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	<title>Leptin - Biochemie für dein genetisches Maximum</title>
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	<description>Der Blog von Chris Michalk &#38; Phil Böhm. Seit 2014.</description>
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	<title>Leptin - Biochemie für dein genetisches Maximum</title>
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		<title>Leptin: Das unterschätzte Master-Hormon im Stoffwechsel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Feb 2017 12:04:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leptin]]></category>
		<category><![CDATA[Stoffwechsel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dies ist ein Artikel unseres Gastautors, Martin Auerswald, der gerade seinen Master-Abschluss in Molekulare Biotechnologie macht. Wir danken Martin an dieser Stelle ganz herzlich. Es begann in den 50er Jahren: Man beobachtete ein paar sehr [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Dies ist ein Artikel unseres Gastautors, <strong>Martin Auerswald</strong>, der gerade seinen Master-Abschluss in Molekulare Biotechnologie macht. Wir danken Martin an dieser Stelle ganz herzlich.</em></p>
<p>Es begann in den 50er Jahren:</p>
<p>Man beobachtete ein paar sehr fettleibige, miteinander verwandte Mäuse und stellte fest, dass die ohne Unterlass aßen. Sie hatten keinen Sättigungsmechanismus, der ihnen sagt, wann genug ist. Und wenn‘s schmeckt, isst man halt einfach immer weiter. Bei einer Gen-Analyse wurde dann eine Mutation in einem Gen festgestellt, welches die Wissenschaftler einfach <em>obese</em>-Gen (fettleibig-Gen) nannten. Es war eine Mutation im Leptin-Gen, der zum frühzeitigen Abbruch des Gens führte. Diese Mäuse hattten somit kein Leptin im Blut.</p>
<p>In den 90ern wurde Leptin dann als das erste Hormon identifiziert, das das menschliche Fettgewebe herstellt. Seitdem ist das Fettgewebe nicht nur Speicher, sondern auch ein endokrines Organ. Vor 20 Jahren war das eine Sensation.</p>
<p>Heute weiß man, was Leptin noch so alles macht. „Sättigung“ war nur die Spitze des Eisbergs.</p>
<h2>Warum Leptin heute aktueller denn je ist</h2>
<p>Nach Lesen des Handbuchs und des Stoffwechsel-Buchs von Chris merkte ich, dass Leptin ein entscheidender Faktor sein musste, warum mittlerweile 60 % aller Erwachsenen in Deutschland übergewichtig sind. Und, warum Menschen in der Diät so oft rückfällig werden und sich wieder über Schoki und Co. hermachen. Leptin scheint ganz entscheidend zu sein.</p>
<h2>Was ist Leptin und wie wird es hergestellt?</h2>
<p>Aber der Reihe nach. Leptin ist ein Protein-Hormon, das in den Fettzellen hergestellt und durch Insulin freigesetzt wird. Es dockt im Gehirn an den Leptin-Rezeptor an und wird so über die Blut-Hirn-Schranke in den Hypothalamus geschleust. Der Hypothalamus ist die entscheidende Instanz bei der Produktion verschiedenster Hormone (HPA-Achse).</p>
<p>Es ist also wichtig, dass a) genug Leptin produziert wird und b) muss es auch erfolgreich an den Rezeptor andocken. Leichter gesagt als getan.</p>
<h2>Was macht Leptin normalerweise?</h2>
<p>Warum ich „normalerweise“ schreibe, wirst Du gleich merken. Leptin ist nämlich in erster Linie ein Sättigungshormon. Oder anders ausgedrückt: Ein Reproduktionssignal. Es wird auf Insulin hin ins Blut abgegeben („Essen ist da!“), also sagt es dem Gehirn zuerst, es soll aufhören zu essen. Dann stößt es die Bildung von Schilddrüsenhormon an &#8212; der Stoffwechsel wird beschleunigt, Hitze wird generiert (Fierl, 2000), was wiederum auch die Bildung von Testosteron anheizt, ein Signal für Reproduktion oder auf Deutsch: Liebe machen.</p>
<p>Andere Effekte dieses Wachstumssignals sind die:</p>
<ul>
<li><strong>Bildung von Wachstumshormon</strong> (GH),</li>
<li>die <strong>Bildung neuer Blutgefäße</strong>, <strong>Knochen</strong> und</li>
<li><strong>Enzyme des Insulin-Stoffwechsels</strong> (Trayhurn, 2003),</li>
<li>sowie die <strong>Aktivierung von Immunzellen</strong> (Fernández-Riejos, 2010)</li>
</ul>
<p>Bleiben wir beim Stoffwechsel: Leptin aktiviert im Muskel <strong><u>AMPK</u></strong>, was die Fettsäure-Aufnahme und -Verbrennung sowie die Bildung von Mitochondrien erhöht (Momken, 2017).</p>
<p>Die Evolution hat sich bei Leptin also gedacht, dass Du &#8230;</p>
<ul>
<li>erst anständig isst, bevor Du Wachstumsprozesse startest, Mitochondrien bildest und Liebe machst</li>
<li>Energieüberschuss in Form von Wärme (Schilddrüsenhormon) oder Wachstum wieder abgibst, so verhindert Leptin gleichzeitig die Zunahme der Fettmasse</li>
<li>nur durch stetiges Essen ein aktives Immunsystem hast. Denn ein aktives Immunsystem braucht Energie.</li>
<li>aufhörst zu essen, wenn genug ist: Je mehr Fett Du auf der Hüfte hast, desto mehr Leptin wird bei Insulin-Erkennung abgegeben und desto stärker ist die Sättigung. Leptin ist also auch ein Sensor für die Fettmasse.</li>
<li>Dich nicht überfrisst, Speck ansetzt. Das gewährleistet so, dass für jeden in der Gruppe genug übrig bleibt.</li>
</ul>
<h2>Warum ist Leptin heute ein Problem? Das Leptin-Paradox</h2>
<p>Fast 60 % aller erwachsenen Deutschen sind übergewichtig und ungefähr genauso viele leiden an Schlafmangel oder Schlafproblemen. Zwei ganz wichtige Stellschrauben, denn Leptin ist sehr, sehr sensibel. Und wenn Leptin einmal aus der Bahn gerät, zieht es einen Rattenschwanz an Problemen hinter sich her.</p>
<h3>Warum Leptin-Paradox?</h3>
<p>Die Menge des gebildeten Leptins steigt proportional zur Fettmasse (Lindgarde, 2004)(Magni, 2005). Übergewichtige haben also genug Leptin im Blut. Allerdings haben Übergewichtige durch eine chronische <em>low-grade</em>-Entzündung zu viele Entzündungssignale (TNFα, IL-6) sowie zu viele Triglyzeride im Blut. Und die verhindern, dass Leptin an den Rezeptor binden kann (Banks, 2004). Der übergewichtige Mensch wird leptinresistent (Jequier, 2002)(Considine, 1996). Im Hypothalamus kommt kein Leptin mehr an, obwohl genug davon da ist. <u>Das ist das Paradox</u>. Die Menschen werden nur noch übergewichtiger, weil Leptin nicht mehr wirkt und der Sättigungsmechanismus außer Kraft tritt (El-Haschimi and Lehnert, 2003).</p>
<h2>Das andere Extrem: Leptin-Mangel</h2>
<p>Dass Leptin auch im anderen Extrem unschön sein kann, siehst Du bei einem Leptin-Mangel. Jeder von uns hatte schon einmal Leptin-Mangel: nämlich dann, wenn man eine Nacht durchgearbeitet und am nächsten Tag gegessen hat, was der Kühlschrank hergab.</p>
<p><strong>Schlafmangel führt nämlich zu Leptin-Mangel</strong> (Taheri, 2004). Ein riesiges Problem in unserer High-performance-Gesellschaft, in der die Leute denken, sie können mit 5 Stunden Schlaf pro Nacht problemlos durchs Leben gehen. Nein. Schlafmangel ist ein Punkt, wo die Regulation aus der Bahn gerät, kommt Übergewicht dazu ist das Chaos vorprogrammiert. Denn die Rechnung „Übergewicht macht zu viel Leptin, Schlafmangel macht zu wenig Leptin, also ist das ausgeglichen“ geht nicht auf.</p>
<p><strong>Chronisches Energiedefizit führt zu Leptin-Mangel</strong>. Das ist der Fall bei zu exzessivem Sport (Joro, 2016). Das ist der Fall bei Dauer-Diät. Das führt zusammen mit Cortisol dazu, dass tagsüber alles gut läuft, im Gym wie auf der Arbeit, und abends dann der Kühlschrank dran glauben muss. Kommt Dir bekannt vor?</p>
<blockquote><p><strong>Wer zu wenig isst (Diät, Fasten) und/oder zu viel Sport treibt, dem sacken dann auch die Schilddrüsen-Hormone in den Keller. Der „kaputte Stoffwechsel“: Zu wenig Leptin, zu wenig T3.</strong></p></blockquote>
<p>Interessant finde ich, dass der Hypothalamus keinen Unterschied macht zwischen dem Fettleibigen, der ohne Sättigung isst, und dem Sport-Fanatiker, der zu wenig isst.</p>
<h2>Leptin und die perfekte Diät</h2>
<p>Ich habe geschrieben, dass Leptin auch beim Abnehmen eine zentrale Rolle spielt. Denn ein gesunder Leptin-Spiegel sorgt dafür, dass der Betroffene nicht zu viel isst und der Stoffwechsel trotz leichtem Energiedefizit nicht „einschläft“.</p>
<p>Erster Fehler in der Diät ist, wenn das Kaloriendefizit zu hoch ist und Leptin zu stark abfällt. Dann wird der Heißhunger immer größer.</p>
<p>Das größere Problem allerdings ist im Laufe der Diät, dass der Leptin-Spiegel stärker abfällt als die Fettmasse (Campfield, 1996)(Landt, 2001).</p>
<p>Es scheint, als sei Leptin im übergewichtigen Menschen dann nicht für die Sättigung da, sondern für den Schutz der Fettvorräte. Also wird das Fett beschützt und das Überleben in schlechten Zeiten gewährleistet.</p>
<p>Blöd für uns Menschen heute. Denn so funktioniert keine Diät. Und das ist auch das Problem mit den meisten Diäten, die nicht funktionieren. Sie berücksichtigen genau diesen Punkt nicht, dass Leptin zu schnell abfällt.</p>
<h2>Wie wird ein Leptin-Abfall in der Diät verhindert?</h2>
<p>Dazu müssen in der Diät mehrere Dinge zusammenwirken:</p>
<ul>
<li>Das <strong>Kaloriendefizit</strong> darf <strong>nicht zu groß</strong> &#8212; sonst fällt Leptin nur noch schneller ab. Leider finden sich hier keine Werte in der Literatur. Aber 500 kcal/Tag scheinen erfahrungsgemäß ein guter Wert zu sein.</li>
<li>Es muss um jeden Preis <strong>genug geschlafen</strong> werden (7-8 Stunden Minimum pro Nacht!).</li>
<li>Es müssen <strong>genügend Kohlenhydrate</strong>, sprich Insulin, in der Diät enthalten sein. Ketogene Diät oder das längerfristige Fasten (nix essen) sind also keine längerfristige Lösung, um Gewicht zu verlieren. Entweder sind ein paar Kohlenhydrate im Alltag integriert (&gt;100g) oder es werden die Glykogen-Speicher hin und wieder mal richtig gefüllt. Auch bekannt als Refeed-Tage. Das verhindert den Leptin-Abfall in der Diät.</li>
<li>Vitamin A korreliert mit Leptin, und es ist bekannt, dass Vitamin A im Fettgewebe wirkt. Also könnten Innereien (Leber – pures Vitamin A) helfen (Bonet, 2000).</li>
<li>Damit Leptin problemlos an den Rezeptor docken kann, müssen <strong>Entzündung</strong> sowie hohe Triglyzeridwerte <strong>beseitigt</strong> werden. Ein gutes Antioxidans wie Curcumin (TNFα-Inhibitor) sowie Fischöl (Omega-3-Fette senken Triglyzeride) könnten dies bewerkstelligen.</li>
<li><strong>Kälte</strong> sollte ebenfalls eine Rolle spielen, denn Kälte kann &#8212; unabhängig von Leptin &#8212; die Bildung von Schilddrüsenhormon „anheizen“, um braunes Fettgewebe zu bilden. (Ist Kälte deswegen so effektiv beim Gewichtsverlust?) Allerdings sollten zeitgleich die Entzündungen im Körper angegangen werden, sonst wird T3 ganz schnell zu rT3 deaktiviert.</li>
</ul>
<blockquote><p>Ein großes Thema, das wird leider oft vergessen, sind Kalorien! Denn &#8222;genügend Kohlenhydrate&#8220;, um z. B. die &#8222;Glykogenspeicher zu füllen&#8220; bzw. &#8222;Insulin höher zu halten&#8220; bringen nichts, wenn damit nicht mal der Energiebedarf gedeckt wird. Denn der wiederum reguliert gerade die Insulin-Konzentration im Blut. Heißt: Kalorien-Restriktion, egal ob mit oder ohne Kohlenhydraten, sorgt für einen Abfall der Insulin-Konzentration &#8212; zumindest wenn man es über einen längeren Zeitraum betrachtet.</p></blockquote>
<p>SO sollte eine Diät für Übergewichtige aussehen! Wer Leptin außer Acht lässt, wird sonst keinen Erfolg haben.</p>
<p>Aber ein ganz großes Fragezeichen bleibt noch:</p>
<h2>Wie kommt es dann überhaupt zu Übergewicht?</h2>
<p>Ausgehend von einem normalgewichtigen Menschen, der normal isst. Also noch nicht leptinresistent ist. Wie wird so ein Mensch überhaupt übergewichtig, wo doch Leptin bei einem normalen Stoffwechsel so regulierend wirkt, dass Übergewicht gar nicht erst entstehen kann?</p>
<p>Dazu gibt es einige sehr gute Theorien in der Literatur, die ich Dir gerne vorstellen möchte:</p>
<ul>
<li><strong>Hoher Fruktosekonsum (Zucker</strong>) in Verbindung mit wenig Sport führt zur massiven Bildung von Triglyzeriden im Blut. Das könnte der erste Schritt für eine Leptinresistenz sein (Shapiro, 2008).</li>
<li>Wird genug Taurin gefüttert, werden fett-gemästete Mäuse nicht leptinresistent (Camargo, 2015). Taurin ist in gutem Fleisch und Meeresfrüchten enthalten und wer <strong>zu viel Junk Food</strong> isst, hat schnell einen Taurin-Mangel.</li>
<li>Getreide-Lektine scheinen mit Leptin und dem Rezeptor so zu interagieren, dass das Signalling unterbunden wird (Jönsson, 2005). Also getreidebasierte Nahrungsmittel, die nicht anständig fermentiert wurden. Quasi alle modernen <strong>Getreideprodukte</strong> (außer Sauerteig). Wahrscheinlich gilt dies auch für schlecht verarbeitete <strong>Hülsenfrüchte</strong>.</li>
<li><strong>Vitamin D</strong> korreliert invers mit Leptin. Das ist im Winter problematisch, wenn ein Vitamin-D-Mangel so die Leptin-Werte zu sehr erhöht (Naini, 2016). Leptinresistenz durch Vitamin-D-Mangel?</li>
<li>Eine <strong>schlechte Insulinsensitivität</strong> (Hyperinsulinämie) führt zu erhöhtem Leptin. Also muss die Insulinsensitivität wieder verbessert werden, z. B. durch Fischöl und Protein (Weigle, 2005). (Wie &#8222;macht&#8220; man Insulinsensitivität? Dazu gibt es ein Stoffwechsel-Handbuch von edubily.)</li>
<li>In alten Versuchstieren reduziert <strong>Acetyl-L-Carnitin</strong> teilweise die Leptin-Resistenz (Iossa, 2002). Carnitin ist, ähnlich wie Taurin, in unverarbeitetem Muskelfleisch enthalten, v.a. in Hühnchen.</li>
</ul>
<h2>Der ideale Lifestyle, um nicht übergewichtig zu werden?</h2>
<p>Aus den letzten zwei Kapiteln geht hervor, wie ein idealer Lifestyle aussehen könnte, der auf Basis eines gesunden Leptin-Stoffwechsels Übergewicht fast unmöglich macht. Dieser Lifestyle deckt sich mit dem, was Chris im Handbuch empfiehlt:</p>
<ul>
<li>Genug essen. Keine Dauerdiät, kein Dauerfasten</li>
<li>Genug schlafen</li>
<li>Sport an der frischen Luft</li>
<li>Genügend Antioxidantien (Gemüse, Obst)</li>
<li>Genügend Omega-3-Fette (Fisch und Meeresfrüchte)</li>
<li>Genügend gesunde Kohlenhydrate (keine dauerhafte ketogene Diät)</li>
<li>Kohlenhydrate nicht aus Getreide (außer Sauerteig) oder Hülsenfrüchten (es seidenn, sie sind gut verarbeitet, d.h. gekeimt und abgekocht).</li>
<li>Zucker in Maßen</li>
<li>Kein Junk Food</li>
<li>Kalte Thermogenese (kaltes Wasser: Dusche, See, Meer)</li>
<li>Genug Sonne im Sommer, Vitamin D zusätzlich (5.000 IU täglich) im Winter</li>
<li>Viel Protein aus unverarbeiteten, hochwertigen tierischen Quellen (artgerechte Haltung), enthält neben Protein auch Omega-3-Fette, Taurin und Carnitin</li>
</ul>
<p>Mit so einem Lifestyle machst Du alles richtig. Das hat Chris schon im Handbuch richtig erkannt. Das erkennt auch, wer sich mit Leptin genauer beschäftigt.</p>
<h2>Zusatz: Zeichen für Leptinresistenz</h2>
<p>Wie kannst Du messen bzw. nachvollziehen, ob Du leptinresistent bist?</p>
<ul>
<li>Übergewicht (hohe Fettmasse bedeutet <u>meistens</u> Leptinresistenz)</li>
<li>TNFα und Triglyzeride im Blut erhöht?</li>
<li>Hast Du Kohlenhydrat-Heißhunger, besonders nachts?</li>
<li>Blutbild: Ist T3 erniedrigt, ist rT3 erhöht?</li>
<li>Cortisol am Abend erhöht?</li>
<li>Wirst du nie satt?</li>
</ul>
<h2>Fazit – Leptin ist ein Schlüssel</h2>
<p>Es werden hier auf edubily immer wieder Stoffwechsel-Master-Hormone beschrieben, etwa T3 oder NO. Diese spielen für einen gesunden Stoffwechsel und einen gesunden Körper eine enorme Rolle.</p>
<p>Leptin ist eine Möglichkeit zu erklären, warum die Gesundheit unserer westlichen Industriegesellschaft den Bach runtergeht. Es fällt schnell auf, was für ein Lifestyle diese Übergewicht-Pandemie verhindern kann: Ein Lifestyle, der neben den richtigen Nährstoffen (Iod, Zink, Magnesium, Vit. D, &#8230;) auch Leptin berücksichtigt. <strong>Das ist der Schlüssel.</strong></p>
<h2>Einzelnachweise</h2>
<p>Banks, William A.; Coon, Alan B.; Robinson, Sandra M.; Moinuddin, Asif; Shultz, Jessica M.; Nakaoke, Ryota; Morley, John E. (2004): Triglycerides induce leptin resistance at the blood-brain barrier. In: <em>Diabetes </em>53 (5), S. 1253–1260.</p>
<p>Bonet, M. L.; Oliver, J.; Pico, C.; Felipe, F.; Ribot, J.; Cinti, S.; Palou, A. (2000): Opposite effects of feeding a vitamin A-deficient diet and retinoic acid treatment on brown adipose tissue uncoupling protein 1 (UCP1), UCP2 and leptin expression. In: <em>The Journal of endocrinology </em>166 (3), S. 511–517.</p>
<p>Camargo, Rafael L.; Batista, Thiago M.; Ribeiro, Rosane A.; Branco, Renato C. S.; Da Silva, Priscilla M. R.; Izumi, Clarice et al. (2015): Taurine supplementation preserves hypothalamic leptin action in normal and protein-restricted mice fed on a high-fat diet. In: <em>Amino acids </em>47 (11), S. 2419–2435. DOI: 10.1007/s00726-015-2035-9.</p>
<p>Chagnon, Y. C. and Chung W. K. and Perusse L. and Chagnon M. and Leibel R. L. and Bouchard C. (1999): Linkages and associations between the leptin receptor (LEPR) gene and human body composition in the Quebec Family Study. In: <em>Int J Obes Relat Metab Disord </em>23. DOI: 10.1038/sj.ijo.0800809.</p>
<p>Considine, R. V. and Sinha M. K. and Heiman M. L. and Kriauciunas A. and Stephens T. W. and Nyce M. R. and Ohannesian J. P. and Marco C. C. and McKee L. J. and Bauer T. L. (1996): Serum immunoreactive-leptin concentrations in normal-weight and obese humans [see comments]. In: <em>N Engl J Med </em>334. DOI: 10.1056/NEJM199602013340503.</p>
<p>El-Haschimi, K.; Lehnert, H. (2003): Leptin Resistance &#8211; Or Why Leptin Fails to Work in Obesity. In: <em>Exp Clin Endocrinol Diabetes </em>111 (01), S. 2–7. DOI: 10.1055/s-2003-37492.</p>
<p>Iossa, Susanna; Mollica, Maria Pina; Lionetti, Lilla; Crescenzo, Raffaella; Botta, Monica; Barletta, Antonio; Liverini, Giovanna (2002): Acetyl-L-carnitine supplementation differently influences nutrient partitioning, serum leptin concentration and skeletal muscle mitochondrial respiration in young and old rats. In: <em>The Journal of nutrition </em>132 (4), S. 636–642.</p>
<p>Jequier, E. (2002): Leptin signaling, adiposity, and energy balance. In: <em>Ann N Y Acad Sci </em>967. DOI: 10.1111/j.1749-6632.2002.tb04293.x.</p>
<p>Jönsson, Tommy; Olsson, Stefan; Ahrén, Bo; Bøg-Hansen, Thorkild C.; Dole, Anita; Lindeberg, Staffan (2005): Agrarian diet and diseases of affluence – Do evolutionary novel dietary lectins cause leptin resistance? In: <em>BMC Endocrine Disorders </em>5 (1), S. 10. DOI: 10.1186/1472-6823-5-10.</p>
<p>Joro, Raimo; Uusitalo, Arja; DeRuisseau, Keith C.; Atalay, Mustafa (2016): Changes in cytokines, leptin, and IGF-1 levels in overtrained athletes during a prolonged recovery phase: A case-control study. In: <em>Journal of sports sciences</em>, S. 1–8. DOI: 10.1080/02640414.2016.1266379.</p>
<p>Landt, M. and Horowitz J. F. and Coppack S. W. and Klein S. (2001): Effect of short-term fasting on free and bound leptin concentrations in lean and obese women. In: <em>J Clin Endocrinol Metab </em>86. DOI: 10.1210/jcem.86.8.7771.</p>
<p>Lindgarde, F. and Ercilla M. B. and Correa L. R. and Ahren B. (2004): Body adiposity, insulin, and leptin in subgroups of peruvian amerindians. In: <em>High Alt Med Biol </em>5. DOI: 10.1089/152702904322963663.</p>
<p>Lindgarde, F. and Widen I. and Gebb M. and Ahren B. (2004): Traditional versus agricultural lifestyle among Shuar women of the Ecuadorian Amazon: effects on leptin levels. In: <em>Metabolism </em>53. DOI: 10.1016/j.metabol.2004.04.012.</p>
<p>Magni, P. and Liuzzi A. and Ruscica M. and Dozio E. and Ferrario S. and Bussi I. and Minocci A. and Castagna A. and Motta M. and Savia G. (2005): Free and bound plasma leptin in normal weight and obese men and women: relationship with body composition, resting energy expenditure, insulin-sensitivity, lipid profile and macronutrient preference. In: <em>Clin Endocrinol (Oxf) </em>62. DOI: 10.1111/j.1365-2265.2005.02195.x.</p>
<p>Momken, Iman; Chabowski, Adrian; Dirkx, Ellen; Nabben, Miranda; Jain, Swati S.; McFarlan, Jay T. et al. (2017): A new leptin-mediated mechanism for stimulating fatty acid oxidation: a pivotal role for sarcolemmal FAT/CD36. In: <em>The Biochemical journal </em>474 (1), S. 149–162. DOI: 10.1042/BCJ20160804.</p>
<p>Naini, Afsoon Emami; Vahdat, Sahar; Hedaiati, Zahra Parin; Shahzeidi, Safoura; Pezeshki, Amir Hossein; Nasri, Hamid (2016): The effect of vitamin D administration on serum leptin and adiponectin levels in end-stage renal disease patients on hemodialysis with vitamin D deficiency: A placebo-controlled double-blind clinical trial. In: <em>Journal of research in medical sciences : the official journal of Isfahan University of Medical Sciences </em>21, S. 1. DOI: 10.4103/1735-1995.175144.</p>
<p>Shapiro, Alexandra; Mu, Wei; Roncal, Carlos; Cheng, Kit-Yan; Johnson, Richard J.; Scarpace, Philip J. (2008): Fructose-induced leptin resistance exacerbates weight gain in response to subsequent high-fat feeding. In: <em>Am J Physiol Regul Integr Comp Physiol </em>295 (5), R1370. DOI: 10.1152/ajpregu.00195.2008.</p>
<p>Trayhurn, Paul (2003): Leptin&#8211;a critical body weight signal and a &#8222;master&#8220; hormone? In: <em>Sci. STKE </em>2003 (169), pe7. DOI: 10.1126/stke.2003.169.pe7.</p>
<p>Taheri, Shahrad; Lin, Ling; Austin, Diane; Young, Terry; Mignot, Emmanuel (2004): Short sleep duration is associated with reduced leptin, elevated ghrelin, and increased body mass index. In: <em>PLoS medicine </em>1 (3), e62. DOI: 10.1371/journal.pmed.0010062.</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Hier erhältst du Antworten rund ums Thema “Leptin”</span></p>
<p><strong>Kann man mit Leptin abnehmen?</strong></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Ja, Leptin kann die Gewichtsreduktion unterstützen. Nimmst du Nahrung auf, stellt sich ein Sättigungsgefühl ein. Dies hängt mit einem komplexen Prozess zusammen: Nach dem Essen setzen die Fettzellen Leptin frei. Dieses ist ein Botenstoff, welches sich an den Hypothalamus bindet. Es sendet appetitzügelnde Signale aus, wodurch das typische Völlegefühl ausgelöst wird. Demnach gilt: Wer seinen Leptinspiegel konstant hochhält, verspürt keinen Hunger mehr und nimmt ab. </span></p>
<p><strong>Wie kann ich Leptin aktivieren?</strong></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Leptin ist ein körpereigenes Hormon, dass bei der Nahrungsaufnahme von den Fettdepots aktiviert wird. Leptin wird ebenfalls im Knochenmark, dem Skelett, der Magenschleimhaut, den Zellen in der Brusthaut und in Teilen des Gehirns gebildet. </span></p>
<p><strong>Ist die Einnahme von Leptin gefährlich?</strong></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Leptin wird dem Körper gerne zugeführt, um ein Völlegefühl auszulösen. Weiterhin besitzen allerdings auch übergewichtige Menschen einen hohen Leptinspiegel. Das Hormon wird nämlich in den Fettdepots gebildet. Das heißt, je dicker ein Mensch ist, desto mehr Leptin besitzt er. Befindet sich der Leptinspiegel nun dauerhaft auf einem sehr hohen Niveau, kann dies dem Körper schädigen. So haben amerikanische und britische Wissenschaftler entdeckt, dass die Langzeitpotenzierung unter dem Einfluss von Leptin leiden kann. Sie ist für das Gedächtnis und das Lernen von Bedeutung, weswegen bei einem Leptinüberschuss Gedächtnislücken und sogar Alzheimer auftreten können. </span></p>
<p><strong>Was ist eine Leptin Störung?</strong></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Auf der Welt existieren rund 500 Millionen Übergewichtige. Studien zufolge leiden diese Menschen unter einer Leptinresistenz. Denn obwohl sie einen großen Anteil an Fettdepots besitzen und diese Zellen Leptin ausstoßen, kommt das Signal des Botenstoffes nicht im Gehirn an. Das Sättigungsgefühl stellt sich nicht ein und die fettleibigen Menschen führen ihrem Körper mehr Kalorien zu, als benötigt wird. </span></p>
<p><strong>Reicht eine Leptinzufuhr zum Abnehmen?</strong></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Leptin hilft lediglich beim Abnehmen, ist allerdings nicht für die Gewichtsreduktion verantwortlich. Es ist wichtig, dass man sich ausgewogen ernährt und eine gesunde Lebensweise pflegt. Beispielsweise sollte man ausgiebig schlafen, genügend Wasser trinken und Stress und Hektik vermeiden.</span></p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptin-stoffwechsel-hormon/">Leptin: Das unterschätzte Master-Hormon im Stoffwechsel</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Gluten: Kann der Verzicht beim Abnehmen helfen?</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/tipps/gluten-verzicht-abnehmen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Aug 2015 20:17:57 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Kohlenhydrate]]></category>
		<category><![CDATA[Leptin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der durchschlagende Erfolg diverser Ernährungskonzepte liegt nicht nur darin begründet, dass Makronährstoffanteile verändert werden. Insbesondere im Hinblick auf die Kohlenhydratrestriktion. Wir sollten uns fragen, welche Begleitursachen (Confounder) diese Korrelation zwischen Kohlenhydratrestriktion und Körperfettverlust hat. Denn [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Der durchschlagende Erfolg diverser Ernährungskonzepte liegt nicht nur darin begründet, dass Makronährstoffanteile verändert werden. Insbesondere im Hinblick auf die Kohlenhydratrestriktion.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir sollten uns fragen, welche Begleitursachen (Confounder) diese Korrelation zwischen Kohlenhydratrestriktion und Körperfettverlust hat.</p>
<p style="text-align: justify;">Denn bei aller Wissenschaft: Mir ist klar, dass Tausende Menschen Erfolg mit einer Low-Carb-Intervention haben.</p>
<p style="text-align: justify;">Zumindest auf anekdotischer Ebene.</p>
<p style="text-align: justify;">Warum sich die metabolische Gesundheit bei Interventionen wie &#8222;Paleo&#8220; verbessert, hängt mit einer Vielzahl an veränderten Variablen zusammen.</p>
<p style="text-align: justify;">Eine Variable könnte die Glutenfreiheit dieser Ernährungsformen sein.</p>
<p style="text-align: justify;">Dazu präsentiere ich heute eine kleine Studie. Zwar nur an Mäusen, aber die Ergebnisse geben zu denken.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Der Studien-Aufbau</h2>
<p style="text-align: justify;">Die Mäuse werden in zwei Gruppen aufgeteilt:</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>glutenfrei gefüttert (GF)</li>
<li>glutenreich (4,5 %) gefüttert (Kontrolle)</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Jetzt verabreicht man ihnen die klassische Mastdiät. Viele Kohlenhydrate plus Fett (&#8222;high fat&#8220;). Nagetiere bekommen als Standardchow, also als Standardnahrung, normalerweise Mais und Casein plus Vitamine und so weiter &#8211; eine klassische kohlenhydratreiche, fettarme Ernährung. Die Tiere kommen damit sehr gut aus.</p>
<p style="text-align: justify;">Man misst:</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Körpergewicht</li>
<li>Fettzunahme(n)</li>
<li>Immunzellen-Infiltration und Zytokin-Produktion im Fettgewebe (Entzündungsreaktion)</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">(Bei zunehmender oder schnell wachsender Fettmasse entzündet sich das Fettgewebe, was Auswirkung auf metabolische Parameter wie Insulinresistenz etc. hat.)</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Blutfettwerte</li>
<li>Blutzucker</li>
<li>Insulinresistenz</li>
<li>Adipokine wie Adiponectin</li>
<li>PPARalpha (ein Marker für die Stoffwechselgesundheit der Zelle)</li>
<li>Lipoprotein-Lipase (Enzym, das Blutfett in die Zellen schleust)</li>
<li>HSL (Enzym, das für die Fettsäurefreisetzung verantwortlich ist)</li>
<li>CPT-1 (Enzym, das Fettsäuren über die mitochondriale Membran transportiert)</li>
<li>Insulinrezeptor</li>
<li>GLUT4 (Glukose-Transporter)</li>
</ul>
<h2 style="text-align: justify;">Resultate</h2>
<p style="text-align: justify;">Vorsicht bei der Interpretation: Aufgrund der Skala-Wahl, verleitet das Diagramm, falsche Prozentzahlen zu sehen.</p>
<p style="text-align: justify;">Schauen wir uns die Grafiken an:</p>
<h3 style="text-align: justify;">Veränderung der Körperkomposition/Fettgewebe</h3>
<p style="text-align: justify;"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4525" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/08/pic-1.png" alt="pic-1" width="640" height="426" /></p>
<p style="text-align: justify;">Die Kontrollgruppe (mit viel Gluten in der Ernährung):</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>A </strong>wiegt <strong>circa 15 %</strong> mehr</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>B</strong> hat <strong>circa 50 %</strong> mehr Epidymalfett (als Marker des Viszeralfetts)</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>C</strong> hat <strong>5 %</strong> mehr Fett im Fettgewebe</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>D</strong> hat <strong>&gt; 50 %</strong> größere Fettzellen</p>
<p style="text-align: justify;">Kurzum: Beide Gruppen zeigen eine deutlich veränderte Körperkomposition. Bei der glutenfreien Ernährung ist der Impact allerdings viel geringer.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Zytokine des Fettgewebes (Adipokine)</h3>
<p style="text-align: justify;"><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4524" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/08/pic-2.png" alt="pic-2" width="538" height="844" /></p>
<p style="text-align: justify;">Die linke Seite der Diagramme zeigt die Genexpression an und die rechte Seite das, was im Blut ankommt. Nicht immer steigert eine erhöhte Genexpression auch die Protein-Konzentration (z. B. im Blut).</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>A</strong> Die Kontroll-Tiere hatten über 300 % mehr <em>Leptin</em> im Blut. Leptin wird in den Fettzellen gebildet und unterdrückt normalerweise den Hunger. Es sei denn: Es wirkt nicht mehr richtig. Dann muss mehr Leptin produziert werden. (Wichtig: Es scheint so zu sein, dass Weizen von Haus aus besser sättigt. Solange die Rezeptor-Empfindlichkeit gegeben ist. Dazu später mehr.)</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>B</strong> <em>Resistin</em> heißt deshalb so, weil man es Mäusen injizierte, die darauf hin eine Insulinresistenz entwickelten. Die Fettmasse per se scheint die Resistin-Konzentration nicht zu beeinflussen. Allerdings wird es auch hauptsächlich im Viszeralfett produziert. Es erhöht u. a. das LDL-Cholesterin. Hier: Die GF-Mäuse haben nur circa 70 % Resistin im Blut im Vergleich zur Kontrollgruppe.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>C</strong> <em>Adiponectin</em> ist eine gute Sache. Dieser Botenstoff erhöht die Insulinsensitivität. Nicht nur im Fettgewebe, sondern auch im Muskel. Der Unterschied in beiden Gruppen ist nicht dramatisch, beläuft sich auf weniger als 10 %.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Stoffwechselgesundheit</h3>
<p style="text-align: justify;"><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4523" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/08/pic-3.png" alt="pic-3" width="640" height="663" /></p>
<p style="text-align: justify;">Dieser Teil ist äußerst interessant. Hier sehen wir das, was man als metabolische Gesundheit bezeichnet.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>A</strong> Der Glukose-Wert beträgt in der GF-Gruppe lediglich circa 73 % des Glukose-Werts der Kontrollgruppe</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>B</strong> Der Insulin-Wert liegt um ~ 50 % höher in der Kontrollgruppe</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>C</strong> Die Insulinresistenz (gemessen anhand des  HOMA-IR) war nur circa halb so stark ausgeprägt in der GF-Gruppe</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>E</strong> Die GF-Gruppe hat <strong>viermal </strong>mehr Insulin-Rezeptoren &#8230; und <strong>nahezu doppelt</strong> so viele Glukose-Transporter!</p>
<p style="text-align: justify;">(Ich darf anmerken: Genau an dieser Sache scheitern letztendlich deine Bemühungen, wenn es um Glukose-Toleranz geht!)</p>
<h3 style="text-align: justify;">Genexpression des Fettgewebes</h3>
<p style="text-align: justify;"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4528" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/08/1-s2.0-S0955286312002264-gr4.jpg" alt="1-s2.0-S0955286312002264-gr4" width="261" height="558" /></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>A</strong> <em>LPL</em> (Lipoprotein-Lipase) ist das Enzym, das Blutfette spaltet und somit dafür sorgt, dass Fettsäuren in Fettzellen aufgenommen werden. Was auf den ersten Blick widersprüchlich aussieht, ist in diesem Szenario wichtig. Denn mehr LPL kann den Anstieg von Blutfetten (z. B. Triglyceriden) verhindern. Gleichzeitig, und das ist bemerkenswert, ist die Genexpression der <em>HSL</em> dramatisch erhöht (&gt; 400 %), was die Fettsäure-Freisetzung erhöht oder entsprechend verringert, wenn weniger HSL da ist.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>B</strong> <em>CPT-1</em> ist das Enzym, das, zusammen mit<em> L-Carnitin</em>, Fettsäuren über die mitochondriale Membran transportiert. Hier ist die Expression des CPT-1 deutlich geringer als in der GF-Gruppe.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>C</strong> Auch <em>PPARalpha</em>-Expression, als Marker für die zelluläre Stoffwechselgesundheit, ist deutlich erhöht in der GF-Gruppe relativ zur Kontrollgruppe.</p>
<p style="text-align: justify;">Diese Punkte weisen sehr deutlich auf eine modulierte (hier: verbesserte) Fettsäure-Utilisation seitens der GF-Gruppe hin.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Entzündungen im Fettgewebe</h3>
<p style="text-align: justify;">Hier gibt es keine Grafik von mir. Allerdings war der IL-6-Wert circa dreimal so hoch in der Kontroll-Gruppe. Auch TNFalpha &gt; 60 % höher konzentriert im Fettgewebe der Kontrolltiere.</p>
<p style="text-align: justify;">Soll heißen: Das Fettgewebe war im Vergleich zur GF-Gruppe stark entzündet.</p>
<p style="text-align: justify;">Dies hat systematische Folgen: Zum Beispiel Insulinresistenz (siehe oben).</p>
<p style="text-align: justify;">(Vgl., Soares, 2013)</p>
<h2 style="text-align: justify;">Gluten, ein dickmachendes Pflanzenprotein?</h2>
<p style="text-align: justify;">Eine andere Studie.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir konsumieren ständig Pflanzenproteine, heute sogar gängig: Soja- (Konzentrate, Isolate, Hydrolysate), Erbsen- und Reisproteine etc.</p>
<p style="text-align: justify;">Gluten ist nichts weiter als ein Protein. Vom Weizen.</p>
<p style="text-align: justify;">Interessante Schlüsselthesen kommen von einer anderen Arbeit.</p>
<p style="text-align: justify;">Dort studierte man die Wirkung von einzelnen Pflanzenproteinen bezüglich einer möglichen Veränderung der Körperkomposition &#8211; an Ratten.</p>
<p style="text-align: justify;"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4532" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/08/Gluten1.png" alt="Gluten" width="782" height="554" /></p>
<p style="text-align: justify;">Hier hat man Ratten zunächst gemästet. In der isokalorischen Phase durften die Ratten verschiedene Pflanzenproteine konsumieren.</p>
<p style="text-align: justify;">Diese Phase ging, wie oben zu sehen, acht Wochen lang.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Bemerkenswerte ist, dass alle Gruppen weiterhin Gewicht zunahmen.</p>
<p style="text-align: justify;">Sehr schön zu sehen ist, dass die Proteinquelle Gluten (rot), das Körpergewicht zusätzlich steigerte im Vergleich zur Kontrollgruppe (orange).</p>
<p style="text-align: justify;">Einzig das hydrolysierte Maisprotein (<em>CGH</em>) zeigte gewichtsreduzierende Eigenschaften. (Laut Autoren wohl aufgrund des hohen Leucinanteils.)</p>
<p style="text-align: justify;">(Vgl., Kim, 2012)</p>
<h3 style="text-align: justify;">Schlussfolgerung und Limitationen</h3>
<p style="text-align: justify;">Die erstbeschriebene Arbeit zeigt eine Sache schön auf: Metabolische Situationen können, <strong>trotz gleicher Makronährstoffzufuhr</strong>, extrem verschieden sein! Hier aufgrund der Tatsache, dass zusätzlich Gluten gefüttert wurde.</p>
<p style="text-align: justify;">Nun, ich weiß, dass eine glutenfreie Ernährung für viele von euch zum Alltagsgeschäft gehört und dieser Post offensichtlich keine neuen Erkenntnisse zeigt.</p>
<p style="text-align: justify;">Allerdings finde ich die Zahlen, die Dimensionen so spannend!</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Nahezu doppelt so viele Glukose-Transporter in der GF-Gruppe! </strong></p>
<p style="text-align: justify;">300 g Kohlenhydrate aus Brot könnten sich deutlich unterscheiden von 300 g Kohlenhydraten aus Kartoffeln.</p>
<p style="text-align: justify;">Der springende Punkt ist: Wir wollen alle gerne unsere Glukosetoleranz optimieren und sollten daher Wege finden, dies effizient zu realisieren.</p>
<p style="text-align: justify;">Hier ist eine Möglichkeit.</p>
<p style="text-align: justify;">Fraglich bleibt der Real-Life-Impact: Zum einen sind wir keine Ratten (auch wenn gewisse Signalwege evolutiv konserviert sind) und zum anderen war der Glutenanteil in der Nahrung der Tiere recht hoch. Zumindest im Vergleich zu realistischen Dosen im menschlichen Dasein. Soll heißen: Keiner ernährt sich ausschließlich von Weizen.</p>
<p style="text-align: justify;">Plus: Wir können nicht sagen, ob es einen Confounder gibt im Sinne einer für uns nicht einsehbaren Variablen, die das Ganze beeinflusst. Eine High-Fat-Ernährung induziert bei Ratten beispielsweise eine intestinale Durchlässigkeit (= &#8222;leaky gut&#8220;), woraus sich von Haus aus metabolische Anomalien ergeben. Gibt man nun noch Gluten hinzu, könnte das einen Synergismus ergeben.</p>
<p style="text-align: justify;">Dennoch, und das finde ich wichtig, zeigt die Arbeiten, dass Gluten <em>potenziell </em>starken Einfluss auf einen Organismus haben <em>kann</em>.</p>
<p style="text-align: justify;">Weitere Frage sind: Ist das Ganze dosisabhängig, gibt es einen Schwellenwert und gilt das auch für uns Menschen?</p>
<p style="text-align: justify;">Interessant!</p>
<p style="text-align: justify;">Man kann sich fragen, ob ein erhöhter Glutenkonsum in unserer Vergangenheit ein selektiver Vorteil war. Uns also geholfen hat zu überleben. Denn Substanzen, die uns helfen, Makronährstoffe effizienter werden zu lassen im Sinne einer effizienteren Energieausbeute, hätten uns helfen können. Denn im Gegensatz zu Heute, gab es Zeiten in der Menschheitsgeschichte, wo solche &#8222;schnell dickmachende&#8220; Nahrungsmittel hoch vorteilhaft waren.</p>
<p style="text-align: justify;">Einmal von anderen Aspekten abgesehen:</p>
<p style="text-align: justify;">Der Immunologe Aristo Vojdani meint: Gluten und Casein (Milchprotein) wirken wie Heroin oder andere Schmerzmittel. Denn Gluten enthalte Gluteomorphine. Casein entsprechend Casomorphine, die Effekte von Heroin und Morphin im Gehirn mimen können. Gut, das ist nichts Neues, der Mensch lebt gerne &#8222;auf Drogen&#8220; (Koffein, Alkohol, Nikotin, THC, Pornos (!) und so weiter) &#8211; allerdings tun die Entzugserscheinungen weh.</p>
<p style="text-align: justify;">Drogen helfen uns mit dem Leben zu copen.</p>
<p style="text-align: justify;">Gestern meinte eine Bekannte zu mir: Lecker, der Cheeseburger bei McD würde auch wunderbar ohne Fleisch schmecken.</p>
<p style="text-align: justify;">Stimmt! Käse und Brot reichen aus. Siehe oben :-)</p>
<h2 style="text-align: justify;">Literatur</h2>
<p>Kim, Joo-Hee; Lee, Hyo-Jung; Kim, Ji-Yeon u. a. (2012): &#8222;Plant Proteins Differently Affect Body Fat Reduction in High-fat Fed Rats&#8220;. In: <i>Preventive Nutrition and Food Science</i>. 17 (3), S. 223-227, DOI: 10.3746/pnf.2012.17.3.223.</p>
<p>Soares, Fabíola Lacerda Pires; de Oliveira Matoso, Rafael; Teixeira, Lílian Gonçalves u. a. (2013): „Gluten-free diet reduces adiposity, inflammation and insulin resistance associated with the induction of PPAR-alpha and PPAR-gamma expression“. In: <i>The Journal of Nutritional Biochemistry</i>. 24 (6), S. 1105-1111, DOI: 10.1016/j.jnutbio.2012.08.009.</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/tipps/gluten-verzicht-abnehmen/">Gluten: Kann der Verzicht beim Abnehmen helfen?</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Die Wirkung von Leptin: Der Schlüssel liegt im Darm Teil 2</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/leptin/leptin-wirkung-darm-teil-2/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Phil Böhm]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 Jun 2015 15:35:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leptin]]></category>
		<category><![CDATA[Darmflora]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der heutigen Ernährung sind wir umgeben von hochverarbeiteten Lebensmitteln. Die Menschen essen immer seltener zu Hause und bereiten ihre Mahlzeiten nicht mehr selbst zu. Alles soll kostengünstig, vereinheitlicht und am besten &#8218;to-go&#8216; sein. So [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">In der heutigen Ernährung sind wir umgeben von hochverarbeiteten Lebensmitteln. Die Menschen essen immer seltener zu Hause und bereiten ihre Mahlzeiten nicht mehr selbst zu.</p>
<p style="text-align: justify;">Alles soll kostengünstig, vereinheitlicht und am besten <em>&#8218;to-go&#8216;</em> sein. So ist es dann auch um die Qualität der Lebensmittel bestellt. Nicht überraschend treten immer häufiger Stoffwechselerkrankungen in der modernen Gesellschaft auf. Ein Drittel der U.S. Population ist schon adipös und auch in den restlichen Industrienationen zeichnet sich ein ähnlicher Trend ab (Ogden et al., 2014).</p>
<p style="text-align: justify;">In <a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptin-wirkung-traumfigur-teil-1/">Teil I</a> habe ich einige Hinweise gelistet, die raffinierte, azelluläre und somit hoch-dichte Kohlenhydratquellen mit einer pro-entzündlichen Darmflora und Leptinresistenz in Verbindung bringen.</p>
<p style="text-align: justify;">Gegen Ende sollte klar geworden sein, weshalb ich persönlich lieber häufiger auf Kartoffeln und Obst als auf Pasta oder Reis zurückgreife.</p>
<blockquote><p><strong>Anmerkung aufgrund einzelner Reaktionen auf den letzten Artikel</strong><br />
Da viele offenbar lesen, was sie lesen möchten, will ich eines nochmals klarstellen:<br />
Obwohl ich einen starken Fokus auf Populationsvergleiche zwischen Naturvölker und dem modernen Menschen gelegt habe, will ich mir nicht stumpfsinnigen Paleo-Dogmatismus in den Mund legen lassen! Ich bin mir durchaus über Schwächen dieser Vergleiche im Klaren und wollte auch keineswegs den Gesundheitszustand von Naturvölker undifferenziert glorifizieren.<br />
Ob Tierversuche,<em> in vitro</em> Experimente oder Humanstudien – alle haben ihre individuellen Schwächen. Inklusive &#8211; und wohl ganz besonders &#8211; Vergleiche mit Naturvölkern.</p>
<p>Zur Beruhigung mancher: Teil II ist nun komplett Paleo-free.</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Zu Beginn will ich einen simplen “Hausfrauen”-Trick vorstellen, mit dem du deinen Muskel gegenüber Leptin sensitivierst.</p>
<p style="text-align: justify;">Glutamin scheint des Weiteren ein riesiges Potenzial zu besitzen, um seine Darmflora und letztendlich auch die ganzheitliche Gesundheit und Körperkomposition zu verbessern.</p>
<p>Schließlich vergleiche ich zwei verschiedene Menüs und deren akute Auswirkungen auf uns.</p>
<p style="text-align: justify;">Der abschließende Abschnitt handelt von Anti-Nährstoffen, die häufig mit azellulärer Stärke assoziiert sind. Dies beinhaltet Gluten, Lektinen oder sogenannten FODMAP&#8217;s, welche der Darmgesundheit und vermutlich auch der Leptinsensitivität nicht förderlich sind.</p>
<h2><strong>Nüchternes Sprinten ist ein Leptin-Mimetikum</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Humanstudien konnten zeigen, dass (nüchternes) Sprinttraining im Muskel gewisse Signalmoleküle aktiviert.</p>
<p style="text-align: justify;">Einige dieser Proteine spielen eine zentrale Rolle für die Wirkung von Leptin <em>(STAT3, Erk1/2 und AMPK)</em> (Guerra et al., 1985; Fuentes et al., 2012).</p>
<p style="text-align: justify;">Äquivalent dazu wurde festgestellt, dass <strong>Bettlägerigkeit</strong> für mehrere Tage die Leptinsensitivität stark beeinträchtigt (Guerra et al., &#8230;).</p>
<h3 style="text-align: justify;"><strong>Glutamin heilt den Darm und macht schlank</strong></h3>
<p style="text-align: justify;">Zumindest wenn man recht hohe Mengen (1-3 x 30 g/Tag) an Übergewichtige und Typ II Diabetiker verabreicht.</p>
<p style="text-align: justify;">In der ersten Studie wurden signifikante Verbesserungen in der <strong>Körperkomposition</strong> festgestellt (Mansour et al., 2014). Die zweite Studie dagegen konnte belegen, dass Glutamin positive Veränderungen in der <strong>Darmflora</strong> hervorzurufen scheint (Zambon de Souza et al., 2015). Als Kontrolle diente eine andere Aminosäure wie zum Beispiel Alanin.</p>
<p style="text-align: justify;">Glutamin ist eine extrem häufige Aminosäure im menschlichen Körper und ganz besonders im Muskel zu finden. Nun ist es aber wichtig zu betonen, dass gerade der <strong>Darm der größte Verbraucher</strong> an Glutamin darstellen könnte. Sowohl die Zellen der Darmschleimhaut <em>(Enterozyten)</em> als auch einige Darmbakterien bevorzugen Glutamin als Brennstoff.</p>
<p style="text-align: justify;">Durch die Verfügbarkeit von Glutamin scheint sich die Zusammensetzung der Darmflora positiv zu verändern.</p>
<p style="text-align: justify;">Einige Veränderungen in der Darmflora wurden inzwischen eindeutig mit Übergewicht und Entzündungen in Verbindung gebracht <em>(pro-inflammatorisches Mikrobiom) </em>(Spreadbury et al. 2012; Khan et al., 2014; Brown et al., 2012).</p>
<p style="text-align: justify;">Zu nennen wäre insbesondere das Verhältnis der beiden Abteilungen <strong>“Firmicutes”</strong> und <strong><em>“Bacteroidetes”</em></strong>.</p>
<p style="text-align: justify;">Je stärker Letztere vertreten sind, desto besser. So zeichnet es sich zumindest ab (Ley et al., 2006).</p>
<p style="text-align: justify;">Glutamin (mit Gutscheincode kosten 500 g aktuell <a href="http://ad.zanox.com/ppc/?29780372C632291725&amp;ULP=[[sporternahrung/l-glutamin-geschmacksneutral-beutel-500-g/10530125.html?affil=zanox&amp;switchcurrency=EUR&amp;shippingcountry=DE]]" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">hier</a> rund 10 Euro) könnte laut mehrerer Studien einen positiven Einfluss auf die Barrierefunktion der Darmschleimhaut und somit dem Auftreten von systemische Entzündungen nehmen (Cruzat et al., 2014).</p>
<figure id="attachment_3776" aria-describedby="caption-attachment-3776" style="width: 1192px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/06/darmflora.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-3776" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/06/darmflora.jpg" alt="Positive Veränderungen des Darms" width="1192" height="378" /></a><figcaption id="caption-attachment-3776" class="wp-caption-text">Abb 1: Als weitestgehend positiv deklarierte Veränderungen innerhalb der Darmflora.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Außerdem zu nennen wären Verschiebungen innerhalb der Firmicutes; insbesondere die Gattungen <strong><em>Lactobacillus</em></strong> und <strong><em>Oscillibacter</em></strong> sind erwähnenswert. Erstere scheinen weitestgehend positiv für den Menschen zu sein und kommen zum Beispiel in <strong>Milchsauer-vergorenen Lebensmittel </strong>vor wie Joghurt, Sauerkraut oder dem koreanischen Chimchi.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Oscillibacter </em>dagegen korrelieren mit der Menge an <strong>gesättigtem Fett</strong> in der Nahrung. Diese Gattung scheint der Darmgesundheit weniger zuträglich zu sein. Es bestehen Hinweise aus Mausstudien, dass weniger <em>Zonulin-1</em> und <em>GLP-1</em> in der Darmschleimhaut produziert wird (Lam et al., 2012).</p>
<p style="text-align: justify;">Innerhalb der Bacteroidetes finden sich die <strong><em>Prevotella</em></strong>, deren Wachstum von <strong>Kohlenhydraten</strong> und <strong>Ballaststoffen</strong> abhängt. Streicht man Kohlenhydrate aus de Ernährung, verschwinden sie weitestgehend. Andere Bakterien nehmen daraufhin überhand und die Fluktuationen nehmen zu (Durbán et al., 2013). Allerdings zeigte eine Studie, dass nach 4 Wochen ohne “Carbs” das Wiedereinführen von Kohlenhydraten in die Ernährung auch die Rückbesiedelung durch Prevotella ermöglicht.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;"><strong>Anmerkung:</strong><br />
Wie festgefahren die Darmflora der Langzeitanwender von zum Beispiel Low-Carb oder Ketogenen-Diäten sind bleibt unklar. Allerdings hängen Empfehlungen auch immer vom Individuum und seiner Ernährung ab.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Pauschalisierungen</strong> sind wohl weniger angebracht.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Fasten scheint übrigens das Wachstum der Gattung <strong><em>Akkermansia</em></strong> zu begünstigen. Im Vergleich zu pathogenen Konkurrenten sind sie in der Lage körpereigenes Material wie zum Beispiel Mucus abzubauen. Somit formt man seine Darmflora unter anderem auch durch <strong>regelmäßiges Fasten</strong> in einer positiven Art und Weise (Swidinski et al., 2011; Belzer &amp; de Vos, 2012)</p>
<h2 style="text-align: justify;">Gute und schlechte Gärung im Darm</h2>
<p style="text-align: justify;">Darmbakterien vermehren sich entsprechend der Zusammensetzung der Nahrung. Somit beeinflusst man sein Mikrobiom durch die Lebensmittelwahl &#8211; oder wie gesagt sogar durch Perioden ohne jegliche Nahrung.</p>
<p style="text-align: justify;">Während der Mensch den jeweiligen Mikroben Energiesubstrate liefert, bekommt er im Gegenzug auch eine Gegenleistung.</p>
<p style="text-align: justify;">Nahrungsbestanteile können von Bakterien fermentiert werden und diese Stoffwechel-Intermediate lösen positive Signalwirkung im ganzen Körper aus.</p>
<p style="text-align: justify;">In der Folge sind einige wichtige Interaktionen gelistet.</p>
<figure id="attachment_3777" aria-describedby="caption-attachment-3777" style="width: 1192px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/06/abb2_darm.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-3777" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/06/abb2_darm.jpg" alt="Darmbakterien" width="1192" height="1208" /></a><figcaption id="caption-attachment-3777" class="wp-caption-text">Abb 2: Relevante Verstoffwechselungen von Nahrungsbestandteile durch Darmbakterien; grüne und rote Pfeile symbolisieren jeweils positive oder negative Effekte auf die Gesundheit (angelehnt u.a. an Khan et al., 2012)</figcaption></figure>
<h2><strong><br />
</strong><strong>Triff die richtige Menüwahl und reduziere Entzündungen</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Wir müssen essen, um nicht zu verhungern. Außerdem macht Essen im besten Fall auch Spaß.</p>
<p style="text-align: justify;">Dennoch stellt Nahrungszufuhr immer auch die Aufnahme von <strong>körperfremden Substanzen</strong> dar. Das führt zu Entzündungsreaktionen im Körper inklusive des Gehirns.</p>
<p style="text-align: justify;">Insbesondere treten Bruchstücke von bakteriellen Zellwänden <em>(Lipopolysaccharide; LPS)</em> vom Darm in die Lymphe und das Blut über. Insbesondere das angeborene Immunsystem wird hiervon aktiviert &#8211; inklusive dendritische Zellen im Darm oder Monozyten im Blut. Es kommt zur Freisetzung von verschiedenen Entzündungsmediatoren, welche wohl zum Beispiel auch die Leptinwirkung einschränken.</p>
<p style="text-align: justify;">Für diese Immunaktivierung können wohl gleichermaßen (gesättigte) Fette als auch Kohlenhydrate verantwortlich sein (Erridge et al., 2007; Deopurkar et al., 2010; Herieka &amp; Erridge, 2014).</p>
<p style="text-align: justify;">In <a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptin-wirkung-traumfigur-teil-1/">Teil I </a>haben wir gelernt, dass nicht alle Kohlenhydrate gleich zu sein scheinen. Raffinierte Stärkequellen beeinflussen den Darm eventuell negativ.</p>
<p>Ist die Art der Nahrung auch für die <strong>akute Immunantwort</strong> nach einer Mahlzeit von Bedeutung?</p>
<h2><strong>Weshalb du von Junk-Food besser die Finger lässt</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Sicherlich bestimmen unzählige Faktoren, was genau nach einer Mahlzeit in deinem Körper geschieht. Dennoch lassen sich pauschal einige Richtlinien ausmachen.</p>
<p style="text-align: justify;">Eine Humanstudie verglich die Effekte zweier unterschiedlicher Mahlzeiten. Die eine Mahlzeit repräsentierte die typische <strong><em>&#8218;Cafeteria Diet&#8216;</em></strong>, wohingegen die isokalorische Vergleichsmahlzeit neben eines Weizenproduktes immerhin reich an Milch, Obst und Nüssen war (Ghanim et al., 2009).</p>
<p style="text-align: justify;">Man untersuchte die Blutkonzentration der <strong>Lipopolysaccharide</strong> als Zeichen einer &#8218;<em>postprandiale Endotoxinämie&#8216; </em>– also von Entzündungen nach dem Essen.</p>
<p style="text-align: justify;">Des Weiteren wurden gewisse Proteine in Blutzellen (<em>Monocyten</em>) der Probanden untersucht.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Fokus lag hierbei besonders auf Proteine, welche die angeborenen Immunantwort und Entzündungsreaktionen vermitteln (<em>Toll-like receptor 2/4 </em>und<em> NFκB </em>Signalwege<em>)</em>.</p>
<p style="text-align: justify;">Außerdem bestimmte man erfolgreich die Konzentration eines Proteins, welches bekanntermaßen <strong>die Leptinwirkung stört</strong> <em>(SOCS3).</em></p>
<p style="text-align: justify;">Man stellte fest, dass die <em>&#8218;Cafeteria Diet&#8216;</em> zu einem akuten Anstieg von <strong>Entzündungsmarkern </strong>inklusive <strong>eingeschränkter Leptinwirkung</strong> zu führen scheint &#8211; zumindest in den Monocyten (Ghanim et al., 2009).</p>
<p style="text-align: justify;">Die selbe Gruppe untersuchte in einer Folgestudie, ob durch <strong>Orangensaft</strong> diese negativen Effekte <strong>akut abgemildert</strong> werden können. Tatsächlich schien Orangensaft, verglichen mit Glucosewasser, etwas zu bewirken und für ein besseres Mileu sorgen zu können (Ghanim et al., 2010).</p>
<p style="text-align: justify;">Bezüglich des Studienaufbaus und der Relevanz hege ich bei beiden Studien den ein oder anderen Zweifel. Dennoch erwähnenswerte Publikationen.</p>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Stopfen bis zur Entzündung</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Ein weiterer Punkt stellt in meinen Augen schlicht die <strong>Nahrungsmenge </strong>dar. Eine Riesenmahlzeit wird sicherlich für signifikantere Entzündungsreaktionen im Körper sorgen als eine moderate.</p>
<p style="text-align: justify;">Meiner Meinung nach ist der Ansatz des täglichen, langen Fastens nicht gerade sinnvoll. Logischerweise werden die Mahlzeiten dadurch<strong> größer </strong>und es wird oft in kurzem Zeitraum ein gigantisches Gelage heruntergeschlungen. Laut der Studienlage sollte das in einer besonders ausgeprägten <em>postprandialen Endotoxinämie</em> resultieren. Ob die lange Nahrungskarenz das ausbügeln kann, bleibt offen.</p>
<p style="text-align: justify;">Über gewisse Trend-Ernährungsformen wie <em>&#8218;Carb-Backloading&#8216; </em>mit charakteristischen Riesenmengen (häufig sogar J<em>unk-food)</em> brauchen wir wohl nicht weiter zu sprechen.</p>
<blockquote><p><strong>Müde nach dem Essen?</strong><br />
Häufig liest man davon, dass Personen nach einer Mahlzeit sehr müde und unkonzentriert werde. Meistens wird dies pauschal auf Insulinanstiege und Blutzuckerschwankungen geschoben und oft als Fasten oder Low-Carb Argument missbraucht. Eventuell entsteht diese Müdigkeit allerdings nicht (nur) aufgrund von Hypoglykämie, sondern ebenso als Folge einer (langfristig) ungünstigen Nahrungsmittelwahl. Zum Beispiel die besagten, raffinierten Kohlenhydratquellen.</p>
<p>Somit kommt es infolge eines Nahrungsstimulus zur Aufnahme von Endotoxinen, zu einer Aktivierung des Immunsystems und letztendlich zur Müdigkeit.</p>
<p>Gleichzeitig sind raffinierte Kohlenhydrate natürlich auch meistens stark insulinogen und können tatsächlich zur Unterzuckerung führen.</p></blockquote>
<h2><strong>Gluten und weitere Anti-Nährstoffe</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Es kann als gesichert gelten, dass verschiedene Anti-Nährstoffe &#8211; unter anderem in <strong>Getreideprodukten –</strong> die Entzündungsreaktion nach dem Essen verschlimmern kann. Es ist zum Beispiel hinreichend bekannt, dass Gluten der Integrität der Darmschleimhaut nicht gerade zuträglich ist. Besonders das Weizen-Prolamin namens “Gliadin” ist im Kontext der Zöliakie bekannt. Allerdings werden wohl auch in Nichtbetroffenen zwei wichtige Proteine negativ beeinflusst. Diese sind zentral für eine intakte Barrierefunktion der Darmschleimhaut, die <strong><em>tissue Transglutaminase</em></strong> und <strong><em>Zonulin</em></strong> (Ciccocioppo et al., 2003; Drago et al., 2006; Fasano, 2011&amp;2012).</p>
<p style="text-align: justify;">Die Erfahrung zeigt, dass unter Gesunden unterschiedliche Empfindlichkeit (oder Abhärtung?) gegenüber Gluten besteht.</p>
<p style="text-align: justify;">An dieser Stelle sei allerdings erwähnt, dass wohl noch viele weitere <strong>Lektine</strong> und <strong>FODMAP&#8217;s</strong> <em>(fermentierbare Oligo-/Di-/Monosaccharide und Polyole) </em>der Darmflora und der Integrität der Darmschleimhaut schaden können.</p>
<h3><strong>Mäuse ohne Gluten benötigen weniger Leptin</strong></h3>
<p style="text-align: justify;">Eine Nagerstudie konnte bestätigen, dass eine Gluten-freie Ernährung zu reduzierten Entzündungen und geringerer Fettmasse führt. Insbesondere das <strong>Fettgewebe</strong> weist weniger infiltrierte Immunzellen auf. Zusätzlich ist es aus kleineren und “gesünderen” Fettzellen aufgebaut und bildet<strong> weniger Leptin</strong> (Soares et al., 2013).</p>
<p style="text-align: justify;">Ob durch Gluten-Abstinenz tatsächlich die Leptinsensivität erhöht wird bleibt spekulativ.</p>
<p style="text-align: justify;">In Anbetracht des besseren Gesundheitszustandes/Entzündungsstatus der Gluten-freien Mäuse erscheint dies allerdings recht wahrscheinlich.</p>
<p style="text-align: justify;">Des Weiteren konnte eine <em>in vitro</em> Studie zeigen, dass <strong>Glutenbruchstücke</strong> die Bindung von Leptin an seinen Rezeptor in der Petrischale zu stören vermag. Dies geschieht offenbar sogar bei Konzentrationen, die deutlich niedriger sind als sie im menschlichen Plasma (41 ng/ml) nachgewiesen wurden (Jönsson et al., 2015).</p>
<p style="text-align: justify;">Es wird zunehmend an Strategien geforscht, welche die Darmschädigung durch Gliadin und andere Lektine abmildern oder verhindern sollen. Darunter fällt zum Beispiel der Aminozucker <em>N-Acetylglucosamin</em> oder ein aus dem Schimmelpilz <em>Aspergillus niger </em>isoliertes, Gluten-spaltendes Enzym (De Vincenzi et al., 1995; Salden et al., 2015).</p>
<p style="text-align: justify;">Ich muss gestehen, dass mir solche Ansätze eher pervers erscheinen, sollten sie denn genutzt werden, um Menschen den Konsum von täglich großen Mengen an Getreideprodukte zu erlauben. Man beachte an der Stelle die Annahme, dass Stärke <em>per se</em>, die Mikronährstoff Balance und vieles mehr in diesen Produkten nicht sonderlich günstig zu sein scheint.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;"><strong>Meine persönliche Meinung:<br />
</strong>Persönlich vermeide ich schon recht lange jegliche Getreideprodukte &#8211; ohne sie großartig zu vermissen wohlgemerkt.</p>
<p style="text-align: justify;">Zwar esse ich auf einem Familienfest  ebenfalls gerne mal das ein odere andere Stückchen Kuchen, in meiner alltäglichen Ernährung will ich Getreide allerdings nicht wissen.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Ich würde allerdings nie behaupten, dass man mit Brot und Konsorten niemals gesund altern könne! Diese Problematik ist nur ein winziger Stein im Mosaik “Gesundheit” (in meinen Augen allerdings kein Positiver und in bestimmten Fällen bringt es eventuell das Fass zum überlaufen).</p>
<h3 style="text-align: justify;"><strong>Wie sieht es denn mit resistenter Stärke aus? </strong></h3>
<p style="text-align: justify;">Obwohl grundsätzlich als positiv angesehen, scheint sie zumindest <em>in vitro</em> ebenfalls Entzündungsreaktion auszulösen zu können. Resistente Stärke aktiviert allerdings im Falle einer realitätsnäheren Kultivierung (=Mischung aus verschiedenen Darmzelltypen in der Petrischale) gleichzeitig auch Signalwege, die diese negativen Effekte in der Summe abmildern (Bermudez-Brito et al., 2015).</p>
<p style="text-align: justify;">Wie überall gilt: Alles mindestens doppelt so kompliziert wie man es erwartet.</p>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Referenzen</strong></h2>
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		<title>Die Wirkung von Leptin: Der Schlüssel zur Traumfigur Teil 1</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Phil Böhm]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jun 2015 17:28:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leptin]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Fettabbau]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Du bist was du isst. Wie dieser Artikel zeigen wird, bist du womöglich unterschwellig resistent gegenüber dem Sättigungshormon Leptin. Zumindest wenn man dich mit verschiedenen Naturvölkern vergleicht. Weitere lesenswerte Beiträge über das Thema Leptin auf [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Du bist was du isst. Wie dieser Artikel zeigen wird, bist du womöglich unterschwellig resistent gegenüber dem Sättigungshormon <a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptin-stoffwechsel-hormon/"><strong>Leptin</strong></a>. Zumindest wenn man dich mit verschiedenen Naturvölkern vergleicht.</p>
<p style="text-align: justify;">Weitere lesenswerte Beiträge über das Thema Leptin auf diesem Blog:</p>
<ul>
<li style="text-align: justify;"><a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptin-wirkung-darm-teil-2/">Die Wirkung von Leptin Teil 2</a></li>
<li style="text-align: justify;"><a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptinresistenz-und-hungerprobleme-mit-dieser-frucht-ueberwinden/">Leptinresistenz und Hunger mit dieser Frucht überwinden</a></li>
<li style="text-align: justify;"><a href="https://genetisches-maximum.de/ketogen/fasten-modus-schilddruese-und-leptin/">Fasten-Modus &#8211; Schilddrüse und Leptin</a></li>
<li style="text-align: justify;"><a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/refeed-leptin-als-ursache-fur-t-und-t3-insuffizienz/">Leptin als Ursache für Testosteron und T3 Insuffizienz</a></li>
</ul>
<h2 style="text-align: left;">Ein Indianer kennt keine Leptinresistenz</h2>
<p style="text-align: justify;">Selbst wenn du ein Elite-Athlet mit Waschbrettbauch bist, hat der mopselige Dorfschamane aller Voraussicht nach trotzdem niedrigere Leptinspiegel. Hexerei? Wohl kaum.</p>
<p style="text-align: justify;">Im Folgenden schreibe ich darüber, was bei diesen Naturvölkern auf dem Speiseplan steht und weshalb wohl hier die Diskrepanz zwischen deren und unseren Leptinspiegeln zu suchen ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Bestimmte Faktoren in unserer Ernährung scheinen für uns höhere Leptinkonzentrationen nötig werden zu lassen. Welche Faktoren das sein könnten, erfährst du, wenn du weiterliest.</p>
<blockquote><p><strong>Anmerkung</strong><br />
Ich möchte das Fazit vorweg nehmen und direkt zu Beginn klar stellen, dass dieser Artikel nicht als “ernähre-dich-wie-das-Naturvolk-XY” verstanden werden soll. Ich will nicht den Eindruck vermitteln man solle sich seine Gesundheit über exotische Produkte mit Diesel und Kerosin erkaufen. Im Prinzip geht hier schlicht um unverarbeitete &#8211;  gerne auch regionale &#8211; Lebensmittel.Die Doktrin des Artikels ist also wieder einmal so simpel wie : “Setze auf whole-food!”.</p></blockquote>
<h3 style="text-align: justify;"><strong>Auf einen Blick</strong></h3>
<p style="text-align: justify;">Zu Beginn möchte ich zusätzlich betonen, dass ich epidemiologisch und evolutionsbiologisch nicht so versiert bin wie Chris. Inzwischen habe ich mich aber dennoch durch die ein oder andere Studie gelesen und möchte gerne meinen &#8218;Aha-Effekt&#8216; mit euch teilen.</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li style="text-align: justify;">Westliche, durchtrainierte Sportler weisen trotz niedrigem Körperfett dramatisch höhere Leptinspiegel auf als er in verschiedenen Naturvölker zu beobachten ist.</li>
<li style="text-align: justify;">Man könnte sich fragen: Sind wir durch unsere abweichende Ernährung etwa latent Leptin-resistent und benötigen deshalb mehr Leptin als z.B. Amazonas-Indianer?</li>
<li style="text-align: justify;">Diese Naturvölker entwickeln enorm schnell das Metabolische Syndrom, sobald sie mit westlicher Ernährung in Kontakt kommen; die Leptin-Spiegel erhöhen sich rasch.</li>
<li style="text-align: justify;">Woran liegt es? Niedrige Leptinspiegel und höhere Sensitivität durch Low-Carb und den &#8218;Jäger-und-Sammler&#8216; Lebensstil? Sind es letztendlich doch die “bösen Kohlenhdrate”?!</li>
<li style="text-align: justify;">Nein, denn andere Naturvölker <em>(z.B. Kitavan) </em>ernähren sich zu 70 % von Kohlenhydraten und sind stoffwechseltechnisch sogar noch gesünder!</li>
<li style="text-align: justify;">Allerdings finden sich in keinem Fall raffinierten, azellulären und somit dichte Kohlenhydratquellen wie in unserer Ernährung, sondern hauptsächlich Obst und Wurzelgemüse!</li>
<li style="text-align: justify;">Sorgt der hohe Verarbeitungsgrad und die Kohlenhydratdichte unserer Ernährung für eine Dysbiose der Darmflora?</li>
<li style="text-align: justify;">Die Aufnahme von Endotoxinen führen zu unterschwelligen Entzündungen und könnten ab einer gewissen Dauer und Prädisposition der Grund für viele Leiden unserer Gesellschaft darstellen inklusive der Leptin-und Insulinresistenz, Adipositas und Diabetes, Hashimoto Thyreoditis, Zöliakie, Multipler Sklerose,&#8230;.</li>
</ul>
<h3 style="text-align: justify;"><strong>Zwischenfazit</strong></h3>
<p style="text-align: justify;">Vollwertige und unverarbeitete Lebensmittel auf den Teller!</p>
<p style="text-align: justify;">Außerdem wird meine lang bestehende Auffassung, dass ein hoher Kohlenhydratanteil (vor allem) für Schlanke und Aktive zu bevorzugen ist, durch die Untersuchungen der Kitavan-Ernährung unterstützt.</p>
<p style="text-align: justify;">Desweiteren befürworte ich ebenfalls schon seit Längerem einen hohen Obstanteil, viel Wurzelgemüse und ganz allgemein <em>&#8218;whole-food&#8216;</em>. Raffinierte Stärkequellen (zum Teil mit zusätzlich Gluten, Lektinen und FODMAP&#8217;s) sind in meinen Augen eher zu vermeiden.<strong> </strong></p>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Wie Ernährung die Hormonsensitivität prägt</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Die Insulin-Resistenz ist inzwischen ein gängiger Begriff. Als edubily-Leser weiß man, dass ein <strong>“optimierter” Fettstoffwechsel</strong> deinem Kohlenhydratstoffwechsel nicht sonderlich gut tut. Fasten, extremer Ausdauersport und Ketogene Diäten induzieren eine <strong>temporäre, physiologische Insulinresistenz </strong>(Tuominen et al.,  1996; de Oliveira Caminhotto &amp; Lima, 2013):</p>
<p style="text-align: justify;">Chris hat an dieser Stelle regelmäßig auf die Biochemie dahinter verwiesen, namentlich den <strong>Randle-Cycle</strong>.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wir erinnern uns </strong><br />
Der Randle-Cycle besagt, dass sich Fett und Glucose in einem kontinuierlichen Armdrücken befinden. Dieses Gerangel der Energiesubstrate findet auf verschiedenen Ebenen statt.<br />
Dieser Machtkampf tobt nicht nur im Blut sondern insbesondere auch innerhalb der Zellen (Hue &amp; Taegtmeyer, 2009). Sofern man nicht mit dem Keto-Vorschlaghammer, einem Marathons oder ähnlichem daherkommen, ist man als gesunder Mensch dennoch metabolisch einigermaßen flexibel.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;"><em><strong>Anmerkung von Chris: </strong>Bevor es hier zu Missverständnissen kommt, möchte ich noch kurz eine Sache dazu sagen. Der Fettstoffwechsel muss immer relativ betrachtet werden. Wenn jemand beispielsweise sehr dick ist, dann lagern sich Fettsäuren und -Derivate im Muskel ein und überladen die Mitochondrien. Dummerweise kann der Muskel von Diabetikern (respektive Insulin-Resistenten) sehr häufig nicht gut mit der Fettmenge umgehen. Das kann man z. B. zeigen anhand einer niedrigeren mitochondrialen Dichten und weniger Kapazität bzgl. der Oxidation von Fettsäuren. Hier ist eine Steigerung der Fettsäure-Oxidation absolut gewinnbringend, denn dadurch wird man die Fettsäuren im Muskel los (und hoffentlich auch im Schwabbel): Der Muskel wird wieder Insulin-sensitiv. Programmiert man den Muskel aber auf chronisch stark gesteigerte Fettverbrennung, so wird er die Glukose-Utilisation schlicht dramatisch verringern. Natürlich wäre solch ein Muskel (bzw. der Körper) vermutlich geschützt vor metabolischer Entgleisung (z. B. Fettleibigkeit). Auf der anderen Seite aber, können dieselben Signalwege auch dafür sorgen, dass der Muskel wiederum Insulin-resistent wird. Das konnte z. B. jüngst gezeigt werden: Dramatisch mehr PGC1-alpha (kennt ihr, oder?) im Muskel sorgt dafür, dass der unablässig und maximal Fett verbrennt. Problem: Der muskuläre Stoffwechsel ist komplett auf die Fettaufnahme und -verarbeitung ausgelegt. So werden gegessene Kohlenhydrate direkt in Fett umgewandelt (im Muskel) &#8211; hörten die Tiere sich auf zu bewegen, dann stauten sich die Fettsäuren erneut und das insulin signalling war erneut dramatisch eingeschränkt (siehe oben). </em></p>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Fett oder Kohlenhydrate</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Dank Chris&#8216; Vorarbeit wisst ihr nun, dass Fett gewissermaßen der Insulin-Sensitivität schadet. Gilt ähnliches auch für Leptin?</p>
<p style="text-align: justify;">Ich habe mir nun die Frage gestellt, ob die Nahrungszusammensetzung bestimmt, wie wir auf eine gewisse Konzentration an Leptin reagieren. Eine höhere Sensitivität wäre wohl anzustreben, so dass bei geringem Fettanteil wenig Leptin ausreicht um den Hunger kontrollierbar und die Stoffwechselrate am Laufen zu halten.</p>
<h3 style="text-align: justify;"><strong>Amazonas-Indianer als Vorbild nehmen</strong></h3>
<p style="text-align: justify;">Man untersuchte die Leptin-Spiegel von westlichen Langdistanzläufern mit denen der Ache Indianer aus Paraguay. Das Erstaunen war groß, als man feststellte, dass im Blut der Langdistanzsportler signifikant mehr Leptin zirkuliert; und das obwohl sie einen <strong>geringen Körperfettanteil</strong> aufwiesen (Bribiescas et al., 2006).<br />
Es sollte angemerkt werden, dass diese Sportler im Prinzip als vollkommen gesund anzusehen sind. Die jeweiligen Hormonspiegel lagen absolut im Referenzbereich unserer Standards.</p>
<p style="text-align: justify;">Dennoch ist es irritierend, dass die Ache, wie auch andere Naturvölker, extrem viel niedrigere Leptinkonzentrationen aufweisen.<strong> </strong></p>
<blockquote><p><strong>Genetischen Faktoren oder Mikronährstoff-Defizienz?</strong><br />
Da diese Untersuchungen an unverwandten Naturvölker durchgeführt wurden, welche zum Teil sogar von verschiedenen Kontinenten stammen, erscheint eine genetische Komponente eher unwahrscheinlich.</p>
<p style="text-align: justify;">Außerdem wurde anfangs spekuliert, dass eventuell eine Unterversorgung mit gewissen Mikronährstoffen die Leptinwerte niedrig hält. Es ist zum Beispiel bekannt, dass Zink sehr bedeutend für die Leptinproduktion ist und dass unter Naturvölker recht häufig eine Zinkdefizienz vorzufinden ist. Deshalb hat man (innherhalb einer wenig soliden Studie) einigen Ache Indianer täglich 50mg Zink-Gluconat verabreicht. Man fand allerdings keinerlei Unterschiede bezüglich der Leptinwerte (Bribiescas et al., 2003).</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Sind die Ache also schlicht sensitiver gegenüber Leptin und haben deshalb geringere Blutspiegel?</p>
<p style="text-align: justify;">Und sollte das zutreffen: Ist der Grund für deren guten Energiestoffwechsels der <strong>geringe Kohlenhydratanteil</strong>, welcher bekanntermaßen typisch ist für solche Jäger-und-Sammler ist?</p>
<p style="text-align: justify;">Es klingt zugegebenermaßen durchaus wahrscheinlich. Besonders wenn man die hohe Anfälligkeit für das <em>&#8218;Metabolische Syndrom&#8216;</em> bedenkt, sollten solche Naturvöker denn einmal mit westlichen Einflüssen &#8211; insbesondere Agrarkultur und vielen Kohlenhydraten – konfrontiert werden (Page et al., 1974; Lindberg et al., 2001; Lindgärde et al., 2004).</p>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Veto aus Melanesien</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Kitavan erfreuen sich blendener Gesundheit bei 70 % der täglichen Kalorien aus Kohlenhydraten.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Kitavan sind ein Inselvolk aus Melanesien und verfolgen ebenfalls eine recht traditionelle Lebensweise. Im Gegensatz zu den Ache aus Paraguay betreiben sie allerdings in erster Linie Ackerbau.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Fokus liegt hier auf Früchten und Wurzelgemüse, worauf der Hauptanteil ihrer Ernährung liegt; neben etwas Fleisch, Fisch und Kokosfett (Lindberg et al., 1994).</p>
<p style="text-align: justify;">70 % der Kalorien aus hoch-glykämischen Lebensmitteln &#8211; kann das gut gehen?</p>
<p style="text-align: justify;">Und wie! Die Kitavan stehen offenbar metabolisch gesehen sogar noch besser da als andere Naturvöker. Sie haben auffällig <strong>niedrige Leptin- und Insulinspiegel</strong>; Stoffwechselerkrankungen treten hier quasi nicht auf (Lindberg et al., 1999/2001).</p>
<p style="text-align: justify;">Natürlich darf man keine zu voreiligen Schlüsse ziehen. Das Gegenbeispiel haben wir bei den Inuit kennengelernt.</p>
<p style="text-align: justify;">Eines der Paradebeispiele und Stützpfeiler der <strong>Keto-Philosophie</strong> ist bekanntermaßen die Ernährung der Inuit. Chris hat in zwei Artikeln (<a href="https://genetisches-maximum.de/ketogen/die-keto-diaet-der-inuit-die-es-nie-gab/">hier</a> &amp; <a href="https://genetisches-maximum.de/paleo/palao-keinen-fettstoffwechsel-durch-gen-mutation/">hier</a>) hervorragend dargelegt, warum diese Argumente <strong>keinerlei Substanz</strong> haben.</p>
<blockquote><p><strong>Exkurs</strong><br />
Inuit weisen eine sehr <strong>spezifische Mutation</strong> auf <em>(CPT1A)</em>.<br />
Somit sind sie offenbar sehr schlecht darin aus Lipiden Ketonkörper zu bilden (Greenberg et al., 2009; Rajakumar et al., 2009; Heinbecker et al., 1928).</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Trotz allem wird diese genetisch distinkte Population immer noch herangezogen, um dem 0815-Bürger die Vorteile eines kompletten Kohlenhydratverzichts schmackhaft zu machen.Im Gegensatz zu den häufigen Behauptungen scheinen sie also nicht an die Ketogenese sondern eher <strong>die Gluconeogenese</strong> angepasst zu sein &#8211; die körpereigene Bildung von Glucose (Heinbecker et al., 1928).</p>
<p style="text-align: justify;">Man könnte äquivalent dazu wohl auch einen Kleinwüchsigen zum<em> &#8218;dunking-contest&#8216;</em> im Basketball einladen. Jedenfalls ziemlich paradox, dieses Sache.</p>
<p style="text-align: justify;">Also zuerst an die eigene Nase fassen.</p>
<p style="text-align: justify;">Natürlich ist es nun genauso gut möglich, dass die Kitavan äquivalent dazu genetische Anpassungen aufweisen, die sie zu besonders effektiven Kohlenhydratverwertern werden lassen. Nach einiger Recherche ist mir hierzu allerdings nichts bekannt. Trotzdem möchte ich diese Eventualität erwähnt wissen.</p>
<h2 style="text-align: justify;">H<strong>öhere Leptinspiegel in westlichen Sportlern</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Einmal angenommen die Kitavan weisen keine genetische Anpassung auf, dann bedeutet dies, dass die erhöhten Leptinspiegel in uns “modernen” Menschen nicht von den <strong>Kohlenhydrate <em>per se</em> </strong>herrühren können.</p>
<p style="text-align: justify;">In einer interessanten Publikation zu diesem Thema wird genau diese Frage im Detail thematisiert (Spreadbury, 2012). Laut der Hypothese dieses Review ist die Ursache im Darm zu suchen.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Autor spekuliert, dass die höheren Leptinwerte (und damit eine latente Resistenz?) das Resultat einer regelmäßigen Zufuhr von  <strong>azellulären, raffinierten und damit sehr dichten Kohlenhydratquellen</strong> sind.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Kitavan nutzen wie gesagt in erster Linie zelluläre Kohlenhydratquellen. Somit sind die Kohlenhydrate innerhalb der Organellen gespeichert. Es liegt in der Natur der Sache, dass aus osmotischen Gründen sowie Platzgründen die verwertbaren Kohlenhydrate nicht viel mehr als 20 % des Zellvolumens einnehmen (Spreadbury, 2012).</p>
<p style="text-align: justify;">Durch den <strong>hohen Wasser- und Ballaststoffanteil</strong> wird somit die absolute Aufnahmemenge begrenzt.</p>
<p style="text-align: justify;">Bei raffinierten Lebensmitteln wie Stärke oder raffiniertem Zucker sieht dies natürlich anders aus und man kann sich bei geringem Volumen enorme Mengen zuführen. Zusätzlich entgehen einem die <strong>assoziierten Ballast-und Mikronährstoffe</strong>.</p>
<table style="height: 834px;" width="591">
<tbody>
<tr>
<td width="321"><strong>Kartoffel</strong></td>
<td width="321"><strong>Weizenkorn (bzw. Mehl)</strong></td>
</tr>
<tr>
<td width="321">
<ul>
<li>zelluläre Kohlenydratquelle</li>
<li>hoher Wasseranteil <em>(hydriert, physiologisch)</em></li>
<li>Zellen metabolisch aktiv</li>
<li>enthält deshalb relevante Mikronähstoffe</li>
<li>günstiges Verhältnis der Spurenelemente <em>(Kalium, Calcium-zu-Phosphat Ratio,&#8230;) </em>(Anderson et al., 1977; Lee et al., 2015)</li>
<li>enthält α-Ketosäuren als “Nieren-freundliche” Präkursoren für Aminosäuren (Isherwood &amp; Niavis, 1956; Teplan et al., 2000)</li>
</ul>
<p><strong>In diese Kategorie fält jegliches Obst und (Wurzel)-Gemüse</strong></td>
<td width="321">
<ul>
<li>azelluläre, raffinierte Kohlenhdratquelle</li>
<li>geringer Wasseranteil <em style="font-family: inherit; font-size: inherit; line-height: 1.4;">(dehydriert)</em></li>
<li><span style="font-family: inherit; font-size: inherit; line-height: 1.4;">metabolisch inaktiv = Dormanz oder “Keimruhe”;</span></li>
<li><span style="font-family: inherit; font-size: inherit; line-height: 1.4;">Kohlenhydrate gespeichert in separatem Nährgewebe (</span><em style="font-family: inherit; font-size: inherit; line-height: 1.4;">Endosperm</em><span style="font-family: inherit; font-size: inherit; line-height: 1.4;">)</span></li>
<li>ungünstige Spurenelement-Ratio <em>(hoher Phosphatanteil, Mineral-bindende Phytinsäure)</em></li>
<li>verschiedene Anti-Nährstoffe <em>(z.B. Gluten)</em></li>
</ul>
<p><strong>In diese Kategorie fällt (mehr oder weniger) jegliches Getreide und Pseudogetreide <em>(Amaranth, Quinoa, Buchweizen)</em> wie auch Reis.</strong></p>
<ul>
<li>o.g. Probleme wurden traditionell durch Keimauslösung <em>(&#8218;Quellen-lassen&#8216;)</em> oder verschiedene Verarbeitungsmethoden <em>(Sauerteigbrot, alkalische Nixtamalisation et cetera)</em> abgemildert.</li>
<li>massentaugliche und zeitsparende Herangehensweise heutzutage sind vermutlich problematisch <em>(Backtriebmittel in Aufback-Brezel, weitere Zusatzstoffe,&#8230;)</em></li>
<li>Zusatzstoffe in “Zucker-freien” Lebensmitteln ist häufig Maltodextrin; wird auch häufig von Sportler genutzt (inklusive mir in der <u>Vergangenheit</u>); inzwischen sind negative Effekte bzgl. Darmflora bekannt  (Nickerson et al., 2015)</li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Die Darmflora und verschiedene Kohlenhydrate</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Die Zusammensetzung der Darmflora <em>(=Mikrobiom)</em> ist recht individuell und hängt zum Beispiel von der <strong>Genetik</strong> und der <strong>initialen Besiedelung</strong> ab.</p>
<p style="text-align: justify;">Bedingt wird Letztere unter anderem von Faktoren wie der Entbindungsart und der postnatalen Ernährung (Salminen et al., 2004; Dominguez-Bello et al., 2010; Fallani et al., 2010).</p>
<p style="text-align: justify;">Allerdings ist auch der <strong>alltägliche Einfluss der Ernährung</strong> nicht zu unterschätzen; Nagerstudien sprechen von einem Einfluss von 60% der Ernährungsgewohnheiten und von nur 12% genetische Faktoren (Zhang et al., 2012).</p>
<p style="text-align: justify;">Eine <strong>ungünstige Verschiebung</strong> der Darmflora durch hohen Mengen an raffinierten Kohlenhdratquellen kann wohl durchaus zum Reizdarmsyndrom beitragen (<a href="https://genetisches-maximum.de/dextrin/reizdarm-darmbakterien/">s. Simon&#8217;s Artikel</a>). <strong><br />
</strong><br />
Eine erhöhte Permeabilität der Dünndarmschleimhaut resultiert in einer gesteigerten Aufnahme von Endotoxinen. Das sind zumeist hoch-immunogene Bruchstücke von Bakerienzellwänden <em>(Lipopolysaccharide; LPS)</em>, welche im unteren Dünndarm in die Lymphe und letztendlich das Blut übertreten. Hiervon wird das <strong>angeborene Immunsystem</strong> aktiviert, was schließlich zu einer latent <strong>reduzierten Leptin-Sensitiviät</strong> und anderen Problemen führen könnte (Brown et al., 2012).</p>
<p style="text-align: justify;">Generell scheint der Ursprung vieler unserer Wohlstandskrankheiten wie Diabetes mellitus und Adipositas im Darm zu liegen, von wo aus sich die Insulin-und Leptinresistenz im Körper “ausbreitet” (Caricilli &amp; Saad, 2014; Khan et al., 2014; Shan &amp; Song, 2015).</p>
<blockquote><p><strong>Interessant</strong><br />
Eine ungünstige Bakterienzusammensetzung innerhalb der Mundhöhle scheint ebenfalls Aufschluss über unsere metabolische Gesundheit geben zu können. Es wurde zum Beispiel gezeigt, dass in der Mundflora von so gut wie allen übergewichtigen Studienteilnehmer <strong>eine gewisse Bakterienart </strong><em>(Selenomonas noxia)</em> besonders häufig zu finden ist (Goodson et al., 209). Zusätzlich korreliert die orale, bakterielle Entzündungskrankheit <strong><em>“Paradontitis”</em></strong> mit Adipositas (Wood et al., 2003; Ritchie et al., 2007).</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">In Folge von westlichen Einflüssen verschlechtert sich in Naturvölker übrigens gleichermaßen die orale und metabolische Gesundheit (Klaus &amp; Tam, 2009).</p>
<h3 style="text-align: justify;"><strong>Ernährung von westlichen Läufern auf dem Prüfstand</strong></h3>
<p style="text-align: justify;">Laut der oben ausgeführten Hypothese der “Darmflora-Dysbiose” als Folge von raffinierten Kohlenhydraten haben wir es <strong>nicht nur</strong> mit der offensichtlich schlechten <em>&#8218;Cafeteria Diet&#8216;</em> voller Donuts und Cookies zu tun.</p>
<p style="text-align: justify;">Eine <strong>mediterrane Ernährungsform</strong> schließt beispielsweise nicht nur Olivenöl, Gemüse und Fisch mit ein, sondern meist ebenso<strong> einiges an raffinierten Kohlenhydraten</strong>; zumindest gilt das für die verbreitete Interpretation der mediterranen Ernährung.</p>
<p style="text-align: justify;">Hier kann man auch nochmals die westlichen Ausdauerathleten anbringen. Typischerweise verputzen die so einiges an zum Beispiel Pasta oder Reis. Konzentrierte Stärkequellen bieten sich für deren enormen Bedarf natürlich an.</p>
<p style="text-align: justify;">Augenscheinlich sind sie fit und gesund – meist ähnlich wie Anwender der mediterranen Ernährung. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass ihr Sportpensum beziehungsweise das Olivenöl, der Fisch und die Polyphenole einige der Probleme kaschieren/beheben können (Lopez-Lagarrea et al., 2014).</p>
<p style="text-align: justify;">Fakt ist dennoch, dass der “moderne” Mensch in der Regel höhere Leptinspiegel aufweist. Die Hinweise sprechen für eine vermehrte Aufnahme von Endotoxinen und unterschwellige Entzündungen. Diese lassen in der Folge <strong>mehr Leptin nötig</strong> <strong>werden</strong> als beispielsweise in Naturvölker ohne raffinierte Kohlenhydratquellen.</p>
<blockquote><p><strong>Was ist positiv für die Darmflora?</strong><br />
Polyphenole scheinen durchaus einen erheblichen Einfluss auf das Mikrobiom auszuüben. Im Granatapfel finden sich die sogenannte <strong><em>Punicalagine</em></strong>, welche nachweislich die Menge an günstigen <em>Bifidobakterien</em> und <em>Lactobacillen</em> im Darm erhöhen können (Bialonska et al., 2010).<br />
Insgesamt scheint hoher Fettanteil negativ, ein geringer Fettanteil dagegen positiv auf das bedeutsame Verhältnis von <em>Firmicutes</em> zu <em>Bacteroidetes</em> zu wirken (Fava et al., 2012).</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Wie in <a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptinresistenz-und-hungerprobleme-mit-dieser-frucht-ueberwinden/">diesem Artikel</a> eingangs erwähnt, ist selbst in Mediziner- und Forscherkreisen der Begriff der Leptinresistenz <strong>nicht wirklich eindeutig definiert</strong> (Myers et al., 2012). Auf Grund dieser Methodik-und Definitionsprobleme sind auch meine Ausführung bezüglich einer &#8218;unterschwelligen Leptinresistenz&#8216; eher als <strong>spekulativ </strong>anzusehen!</p>
<p style="text-align: justify;">Allerdings scheint es ein grundsätzliches Phänomen zu sein, dass ein veränderlicher und fließender Sensitivitätsverlauf gegenüber Hormonen besteht (s.o. “physiologische Insulinresistenz durch Keto-Diät oder einen Marathon”).</p>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Ausblick</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Das Wesentliche wäre hiermit gesagt. Im Zuge der Recherche bin ich allerdings auf einige weitere spannende Studien gestoßen. Diese Beispiele werden ihren Platz in einem Folgeartikel finden.</p>
<p style="text-align: justify;">Es wird im Speziellen um Getreide und die Glutenproblematik gehen und was es mit der resistenten Stärke und der Darmflora auf sich hat. Am Ende kommt es zum <em>&#8217;show-down&#8216;</em> zwischen zwei grundverschiedenen Menüs:</p>
<p style="text-align: justify;">Cafeteria Food <em>versus</em> Health Food.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir werden uns anschauen, was nach dem jeweiligen Konsum im Blut der Probanden passiert.</p>
<p style="text-align: justify;">Hier geht es zum zweiten Teil über die Wirkung von Leptin: <a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptin-wirkung-darm-teil-2/">Der Schlüssel liegt im Darm</a>.</p>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Referenzen<br />
</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Anderson, M.P. et al. &#8218;Long-Term Effect Of Low Dietary Calcium:Phosphate Ratio On The Skeleton Of Cejbus Albifrons Monkeys&#8216;. <em>Journal of Nutrition</em> 107.834-839 (1977): n. pag. Print.</p>
<p style="text-align: justify;">Bermudez-Brito, Miriam et al. &#8218;Resistant Starches Differentially Stimulate Toll-Like Receptors And Attenuate Proinflammatory Cytokines In Dendritic Cells By Modulation Of Intestinal Epithelial Cells&#8216;. <em>Molecular Nutrition &amp; Food Research</em> (2015). Web.</p>
<p style="text-align: justify;">Bialonska, Dobroslawa et al. &#8218;The Influence Of Pomegranate By-Product And Punicalagins On Selected Groups Of Human Intestinal Microbiota&#8216;. <em>International Journal of Food Microbiology</em> 140.2-3 (2010): 175-182. Web.</p>
<p style="text-align: justify;">Briebiescas, Richard G. &#8218;Effects Of Oral Zinc Supplementation On Serum Leptin Levels In Ache Males Of Eastern Paraguay&#8216;. <em>American Journal of Human Biology</em> 15.5 (2003): 681-687. Web.</p>
<p style="text-align: justify;">Bribiescas, Richard G. &#8218;Serum Leptin Levels And Anthropometric Correlates In Ache Amerindians Of Eastern Paraguay&#8216;. <em>Am. J. Phys. Anthropol.</em> 115.4 (2001): 297-303. Web.</p>
<p style="text-align: justify;">Brown, Kirsty et al. &#8218;Diet-Induced Dysbiosis Of The Intestinal Microbiota And The Effects On Immunity And Disease&#8216;. <em>Nutrients</em> 4.12 (2012): 1095-1119. Web.</p>
<p style="text-align: justify;">Caricilli, Andrea M., and Mario J.A. Saad. &#8218;Gut Microbiota Composition And Its Effects On Obesity And Insulin Resistance&#8216;. <em>Current Opinion in Clinical Nutrition and Metabolic Care</em> 17.4 (2014): 312-318. Web.</p>
<p style="text-align: justify;">Ciccocioppo, R. et al. &#8218;Gliadin And Tissue Transglutaminase Complexes In Normal And Coeliac Duodenal Mucosa&#8216;. <em>Clinical and Experimental Immunology</em> 134.3 (2003): 516-524. Web.</p>
<p style="text-align: justify;">de Oliveira Caminhotto, R., and F. B. Lima. &#8218;Impaired Glucose Tolerance In Low-Carbohydrate Diet: Maybe Only A Physiological State&#8216;. <em>AJP: Endocrinology and Metabolism</em> 305.12 (2013): E1521-E1521. Web.</p>
<p style="text-align: justify;">De Vincenzi, Massimo et al. &#8218;Agglutinating Activity Of Wheat Gliadin Peptide Fractions In Coeliac Disease&#8216;. <em>Toxicology</em> 96.1 (1995): 29-35. Web.</p>
<p style="text-align: justify;">Deopurkar, R. et al. &#8218;Differential Effects Of Cream, Glucose, And Orange Juice On Inflammation, Endotoxin, And The Expression Of Toll-Like Receptor-4 And Suppressor Of Cytokine Signaling-3&#8216;. <em>Diabetes Care</em> 33.5 (2010): 991-997. Web.</p>
<p style="text-align: justify;">Erridge, C. et al. &#8218;A High-Fat Meal Induces Low-Grade Endotoxemia: Evidence Of A Novel Mechanism Of Postprandial Inflammation&#8216;. <em>Am J Clin Nutr</em> 86.5 (2007): 1286-92. Print.</p>
<p style="text-align: justify;">Fallani, Matteo et al. &#8218;Intestinal Microbiota Of 6-Week-Old Infants Across Europe: Geographic Influence Beyond Delivery Mode, Breast-Feeding, And Antibiotics&#8216;. <em>Journal of Pediatric Gastroenterology and Nutrition</em> 51.1 (2010): 77-84. Web.</p>
<p style="text-align: justify;">Fasano, A. &#8218;Zonulin And Its Regulation Of Intestinal Barrier Function: The Biological Door To Inflammation, Autoimmunity, And Cancer&#8216;. <em>Physiological Reviews</em> 91.1 (2011): 151-175. Web.</p>
<p style="text-align: justify;">Fasano, Alessio. &#8218;Intestinal Permeability And Its Regulation By Zonulin: Diagnostic And Therapeutic Implications&#8216;. <em>Clinical Gastroenterology and Hepatology</em> 10.10 (2012): 1096-1100. Web.</p>
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		<title>Leptinresistenz und Hungerprobleme mit dieser Frucht überwinden?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Phil Böhm]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Jun 2015 12:26:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leptin]]></category>
		<category><![CDATA[Fettabbau]]></category>
		<category><![CDATA[Hormone]]></category>
		<category><![CDATA[Pflanzen-Extrakte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Leptinresistenz. Häufig wird über sie geschrieben und in etwa weiß man etwas damit anzufangen. Dennoch ist sie recht schwammig definiert und selbst in Forschung und Klinik würde man sich eine Konkretisierung des Begriffs wünschen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Die Leptinresistenz. Häufig wird über sie geschrieben und in etwa weiß man etwas damit anzufangen. Dennoch ist sie recht schwammig definiert und selbst in Forschung und Klinik würde man sich eine Konkretisierung des Begriffs wünschen (Myers et al., 2012). Ohne weiter auf dieses Definitionsproblem einzugehen möchte ich in diesem Artikel einige Konzepte zur Entstehung einer Leptinresistenz diskutieren und im Zuge dessen einen oftmals übersehenen Zelltyp im Gehirn vorstellen – die Gliazellen.</p>
<p style="text-align: justify;">Zu guter Letzt möchte ich eure Aufmerksamkeit auf eine brandaktuelle Studie lenken, welche von einem vielversprechenden Pflanzenextrakt mit Leptin-sensitivierender Wirkung handelt.</p>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Leptin &#8211; Ursprünge und Grundwissen</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Die Geschichte beginnt 1950. Eine spontane Mutation ist in einer Labormaus der Versuchstierzucht von <em>Jackson Laboratory</em> aufgetreten (Ingalls et al., 1950). Beim Betrachten dieser Maus wurde jedem sofort ersichtlich, dass etwas mit ihr nicht stimmen konnte. Diese Maus war nämlich überaus adipös und hatte einen nicht zu stillenden Hunger. Glücklicherweise stellte man die richtigen Fragen und ging der Sache auf den Grund. Besser gesagt, man versuchte die Erscheinung der Maus (=Phänotyp) durch Veränderungen in der Erbinformation (=Genotyp) zu erklären. Heute wissen wir, dass dieser Fettleibigkeit ein ganz bestimmtes mutiertes Gen zu Grunde lag:</p>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Das <em>ob-</em>Gen</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Es stellt den Bauplan für das <a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptin-stoffwechsel-hormon/">Hormon namens Leptin</a> dar (Zhang et al., 1994).</p>
<figure id="attachment_3463" aria-describedby="caption-attachment-3463" style="width: 499px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/05/leptin_ob-ob-maus.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-3463" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/05/leptin_ob-ob-maus.jpg" alt="das hungerhormon leptin" width="499" height="562" /></a><figcaption id="caption-attachment-3463" class="wp-caption-text"><em>Abb. 1: Ratespiel – Finde die Leptin-defiziente ob/ob-Maus!</em></figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Leptin ist mittlerweile enorm populär. Seine Entdeckung vor 20 Jahren bildet gewissermaßen die Basis der Adipositas-Forschung und prägte maßgeblich unser Verständnis der Energie-Homöostase (Friedman &amp; Mantzoros, 2015).</p>
<p style="text-align: justify;">Leptin kennt man im Volksmund als <strong>“Sättigungshormon”</strong> und inzwischen wird es auch immer häufiger auf (Sport-)Ernähurngsblog&#8217;s erwähnt. Bevor ich etwas tiefer in die Materie einsteige, sollte ich wohl dennoch die Grundlagen ansprechen.</p>
<p style="text-align: justify;">Leptin ist ein zirkulierendes Hormon, welches haupsächlich vom weißen Fettgewebe produziert wird. Bemerkenswerterweise korrelieren die Leptinspiegel mit der Menge des Depotfetts (Considine et al., 1996). Leptin ist also eine Art Feedback-Signal. Seine Blutkonzentration spiegelt den <strong>“Füllstand” der weißen Fettzellen</strong> wieder und ist somit ein Indikator für die langfristige Verfügbarkeit von Energie.</p>
<p style="text-align: justify;">Besonders das Gehirn registriert Fluktuationen der Leptinspiegel und passt über Nervenzell-Netzwerke das <strong>Essverhalten</strong> und den <strong>Energieverbrauch</strong> an die jeweilige Situation an (Campfield et al., 1996; Saper et al., 2002). Somit kann der Körperfett in einem physiologischen Bereich gehalten werden.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Bedeutet:</strong><br />
wenig Depotfett = wenig Leptin = mehr Hunger + langsamer Stoffwechsel</p>
<p style="text-align: justify;">viel Depotfett     =    viel Leptin   = weniger Hunger + schneller Stoffwechsel</p>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Leptin, der Hirnstamm und die Mahlzeitengröße</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Im Hypothalamus werden Nervenzellen durch Leptin aktiviert, die über absteigende Nervenfasern mit dem Hirnstamm kommunizieren (Blevins, 2004). Dort wird unter anderem die Magenentleerungsrate und damit die Mahlzeitengröße reguliert. Dies geschieht über den sogenannten <em>Vagovagalen Reflex.</em></p>
<p style="text-align: justify;">Eine Aufgabe des Vagus Nerv ist es, dem Hirnstamm mitzuteilen (a) wie sehr der Magen gedehnt wird und (b) ob anorexigene Darmhormone ausgeschüttet wurden wie zum Beispiel CCK oder GLP-1.</p>
<p style="text-align: justify;">Mit zunehemender Nahrungsaufnahme wird reflexartig die Rate der Magenentleerung reduziert wodurch das Völlegefühl (“Sättigung”) entsteht (Malagelada et al., 1976; Kaplan et al., 1997; van der Velde et al., 1999).</p>
<p style="text-align: justify;">Leptin scheint diesen Reflex über hypothalamische Nervenfasern <strong>positiv modulieren</strong> zu können damit die Sättigung früher erzielt wird (Langhans &amp; Geary, 2006; Berthoud, 2008; Camilleri, 2015).</p>
<p style="text-align: justify;">Besitzt man nun genug Fettreserven (=viel Leptin) reagiert man also sensibler auf Signale des Magen-Darmtrakts. Fastet man oder weist einen niedrigen Körperfettanteil auf (=wenig Leptin) werden die Mahlzeiten in der Regel größer.</p>
<figure id="attachment_3467" aria-describedby="caption-attachment-3467" style="width: 500px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/05/leptin_hypotalamus_abb1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-3467" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/05/leptin_hypotalamus_abb1.jpg" alt="leptin wirkt im gehirn" width="500" height="1017" /></a><figcaption id="caption-attachment-3467" class="wp-caption-text"><em>Abb. 2: Regulation der Mahlzeitengröße in Abbhängigkeit der Energiereserven und Leptin&#8217;s Einfluss auf die Kommunikation zwischen Hypothalamus und Hirnstamm.</em></figcaption></figure>
<blockquote><p><strong>Info<br />
</strong><em>Neben der homöostatischen Regulation spielt &#8211; insbesondere beim Menschen &#8211;  auch die Schmackhaftigkeit und der hedonische Wert eines Lebensmittels eine große Rolle (Saper et al., 2002).</em></p>
<p><em>Leptin beeinflusst zum Beispiel zusätzlich die <strong>dopaminergen “Belohnungszentren”</strong> und damit höhere Gehirnfunktionen (Hommel et al., 2006; Lenninger et al., 2009)</em></p></blockquote>
<h2 style="text-align: justify;">Weshalb Leptin den großen Erwartungen (bisher) nicht standhielt <strong><br />
</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Die ursprüngliche Überlegung, dass Übergewichtige schlicht Probleme mit der Produktion dieses “Sättigungssignals” hätten, wurde recht bald für den Großteil der Fälle zerschlagen; und somit der Traum der einfachen Adipositas-Therapie durch eine simple Leptin-Substitution.<br />
In Adipösen zirkulieren, auf Grund der hohen Fettmasse, nämlich enorme Konzentrationen an Leptin (Considine et al., 1996). Dennoch beobachtet man bei ihnen eine ungehemmte Nahrungsaufnahme <em>(Hyperphagie)</em>.</p>
<blockquote><p><strong>Adipositas</strong><br />
<em> BMI &gt;30</em><br />
<em> besser Taillenumfang &gt;88cm (Frau) bzw. &gt;102cm (Mann)</em><br />
<em> &#8218;waist-to-hip-ratio&#8216; &gt;0,85 (Frau) bzw. &gt; 0,9 (Mann)</em></p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Das beruht auf einer <strong>Leptinresistenz. </strong>Der Adipöse reagiert also nicht adäquat auf das viele Leptin. In adipösen Versuchtstieren wurde jedoch wiederholt gezeigt, dass eine Leptingabe direkt in den Hirnventrikel – im Gegensatz zu peripheren Injektionen – den erwarteten Effekt einer stark reduzierten Nahrungsaufnahme bewirkt.</p>
<p style="text-align: justify;">Daher rührt der ursprüngliche und recht simple Gedanke eines <strong>beeinträchtigten Transports von Leptin über die Blut-Hirnschranke</strong>.</p>
<p style="text-align: justify;">Wie aktuelle Arbeiten äußerst elegant zeigen konnten, scheint dies tatsächlich so zuzutreffen (Balland et al., 2014). Den Transport von Leptin in das Gehirn pharmakologisch zu ermöglichen wird wohl eine von vielen zukünftigen Behandlungsstrategien der Adipositas darstellen.</p>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Glia-Zellen: Türhüter an der Blut-Hirnschranke?</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Ähnlich wie der Mann vom Lande in Kafka&#8217;s <em>“Vor dem Gesetz”</em> gelangen zirkulierende Faktoren nicht ohne weiteres in das Gehirn. Zum einen gibt es da die Blut-Hirnschranke, die nur an bestimmten Bereichen sowie nur für bestimmte Substanzen durchlässig ist (=neurohämale Schnittstelle). Und selbst wenn die Substanzen aus der Blutzirkulation ins Gehirn übergetreten sind liegen möglicherweise noch einige Zellen zwischen ihnen und der Zielzelle.</p>
<p style="text-align: justify;">Eine dieser Zellbarrieren bilden die sogenannten <strong>Glia-Zellen</strong>, der zweite Zelltypus im Gehirn neben den Nervenzellen. Im Griechischen steht <em>glia</em> für “Leim” und zur Zeit seiner Entdeckung betrachtete man die Glia tatsächlich als simples Stützgewebe. Heute ist bekannt, dass Glia-Zellen die Nervenzellen in ihrer kommunikativen Funktion unterstützen.</p>
<blockquote><p><strong>Info</strong><br />
<em> Ich verkneife mir hier bewusst die an dieser Stelle typischen Ausführungen zur zahlenmäßige Überlegenheit der Glia-Zellen im Gehirn. Viele Forscher verweisen in ihren Einleitungen nämlich häufig auf ein Glia-zu-Neuronen Verhältnis von 10:1 oder höher &#8211; vermutlich um die Bedeutung ihres Forschungsfelds zu unterstreichen. Allerdings wird inzwischen immer häufiger vermerkt, dass dies ein nicht ausreichend belegter und oftmals naiv rezitierter Mythos sein könnte. Auch wenn die Ratio sehr stark vom Gehirnbereich und der betrachteten Spezies abhängt, besteht Evidenz, dass sie letztendlich doch näher bei 1:1 liegen könnte &#8211; auch im Menschen (Azevedo et al., 2009). </em></p>
<p><em>Die Bedeutung der Glia ist inzwischen so oder so hinreichend belegt so dass man sich theoretisch nicht mehr mit der putativen und wenig-validen Überzahl an Zellen rechfertigen müsste. Zukünftige Forschung wird hier hoffentlich Klarheit verschaffen.</em></p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Bezüglich ihrer Funktion gilt es allerdings als gesichert, dass Glia-Zellen die Ausbildung von synaptische Verbindungen strukturell unterstützen können. Zusätzlich greifen Glia-Zellen direkt über das Ausschütten sogenannter Gliotransmitter in die Neurotransmission ein (<em>Tripartite Synapse</em>). Glia-Zellen vermitteln zwischen Nervenzellen und Blutgefäßen. Somit passen sie den lokale Blutfluss an die Hirnaktivität an und stellen die Versorgung mit Sauerstoff und Energieträgern sicher.</p>
<figure id="attachment_3466" aria-describedby="caption-attachment-3466" style="width: 499px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/05/leptin_signalübertragung_abb2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-3466" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/05/leptin_signalübertragung_abb2.jpg" alt="signalübertragung" width="499" height="840" /></a><figcaption id="caption-attachment-3466" class="wp-caption-text"><em>Abb. 3: Modulation der Signalübertragung an der &#8218;Tripartiten Synapse&#8216; durch die Glia</em></figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Allerdings scheint zusätzlich der Transport von zirkulierenden Signalstoffen in das Gehirn durch die Glia reguliert zu werden. In einer interessanten Studie wurde gezeigt, dass gewisse Glia-Zellen <em>(Astrocyten &amp; Tanycyten)</em> selbst Leptin-Rezeptoren exprimieren und zirkulierendes Leptin binden (Balland et al., 2014; Kim et al., 2014). In der Folge wird der gebundene Leptin-/Leptin-Rezeptorkomplex inkorporiert, im Hypothalamus verteilt und an die entsprechenden Nervenzellen weitergeleitet.</p>
<figure id="attachment_3465" aria-describedby="caption-attachment-3465" style="width: 501px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/05/leptin_transport_abb3.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-3465" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/05/leptin_transport_abb3.jpg" alt="transport von leptin schematische darstellung" width="501" height="583" /></a><figcaption id="caption-attachment-3465" class="wp-caption-text"><em>Abb. 4: Modell für den Leptin-Transport in das Gehirn über spezielle Glia-Zellen im Hypothalamus.</em></figcaption></figure>
<blockquote><p><strong>Info</strong><br />
<em> Dies scheint abhängig von einem gewissen Signalweg zu sein &#8211; dem <strong>ERK-Signalweg</strong> (extracellular-signal regulated Kinase). Da diese Gliazellen bekanntermaßen sehr empfänglich für die Stimulation dieses Signalwegs sind, wurde im Zuge dieser Studie zusätzlich versucht diesen pharmakologisch zu aktivieren und den Leptin-Transport zu steigern (Balland et al., 2014).</em></p>
<p><em>Die periphere Gabe eines bestimmten Wachstumsfaktors (EGF) schien hier recht gut zu funktionieren. Allerdings ist Vorsicht geboten mit Hinblick auf das therapeutische Potential, da eventuell auch die Durchlässigkeit der Blut-Hirnschranke für andere Substanzen erhöht wird (Gao et al., 2014).</em></p></blockquote>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Aus dem &#8218;Leim&#8216; gehen:<br />
Schlechte Ernährung schadet Glia und Leptin-Sensitivität</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Im Kontext der Adipositas  sind systemische Entzündungen ein wichtiger Faktor. Man hat vielleicht schon davon gelesen, dass das (viszerale) Fettgewebe in Adipösen häufig von Immunzellen infiltriert wird, sich stark entzündet und strukturell verändert.</p>
<p style="text-align: justify;">Im Hypothalamus kann man ähnliche strukturelle Veränderungen beobachten (Thaler &amp; Schwartz, 2010). Interessanterweise können diese in Nagern schon <strong>nach wenigen Tagen</strong> auftreten (Thaler et al., 2012). Alles was man dafür tun muss, ist ihnen hoch-kalorisches und pro-inflammatorisches Futter zu geben (äquivalent zur typisch-westlichen “<em>Cafeteria Diet”</em>).</p>
<blockquote><p><strong>Info</strong><br />
<em> Im Fettgewebe treten Entzündungen später und eher als Folge der Fettzunahme auf. </em><br />
<em> Die hypothalamische Entzündung hingegen entsteht rapide – noch <strong>bevor </strong>Veränderungen der Fettmasse sichtbar werden! </em></p>
<p><em> Somit könnten diese Veränderungen eventuell sogar ein potentieller Auslöser der Leptinresistenz und Adipositas darstellen. </em></p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Prinzipiell kann man diese strukturellen Veränderungen im Hypothalamus als<strong> tatsächliche Gehirnverletzung </strong>bezeichnen, ähnlich solcher in Folge eines Schädel-Hirntraumas oder eines Schlaganfalls.</p>
<p style="text-align: justify;">Mechanistisch spielen unter anderem Entzündungen, oxidativer Stress, Ammonium- und Exzitotoxizität sowie fehlgefaltete Proteine eine Rolle. Die Gehirnzellen im Hypothalamus reagieren hierauf. Wieder einmal ist besonders die Glia involviert und bildet sogenannte <strong>Glia-Narben</strong>.</p>
<p style="text-align: justify;">Dies sind unter dem Mikroskop klar erkennbare morphologische Veränderung, die typischerweise bei Hirnschädigung zu beobachten sind <em>(reaktive Gliose)</em>. Sie zielen unter anderem darauf ab den Schaden zu begrenzen, allerdings sind die Glia-Zellen somit zusätzlich in ihrer Funktion eingeschränkt (Pekny et al., 2014).</p>
<p style="text-align: justify;">Wie wir inzwischen wissen, scheinen die Glia-Zellen äußerst bedeutend für den Leptin-Transport zu sein. Eine pro-inflammatorische <em>&#8218;Cafeteria Diet&#8216; </em> könnte folglich den Hypothalamus “vernarben” und dadurch zur Entwicklung einer Leptinresistenz begünstigen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Im Menschen</strong> lassen Aufnahmen mit einem Kernspinntomographen vermuten, dass Adipöse ähnliche strukturelle Schäden im Hypothalamus aufweisen (Thaler et al., 2012). Diese Schäden scheinen zumindest laut Nagerstudien aber reversibel (Berkseth et al., 2014).</p>
<figure id="attachment_3464" aria-describedby="caption-attachment-3464" style="width: 1192px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/05/leptin_reaktive_gliose_abb4.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-3464 size-full" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/05/leptin_reaktive_gliose_abb4.jpg" alt="so entstehen glia-narben" width="1192" height="500" /></a><figcaption id="caption-attachment-3464" class="wp-caption-text"><em>Abb. 5: Reaktive Gliose und Entstehung von Glia-Narben.</em></figcaption></figure>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Beflügelt durch pflanzliche Leptin-Sensitizer </strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Durch einen aufmerksamen edubily-Leser bin ich auf die Fährte einer äußerst vielversprechenden Substanz gestossen. Dieser Leser lies mir also einen Link zukommen – <em>Danke nochmals an der Stelle</em> &#8211; und ich muss gestehen, ich war äußerst erstaunt.</p>
<p style="text-align: justify;">Studien zu Pflanzenextrakte werden recht inflationär veröffentlicht, die tatsächliche Relevanz ist aber häufig überschaubar.</p>
<p style="text-align: justify;">Als ich jedoch die Referenzen dieser Mitteilung betrachtete, stellte ich fest, dass sie auf einer Publikation im renommierten Journal <em>“Cell”</em> von letzter Woche basierte (Liu et al., 2015).</p>
<p style="text-align: justify;">Es geht um ein ganz bestimmtes Kraut, die sogenannte <strong>Wilfords Dreiflügelfrucht</strong> (<em>Tripterygium wilfordii</em>). Offenbar wird diese in der traditionellen chinesischen Medizin schon lange zum Beispiel gegen Rheuma oder Arthritis eingesetzt.</p>
<p style="text-align: justify;">Eine in ihr enthaltene Substanz, das Triterpen <strong>Celastrol</strong>, kann aber angeblich noch viel mehr und scheint laut dieser Studie ein ausgesprochen effektiver Leptin-Sensitizer zu sein.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Originalstudie ist durchaus spannend zu lesen und es wurden hochwertige Techniken angewandt um Celastrol überhaupt als bioaktiven Kandidaten zu identifizieren.</p>
<p style="text-align: justify;">Das explizite Ziel war einen Stoff zu finden, der die Fehlfaltung von Proteinen besonders im Gehirn <em>(Hypothalamus)</em> zu reduzieren vermag um somit die Leptin-Sensitivität zu verbessern.</p>
<p style="text-align: justify;">In verschiedenen, adipösen Mausmodellen <em>(genetisch oder Ernährungs-induziert)</em> wurde dann eindrucksvoll bewiesen, dass durch Celastrol-Gabe ein extrem <strong>ausgeprägter Verlust an Fettmasse</strong> hervorgerufen werden kann. Dieser Verlust ist tatsächlich sehr beeindruckend, verlieren die adipösen Mäuse doch tatsächlich fast die Hälfte ihres Körpergewichts <em>(von 50g auf 25-30g = Normalgewicht). </em></p>
<p style="text-align: justify;">Und das geschah innerhalb von <strong>nur 22 Tagen nach oraler Verabreichung!</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die Nahrungsaufnahme war stark reduziert, was die Autoren nach verschiedenen Versuchen auf eine <strong>verstärkte Wirkung von Leptin</strong> zurückführen. Interessanterweise genügte übrigens eine Woche von Celastrol um die Blutzuckerkontrolle in adipösen Mäusen stark zu verbessern. Auch schlanke Mäuse profitierten von Celastrol in dieser Hinsicht.</p>
<p style="text-align: justify;">Für schlanke Mäuse scheint Celastrol laut der Studie übrigens als <strong>ungefährlich</strong> zu gelten, denn Nahrungsaufnahme und Magermasse blieben normal. Es scheint seine sättigende Wirkung also vor allem in adipösen Individuen zu zeigen, welche hohe Leptinspiegel aufweisen.</p>
<p style="text-align: justify;">Auf Grund der Tatsache, das die Nahrungsaufnahme in schlanken Mäusen unverändert bleibt, kann man zusätzlich Folgendes ableiten:</p>
<p style="text-align: justify;">Die orale Celastrolgabe scheint keine gastrointestinalen Probleme und/oder Geschmacksaversion gegenüber nachfolgender Nahrung auszulösen. Eine reduzierte Nahrungsaufnahme auf Grund von Übelkeit wäre natürlich in der klinischen Anwendung alles andere als wünschenswert.</p>
<blockquote><p><strong>Info</strong><br />
<em> Kalorimetrische Untersuchungen weisen übrigens klar darauf hin, dass Celastrol <strong>kein &#8218;Fat-Burner&#8216;</strong> zu sein scheint. Die behandelten Mäuse bewegten sich sogar eher weniger und hatten einen leicht reduzierten Energieverbrauch über den Tag gesehen.</em></p>
<p><em>Celastrol scheint einfach ein äußerst <strong>potenter Appetitzügler</strong> zu sein!</em></p>
<p><em>Der genaue Mechanismus wurde leider nicht im Detail eruiert.</em><br />
<em> Immerhin wurde gezeigt, dass Celastrol im Hypothalamus Gene aktiviert, die den <strong>Stress durch fehlgefaltete Proteine reduzieren</strong> (=und damit die Leptin-Sensitivität erhöhen?) (Ozcan et al., 2009; Liu et al., 2015). </em></p>
<p><em>Gleichzeitig wurde eine gewisse <strong>Synergie</strong> zwischen Celastrol und Leptin nachgewiesen; Celastrol scheint desweiteren seine Wirkung <strong>nur in Gegenwart von Leptin</strong> entfalten zu können. Dennoch sind dies alles eher vage Hinweise und eine eindeutige Kausalität wurde bisher nicht prsäentiert.</em></p>
<p><em>Natürlich wird auch pharmakologisch versucht die Leptin-Sensitivität zu verbessern. </em></p>
<p><em>Zu nennen wäre hier zum Beispiel <strong>Pramlintide</strong>, ein Derivat des pankreatischen Hormons Amylin (Turek et al., 2010). Man sollte sich aber hierbei immer im Klaren sein, dass eine gewisse Therapien häufig nur für eine gewisse Subpopulation in Frage kommt. </em></p>
<p><em>Eine Vielzahl an individuellen Faktoren, die variabel miteinander interagieren, scheint gerade hinsichtlich der Leptin-Sensitivität eine Pauschalisierung unmöglich zu machen. </em></p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Alles in allem wäre es meiner Meinung nach großartig, würde der Inhaltsstoff einer altbekannten Heilpflanze in neuem Kontext tatsächlich diese Versprechungen halten können.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Zukunft wird vielleicht zeigen können, ob Adipösen mit Hyperleptinämie und Leptinresistenz tatsächlich von Celastrol profitieren.</p>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Ausblick</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Um diesen Artikel übersichtlich zu halten, werde ich vorraussichtlich einen zweiten Teil über Leptin schreiben.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Angedachte Themen wären:</strong></p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Einfluss versch. Ernährungsfaktoren auf die Leptinresistenz (sind es Kohlenhydrate? Oder doch Fett? Paradoxon der Kitava-Ernährung)</li>
<li>Signalweg des Leptins und die Rolle von SOCS3</li>
<li>Leptin&#8217;s peripheren Effekte, z.B. in der Muskulatur</li>
<li>der Magen als weitere Quelle für &#8218;gastrisches Leptin&#8216; und die Implikationen hiervon</li>
<li>Geschlechtsunterschiede zwischen Mann und Frau</li>
<li>Frühkindliche Prägung der Leptin-Sensitivität; Verantwortung der Eltern</li>
<li>Menschen hinter der Wissenschaft; Profil von z.B. Jeffrey Friedman</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Beim Betrachten der Liste könnte es wohl vielleicht doch sogar ein Dreiteiler werden.<br />
Weitere Ideen und Vorschläge sind natürlich immer willkommen. Gerne als Kommentar unter dem Artikel.</p>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Referenzen</strong><strong><br />
</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Azevedo, Frederico A.C. et al. &#8218;Equal Numbers Of Neuronal And Nonneuronal Cells Make The Human Brain An Isometrically Scaled-Up Primate Brain&#8216;. <em>J. Comp. Neurol.</em> 513.5 (2009): 532-541. Web.</p>
<p style="text-align: justify;">Balland, Eglantine et al. &#8218;Hypothalamic Tanycytes Are An ERK-Gated Conduit For Leptin Into The Brain&#8216;. <em>Cell Metabolism</em> 19.2 (2014): 293-301. Web.</p>
<p style="text-align: justify;">Banks, W. A. et al. &#8218;Triglycerides Induce Leptin Resistance At The Blood-Brain Barrier&#8216;. <em>Diabetes</em> 53.5 (2004): 1253-1260. Web.</p>
<p style="text-align: justify;">Berkseth, Kathryn E. et al. &#8218;Hypothalamic Gliosis Associated With High-Fat Diet Feeding Is Reversible In Mice: A Combined Immunohistochemical And Magnetic Resonance Imaging Study&#8216;. <em>Endocrinology</em> 155.8 (2014): 2858-2867. Web.</p>
<p style="text-align: justify;">Berthoud, H.-r. &#8218;Vagal And Hormonal Gut-Brain Communication: From Satiation To Satisfaction&#8216;. <em>Neurogastroenterology &amp; Motility</em> 20 (2008): 64-72. Web.</p>
<p style="text-align: justify;">Berthoud, Hans-Rudolf. &#8218;Multiple Neural Systems Controlling Food Intake And Body Weight&#8216;. <em>Neuroscience &amp; Biobehavioral Reviews</em> 26.4 (2002): 393-428. Web.</p>
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<p style="text-align: justify;">Ozcan, Lale et al. &#8218;Endoplasmic Reticulum Stress Plays A Central Role In Development Of Leptin Resistance&#8216;. <em>Cell Metabolism</em> 9.1 (2009): 35-51. Web.</p>
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<p style="text-align: justify;">Thaler, Joshua P., and Michael W. Schwartz. &#8218;Minireview: Inflammation And Obesity Pathogenesis: The Hypothalamus Heats Up&#8216;. <em>Endocrinology</em> 151.9 (2010): 4109-4115. Web.</p>
<p style="text-align: justify;">Turek, Victoria F. et al. &#8218;Mechanisms Of Amylin/Leptin Synergy In Rodent Models&#8216;. <em>Endocrinology</em> 151.1 (2010): 143-152. Web.</p>
<p style="text-align: justify;">van der Velde, P, I Koslowsky, and H.S. Koopmans. &#8218;Measurement Of Gastric Emptying During And Between Meal Intake In Free-Feeding Lewis Rats&#8216;. <em>American Journal of Physiology</em> 267.2 (1999): 597-605. Web. 26 May 2015.</p>
<p style="text-align: justify;">Zhang, Yiying et al. &#8218;Positional Cloning Of The Mouse Obese Gene And Its Human Homologue&#8216;. <em>Nature</em> 372.6505 (1994): 425-432. Web.</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptinresistenz-und-hungerprobleme-mit-dieser-frucht-ueberwinden/">Leptinresistenz und Hungerprobleme mit dieser Frucht überwinden?</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Fasten-Modus &#8211; Schilddrüse und Leptin</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/ketogen/fasten-modus-schilddruese-und-leptin/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Nov 2014 13:23:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ketogen]]></category>
		<category><![CDATA[ketogene diät]]></category>
		<category><![CDATA[Kohlenhydrate]]></category>
		<category><![CDATA[Leptin]]></category>
		<category><![CDATA[Schilddrüse]]></category>
		<category><![CDATA[T3]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir haben irgendwie eine falsche Vorstellung vom &#8222;Fasten-Modus&#8220;. Wir glauben, das muss immer zwangsläufig einhergehen mit Lethargie etc. Immer diese falschen Vorstellung. Was kostet mich das jedes mal Nerven, wenn ich alles jedem immer aufs [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir haben irgendwie eine falsche Vorstellung vom &#8222;Fasten-Modus&#8220;. Wir glauben, das muss immer zwangsläufig einhergehen mit Lethargie etc.</p>
<p>Immer diese falschen Vorstellung. Was kostet mich das jedes mal Nerven, wenn ich alles jedem immer aufs Neue erklären muss und ich feststelle, dass heutzutage niemand so richtig eine Ahnung hat &#8211; aber Hauptsache eine ketogene Diät praktizieren. Meister der Kohlenhydrat-Hetze, aber keinen Durchblick haben bezogen auf den Fettstoffwechsel.</p>
<p>Ich möchte kurz den god father der Protein-Diäten zitieren, einer der an seiner low carb Diät festhält, wie kein anderer: Dr. Eades, ein amerikanischer Arzt.</p>
<blockquote><p>If you read any medical school biochemistry textbook, you’ll find a section devoted to what happens metabolically during starvation. If you read these sections with a knowing eye, you’ll realize that everything discussed as happening during starvation happens during carbohydrate restriction as well. There have been a few papers published recently showing the same thing: the metabolism of carb restriction = the metabolism of starvation</p></blockquote>
<p>Der letzte Satz fasst das zuvor Gesagte perfekt zusammen:<strong> Kohlenhydrat-Restriktion = Fasten-Stoffwechsel</strong>.</p>
<p>Und diesen Fasten-Stoffwechsel kann man messen. Das heißt dann &#8222;respiratorischer Quotient&#8220;. RQ von 0,7 = reine Fettverbrennung.</p>
<p>Sowohl während ketogenen Diäten, als auch beim Fasten, sinkt der RQ auf 0,7.</p>
<p>Viele von euch leben ja noch im Mittelalter und erkennen die Zusammenhänge nicht, verstehen überhaupt nicht, wie der Körper seine Entscheidungen trifft. Der Körper sagt sich nicht &#8222;Oh schön, wir brauchen 2400 Kalorien und heute haben wir 2401 gegessen, also ist alles ok&#8220; &#8211; Nein! Der Körper entscheidet anhand von a) Leberglykogen und b) freie Fettsäuren (die Dinger aus dem Fettgewebe).</p>
<p>Evolutiv gesehen: Wenig Leberglykogen und viel freie Fettsäuren hieß immer &#8222;keine Nahrung&#8220;. Der Körper fackelt da nicht lange, für ihn ist das so.</p>
<p>So eine ketogene Diät bringt viele Vorteile mit sich, also bezogen auf ein therapeutisches Potenzial. Ähnlich wie das Fasten. Fasten ist ein Heilmittel. Aber&#8230; wie lange hat man denn immer so gefastet? Bestimmt kein Jahr.</p>
<p>Es ist also kein Zufall, wenn ich sage, dass die T3-Werte bei euch immer sinken, wenn ihr Very Low Carb lebt (<a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/6761185">1</a>). Das ist ein banaler Prozess, der euch nur helfen soll. Genau wie die physiologische Insulin-Resistenz, die dabei auftritt. Alles gut und schön.</p>
<p>Problem ist nur: Chronische, unvariable Prozesse sind nie zielführend, nie!</p>
<p>Unvariabel ist, wenn die T3-Wert bei ketogenen Diäten sinken (das muss so sein) und diese T3-Werte auch dann niedrig bleiben, wenn man Jod gibt (<a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8262474">2</a>).</p>
<p>Das sehe ich bei euch immer: Niedriges TSH (0,5-1,5), aber wenig T3 (2 &#8211; 3). Meistens dann noch gepaart mit hohen Cholesterin-Werten (200+) &#8211; dann weiß ich, dass derjenige &#8222;low/no carb&#8220; lebt. Meine Cholesterin-Werte liegen bei ca. 150-170, HDL &gt;60 und T3 bei 4,4 &#8211; T3 hoch, TSH niedrig =&gt; keine VLCD. Nur als Referenz.</p>
<p>Jetzt kann ich meine Standard-Floskeln bringen und erzählen, dass T3-Werte auch wichtig sind, für Pregnenolon-Werte und Testosteron etc.</p>
<p>Das verwundert nicht: Wieso soll der Körper &#8222;reproduktiv&#8220; aktiv sein, wenn man sich gerade in einer Nahrungsknappheit befindet &#8211; wie gesagt, Körper unterscheidet diese &#8222;Stoffwechsellage&#8220; nur anhand der Kohlenhydrat-Zufuhr, wobei man &#8211; bezogen auf T3 &#8211; vermuten kann, dass ein Mindestwert bei ca. 200g/Tag liegt (<a href="http://press.endocrine.org/doi/abs/10.1210/jcem-48-4-577">3</a>).</p>
<p>Also: Ketogene Diäten werden immer dafür sorgen, dass dein T3-Wert sinkt.</p>
<p>Jetzt addiert sich aber ein weiteres Problem: Ich weiß, weil selbst erlebt, dass &#8222;wenig Insulin&#8220; dafür sorgt, dass wir keinen Hunger mehr haben. Was viele als &#8222;mega toll&#8220; interpretieren, interpretiere ich mittlerweile als &#8222;schöner Mechanismus, um sich noch mehr kaputt zu machen&#8220;. Was bei Fettleibigen Wunder wirkt, ist für &#8222;Normalos&#8220; Gift. Denn dann isst man halt einfach nicht mehr so viel.</p>
<p>Übrigens: Hier sehr schön zu erkennen, warum ich jedem Individuum ein individuelles &#8222;Diätprogramm&#8220; (= life style) &#8222;auferlegen&#8220; würde. Differenzierung nennt man so etwas.</p>
<p>Also&#8230; wir essen dann eben nicht mehr so viel. Ketogene Diäten reduzieren ein <a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptin-stoffwechsel-hormon/">Hormon namens Leptin</a> schon sehr viel deutlicher, als eine isokalorische Kohlenhydrat-basierte Diät (<a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17284923">4</a>). Machen wir das Ganze chronisch und essen &#8211; aufgrund des Hunger-unterdrückenden Effekts &#8211; auch noch weniger Kalorien, dann werden wir bald die böse Seite des Leptins kennen lernen.</p>
<p><a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/refeed-leptin-als-ursache-fur-t-und-t3-insuffizienz/">Das konntest du in einem anderen Artikel von mir bereits nachlesen. </a> Kurz: Zu wenig Leptin und dein ganzes reproduktives System geht flöten inklusive Testosteron und T3. Vielen Dank, jahrelange Diät!</p>
<p>Was will ich dir damit eigentlich sagen?</p>
<p>Nun&#8230; mein &#8222;Jod-und-Selen-Programm&#8220; ist super. Für manche. Für andere wird es überhaupt nichts leisten können. Es gibt viele Gründe, aber einen ganz wichtigen habe ich hier erläutert.</p>
<p>Ei, ei, ei. Wie man&#8217;s macht, macht man&#8217;s falsch, gell?</p>
<p>Im Übrigen: Verstehe mich doch bitte nicht immer falsch. Low carb Diäten sind eine gute Sache. Aber passe auf deine Hormone auf und treibe es nicht bis ins Extrem immer. Danke.</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/ketogen/fasten-modus-schilddruese-und-leptin/">Fasten-Modus – Schilddrüse und Leptin</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Refeed: Leptin als Ursache für T &#8211; und T3 &#8211; Insuffizienz?</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/leptin/refeed-leptin-als-ursache-fur-t-und-t3-insuffizienz/</link>
					<comments>https://genetisches-maximum.de/leptin/refeed-leptin-als-ursache-fur-t-und-t3-insuffizienz/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Jul 2014 09:49:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leptin]]></category>
		<category><![CDATA[Kohlenhydrate]]></category>
		<category><![CDATA[T3]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als Insuffizienz würde ich nicht direkt einen Mangel bezeichnen, sondern viel mehr etwas Subjektives: Der Laborzetttel zeigt an, Testosteron &#8222;normal&#8220;, aber ganz unten im Referenzbereich. Das ist nicht suffizient, zumindest, wenn man damit seine Frau [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/refeed-leptin-als-ursache-fur-t-und-t3-insuffizienz/">Refeed: Leptin als Ursache für T – und T3 – Insuffizienz?</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Als Insuffizienz würde ich nicht direkt einen Mangel bezeichnen, sondern viel mehr etwas Subjektives: Der Laborzetttel zeigt an, Testosteron &#8222;normal&#8220;, aber ganz unten im Referenzbereich.</p>
<p>Das ist nicht suffizient, zumindest, wenn man damit seine Frau glücklich machen will &#8211; oder so ähnlich.</p>
<p>Was wir aber nicht vergessen sollten, ist die Tatsache, dass viele auch deshalb &#8211; natürlicherweise &#8211; mit weniger Testosteron durch die Gegend laufen, weil sie Vater geworden sind. Die Natur dachte sich wohl: So meiner junger Padawan, ich binde dich mit viel Oxytocin an deine Familie und an dein Kind, dafür entziehe ich dir deine Männlichkeit. Das ist natürlich übersteigert, du hast ja immer noch Bartwuchs etc. aber dir fehlt vielleicht die Affinität zu anderen Frauen. Das hat die Natur schon sehr clever eingerichtet. Also sei nicht traurig, es gibt schlimmere Sachen :-)</p>
<p>Naja, trotzdem könnte man ja auf die Idee kommen, dass das Testosteron bzw. der T3-Wert aus bestimmten Gründen nicht ansteigen kann, auch dann nicht, wenn ich mich mäste mit SD-Programm des Chris.</p>
<p>Der Körper ist ja nicht doof.</p>
<p>Du kannst die besten Handballspieler im Land haben, die besten Zuschauer, die besten Organisatoren, aber wenn das Rathaus beschließt, dass die Halle dicht gemacht wird, dann bringen all&#8216; die schönen Spieler/Zuschauer/Organisatoren nichts.</p>
<hr />
<p>Der menschliche Körper ist ein überdimensionierter Chemiebaukasten.</p>
<p>Jeder Schüler weiß spätestens ab der 10. Klasse, dass man Natriumchlorid in das Wasser kippen muss, damit ich Natrium und Chlorid-Ionen erhalte.</p>
<p>Wenn ich also Natriumchlorid da in den Topf kippe, dann passe ich die Eduktseite (linke Seite der Reaktionsgleichung) ja wohl so an, dass die Produktseite ergiebig ist.</p>
<p>Jeder Normaldenkende würde das ja instinktiv wissen: Ich werde ja wohl nicht 100 Tonnen Produkt erhalten, wenn ich 2g Edukt verwende.</p>
<p>Und das versuche ich dir immer anhand deiner Schilddrüse klar zu machen.</p>
<p>Du hättest also gerne viel output auf der rechten Seite der Reaktionsgleichung (T4, T3), aber die Edukt-Seite stimmt nicht (Jod, Selen, VitA, Eisen).</p>
<p>Und selbst wenn: Wenn das Rathaus (dein Gehirn) beschließt, dass die Halle dicht gemacht wird, dann nützt dir das auch nichts mehr.</p>
<hr />
<h4>Halle dicht machen: Leptin als Signalhormon im Hypothalamus.</h4>
<blockquote><p>Initially viewed primarily as a hormone designed to prevent obesity, a substantial body of work now suggests that leptin also signals the switch from the fed to the starved state (<a id="__tag_118003781" class="bibr popnode tag_hotlink tag_tooltip jig-ncbipopper" href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC377492/#B3">3</a>, <a id="__tag_118003784" class="bibr popnode tag_hotlink tag_tooltip jig-ncbipopper" href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC377492/#B8">8</a>). <strong>A fall in leptin acts through the hypothalamus to increase appetite, decrease energy expenditure, and modify neuroendocrine function in a direction that favors survival. The consequences of falling leptin include suppression of reproduction, linear growth, and the thyroid axis, as well as activation of the stress axis</strong> (<a id="__tag_118003797" class="bibr popnode tag_hotlink tag_tooltip jig-ncbipopper" href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC377492/#B3">3</a>). As with the mouse gene, mutation of the human leptin receptor gene can also cause obesity with central hypogonadism and hypothyroidism (<a id="__tag_118003795" class="bibr popnode tag_hotlink tag_tooltip jig-ncbipopper" href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC377492/#B9">9</a>).</p>
<p>(Flier et al., 2000)</p></blockquote>
<p>Meine Worte: Leptin fällt, das signalisiert deinem Gehirn, dass Nahrungsknappheit herrscht und das sorgt im Gehirn dafür, dass &#8222;deine Halle&#8220; dicht gemacht wird: T3 (&#8222;thyroid axis&#8220;) und Testosteron (&#8222;reproduction&#8220;) verabschieden sich.</p>
<h4>Kurz aber hart</h4>
<p>Man muss nicht viel darüber reden: Du solltest deinem Körper bei Diäten oder bei no carb Ernährungsformen immer wieder signalisieren, dass &#8222;genug da ist&#8220;.</p>
<p>Deshalb solltest du dir immer wieder Zeit nehmen, um dich im McDonalds, beim Dönermann oder in der Pizzeria zu verausgaben.</p>
<p>Wenn dir das zu brachial ist, dann bedenke folgendes:</p>
<p>Dieses eine mal möchtest du a) Kalorien, b) ordentlich Fett und c) Kohlenhydrate und das am besten auf einmal und so viel, dass du danach keine Lust mehr darauf hast.</p>
<p>Das ist nicht nur gutschmeckend, sondern auch sehr wichtig, um eine geregelte Hormonbalance zu halten.</p>
<p>Jetzt weiß ich ja, dass hier viele semi-essgestörte Menschen lesen, die sich dessen aber nicht bewusst sind (man verzeihe mir den Ausdruck) und ich genau weiß, dass das Resultat des genannten Leptin-Refeed-Themas ist, dass Menschen nach 3 Stunden Training, 15 Stunden Fasten und 3 Monaten Diät, daheim sitzen, mit dem Löffel in der Eiscreme pulen, 1500kcal essen und dann am nächsten Tag schreiben: Ich fühl mich schlecht, aber gebracht hat&#8217;s nichts.</p>
<p>Ja klar. 1500kcal &#8211; das isst Michael Phelps als Zwischenmahlzeit.</p>
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<p>&nbsp;</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/refeed-leptin-als-ursache-fur-t-und-t3-insuffizienz/">Refeed: Leptin als Ursache für T – und T3 – Insuffizienz?</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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