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	<title>Frauengesundheit - Biochemie für dein genetisches Maximum</title>
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	<description>Der Blog von Chris Michalk &#38; Phil Böhm. Seit 2014.</description>
	<lastBuildDate>Mon, 02 Feb 2026 10:56:52 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Frauengesundheit - Biochemie für dein genetisches Maximum</title>
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	<item>
		<title>Typ 2 wachküssen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Feb 2026 10:54:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Frauengesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Leistungsfähigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Muskelaufbau Krafttraining]]></category>
		<category><![CDATA[Stoffwechsel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In den vergangenen Tagen hatten wir bei Instagram Thema Kraft im Alter bespielt. Interessant: Nahezu jede Studie der vergangenen Jahrzehnte, die es zu dem Thema gibt, zeigt: Muskelverlust im Alter ist eine Option. Kein Naturgesetz. [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/muskelaufbau-krafttraining/typ-2-wachkuessen/">Typ 2 wachküssen</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In den vergangenen Tagen hatten wir bei Instagram Thema <a href="https://www.instagram.com/edubily/p/DTvV1whDT_l/"><strong>Kraft im Alter</strong></a> bespielt.</p>
<p>Interessant: Nahezu jede Studie der vergangenen Jahrzehnte, die es zu dem Thema gibt, zeigt:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Muskelverlust im Alter ist eine Option.</strong></p>
<p>Kein Naturgesetz.</p>
<figure id="attachment_324933" aria-describedby="caption-attachment-324933" style="width: 331px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.instagram.com/edubily/p/DTvV1whDT_l/"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-324933" title="mehr Kraft im Alter" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/02/mehr-Kraft-im-Alter.png" alt="mehr Kraft im Alter" width="331" height="363" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/02/mehr-Kraft-im-Alter.png 1034w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/02/mehr-Kraft-im-Alter-274x300.png 274w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/02/mehr-Kraft-im-Alter-934x1024.png 934w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/02/mehr-Kraft-im-Alter-768x842.png 768w" sizes="(max-width: 331px) 100vw, 331px" /></a><figcaption id="caption-attachment-324933" class="wp-caption-text"><em><strong>Wer nicht folgt, ist selbst schuld. </strong></em></figcaption></figure>
<h2>Mit Typ 2: Muskel- und Kraftverlust vorbeugen</h2>
<p>Wann immer du alte Menschen trainieren lässt, bauen die erheblich Muskelmasse auf und können dadurch erhebliche Kraftzuwächse verzeichnen (<a href="https://journals.physiology.org/doi/epdf/10.1152/jappl.1988.64.3.1038">Q</a>, <a href="https://journals.lww.com/nsca-jscr/fulltext/2011/02000/short_term_heavy_resistance_training_eliminates.6.aspx">Q</a>).</p>
<ul>
<li>Tatsächlich wissen Muskelstammzellen – die Zellen, die den Muskel nach dem Training heilen – nicht, wie alt sie sind.</li>
<li>Tatsächlich können starke alte Menschen auf einem Kraftniveau mit jungen untrainierten Menschen sein.</li>
</ul>
<p>Hallo, aufwachen! Da steht: Du kannst dich auch mit 70 rein funktionell noch auf das Level eines 30-jährigen trainieren.</p>
<p>Diese Studien zeigen zudem: Mit Typ-1-Fasern hast du auch im Alter kein Problem. Das sind die Fasern, die niedrigschwellig aktiviert werden, höchstens beim sanften Joggen noch aktiv sein müssen.</p>
<p>Das, was im Muskel besonders stark im Alter atrophiert, sind Typ-2-Fasern (<a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/2275404/">Q</a>, <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39466960/">Q</a>). <strong>Das sind unsere schnellsten, kräftigsten, dicksten und energiehungrigsten Muskelfasern.</strong></p>
<p>Die kriegt man vom lieben Gott aber offenbar nicht geschenkt. Die muss man sich verdienen. Man muss also nicht nur sinnbildlich ein paar Strecksprünge machen, um an die Goldtaler zu gelangen.</p>
<h2>10.000 Schritte gähn</h2>
<p>Je älter Menschen werden, umso niedlicher werden sie häufig. Da heißt es von den Herrschaften dann:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Muss heute noch meine 10.000 Schritte vollmachen.</strong></p>
<p>Die watscheln dann durchs Dorf und glauben, sie hätten damit irgendwas gewonnen. Die haben damit 0 % Typ-2-Fasern angesprochen. Wohlgemerkt: Ich sage das so spöttisch, weil sie längst den Glauben aufgegeben haben.</p>
<p>Kaum jemand sprintet im dem Alter noch wirklich. Dabei ist die willentliche Ansteuerung der großen motorischen Einheiten – also der Typ-2-Fasern – essentiell.</p>
<p>Heißt, je schneller du die Beine bewegen willst, beim Sprint im Anschlag, umso stärker werden die großen Nervenbahnen angesprochen, die Typ-2-Fasern aktivieren.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Keine Aktivierung = Atrophie. </strong></p>
<p>Exakt, was man im Alter beobachtet. Der Schlüssel für den Erhalt der Muskulatur im Alter heißt also Krafttraining und/oder Sprint. Und wer das macht, gewinnt. Das zeigt nicht nur unser Instagram-Post.</p>
<h2>Neue Studie: Je intensiver, umso besser</h2>
<p>Das demonstriert uns wieder einmal eine <a href="https://www.nature.com/articles/s41467-025-63475-2?">neue atemberaubende Studie</a>, veröffentlicht im angesehenen Fachmagazin <em>Nature Communications</em>.</p>
<figure id="attachment_324911" aria-describedby="caption-attachment-324911" style="width: 574px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="wp-image-324911 " title="sterblichkeit intensives training" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/01/sterblichkeit-intensives-training.png" alt="sterblichkeit intensives training" width="574" height="203" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/01/sterblichkeit-intensives-training.png 1348w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/01/sterblichkeit-intensives-training-300x106.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/01/sterblichkeit-intensives-training-1024x362.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/01/sterblichkeit-intensives-training-768x271.png 768w" sizes="(max-width: 574px) 100vw, 574px" /><figcaption id="caption-attachment-324911" class="wp-caption-text"><strong><em>Studie zeigt: Je intensiver der Sport, umso mehr Minuten kannst du sparen. </em></strong></figcaption></figure>
<p>Gefunden wurde dort, dass intensive Bewegung pro Minute einen deutlich höheren gesundheitlichen Effekt erzielt als mäßige Aktivität wie zügiges Gehen oder lockeres Joggen.</p>
<ul>
<li>Gesamtsterblichkeit: bis 4 x</li>
<li>Herzkreislaufsterblichkeit: bis 8 x</li>
<li>Krebs: bis 3,5 x</li>
<li>Typ-2-Diabetes: bis 9,5 x</li>
</ul>
<p>Wenn du das Risiko für Typ-2-Diabetes senken willst, kannst du somit entweder <strong>90 Minuten durch die Gegend schleichen</strong> oder<strong> 10 Minuten sprinten</strong>.</p>
<p>Das hatte ich vergangenes Jahr <a href="https://genetisches-maximum.de/ernaehrung/10-000-schritte/">hier</a> schon mal erklärt, aber die neue Studie bestätigt das ziemlich eindrucksvoll – und erhöht die Schlagzahl ja nochmal.</p>
<h2>Prävention beginnt jetzt</h2>
<p>Also ich weiß ja, dass wir Menschen im Laufe des Lebens ein bisschen blind werden. Wir finden Krebs, Herzinfarkt, Alzheimer, Diabetes, Muskelschwund, Altern an sich ganz fürchterlich.</p>
<p>Handeln in der Regel aber erst dann, wenn&#8217;s zu spät ist. Besser als an Zähnen kann man es ja nicht ausdrücken: Wenn der Zahn einmal durch ist und der Nerv kaputt, ist der Zahn halt tot.</p>
<p>Richtig wäre es gewesen, Jahrzehnte vorher aufzuhören, Zucker zu essen. Nur dank Fruktose können Bakterien überhaupt robustes Plaque bilden. Mit viel Zucker kannst du schrubben wie du willst.</p>
<p>Daher meine Bitte, ein Memo an dich und an mich: <strong>Das ist kein Spaß. Das ist todernst. Es lässt sich vermeiden. Beginne jetzt! Alter völlig egal. </strong></p>
<p>&nbsp;</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/muskelaufbau-krafttraining/typ-2-wachkuessen/">Typ 2 wachküssen</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Vitamin D: 40 ng/ml</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/vitamin-d/vitamin-d-40-ng-ml/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Nov 2025 11:25:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blutwerte]]></category>
		<category><![CDATA[Frauengesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Nährstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Prävention]]></category>
		<category><![CDATA[Vitamin D3]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vitamin D bleibt spannend. Ab 30 geht&#8217;s bergab&#8230; Zwei Fragen stehen nach vielen, vielen Jahren noch immer im Raum: Wie individuell muss wirklich dosiert werden? Kann man das überhaupt am Vitamin-D-Spiegel festmachen? Schwierig. Denn seit [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Vitamin D bleibt spannend.</p>
<h2>Ab 30 geht&#8217;s bergab&#8230;</h2>
<p>Zwei Fragen stehen nach vielen, vielen Jahren noch immer im Raum:</p>
<ul>
<li>Wie individuell muss wirklich dosiert werden?</li>
<li>Kann man das überhaupt am Vitamin-D-Spiegel festmachen?</li>
</ul>
<p>Schwierig. Denn seit <a href="https://genetisches-maximum.de/vitamin-d/vitamin-d-spiegel-im-neuen-licht/">Carlberg</a> wissen wir, dass die Vitamin-D-Wirkung an den Genen, also dort, wo Vitamin D naturgemäß wirkt, von Mensch zu Mensch sehr verschieden ist.</p>
<p>Soll heißen: Zwei gleiche Spiegel produzieren sehr wahrscheinlich völlig verschiedene Reaktionen.</p>
<p>Daher habe ich in meinen Empfehlungen den Spieß umgedreht und geraten, gesicherte Mangelzustände zu verhindern.</p>
<p>Also: Wo der Sweetspot einer Wirkung für das Individuum ist, weiß ich nicht. Was man – aus Epidemiologie – ganz gut weiß ist, wann Vitamin D bei sehr vielen, vielleicht den meisten Menschen zu wenig wird.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Der Cutoff liegt um die 30 ng/ml. </strong></p>
<p>Darunter reicht Vitamin D sehr wahrscheinlich nicht mehr. Auch das kann man relativ gut an zwei Punkten ableiten:</p>
<ul>
<li>Supplementiert man unter diesen Werten, ergeben sich Benefits.</li>
<li>Haben Probanden einer Studie bereits &gt;30 ng/ml wirkt es nicht mehr so gut.</li>
</ul>
<h2>Vitamin D über 30 ng/ml nutzlos?</h2>
<p>Aber: Die Heterogenität über 30 ng/ml abzubilden, ist schwer.</p>
<p>Beispiel: Epidemiologische Studien finden den Sweetspot beim Schutz gegen allgemeine Sterblichkeit (All-Cause-Mortality) bei ca. 30 ng/ml. Passt (siehe oben).</p>
<p>Doch so einfach ist es nicht. Immer wieder gibt es auch sehr hochwertige klinische Studien, die eindeutig berichten, dass die Spiegel über 40 ng/ml steigen sollten für die maximale Wirkung.</p>
<p>So eine wurde z. B. <a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4822815/">im Fachmagazin PLoS One 2016</a> publiziert. Die Autoren schreiben:</p>
<blockquote><p>Frauen mit 25(OH)D-Konzentrationen ≥40 ng/ml hatten ein um 67 % geringeres Krebsrisiko als Frauen mit Konzentrationen &lt;20 ng/ml.</p></blockquote>
<p>Natürlich waren die Frauen auch mit 30 ng/ml schon besser dran als mit 20 ng/ml. Aber ≥40 ng/ml war &#8222;mit einer erheblichen Verringerung des Risikos für alle invasiven Krebsarten insgesamt verbunden.&#8220;</p>
<p>Das ist natürlich nicht die einzige Studie, die positive Efffekte bei ≥40 ng/ml Vitamin D findet.</p>
<h2>Jetzt neu: der TARGET-D-Trial</h2>
<p>Gelesen im Wissenschaftsmagazin ScienceDaily.</p>
<p data-start="85" data-end="389">In der <a href="https://www.sciencedaily.com/releases/2025/11/251110021043.htm">neuen, großen klinischen Studie</a> vom Intermountain Health (Salt Lake City) wurde 630 Menschen, die kürzlich einen Herzinfarkt hatten, entweder eine angepasste Vitamin-D-Dosis oder ein Placebo verabreicht.</p>
<p data-start="85" data-end="389">Ziel war es, die Vitamin-D-Spiegel in der Interventionsgruppe auf ≥40 ng/ml anzuheben.</p>
<blockquote>
<p data-start="85" data-end="389">Da 85 % der Betroffenen zu Beginn unter diesem Wert lagen, benötigten über die Hälfte initial <strong data-start="757" data-end="788">5.000 IE Vitamin D3 täglich</strong> (statt der üblichen 600–800 IE).</p>
</blockquote>
<p data-start="85" data-end="389">Erstaunt stellte man fest: Über eine Zeitspanne von ca. sechs Jahren betrachtet, <strong>halbierte sich das Risiko für einen zweiten Herzinfarkt bei Vitamin D ≥40 ng/ml.</strong> Punkt.</p>
<p data-start="85" data-end="389">Natürlich hat die Studie Limitationen. Natürlich muss weiter getestet werden. Aber an den Haaren herbeigezogen sind sich solche Ergebnisse im Kontext einer großen klinischen Studie natürlich nicht.</p>
<h2 data-start="85" data-end="389">Vitamin D im Detail</h2>
<p data-start="85" data-end="389">Nun muss man einmal genau hinschauen.</p>
<ul>
<li data-start="85" data-end="389">Es wurde individuell dosiert, um wirklich über 40 ng/ml zu kommen.</li>
<li data-start="85" data-end="389">85 % der Herzpatienten lag darunter.</li>
<li data-start="85" data-end="389">Die eingesetzten Dosen lagen teilweise weit über den hiesigen Empfehlungen (5000 IE vs. 800 IE).</li>
<li data-start="85" data-end="389">Die Blutspiegel wurde jahrelang durchgehend getestet.</li>
<li data-start="85" data-end="389">Die eingesetzten Dosen waren sicher.</li>
</ul>
<p>All das findet man bei vielen Studien so nicht. Auch speziell dann nicht, wenn wir über die Vitamin-D-Versorgung in unserer Gesellschaft sprechen. Da ist alles über 800 hochgiftig und &#8230;</p>
<p>Inzwischen wird von Fachgesellschaften sogar abgeraten, den Vitamin-D-Wert zu prüfen. Man weiß also nicht, mit welcher Versorgungslage man es zu tun hat – man steht halt drüber.</p>
<p style="padding-left: 40px;">Eine der größten endokrinologischen Fachgesellschaften der Welt, die <em>Endocrine Society</em>, rät inzwischen davon ab, Menschen unter 50 auf Vitamin-D-Mangel zu testen. Was für eine Entgleisung.</p>
<p style="padding-left: 40px;">Dem schließt sich unsere &#8222;wichtigste&#8220; Ernährungsinstitution hierzulande – die DGE – an, und behauptet sogar, dass &#8222;bei einem Großteil der gesunden deutschen Bevölkerung nicht von einem Vitamin-D-Mangel auszugehen ist&#8220;. :-)</p>
<figure id="attachment_324793" aria-describedby="caption-attachment-324793" style="width: 717px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="wp-image-324793 " title="Vitamin D Ärzte" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/11/Vitamin-D-Aerzte.jpg" alt="Vitamin D Ärzte" width="717" height="599" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/11/Vitamin-D-Aerzte.jpg 1725w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/11/Vitamin-D-Aerzte-300x250.jpg 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/11/Vitamin-D-Aerzte-1024x855.jpg 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/11/Vitamin-D-Aerzte-768x641.jpg 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/11/Vitamin-D-Aerzte-1536x1282.jpg 1536w" sizes="(max-width: 717px) 100vw, 717px" /><figcaption id="caption-attachment-324793" class="wp-caption-text"><strong><em>Man muss sich einfach vorstellen, dass man heutzutage davon abrät, Vitamin-D-Werte zu prüfen, obwohl die Menschen an vorderster Front, die Versorgung der Gesellschaft als unzureichend einschätzen. Unglaubliche Entwicklung. </em></strong></figcaption></figure>
<p>Man muss sich doch immer wieder wundern, warum das, was allgemein so publiziert wird, so selten in wichtigen gesundheitlichen Empfehlungen für die Bevölkerung zu finden ist. Dazwischen liegen bisweilen Welten.</p>
<p>Macht mich zunehmend ratlos.</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/vitamin-d/vitamin-d-40-ng-ml/">Vitamin D: 40 ng/ml</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Female Performance Teil 3: Zyklusbasiertes Training?</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/ausdauer/zyklusbasiertes-training/</link>
					<comments>https://genetisches-maximum.de/ausdauer/zyklusbasiertes-training/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Annika Speidel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Apr 2025 08:47:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausdauer]]></category>
		<category><![CDATA[Fettverbrennung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauengesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Hormonhaushalt]]></category>
		<category><![CDATA[Leistungsfähigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit den zahlreichen Zyklus-Coaches, die in den letzten Jahren aus dem Social-Media-Boden geschossen sind, hat sich auch der Hype ums “zyklusbasierte Training” entwickelt. Klar, man muss uns Frauen ja irgendwas Neues verkaufen. Und genau so, [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/ausdauer/zyklusbasiertes-training/">Female Performance Teil 3: Zyklusbasiertes Training?</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Mit den zahlreichen Zyklus-Coaches, die in den letzten Jahren aus dem Social-Media-Boden geschossen sind, hat sich auch der Hype ums “zyklusbasierte Training” entwickelt. Klar, man muss uns Frauen ja irgendwas Neues verkaufen. Und genau so, wie man plötzlich in jeder Woche des Zyklus eine andere Art Samen essen soll (“Seed Cycling”), sollte man scheinbar auch sein Sportprogramm entsprechend anpassen. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">In der ersten Zyklushälfte, der Follikelphase, darf hochintensives Krafttraining und HIIT auf dem Trainingsplan stehen, während in der Lutealphase, also der zweiten Hälfte des Zyklus, lieber Yoga, Pilates und Ausdauertraining zu bevorzugen sind. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Doch steckt da wissenschaftlich überhaupt etwas dahinter? Wie stark muss man den Zyklus beim Training berücksichtigen? Oder kann man die zyklischen Hormonschwankungen einfach ignorieren und wie Männer trainieren, an denen nahezu alle Studien in der Sportwissenschaft gemacht werden? Schauen wir uns Sinn und Unsinn von zyklusbasiertem Training einmal genauer an!</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Zur Erinnerung hier nochmal ein Überblick über den Verlauf des Menstruationszyklus. </span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-324429" title="Menstruationszyklus" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/04/Menstruationszyklus.png" alt="Menstruationszyklus" width="3750" height="3510" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/04/Menstruationszyklus.png 3750w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/04/Menstruationszyklus-300x281.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/04/Menstruationszyklus-1024x958.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/04/Menstruationszyklus-768x719.png 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/04/Menstruationszyklus-1536x1438.png 1536w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/04/Menstruationszyklus-2048x1917.png 2048w" sizes="auto, (max-width: 3750px) 100vw, 3750px" /></p>
<p><span style="font-size: 10pt"><strong><span style="font-family: proxima-nova"><i>Abb. 1: Der weibliche Zyklus </i></span></strong></span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova">Krafttraining geht immer!</span></h2>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Oft wird empfohlen, das Krafttraining in die erste Zyklushälfte zu legen. Begründet wird das folgendermaßen: In der Follikelphase sind Östrogen und Testosteron vergleichsweise hoch – beide Hormone haben anabole, also muskelaufbauende Wirkung. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Die Lutealphase hingegen wird von Progesteron dominiert, dem eine entgegengesetzte Wirkung auf Östrogen nachgesagt wird. Sprich, Progesteron wirkt eher katabol, also abbauend. In der Theorie klingt das zunächst schlüssig.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">In der Praxis lässt sich diese Hypothese jedoch nicht bestätigen. Eine Hand voll Studien zeigt zwar einen vermeintlich besseren Muskelaufbau in der Follikelphase, doch diese weisen methodische Schwächen auf. Beispielsweise wurde der Zeitpunkt der Ovulation nicht individuell analysiert, sondern errechnet und/oder Sportlerinnen unter hormoneller Verhütung miteinbezogen. Methodisch gut aufgebaute Studien hingegen zeigen keine Überlegenheit einer bestimmten Zyklusphase im Hinblick auf Muskelaufbau (vgl. </span><span style="font-weight: 400">1</span><span style="font-weight: 400">,2</span><span style="font-weight: 400">)</span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Auch die vermutlich aktuellste Studie aus 2025 bestätigt: <strong>Hinsichtlich der Muskelproteinsynthese macht die Zyklusphase keinen Unterschied</strong>. Der Muskelaufbau ließ sich durch Krafttraining in der späten Follikelphase bei hohen Östrogenspiegeln genauso effektiv stimulieren wie in der mittleren Lutealphase bei hohen Progesteronspiegeln </span><span style="font-weight: 400">(3)</span><span style="font-weight: 400">.</span></span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova">Das solltest du bei Ausdauertraining beachten</span></h2>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Auch Ausdauertraining kannst du in jeder Zyklusphase machen. Dennoch gibt es einige zyklusabhängige Besonderheiten, bei denen es sich lohnen kann, genauer hinzuschauen.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;font-size: 14pt"><b>Östrogen erhöht die Fettoxidation</b></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Ganz grundsätzlich ist aus Studien folgendes bekannt </span><span style="font-weight: 400">(vgl. 4,5)</span><span style="font-weight: 400">.: </span></span></p>
<ul>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Hohes Östradiol schont die Glykogenreserven und erhöht die Fettoxidation</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Gleichzeitig verbessert Östradiol auch die Zuckeraufnahme in den Muskel</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Progesteron verringert hingegen die Zuckeraufnahme</span></li>
</ul>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Daraus ergeben sich folgende Szenarien:</span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova"><strong>(Späte) Follikelphase</strong> (hohes E2, niedriges P4): Optimierte Glukoseaufnahme im Muskel → ideal für intensives Training</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova"><strong>(Mittlere) Lutealphase</strong> (hohes E2, hohes P4): Eingeschränkte Glukoseverfügbarkeit im Muskel und mehr Fettoxidation → externe Kohlenhydratzufuhr bei intensivem Training wichtig</span></p>
<figure id="attachment_324439" aria-describedby="caption-attachment-324439" style="width: 501px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-324439" title="Energiebereitstellung" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/04/Abb.Mucki-1.png" alt="Energiebereitstellung" width="501" height="370" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/04/Abb.Mucki-1.png 1822w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/04/Abb.Mucki-1-300x221.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/04/Abb.Mucki-1-1024x756.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/04/Abb.Mucki-1-768x567.png 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/04/Abb.Mucki-1-1536x1134.png 1536w" sizes="auto, (max-width: 501px) 100vw, 501px" /><figcaption id="caption-attachment-324439" class="wp-caption-text"><span style="color: #000000;font-size: 10pt"><em><strong><span style="font-family: proxima-nova">Abb. 2: Energiebereitstellung in verschiedenen Zyklusphasen</span></strong></em></span></figcaption></figure>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Während in der Follikelphase sowohl Kohlenhydrate als auch Fette effizient genutzt werden, führt das hohe Progesteron in der Lutealphase zu einer Einschränkung des Kohlenhydratstoffwechsels. Optimal also für längeres Ausdauertraining mit moderater Intensität (z. B. FATmax-Bereich), da Fett als Energiequelle bevorzugt wird.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Das bedeutet jedoch </span><i><span style="font-weight: 400">nicht</span></i><span style="font-weight: 400">, dass man nicht auch in der Lutealphase intensiv und anaerob trainieren kann. Hier kann die <strong>externe Kohlenhydratzufuhr</strong> (z. B. über KH-Getränke) vor oder während des Trainings die reduzierte Glukoseaufnahme kompensieren.</span></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;font-size: 14pt"><b>Östrogen als Antioxidans</b></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Athletinnen sollten ihre Östrogenwerte im Blick haben. Nicht nur zwecks Stoffwechsel- und Knochengesundheit, sondern auch, weil Östrogene eine antioxidative Wirkung haben </span><span style="font-weight: 400">(5)</span><span style="font-weight: 400">. </span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Östradiol kann die Membranstabilität von Zellen verbessern und die Lipidperoxidation (Schädigung von Fetten durch freie Radikale) bremsen. Zum einen macht Östradiol das selbst, zum anderen aktiviert es zusätzlich die antioxidativen Enzyme SOD und Glutathion-Peroxidase </span><span style="font-weight: 400">(6,7)</span><span style="font-weight: 400">.</span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Das ist besonders bedeutend bei langen Ausdauerbelastungen. Dabei entstehen freie Radikale, die durch Membranschädigungen zur Freisetzung von Muskelproteinen wie der Kreatinkinase führen – einem Marker für Muskelschäden. Es ist also nicht überraschend, dass Frauen unter anderem auch deshalb nach Belastung niedrigere Kreatinkinasewerte haben als Männer </span><span style="font-weight: 400">(8)</span><span style="font-weight: 400">.</span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Ausreichend Östrogen ist also wichtig, um <strong>Muskelschäden bei langen Ausdauerbelastungen</strong> zu dämpfen. Dieser Effekt wird von Progesteron unterstützt. Daher eignen sich die späte Follikel- sowie mittlere Lutealphase wohl am besten für lange, moderate Einheiten. </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;font-size: 14pt"><b>It’s gettin’ hot in here – die Wirkung von Progesteron</b></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Progesteron ist das dominante Hormon der zweiten Zyklushälfte und sorgt unter anderem dafür, dass die Körperkerntemperatur steigt. Ab dem Eisprung ist die Temperatur um 0,3-0,7 °C höher und fällt kurz vor der Periode wieder ab. Die Ausgangstemperatur ist also höher und somit auch die Wärmebelastung während des Trainings. Das ist besonders an heißen Tagen zu beachten, da der Körper dann potenziell schneller überhitzt. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Progesteron verringert zudem die Hautdurchblutung, was die Wärmeabgabe nochmals verringert.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Zudem verschiebt hohes Progesteron auch die Schwelle, ab der man zu schwitzen beginnt – diesen Effekt sieht man vor allem bei untrainierten Frauen.  Gut trainierte Sportlerinnen hingegen beginnen auch während der Lutealphase schon früher zu schwitzen und stecken die Hitze besser weg </span><span style="font-weight: 400">(9)</span><span style="font-weight: 400">. </span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">In der zweiten Zyklushälfte sollte man daher beim Ausdauertraining im Sommer ganz besonders auf <strong>ausreichende Kühlung</strong> achten! </span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova">Period Power</span></h2>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Wusstest du, dass Frauen lustigerweise während der Menstruation hormonell betrachtet den Männern am ähnlichsten sind? Denn ganz am Anfang der Follikelphase, also während die Schleimhaut abblutet, sind die weiblichen Hormone Östrogen und Progesteron am niedrigsten. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Daher muss das auch nicht unbedingt schlecht sein, wenn du am Wettkampftag deine Periode hast. Die niedrigen Hormone an den Tagen 1-7 können ein entscheidender Vorteil sein, wenn es um intensive Leistungsfähigkeit und auch um <strong>Fokus und Koordination</strong> geht. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Eine Studie fand heraus, dass die sportbezogene kognitive Leistung während der Menstruation am besten ist </span><span style="font-weight: 400">(10)</span><span style="font-weight: 400">. Das ist vor allem für Sportarten relevant, bei denen es auf schnelle Reaktionen und gutes Raum- und Zeitgefühl ankommt, beispielsweise bei Ballsportarten. </span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Das einzig einschränkende während der Tage sind etwaige Beschwerden wie Unterleibsschmerzen und Co., die sich aber in vielen Fällen mit den richtigen Techniken und Nährstoffen lindern oder beseitigen lassen. Allen voran das krampflösende Magnesium und entzündungshemmende Omega-3. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Abgesehen davon steht der körperlichen Leistung theoretisch nichts im Wege. Die Periode muss also kein Hindernis sein – sie kann sogar Vorteile bringen! </span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova">Achtung, Verletzungsgefahr!</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Das Bindegewebe von Mann und Frau unterscheidet sich ganz grundlegend. Weibliches Bindegewebe muss generell elastischer sein, um Vorgänge wie Schwangerschaft und Geburt zu ermöglichen. Das </span><i><span style="font-weight: 400">Finetuning </span></i><span style="font-weight: 400">der Dehnbarkeit von Bändern, Sehnen und Co. wird dabei von Östrogen übernommen. </span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Hohe Östrogenspiegel (v. a. um den Eisprung) verringern die Kollagenfestigkeit im Bindegewebe. Das führt dazu, dass<strong> Bänder und Sehnen weicher und dehnbarer</strong> werden. Das betrifft besonders das vordere Kreuzband (ACL), wo Östrogenrezeptoren nachgewiesen wurden. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Zum einen kann sich das auf die Performance auswirken, denn eine höhere Dehnbarkeit bedeutet eine schlechtere Kraftübertragung. Zum anderen steigt dadurch auch die Verletzungsanfälligkeit. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Frauen sind generell etwa 2-8 Mal häufiger von Kreuzbandrissen betroffen als Männer. Zudem zeigen verschiedene Studien einen Zusammenhang zwischen Bänderrissen und dem weiblichen Zyklus: In der Zeit kurz vor und während des Eisprungs, wenn Östrogen seinen Peak erreicht, ist das Risiko für Kreuzbandrisse am höchsten </span><span style="font-weight: 400">(11)</span><span style="font-weight: 400">. </span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Es schadet also sicherlich nicht, diesen Fakt im Hinterkopf zu behalten. Vor allem diejenigen, die anfällig für Verletzungen sind, sollten in den Tagen um den Eisprung besonders vorsichtig sein. </span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova">Frauen sind bessere Fettverbrenner</span></h2>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Hast du dich schon mal gefragt, warum die Leistungsunterschiede zwischen Mann und Frau  in schnellen und intensiven Sportarten/-disziplinen relativ groß sind, während Frauen bei so etwas wie einem Marathon oder Ultra Endurance Events fast gleichauf oder manchmal sogar besser sind als Männer? </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Das liegt unter anderem an der unterschiedlichen Substratpräferenz. Frauen oxidieren von Natur aus mehr Fette. Sie haben </span>mehr intramuskuläres Fett<span style="font-weight: 400">, also Fett innerhalb der Muskelzellen, das von den Mitochondrien als Energiequelle genutzt werden kann.</span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Das intramuskuläre Fett hingegen ist eine wichtige Energiequelle während der Belastung und sorgt dafür, dass die Glykogenspeicher geschont werden. Zusammen mit einem höheren Gehalt an Enzymen für die Fettoxidation im Muskel </span><span style="font-weight: 400">(12)</span><span style="font-weight: 400"> gibt das Frauen bei sehr langen Belastungen mit niedriger Intensität einen Vorteil und macht uns generell ermüdungsresistenter. </span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Da Frauen also schon von Haus aus eine <strong>bessere Fettoxidation</strong> haben, brauchen sie vermutlich auch nicht so viel vom berühmten “Fettstoffwechseltraining”. Es könnte also für Frauen durchaus Sinn machen, etwas mehr mit hoher Intensität, z.B. in Form von Intervalltraining zu trainieren, um die Kohlenhydratnutzung zu verbessern. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Ganz nach dem Motto “kurz und knackig”!</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Während das populäre Zone-2-Training vor allem bei Männern den Fettstoffwechsel optimiert, könnte es <em>theoretisch</em> sein, dass Frauen nicht ganz so viel davon profitieren, da sie sowieso schon eine bessere Fettoxidation aufweisen und somit weniger “Luft nach oben” ist als bei Männern. Aussagekräftige Studien dazu fehlen jedoch noch. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Fakt ist aber: Lange Cardioeinheiten können bei Frauen potenziell die hormonelle Balance stören, wenn ums Training herum nicht genug Energie zugeführt wird. Durch lange Sporteinheiten und die daraus resultierende negative Energiebilanz steigen Stresshormone stark an, welche sich auf die HPA-Achse (Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren) auswirken und den Zyklus unterdrücken können </span><span style="font-weight: 400">(13)</span><span style="font-weight: 400">.</span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Mehr zur Energieverfügbarkeit und ihrer Bedeutung bei sportlich aktiven Frauen findest du in </span><a href="https://genetisches-maximum.de/schilddruese/red-s-verstehen/"><span style="font-weight: 400">Female Performance Teil 1: RED-S verstehen</span></a><span style="font-weight: 400">. </span></span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova">Take-Home-Message</span></h2>
<ul>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Krafttraining kann und soll durchgehend und in jeder Zyklusphase gemacht werden</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Auch Ausdauertraining kann in jeder Zyklusphase stattfinden</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Führe besonders in der Lutealphase genug Kohlenhydrate zu</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Achte in der Lutealphase besonders auf Kühlung an heißen Tagen und ausreichende Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Die späte Follikel- und mittlere Lutealphase eignen sich besonder gut für längere Ausdauereinheiten</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Die sportbezogene kognitive Leistung (z. B. räumliche und zeitliche Orientierung) ist während der Periode am besten</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Die Verletzungsgefahr ist kurz vor und beim Eisprung am höchsten</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Nicht nur lange Zone-2-Einheiten machen, sondern auch kürzere, intensive Belastungen, besonders in der Follikelphase</span></li>
</ul>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova"><strong>Fazit</strong>: Mal abgesehen vom organisatorischen Aufwand macht die Planung des Trainings anhand des weiblichen Zyklus auch aus physiologischen Gründen eher wenig Sinn bzw. ist schlichtweg nicht notwendig. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Vielmehr geht es darum, zu wissen, wie man den Körper in der aktuellen Phase am besten unterstützen kann, ohne direkt die Sportart wechseln zu müssen. Du kannst also auch in der zweiten Zyklushälfte ein intensives Training absolvieren. Du solltest aber dabei wissen, dass du in dieser Zeit besonders gut auf die Versorgung mit Kohlenhydraten ums Training herum achten solltest. Und dass es normal ist, dass sich das Workout vielleicht etwas schwerer anfühlt als sonst. </span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova">Quellen</span></h2>
<ol>
<li><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Van Every DW, D’Souza AC, Phillips SM. Hormones, Hypertrophy, and Hype: An Evidence-Guided Primer on Endogenous Endocrine</span><span style="font-weight: 400"> Influences on Exercise-Induced Muscle Hypertrophy. Exerc Sport Sci Rev. Oktober 2024;52(4):117–25.</span></span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova"> <span style="font-weight: 400">Colenso-Semple LM, D’Souza AC, Elliott-Sale KJ, Phillips SM. Current evidence shows no influence of women’s menstrual cycle phase on acute strength performance or adaptations to resistance exercise training. Front Sports Act Living. 23. März 2023;5:1054542.</span></span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova"> <span style="font-weight: 400">Colenso-Semple LM, McKendry J, Lim C, Atherton PJ, Wilkinson DJ, Smith K, u. a. Menstrual cycle phase does not influence muscle protein synthesis or whole-body myofibrillar proteolysis in response to resistance exercise. J Physiol. 2025;603(5):1109–21.</span></span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova"> <span style="font-weight: 400">Hackney AC. Influence of oestrogen on muscle glycogen utilization during exercise. Acta Physiol Scand. November 1999;167(3):273–4.</span></span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova"> <span style="font-weight: 400">Oosthuyse T, Strauss JA, Hackney AC. Understanding the female athlete: molecular mechanisms underpinning menstrual phase differences in exercise metabolism. Eur J Appl Physiol. 1. März 2023;123(3):423–50.</span></span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova"> <span style="font-weight: 400">Strehlow K, Rotter S, Wassmann S, Adam O, Grohé C, Laufs K, u. a. Modulation of Antioxidant Enzyme Expression and Function by Estrogen. Circ Res. 25. Juli 2003;93(2):170–7.</span></span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova"> <span style="font-weight: 400">Viña J, Sastre J, Pallardó FV, Gambini J, Borrás C. Modulation of longevity-associated genes by estrogens or phytoestrogens. 1. März 2008;389(3):273–7.</span></span></li>
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<li><span style="font-family: proxima-nova"> <span style="font-weight: 400">Kuwahara T, Inoue Y, Abe M, Sato Y, Kondo N. Effects of menstrual cycle and physical training on heat loss responses during dynamic exercise at moderate intensity in a temperate environment. Am J Physiol Regul Integr Comp Physiol. Mai 2005;288(5):R1347-1353.</span></span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova"> <span style="font-weight: 400">Ronca F, Blodgett JM, Bruinvels G, Lowery M, Raviraj M, Sandhar G, u. a. Attentional, anticipatory and spatial cognition fluctuate throughout the menstrual cycle: Potential implications for female sport. Neuropsychologia. 17. Mai 2024;108909.</span></span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova"> <span style="font-weight: 400">Chidi-Ogbolu N, Baar K. Effect of Estrogen on Musculoskeletal Performance and Injury Risk. Front Physiol. 15. Januar 2019;9:1834.</span></span></li>
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<li><span style="font-family: proxima-nova"> <span style="font-weight: 400">Loucks AB, Verdun M, Heath EM. Low energy availability, not stress of exercise, alters LH pulsatility in exercising women. J Appl Physiol Bethesda Md 1985. Januar 1998;84(1):37–46.</span></span></li>
</ol><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/ausdauer/zyklusbasiertes-training/">Female Performance Teil 3: Zyklusbasiertes Training?</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Female Performance Teil 2: Ernährung für Athletinnen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Annika Speidel]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Jul 2024 11:11:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausdauer]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauengesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Hormonhaushalt]]></category>
		<category><![CDATA[Leistungsfähigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>“Women are not small men”, ist das Credo der international anerkannten Sportphysiologin und Ernährungswissenschaftlerin Dr. Stacy Sims, die selbst schon unter anderem beim Ironman World Championship in Hawaii am Start stand.  Sie befasst sich seit [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">“</span><i><span style="font-weight: 400;">Women are not small men</span></i><span style="font-weight: 400;">”, ist das Credo der international anerkannten Sportphysiologin und Ernährungswissenschaftlerin Dr. Stacy Sims, die selbst schon unter anderem beim </span><i><span style="font-weight: 400;">Ironman World Championship</span></i><span style="font-weight: 400;"> in Hawaii am Start stand. </span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Sie befasst sich seit etlichen Jahren mit der weiblichen Physiologie in Bezug auf (Leistungs-)Sport und erst 2023 erschien unter ihrer Federführung ein Positionspapier der Internationalen Gesellschaft für Sporternährung (ISSN), in dem es ausschließlich um die Ernährung von Athletinnen geht </span><span style="font-weight: 400;">(1)</span><span style="font-weight: 400;">. Diese wollen wir im Folgenden mal etwas beleuchten.</span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Obwohl es Forscherinnen wie sie gibt, erscheinen leider immer noch zu wenige Studien, die an und mit Frauen durchgeführt werden. Stattdessen werden Studien-Ergebnisse mit männlichen Probanden weiterhin 1:1 auf Frauen übertragen. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Um die Unterrepräsentation von Frauen in sportwissenschaftlichen Studien mal mit Zahlen zu verdeutlichen: Von den 5261 Artikeln, die zwischen 2014 und 2023 in den sechs größten Sport-Fachzeitschriften publiziert wurden, waren nur 34 % aller Teilnehmer weiblich. Und <strong>gerade mal 6 % aller Studien</strong> wurden ausschließlich an Frauen durchgeführt </span><span style="font-weight: 400;">(2)</span><span style="font-weight: 400;">. Da gibt es also noch große Wissenslücken.</span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Dieser Artikel soll dir nicht nur Hintergrundwissen, sondern auch praktisch umsetzbare Tipps geben, um dein Training zu optimieren. Wenn ich im Folgenden von “Athletinnen” spreche, dann meine ich damit nicht nur die Profisportlerinnen bei Olympia, sondern auch Frauen wie dich und mich, die einfach hobbymäßig Sport machen. Natürlich aber schon bisschen umfangreicher und intensiver als einmal die Woche eine Dreiviertelstunde Zumba-Kurs ;)</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Kenne den zyklischen Verlauf deiner Hormone </span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Wir sprechen in diesem Artikel immer von einem natürlichen Zyklus. Bei der Einnahme von hormonellen Kontrazeptiva, sei das die Pille, der Verhütungsring, Hormonspirale, das Stäbchen oder eine sonstige Art der Hormonapplikation, besteht </span><b>kein natürlicher Zyklus</b><span style="font-weight: 400;">. Dieser wird durch die körperfremden Hormone unterdrückt. Frauen, die hormonell verhüten, sind daher nochmal eine eigene Kategorie. </span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Schaut man sich den Verlauf der Hormone innerhalb eines Zyklus an, so fällt auf, dass die erste Zyklushälfte, vor allem gegen Ende, von Östrogen dominiert wird. Erst nach dem Eisprung kommt in der zweiten Zyklushälfte das Progesteron dazu und wird zum dominanten Hormon der Lutealphase. Aber auch Östrogen hat in der Mitte der Lutealphase nochmal einen Peak. Die zweite Zyklushälfte wird daher auch </span><i><span style="font-weight: 400;">high-hormone phase</span></i><span style="font-weight: 400;"> genannt. </span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Den eigenen Zyklus zu tracken und genau zu wissen, in welcher Phase man sich gerade befindet, kann helfen, das Training besser zu unterstützen. </span></p>
<figure id="attachment_323991" aria-describedby="caption-attachment-323991" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-323991" title="menstrual cycle" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/07/menstrual-cycle.jpg" alt="menstrual cycle" width="800" height="490" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/07/menstrual-cycle.jpg 800w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/07/menstrual-cycle-300x184.jpg 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/07/menstrual-cycle-768x470.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-323991" class="wp-caption-text"><span style="font-size: 12pt; font-family: proxima-nova;"><strong><em><span style="color: #222222;">Abb. 1</span><span style="color: #222222;">: Zyklischer Verlauf der weiblichen Hormone Östrogen und Progesteron in einem natürlichen Menstruationszyklus. Aus Oosthuyse et al. </span><span style="color: #222222;">(3)</span><span style="color: #222222;">.</span></em></strong></span></figcaption></figure>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Energieverfügbarkeit – der Schlüssel für Leistung und Gesundheit </span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Die Energieverfügbarkeit entscheidet nicht nur über den sportlichen Erfolg, sondern auch über die Gesundheit. Eine chronisch zu niedrige Kalorienzufuhr kann vor allem bei Frauen zum <strong>RED-S Syndrom</strong> führen, das wir bereits </span><a href="https://genetisches-maximum.de/frauengesundheit/red-s-verstehen/"><span style="font-weight: 400;">hier</span></a><span style="font-weight: 400;"> ausführlich besprochen haben. </span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Um es nochmal kurz zu rekapitulieren: Steht dem Körper durch eine zu geringe Kalorienzufuhr und/oder einen zu hohen Kalorienverbrauch durch sportliche Betätigung netto zu wenig Energie zur Verfügung, können wichtige Körperfunktionen nicht mehr aufrechterhalten werden. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Es kommt unter anderem zu Zyklusstörungen (und ultimativ zum kompletten Ausbleiben der Periode), zum Verlust von Knochendichte sowie zu weiteren Problemen auf endokriner, metabolischer und neurologischer Ebene. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Brandneu erschien diesen Monat im Fachmagazin Redox Biology eine weitere Studie zu den Auswirkungen einer geringen Energieverfügbarkeit, genannt LEA (</span><i><span style="font-weight: 400;">low energy availability</span></i><span style="font-weight: 400;">), bei trainierten Ausdauersportlerinnen </span><span style="font-weight: 400;">(4)</span><span style="font-weight: 400;">. </span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Schon 14 Tage mit LEA wirkten sich negativ auf <strong>Leistung und Immunsystem</strong> aus. Der Cortisolspiegel stieg um 22 %, während die erbrachte Leistung auf dem Ergometer um knapp 8 % sank. Während ein dreitägiger Refeed immerhin das Cortisollevel wieder normalisieren konnte, blieb die Leistung auch nach drei Tagen weiterhin reduziert. </span></p>
<p style="padding-left: 40px;"><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Eine ausreichende Energieversorgung ist der wohl wichtigste Punkt, den es bei Sportlerinnen zu beachten gibt. Denn im Gegensatz zu Männern reagieren Frauen sensibler auf Energiemangel. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">→ Mach’ also (vor allem auch als Amateursportlerin) bitte nicht den Fehler, den so viele Frauen begehen und denke, du musst noch weniger essen und noch mehr Sport machen, um richtig in Shape zu kommen. Wer wirklich übergewichtig ist, darf natürlich gerne mal die Kalorien etwas einschränken oder noch ein zusätzliches Workout einbauen. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Meine Erfahrung ist, dass vor allem Frauen, die schon einen gesunden Körperfettanteil aufweisen, nochmal eine Schippe drauf legen und “ripped” sein wollen. Bestenfalls soll’s noch der Sixpack sein. Aber dafür ist der weibliche Körper einfach nicht konzipiert. Und im schlimmsten Fall schießt man sich mit noch mehr Disziplin beim Essen und beim Sport direkt in ein RED-S. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Die Unterschiede zwischen Mann und Frau beim Thema “Fettverlust durch Kaloriendefizit” lassen sich wieder einmal biochemisch begründen: Bei einem Energiedefizit nach dem Training zeigen Frauen z. B. erhöhte Werte des aktiven Ghrelins (Hungerhormon!), ein niedrigeres Insulin und Leptin (beide wirken sättigend), was unterm Strich die Energieaufnahme stimulieren soll. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Der weibliche Körper gibt damit das Signal, dass er dringend Energie braucht, selbst noch </span><i><span style="font-weight: 400;">nachdem</span></i><span style="font-weight: 400;"> das Defizit beglichen wurde. Bei Männern ist das nicht der Fall </span><span style="font-weight: 400;">(5,6)</span><span style="font-weight: 400;">.</span></span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Carbs are a girls best friend </span></h2>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Vorausgesetzt, das Girl macht regelmäßig (intensiven) Sport. Auch an Trainingstagen verfallen viele Frauen hier dem Gedanken, “Wenn ich vor dem Training nichts esse und danach die Mahlzeit auch noch etwas herauszögere, verbrenne ich mehr Fett.” </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Ja klar, du hast dich jetzt gerade eine Stunde mit Intervallen gequält und dabei 689 kcal verbrannt, macht ja gar keinen Sinn, jetzt direkt wieder die verbrannten Kalorien zuzuführen. </span><i><span style="font-weight: 400;">Oder doch? </span></i></span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Hohe Östradiol- aber auch teilweise Progesteronspiegel, wie in der späten Follikel- bzw. mittleren Luteal-Phase, können die <strong>Blutzuckerverfügbarkeit begrenzen</strong>, indem sie z. B. die Zuckermobilisation aus der Leber hemmen. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Dieser Zustand lässt sich kompensieren, indem man auf eine gute Kohlenhydratversorgung achtet. Daher profitieren Frauen in diesen Zyklusphasen bei </span><b>längeren und intensiven Belastungen</b><span style="font-weight: 400;"> besonders von einer </span><b>höheren Kohlenhydratzufuhr </b><span style="font-weight: 400;">(3)</span><span style="font-weight: 400;">. </span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Interessant: In diesen beiden Zyklusphasen steigen unter Belastung auch bestimmte Immunzellen stärker an. Die Autoren vermuten, dass der Anstieg ein Maß für den Belastungsstress ist, da die Immunzellen z. B. durch Adrenalin mobilisiert werden. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Eine höhere Kohlenhydratzufuhr konnte der Studie zufolge den Anstieg der Immunzellen hemmen, was im Einklang mit unserer Ausführung steht. Denn mehr Kohlenhydrate federn die niedrigere Blutzuckerverfügbarkeit in diesen Zyklusphasen ab, was wiederum den Anstieg der Stresshormone bremst – und dadurch den Anstieg der Immunzellen. (vgl. </span><span style="font-weight: 400;">(7)</span><span style="font-weight: 400;">) </span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Ganz allgemein steigen <strong>Stresshormone</strong> unter Belastung an, wenn die Kohlenhydratverfügbarkeit sinkt. Daher bietet sich eine gute Kohlenhydratversorgung nicht nur in diesen Zyklusphasen, sondern generell an – dadurch signalisierst du dem weiblichen Körper auch, dass er sich nicht in einer Hungersnot befindet. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Das hilft, die Hypothalamus- und damit die Reproduktionsfunktion zu wahren, damit du im Zuge des Sports auch das bekommst, was du erhoffst: Eine Fettreduktion statt einer zusätzlichen Fetteinlagerung, bedingt durch ein hormonelles Chaos. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">→ Die Glykogenspeicher also immer schön angefüllt zu halten und nach den Sporteinheiten schnell wieder zu befüllen (Stichwort Regeneration!), lohnt sich vor allem für Frauen. Besonders in der Follikelphase sind die Glykogenspeicher generell leerer als in der Lutealphase, und es braucht eine höhere Kohlenhydratzufuhr, um sie zu füllen. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Ein guter Richtwert für ein Carboloading für viel trainierende Frauen ist 8 g/kg Körpergewicht pro Tag – oder einzelne Kohlenhydratgaben nach einer Belastung im Bereich von 1 g/kg Körpergewicht </span><span style="font-weight: 400;">(8,9)</span><span style="font-weight: 400;">. </span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Mach’s also nicht wie mein 20-jähriges Ich, das glaubte, man verbrenne beim Sport nur dann Kalorien, wenn man vorher keine zuführe ;-) Ob man bei einem Pilateskurs jedoch ein echtes Carbloading braucht, darf auch bezweifelt werden! </span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Mehr Protein!</span></h2>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Protein ist wichtig, das wissen wir alle. Aber ganz besonders für Frauen. Warum? Das hat etwas mit dem Hormon Progesteron zu tun.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Progesteron wird nach dem Eisprung produziert und soll den Körper auf eine Schwangerschaft vorbereiten. Daher sorgt es dafür, dass Kohlenhydrate und Aminosäuren weg vom Körpergewebe wie z. B. den Muskeln hin zum Endometrium, der Gebärmutterschleimhaut, gebracht werden. Dort muss nämlich ein gemütliches Nest eingerichtet werden. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Progesteron wirkt sich daher </span><b>katabol </b><span style="font-weight: 400;">(abbauend) auf unsere Muskulatur aus. Deshalb ist es in der </span><b>zweiten Zyklushälfte</b><span style="font-weight: 400;"> umso wichtiger, dem mit genug Protein entgegenzuwirken. </span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;"><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">→ </span>Empfohlen wird für Sportlerinnen ein täglicher </span><b>Protein-Intake von 1,8-2,2 g/kg</b><span style="font-weight: 400;">. In der Lutealphase solltest du dich am oberen Ende dieses Spektrums bewegen, um die Muskulatur zu schützen (1). </span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Auch </span><b>direkt vor und nach dem Training</b><span style="font-weight: 400;"> wird die Aufnahme von 0,32-0,38 g Protein/kg Körpergewicht empfohlen. In der zweiten Zyklushälfte solltest du dich auch hier am höheren Wert orientieren </span><span style="font-weight: 400;">(1)</span><span style="font-weight: 400;">.</span></span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Fasten und Nüchterntraining </span></h2>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Don’t do it. Seriously. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Natürlich ist es nicht schlimm, wenn man </span><i><span style="font-weight: 400;">mal</span></i><span style="font-weight: 400;"> vor dem Training nicht genug gegessen hat oder ab und zu das Frühstück skippt. Moderate Fastenphasen tun dem Körper sicherlich gut. </span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Aber der weibliche Körper reagiert <strong>sensibel auf Nahrungsentzug</strong> und wenn diese regelmäßig und/oder in großem Ausmaß vorkommen, kann sich das in einer Störung der Körperfunktionen, vor allem der Reproduktion, manifestieren. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Jeden Tag 16:8 </span><i><span style="font-weight: 400;">Intermittent Fasting</span></i><span style="font-weight: 400;"> oder regelmäßiges Training mit leeren Speichern (“train low”) kann schon zu viel sein. Natürlich ist die Grenze individuell, manche Frauen tolerieren Fasten besser als andere. </span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Ich möchte auch nicht sagen, dass solche Konzepte für Frauen gar nicht funktionieren. Es gibt sicher ein paar Ausnahmen, aber dem Großteil der Frauen tut häufiges/längeres Fasten vermutlich nicht gut, das können Männer deutlich besser tolerieren.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Das hatte Chris auch schon </span><a href="https://edubily.de/blogs/ratgeber/intervallfasten-ist-intermittierendes-fasten-fur-frauen-eine-gute-idee?_pos=1&amp;_psq=fasten&amp;_ss=e&amp;_v=1.0"><span style="font-weight: 400;">hier</span></a><span style="font-weight: 400;"> aufgearbeitet. Eine Studie zeigte, dass Athletinnen, die über den Tag betrachtet länger und tiefer im Kaloriendefizit waren, also ein größeres sog. </span><i><span style="font-weight: 400;">Within-Day Energy Deficit</span></i><span style="font-weight: 400;"> hatten, auch mehr Zyklusprobleme aufwiesen als die Athletinnen, die über den Tag und ums Training herum mehr aßen – trotz gleicher, ausgeglichener Kalorienbilanz am Ende des Tages Entscheidend war also das </span><b>Timing der Mahlzeiten</b> <span style="font-weight: 400;">(10)</span><span style="font-weight: 400;">. </span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">→ Stelle also sicher, dass du den Tag über nicht in ein allzu großes Kaloriendefizit rutschst.</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Flüssigkeitshaushalt  und Temperaturregulation </span></h2>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Auch hier unterscheiden Frauen sich von Männern: Frauen haben durchschnittlich weniger Körperwasser bezogen auf die Körpermasse. Das liegt unter anderem daran, dass Frauen i.d.R. mehr Körperfett haben, welches nicht so viel Wasser enthält wie Muskeln. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Daher ist der gleiche prozentuale <strong>Flüssigkeitsverlust bei Frauen gravierender</strong> als bei Männern. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Das könnte einer der Gründe sein, warum Frauen durchschnittlich auch weniger schwitzen als Männer. Das konserviert wertvolles Wasser, lässt aber auch die Körpertemperatur stärker ansteigen als bei Männern. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Studien zeigen, dass bei Frauen während einer Belastung die Körperkerntemperatur bereits nach 30 min und einem Flüssigkeitsverlust von 0,5 % der Körpermasse ansteigt, während das bei Männern erst nach einer Stunde der Fall war. Und da hatten diese bereits das Dreifache ausgeschwitzt </span><span style="font-weight: 400;">(11)</span><span style="font-weight: 400;">.</span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Aber das ist nicht alles. Auch die weiblichen Sexualhormone haben bei der Temperatur- und Flüssigkeitsregulation noch ihre Finger im Spiel. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">In der zweiten Zyklushälfte, der </span><i><span style="font-weight: 400;">high-hormone</span></i> <i><span style="font-weight: 400;">phase</span></i><span style="font-weight: 400;">, kommt es durch Östrogen und Progesteron zu Veränderungen. Wassereinlagerungen im Gewebe sowie ein reduziertes Plasmavolumen können die Folge sein. </span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Durch Progesteron steigt die Körperkerntemperatur um 0,3-0,7 °C an </span><span style="font-weight: 400;">(12).</span><span style="font-weight: 400;"> Gleichzeitig steigt auch die Schwelle, ab welcher der Körper durch Gefäßerweiterung und Schwitzen Wärme ableitet. Sport in der zweiten Zyklushälfte kann sich dadurch deutlich heißer anfühlen und bei Hobbysportlerinnen hat man auch tatsächlich eine geringere Hitzetoleranz bei sportlichen Aktivitäten festgestellt. </span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Die gute Nachricht: Das lässt sich ändern! Durch Training!</span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><span style="font-weight: 400;">Bei gut trainierten Athletinnen unterscheidet sich die Leistung beim Training unter heißen Bedingungen in den einzelnen Zyklusphasen nicht </span><span style="font-weight: 400;">(12)</span><span style="font-weight: 400;">. Außerdem haben sie eine niedrigere “Schwitz-Schwelle” als weniger trainierte Frauen </span><span style="font-weight: 400;">(13)</span><span style="font-weight: 400;">. </span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">In der zweiten Zyklushälfte, gerade auch an wärmeren Tagen, macht es aber sowohl für Hobby- als auch Leistungssportlerinnen Sinn, besonders auf den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt zu achten. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Stacy Sims und ihr Team führten dazu einen Versuch mit Natrium-Loading vor dem Sport durch. Dabei wird dem Körper vor der Belastung ordentlich Salz (Natrium) zugeführt, damit es u.a. durch das Schwitzen nicht so schnell zu einem Mangel an Natrium kommt. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">So eine <strong>Hyponatriämie</strong> kann nämlich mit Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Kopfschmerzen schnell unangenehm und in Extremfällen sogar lebensbedrohlich werden.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Die Forscher kamen zu folgendem Ergebnis: </span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Die Einnahme eines konzentrierten Natriumgetränks vor dem Training erhöhte das Plasmavolumen, verringerte die thermoregulatorische Belastung und erhöhte die körperliche Leistungsfähigkeit bei Frauen in der high-hormone Phase des natürlichen Zyklus und des Zyklus mit der Antibabypille unter warmen Bedingungen. </span><span style="font-weight: 400;">(14)</span></span></p></blockquote>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">→ Das konzentrierte Natriumgetränk aus der Studie kannst du ganz einfach selbst herstellen, indem du 7,7 g Natriumcitrat und 4,5 g Natriumchlorid in einem Liter Wasser löst. Das ist schon eine ganze Menge, vermutlich reicht auch weniger aus ;) </span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Fazit</span></h2>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">That was a lot. Gratulation, wenn du diesen Artikel bis hier durchgelesen hast. Und hoffentlich auch den ein oder anderen Trick für dich mitnehmen konntest. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Um das alles nochmal auf einen Blick zu sehen, sind hier nochmal die wichtigsten Punkte zusammengefasst:</span></p>
<ul>
<li style="font-weight: 400;"><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Iss über den Tag verteilt genug und achte auf dein </span><i><span style="font-weight: 400;">within-day </span></i><span style="font-weight: 400;">Kaloriendefizit, sprich vermeide längere katabole Phasen.</span></span></li>
<li style="font-weight: 400;"><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Führe um das Training herum genug Kohlenhydrate zu (30-60 g/h) und orientiere dich in der Lutealphase am oberen Wert</span></li>
<li style="font-weight: 400;"><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">In der Lutealphase brauchst du aufgrund des katabolen Effekts von Progesteron besonders viel Protein, auch nach dem Training.</span></li>
<li style="font-weight: 400;"><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Nüchterntraining kann sich negativ auf die reproduktive Achse auswirken – sei also vorsichtig damit.</span></li>
<li style="font-weight: 400;"><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Frauen sind anfälliger für Störungen im Flüssigkeitshaushalt. An heißen Tagen kann ein </span><i><span style="font-weight: 400;">pre-loading</span></i><span style="font-weight: 400;"> mit Salz die Belastung auf den Körper reduzieren und die Leistung steigern.</span></span></li>
</ul>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Quellen</span></h2>
<ol>
<li><span style="font-family: proxima-nova;"> <span style="font-weight: 400;">Sims ST, Kerksick CM, Smith-Ryan AE, Janse de Jonge XAK, Hirsch KR, Arent SM, u. a. International society of sports nutrition position stand: nutritional concerns of the female athlete. J Int Soc Sports Nutr. 20(1):2204066.</span></span></li>
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<li><span style="font-family: proxima-nova;"> <span style="font-weight: 400;">Oosthuyse T, Strauss JA, Hackney AC. Understanding the female athlete: molecular mechanisms underpinning menstrual phase differences in exercise metabolism. Eur J Appl Physiol. 1. März 2023;123(3):423–50.</span></span></li>
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		<item>
		<title>Female Performance Teil 1: RED-S verstehen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Annika Speidel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Jun 2024 08:59:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausdauer]]></category>
		<category><![CDATA[Energiehaushalt]]></category>
		<category><![CDATA[Frauengesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Hormonhaushalt]]></category>
		<category><![CDATA[Kohlenhydrate]]></category>
		<category><![CDATA[Leptin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wusstest du, dass über die Hälfte der professionellen Radsportlerinnen keinen Zyklus mehr haben? Rund 56 % der Radfahrerinnen bekommen ihre Tage nicht mehr. Bei den Triathletinnen sind es 40 % (1). Das sind enorm hohe [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Wusstest du, dass über die Hälfte der professionellen Radsportlerinnen keinen Zyklus mehr haben? Rund 56 % der Radfahrerinnen bekommen ihre Tage nicht mehr. Bei den Triathletinnen sind es 40 % </span><span style="font-weight: 400">(1).</span><span style="font-weight: 400"> Das sind enorm hohe Zahlen. </span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Aber wieso sollte das schlimm sein? Ist doch vielleicht ganz praktisch, als Sportlerin keinen Zyklus zu haben. Wer möchte sich schon am Wettkampftag auch noch mit seiner Periode rumschlagen? </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Eine ausbleibende Periode ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Wobei das schon eine sehr massive Spitze ist. Denn der weibliche Zyklus ist ein wichtiges Vitalzeichen der Frau und das Ausbleiben ist schon mal ein sehr starkes Signal, dass etwas nicht stimmt. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Was alles noch dahintersteckt und welche Konsequenzen eine ausbleibende Periode haben kann, besprechen wir gleich. Kommen wir erst einmal zu den Begrifflichkeiten. Denn das Kind hat einen Namen: </span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova">Das Red-S-Syndrom</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Das RED-S Syndrom (</span><i><span style="font-weight: 400">Relative Energy Deficiency in Sports</span></i><span style="font-weight: 400">), einigen vielleicht noch unter dem veralteten Begriff </span><i><span style="font-weight: 400">Female Athlete Triad</span></i><span style="font-weight: 400"> bekannt, beschreibt die Konsequenzen einer niedrigen Energieverfügbarkeit bei weiblichen Athleten. </span><b>Davon betroffen sind nicht nur Spitzensportlerinnen, sondern auch ganz normale Hobbyathletinnen</b><span style="font-weight: 400">. </span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">RED-S beschreibt, was passiert, wenn sportlich aktive Frauen zu wenig essen und/oder zu viel trainieren. </span></p>
<h4><span style="font-family: proxima-nova">Die Energieverfügbarkeit ist entscheidend </span></h4>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Die Energieverfügbarkeit (</span><i><span style="font-weight: 400">Energy Availability</span></i><span style="font-weight: 400">, EA) spiegelt den Energiestatus von Athleten wider und berechnet sich aus der Energieaufnahme durch Essen minus dem Energieverbrauch durch den Sport, normalisiert auf die fettfreie Masse (FFM). </span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Diese Energie bleibt dem Körper am Ende des Tages übrig, um physiologische Prozesse wie Thermoregulation, Proteinsynthese, Reproduktion, Reparaturprozesse etc. auszuführen. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Eine EA von </span><b>mindestens 45 kcal/kg FFM/Tag</b><span style="font-weight: 400"> scheint ein Schwellenwert zu sein, der eine optimale Energiebereitstellung für die physiologischen Funktionen und die Erhaltung der Körpermasse bei weiblichen Athleten gewährleistet. Wir sprechen hier von Erhalt. Für Hypertrophie, sprich Muskelaufbau, braucht es einen Wert &gt; 45 kcal/kg FFM/Tag. </span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Rechnen wir das mal durch und nehmen als Beispiel eine 60 kg schwere Athletin mit einem Körperfettanteil von 22 %. Das entspricht 46,8 kg fettfreier Masse. Sie trainiert täglich 1,5-2 h, wobei sie 1000 kcal verbrennt.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Um optimal mit Energie versorgt zu sein und ihr Gewicht zu halten, sollte sie täglich mind. 3150 kcal zu sich nehmen. Damit kommt sie auf die 45 kcal/kg FFM/Tag. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-323915 aligncenter" title="Bildschirmfoto 2024 06 18 um 17.13.21" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/06/Bildschirmfoto-2024-06-18-um-17.13.21.png" alt="Bildschirmfoto 2024 06 18 um 17.13.21" width="410" height="69" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/06/Bildschirmfoto-2024-06-18-um-17.13.21.png 583w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/06/Bildschirmfoto-2024-06-18-um-17.13.21-300x50.png 300w" sizes="auto, (max-width: 410px) 100vw, 410px" /></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Möchte sie jetzt noch etwas mehr Muskulatur aufbauen, so kann sie beispielsweise auf 3400 kcal hochgehen. Damit wäre sie dann bei 51 kcal/kg FFM/Tag, was den Aufbau fettfreier Masse begünstigt. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Bei Werten </span><b>unterhalb 30 kcal/kg FFM/Tag</b><span style="font-weight: 400"> spricht man von einer </span><b>klinischen LEA</b><span style="font-weight: 400"> (</span><i><span style="font-weight: 400">Low Energy Availability</span></i><span style="font-weight: 400">). Schon nach 5 Tagen mit solch einer niedrigen Energieversorgung konnte man in Studien eine Reduktion der LH-Pulsatilität beobachten, d. h. das Gehirn beginnt, die Reproduktion zu drosseln </span><span style="font-weight: 400">(2). </span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Auch der Bewegungsapparat, das kardiovaskuläre System, die Verdauungsorgane sowie das Hormon- und Nervensystem leiden unter der geringen Energieverfügbarkeit. Dazu gleich mehr.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Zwischen </span><b>30 und 45 kcal/kg FFM/Tag</b><span style="font-weight: 400"> befindet man sich bereits in einer </span><b>subklinischen LEA</b><span style="font-weight: 400">, die aber über kürzere Zeiträume im Rahmen eines gut geplanten Abnehmprogramms vermutlich noch relativ gut tolerierbar ist. </span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Interessant ist, dass die Grenzwerte der Männer niedriger liegen, d. h. </span><b>Frauen brauchen relativ betrachtet mehr Kalorien, um gesund zu bleiben! </b><span style="font-weight: 400">Bei Männern gilt bereits alles ab 40 kcal/kg FFM/Tag als ausreichende Energieverfügbarkeit </span><span style="font-weight: 400">(3).</span></span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova">Symptome und Folgen von RED-S</span></h2>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Was passiert nun also mit dem weiblichen Körper, wenn es ihm an Energie mangelt? Als eine der ersten Sparmaßnahmen wird die Fortpflanzung eingestellt, denn diese ist fürs kurzfristige Überleben nicht wichtig. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Im Gegenteil, eine Schwangerschaft wäre in Zeiten des Energiemangels sogar eine zusätzliche Belastung. Weitere Anzeichen neben einem veränderten oder ausbleibenden Zyklus sind: </span></p>
<ul>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Verdauungsbeschwerden, Gastroparese (Magenentleerungsstörung)</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Depressive Stimmung oder Ängstlichkeit</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Schlafstörungen</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Schwaches Immunsystem, häufige Infekte</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Langsamere Regeneration</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Schwäche, Müdigkeit, Schlappheit</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Häufigere Verletzungen (z.B. Sehnen- und Bänderprobleme, Ermüdungsfrakturen)</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Geringere Libido</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Reduzierte Leistungsfähigkeit</span></li>
</ul>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Sollte auf dieser Liste nicht auch eine Gewichtsabnahme stehen? Nein, typischerweise (und leider auch tückischerweise) nimmt man bei RED-S nicht unbedingt sichtbar ab, was die Diagnose oft erschwert. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Es findet zwar oft ein Abbau von Muskelmasse und Aufbau oder Erhalt von Fettmasse statt, aber nach außen hin kann die Erscheinung der betroffenen Frau unverändert bleiben. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Der Körper <strong>fährt den Stoffwechsel herunter</strong> und versucht krampfhaft, sein Körperfett zu halten. So kann man auch mit einem normalen oder sogar leicht erhöhten Körperfettanteil an Energiemangel leiden. Das führt nicht selten zu einem Teufelskreis, da man durch das vorhandene Körperfett denkt, man muss </span><i><span style="font-weight: 400">noch </span></i><span style="font-weight: 400">mehr Sport machen und </span><i><span style="font-weight: 400">noch</span></i><span style="font-weight: 400"> weniger essen. </span></span></p>
<p style="padding-left: 40px"><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Das sollte jedem und vor allem <em>jeder</em> (Frau) zu denken geben: Ein Energiemangel ist nicht immer gleichbedeutend mit Fettverlust. Daher gilt das bekannte CICO-Kredo (</span><i><span style="font-weight: 400">Calories in, Calories out</span></i><span style="font-weight: 400">) eben nicht uneingeschränkt, was sehr gut aufzeigt, dass Unter- aber vor allem Übergewicht physiologisch sehr komplex reguliert wird. </span></span></p>
<h4><span style="font-family: proxima-nova">Was passiert auf hormoneller Ebene? </span></h4>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Stehen zu wenig Energie und bei hoher körperlicher Belastung vor allem zu wenig Kohlenhydrate zur Verfügung, kommt es zu hormonellen Veränderungen. Zum einen </span><b>steigt das Stresshormon Cortisol an</b><span style="font-weight: 400">, zum anderen </span><b>fällt das Sättigungshormon Leptin</b><span style="font-weight: 400">. </span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Leptin stimuliert normalerweise die Freisetzung des Hypophysenhormons LH, das zusammen mit FSH zur Bildung von Östrogen und später zum Eisprung benötigt wird. </span><span style="font-weight: 400">Niedriges Leptin und hohes Cortisol blockieren jetzt aber die Ausschüttung von LH im Gehirn und schalten damit den Zyklus aus </span></span><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">(4). </span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Gleichzeitig </span><b>steigt Ghrelin (Hungerhormon)</b><span style="font-weight: 400"> an und unterdrückt zusätzlich die LH- und FSH-Sekretion </span><span style="font-weight: 400">(5). </span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Involviert in die Steuerung der Fortpflanzung ist auch das </span><b>Neuropeptid Kisspeptin</b><span style="font-weight: 400">. Durch ein Energiedefizit wird Kisspeptin herunterreguliert, was die Ausschüttung von GnRH (Gonadotropin-Releasing-Hormone) verringert. GnRH wiederum bewirkt die Freisetzung von LH und FSH. Ist die GnRH-Ausschüttung durch das Fehlen von Kisspeptin verringert, werden in Folge auch weniger LH und FSH ausgeschüttet. </span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Auch hier ist der Schwellenwert für die Herunterregulierung von Kisspeptin viel geringer als bei Männern. Frauen reagieren einfach sensibler auf Energiemangel.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Diese Veränderungen auf Gehirnebene führen letztendlich dazu, dass auch </span><b>der Östrogenspiegel sinkt</b><span style="font-weight: 400">. Und auch die </span><b>Schilddrüsenhormone sinken</b><span style="font-weight: 400">, was zur vorhin genannten Einschränkung von Stoffwechselprozessen führt. </span></span></p>
<figure id="attachment_323924" aria-describedby="caption-attachment-323924" style="width: 7444px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-323924" title="LEA Abbildung" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/06/LEA_Abbildung.png" alt="LEA Abbildung" width="7444" height="4283" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/06/LEA_Abbildung.png 7444w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/06/LEA_Abbildung-300x173.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/06/LEA_Abbildung-1024x589.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/06/LEA_Abbildung-768x442.png 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/06/LEA_Abbildung-1536x884.png 1536w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/06/LEA_Abbildung-2048x1178.png 2048w" sizes="auto, (max-width: 7444px) 100vw, 7444px" /><figcaption id="caption-attachment-323924" class="wp-caption-text"><em><strong><span style="font-family: proxima-nova">Abb. 1: Die komplexen Auswirkungen einer geringen Energieverfügbarkeit auf das Hormonsystem und die davon abhängigen Körperfunktionen. Abbildung adaptiert nach Dipla et al. (5) </span></strong></em></figcaption></figure>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Aber nochmal zurück zum Östrogen, denn das spielt nicht nur für den Zyklus, sondern die gesamte Gesundheit der Frau eine wichtige Rolle. </span></p>
<h4><strong><span style="font-family: proxima-nova">Östrogen ist Gold wert</span></strong></h4>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Eine </span><b>Verringerung der Knochendichte</b><span style="font-weight: 400">, die letztendlich zu </span><b>Osteoporose</b><span style="font-weight: 400"> führen kann, ist eine prominente Folge von RED-S und vor allem auf die niedrigen Östrogenwerte zurückzuführen. </span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Denn Östrogene wirken sich positiv auf den Knochenstoffwechsel aus, beispielsweise indem sie die Osteoklasten (knochenabbauende Zellen) hemmen und dafür die Osteoblasten (knochenaufbauende Zellen) aktivieren sowie die Calciumaufnahme im Darm fördern. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Den </span><b>Knochendichte-Peak</b><span style="font-weight: 400"> erreichen Frauen circa in der Mitte ihrer Zwanziger, und ab dann geht es altersgemäß bergab. In diesem Alter befinden sich (Profi-)Athletinnen meist auch in der Blüte ihrer Leistungsfähigkeit und haben wahrscheinlich andere Prioritäten als eine gute Knochendichte. </span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Die Knochendichte, die man jedoch in diesen jungen Jahren nicht aufbaut oder gar schon verliert, wird man leider nie wieder zurückbekommen. Daher muss man an dieser Stelle wirklich genau abwägen, welches Risiko man auf Kosten seiner langfristigen Gesundheit eingehen möchte. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Östrogen ist auch für die </span><b>Herz-Kreislauf-Gesundheit</b><span style="font-weight: 400"> unverzichtbar. Über verschiedene Mechanismen wie z. B. Steigerung der Vasodilatation via NO, Anregung der Angiogenese (Gefäßneubildung), Verringerung von fibrotischen Prozessen und Verminderung von oxidativem Stress wirkt sich Östrogen positiv auf das kardiovaskuläre System aus </span><span style="font-weight: 400">(6).</span><span style="font-weight: 400"> Wenn wir also gesunde Gefäße haben wollen, brauchen wir genug Östrogen.</span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Die antioxidative Wirkung von Östogenen ist auch während dem Sport besonders vorteilhaft für Frauen: Östradiol kann die </span><b>Membranstabilität von Zellen verbessern und die Lipidperoxidation (Schädigung von Fetten durch freie Radikale) bremsen</b><span style="font-weight: 400">. Zum einen macht Östradiol das selbst, zum anderen aktiviert es zusätzlich die antioxidativen Enzyme SOD und Glutathion-Peroxidase </span><span style="font-weight: 400">(7,8).</span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Bei langen Ausdauerbelastungen entstehen freie Radikale und führen durch Membranschädigungen zur Freisetzung von Muskelproteinen wie der Kreatinkinase, einem Marker für Muskelschaden. Es ist also nicht überraschend, dass Frauen niedrigere Kreatinkinasewerte nach Belastung haben als Männer </span><span style="font-weight: 400">(9).</span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Ausreichend Östrogen ist also wichtig, um </span><b>Muskelschäden bei langen Ausdauerbelastungen zu dämpfen</b><span style="font-weight: 400">. </span></span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova">Wie kannst du RED-S verhindern? </span></h2>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Die größte Stellschraube im Kontext von RED-S sind sicher die Makronährstoffe, allen voran die Kohlenhydrate. Vernachlässigen darf man allerdings auch die Mikronährstoffe nicht. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Da wäre beispielsweise Eisen, das in einer bidirektionalen Beziehung zu einer niedrigen Energieverfügbarkeit (LEA) steht. Konkret heißt das: <strong>LEA kann zu Eisenmangel führen, während Eisenmangel wiederum zu LEA führen kann </strong></span><span style="font-weight: 400">(10).</span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Durch intensives Training, vor allem mit leeren Glykogenspeichern, steigt der Eisenregulator Hepcidin an. Hepcidin verringert die Eisenaufnahme. Auch niedrige Östrogenspiegel können Hepcidin erhöhen. Zusätzlich verlieren Athleten Eisen durch Hämolyse, Schwitzen, kleine Blutungen im Magen-Darm-Trakt sowie durch Entzündungsreaktionen durch den Sport. Das kann zu Eisenmangel führen. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Eisenmangel wiederum kann die Energieverfügbarkeit senken. Eisen wird nämlich in der Elektronentransportkette benötigt, um ATP über einen Prozess namens </span><i><span style="font-weight: 400">oxidative Phosphorylierung </span></i><span style="font-weight: 400">herzustellen. Ohne genug Eisen muss der Körper den ineffizienten Weg des anaeroben Stoffwechsels gehen. Netto wird daraus weniger Energie gewonnen, was auf lange Sicht in einem chronischen Energiemangel endet. </span></span></p>
<h4><span style="font-family: proxima-nova"><strong>Do and Dont&#8217;s</strong></span></h4>
<ul>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Iss genug! Du brauchst wahrscheinlich mehr als du denkst.</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Der Kohlenhydratanteil ist entscheidend: Je nach Trainingsintensität werden täglich 5-12 g/kg Körpergewicht empfohlen. </span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Auffüllen der Glykogenspeicher nach dem Training nicht vergessen: Da dürfen es nach 4-6 h Bewegung auch mal 1,2 g/kg Körpergewicht sein</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Orientiere dich an einem Protein-Intake zwischen 1,8-2,2 g/kg Körpergewicht</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Iss genug Fette, 1 g/kg Körpergewicht sollten es auf jeden Fall sein</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Führe vor allem um das Training herum genügend Kohlenhydrate zu</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Kein Nüchterntraining! Das stresst den weiblichen Körper nur unnötig</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Vorsicht mit Fasten: Das weibliche Reproduktionssystem reagiert empfindlich auf Nahrungsentzug</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Priorisiere dein Wohlbefinden und deine Leistung über deinem Aussehen</span></li>
</ul>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Wichtig ist an dieser Stelle noch zu betonen: Das Training ist <strong>kein Freifahrtschein für minderwertige Nahrung</strong>, sprich stark verarbeitete Zucker- oder Weißmehlprodukte. </span><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Du sollst dir jetzt nicht vor jedem Training ein Snickers nach dem anderen reinhauen und danach beim Bäcker vorbeifahren, um dir noch ein belegtes Brötchen plus Schokocroissant zu holen, “weil du ja laut edubily die Carbs brauchst”. </span></p>
<p style="padding-left: 40px"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Natürlich hängt das auch deutlich vom Intensitätsgrad des Trainings ab. Wer Leistungssport betreibt und sonst wirklich gar nicht auf seine Kalorien kommt, greift beim intensiven Training oder Wettkampf im Zweifelsfall lieber mal zum Snickers, als gar nichts zu essen. Daran siehst du aber auch schon, warum (Hoch-)Leistungssport nicht immer gesund ist. Auch deshalb. </span></p>
<p style="padding-left: 40px"><span style="font-family: proxima-nova">Der Bürohengst-Kreisliga-Handballer braucht natürlich eher keine Carboloading-Nudelparty&#8230; </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Das Ziel ist, zu lernen, den eigenen Kohlenhydratbedarf abzuschätzen und diesen dann so gut es eben geht aus natürlichen, gesunden Quellen zu decken. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Das könnte so gehen: </span></p>
<ul>
<li><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Steht am Morgen eine intensive Trainingseinheit an, könntest du statt Nutellabrot lieber ein Proteinporridge frühstücken: Haferflocken mit Wasser aufkochen, etwas Kollagen und 1-2 Scoops Proteinpulver dazu, on top ein paar Nüsse oder Kokosmus und eine Handvoll Beeren. </span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Als </span><i><span style="font-weight: 400">post-workout</span></i><span style="font-weight: 400"> Snack könntest du dir beispielsweise einen Shake aus 2 großen Bananen (ca. 60 g Carbs!), Proteinpulver, 2 rohen Eiern und Wasser mixen. Damit füllst du die Glykogenspeicher auf und lieferst genug Protein für die Regeneration. </span></span></li>
<li><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Am Abend vor einem intensiven Training oder auch einem Wettkampf muss es nicht unbedingt die klassische Pasta zum Carboloading sein. Wie wäre es stattdessen mit selbstgemachten Süßkartoffelpommes aus dem Ofen (Süßkartoffeln haben mit 20 g KH/100 g mehr Carbs als normale Kartoffeln), dazu eine saftig gegrillte Hähnchenbrust und zum Nachtisch eine große Portion Obstsalat, z. B. mit Mango, Ananas, Datteln oder Bananen? </span></li>
</ul>
<h2><span style="font-family: proxima-nova">Halten wir fest: Frauen sind halt doch kompliziert </span></h2>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Wie du siehst, kann eine zu geringe Energiezufuhr bei sportlich aktiven Frauen wirklich fatale Konsequenzen haben. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Mit Schuld an der hohen Prävalenz von RED-S ist sicherlich auch die fehlende Forschung zur weiblichen Physiologie und der direkte Übertrag der sportwissenschaftlichen Ergebnisse aus jahrelanger Forschung an Männern auf weibliche Athleten. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Dabei wird von Trainern und auch von den Sportlerinnen selbst vernachlässigt, dass Frauen eine zum Teil stark abweichende Biologie zu Männern haben. Und selbst unter Frauen gibt es nochmal deutliche Unterschiede, da kein Zyklus dem anderen gleicht. <strong>Frauen sind halt doch kompliziert! </strong></span></p>
<figure id="attachment_323913" aria-describedby="caption-attachment-323913" style="width: 480px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-323913" title="meme2" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/06/meme2.jpeg" alt="meme2" width="480" height="296" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/06/meme2.jpeg 480w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/06/meme2-300x185.jpeg 300w" sizes="auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px" /><figcaption id="caption-attachment-323913" class="wp-caption-text"><span style="font-family: proxima-nova"><em><strong>So ähnlich scheint es – zumindest in Hinblick auf die Sportphysiologie von Männern und Frauen – zu sein</strong></em></span></figcaption></figure>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Wir hoffen, dir hat der erste Teil aus unserer kleinen </span><i><span style="font-weight: 400">Female-Performance</span></i><span style="font-weight: 400">-Reihe gefallen. Im nächsten Teil wird es weitere praktische Tipps rund um die Optimierung deines Trainings geben und was du in welcher Zyklusphase beachten solltest, um maximale Leistung und maximale Gesundheit zu erreichen. </span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">P.S. Für alle Betroffenen oder diejenigen, die vermuten, dass sie oder eine andere Person betroffen sein könnten: Die DOSB-lizenzierte Sportmedizin der Uniklinik Tübingen bietet extra eine </span><a href="https://www.medizin.uni-tuebingen.de/de/das-klinikum/einrichtungen/kliniken/medizinische-klinik/sportmedizin/sprechstunde-red-s"><span style="font-weight: 400">RED-S Sprechstunde</span></a><span style="font-weight: 400"> an.</span></span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova">Quellen</span></h2>
<ol>
<li><span style="font-family: proxima-nova"> <span style="font-weight: 400">Gimunová M, Paulínyová A, Bernaciková M, Paludo AC. The Prevalence of Menstrual Cycle Disorders in Female Athletes from Different Sports Disciplines: A Rapid Review. Int J Environ Res Public Health. 31. Oktober 2022;19(21):14243.</span></span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova"> <span style="font-weight: 400">Loucks AB, Thuma JR. Luteinizing hormone pulsatility is disrupted at a threshold of energy availability in regularly menstruating women. J Clin Endocrinol Metab. Januar 2003;88(1):297–311.</span></span></li>
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<li><span style="font-family: proxima-nova"> <span style="font-weight: 400">Higher ghrelin and lower leptin secretion are associated with lower LH secretion in young amenorrheic athletes compared with eumenorrheic athletes and controls &#8211; PMC [Internet]. [zitiert 13. Juni 2024]. Verfügbar unter: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3330709/</span></span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova"> <span style="font-weight: 400">Dipla K, Kraemer RR, Constantini NW, Hackney AC. Relative energy deficiency in sports (RED-S): elucidation of endocrine changes affecting the health of males and females. Hormones. 1. März 2021;20(1):35–47.</span></span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova"> <span style="font-weight: 400">Iorga A, Cunningham CM, Moazeni S, Ruffenach G, Umar S, Eghbali M. The protective role of estrogen and estrogen receptors in cardiovascular disease and the controversial use of estrogen therapy. Biol Sex Differ. 24. Oktober 2017;8:33.</span></span></li>
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<li><span style="font-family: proxima-nova"> <span style="font-weight: 400">Sewright KA, Hubal MJ, Kearns A, Holbrook MT, Clarkson PM. Sex Differences in Response to Maximal Eccentric Exercise. Med Sci Sports Exerc. Februar 2008;40(2):242.</span></span></li>
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			</item>
		<item>
		<title>Wie dein Mikrobiom deinen Östrogenspiegel beeinflusst</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Annika Speidel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Apr 2024 11:05:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Darmgesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Frauengesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Hormonhaushalt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Mikrobiom, also die Gesamtheit aller Bakterien, die auf und im Körper leben, fasziniert mich immer mehr. Ich betrachte es mittlerweile als eine Art weiteres Organ, denn es ist so tief in unsere Physiologie eingebunden.  [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Das Mikrobiom, also die Gesamtheit aller Bakterien, die auf und im Körper leben, fasziniert mich immer mehr. Ich betrachte es mittlerweile als eine Art weiteres Organ, denn es ist so tief in unsere Physiologie eingebunden. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Viele Aufgaben des Mikrobioms sind uns sicher auch noch zum jetzigen Zeitpunkt unbekannt. Viele kennen wir aber auch schon. Da wären&#8230; </span></span></p>
<ul>
<li><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">die Modulation und Entwicklung des Immunsystems, </span></span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">die Aktivierung des Nervensystems via dem Vagusnerv (Stichwort </span><i><span style="font-weight: 400;">gut-brain axis</span></i><span style="font-weight: 400;">), </span></span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">die Regulation von Neurotransmittern oder auch </span></span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">die Produktion von Metaboliten wie SCFAs (</span><i><span style="font-weight: 400;">short chain fatty acids</span></i><span style="font-weight: 400;">). </span></span></li>
</ul>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Aber wusstest du auch, dass das Mikrobiom eine elementare Rolle bei der Regulation des Hormonhaushalts spielt? <strong>Tatsächlich kann das Mikrobiom die Menge an Sexualhormonen im Körper beeinflussen. </strong></span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Das Östrobolom </span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Bezogen auf das weibliche Sexualhormon Östrogen nennt man die Gesamtheit der Bakterien, die an dessen Regulation beteiligt sind, auch </span><b>Östrobolom</b><span style="font-weight: 400;">. </span><span style="font-weight: 400;">Bevor wir allerdings verstehen können, wie das Östrobolom Einfluss auf den Östrogenspiegel nehmen kann, müssen wir uns zuerst den Abbau der Östrogene in der Leber anschauen. </span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Die Leber entgiftet, indem sie die auszuscheidenden Substanzen so modifiziert, dass sie gut wasserlöslich sind und über den Darm oder die Nieren eliminiert werden können. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Im ersten Schritt, der sogenannten<strong> Phase-I</strong>, werden die Östrogene hydroxyliert, d.h. spezielle Enzyme hängen ihnen eine OH-Gruppe an. Die Produkte dieser Reaktion nennt man dann <em>Katecholöstrogene</em>. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Einige Katecholöstrogene, wie beispielsweise das 16α-Hydroxyöstron, stehen mit der Entstehung von Brustkrebs in Zusammenhang, weil sie die DNA schädigen können. Eine effiziente Weiterverarbeitung ist also wichtig und findet in <strong>Phase-II</strong> statt. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Dabei werden diesen Katecholöstrogene weitere funktionelle Gruppen angehängt, wie beispielsweise Methylguppen, Sulfate oder <strong>Glucuronsäure</strong>. Diesen Vorgang nennt man <em>Konjugation</em>. </span><span style="font-weight: 400;">Die konugierten Östrogene sind jetzt für die Ausscheidung bereit und werden zum einen über den Urin, zum anderen aber auch über die Galle in den Darm abgegeben. </span></span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Bakterielle <b>Glucuronidase macht Östrogen scharf</b></span></h2>
<p style="text-align: left;"><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Im Darm kommt jetzt das Mikrobiom ins Spiel, bzw. genauer gesagt das Östrobolom, dessen <a title="darmbakterien" href="https://edubily.de/products/darmbakterien-kapseln">Darmbakterien</a> ein entscheidendes Enzym produzieren: </span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-family: proxima-nova;"><b>Die ß-Glucuronidase.</b></span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Was macht dieses Enzym? In seinem Namen ist die Antwort verborgen: “Glucuron” bezieht sich auf die Glucuronsäure, die in der Leber ans Östrogen angeheftet wurde. die Endung “-ase” bedeutet, dass dieses Enzym etwas auftrennt oder spaltet. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Die <span style="font-weight: 400;">ß</span>-Glucuronidase <strong>spaltet also die Glucuronsäure wieder vom Östrogen ab</strong>, was zur Folge hat, dass dieses nun wieder frei vorliegt und von der Darmschleimhaut aufgenommen wird. Anstatt das Östrogen auszuscheiden, gelangt es <strong>wieder zurück in den Blutkreislauf</strong>. </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_323696" aria-describedby="caption-attachment-323696" style="width: 876px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-323696" title="Entgiftung Östrogene" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/04/Entgiftung-Oestrogene.png" alt="Entgiftung Östrogene" width="876" height="876" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/04/Entgiftung-Oestrogene.png 1080w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/04/Entgiftung-Oestrogene-300x300.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/04/Entgiftung-Oestrogene-1024x1024.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/04/Entgiftung-Oestrogene-150x150.png 150w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/04/Entgiftung-Oestrogene-768x768.png 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/04/Entgiftung-Oestrogene-50x50.png 50w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/04/Entgiftung-Oestrogene-60x60.png 60w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/04/Entgiftung-Oestrogene-640x640.png 640w" sizes="auto, (max-width: 876px) 100vw, 876px" /><figcaption id="caption-attachment-323696" class="wp-caption-text"><span style="font-family: proxima-nova;"><strong><em>Phase-I und Phase-II modifizieren die Östrogene in der Leber und machen sie somit zur Ausscheidung bereit. Im Darm kann ein Teil der konjugierten Östrogene dann durch die ß-Glucuronidase gespalten werden und freie Östrogenmoleküle werden wieder durch die Darmschleimhaut ins Blut aufgenommen.</em></strong></span></figcaption></figure>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Und jetzt wird klar, wie wichtig es ist, ein ausgewogenes Östrobolom zu haben: <strong>Es darf nämlich weder zu wenig noch zu viel Östrogen ausgeschieden werden. </strong></span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Ist die Darmflora intakt, so reguliert sich der Östrogenspiegel von selbst. Es herrscht eine Bidirektionalität, was bedeutet, dass der Östrogenspiegel im Blut und das Östrobolom sich gegenseitig beeinflussen. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Produziert der Körper etwas weniger Östrogen, fährt das Östrobolom die <span style="font-weight: 400;">ß</span>-Glucuronidase-Aktivität hoch und kostbares Östrogen wird vermehrt recycelt. </span><span style="font-weight: 400;">Andersherum, wenn der Körper viele Östrogene produziert, kann das Östrobolom die <span style="font-weight: 400;">ß</span>-Glucuronidase-Aktivität senken und mehr Östrogene ausscheiden statt resorbieren. Das ist der gesunde Normalzustand.</span></span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Dysbiosen im Darm stören den Hormonspiegel</span></h2>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Herrscht allerdings eine Dysbiose im Östrobolom, so kann das Hormonsystem aus dem Gleichgewicht geraten. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Eine <span style="text-decoration: underline;">zu hohe Aktivität</span> der <span style="font-weight: 400;">ß</span>-Glucuronidase sorgt dann für einen <strong>Überschuss an Östrogenen</strong> und es kann zu einer Östrogendominanz und ultimativ zu östrogen-bedingten Erkrankungen wie Brust- und Gebärmutterhalskrebs oder Endometriose kommen<span style="font-weight: 400;">. Östrogene stimulieren nämlich <strong>Wachstumsprozesse</strong>. Geraten diese außer Kontrolle, kommt es zu unerwünschtem Wachstum, wie bei Krebszellen oder Endometrioseherden.</span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Forscher vermuten, dass Patientinnen mit Endometriose eine größere Anzahl ß-Glucuronidase-produzierender Bakterien aufweisen, was zu mehr Östrogen und damit zu Endometriose führen könnte. Leider gibt es dazu bis heute, wie bei vielen Erkrankungen, die nur Frauen betreffen, kaum Daten. (Vgl. </span><span style="font-weight: 400;">1,2) </span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Sind hingegen <span style="text-decoration: underline;">zu wenig</span> <span style="font-weight: 400;">ß</span>-Glucuronidase-produzierende Bakterien im Darm, so wird Östrogen vermehrt ausgeschieden und es kommt zu einem <strong>Östrogenmangel</strong>.<span style="font-weight: 400;"> Dieser tritt häufig in den Wechseljahren auf.</span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Zu den hypoöstrogenen, also durch Östrogenmangel bedingten Erkrankungen gehören beispielsweise auch das metabolische Syndrom und kardiovaskuläre Erkrankungen, da Östrogene im Stoffwechsel und dem Herzkreislaufsystem eine wichtige Rolle spielen. </span></span></p>
<figure id="attachment_323697" aria-describedby="caption-attachment-323697" style="width: 589px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-323697 " title="Beta Glucuronidase Aktivität" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/04/Beta-Glucuronidase-Aktivitaet-e1712593430454.png" alt="Beta Glucuronidase Aktivität" width="589" height="471" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/04/Beta-Glucuronidase-Aktivitaet-e1712593430454.png 1080w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/04/Beta-Glucuronidase-Aktivitaet-e1712593430454-300x240.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/04/Beta-Glucuronidase-Aktivitaet-e1712593430454-1024x818.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/04/Beta-Glucuronidase-Aktivitaet-e1712593430454-768x614.png 768w" sizes="auto, (max-width: 589px) 100vw, 589px" /><figcaption id="caption-attachment-323697" class="wp-caption-text"><span style="font-family: proxima-nova;"><strong><em>Die </em><em><span style="font-family: proxima-nova;">ß</span></em><em>-Glucuronidase-Aktivität reguliert die Menge an Östrogenen im Körper</em></strong></span></figcaption></figure>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;"> </span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Halten wir nochmal fest: </span></p>
<ul>
<li><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Sind im Darm zu viele Bakterien, die <span style="font-weight: 400;">ß</span>-Glucuronidase herstellen, werden viele Östrogene dekonjugiert und wieder zurück in den Blutkreislauf aufgenommen. </span></li>
<li><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Ist hingegen zu wenig <span style="font-weight: 400;">ß</span>-Glucuronidase vorhanden, werden die konjugierten Östrogene überwiegend ausgeschieden und der Östrogenspiegel im Körper verringert sich. </span></li>
</ul>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Übrigens: die ß-Glucuronidase beeinflusst nicht nur die Wiederaufnahme von Östrogenen, sondern auch die von allen anderen Steroiden, Vitamin D, Schilddrüsenhormonen sowie Toxinen und Medikamenten. Eine hohe ß-Glucuronidase-Aktivität kann so zum Beispiel zu einem verzögerten Abbau von Giftstoffen führen, da diese immer wieder neu in den Körperkreislauf aufgenommen werden. (4) </span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Mehr Pflanzen in der Nahrung = weniger <b>ß-Glucuronidase</b></span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Die spannende Frage ist jetzt, wie man das Östrobolom beeinflussen kann. </span><span style="font-weight: 400;">Da liefern uns Wissenschaftler folgende Antwort: </span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-family: proxima-nova;"><b>Die ß-Glucuronidase-Aktivität kann durch die Ernährung beeinflusst werden</b><span style="font-weight: 400;">. </span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Bei Menschen, die sich im Sinne der typischen </span><i><span style="font-weight: 400;">Western Diet</span></i><span style="font-weight: 400;"> fett- und proteinreich sowie ballaststoffarm ernähren, wurde eine erhöhte ß-Glucuronidase-Aktivität festgestellt, während der Verzehr von Pflanzenfasern und ballaststoffreicher Kost die Aktivität verringert. </span><span style="font-weight: 400;">(Vgl. 3-6)</span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Ein Vergleich zwischen einer Kohorte aus New York und einer aus Umea, einer Stadt in der schwedischen Provinz, zeigte, dass die Bewohner von Umea, die sich “weniger westlich” ernähren, trotz gleichem Proteinanteil und sogar höherer Fettaufnahme (durch Milchprodukte) eine geringere ß-Glucuronidase-Aktivität aufwiesen. <strong>Ausschlaggebender Faktor war hier höchstwahrscheinlich der höhere Faseranteil der Nahrung. </strong></span><span style="font-weight: 400;">(Vgl. 7)</span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Spannend ist auch folgende Beobachtung: Strikte Vegetarier haben eine erhöhte fäkale Ausscheidung von konjugierten Östrogenen im Vergleich zu Nicht-Vegetariern, was zu einer verringerten Östrogenkonzentration im Plasma führt. (8) </span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Nicht verwunderlich, oder? <strong>Denn Vegetarier essen in der Regel viel mehr Pflanzenfasern und Ballaststoffe als der durchschnittliche Omnivor.</strong> Und </span></span><span style="font-family: proxima-nova;">Pflanzenfasern fördern eher das Wachstum von Bakterien, die keine <span style="font-weight: 400;">ß</span>-Glucuronidase herstellen wie z. B. Prevotella. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Aus Pflanzenfasern produziert das Darmmikrobiom kurzkettige Fettsäuren, die das Darmmilieu ansäuern. Folglich ist ein </span><span style="font-weight: 400;">niedrigerer pH-Wert, also ein saures Millieu, mit niedrigerer <span style="font-weight: 400;">ß</span>-Glucuronidase-Aktivität assoziiert, während die Aktivität bei höheren pH-Werten zunimmt. </span></span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Das kannst du zusätzlich tun</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">In der westlichen Welt haben schätzungsweise mehr Menschen ein Problem mit einer zu hohen ß-Glucuronidase-Aktivität als mit einer zu geringen. Das legt auch die Beobachtung nahe, dass &#8222;wenig entwickelte Länder&#8220; (z. B. Afrika) deutlich niedrigere Raten an östrogenabhängigen Erkrankungen wie Brustkrebs haben. </span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Wie dargelegt: Der Schlüssel ist möglicherweise die Darmgesundheit. Folgende weitere Maßnahmen bieten sich an: </span></p>
<ul>
<li style="font-weight: 400;"><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Bakterielle Überwucherung <span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">ß-Glucuronidase-produzierender</span></span> Spezies (E. Coli, Bacteroides, Clostridien, Peptostreptokokken) angehen </span></li>
<li style="font-weight: 400;"><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Mit probiotischen Supplements oder Lebensmitteln (Sauerkraut, Kefir, etc.) sowie Ballaststoffen (resistente Stärke, Pflanzenfasern etc.) eine Säuerungsflora schaffen</span></li>
<li style="font-weight: 400;"><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Giftstoffbelastungen reduzieren</span></li>
<li style="font-weight: 400;"><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Leberfunktion stärken (Bitterstoffe, Mariendistel)</span></li>
<li style="font-weight: 400;"><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">ß-Glucuronidase-Aktivität hemmen mit Calcium-D-Glucarat (Supplement oder aus z. B. Äpfeln oder Zitrusfrüchten) (Vgl. 9</span><span style="font-weight: 400;">)</span></span></li>
</ul>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Man kann generell ziemlich sicher davon ausgehen, dass auch hier wieder der Leitsatz gilt: </span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Was dich gesund macht, macht auch das Mikrobiom gesund. </strong></span></p>
<ul>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">Mehr Vitamin D, </span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">mehr Omega 3, </span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">Sport,</span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">ein niedrig-normaler Körperfettanteil, </span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">Stressreduktion </span></li>
</ul>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">&#8230; und einige andere &#8222;Klassiker&#8220; werden hier sicher auch helfen. </span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Abschließende Worte </span></h2>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Es gibt aber auch Menschen, denen eine leichte <strong>Erhöhung der ß-Glucuronidase-Aktivität</strong> gut täte. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Ich denke da direkt an besonders &#8222;gesundheitsbewusste&#8220; junge Frauen, Sportlerinnen oder auch Frauen in den Wechseljahren, die  vielleicht vegetarisch oder gar vegan leben und unter eher niedrigen Östrogenspiegeln leiden. Etwas mehr tierisches Fett und Protein könnte da für den dringend benötigten Hormon-Boost sorgen. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Es ist also eine Art Gratwanderung zwischen geringer und hoher Wiederaufnahme von förderlichen sowie schädlichen Substanzen. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Viel <span style="font-weight: 400;">ß</span>-Glucuronidase schenkt uns zwar z. B. genug Sexual- und Schilddrüsenhormone, erhöht aber auch die Exposition gegenüber Toxinen. Mit zu wenig <span style="font-weight: 400;">ß</span>-Glucuronidase sind wir vor diesen zwar recht gut geschützt, müssen aber eventuell auch ein niedriges Level an Sexualhormonen und die teils gravierenden Folgen davon in Kauf nehmen. </span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Wie immer im Leben gilt: Balance is key. </strong></span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Quellen</strong></span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">1. Baker, J. M., Al-Nakkash, L. &amp; Herbst-Kralovetz, M. M. Estrogen–gut microbiome axis: Physiological and clinical implications. </span><i><span style="font-weight: 400;">Maturitas </span></i><b>103</b><span style="font-weight: 400;">, 45–53 (2017).</span></span></p>
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<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">3. Kwa, M., Plottel, C. S., Blaser, M. J. &amp; Adams, S. The Intestinal Microbiome and Estrogen Receptor–Positive Female Breast Cancer. </span><i><span style="font-weight: 400;">JNCI J. Natl. Cancer Inst. </span></i><b>108</b><span style="font-weight: 400;">, djw029 (2016).</span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">4. Reddy, B. S., Weisburger, J. H. &amp; Wynder, E. L. Fecal bacterial beta-glucuronidase: control by diet. </span><i><span style="font-weight: 400;">Science </span></i><b>183</b><span style="font-weight: 400;">, 416–417 (1974).</span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">5. Reddy, B. S., Engle, A., Simi, B. &amp; Goldman, M. Effect of dietary fiber on colonic bacterial enzymes and bile acids in relation to colon cancer. </span><i><span style="font-weight: 400;">Gastroenterology </span></i><b>102</b><span style="font-weight: 400;">, 1475–1482 (1992).</span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">6. Shiau, S.-Y. &amp; Chang, G. W. Effects of Dietary Fiber on Fecal Mucinase and β-Glucuronidase Activity in Rats. </span><i><span style="font-weight: 400;">J. Nutr. </span></i><b>113</b><span style="font-weight: 400;">, 138–144 (1983).</span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">7. Domellof, L. </span><i><span style="font-weight: 400;">et al.</span></i><span style="font-weight: 400;"> Fecal sterols and bacterial beta-glucuronidase activity: a preliminary metabolic epidemiology study of healthy volunteers from Umea, Sweden, and metropolitan New York. </span><i><span style="font-weight: 400;">Nutr. Cancer </span></i><b>4</b><span style="font-weight: 400;">, 120–127 (1982).</span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">8. Goldin, B. R. </span><i><span style="font-weight: 400;">et al.</span></i><span style="font-weight: 400;"> Estrogen excretion patterns and plasma levels in vegetarian and omnivorous women. </span><i><span style="font-weight: 400;">N. Engl. J. Med. </span></i><b>307</b><span style="font-weight: 400;">, 1542–1547 (1982).</span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">9. Dwivedi, C., Heck, W. J., Downie, A. A., Larroya, S. &amp; Webb, T. E. Effect of calcium glucarate on beta-glucuronidase activity and glucarate content of certain vegetables and fruits. </span><i><span style="font-weight: 400;">Biochem. Med. Metab. Biol. </span></i><b>43</b><span style="font-weight: 400;">, 83–92 (1990).</span></span></p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/darmgesundheit/wie-dein-mikrobiom-deinen-oestrogenspiegel-beeinflusst/">Wie dein Mikrobiom deinen Östrogenspiegel beeinflusst</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Inositol bei Insulinresistenz und PCOS</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Annika Speidel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Jan 2024 17:06:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blutwerte]]></category>
		<category><![CDATA[Frauengesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Hormonhaushalt]]></category>
		<category><![CDATA[Nährstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Prävention]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Darf ich vorstellen? Annika. Seit diesem Jahr sozusagen meine rechte Hand bei edubily (und hier). Ich freue mich sehr, dass sie mich bei der fachlichen Arbeit unterstützt. Mehr zu Annika auch unten in der Autorenbox. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: proxima-nova;">Darf ich vorstellen? Annika. Seit diesem Jahr sozusagen meine rechte Hand bei edubily (und hier). Ich freue mich sehr, dass sie mich bei der fachlichen Arbeit unterstützt. Mehr zu Annika auch unten in der Autorenbox. Doch jetzt zum spannenden Inhalt! </span></p>
<hr />
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><a href="https://edubily.de/products/inositol-pulver">Inositol</a> war mal als Vitamin B8 bekannt. Zwar gilt es heute nicht mehr als Vitamin, aber als Nährstoff mit großer Bedeutung für unsere Gesundheit, vor allem im Kontext eines gesunden Kohlenhydratstoffwechsels. Warum Inositol deshalb eine Geheimwaffe bei PCOS ist, erfährst du heute in diesem Artikel.</span></p>
<h2><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Was ist Inositol?</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Inositole sind Zuckeralkohole und <span style="color: #000000;">strukturell eng verwandt mit</span> der Glucose. <span style="color: #000000;">Der atomare Aufbau ist daher sehr ähnlich, und auch optisch sehen die beiden sich sehr ähnlich (Abb. 1).</span></span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Auch Inositol an sich kann unterschiedlich aussehen – es gibt daher neun verschiedene, sogenannte <em>Stereoisomere</em>, <span style="font-weight: 400;">von denen <strong>Myo-Inositol</strong> (MI) und <strong>D-chiro-Inositol (DCI)</strong> die größte Bedeutung für den menschlichen Körper haben. Myo-Inositol ist die in der Natur am häufigsten vorkommende Form. </span></span></p>
<p style="padding-left: 40px;"><span style="font-family: proxima-nova;">Wichtig: D-Chiro-Inositol wird im Körper über die Epimerase (ein Enzym) aus Myo-Inositol gebildet.  </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Bevor man herausfand, dass der Körper selbst Inositol herstellen kann, wurde es auch als Vitamin B8 bezeichnet. In der frühen Phase der Vitaminforschung, in der Mitte des 19. Jahrhunderts, ging man davon aus, dass Substanzen im Essen, die eine physiologische Bedeutung haben, Vitamine seien – das Vitamin B8 war geboren. Heute weiß man, dass der Körper in der Regel selbst genug Inositol bilden kann. </span></span></p>
<figure id="attachment_323509" aria-describedby="caption-attachment-323509" style="width: 668px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-323509" title="Inositol vs Glukose" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/01/Inositol-vs-Glukose.png" alt="Inositol vs Glukose" width="668" height="287" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/01/Inositol-vs-Glukose.png 1142w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/01/Inositol-vs-Glukose-300x129.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/01/Inositol-vs-Glukose-1024x439.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/01/Inositol-vs-Glukose-768x330.png 768w" sizes="auto, (max-width: 668px) 100vw, 668px" /><figcaption id="caption-attachment-323509" class="wp-caption-text"><strong><span style="font-family: proxima-nova; font-size: 10pt; color: #000000;"><i>Abb. 1: Myo-Inositol, D-Chiro-Inositol und Glucose im Vergleich.</i></span></strong></figcaption></figure>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Inositol wird für viele Prozesse benötigt, spielt aber eine ganz integrale Rolle bei der Signalweiterleitung von Insulin.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Das heißt: <strong>Damit Insulin überhaupt in den Zellen wirken kann, braucht es Inositol (das hatten wir <a href="https://genetisches-maximum.de/hormonhaushalt/ohne-inositol-keine-insulin-sensitivitaet/">hier</a> schon mal). </strong>Hierfür baut sich die Zelle zwei Abkömmlinge aus Inositol, die das Insulinsignal innerhalb der Zelle weitergeben und damit verschiedene Prozesse anstoßen. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Es gibt also die folgenden beiden Wege:</span></p>
<p style="padding-left: 40px;"><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>1. Über Inositol-Phosphoglycane (IPG)</strong></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Wenn Insulin an den Insulinrezeptor an der Zelloberfläche bindet, wird ein Enzym aktiv (die Phospholipase), das Inositol-Phosphoglycane (kurz: IPG), das jetzt noch an der Zellmembran gebunden ist, dort spaltet und somit freisetzt. <strong>Durch IPG versteht die Zelle z. B., dass sie den ankommenden Zucker als Glykogen speichern soll.</strong> Entscheidend! </span></p>
<p style="padding-left: 40px;"><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>2. Über Phosphatidylinositol-4,5-Bisphosphat (PIP2)</strong></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Bindet Insulin an den Insulinrezeptor der Zelle, wird eines der wichtigsten Enzyme des &#8222;anabolen Signalwegs&#8220; der Zellen aktiv: <strong>PI3K</strong>. PI3K setzt dann ein in der Membran verankertes Inositolderivat um (PIP2 zu PIP3) – PIP3 wiederum aktiviert <strong>Akt</strong>, das nicht nur dafür sorgt, dass nun Zucker in die Zellen gelangen kann, es aktiviert auch zellaufbauende (anabole) Signalwege in der Zelle. </span></p>
<p><strong><span style="font-family: proxima-nova;">Daher ist Inositol entscheidend dafür, dass der &#8222;anabole Signalweg&#8220; (PI3K/Akt/mTOR) überhaupt funktioniert und Zellen Zucker verarbeiten können. </span></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-323521" title="Insulin" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/01/Insulin.png" alt="Insulin" width="2000" height="1000" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/01/Insulin.png 2000w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/01/Insulin-300x150.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/01/Insulin-1024x512.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/01/Insulin-768x384.png 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/01/Insulin-1536x768.png 1536w" sizes="auto, (max-width: 2000px) 100vw, 2000px" /></p>
<p><strong><span style="font-family: proxima-nova; font-size: 10pt;"><i>Ab<span style="color: #000000;">b.</span> 2: Signalwege von Insulin, an denen Inositole beteiligt sind</i>.<i> Links der Weg über die Inositol-Phosphoglycane, rechts der Weg über PIP2</i>.</span></strong></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Da Inositol das Insulinsignal in der Zelle weitergibt, das heißt, <em>stromabwärts </em>vom Insulinrezeptor wirkt, hat Inositol eine insulinmimetische Wirkung (</span><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">2</span><span style="font-weight: 400;">). <span style="color: #000000;">Daher erhöht Myo-Inositol die Glucoseaufnahme in den Muskel. </span></span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Myo-Inositol ist zudem in der Lage, die Glucoseaufnahme im Zwölffingerdarm durch Konkurrenz um denselben Transporter zu verringern und damit den Anstieg des Blutzuckerspiegels zu reduzieren. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Wir halten fest: </span><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;"><strong>Inositol hat einen vorteilhaften Effekt auf den Glucosestoffwechsel. </strong></span></p>
<p style="padding-left: 40px;"><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Einschub: Phytinsäure doch nicht so böse</span></p>
<p style="padding-left: 40px;"><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Phytinsäure, ein &#8222;Antinährstoff&#8220;, der v. a. in Getreiden, Nüssen und Hülsenfrüchten vorkommt, besteht aus einem Inositol, an welches sechs Phosphate gebunden sind. Oft wird vor Phytinsäure gewarnt, da sie Mineralstoffe bindet und somit deren Aufnahme im Darm verringert. </span></span></p>
<p style="padding-left: 40px;"><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Dabei darf man aber nicht vergessen, dass sie uns viel Inositol liefert, was sich wiederum förderlich auf die Blutzuckerregulation auswirkt. Untersuchungen haben gezeigt, dass nur Fasern mit einem hohen Gehalt an Phytinsäure eine <span style="color: #000000;">inverse</span> Korrelation mit Diabetes aufweisen <span style="color: #000000;">– Phytinsäure schützt also vor Diabetes </span>(</span><span style="font-weight: 400;">2).</span><span style="font-weight: 400;"> Die böse Phytinsäure ist zumindest in diesem Kontext sehr nützlich.</span></span></p>
<h2><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Inositol und Insulinresistenz</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Inositol spielt somit eine Schlüsselrolle im funktionierenden Glucosestoffwechsel. Doch wie sieht es aus, wenn der Glucosestoffwechsel gestört ist – wenn also eine Insulinresistenz oder sogar Diabetes vorliegt? </span></p>
<p style="padding-left: 40px;"><span style="font-family: proxima-nova;">Wir erinnern uns an der Stelle nochmal daran, dass Myo-Inositol über das Enzym Epimerase in D-Chiro-Inositol umgesetzt wird. Wichtig zu wissen: <strong>Die Epimerase-Aktivität und somit die Umwandlungsrate ist insulinabhängig. </strong></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Jedes Gewebe hat ein bestimmtes Verhältnis von MI zu DCI. Das Verhältnis im Blutplasma und einigen anderen Geweben liegt bei 40:1 (3). </span><span style="font-weight: 400;">In den Organen, die normalerweise gut auf Insulin reagieren sollten (Leber, Fettgewebe, Muskel) braucht es diesen gewissen Anteil an DCI. </span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;"><span style="color: #000000;">Liegt eine Insulinresistenz dieser Gewebe vor, kann Insulin nicht wirken. Folglich wird wird die Epimerase nicht aktiv</span> und es wird weniger DCI aus MI hergestellt. <strong>Das sorgt für eine verminderte DCI/MI-Ratio in </strong></span></span><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Leber, Muskel und Fettgewebe</strong><span style="font-weight: 400;">. Daraus entsteht ein Teufelskreis, denn ohne genug DCI wird die Insulinwirkung noch schlechter. </span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Zu allem Übel liegt bei Diabetes und Insulinresistenz nicht nur eine Verschiebung des Verhältnisses zwischen DCI und MI vor. Auch zeigt sich in diesen Kontexten ein globaler Mangel an Myo-Inositol. Das hat folgende Ursachen: </span></p>
<ul>
<li style="font-weight: 400;"><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Verminderte Synthese (verringerte Biosynthese durch verminderte Enzymfunktion)</span></li>
<li style="font-weight: 400;"><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Verstärkter Abbau (Hochregulierung des Enzyms, das Myo-Inositol abbaut)</span></li>
<li style="font-weight: 400;"><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Verringertes Eindringen in die Zellen (Konkurrenz mit Glucose)</span></li>
<li style="font-weight: 400;"><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Größerer Verlust im Urin (Glucose konkurriert mit der Myo-Inositol-Rückresorption in den Nieren)</span></li>
</ul>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Halten wir also an dieser Stelle fest: <strong>Bei Diabetes und Störungen des Glucosestoffwechsels kommt es in Leber, Muskel und Fettgewebe durch die fehlende Insulinwirkung zu einem relativen Mangel an DCI und insgesamt im Körper zu einem Mangel an MI (4). </strong></span></p>
<h2><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Warum Inositol bei PCOS besonders entscheidend ist </span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Betrachtet man jetzt die Eierstöcke (Ovarien), wird es noch spannender. Denn dort ist die Lage genau umgekehrt. Ovarien werden nämlich </span><b>nicht</b><span style="font-weight: 400;"> insulinresistent. Das ist bekannt als “DCI-Paradox”</span><span style="font-weight: 400;">(5</span><span style="font-weight: 400;">)</span>.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Hier passiert stattdessen folgendes: Das viele Insulin im Blut, das die Bauchspeicheldrüse aus Verzweiflung ausschüttet, um <span style="color: #000000;">den erhöhten Blutzucker unter Insulinresistenz </span>doch noch irgendwie in die Zellen zu stopfen, trifft die Ovarien mit voller Kraft. Diese sind nämlich im Gegensatz zu Leber, Muskel und Fettgewebe noch insulinsensitiv und werden durch die großen Mengen Insulin überstimuliert. </span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Die insulinabhängige Epimerase (siehe oben) läuft auf Hochtouren und setzt viel MI zu DCI um, so dass lokal im Ovar ein Mangel an MI und ein Überschuss an DCI entsteht. Die Folge ist an dieser Stelle also eine </span><b>erhöhte DCI/MI Ratio</b><span style="font-weight: 400;"> mit fatalen Folgen für die weibliche Reproduktion (6). </span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Und damit sind wir auch schon beim Polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) gelandet.</span></span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-323522" title="DCI Paradox" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/01/DCI-Paradox.png" alt="DCI Paradox" width="2000" height="1000" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/01/DCI-Paradox.png 2000w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/01/DCI-Paradox-300x150.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/01/DCI-Paradox-1024x512.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/01/DCI-Paradox-768x384.png 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/01/DCI-Paradox-1536x768.png 1536w" sizes="auto, (max-width: 2000px) 100vw, 2000px" /></p>
<p><strong><span style="font-family: proxima-nova; font-size: 10pt;"><i>Abb. 3: Darstellung des DCI-Paradox. Durch die Insulinresistenz entsteht im Insulin-Zielgewebe zu wenig DCI, während im insulinsensitiven Eierstock durch die hohen Insulinspiegel zu viel DCI gebildet wird. </i></span></strong></p>
<h2><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Zu viel Insulin schadet den Eierstöcken</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">PCOS ist die häufigste Hormonstörung bei Frauen im gebärfähigen Alter und der führende Grund für Unfruchtbarkeit. Die Prävalenz variiert je nach Diagnosekriterien und Ethnie und wird für Deutschland von den meisten Autoren auf 4-12 % geschätzt (7). </span><span style="font-weight: 400;">Aber das bildet lediglich die diagnostizierten Fälle ab. </span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Erschreckenderweise bleibt PCOS laut Schätzungen der WHO in 70 % der Fälle undiagnostiziert (8)! </span><span style="font-weight: 400;">Oft wissen Frauen also gar nicht, dass sie davon betroffen sind und wundern sich, warum sie unreine Haut, Haarausfall, unregelmäßige Zyklen oder gar einen unerfüllten Kinderwunsch haben. </span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">PCOS ist geprägt von unregelmäßigen oder sogar ganz ausbleibenden Eisprüngen sowie erhöhten Androgenen (männliche Hormone). Hierbei spielen Insulinresistenz sowie die beiden Inositole MI und DCI zentrale Rollen. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Also, was passiert bei <span style="color: #ff0000;"><span style="color: #000000;">zu viel Insulin</span> </span>im Ovar?</span></p>
<ul>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">Durch das DCI-MI-Ungleichgewicht werden weniger Androgene zu Östrogenen umgewandelt, denn DCI hemmt die Aromatase, die genau diese Reaktion katalysiert. <strong>Ein erhöhter Androgenspiegel ist ein Charakteristikum von PCOS. </strong></span></li>
<li style="font-weight: 400;"><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Insulin stimuliert via PI3K die 17α-Hydroxylase, welche die </span><b>Umwandlung von Progestogenen zu Androgene</b><span style="font-weight: 400;"><strong>n</strong> erhöht. Das für die Frau so wichtige Progesteron wird also im Übermaß zu männlichen Hormonen umgebaut. Auch hier wieder: <strong>Mehr Androgene.</strong></span></span></li>
<li style="font-weight: 400;"><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Die verringerten MI-Spiegel können die Eizellqualität beeinträchtigen. </span><b>MI ist wichtig für gute Eizellqualität.</b><span style="font-weight: 400;"> Der Gehalt an MI korreliert mit der Qualität von Eizellen und die Gabe von MI konnte in Studien die Eizellqualität und somit die Fruchtbarkeit von Frauen verbessern (5). </span></span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">Das Verhältnis der Hypophysenhormone LH und FSH, die den Eisprung steuern, gerät durcheinander. Ein Mangel an MI verringert die Wirkung von FSH, dem follikelstimulierenden Hormon. Gleichzeitig erhöht das viele Insulin die Wirkung von LH, dem luteinisierenden Hormon. <span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Somit verschiebt sich das LH/FSH Gleichgewicht zugunsten von LH. Das hat zur Folge, dass die Follikel nicht genug stimuliert werden und sich somit kein dominanter Follikel entwickeln kann. <strong>Ergo, kein Eisprung.</strong></span></span></li>
</ul>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Neben diesen Mechanismen gibt es noch viele weitere Faktoren, die bei PCOS zur Erhöhung von </span><span style="font-family: proxima-nova;">männlichen Hormonen und dem Ausbleiben des Eisprungs führen, und damit die Fruchtbarkeit der Frau reduzieren. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Eine Insulinresistenz ist eine mögliche Ursache bzw. ein Verstärker von PCOS, kann aber auch die Folge der Krankheit sein. Die genaue Entstehung des Syndroms ist nämlich bis heute noch umstritten. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Das alles ist gut zu wissen, aber natürlich soll es in diesem Artikel auch ein paar praktische Tipps geben. </span></p>
<h2><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Wie verbessert man das Inositol-Ungleichgewicht?</span></h2>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Die Lage zur Gabe von DCI ist bisher noch unklar. Einige Studien weisen darauf hin, dass DCI alleine zwar die Marker für Insulinresistenz verbessern kann, auf die Steroidhormonsynthese und die Fruchtbarkeit jedoch keine oder sogar negative Effekte haben kann. Dann wiederum gibt es Studien, die mit niedrigen Dosen DCI den Eisprung wiederherstellen konnten. DCI alleine? Schwierig.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;"><strong>Die Gabe von Myo-Inositol kann hingegen in allen Bereichen sehr vorteilhaft sein, was in vielen Studien bestätigt wurde.</strong> </span></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Denkbar ist folgendes Szenario: Im insulinresistenten Geweben wie Muskel, Leber und Co. führt mehr MI zu einer besseren Insulinwirkung. Dadurch verringert sich die körperweite Insulinresistenz und die Epimerase bekommt wieder das Signal, MI in DCI umzuwandeln, was den Mangel an systemischem DCI wieder auffüllt. <strong>Im Ovar hingegen kann MI die androgenen Effekte des erhöhten DCI-Spiegels ausgleichen und sorgt so für wieder mehr weibliche Hormone. </strong></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Leiten wir eine Handlungsempfehlung ab: Sowohl MI als auch Kombinationen aus MI und DCI scheinen gute Wirkungen zu erzielen. Das Verhältnis von MI zu DCI sollte jedoch das physiologische 40:1 Verhältnis nicht unterschreiten, da das sonst die PCOS-Symptomatik sogar verschlimmern kann (9</span><span style="font-weight: 400;">). </span></span><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;"><strong>In den meisten Studien haben sich Dosierungen von 2 x 2 g täglich bewährt. </strong>Das deckt sich mit der Menge, die der Körper selbst (theoretisch) produzieren kann, nämlich bis zu 4 g. </span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><span style="font-weight: 400;">Wermutstropfen: Einige Frauen scheinen “resistent” gegenüber Inositol zu sein. Um das zu umgehen, wurde es zusammen mit α-Lactalbumin (ein Protein im Whey) verabreicht, das als eine Art Carrier fungiert und bei 86 % der inositolresistenten Frauen zu einem Eisprung führte (10). </span><span style="font-weight: 400;">α-Lactalbumin ist das zweithäufigste Molkeprotein in der Milch von Säugetieren. Somit ergibt sich theoretisch ein ganz einfaches Rezept, um den Eisprung wiederherzustellen: </span></span></p>
<p style="text-align: center;"><strong><span style="font-family: proxima-nova;">Whey-Protein + Inositol</span></strong></p>
<p><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Natürlich sollte man auch über die Ernährung sowie Lifestyle-Interventionen die Insulinresistenz angehen. Aber Inositol könnte dabei wirklich enorm helfen! Speziell bei PCOS. </span></p>
<h2><span style="font-weight: 400; font-family: proxima-nova;">Quellen</span></h2>
<ol>
<li><span style="font-family: proxima-nova;"> <span style="font-weight: 400;">Gambioli, R. </span><i><span style="font-weight: 400;">et al.</span></i><span style="font-weight: 400;"> New Insights into the Activities of D-Chiro-Inositol: A Narrative Review. </span><i><span style="font-weight: 400;">Biomedicines </span></i><b>9</b><span style="font-weight: 400;">, 1378 (2021).</span></span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;"> <span style="font-weight: 400;">Bevilacqua, A. &amp; Bizzarri, M. Inositols in Insulin Signaling and Glucose Metabolism. </span><i><span style="font-weight: 400;">Int. J. Endocrinol. </span></i><b>2018</b><span style="font-weight: 400;">, 1968450 (2018).</span></span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;"> <span style="font-weight: 400;">Kalra, B., Kalra, S. &amp; Sharma, J. B. The inositols and polycystic ovary syndrome. </span><i><span style="font-weight: 400;">Indian J. Endocrinol. Metab. </span></i><b>20</b><span style="font-weight: 400;">, 720–724 (2016).</span></span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;"> <span style="font-weight: 400;">DiNicolantonio, J. J. &amp; H O’Keefe, J. Myo-inositol for insulin resistance, metabolic syndrome, polycystic ovary syndrome and gestational diabetes. </span><i><span style="font-weight: 400;">Open Heart </span></i><b>9</b><span style="font-weight: 400;">, e001989 (2022).</span></span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;"> <span style="font-weight: 400;">Carlomagno, G., Unfer, V. &amp; Roseff, S. The D-chiro-inositol paradox in the ovary. </span><i><span style="font-weight: 400;">Fertil. Steril. </span></i><b>95</b><span style="font-weight: 400;">, 2515–2516 (2011).</span></span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;"> <span style="font-weight: 400;">Heimark, D., McAllister, J. &amp; Larner, J. Decreased myo-inositol to chiro-inositol (M/C) ratios and increased M/C epimerase activity in PCOS theca cells demonstrate increased insulin sensitivity compared to controls. </span><i><span style="font-weight: 400;">Endocr. J. </span></i><b>61</b><span style="font-weight: 400;">, 111–117 (2014).</span></span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;"> <span style="font-weight: 400;">Polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS) &#8211; Reproduktionsmedizin &#8211; eMedpedia. </span><i><span style="font-weight: 400;">springermedizin.de </span></i><span style="font-weight: 400;">https://www.springermedizin.de/emedpedia/reproduktionsmedizin/polyzystisches-ovarsyndrom-pcos?epediaDoi=10.1007%2F978-3-662-55601-6_7.</span></span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;"> <span style="font-weight: 400;">Polycystic ovary syndrome. https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/polycystic-ovary-syndrome.</span></span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;"> <span style="font-weight: 400;">Bizzarri, M., Monti, N., Piombarolo, A., Angeloni, A. &amp; Verna, R. Myo-Inositol and D-Chiro-Inositol as Modulators of Ovary Steroidogenesis: A Narrative Review. </span><i><span style="font-weight: 400;">Nutrients </span></i><b>15</b><span style="font-weight: 400;">, 1875 (2023).</span></span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;"> <span style="font-weight: 400;">Montanino Oliva, M., Buonomo, G., Calcagno, M. &amp; Unfer, V. Effects of myo-inositol plus alpha-lactalbumin in myo-inositol-resistant PCOS women. </span><i><span style="font-weight: 400;">J. Ovarian Res. </span></i><b>11</b><span style="font-weight: 400;">, 38 (2018).</span></span></li>
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