="text-align: justify;">Der Veganismus bezieht sich zu weiten Teilen auf epidemiologische Daten, stellt für den Laien eine Scheinkausalität her, die es so nicht gibt und wenn, so extrem kontextabhängig sind, dass Veganismus nicht die alleinige Lösung darstellt.</li>
<li style="text-align: justify;">Daten aus epidemiologischen Studien schaffen es, weil so sensationell, in die Schlagzeilen und genau diese Punkte werden, ungerechtfertigterweise, breit getreten und als Legitimationsgrundlage genutzt.</li>
<li style="text-align: justify;">Viele Ernährungskonzepte, auch der Veganismus, sind krankhafte Idealbilder, vermeintlich ideale Schablonen, in die wir uns hineinpressen. Gleichzeitig rauben uns diese Schablonen die vielen Spielräume, die es geben würde, um unsere Probleme effektiver zu bewältigen.</li>
<li style="text-align: justify;">Viele Menschen entdecken die Ernährungsform dabei als Ersatzreligion, die nicht nur praktiziert, sondern extrem konzepttreu gelebt wird.</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Dieser Artikel richtet sich ausdrücklich nicht an diejenigen, die im Stillen ihrer veganen Ernährung und der damit verbundenen Überzeugung treu bleiben. Den ursprünglichen Gedanken des Veganismus leben, ohne Legitimationsdruck und dem Drang, die vegane Ernährung, &#8212; ernährungsphysiologisch betrachtet &#8212; auf eine hohe Stufe zu heben.</p>
<p style="text-align: justify;">Kleine Randnotiz: Doch, doch. Der Autor dieses Artikels hat bereits vegan gelebt.</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/vegan/vegan-kritik/">Vegan Kritik: Gedanken zum Thema Veganismus</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Taurin &#8211; Viel mehr als Stierhoden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 12 Jul 2014 18:54:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aminosäuren]]></category>
		<category><![CDATA[taurine]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich liebe die Natur und ich liebe die Natürlichkeit. Wenn jemand leben kann wie ein Asket oder so &#8222;echt&#8220; wie nur möglich, der kann sehr wohl alt werden &#8211; auch ohne irgendwelche Zusatz-Produkte. Aber das [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/aminosaeuren/taurin-stierhoden/">Taurin – Viel mehr als Stierhoden</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><span style="font-size: 12pt;">Ich liebe die Natur und ich liebe die Natürlichkeit. Wenn jemand leben kann wie ein Asket oder so &#8222;echt&#8220; wie nur möglich, der kann sehr wohl alt werden &#8211; auch ohne irgendwelche Zusatz-Produkte.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-size: 12pt;">Aber das ist ja nicht der springende Punkt. Es kann nämlich sein, dass du bei &#8222;bester Gesundheit&#8220; bist und plötzlich passiert irgendetwas mit dir. Da kann ich jetzt tausend Beispiele nennen mit denen du niemals gerechnet hättest. Eines ist sehr bekannt: Schilddrüse.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-size: 12pt;">Also ich kenne einige Menschen, die waren sportlich immer sehr fit und schlank und gesund etc., aber innerhalb von wenigen Monaten: speckig, außer Form, &#8222;keine Libido&#8220;, übertrainiert &#8211; &#8222;Ich kann nicht abnehmen&#8220;. Das sind dann die, die sich von jeder Wunderpille etwas versprechen. Es gibt ja sonst keinen Ausweg.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-size: 12pt;">Du denkst ja immer, so etwas trifft dich nie, aber falls doch, dann habe ich ein Hilfsmittel für dich. Ich habe natürlich mehrere, aber das würde den Rahmen dieses Artikels springen.</span></p>
<h2 style="text-align: justify;"><span style="font-size: 12pt;">Taurin kennen wir alle seit es Redbull gibt. Es wird gewonnen aus dem Stierhoden&#8230;</span></h2>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-size: 12pt;">Spaß. Nein, Taurin ist das Derivat, also ein Abkömmling, von zwei Aminosäuren: Cystein und Methionin. Da sollte es bereits klingeln: Das sind a) Aminosäuren, die du sowieso nie ausreichend aufnimmst und b) das sind schwefelhaltige Aminosäuren.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-size: 12pt;">Wir können jetzt ewig ausdiskutieren, ob dein Körper das ausreichend synthetisieren kann oder nicht. Diese Diskussionen sind mir zu dumm.</span></p>
<ul style="text-align: justify;">
<li><span style="font-size: 12pt;">Taurin verhindert starke Gewichtszunahme, verhindert die Entstehung einer Fettleber, verringert Plasma Cholesterin und Plasma Triglyceride und verbessert Glukose-Werte bzw. Insulin-Sensitivität in gemästeten Ratten (Nakaya et al., 2000)</span></li>
</ul>
<ul style="text-align: justify;">
<li><span style="font-size: 12pt;">Fruktose-verfettete Tiere + Taurin haben normale Glukose-Werte und entwickeln kein Bluthochdruck im Vgl. zur Fruktose-Gruppe (Anuradha et al., 1999)</span></li>
</ul>
<ul style="text-align: justify;">
<li><span style="font-size: 12pt;">Fruktose-verfettete Tiere + Taurin haben eine normale Insulin-Sensitivität und deutlich niedrigere Werte von oxidierten Lipiden im Blut, da Taurin ein Antioxidanz ist (Nandhini et al., 2005)</span></li>
</ul>
<ul style="text-align: justify;">
<li><span style="font-size: 12pt;">Fruktose-verfettete Tiere + Taurin haben deutlich verbesserte Blutzucker-Werte aufgrund der Tatsache, dass Taurin den Abfall der glykolytischen Enzyme hemmt (Nandhini et al., 2005)</span></li>
</ul>
<ul style="text-align: justify;">
<li><span style="font-size: 12pt;">Taurin senkt den LDL-Wert um fast 50%, hebt aber den HDL-Wert um 25%, Arteriosklerose zeigt eine Regression von 20% (Murakami et al., 1999)</span></li>
</ul>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-size: 12pt;">Taurin macht das alles, weil es die Leber dazu veranlasst, Cholesterin (und Lipide) ganz einfach auszuscheiden. Also nicht verbrennen, weniger essen oder sonst etwas. Die Lipide verlassen dein Haus via Klo.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-size: 12pt;">Taurin verbessert die Insulin-Geschichten ganz einfach, in dem es den anabolen Signalweg induziert (kennen wir unter dem biochemischen Namen: PI3K/Akt/mTOR-Signalweg) und kann auf diese Weise auch dein Herz beschützen und kann auf die Weise auch deine Muskeln schützen (vor Atrophie, Sarkopenie genannt).</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-size: 12pt;">Jetzt weiß ich ja, dass einige von euch immer vorm Bildschirm sitzen, nicken, verstehen und so, aber mir dann mails schreiben &#8222;Du hast das und das geschrieben, ABER&#8230;&#8220; &#8211; ich bin der Meinung: Die Wissenschaft zeigt uns Möglichkeiten. Entweder du nutzt sie oder du nutzt sie nicht. Aber dann nicht weinerlich beschweren immer.</span></p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-size: 12pt;">Dort oben steht geschrieben, wie du kein Arteriosklerose bekommst, wie du deine Insulin-Resistenz verbesserst, wie du abnehmen kannst, wie du eine Fettleber verhinderst, wie du gute Lipid-Werte im Blut bekommst. Das brauchst du alles nicht, ich verstehe. Aber falls doch, dann weißt du ja, wo du die Infos findest.</span></p>
</blockquote><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/aminosaeuren/taurin-stierhoden/">Taurin – Viel mehr als Stierhoden</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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