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	<title>Leptin - Biochemie für dein genetisches Maximum</title>
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	<description>Der Blog von Chris Michalk &#38; Phil Böhm. Seit 2014.</description>
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	<title>Leptin - Biochemie für dein genetisches Maximum</title>
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		<title>Female Performance Teil 1: RED-S verstehen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Annika Speidel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Jun 2024 08:59:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausdauer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wusstest du, dass über die Hälfte der professionellen Radsportlerinnen keinen Zyklus mehr haben? Rund 56 % der Radfahrerinnen bekommen ihre Tage nicht mehr. Bei den Triathletinnen sind es 40 % (1). Das sind enorm hohe [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Wusstest du, dass über die Hälfte der professionellen Radsportlerinnen keinen Zyklus mehr haben? Rund 56 % der Radfahrerinnen bekommen ihre Tage nicht mehr. Bei den Triathletinnen sind es 40 % </span><span style="font-weight: 400">(1).</span><span style="font-weight: 400"> Das sind enorm hohe Zahlen. </span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Aber wieso sollte das schlimm sein? Ist doch vielleicht ganz praktisch, als Sportlerin keinen Zyklus zu haben. Wer möchte sich schon am Wettkampftag auch noch mit seiner Periode rumschlagen? </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Eine ausbleibende Periode ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Wobei das schon eine sehr massive Spitze ist. Denn der weibliche Zyklus ist ein wichtiges Vitalzeichen der Frau und das Ausbleiben ist schon mal ein sehr starkes Signal, dass etwas nicht stimmt. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Was alles noch dahintersteckt und welche Konsequenzen eine ausbleibende Periode haben kann, besprechen wir gleich. Kommen wir erst einmal zu den Begrifflichkeiten. Denn das Kind hat einen Namen: </span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova">Das Red-S-Syndrom</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Das RED-S Syndrom (</span><i><span style="font-weight: 400">Relative Energy Deficiency in Sports</span></i><span style="font-weight: 400">), einigen vielleicht noch unter dem veralteten Begriff </span><i><span style="font-weight: 400">Female Athlete Triad</span></i><span style="font-weight: 400"> bekannt, beschreibt die Konsequenzen einer niedrigen Energieverfügbarkeit bei weiblichen Athleten. </span><b>Davon betroffen sind nicht nur Spitzensportlerinnen, sondern auch ganz normale Hobbyathletinnen</b><span style="font-weight: 400">. </span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">RED-S beschreibt, was passiert, wenn sportlich aktive Frauen zu wenig essen und/oder zu viel trainieren. </span></p>
<h4><span style="font-family: proxima-nova">Die Energieverfügbarkeit ist entscheidend </span></h4>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Die Energieverfügbarkeit (</span><i><span style="font-weight: 400">Energy Availability</span></i><span style="font-weight: 400">, EA) spiegelt den Energiestatus von Athleten wider und berechnet sich aus der Energieaufnahme durch Essen minus dem Energieverbrauch durch den Sport, normalisiert auf die fettfreie Masse (FFM). </span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Diese Energie bleibt dem Körper am Ende des Tages übrig, um physiologische Prozesse wie Thermoregulation, Proteinsynthese, Reproduktion, Reparaturprozesse etc. auszuführen. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Eine EA von </span><b>mindestens 45 kcal/kg FFM/Tag</b><span style="font-weight: 400"> scheint ein Schwellenwert zu sein, der eine optimale Energiebereitstellung für die physiologischen Funktionen und die Erhaltung der Körpermasse bei weiblichen Athleten gewährleistet. Wir sprechen hier von Erhalt. Für Hypertrophie, sprich Muskelaufbau, braucht es einen Wert &gt; 45 kcal/kg FFM/Tag. </span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Rechnen wir das mal durch und nehmen als Beispiel eine 60 kg schwere Athletin mit einem Körperfettanteil von 22 %. Das entspricht 46,8 kg fettfreier Masse. Sie trainiert täglich 1,5-2 h, wobei sie 1000 kcal verbrennt.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Um optimal mit Energie versorgt zu sein und ihr Gewicht zu halten, sollte sie täglich mind. 3150 kcal zu sich nehmen. Damit kommt sie auf die 45 kcal/kg FFM/Tag. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><img decoding="async" class="wp-image-323915 aligncenter" title="Bildschirmfoto 2024 06 18 um 17.13.21" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/06/Bildschirmfoto-2024-06-18-um-17.13.21.png" alt="Bildschirmfoto 2024 06 18 um 17.13.21" width="410" height="69" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/06/Bildschirmfoto-2024-06-18-um-17.13.21.png 583w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/06/Bildschirmfoto-2024-06-18-um-17.13.21-300x50.png 300w" sizes="(max-width: 410px) 100vw, 410px" /></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Möchte sie jetzt noch etwas mehr Muskulatur aufbauen, so kann sie beispielsweise auf 3400 kcal hochgehen. Damit wäre sie dann bei 51 kcal/kg FFM/Tag, was den Aufbau fettfreier Masse begünstigt. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Bei Werten </span><b>unterhalb 30 kcal/kg FFM/Tag</b><span style="font-weight: 400"> spricht man von einer </span><b>klinischen LEA</b><span style="font-weight: 400"> (</span><i><span style="font-weight: 400">Low Energy Availability</span></i><span style="font-weight: 400">). Schon nach 5 Tagen mit solch einer niedrigen Energieversorgung konnte man in Studien eine Reduktion der LH-Pulsatilität beobachten, d. h. das Gehirn beginnt, die Reproduktion zu drosseln </span><span style="font-weight: 400">(2). </span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Auch der Bewegungsapparat, das kardiovaskuläre System, die Verdauungsorgane sowie das Hormon- und Nervensystem leiden unter der geringen Energieverfügbarkeit. Dazu gleich mehr.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Zwischen </span><b>30 und 45 kcal/kg FFM/Tag</b><span style="font-weight: 400"> befindet man sich bereits in einer </span><b>subklinischen LEA</b><span style="font-weight: 400">, die aber über kürzere Zeiträume im Rahmen eines gut geplanten Abnehmprogramms vermutlich noch relativ gut tolerierbar ist. </span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Interessant ist, dass die Grenzwerte der Männer niedriger liegen, d. h. </span><b>Frauen brauchen relativ betrachtet mehr Kalorien, um gesund zu bleiben! </b><span style="font-weight: 400">Bei Männern gilt bereits alles ab 40 kcal/kg FFM/Tag als ausreichende Energieverfügbarkeit </span><span style="font-weight: 400">(3).</span></span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova">Symptome und Folgen von RED-S</span></h2>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Was passiert nun also mit dem weiblichen Körper, wenn es ihm an Energie mangelt? Als eine der ersten Sparmaßnahmen wird die Fortpflanzung eingestellt, denn diese ist fürs kurzfristige Überleben nicht wichtig. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Im Gegenteil, eine Schwangerschaft wäre in Zeiten des Energiemangels sogar eine zusätzliche Belastung. Weitere Anzeichen neben einem veränderten oder ausbleibenden Zyklus sind: </span></p>
<ul>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Verdauungsbeschwerden, Gastroparese (Magenentleerungsstörung)</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Depressive Stimmung oder Ängstlichkeit</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Schlafstörungen</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Schwaches Immunsystem, häufige Infekte</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Langsamere Regeneration</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Schwäche, Müdigkeit, Schlappheit</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Häufigere Verletzungen (z.B. Sehnen- und Bänderprobleme, Ermüdungsfrakturen)</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Geringere Libido</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Reduzierte Leistungsfähigkeit</span></li>
</ul>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Sollte auf dieser Liste nicht auch eine Gewichtsabnahme stehen? Nein, typischerweise (und leider auch tückischerweise) nimmt man bei RED-S nicht unbedingt sichtbar ab, was die Diagnose oft erschwert. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Es findet zwar oft ein Abbau von Muskelmasse und Aufbau oder Erhalt von Fettmasse statt, aber nach außen hin kann die Erscheinung der betroffenen Frau unverändert bleiben. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Der Körper <strong>fährt den Stoffwechsel herunter</strong> und versucht krampfhaft, sein Körperfett zu halten. So kann man auch mit einem normalen oder sogar leicht erhöhten Körperfettanteil an Energiemangel leiden. Das führt nicht selten zu einem Teufelskreis, da man durch das vorhandene Körperfett denkt, man muss </span><i><span style="font-weight: 400">noch </span></i><span style="font-weight: 400">mehr Sport machen und </span><i><span style="font-weight: 400">noch</span></i><span style="font-weight: 400"> weniger essen. </span></span></p>
<p style="padding-left: 40px"><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Das sollte jedem und vor allem <em>jeder</em> (Frau) zu denken geben: Ein Energiemangel ist nicht immer gleichbedeutend mit Fettverlust. Daher gilt das bekannte CICO-Kredo (</span><i><span style="font-weight: 400">Calories in, Calories out</span></i><span style="font-weight: 400">) eben nicht uneingeschränkt, was sehr gut aufzeigt, dass Unter- aber vor allem Übergewicht physiologisch sehr komplex reguliert wird. </span></span></p>
<h4><span style="font-family: proxima-nova">Was passiert auf hormoneller Ebene? </span></h4>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Stehen zu wenig Energie und bei hoher körperlicher Belastung vor allem zu wenig Kohlenhydrate zur Verfügung, kommt es zu hormonellen Veränderungen. Zum einen </span><b>steigt das Stresshormon Cortisol an</b><span style="font-weight: 400">, zum anderen </span><b>fällt das Sättigungshormon Leptin</b><span style="font-weight: 400">. </span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Leptin stimuliert normalerweise die Freisetzung des Hypophysenhormons LH, das zusammen mit FSH zur Bildung von Östrogen und später zum Eisprung benötigt wird. </span><span style="font-weight: 400">Niedriges Leptin und hohes Cortisol blockieren jetzt aber die Ausschüttung von LH im Gehirn und schalten damit den Zyklus aus </span></span><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">(4). </span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Gleichzeitig </span><b>steigt Ghrelin (Hungerhormon)</b><span style="font-weight: 400"> an und unterdrückt zusätzlich die LH- und FSH-Sekretion </span><span style="font-weight: 400">(5). </span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Involviert in die Steuerung der Fortpflanzung ist auch das </span><b>Neuropeptid Kisspeptin</b><span style="font-weight: 400">. Durch ein Energiedefizit wird Kisspeptin herunterreguliert, was die Ausschüttung von GnRH (Gonadotropin-Releasing-Hormone) verringert. GnRH wiederum bewirkt die Freisetzung von LH und FSH. Ist die GnRH-Ausschüttung durch das Fehlen von Kisspeptin verringert, werden in Folge auch weniger LH und FSH ausgeschüttet. </span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Auch hier ist der Schwellenwert für die Herunterregulierung von Kisspeptin viel geringer als bei Männern. Frauen reagieren einfach sensibler auf Energiemangel.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Diese Veränderungen auf Gehirnebene führen letztendlich dazu, dass auch </span><b>der Östrogenspiegel sinkt</b><span style="font-weight: 400">. Und auch die </span><b>Schilddrüsenhormone sinken</b><span style="font-weight: 400">, was zur vorhin genannten Einschränkung von Stoffwechselprozessen führt. </span></span></p>
<figure id="attachment_323924" aria-describedby="caption-attachment-323924" style="width: 7444px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-323924" title="LEA Abbildung" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/06/LEA_Abbildung.png" alt="LEA Abbildung" width="7444" height="4283" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/06/LEA_Abbildung.png 7444w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/06/LEA_Abbildung-300x173.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/06/LEA_Abbildung-1024x589.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/06/LEA_Abbildung-768x442.png 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/06/LEA_Abbildung-1536x884.png 1536w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/06/LEA_Abbildung-2048x1178.png 2048w" sizes="(max-width: 7444px) 100vw, 7444px" /><figcaption id="caption-attachment-323924" class="wp-caption-text"><em><strong><span style="font-family: proxima-nova">Abb. 1: Die komplexen Auswirkungen einer geringen Energieverfügbarkeit auf das Hormonsystem und die davon abhängigen Körperfunktionen. Abbildung adaptiert nach Dipla et al. (5) </span></strong></em></figcaption></figure>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Aber nochmal zurück zum Östrogen, denn das spielt nicht nur für den Zyklus, sondern die gesamte Gesundheit der Frau eine wichtige Rolle. </span></p>
<h4><strong><span style="font-family: proxima-nova">Östrogen ist Gold wert</span></strong></h4>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Eine </span><b>Verringerung der Knochendichte</b><span style="font-weight: 400">, die letztendlich zu </span><b>Osteoporose</b><span style="font-weight: 400"> führen kann, ist eine prominente Folge von RED-S und vor allem auf die niedrigen Östrogenwerte zurückzuführen. </span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Denn Östrogene wirken sich positiv auf den Knochenstoffwechsel aus, beispielsweise indem sie die Osteoklasten (knochenabbauende Zellen) hemmen und dafür die Osteoblasten (knochenaufbauende Zellen) aktivieren sowie die Calciumaufnahme im Darm fördern. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Den </span><b>Knochendichte-Peak</b><span style="font-weight: 400"> erreichen Frauen circa in der Mitte ihrer Zwanziger, und ab dann geht es altersgemäß bergab. In diesem Alter befinden sich (Profi-)Athletinnen meist auch in der Blüte ihrer Leistungsfähigkeit und haben wahrscheinlich andere Prioritäten als eine gute Knochendichte. </span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Die Knochendichte, die man jedoch in diesen jungen Jahren nicht aufbaut oder gar schon verliert, wird man leider nie wieder zurückbekommen. Daher muss man an dieser Stelle wirklich genau abwägen, welches Risiko man auf Kosten seiner langfristigen Gesundheit eingehen möchte. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Östrogen ist auch für die </span><b>Herz-Kreislauf-Gesundheit</b><span style="font-weight: 400"> unverzichtbar. Über verschiedene Mechanismen wie z. B. Steigerung der Vasodilatation via NO, Anregung der Angiogenese (Gefäßneubildung), Verringerung von fibrotischen Prozessen und Verminderung von oxidativem Stress wirkt sich Östrogen positiv auf das kardiovaskuläre System aus </span><span style="font-weight: 400">(6).</span><span style="font-weight: 400"> Wenn wir also gesunde Gefäße haben wollen, brauchen wir genug Östrogen.</span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Die antioxidative Wirkung von Östogenen ist auch während dem Sport besonders vorteilhaft für Frauen: Östradiol kann die </span><b>Membranstabilität von Zellen verbessern und die Lipidperoxidation (Schädigung von Fetten durch freie Radikale) bremsen</b><span style="font-weight: 400">. Zum einen macht Östradiol das selbst, zum anderen aktiviert es zusätzlich die antioxidativen Enzyme SOD und Glutathion-Peroxidase </span><span style="font-weight: 400">(7,8).</span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Bei langen Ausdauerbelastungen entstehen freie Radikale und führen durch Membranschädigungen zur Freisetzung von Muskelproteinen wie der Kreatinkinase, einem Marker für Muskelschaden. Es ist also nicht überraschend, dass Frauen niedrigere Kreatinkinasewerte nach Belastung haben als Männer </span><span style="font-weight: 400">(9).</span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Ausreichend Östrogen ist also wichtig, um </span><b>Muskelschäden bei langen Ausdauerbelastungen zu dämpfen</b><span style="font-weight: 400">. </span></span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova">Wie kannst du RED-S verhindern? </span></h2>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Die größte Stellschraube im Kontext von RED-S sind sicher die Makronährstoffe, allen voran die Kohlenhydrate. Vernachlässigen darf man allerdings auch die Mikronährstoffe nicht. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Da wäre beispielsweise Eisen, das in einer bidirektionalen Beziehung zu einer niedrigen Energieverfügbarkeit (LEA) steht. Konkret heißt das: <strong>LEA kann zu Eisenmangel führen, während Eisenmangel wiederum zu LEA führen kann </strong></span><span style="font-weight: 400">(10).</span></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Durch intensives Training, vor allem mit leeren Glykogenspeichern, steigt der Eisenregulator Hepcidin an. Hepcidin verringert die Eisenaufnahme. Auch niedrige Östrogenspiegel können Hepcidin erhöhen. Zusätzlich verlieren Athleten Eisen durch Hämolyse, Schwitzen, kleine Blutungen im Magen-Darm-Trakt sowie durch Entzündungsreaktionen durch den Sport. Das kann zu Eisenmangel führen. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Eisenmangel wiederum kann die Energieverfügbarkeit senken. Eisen wird nämlich in der Elektronentransportkette benötigt, um ATP über einen Prozess namens </span><i><span style="font-weight: 400">oxidative Phosphorylierung </span></i><span style="font-weight: 400">herzustellen. Ohne genug Eisen muss der Körper den ineffizienten Weg des anaeroben Stoffwechsels gehen. Netto wird daraus weniger Energie gewonnen, was auf lange Sicht in einem chronischen Energiemangel endet. </span></span></p>
<h4><span style="font-family: proxima-nova"><strong>Do and Dont&#8217;s</strong></span></h4>
<ul>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Iss genug! Du brauchst wahrscheinlich mehr als du denkst.</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Der Kohlenhydratanteil ist entscheidend: Je nach Trainingsintensität werden täglich 5-12 g/kg Körpergewicht empfohlen. </span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Auffüllen der Glykogenspeicher nach dem Training nicht vergessen: Da dürfen es nach 4-6 h Bewegung auch mal 1,2 g/kg Körpergewicht sein</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Orientiere dich an einem Protein-Intake zwischen 1,8-2,2 g/kg Körpergewicht</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Iss genug Fette, 1 g/kg Körpergewicht sollten es auf jeden Fall sein</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Führe vor allem um das Training herum genügend Kohlenhydrate zu</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Kein Nüchterntraining! Das stresst den weiblichen Körper nur unnötig</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Vorsicht mit Fasten: Das weibliche Reproduktionssystem reagiert empfindlich auf Nahrungsentzug</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Priorisiere dein Wohlbefinden und deine Leistung über deinem Aussehen</span></li>
</ul>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Wichtig ist an dieser Stelle noch zu betonen: Das Training ist <strong>kein Freifahrtschein für minderwertige Nahrung</strong>, sprich stark verarbeitete Zucker- oder Weißmehlprodukte. </span><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Du sollst dir jetzt nicht vor jedem Training ein Snickers nach dem anderen reinhauen und danach beim Bäcker vorbeifahren, um dir noch ein belegtes Brötchen plus Schokocroissant zu holen, “weil du ja laut edubily die Carbs brauchst”. </span></p>
<p style="padding-left: 40px"><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Natürlich hängt das auch deutlich vom Intensitätsgrad des Trainings ab. Wer Leistungssport betreibt und sonst wirklich gar nicht auf seine Kalorien kommt, greift beim intensiven Training oder Wettkampf im Zweifelsfall lieber mal zum Snickers, als gar nichts zu essen. Daran siehst du aber auch schon, warum (Hoch-)Leistungssport nicht immer gesund ist. Auch deshalb. </span></p>
<p style="padding-left: 40px"><span style="font-family: proxima-nova">Der Bürohengst-Kreisliga-Handballer braucht natürlich eher keine Carboloading-Nudelparty&#8230; </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Das Ziel ist, zu lernen, den eigenen Kohlenhydratbedarf abzuschätzen und diesen dann so gut es eben geht aus natürlichen, gesunden Quellen zu decken. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Das könnte so gehen: </span></p>
<ul>
<li><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Steht am Morgen eine intensive Trainingseinheit an, könntest du statt Nutellabrot lieber ein Proteinporridge frühstücken: Haferflocken mit Wasser aufkochen, etwas Kollagen und 1-2 Scoops Proteinpulver dazu, on top ein paar Nüsse oder Kokosmus und eine Handvoll Beeren. </span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Als </span><i><span style="font-weight: 400">post-workout</span></i><span style="font-weight: 400"> Snack könntest du dir beispielsweise einen Shake aus 2 großen Bananen (ca. 60 g Carbs!), Proteinpulver, 2 rohen Eiern und Wasser mixen. Damit füllst du die Glykogenspeicher auf und lieferst genug Protein für die Regeneration. </span></span></li>
<li><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Am Abend vor einem intensiven Training oder auch einem Wettkampf muss es nicht unbedingt die klassische Pasta zum Carboloading sein. Wie wäre es stattdessen mit selbstgemachten Süßkartoffelpommes aus dem Ofen (Süßkartoffeln haben mit 20 g KH/100 g mehr Carbs als normale Kartoffeln), dazu eine saftig gegrillte Hähnchenbrust und zum Nachtisch eine große Portion Obstsalat, z. B. mit Mango, Ananas, Datteln oder Bananen? </span></li>
</ul>
<h2><span style="font-family: proxima-nova">Halten wir fest: Frauen sind halt doch kompliziert </span></h2>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Wie du siehst, kann eine zu geringe Energiezufuhr bei sportlich aktiven Frauen wirklich fatale Konsequenzen haben. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Mit Schuld an der hohen Prävalenz von RED-S ist sicherlich auch die fehlende Forschung zur weiblichen Physiologie und der direkte Übertrag der sportwissenschaftlichen Ergebnisse aus jahrelanger Forschung an Männern auf weibliche Athleten. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;font-family: proxima-nova">Dabei wird von Trainern und auch von den Sportlerinnen selbst vernachlässigt, dass Frauen eine zum Teil stark abweichende Biologie zu Männern haben. Und selbst unter Frauen gibt es nochmal deutliche Unterschiede, da kein Zyklus dem anderen gleicht. <strong>Frauen sind halt doch kompliziert! </strong></span></p>
<figure id="attachment_323913" aria-describedby="caption-attachment-323913" style="width: 480px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="size-full wp-image-323913" title="meme2" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/06/meme2.jpeg" alt="meme2" width="480" height="296" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/06/meme2.jpeg 480w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/06/meme2-300x185.jpeg 300w" sizes="(max-width: 480px) 100vw, 480px" /><figcaption id="caption-attachment-323913" class="wp-caption-text"><span style="font-family: proxima-nova"><em><strong>So ähnlich scheint es – zumindest in Hinblick auf die Sportphysiologie von Männern und Frauen – zu sein</strong></em></span></figcaption></figure>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">Wir hoffen, dir hat der erste Teil aus unserer kleinen </span><i><span style="font-weight: 400">Female-Performance</span></i><span style="font-weight: 400">-Reihe gefallen. Im nächsten Teil wird es weitere praktische Tipps rund um die Optimierung deines Trainings geben und was du in welcher Zyklusphase beachten solltest, um maximale Leistung und maximale Gesundheit zu erreichen. </span></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova"><span style="font-weight: 400">P.S. Für alle Betroffenen oder diejenigen, die vermuten, dass sie oder eine andere Person betroffen sein könnten: Die DOSB-lizenzierte Sportmedizin der Uniklinik Tübingen bietet extra eine </span><a href="https://www.medizin.uni-tuebingen.de/de/das-klinikum/einrichtungen/kliniken/medizinische-klinik/sportmedizin/sprechstunde-red-s"><span style="font-weight: 400">RED-S Sprechstunde</span></a><span style="font-weight: 400"> an.</span></span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova">Quellen</span></h2>
<ol>
<li><span style="font-family: proxima-nova"> <span style="font-weight: 400">Gimunová M, Paulínyová A, Bernaciková M, Paludo AC. The Prevalence of Menstrual Cycle Disorders in Female Athletes from Different Sports Disciplines: A Rapid Review. Int J Environ Res Public Health. 31. Oktober 2022;19(21):14243.</span></span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova"> <span style="font-weight: 400">Loucks AB, Thuma JR. Luteinizing hormone pulsatility is disrupted at a threshold of energy availability in regularly menstruating women. J Clin Endocrinol Metab. Januar 2003;88(1):297–311.</span></span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova"> <span style="font-weight: 400">Melin AK, Heikura IA, Tenforde A, Mountjoy M. Energy Availability in Athletics: Health, Performance, and Physique. Int J Sport Nutr Exerc Metab. 1. März 2019;29(2):152–64.</span></span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova"> <span style="font-weight: 400">Higher ghrelin and lower leptin secretion are associated with lower LH secretion in young amenorrheic athletes compared with eumenorrheic athletes and controls &#8211; PMC [Internet]. [zitiert 13. Juni 2024]. Verfügbar unter: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3330709/</span></span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova"> <span style="font-weight: 400">Dipla K, Kraemer RR, Constantini NW, Hackney AC. Relative energy deficiency in sports (RED-S): elucidation of endocrine changes affecting the health of males and females. Hormones. 1. März 2021;20(1):35–47.</span></span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova"> <span style="font-weight: 400">Iorga A, Cunningham CM, Moazeni S, Ruffenach G, Umar S, Eghbali M. The protective role of estrogen and estrogen receptors in cardiovascular disease and the controversial use of estrogen therapy. Biol Sex Differ. 24. Oktober 2017;8:33.</span></span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova"> <span style="font-weight: 400">Strehlow K, Rotter S, Wassmann S, Adam O, Grohé C, Laufs K, u. a. Modulation of Antioxidant Enzyme Expression and Function by Estrogen. Circ Res. 25. Juli 2003;93(2):170–7.</span></span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova"> <span style="font-weight: 400">Viña J, Sastre J, Pallardó FV, Gambini J, Borrás C. Modulation of longevity-associated genes by estrogens or phytoestrogens. 1. März 2008;389(3):273–7.</span></span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova"> <span style="font-weight: 400">Sewright KA, Hubal MJ, Kearns A, Holbrook MT, Clarkson PM. Sex Differences in Response to Maximal Eccentric Exercise. Med Sci Sports Exerc. Februar 2008;40(2):242.</span></span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova"> <span style="font-weight: 400">McKay AKA, Pyne DB, Burke LM, Peeling P. Iron Metabolism: Interactions with Energy and Carbohydrate Availability. Nutrients. 30. November 2020;12(12):3692.</span></span></li>
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		<title>Mit Zucker gegen Krebs</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Oct 2023 07:57:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Leptin]]></category>
		<category><![CDATA[Nährstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Prävention]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich liebe Gegensätze. Denn sie zeigen auf, dass vieles, vielleicht alles im Leben kontextabhängig ist und dass Scheuklappen – zumindest mit Blick auf die Gesundheit – meistens nicht so nützlich sind. Die Wahrheit ist, dass [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: proxima-nova;">Ich liebe Gegensätze. Denn sie zeigen auf, dass vieles, vielleicht alles im Leben <strong>kontextabhängig</strong> ist und dass Scheuklappen – zumindest mit Blick auf die Gesundheit – meistens nicht so nützlich sind.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Die Wahrheit ist, dass es sich oft nur auf den ersten Blick um Gegensätze handelt. Man muss manchmal nur kurz innehalten (Kahneman: Schnelles Denken, langsames Denken) und gedanklich nicht zu schnell abbiegen.</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Neue Studie: Fruktose gegen Krebs</span></h2>
<figure id="attachment_323235" aria-describedby="caption-attachment-323235" style="width: 430px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-323235 " title="wow" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/10/wow.png" alt="wow" width="430" height="236" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/10/wow.png 1134w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/10/wow-300x165.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/10/wow-1024x562.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/10/wow-768x421.png 768w" sizes="auto, (max-width: 430px) 100vw, 430px" /><figcaption id="caption-attachment-323235" class="wp-caption-text"><em><strong>Solche Studien machen ganz schnell hellwach! </strong></em></figcaption></figure>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Zur Überschrift: Kein Witz. Soeben ist so <strong>eine Studie an Tieren</strong> im renommierten Fachmagazin <em>Cell Metabolism</em> erschienen, die da titelt:</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Dietary fructose-mediated adipocyte metabolism drives antitumor CD8+ T cell responses</strong></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Die Überschrift per Deepl übersetzen zu lassen, verzerrt die Botschaft hier. Friemeln wir das mal auseinander:</span></p>
<ul>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">Es hat was mit Fruktose zu tun</span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;"><em>Adipozyten</em> ist der Fachbegriff für Fettzellen</span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">Fruktose (&#8230;) &#8222;drives antitumor (&#8230;) responses&#8220; – Fruktose bewirkt also etwas <em>gegen</em> Tumore</span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">Und <em>CD8+ T-Zellen</em> sind T-Killerzellen (auch: <em>zytotoxische T-Zellen</em> genannt), die u. a. virusbefallene und Krebs-Zellen abtöten. Aha!</span></li>
</ul>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Wirkt erst mal noch etwas unverständlich. Verständlicher wird es, wenn man etwas über die Anti-Tumor-Immunität und unseren Energiestoffwechsel weiß. Wieder einmal scheinen beide verknüpft zu sein.</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Leptin energetisiert auch Immunzellen</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Und das geht so: T-Killerzellen werden, wie wir alle, mal müde. Diese Immunspezialeinheiten haben auch nur eine begrenzte Leistungsfähigkeit.<strong> Irgendwann sind sie erschöpft.</strong></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Das nennt sich <em>T cell exhaustion </em>(wörtl. T-Zell-Erschöpfung). Forscher zeigen nun, dass Fruktose diese Erschöpfung umkehren und diese Zelle energetisieren kann. So, dass die wieder mehr Power haben, um Krebszellen (oder halt z. B. Viren) zu bekämpfen.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Auch das kennen wir: Wenn die Batterien bei uns leer werden, z. B. während einer Diät, hilft ein Leptinboost. Was nutzen wir dafür in der Regel? <strong>Genau, Zucker, wovon 50 % Fruktose ist. </strong>(Mehr dazu <a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptin-stoffwechsel-hormon/">hier</a>, <a href="https://genetisches-maximum.de/kohlenhydrate/eingeschlafener-stoffwechsel/">hier</a> und <a href="https://genetisches-maximum.de/kohlenhydrate/warum-fructose-nuetzlich-sein-kann/">hier</a>.)</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Leptin, das hauptsächlich von Fettzellen freigesetzt wird, ist das <strong>universelle hormonelle Signal deines Körpers, dass er genug zu essen hat.</strong> Die Zellen verstehen das und aktivieren ihren Stoffwechsel, um mehr Energie zu verbrauchen.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Genau das passiert hier: Fruktose erhöht in der Studie die Bildung von Leptin in Fettzellen. Leptin fungiert dann als Signal, um die T-Killerzillen zu energetisieren. <strong>Und die belohnen uns mit einer erhöhten Anti-Tumor-Immunität.</strong></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Um ihre Story etwas runter zu machen, zeigen die Forscher zudem, dass ein erhöhter Leptinspiegel bei Lungenkrebspatienten mit einer besseren T-Zellfunktion korreliert. </span></p>
<figure id="attachment_323236" aria-describedby="caption-attachment-323236" style="width: 599px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-323236 " title="fruktose überleben tumore" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/10/fruktose-ueberleben-tumore.png" alt="fruktose überleben tumore" width="599" height="242" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/10/fruktose-ueberleben-tumore.png 1322w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/10/fruktose-ueberleben-tumore-300x121.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/10/fruktose-ueberleben-tumore-1024x414.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/10/fruktose-ueberleben-tumore-768x310.png 768w" sizes="auto, (max-width: 599px) 100vw, 599px" /><figcaption id="caption-attachment-323236" class="wp-caption-text"><em><strong>Die verbesserte Anti-Krebs-Immunität durch Fruktose funktioniert nicht bei jedem Krebs gleich gut – bei Zellen vom schwarzen Hautkrebs (Melanom; links) sterben mehr Tiere als bei Lungenkrebszellen (rechts). </strong></em></figcaption></figure>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Mehr mTOR, mehr Leptin, bessere Anti-Tumorimmunität</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Die Autoren verstehen auch prompt, was sie da herausgefunden haben. Denn genau das, was sie da beschreiben, kennen wir alle, die mal diätet und die Erschöpfung mit einem Refeed umgekehrt haben, ganz genau:</span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: proxima-nova;">Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Fruktose in der Nahrung ein möglicher prophylaktischer Auslöser für die Induktion von Leptin und einer durch Leptin verstärkten Antitumorimmunität sein könnte.</span></p></blockquote>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">&#8222;Prophylaktischer Auslöser&#8220; für die Leptinproduktion in Fettzellen. <strong>Heißt bei uns: Refeed.</strong></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Für langjährige edubily-Leser gibt es noch eine weitere nette Connection: Denn es ist das durch Fruktose aktivierte mTOR, das die Leptinbildung in Fettzellen antreibt. Auch das hatten wir längst mal besprochen (<a href="https://genetisches-maximum.de/stoffwechsel/die-geschichte-der-drei/">hier</a>).</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Gegensätze sind also nicht wirklich Gegensätze. Der Mechanismus ergibt durchaus Sinn.</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Dein Körpergefühl</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Doch Vorsicht. Das ist <em>kein</em> Freispruch für die Zucker-Cola oder die Sahnetorte. Denn auch die Autoren legen dar, dass ein chronisches Zuviel an Zucker bzw. Fruktose in der Nahrung auch<strong> als Krebsbeschleuniger fungieren</strong> kann. Bekannt.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Hier zeigt sich viel mehr die Bedeutung eines weiteren, langjährigen edubily-Puzzlestücks:</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Yin und Yang, Zyklen</strong></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Du musst anhand deines Körpergefühls verstehen lernen, wann du welche Schalter am besten drückst. Dafür gibt es keine Ratgeber, keine Erklärungen und kein Studienwissen. Leider nimmt uns die in unserem Lande zunehmend gelebte Technokratie dies immer mehr.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Aber solche Studien sind bedeutungslos, wenn du nicht verstehst, wann Zucker für dich okay ist und wann besser nicht.</strong></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Wenn du das aber verstehst, gilt für dich vielleicht der Satz:</span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: proxima-nova;">Fruktose in der Nahrung vermindert den Switch von CD8+ T-Zellen in die terminale Erschöpfung, was zu einer überlegenen Antitumor-Wirkung führt.</span></p></blockquote>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Referenz</strong></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Zhang et al. (2023): <a href="https://www.cell.com/cell-metabolism/fulltext/S1550-4131(23)00367-4"><em>Dietary fructose-mediated adipocyte metabolism drives antitumor CD8+ T cell responses </em></a></span></p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/ernaehrung/mit-zucker-gegen-krebs/">Mit Zucker gegen Krebs</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Die Geschichte der Drei</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Dec 2022 12:31:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leptin]]></category>
		<category><![CDATA[Prävention]]></category>
		<category><![CDATA[Stoffwechsel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Immer wieder gibt es in der Wissenschaft teils sich offenbar gegenüberstehende Strömungen, die beide für sich beanspruchen, &#8222;evidenzbasiert&#8220; zu sein. Auch im Bereich Gesundheit lässt sich so eine Tendenz beobachten, wobei zwei teils völlig verschiedene Ansätze [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Immer wieder gibt es in der Wissenschaft teils sich offenbar gegenüberstehende Strömungen, die beide für sich beanspruchen, &#8222;evidenzbasiert&#8220; zu sein. Auch im Bereich Gesundheit lässt sich so eine Tendenz beobachten, wobei zwei teils völlig verschiedene Ansätze irgendwie erfolgreich sein können.</p>
<p>Woher kommt das? Das ist heute Thema des Artikels.</p>
<p>Denn auch wenn insbesondere Laien oft glauben, wissenschaftliche Studien oder Erkentnisse würden sich widersprechen, gibt es meist ein klares Muster und ein gut erkennbarer Kontext, in den man wissenschaftliche Erkenntnisse bzw. Einzelereignisse setzen muss, damit sie Sinn ergeben.</p>
<p>Also los.</p>
<h2>&#8222;Man braucht zwei gegensätzliche Faktoren&#8220;</h2>
<p>Im Grunde geht es im Körper um genau zwei Zustände.</p>
<ul>
<li>Anabolismus (Aufbau)</li>
<li>Katabolismus (Abbau)</li>
</ul>
<p>Wenn man das mal verstanden hat, ist man sehr viel weiter. Im Körper bzw. in den Körperzellen, das hat schon der berühmte Biochemiker und Vitamin-C-Entdecker Albert Szent-Györgyi erklärt, gibt es immer zwei Zustände.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: center;">Um etwas zu regeln, braucht man immer zwei gegensätzliche Faktoren. Man kann nicht durch einen einzigen Faktor regeln. Um ein Beispiel zu nennen: Der Verkehr auf den Straßen kann nicht allein durch eine grüne oder rote Ampel geregelt werden.</p>
</blockquote>
<p><strong>Heißt, eine Vielzahl biochemischer Abläufe im Körper wird durch zwei Pole reguliert, die unterschiedlich stark aktiviert sein können und die im Netzwerk einer Vielzahl solcher binärer Schalter einen unfassbar komplexen Organismus steuern.</strong></p>
<p>Wenn es um Anabolismus und Katabolismus und um unseren (Energie-)Stoffwechsel geht, gibt es entsprechend zwei Schalter in den Zellen, das sind &#8230;</p>
<ul>
<li>mTOR (Anabolismus)</li>
<li>und AMPK (Katabolismus)</li>
</ul>
<p>Kernthema seit 10 Jahren, auch in unseren Büchern. Viele werden&#8217;s kennen.</p>
<h2>Insulin reguliert zwei Zustände</h2>
<p>Das sind die beiden zentralen Schalter, die quasi im Alleingang unseren kompletten Energiestoffwechsel regulieren und Inputs von Außen integrieren. <strong>Ein maßgeblicher &#8222;Vermittler&#8220; solcher Effekte ist Insulin.</strong></p>
<ul>
<li>Ein hohes Insulin macht mTOR scharf.</li>
<li>Ein niedriges Insulin macht AMPK scharf.</li>
</ul>
<p>Drum findet man bei hohem Insulin ein aktives mTOR (Anabolismus) und bei niedrigem das Gegenteil, ein stillgelegtes mTOR und ein aktives AMPK. Das ist erst mal ganz simpel.</p>
<p>Jetzt müssen wir noch eine weitere Sache verstehen:</p>
<ul>
<li><strong>Insulin geht hoch bei hoher Energiedichte (der Nahrung), bei viel Eiweiß, bei vielen Kohlenhydraten, und selbst Fettsäuren können die Insulinsekretion triggern.</strong></li>
</ul>
<p>Anabolismus auf dieser Ebene ist also Resultat von &#8230; einer großen Mahlzeit. Macht Sinn. Aufbau und Regeneration gibt&#8217;s dann, wenn wir genug Essen haben.</p>
<ul>
<li><strong>Insulin geht runter, wenn wenig ins System kommt und wir Energie verbrauchen.</strong></li>
</ul>
<p>Macht auch Sinn. Der Körper fährt via AMPK zelluläre Signalwege hoch, die den Abbau forcieren, z. B. vom Fettgewebe, vom Kohlenhydratspeichern, von Körperprotein usw.</p>
<p>Es gibt also einen relativ strikt gehaltenen Dualismus, der Jahrmillionen funktioniert hat. Bis heute. Und diesen Dualismus kann man immer ein bisschen beeinflussen, sodass wir einen Pol etwas stärker stimulieren bzw. ansprechen.</p>
<h2>Gesundheit ist kraftvoll</h2>
<p><strong>Bei Gesunden kann die Insulinausschüttung atmen. </strong>Sie kann, wenn nix gegessen wird, sehr stark verflachen, sodass fast gar nix mehr gemessen wird. Und sie kann, weil sie über eine große Reserve verfügt, extrem stark ansteigen, wenn man z. B. eine große Mahlzeit isst (wie in der Abbildung).</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Bei Gesunden ist das also extrem pulsatil, wie eine Pumpe, die pro Zyklus einmal vollständig be- und entladen werden kann. </strong></p>
<p><em>Das</em> ist gesund. So ähnlich stellen wir uns unseren Lebensmotor, unser Herz, vor, richtig? Aus gesundheitlicher Sicht passiert bei unterschiedlichen Insulin- und damit mTOR- und AMPK-Levels folgendes:</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-321944 aligncenter" title="Bildschirmfoto 2022 12 22 um 09.47.43" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-22-um-09.47.43-1024x659.png" alt="Bildschirmfoto 2022 12 22 um 09.47.43" width="632" height="407" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-22-um-09.47.43-1024x659.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-22-um-09.47.43-300x193.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-22-um-09.47.43-768x495.png 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-22-um-09.47.43.png 1500w" sizes="auto, (max-width: 632px) 100vw, 632px" /></p>
<p>Ein Kraftsportler würde sagen: <strong>Wir brauchen eine hohe mTOR-Aktivität</strong>. Nur das garantiert funktionale, kräftige Muskeln. Zeitgleich macht genau diese mTOR-Aktivität auch ein kräftiges Herz, es hemmt Entzündung (auch in den Gefäßen), es macht Knochen stabil, genau wie den ganzen Bewegungsapparat (Osteoporose, Sarkopenie!) und erzeugt schöne Hormonwerte, z. B. Testosteron.</p>
<p>Dr. Greger, Dr. Longo und viele, die eher in Richtung pflanzenbasierte Ernährung unterwegs sind, aber auch solche, die Kalorienrestriktion oder Fasten als Lifestyle-Intervention promoten, <strong>würden eher das Gegenteil wollen, ein aktives AMPK,</strong> das mit langem Leben und niedriger Krankheitslast assoziiert ist.</p>
<p>Aha!</p>
<ul>
<li>Die einen würden also die Wirkung von Insulin nie aufgeben,</li>
<li>während die anderen eher sagen würden, &#8222;so wenig wie möglich&#8220;.</li>
</ul>
<p>Und genau diese Lebenseinstellung hat starke Folgen, vor allem wie manche Menschen Wissenschaft sehen und welche Handlungs- und medizinische Empfehlungen ausgegeben werden.</p>
<p><strong>Was fehlt hier?</strong> Bevor du weiterliest, kannst du ja mal ein paar Sekunden drüber nachdenken.</p>
<h2>Der entgleiste Energiestoffwechsel</h2>
<p>Um das zu verstehen, schauen wir uns zunächst einmal an, was passiert, wenn das o. g. System entgleist.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-321953 aligncenter" title="Bildschirmfoto 2022 12 22 um 11.05.00" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-22-um-11.05.00-1024x570.png" alt="Bildschirmfoto 2022 12 22 um 11.05.00" width="665" height="370" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-22-um-11.05.00-1024x570.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-22-um-11.05.00-300x167.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-22-um-11.05.00-768x427.png 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-22-um-11.05.00.png 1452w" sizes="auto, (max-width: 665px) 100vw, 665px" /></p>
<p>Eine dysfunktionale bzw. krankes <em>Muster</em> der Insulinausschüttung zeichnet sich durch ein chronisch erhöhtes Insulin aus, das dann, vor allem in späteren Verläufen, kaum noch nach oben &#8222;skalierbar&#8220; ist, auch dann, wenn der Stimulus, also z. B. eine große Mahlzeit, gegeben ist.</p>
<p>Diese &#8222;Insulin-Pumpe&#8220; ist also ein Pümpchen, die aus dem letzten Loch &#8222;pfeift&#8220;.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Wie eine Schnappatmung. </strong></p>
<p>Und hier gibt es weder funktionale Muskeln noch Langlebigkeit, &#8222;hier gibt es nur Krankheit&#8220;. Zivilisationserkrankungen, wie Herzkreislauferkrankungen, Krebs, Neurodegeneration usw., gibt es hauptsächlich genau deshalb: ein entgleistes Insulin und damit entgleiste Signalwege, vornehmlich über AMPK und mTOR.</p>
<p>Und so kommt es, dass – je nach Glaubensrichtung – zwei verschiedene Ansätze angepeilt werden, die sich offenbar gegenüberstehen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-321954 aligncenter" title="Bildschirmfoto 2022 12 22 um 11.10.05" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-22-um-11.10.05-1024x557.png" alt="Bildschirmfoto 2022 12 22 um 11.10.05" width="677" height="368" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-22-um-11.10.05-1024x557.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-22-um-11.10.05-300x163.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-22-um-11.10.05-768x418.png 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-22-um-11.10.05-940x510.png 940w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-22-um-11.10.05-345x187.png 345w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-22-um-11.10.05-626x339.png 626w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-22-um-11.10.05.png 1470w" sizes="auto, (max-width: 677px) 100vw, 677px" /></p>
<p>Mit Blick auf Studienergebnisse würde das folgenermaßen aussehen:</p>
<ul>
<li>Die eine Studie findet, dass Aminosäuren und Eiweiß (mTOR = Anabolismus) förderlich sind.</li>
<li>Die andere Studie findet, dass das Gegenteil – Aminosäurenrestriktion, Methioninmangel, weniger tierisches Eiweiß (Veganismus!) –, also vermehrter Katabolismus förderlich ist.</li>
</ul>
<p><strong>Und Menschen, die nicht ganz so tief drin sind, würden wieder einmal fragend aus der Wäsche gucken und von &#8222;sich widersprechenden Studienergebnissen&#8220; sprechen. </strong>Dabei widersprechen die sich ja gar nicht.</p>
<h2>Yin und Yang: Du musst Muster sehen</h2>
<p>Und genau das führt uns zum Kernproblem. <strong>Viele Menschen schielen immer wieder auf einzelne Ereignisse statt das ganze Muster zu erkennen.</strong> Es reicht einfach nicht, sich auf mTOR <em>oder</em> AMPK, sprich auf hohe <em>oder</em> niedrige Aktivität des Insulin-Signalwegs zu fokussieren.</p>
<p><strong>Man muss es als ein System verstehen, das aus einem Yin und Yang zusammengesetzt ist und das nur ordentlich funktioniert, wenn beides harmonieren kann, wenn also Zyklen ordentlich durchlaufen werden können.</strong></p>
<p>Bedeutet: Wo es niedriges Insulin gibt, muss es auch ein phasenweise hohes Insulin geben. Und wo es viel Insulin gibt, muss es zwangsläufig auch ein niedriges Insulin geben.</p>
<ul>
<li>Nach dem intensiven Sport (wenig Insulin, hohes AMPK), braucht es ordentliche mTOR-Aktivität, um zu wachsen und regenerieren (viel Insulin, hohes mTOR).</li>
<li>Nach dem Fasten (viel AMPK), braucht es genug Essen (viel mTOR).</li>
</ul>
<p>Genau deshalb stellte schon Longo <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27239035/">in seinen Arbeiten</a> fest, dass Fasten bzw. eine fastenmimende Ernährung (<em>FMD</em>) dann heilsam – hier auf ein Mausmodell der Multiple Sklerose (<em>EAE</em>) – wirkt, <strong>wenn nicht nur gefastet, sondern auch gegessen wird.</strong></p>
<blockquote><p>Da es der Wechsel von Fasten-Zyklen und erneuter Fütterung und nicht die FMD alleine ist, die sowohl die Regeneration als auch den Ersatz von Autoimmunzellen durch naive Zellen fördert, ist die chronische Kalorienrestriktion bei der Behandlung von EAE/MS möglicherweise nicht oder nicht genauso wirksam.</p></blockquote>
<p>Denn das bedeutet, dass den Zellen zunächst die Insulinwirkung entzogen wird, folge: hohe AMPK-Aktivität, was dann Signalwege aktiviert, die ihre Potenz nur <em>vollständig</em> aktivieren können, wenn danach eine robuste mTOR- sprich Insulin-Wirkung folgt.</p>
<p>Ach so! <strong>Genau deshalb sind Gesunde &#8230; eben stoffwechselgesund. Und metabolisch Kranke werden immer kränker. Entgleistung. </strong></p>
<h2>Leptin: Kann man mTOR spüren?</h2>
<p>Und genau diese potenten Signalwege werden mit anderen Signalwegen gekoppelt, die wir z. B. in Form von Hunger erleben. <strong>Ein bekanntes Beispiel dafür ist Leptin, auch als Satt- oder umgekehrt Hungerhormon bekannt.</strong></p>
<p>Kennt jeder, der mal diätet hat. Irgendwann lässt sich der Hunger nicht mehr durch Eiweiß und Salat unterdrücken. Wir merken: <strong>Das, was wir brauchen, ist Energie – eine große Mahlzeit, in der Sprache des Körpers: mehr Insulinwirkung. </strong></p>
<p>Biochemisch passiert hier folgendes: Wir haben möglicherweise tage- oder sogar wochenlang diätet, wir senken die mTOR-Aktivität des Körpers, was erst mal gesund ist, überziehen dann aber so deutlich, dass die mTOR-Aktivität einen kritischen Wert unterschreitet, der quasi &#8222;real-time&#8220; von weiteren Signalwegen &#8222;getrackt&#8220; wird, wie wir das heutzutage ausdrücken würden.</p>
<p><strong>Und das passiert via Leptin.</strong> Dieses sinkt in der Diät immer stärker ab, denn es wird durch mTOR reguliert. <strong>Irgendwann kommt so wenig Leptin im Hirn an, dass Neurone uns förmlich zwingen zu essen.</strong></p>
<p>Und so schließt sich der ganze Feedback-Loop nämlich: Wir essen, Energie kommt rein, Insulin steigt analog an, die mTOR-Aktivität nimmt zu, Leptin steigt an und wir erleben eine robuste appetitunterdrückende Wirkung als Folge. Tatsächlich verstärkt Leptin nun sogar die mTOR-Wirkung. Ein klassisches Feedforward.</p>
<figure id="attachment_321956" aria-describedby="caption-attachment-321956" style="width: 420px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-321956 " title="Bildschirmfoto 2022 12 22 um 11.53.19" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-22-um-11.53.19.png" alt="Bildschirmfoto 2022 12 22 um 11.53.19" width="420" height="328" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-22-um-11.53.19.png 984w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-22-um-11.53.19-300x234.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-22-um-11.53.19-768x599.png 768w" sizes="auto, (max-width: 420px) 100vw, 420px" /><figcaption id="caption-attachment-321956" class="wp-caption-text"><strong><em>Nahrungsenergie lässt über Insulin die mTOR-Aktivität ansteigen, was als Folge die Leptinausschüttung im Fettgewebe anregt. Leptin wirkt als appetit- und hungerunterdrückendes Hormon im Gehirn und aktiviert als Feedforward-Signalgeber selbst mTOR. Wachstum, Reperatur und Aufbau wird so über Nahrung und mTOR eingleitet. (<a href="https://www.tandfonline.com/doi/pdf/10.4161/cc.7.12.6157">Q</a>) </em></strong></figcaption></figure>
<p>Leptin ist vermutlich eher eine Art Langzeit-Tracker des Energiestatus des Körpers, während Insulin an sich via mTOR den Hunger unterdrückt. Übrigens geht das (zunächst) auch über Eiweiß, das auch alleine mTOR im Gehirn aktiviert und so appetitunterdrückend wirkt.</p>
<h2>Was folgern wir?</h2>
<p>Zunächst einmal müssen wir immer klar definieren, von welchem Zustand wir sprechen, wenn wir argumentieren.</p>
<ul>
<li>Sprechen wir von einem entgleisten Energiestoffwechsel?</li>
<li>Oder sprechen wir von Gesunden?</li>
</ul>
<p>Dann müssen wir uns fragen, ob wir einzelne Ereignisse (Insulin hoch vs. Insulin niedrig) fokussieren, oder ob wir Muster abstrahieren.</p>
<p>Denn während im ersteren Falle <em>separiert</em> wird, zeigt der letztere Fall häufig, dass wir nicht von Yin <em>oder</em> Yang sprechen, sprich von zusammenhanglosen Einzelereignissen, sondern davon, dass Yin ohne Yang und umgekehrt &#8230; gar nicht funktioniert!</p>
<p>Und genau deshalb wird ein verbesserter Fettstoffwechsel, z. B. durch Gewichtsabnahme, das heißt, vermehrte AMPK-Aktivität, auch den Anabolismus fördern. Das hat dann in der Wissenschaft so fancy Namen wie &#8222;metabolische Flexibilität&#8220; oder &#8222;Insulinsensitivität&#8220;.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Es geht also darum, ein gesundes Muster (wieder-)herzustellen. </strong></p>
<p>Nur so können wir eine ganze Palette an Vorteilen für uns mitnehmen. Das heißt auch: <strong>Wann immer ich über förderliche Effekte durch &#8222;Fasten&#8220; spreche, spreche ich zeitgleich indirekt über einen Kontext.</strong> Denn natürlich macht Fasten oder tempoäre Kalorienrestriktion, wie wir das nennnen, keinen Sinn, wenn der Körper bereits im Energiemangel ist.</p>
<p>Eine temporäre Kalorienrestriktion, das heißt ein hohes AMPK, weil niedriges Insulin, macht jedoch Sinn im Kontext einer chronischen Energieüberfachtung bei überaktivem mTOR – also z. B. beim typisch-westlichen Wohlstandsbürger.</p>
<p>Und genau das verstehen gefühlt 95 % der Menschen nicht.</p>
<ol>
<li style="text-align: left;"><strong>Alles ist kontextabhängig. </strong></li>
<li style="text-align: left;"><strong>Wir müssen über Muster sprechen, um das ganze Bild zu verstehen. </strong></li>
</ol>
<p>Und wer das nicht macht &#8230; ist eben ein Cherrypicker. Jemand, der Daten nach seiner eigenen Fantasie auswählt. Ok?</p>
<h2>Unsere Filter in den Debatten</h2>
<p>Heutige Debatten werden genau deshalb immer stupider, weil schon alleine Plattformen, auf denen debattiert wird, nur 280 Zeichen zulassen (Twitter). Wie reich oder besser arm an Gehalt soll eine Debatte denn dann sein? Nur zum Vergleich: Dieses einfach gehaltene Beispiel hier hat ja schon über 10.000 Zeichen.</p>
<p>Um Vera Birkenbihls Ausführungen zu bemühen: <strong>Wie wollen wir denn etwas über den Filter der anderen Menschen erfahren, sprich über ihren Argumentationskontext und ihr Weltbild, wenn wir so miteinander kommunizieren? </strong></p>
<p>Twitter forciert nicht nur, dass wir immer weniger über die Filter anderer Menschen wissen, sondern erzeugt paradoxerweise auch noch Filterblasen, in denen Filter anderer Menschen gar nicht mehr existieren.</p>
<p>Und genau deshalb können wir als Gesellschaft kaum noch konstruktiv miteinander umgehen. Drum: Twitter sagt mehr über den Zustand der Gesellschaft aus als den meisten lieb ist. Und der ist – jedenfalls mit Blick auf Argumente austauschen – schlecht.</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/die-geschichte-der-drei/">Die Geschichte der Drei</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Leptin reguliert die Fettsäure-Freisetzung (Lipolyse)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jan 2018 11:48:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leptin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#160; Es gibt Neuigkeiten! Endlich lernen wir mal wieder was Neues. Leptin steuert den Energiestoffwechsel Leptin. Haben wir schon mal gehört, nicht wahr? Das ist das Hormon, das in Fettzellen gebildet wird und im Gehirn [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p>Es gibt Neuigkeiten! Endlich lernen wir mal wieder was Neues.</p>
<h2>Leptin steuert den Energiestoffwechsel</h2>
<p style="text-align: left;"><a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptin-stoffwechsel-hormon/"><strong>Leptin. </strong>Haben wir schon mal gehört, nicht wahr?</a> Das ist das Hormon, das in Fettzellen gebildet wird und im Gehirn (Hypothalamus) &#8222;Sättigung&#8220; auslöst. Natürlich nur dann, wenn die Leptin-Rezeptoren sensitiv auf das Hormon reagieren, weswegen es auch hierzu &#8222;Leptin Resets&#8220; und andere Spielereien gibt, um die Leptin-Sensitivität wiederherzustellen.</p>
<p>Leptin verbindet somit Körper und Gehirn. Denn das Gehirn &#8222;erkennt&#8220; dadurch, dass genug Fettreserven vorhanden sind, der Energiestatus also nicht so schlecht sein kann. Als Folge erhöht der Körper den Energieverbrauch, kurbelt also den Substrat-Umsatz (genauer: die Kohlenhydrat- und Fettverbrennung) an und reguliert die reproduktive Achse, also die Bildung von Schilddrüsenhormonen und Geschlechtshormonen, z. B. Testosteron.</p>
<p>Der Leptin-Spiegel fällt bei strenger Kalorienrestriktion ziemlich schnell ab und ist aller Wahrscheinlichkeit nach ein großer Grund, warum sich viele Menschen nach etwas längerer Diät schlecht fühlen. Auch hierfür gibt es Tipps und Tricks, etwa &#8222;Refeed&#8220;-Strategien, um den Leptin-Haushalt positiv zu modulieren.</p>
<p>Da Leptin in dieser Hinsicht sehr wichtig ist, gibt es bereits etliche Artikel zu diesem Thema bei uns, etwa <a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptin-stoffwechsel-hormon/">hier</a>, <a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptin-wirkung-traumfigur-teil-1/">hier</a>, <a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptin-wirkung-darm-teil-2/">hier</a>, <a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/refeed-leptin-als-ursache-fur-t-und-t3-insuffizienz/">hier</a>, und <a href="https://genetisches-maximum.de/ketogen/fasten-modus-schilddruese-und-leptin/">hier</a>.</p>
<p>Leptin reguliert somit also:</p>
<ul>
<li>Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse</li>
<li>Hypothalamus-Hypophysen-Schilddrüsen-Achse</li>
</ul>
<p>Das war altbekannt.</p>
<h2>Neue Rollen für niedrige Leptin-Werte</h2>
<p style="text-align: center;"><strong>Neu ist, was ein niedriger Leptin-Spiegel macht. </strong></p>
<p>Bisher gingen die meisten von uns immer davon aus, dass Insulin alleine die Fettfreisetzung reguliert. Das Credo:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Fällt der Insulin-Spiegel ab, setzen wir Fettsäuren frei (Lipolyse).</strong></p>
<p>Aus dem Fettgewebe.</p>
<p>Auf dieser (etwas abgespeckten) &#8222;Insulin-Hypothese&#8220; fußen sämtliche Theorien und Konzepte. Ganze Bücher handeln nur davon. Und klar ist: Es stimmt auch &#8230; teilweise. Denn Insulin &#8222;bremst&#8220; die Fettsäure-Freisetzung (Lipolyse).</p>
<p>Dass an dieser Hypothese irgendwas nicht stimmen kann, zeigten viele, viele weitere Studien. So wird die Lipolyse nicht nur von Insulin reguliert, sondern beispielsweise auch von FGF21, Interleukin-6, Stickoxid und so weiter.</p>
<p>Steigt die Fettsäure-Konzentration im Blut als Folge unserer Diät-Bemühungen an, &#8222;switcht&#8220; der Körper in einen anderen Modus, nämlich in den &#8222;Fasten-Modus&#8220; &#8212; die Kohlenhydratverbrennung in den Zellen wird runtergefahren, die Fettsäure-Oxidation hochgefahren, es wird Glukose gespart. Der Randle-Cycle lässt grüßen, wir werden physiologisch insulinresistent.</p>
<p>Vor einigen Tagen erschien nun eine Arbeit im Journal <em>Cell</em>, die zeigt: Ein niedriger Insulin-Spiegel alleine reicht jedenfalls nicht aus, um diesen Switch herbeizuführen &#8212; das heißt: mit einem niedrigen Insulin-Spiegel alleine werden wohl nicht genügend Fettsäuren freigesetzt, um den &#8222;Switch&#8220; (zum Glukose-Sparen) herbeizuführen.</p>
<p style="text-align: center;"><strong> Es braucht zusätzlich einen niedrigen Leptin-Spiegel. </strong></p>
<p>Ein niedriger Leptin-Spiegel, <strong>und das ist neu</strong>, reguliert nämlich auch die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse &#8230; Mit anderen Worten: Ein niedriger Leptin-Spiegel lässt Adrenalin und Co. ansteigen, die ihrerseits die Lipolyse im Fettgewebe stimulieren.</p>
<h2>Leptin spielt <em>eine</em> Rolle</h2>
<p>Das bedeutet <em>nicht</em>, dass wir einen niedrigen Leptin-Spiegel brauchen, um Fett zu verlieren. Es heißt aber, dass ein niedriger Leptin-Spiegel, vor dem Hintergrund eines niedrigen Insulin-Spiegels, die Lipolyse ankurbelt und somit ganz wichtig ist, wenn es z. B. um das Fasten geht &#8212; denn dort ist es wichtig, Glukose-sparend zu werden.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Wir haben also wieder einmal gelernt: Wichtige Aufgaben bzw. Prozesse im Körper werden in der Regel nicht von <em>einem</em> Hormon gesteuert, sondern von einem Orchester reguliert.</p>
<p>PS: Vielleicht sollte ich noch ergänzen, dass das für einigermaßen Normalgewichtige (= normale Stoffwechselfunktion) mit normalen Verhaltensweisen gilt. Erstens, einigermaßen Normalgewichtige haben auch einen geregelten Leptin-Haushalt und zweitens, eine normale Regulation der Fettsäure-Freisetzung (das ist z. B. bei Diabetikern oder Insulinresistenten schon mal nicht so gegeben). &#8222;Normale Verhaltensweisen&#8220;: Man kann sich Adrenalin und so weiter auch selbst machen, dafür braucht man keinen niedrigen Leptin-Spiegel.</p>
<p><strong>Referenzen</strong></p>
<p>Perry, R., Wang, Y., Cline, G., Rabin-Court, A., Song, J., Dufour, S., Zhang, X., Petersen, K. and Shulman, G. (2018). Leptin Mediates a Glucose-Fatty Acid Cycle to Maintain Glucose Homeostasis in Starvation. <i>Cell</i>.</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptin-lipolyse/">Leptin reguliert die Fettsäure-Freisetzung (Lipolyse)</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Leptin: Das unterschätzte Master-Hormon im Stoffwechsel</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/leptin/leptin-stoffwechsel-hormon/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Feb 2017 12:04:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leptin]]></category>
		<category><![CDATA[Stoffwechsel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dies ist ein Artikel unseres Gastautors, Martin Auerswald, der gerade seinen Master-Abschluss in Molekulare Biotechnologie macht. Wir danken Martin an dieser Stelle ganz herzlich. Es begann in den 50er Jahren: Man beobachtete ein paar sehr [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Dies ist ein Artikel unseres Gastautors, <strong>Martin Auerswald</strong>, der gerade seinen Master-Abschluss in Molekulare Biotechnologie macht. Wir danken Martin an dieser Stelle ganz herzlich.</em></p>
<p>Es begann in den 50er Jahren:</p>
<p>Man beobachtete ein paar sehr fettleibige, miteinander verwandte Mäuse und stellte fest, dass die ohne Unterlass aßen. Sie hatten keinen Sättigungsmechanismus, der ihnen sagt, wann genug ist. Und wenn‘s schmeckt, isst man halt einfach immer weiter. Bei einer Gen-Analyse wurde dann eine Mutation in einem Gen festgestellt, welches die Wissenschaftler einfach <em>obese</em>-Gen (fettleibig-Gen) nannten. Es war eine Mutation im Leptin-Gen, der zum frühzeitigen Abbruch des Gens führte. Diese Mäuse hattten somit kein Leptin im Blut.</p>
<p>In den 90ern wurde Leptin dann als das erste Hormon identifiziert, das das menschliche Fettgewebe herstellt. Seitdem ist das Fettgewebe nicht nur Speicher, sondern auch ein endokrines Organ. Vor 20 Jahren war das eine Sensation.</p>
<p>Heute weiß man, was Leptin noch so alles macht. „Sättigung“ war nur die Spitze des Eisbergs.</p>
<h2>Warum Leptin heute aktueller denn je ist</h2>
<p>Nach Lesen des Handbuchs und des Stoffwechsel-Buchs von Chris merkte ich, dass Leptin ein entscheidender Faktor sein musste, warum mittlerweile 60 % aller Erwachsenen in Deutschland übergewichtig sind. Und, warum Menschen in der Diät so oft rückfällig werden und sich wieder über Schoki und Co. hermachen. Leptin scheint ganz entscheidend zu sein.</p>
<h2>Was ist Leptin und wie wird es hergestellt?</h2>
<p>Aber der Reihe nach. Leptin ist ein Protein-Hormon, das in den Fettzellen hergestellt und durch Insulin freigesetzt wird. Es dockt im Gehirn an den Leptin-Rezeptor an und wird so über die Blut-Hirn-Schranke in den Hypothalamus geschleust. Der Hypothalamus ist die entscheidende Instanz bei der Produktion verschiedenster Hormone (HPA-Achse).</p>
<p>Es ist also wichtig, dass a) genug Leptin produziert wird und b) muss es auch erfolgreich an den Rezeptor andocken. Leichter gesagt als getan.</p>
<h2>Was macht Leptin normalerweise?</h2>
<p>Warum ich „normalerweise“ schreibe, wirst Du gleich merken. Leptin ist nämlich in erster Linie ein Sättigungshormon. Oder anders ausgedrückt: Ein Reproduktionssignal. Es wird auf Insulin hin ins Blut abgegeben („Essen ist da!“), also sagt es dem Gehirn zuerst, es soll aufhören zu essen. Dann stößt es die Bildung von Schilddrüsenhormon an &#8212; der Stoffwechsel wird beschleunigt, Hitze wird generiert (Fierl, 2000), was wiederum auch die Bildung von Testosteron anheizt, ein Signal für Reproduktion oder auf Deutsch: Liebe machen.</p>
<p>Andere Effekte dieses Wachstumssignals sind die:</p>
<ul>
<li><strong>Bildung von Wachstumshormon</strong> (GH),</li>
<li>die <strong>Bildung neuer Blutgefäße</strong>, <strong>Knochen</strong> und</li>
<li><strong>Enzyme des Insulin-Stoffwechsels</strong> (Trayhurn, 2003),</li>
<li>sowie die <strong>Aktivierung von Immunzellen</strong> (Fernández-Riejos, 2010)</li>
</ul>
<p>Bleiben wir beim Stoffwechsel: Leptin aktiviert im Muskel <strong><u>AMPK</u></strong>, was die Fettsäure-Aufnahme und -Verbrennung sowie die Bildung von Mitochondrien erhöht (Momken, 2017).</p>
<p>Die Evolution hat sich bei Leptin also gedacht, dass Du &#8230;</p>
<ul>
<li>erst anständig isst, bevor Du Wachstumsprozesse startest, Mitochondrien bildest und Liebe machst</li>
<li>Energieüberschuss in Form von Wärme (Schilddrüsenhormon) oder Wachstum wieder abgibst, so verhindert Leptin gleichzeitig die Zunahme der Fettmasse</li>
<li>nur durch stetiges Essen ein aktives Immunsystem hast. Denn ein aktives Immunsystem braucht Energie.</li>
<li>aufhörst zu essen, wenn genug ist: Je mehr Fett Du auf der Hüfte hast, desto mehr Leptin wird bei Insulin-Erkennung abgegeben und desto stärker ist die Sättigung. Leptin ist also auch ein Sensor für die Fettmasse.</li>
<li>Dich nicht überfrisst, Speck ansetzt. Das gewährleistet so, dass für jeden in der Gruppe genug übrig bleibt.</li>
</ul>
<h2>Warum ist Leptin heute ein Problem? Das Leptin-Paradox</h2>
<p>Fast 60 % aller erwachsenen Deutschen sind übergewichtig und ungefähr genauso viele leiden an Schlafmangel oder Schlafproblemen. Zwei ganz wichtige Stellschrauben, denn Leptin ist sehr, sehr sensibel. Und wenn Leptin einmal aus der Bahn gerät, zieht es einen Rattenschwanz an Problemen hinter sich her.</p>
<h3>Warum Leptin-Paradox?</h3>
<p>Die Menge des gebildeten Leptins steigt proportional zur Fettmasse (Lindgarde, 2004)(Magni, 2005). Übergewichtige haben also genug Leptin im Blut. Allerdings haben Übergewichtige durch eine chronische <em>low-grade</em>-Entzündung zu viele Entzündungssignale (TNFα, IL-6) sowie zu viele Triglyzeride im Blut. Und die verhindern, dass Leptin an den Rezeptor binden kann (Banks, 2004). Der übergewichtige Mensch wird leptinresistent (Jequier, 2002)(Considine, 1996). Im Hypothalamus kommt kein Leptin mehr an, obwohl genug davon da ist. <u>Das ist das Paradox</u>. Die Menschen werden nur noch übergewichtiger, weil Leptin nicht mehr wirkt und der Sättigungsmechanismus außer Kraft tritt (El-Haschimi and Lehnert, 2003).</p>
<h2>Das andere Extrem: Leptin-Mangel</h2>
<p>Dass Leptin auch im anderen Extrem unschön sein kann, siehst Du bei einem Leptin-Mangel. Jeder von uns hatte schon einmal Leptin-Mangel: nämlich dann, wenn man eine Nacht durchgearbeitet und am nächsten Tag gegessen hat, was der Kühlschrank hergab.</p>
<p><strong>Schlafmangel führt nämlich zu Leptin-Mangel</strong> (Taheri, 2004). Ein riesiges Problem in unserer High-performance-Gesellschaft, in der die Leute denken, sie können mit 5 Stunden Schlaf pro Nacht problemlos durchs Leben gehen. Nein. Schlafmangel ist ein Punkt, wo die Regulation aus der Bahn gerät, kommt Übergewicht dazu ist das Chaos vorprogrammiert. Denn die Rechnung „Übergewicht macht zu viel Leptin, Schlafmangel macht zu wenig Leptin, also ist das ausgeglichen“ geht nicht auf.</p>
<p><strong>Chronisches Energiedefizit führt zu Leptin-Mangel</strong>. Das ist der Fall bei zu exzessivem Sport (Joro, 2016). Das ist der Fall bei Dauer-Diät. Das führt zusammen mit Cortisol dazu, dass tagsüber alles gut läuft, im Gym wie auf der Arbeit, und abends dann der Kühlschrank dran glauben muss. Kommt Dir bekannt vor?</p>
<blockquote><p><strong>Wer zu wenig isst (Diät, Fasten) und/oder zu viel Sport treibt, dem sacken dann auch die Schilddrüsen-Hormone in den Keller. Der „kaputte Stoffwechsel“: Zu wenig Leptin, zu wenig T3.</strong></p></blockquote>
<p>Interessant finde ich, dass der Hypothalamus keinen Unterschied macht zwischen dem Fettleibigen, der ohne Sättigung isst, und dem Sport-Fanatiker, der zu wenig isst.</p>
<h2>Leptin und die perfekte Diät</h2>
<p>Ich habe geschrieben, dass Leptin auch beim Abnehmen eine zentrale Rolle spielt. Denn ein gesunder Leptin-Spiegel sorgt dafür, dass der Betroffene nicht zu viel isst und der Stoffwechsel trotz leichtem Energiedefizit nicht „einschläft“.</p>
<p>Erster Fehler in der Diät ist, wenn das Kaloriendefizit zu hoch ist und Leptin zu stark abfällt. Dann wird der Heißhunger immer größer.</p>
<p>Das größere Problem allerdings ist im Laufe der Diät, dass der Leptin-Spiegel stärker abfällt als die Fettmasse (Campfield, 1996)(Landt, 2001).</p>
<p>Es scheint, als sei Leptin im übergewichtigen Menschen dann nicht für die Sättigung da, sondern für den Schutz der Fettvorräte. Also wird das Fett beschützt und das Überleben in schlechten Zeiten gewährleistet.</p>
<p>Blöd für uns Menschen heute. Denn so funktioniert keine Diät. Und das ist auch das Problem mit den meisten Diäten, die nicht funktionieren. Sie berücksichtigen genau diesen Punkt nicht, dass Leptin zu schnell abfällt.</p>
<h2>Wie wird ein Leptin-Abfall in der Diät verhindert?</h2>
<p>Dazu müssen in der Diät mehrere Dinge zusammenwirken:</p>
<ul>
<li>Das <strong>Kaloriendefizit</strong> darf <strong>nicht zu groß</strong> &#8212; sonst fällt Leptin nur noch schneller ab. Leider finden sich hier keine Werte in der Literatur. Aber 500 kcal/Tag scheinen erfahrungsgemäß ein guter Wert zu sein.</li>
<li>Es muss um jeden Preis <strong>genug geschlafen</strong> werden (7-8 Stunden Minimum pro Nacht!).</li>
<li>Es müssen <strong>genügend Kohlenhydrate</strong>, sprich Insulin, in der Diät enthalten sein. Ketogene Diät oder das längerfristige Fasten (nix essen) sind also keine längerfristige Lösung, um Gewicht zu verlieren. Entweder sind ein paar Kohlenhydrate im Alltag integriert (&gt;100g) oder es werden die Glykogen-Speicher hin und wieder mal richtig gefüllt. Auch bekannt als Refeed-Tage. Das verhindert den Leptin-Abfall in der Diät.</li>
<li>Vitamin A korreliert mit Leptin, und es ist bekannt, dass Vitamin A im Fettgewebe wirkt. Also könnten Innereien (Leber – pures Vitamin A) helfen (Bonet, 2000).</li>
<li>Damit Leptin problemlos an den Rezeptor docken kann, müssen <strong>Entzündung</strong> sowie hohe Triglyzeridwerte <strong>beseitigt</strong> werden. Ein gutes Antioxidans wie Curcumin (TNFα-Inhibitor) sowie Fischöl (Omega-3-Fette senken Triglyzeride) könnten dies bewerkstelligen.</li>
<li><strong>Kälte</strong> sollte ebenfalls eine Rolle spielen, denn Kälte kann &#8212; unabhängig von Leptin &#8212; die Bildung von Schilddrüsenhormon „anheizen“, um braunes Fettgewebe zu bilden. (Ist Kälte deswegen so effektiv beim Gewichtsverlust?) Allerdings sollten zeitgleich die Entzündungen im Körper angegangen werden, sonst wird T3 ganz schnell zu rT3 deaktiviert.</li>
</ul>
<blockquote><p>Ein großes Thema, das wird leider oft vergessen, sind Kalorien! Denn &#8222;genügend Kohlenhydrate&#8220;, um z. B. die &#8222;Glykogenspeicher zu füllen&#8220; bzw. &#8222;Insulin höher zu halten&#8220; bringen nichts, wenn damit nicht mal der Energiebedarf gedeckt wird. Denn der wiederum reguliert gerade die Insulin-Konzentration im Blut. Heißt: Kalorien-Restriktion, egal ob mit oder ohne Kohlenhydraten, sorgt für einen Abfall der Insulin-Konzentration &#8212; zumindest wenn man es über einen längeren Zeitraum betrachtet.</p></blockquote>
<p>SO sollte eine Diät für Übergewichtige aussehen! Wer Leptin außer Acht lässt, wird sonst keinen Erfolg haben.</p>
<p>Aber ein ganz großes Fragezeichen bleibt noch:</p>
<h2>Wie kommt es dann überhaupt zu Übergewicht?</h2>
<p>Ausgehend von einem normalgewichtigen Menschen, der normal isst. Also noch nicht leptinresistent ist. Wie wird so ein Mensch überhaupt übergewichtig, wo doch Leptin bei einem normalen Stoffwechsel so regulierend wirkt, dass Übergewicht gar nicht erst entstehen kann?</p>
<p>Dazu gibt es einige sehr gute Theorien in der Literatur, die ich Dir gerne vorstellen möchte:</p>
<ul>
<li><strong>Hoher Fruktosekonsum (Zucker</strong>) in Verbindung mit wenig Sport führt zur massiven Bildung von Triglyzeriden im Blut. Das könnte der erste Schritt für eine Leptinresistenz sein (Shapiro, 2008).</li>
<li>Wird genug Taurin gefüttert, werden fett-gemästete Mäuse nicht leptinresistent (Camargo, 2015). Taurin ist in gutem Fleisch und Meeresfrüchten enthalten und wer <strong>zu viel Junk Food</strong> isst, hat schnell einen Taurin-Mangel.</li>
<li>Getreide-Lektine scheinen mit Leptin und dem Rezeptor so zu interagieren, dass das Signalling unterbunden wird (Jönsson, 2005). Also getreidebasierte Nahrungsmittel, die nicht anständig fermentiert wurden. Quasi alle modernen <strong>Getreideprodukte</strong> (außer Sauerteig). Wahrscheinlich gilt dies auch für schlecht verarbeitete <strong>Hülsenfrüchte</strong>.</li>
<li><strong>Vitamin D</strong> korreliert invers mit Leptin. Das ist im Winter problematisch, wenn ein Vitamin-D-Mangel so die Leptin-Werte zu sehr erhöht (Naini, 2016). Leptinresistenz durch Vitamin-D-Mangel?</li>
<li>Eine <strong>schlechte Insulinsensitivität</strong> (Hyperinsulinämie) führt zu erhöhtem Leptin. Also muss die Insulinsensitivität wieder verbessert werden, z. B. durch Fischöl und Protein (Weigle, 2005). (Wie &#8222;macht&#8220; man Insulinsensitivität? Dazu gibt es ein Stoffwechsel-Handbuch von edubily.)</li>
<li>In alten Versuchstieren reduziert <strong>Acetyl-L-Carnitin</strong> teilweise die Leptin-Resistenz (Iossa, 2002). Carnitin ist, ähnlich wie Taurin, in unverarbeitetem Muskelfleisch enthalten, v.a. in Hühnchen.</li>
</ul>
<h2>Der ideale Lifestyle, um nicht übergewichtig zu werden?</h2>
<p>Aus den letzten zwei Kapiteln geht hervor, wie ein idealer Lifestyle aussehen könnte, der auf Basis eines gesunden Leptin-Stoffwechsels Übergewicht fast unmöglich macht. Dieser Lifestyle deckt sich mit dem, was Chris im Handbuch empfiehlt:</p>
<ul>
<li>Genug essen. Keine Dauerdiät, kein Dauerfasten</li>
<li>Genug schlafen</li>
<li>Sport an der frischen Luft</li>
<li>Genügend Antioxidantien (Gemüse, Obst)</li>
<li>Genügend Omega-3-Fette (Fisch und Meeresfrüchte)</li>
<li>Genügend gesunde Kohlenhydrate (keine dauerhafte ketogene Diät)</li>
<li>Kohlenhydrate nicht aus Getreide (außer Sauerteig) oder Hülsenfrüchten (es seidenn, sie sind gut verarbeitet, d.h. gekeimt und abgekocht).</li>
<li>Zucker in Maßen</li>
<li>Kein Junk Food</li>
<li>Kalte Thermogenese (kaltes Wasser: Dusche, See, Meer)</li>
<li>Genug Sonne im Sommer, Vitamin D zusätzlich (5.000 IU täglich) im Winter</li>
<li>Viel Protein aus unverarbeiteten, hochwertigen tierischen Quellen (artgerechte Haltung), enthält neben Protein auch Omega-3-Fette, Taurin und Carnitin</li>
</ul>
<p>Mit so einem Lifestyle machst Du alles richtig. Das hat Chris schon im Handbuch richtig erkannt. Das erkennt auch, wer sich mit Leptin genauer beschäftigt.</p>
<h2>Zusatz: Zeichen für Leptinresistenz</h2>
<p>Wie kannst Du messen bzw. nachvollziehen, ob Du leptinresistent bist?</p>
<ul>
<li>Übergewicht (hohe Fettmasse bedeutet <u>meistens</u> Leptinresistenz)</li>
<li>TNFα und Triglyzeride im Blut erhöht?</li>
<li>Hast Du Kohlenhydrat-Heißhunger, besonders nachts?</li>
<li>Blutbild: Ist T3 erniedrigt, ist rT3 erhöht?</li>
<li>Cortisol am Abend erhöht?</li>
<li>Wirst du nie satt?</li>
</ul>
<h2>Fazit – Leptin ist ein Schlüssel</h2>
<p>Es werden hier auf edubily immer wieder Stoffwechsel-Master-Hormone beschrieben, etwa T3 oder NO. Diese spielen für einen gesunden Stoffwechsel und einen gesunden Körper eine enorme Rolle.</p>
<p>Leptin ist eine Möglichkeit zu erklären, warum die Gesundheit unserer westlichen Industriegesellschaft den Bach runtergeht. Es fällt schnell auf, was für ein Lifestyle diese Übergewicht-Pandemie verhindern kann: Ein Lifestyle, der neben den richtigen Nährstoffen (Iod, Zink, Magnesium, Vit. D, &#8230;) auch Leptin berücksichtigt. <strong>Das ist der Schlüssel.</strong></p>
<h2>Einzelnachweise</h2>
<p>Banks, William A.; Coon, Alan B.; Robinson, Sandra M.; Moinuddin, Asif; Shultz, Jessica M.; Nakaoke, Ryota; Morley, John E. (2004): Triglycerides induce leptin resistance at the blood-brain barrier. In: <em>Diabetes </em>53 (5), S. 1253–1260.</p>
<p>Bonet, M. L.; Oliver, J.; Pico, C.; Felipe, F.; Ribot, J.; Cinti, S.; Palou, A. (2000): Opposite effects of feeding a vitamin A-deficient diet and retinoic acid treatment on brown adipose tissue uncoupling protein 1 (UCP1), UCP2 and leptin expression. In: <em>The Journal of endocrinology </em>166 (3), S. 511–517.</p>
<p>Camargo, Rafael L.; Batista, Thiago M.; Ribeiro, Rosane A.; Branco, Renato C. S.; Da Silva, Priscilla M. R.; Izumi, Clarice et al. (2015): Taurine supplementation preserves hypothalamic leptin action in normal and protein-restricted mice fed on a high-fat diet. In: <em>Amino acids </em>47 (11), S. 2419–2435. DOI: 10.1007/s00726-015-2035-9.</p>
<p>Chagnon, Y. C. and Chung W. K. and Perusse L. and Chagnon M. and Leibel R. L. and Bouchard C. (1999): Linkages and associations between the leptin receptor (LEPR) gene and human body composition in the Quebec Family Study. In: <em>Int J Obes Relat Metab Disord </em>23. DOI: 10.1038/sj.ijo.0800809.</p>
<p>Considine, R. V. and Sinha M. K. and Heiman M. L. and Kriauciunas A. and Stephens T. W. and Nyce M. R. and Ohannesian J. P. and Marco C. C. and McKee L. J. and Bauer T. L. (1996): Serum immunoreactive-leptin concentrations in normal-weight and obese humans [see comments]. In: <em>N Engl J Med </em>334. DOI: 10.1056/NEJM199602013340503.</p>
<p>El-Haschimi, K.; Lehnert, H. (2003): Leptin Resistance &#8211; Or Why Leptin Fails to Work in Obesity. In: <em>Exp Clin Endocrinol Diabetes </em>111 (01), S. 2–7. DOI: 10.1055/s-2003-37492.</p>
<p>Iossa, Susanna; Mollica, Maria Pina; Lionetti, Lilla; Crescenzo, Raffaella; Botta, Monica; Barletta, Antonio; Liverini, Giovanna (2002): Acetyl-L-carnitine supplementation differently influences nutrient partitioning, serum leptin concentration and skeletal muscle mitochondrial respiration in young and old rats. In: <em>The Journal of nutrition </em>132 (4), S. 636–642.</p>
<p>Jequier, E. (2002): Leptin signaling, adiposity, and energy balance. In: <em>Ann N Y Acad Sci </em>967. DOI: 10.1111/j.1749-6632.2002.tb04293.x.</p>
<p>Jönsson, Tommy; Olsson, Stefan; Ahrén, Bo; Bøg-Hansen, Thorkild C.; Dole, Anita; Lindeberg, Staffan (2005): Agrarian diet and diseases of affluence – Do evolutionary novel dietary lectins cause leptin resistance? In: <em>BMC Endocrine Disorders </em>5 (1), S. 10. DOI: 10.1186/1472-6823-5-10.</p>
<p>Joro, Raimo; Uusitalo, Arja; DeRuisseau, Keith C.; Atalay, Mustafa (2016): Changes in cytokines, leptin, and IGF-1 levels in overtrained athletes during a prolonged recovery phase: A case-control study. In: <em>Journal of sports sciences</em>, S. 1–8. DOI: 10.1080/02640414.2016.1266379.</p>
<p>Landt, M. and Horowitz J. F. and Coppack S. W. and Klein S. (2001): Effect of short-term fasting on free and bound leptin concentrations in lean and obese women. In: <em>J Clin Endocrinol Metab </em>86. DOI: 10.1210/jcem.86.8.7771.</p>
<p>Lindgarde, F. and Ercilla M. B. and Correa L. R. and Ahren B. (2004): Body adiposity, insulin, and leptin in subgroups of peruvian amerindians. In: <em>High Alt Med Biol </em>5. DOI: 10.1089/152702904322963663.</p>
<p>Lindgarde, F. and Widen I. and Gebb M. and Ahren B. (2004): Traditional versus agricultural lifestyle among Shuar women of the Ecuadorian Amazon: effects on leptin levels. In: <em>Metabolism </em>53. DOI: 10.1016/j.metabol.2004.04.012.</p>
<p>Magni, P. and Liuzzi A. and Ruscica M. and Dozio E. and Ferrario S. and Bussi I. and Minocci A. and Castagna A. and Motta M. and Savia G. (2005): Free and bound plasma leptin in normal weight and obese men and women: relationship with body composition, resting energy expenditure, insulin-sensitivity, lipid profile and macronutrient preference. In: <em>Clin Endocrinol (Oxf) </em>62. DOI: 10.1111/j.1365-2265.2005.02195.x.</p>
<p>Momken, Iman; Chabowski, Adrian; Dirkx, Ellen; Nabben, Miranda; Jain, Swati S.; McFarlan, Jay T. et al. (2017): A new leptin-mediated mechanism for stimulating fatty acid oxidation: a pivotal role for sarcolemmal FAT/CD36. In: <em>The Biochemical journal </em>474 (1), S. 149–162. DOI: 10.1042/BCJ20160804.</p>
<p>Naini, Afsoon Emami; Vahdat, Sahar; Hedaiati, Zahra Parin; Shahzeidi, Safoura; Pezeshki, Amir Hossein; Nasri, Hamid (2016): The effect of vitamin D administration on serum leptin and adiponectin levels in end-stage renal disease patients on hemodialysis with vitamin D deficiency: A placebo-controlled double-blind clinical trial. In: <em>Journal of research in medical sciences : the official journal of Isfahan University of Medical Sciences </em>21, S. 1. DOI: 10.4103/1735-1995.175144.</p>
<p>Shapiro, Alexandra; Mu, Wei; Roncal, Carlos; Cheng, Kit-Yan; Johnson, Richard J.; Scarpace, Philip J. (2008): Fructose-induced leptin resistance exacerbates weight gain in response to subsequent high-fat feeding. In: <em>Am J Physiol Regul Integr Comp Physiol </em>295 (5), R1370. DOI: 10.1152/ajpregu.00195.2008.</p>
<p>Trayhurn, Paul (2003): Leptin&#8211;a critical body weight signal and a &#8222;master&#8220; hormone? In: <em>Sci. STKE </em>2003 (169), pe7. DOI: 10.1126/stke.2003.169.pe7.</p>
<p>Taheri, Shahrad; Lin, Ling; Austin, Diane; Young, Terry; Mignot, Emmanuel (2004): Short sleep duration is associated with reduced leptin, elevated ghrelin, and increased body mass index. In: <em>PLoS medicine </em>1 (3), e62. DOI: 10.1371/journal.pmed.0010062.</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Hier erhältst du Antworten rund ums Thema “Leptin”</span></p>
<p><strong>Kann man mit Leptin abnehmen?</strong></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Ja, Leptin kann die Gewichtsreduktion unterstützen. Nimmst du Nahrung auf, stellt sich ein Sättigungsgefühl ein. Dies hängt mit einem komplexen Prozess zusammen: Nach dem Essen setzen die Fettzellen Leptin frei. Dieses ist ein Botenstoff, welches sich an den Hypothalamus bindet. Es sendet appetitzügelnde Signale aus, wodurch das typische Völlegefühl ausgelöst wird. Demnach gilt: Wer seinen Leptinspiegel konstant hochhält, verspürt keinen Hunger mehr und nimmt ab. </span></p>
<p><strong>Wie kann ich Leptin aktivieren?</strong></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Leptin ist ein körpereigenes Hormon, dass bei der Nahrungsaufnahme von den Fettdepots aktiviert wird. Leptin wird ebenfalls im Knochenmark, dem Skelett, der Magenschleimhaut, den Zellen in der Brusthaut und in Teilen des Gehirns gebildet. </span></p>
<p><strong>Ist die Einnahme von Leptin gefährlich?</strong></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Leptin wird dem Körper gerne zugeführt, um ein Völlegefühl auszulösen. Weiterhin besitzen allerdings auch übergewichtige Menschen einen hohen Leptinspiegel. Das Hormon wird nämlich in den Fettdepots gebildet. Das heißt, je dicker ein Mensch ist, desto mehr Leptin besitzt er. Befindet sich der Leptinspiegel nun dauerhaft auf einem sehr hohen Niveau, kann dies dem Körper schädigen. So haben amerikanische und britische Wissenschaftler entdeckt, dass die Langzeitpotenzierung unter dem Einfluss von Leptin leiden kann. Sie ist für das Gedächtnis und das Lernen von Bedeutung, weswegen bei einem Leptinüberschuss Gedächtnislücken und sogar Alzheimer auftreten können. </span></p>
<p><strong>Was ist eine Leptin Störung?</strong></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Auf der Welt existieren rund 500 Millionen Übergewichtige. Studien zufolge leiden diese Menschen unter einer Leptinresistenz. Denn obwohl sie einen großen Anteil an Fettdepots besitzen und diese Zellen Leptin ausstoßen, kommt das Signal des Botenstoffes nicht im Gehirn an. Das Sättigungsgefühl stellt sich nicht ein und die fettleibigen Menschen führen ihrem Körper mehr Kalorien zu, als benötigt wird. </span></p>
<p><strong>Reicht eine Leptinzufuhr zum Abnehmen?</strong></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Leptin hilft lediglich beim Abnehmen, ist allerdings nicht für die Gewichtsreduktion verantwortlich. Es ist wichtig, dass man sich ausgewogen ernährt und eine gesunde Lebensweise pflegt. Beispielsweise sollte man ausgiebig schlafen, genügend Wasser trinken und Stress und Hektik vermeiden.</span></p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptin-stoffwechsel-hormon/">Leptin: Das unterschätzte Master-Hormon im Stoffwechsel</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Die Wirkung von Leptin: Der Schlüssel liegt im Darm Teil 2</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/leptin/leptin-wirkung-darm-teil-2/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Phil Böhm]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 Jun 2015 15:35:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leptin]]></category>
		<category><![CDATA[Darmflora]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://genetisches-maximum.de/?p=3770</guid>

					<description><![CDATA[<p>In der heutigen Ernährung sind wir umgeben von hochverarbeiteten Lebensmitteln. Die Menschen essen immer seltener zu Hause und bereiten ihre Mahlzeiten nicht mehr selbst zu. Alles soll kostengünstig, vereinheitlicht und am besten &#8218;to-go&#8216; sein. So [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptin-wirkung-darm-teil-2/">Die Wirkung von Leptin: Der Schlüssel liegt im Darm Teil 2</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">In der heutigen Ernährung sind wir umgeben von hochverarbeiteten Lebensmitteln. Die Menschen essen immer seltener zu Hause und bereiten ihre Mahlzeiten nicht mehr selbst zu.</p>
<p style="text-align: justify;">Alles soll kostengünstig, vereinheitlicht und am besten <em>&#8218;to-go&#8216;</em> sein. So ist es dann auch um die Qualität der Lebensmittel bestellt. Nicht überraschend treten immer häufiger Stoffwechselerkrankungen in der modernen Gesellschaft auf. Ein Drittel der U.S. Population ist schon adipös und auch in den restlichen Industrienationen zeichnet sich ein ähnlicher Trend ab (Ogden et al., 2014).</p>
<p style="text-align: justify;">In <a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptin-wirkung-traumfigur-teil-1/">Teil I</a> habe ich einige Hinweise gelistet, die raffinierte, azelluläre und somit hoch-dichte Kohlenhydratquellen mit einer pro-entzündlichen Darmflora und Leptinresistenz in Verbindung bringen.</p>
<p style="text-align: justify;">Gegen Ende sollte klar geworden sein, weshalb ich persönlich lieber häufiger auf Kartoffeln und Obst als auf Pasta oder Reis zurückgreife.</p>
<blockquote><p><strong>Anmerkung aufgrund einzelner Reaktionen auf den letzten Artikel</strong><br />
Da viele offenbar lesen, was sie lesen möchten, will ich eines nochmals klarstellen:<br />
Obwohl ich einen starken Fokus auf Populationsvergleiche zwischen Naturvölker und dem modernen Menschen gelegt habe, will ich mir nicht stumpfsinnigen Paleo-Dogmatismus in den Mund legen lassen! Ich bin mir durchaus über Schwächen dieser Vergleiche im Klaren und wollte auch keineswegs den Gesundheitszustand von Naturvölker undifferenziert glorifizieren.<br />
Ob Tierversuche,<em> in vitro</em> Experimente oder Humanstudien – alle haben ihre individuellen Schwächen. Inklusive &#8211; und wohl ganz besonders &#8211; Vergleiche mit Naturvölkern.</p>
<p>Zur Beruhigung mancher: Teil II ist nun komplett Paleo-free.</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Zu Beginn will ich einen simplen “Hausfrauen”-Trick vorstellen, mit dem du deinen Muskel gegenüber Leptin sensitivierst.</p>
<p style="text-align: justify;">Glutamin scheint des Weiteren ein riesiges Potenzial zu besitzen, um seine Darmflora und letztendlich auch die ganzheitliche Gesundheit und Körperkomposition zu verbessern.</p>
<p>Schließlich vergleiche ich zwei verschiedene Menüs und deren akute Auswirkungen auf uns.</p>
<p style="text-align: justify;">Der abschließende Abschnitt handelt von Anti-Nährstoffen, die häufig mit azellulärer Stärke assoziiert sind. Dies beinhaltet Gluten, Lektinen oder sogenannten FODMAP&#8217;s, welche der Darmgesundheit und vermutlich auch der Leptinsensitivität nicht förderlich sind.</p>
<h2><strong>Nüchternes Sprinten ist ein Leptin-Mimetikum</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Humanstudien konnten zeigen, dass (nüchternes) Sprinttraining im Muskel gewisse Signalmoleküle aktiviert.</p>
<p style="text-align: justify;">Einige dieser Proteine spielen eine zentrale Rolle für die Wirkung von Leptin <em>(STAT3, Erk1/2 und AMPK)</em> (Guerra et al., 1985; Fuentes et al., 2012).</p>
<p style="text-align: justify;">Äquivalent dazu wurde festgestellt, dass <strong>Bettlägerigkeit</strong> für mehrere Tage die Leptinsensitivität stark beeinträchtigt (Guerra et al., &#8230;).</p>
<h3 style="text-align: justify;"><strong>Glutamin heilt den Darm und macht schlank</strong></h3>
<p style="text-align: justify;">Zumindest wenn man recht hohe Mengen (1-3 x 30 g/Tag) an Übergewichtige und Typ II Diabetiker verabreicht.</p>
<p style="text-align: justify;">In der ersten Studie wurden signifikante Verbesserungen in der <strong>Körperkomposition</strong> festgestellt (Mansour et al., 2014). Die zweite Studie dagegen konnte belegen, dass Glutamin positive Veränderungen in der <strong>Darmflora</strong> hervorzurufen scheint (Zambon de Souza et al., 2015). Als Kontrolle diente eine andere Aminosäure wie zum Beispiel Alanin.</p>
<p style="text-align: justify;">Glutamin ist eine extrem häufige Aminosäure im menschlichen Körper und ganz besonders im Muskel zu finden. Nun ist es aber wichtig zu betonen, dass gerade der <strong>Darm der größte Verbraucher</strong> an Glutamin darstellen könnte. Sowohl die Zellen der Darmschleimhaut <em>(Enterozyten)</em> als auch einige Darmbakterien bevorzugen Glutamin als Brennstoff.</p>
<p style="text-align: justify;">Durch die Verfügbarkeit von Glutamin scheint sich die Zusammensetzung der Darmflora positiv zu verändern.</p>
<p style="text-align: justify;">Einige Veränderungen in der Darmflora wurden inzwischen eindeutig mit Übergewicht und Entzündungen in Verbindung gebracht <em>(pro-inflammatorisches Mikrobiom) </em>(Spreadbury et al. 2012; Khan et al., 2014; Brown et al., 2012).</p>
<p style="text-align: justify;">Zu nennen wäre insbesondere das Verhältnis der beiden Abteilungen <strong>“Firmicutes”</strong> und <strong><em>“Bacteroidetes”</em></strong>.</p>
<p style="text-align: justify;">Je stärker Letztere vertreten sind, desto besser. So zeichnet es sich zumindest ab (Ley et al., 2006).</p>
<p style="text-align: justify;">Glutamin (mit Gutscheincode kosten 500 g aktuell <a href="http://ad.zanox.com/ppc/?29780372C632291725&amp;ULP=[[sporternahrung/l-glutamin-geschmacksneutral-beutel-500-g/10530125.html?affil=zanox&amp;switchcurrency=EUR&amp;shippingcountry=DE]]" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">hier</a> rund 10 Euro) könnte laut mehrerer Studien einen positiven Einfluss auf die Barrierefunktion der Darmschleimhaut und somit dem Auftreten von systemische Entzündungen nehmen (Cruzat et al., 2014).</p>
<figure id="attachment_3776" aria-describedby="caption-attachment-3776" style="width: 1192px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/06/darmflora.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-3776" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/06/darmflora.jpg" alt="Positive Veränderungen des Darms" width="1192" height="378" /></a><figcaption id="caption-attachment-3776" class="wp-caption-text">Abb 1: Als weitestgehend positiv deklarierte Veränderungen innerhalb der Darmflora.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Außerdem zu nennen wären Verschiebungen innerhalb der Firmicutes; insbesondere die Gattungen <strong><em>Lactobacillus</em></strong> und <strong><em>Oscillibacter</em></strong> sind erwähnenswert. Erstere scheinen weitestgehend positiv für den Menschen zu sein und kommen zum Beispiel in <strong>Milchsauer-vergorenen Lebensmittel </strong>vor wie Joghurt, Sauerkraut oder dem koreanischen Chimchi.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Oscillibacter </em>dagegen korrelieren mit der Menge an <strong>gesättigtem Fett</strong> in der Nahrung. Diese Gattung scheint der Darmgesundheit weniger zuträglich zu sein. Es bestehen Hinweise aus Mausstudien, dass weniger <em>Zonulin-1</em> und <em>GLP-1</em> in der Darmschleimhaut produziert wird (Lam et al., 2012).</p>
<p style="text-align: justify;">Innerhalb der Bacteroidetes finden sich die <strong><em>Prevotella</em></strong>, deren Wachstum von <strong>Kohlenhydraten</strong> und <strong>Ballaststoffen</strong> abhängt. Streicht man Kohlenhydrate aus de Ernährung, verschwinden sie weitestgehend. Andere Bakterien nehmen daraufhin überhand und die Fluktuationen nehmen zu (Durbán et al., 2013). Allerdings zeigte eine Studie, dass nach 4 Wochen ohne “Carbs” das Wiedereinführen von Kohlenhydraten in die Ernährung auch die Rückbesiedelung durch Prevotella ermöglicht.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;"><strong>Anmerkung:</strong><br />
Wie festgefahren die Darmflora der Langzeitanwender von zum Beispiel Low-Carb oder Ketogenen-Diäten sind bleibt unklar. Allerdings hängen Empfehlungen auch immer vom Individuum und seiner Ernährung ab.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Pauschalisierungen</strong> sind wohl weniger angebracht.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Fasten scheint übrigens das Wachstum der Gattung <strong><em>Akkermansia</em></strong> zu begünstigen. Im Vergleich zu pathogenen Konkurrenten sind sie in der Lage körpereigenes Material wie zum Beispiel Mucus abzubauen. Somit formt man seine Darmflora unter anderem auch durch <strong>regelmäßiges Fasten</strong> in einer positiven Art und Weise (Swidinski et al., 2011; Belzer &amp; de Vos, 2012)</p>
<h2 style="text-align: justify;">Gute und schlechte Gärung im Darm</h2>
<p style="text-align: justify;">Darmbakterien vermehren sich entsprechend der Zusammensetzung der Nahrung. Somit beeinflusst man sein Mikrobiom durch die Lebensmittelwahl &#8211; oder wie gesagt sogar durch Perioden ohne jegliche Nahrung.</p>
<p style="text-align: justify;">Während der Mensch den jeweiligen Mikroben Energiesubstrate liefert, bekommt er im Gegenzug auch eine Gegenleistung.</p>
<p style="text-align: justify;">Nahrungsbestanteile können von Bakterien fermentiert werden und diese Stoffwechel-Intermediate lösen positive Signalwirkung im ganzen Körper aus.</p>
<p style="text-align: justify;">In der Folge sind einige wichtige Interaktionen gelistet.</p>
<figure id="attachment_3777" aria-describedby="caption-attachment-3777" style="width: 1192px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/06/abb2_darm.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-3777" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/06/abb2_darm.jpg" alt="Darmbakterien" width="1192" height="1208" /></a><figcaption id="caption-attachment-3777" class="wp-caption-text">Abb 2: Relevante Verstoffwechselungen von Nahrungsbestandteile durch Darmbakterien; grüne und rote Pfeile symbolisieren jeweils positive oder negative Effekte auf die Gesundheit (angelehnt u.a. an Khan et al., 2012)</figcaption></figure>
<h2><strong><br />
</strong><strong>Triff die richtige Menüwahl und reduziere Entzündungen</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Wir müssen essen, um nicht zu verhungern. Außerdem macht Essen im besten Fall auch Spaß.</p>
<p style="text-align: justify;">Dennoch stellt Nahrungszufuhr immer auch die Aufnahme von <strong>körperfremden Substanzen</strong> dar. Das führt zu Entzündungsreaktionen im Körper inklusive des Gehirns.</p>
<p style="text-align: justify;">Insbesondere treten Bruchstücke von bakteriellen Zellwänden <em>(Lipopolysaccharide; LPS)</em> vom Darm in die Lymphe und das Blut über. Insbesondere das angeborene Immunsystem wird hiervon aktiviert &#8211; inklusive dendritische Zellen im Darm oder Monozyten im Blut. Es kommt zur Freisetzung von verschiedenen Entzündungsmediatoren, welche wohl zum Beispiel auch die Leptinwirkung einschränken.</p>
<p style="text-align: justify;">Für diese Immunaktivierung können wohl gleichermaßen (gesättigte) Fette als auch Kohlenhydrate verantwortlich sein (Erridge et al., 2007; Deopurkar et al., 2010; Herieka &amp; Erridge, 2014).</p>
<p style="text-align: justify;">In <a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptin-wirkung-traumfigur-teil-1/">Teil I </a>haben wir gelernt, dass nicht alle Kohlenhydrate gleich zu sein scheinen. Raffinierte Stärkequellen beeinflussen den Darm eventuell negativ.</p>
<p>Ist die Art der Nahrung auch für die <strong>akute Immunantwort</strong> nach einer Mahlzeit von Bedeutung?</p>
<h2><strong>Weshalb du von Junk-Food besser die Finger lässt</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Sicherlich bestimmen unzählige Faktoren, was genau nach einer Mahlzeit in deinem Körper geschieht. Dennoch lassen sich pauschal einige Richtlinien ausmachen.</p>
<p style="text-align: justify;">Eine Humanstudie verglich die Effekte zweier unterschiedlicher Mahlzeiten. Die eine Mahlzeit repräsentierte die typische <strong><em>&#8218;Cafeteria Diet&#8216;</em></strong>, wohingegen die isokalorische Vergleichsmahlzeit neben eines Weizenproduktes immerhin reich an Milch, Obst und Nüssen war (Ghanim et al., 2009).</p>
<p style="text-align: justify;">Man untersuchte die Blutkonzentration der <strong>Lipopolysaccharide</strong> als Zeichen einer &#8218;<em>postprandiale Endotoxinämie&#8216; </em>– also von Entzündungen nach dem Essen.</p>
<p style="text-align: justify;">Des Weiteren wurden gewisse Proteine in Blutzellen (<em>Monocyten</em>) der Probanden untersucht.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Fokus lag hierbei besonders auf Proteine, welche die angeborenen Immunantwort und Entzündungsreaktionen vermitteln (<em>Toll-like receptor 2/4 </em>und<em> NFκB </em>Signalwege<em>)</em>.</p>
<p style="text-align: justify;">Außerdem bestimmte man erfolgreich die Konzentration eines Proteins, welches bekanntermaßen <strong>die Leptinwirkung stört</strong> <em>(SOCS3).</em></p>
<p style="text-align: justify;">Man stellte fest, dass die <em>&#8218;Cafeteria Diet&#8216;</em> zu einem akuten Anstieg von <strong>Entzündungsmarkern </strong>inklusive <strong>eingeschränkter Leptinwirkung</strong> zu führen scheint &#8211; zumindest in den Monocyten (Ghanim et al., 2009).</p>
<p style="text-align: justify;">Die selbe Gruppe untersuchte in einer Folgestudie, ob durch <strong>Orangensaft</strong> diese negativen Effekte <strong>akut abgemildert</strong> werden können. Tatsächlich schien Orangensaft, verglichen mit Glucosewasser, etwas zu bewirken und für ein besseres Mileu sorgen zu können (Ghanim et al., 2010).</p>
<p style="text-align: justify;">Bezüglich des Studienaufbaus und der Relevanz hege ich bei beiden Studien den ein oder anderen Zweifel. Dennoch erwähnenswerte Publikationen.</p>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Stopfen bis zur Entzündung</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Ein weiterer Punkt stellt in meinen Augen schlicht die <strong>Nahrungsmenge </strong>dar. Eine Riesenmahlzeit wird sicherlich für signifikantere Entzündungsreaktionen im Körper sorgen als eine moderate.</p>
<p style="text-align: justify;">Meiner Meinung nach ist der Ansatz des täglichen, langen Fastens nicht gerade sinnvoll. Logischerweise werden die Mahlzeiten dadurch<strong> größer </strong>und es wird oft in kurzem Zeitraum ein gigantisches Gelage heruntergeschlungen. Laut der Studienlage sollte das in einer besonders ausgeprägten <em>postprandialen Endotoxinämie</em> resultieren. Ob die lange Nahrungskarenz das ausbügeln kann, bleibt offen.</p>
<p style="text-align: justify;">Über gewisse Trend-Ernährungsformen wie <em>&#8218;Carb-Backloading&#8216; </em>mit charakteristischen Riesenmengen (häufig sogar J<em>unk-food)</em> brauchen wir wohl nicht weiter zu sprechen.</p>
<blockquote><p><strong>Müde nach dem Essen?</strong><br />
Häufig liest man davon, dass Personen nach einer Mahlzeit sehr müde und unkonzentriert werde. Meistens wird dies pauschal auf Insulinanstiege und Blutzuckerschwankungen geschoben und oft als Fasten oder Low-Carb Argument missbraucht. Eventuell entsteht diese Müdigkeit allerdings nicht (nur) aufgrund von Hypoglykämie, sondern ebenso als Folge einer (langfristig) ungünstigen Nahrungsmittelwahl. Zum Beispiel die besagten, raffinierten Kohlenhydratquellen.</p>
<p>Somit kommt es infolge eines Nahrungsstimulus zur Aufnahme von Endotoxinen, zu einer Aktivierung des Immunsystems und letztendlich zur Müdigkeit.</p>
<p>Gleichzeitig sind raffinierte Kohlenhydrate natürlich auch meistens stark insulinogen und können tatsächlich zur Unterzuckerung führen.</p></blockquote>
<h2><strong>Gluten und weitere Anti-Nährstoffe</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Es kann als gesichert gelten, dass verschiedene Anti-Nährstoffe &#8211; unter anderem in <strong>Getreideprodukten –</strong> die Entzündungsreaktion nach dem Essen verschlimmern kann. Es ist zum Beispiel hinreichend bekannt, dass Gluten der Integrität der Darmschleimhaut nicht gerade zuträglich ist. Besonders das Weizen-Prolamin namens “Gliadin” ist im Kontext der Zöliakie bekannt. Allerdings werden wohl auch in Nichtbetroffenen zwei wichtige Proteine negativ beeinflusst. Diese sind zentral für eine intakte Barrierefunktion der Darmschleimhaut, die <strong><em>tissue Transglutaminase</em></strong> und <strong><em>Zonulin</em></strong> (Ciccocioppo et al., 2003; Drago et al., 2006; Fasano, 2011&amp;2012).</p>
<p style="text-align: justify;">Die Erfahrung zeigt, dass unter Gesunden unterschiedliche Empfindlichkeit (oder Abhärtung?) gegenüber Gluten besteht.</p>
<p style="text-align: justify;">An dieser Stelle sei allerdings erwähnt, dass wohl noch viele weitere <strong>Lektine</strong> und <strong>FODMAP&#8217;s</strong> <em>(fermentierbare Oligo-/Di-/Monosaccharide und Polyole) </em>der Darmflora und der Integrität der Darmschleimhaut schaden können.</p>
<h3><strong>Mäuse ohne Gluten benötigen weniger Leptin</strong></h3>
<p style="text-align: justify;">Eine Nagerstudie konnte bestätigen, dass eine Gluten-freie Ernährung zu reduzierten Entzündungen und geringerer Fettmasse führt. Insbesondere das <strong>Fettgewebe</strong> weist weniger infiltrierte Immunzellen auf. Zusätzlich ist es aus kleineren und “gesünderen” Fettzellen aufgebaut und bildet<strong> weniger Leptin</strong> (Soares et al., 2013).</p>
<p style="text-align: justify;">Ob durch Gluten-Abstinenz tatsächlich die Leptinsensivität erhöht wird bleibt spekulativ.</p>
<p style="text-align: justify;">In Anbetracht des besseren Gesundheitszustandes/Entzündungsstatus der Gluten-freien Mäuse erscheint dies allerdings recht wahrscheinlich.</p>
<p style="text-align: justify;">Des Weiteren konnte eine <em>in vitro</em> Studie zeigen, dass <strong>Glutenbruchstücke</strong> die Bindung von Leptin an seinen Rezeptor in der Petrischale zu stören vermag. Dies geschieht offenbar sogar bei Konzentrationen, die deutlich niedriger sind als sie im menschlichen Plasma (41 ng/ml) nachgewiesen wurden (Jönsson et al., 2015).</p>
<p style="text-align: justify;">Es wird zunehmend an Strategien geforscht, welche die Darmschädigung durch Gliadin und andere Lektine abmildern oder verhindern sollen. Darunter fällt zum Beispiel der Aminozucker <em>N-Acetylglucosamin</em> oder ein aus dem Schimmelpilz <em>Aspergillus niger </em>isoliertes, Gluten-spaltendes Enzym (De Vincenzi et al., 1995; Salden et al., 2015).</p>
<p style="text-align: justify;">Ich muss gestehen, dass mir solche Ansätze eher pervers erscheinen, sollten sie denn genutzt werden, um Menschen den Konsum von täglich großen Mengen an Getreideprodukte zu erlauben. Man beachte an der Stelle die Annahme, dass Stärke <em>per se</em>, die Mikronährstoff Balance und vieles mehr in diesen Produkten nicht sonderlich günstig zu sein scheint.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;"><strong>Meine persönliche Meinung:<br />
</strong>Persönlich vermeide ich schon recht lange jegliche Getreideprodukte &#8211; ohne sie großartig zu vermissen wohlgemerkt.</p>
<p style="text-align: justify;">Zwar esse ich auf einem Familienfest  ebenfalls gerne mal das ein odere andere Stückchen Kuchen, in meiner alltäglichen Ernährung will ich Getreide allerdings nicht wissen.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Ich würde allerdings nie behaupten, dass man mit Brot und Konsorten niemals gesund altern könne! Diese Problematik ist nur ein winziger Stein im Mosaik “Gesundheit” (in meinen Augen allerdings kein Positiver und in bestimmten Fällen bringt es eventuell das Fass zum überlaufen).</p>
<h3 style="text-align: justify;"><strong>Wie sieht es denn mit resistenter Stärke aus? </strong></h3>
<p style="text-align: justify;">Obwohl grundsätzlich als positiv angesehen, scheint sie zumindest <em>in vitro</em> ebenfalls Entzündungsreaktion auszulösen zu können. Resistente Stärke aktiviert allerdings im Falle einer realitätsnäheren Kultivierung (=Mischung aus verschiedenen Darmzelltypen in der Petrischale) gleichzeitig auch Signalwege, die diese negativen Effekte in der Summe abmildern (Bermudez-Brito et al., 2015).</p>
<p style="text-align: justify;">Wie überall gilt: Alles mindestens doppelt so kompliziert wie man es erwartet.</p>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Referenzen</strong></h2>
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<p style="text-align: justify;">Wood, Nelson, Roger B. Johnson, and Charles F. Streckfus. &#8218;Comparison Of Body Composition And Periodontal Disease Using Nutritional Assessment Techniques: Third National Health And Nutrition Examination Survey (NHANES III)&#8216;. <em>J Clin Periodontol</em> 30.4 (2003): 321-327. Web.</p>
<p style="text-align: justify;">Zambom de Souza, Alessandra Zanin et al. &#8218;Oral Supplementation With L-Glutamine Alters Gut Microbiota Of Obese And Overweight Adults: A Pilot Study&#8216;. <em>Nutrition</em> 31.6 (2015): 884-889. Web.</p>
<p style="text-align: justify;">Zhang, Chenhong et al. &#8218;Interactions Between Gut Microbiota, Host Genetics And Diet Relevant To Development Of Metabolic Syndromes In Mice&#8216;. <em>The ISME Journal</em> 4.2 (2010): 312-313. Web.</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptin-wirkung-darm-teil-2/">Die Wirkung von Leptin: Der Schlüssel liegt im Darm Teil 2</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Die Wirkung von Leptin: Der Schlüssel zur Traumfigur Teil 1</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/leptin/leptin-wirkung-traumfigur-teil-1/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Phil Böhm]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jun 2015 17:28:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leptin]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Fettabbau]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Du bist was du isst. Wie dieser Artikel zeigen wird, bist du womöglich unterschwellig resistent gegenüber dem Sättigungshormon Leptin. Zumindest wenn man dich mit verschiedenen Naturvölkern vergleicht. Weitere lesenswerte Beiträge über das Thema Leptin auf [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Du bist was du isst. Wie dieser Artikel zeigen wird, bist du womöglich unterschwellig resistent gegenüber dem Sättigungshormon <a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptin-stoffwechsel-hormon/"><strong>Leptin</strong></a>. Zumindest wenn man dich mit verschiedenen Naturvölkern vergleicht.</p>
<p style="text-align: justify;">Weitere lesenswerte Beiträge über das Thema Leptin auf diesem Blog:</p>
<ul>
<li style="text-align: justify;"><a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptin-wirkung-darm-teil-2/">Die Wirkung von Leptin Teil 2</a></li>
<li style="text-align: justify;"><a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptinresistenz-und-hungerprobleme-mit-dieser-frucht-ueberwinden/">Leptinresistenz und Hunger mit dieser Frucht überwinden</a></li>
<li style="text-align: justify;"><a href="https://genetisches-maximum.de/ketogen/fasten-modus-schilddruese-und-leptin/">Fasten-Modus &#8211; Schilddrüse und Leptin</a></li>
<li style="text-align: justify;"><a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/refeed-leptin-als-ursache-fur-t-und-t3-insuffizienz/">Leptin als Ursache für Testosteron und T3 Insuffizienz</a></li>
</ul>
<h2 style="text-align: left;">Ein Indianer kennt keine Leptinresistenz</h2>
<p style="text-align: justify;">Selbst wenn du ein Elite-Athlet mit Waschbrettbauch bist, hat der mopselige Dorfschamane aller Voraussicht nach trotzdem niedrigere Leptinspiegel. Hexerei? Wohl kaum.</p>
<p style="text-align: justify;">Im Folgenden schreibe ich darüber, was bei diesen Naturvölkern auf dem Speiseplan steht und weshalb wohl hier die Diskrepanz zwischen deren und unseren Leptinspiegeln zu suchen ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Bestimmte Faktoren in unserer Ernährung scheinen für uns höhere Leptinkonzentrationen nötig werden zu lassen. Welche Faktoren das sein könnten, erfährst du, wenn du weiterliest.</p>
<blockquote><p><strong>Anmerkung</strong><br />
Ich möchte das Fazit vorweg nehmen und direkt zu Beginn klar stellen, dass dieser Artikel nicht als “ernähre-dich-wie-das-Naturvolk-XY” verstanden werden soll. Ich will nicht den Eindruck vermitteln man solle sich seine Gesundheit über exotische Produkte mit Diesel und Kerosin erkaufen. Im Prinzip geht hier schlicht um unverarbeitete &#8211;  gerne auch regionale &#8211; Lebensmittel.Die Doktrin des Artikels ist also wieder einmal so simpel wie : “Setze auf whole-food!”.</p></blockquote>
<h3 style="text-align: justify;"><strong>Auf einen Blick</strong></h3>
<p style="text-align: justify;">Zu Beginn möchte ich zusätzlich betonen, dass ich epidemiologisch und evolutionsbiologisch nicht so versiert bin wie Chris. Inzwischen habe ich mich aber dennoch durch die ein oder andere Studie gelesen und möchte gerne meinen &#8218;Aha-Effekt&#8216; mit euch teilen.</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li style="text-align: justify;">Westliche, durchtrainierte Sportler weisen trotz niedrigem Körperfett dramatisch höhere Leptinspiegel auf als er in verschiedenen Naturvölker zu beobachten ist.</li>
<li style="text-align: justify;">Man könnte sich fragen: Sind wir durch unsere abweichende Ernährung etwa latent Leptin-resistent und benötigen deshalb mehr Leptin als z.B. Amazonas-Indianer?</li>
<li style="text-align: justify;">Diese Naturvölker entwickeln enorm schnell das Metabolische Syndrom, sobald sie mit westlicher Ernährung in Kontakt kommen; die Leptin-Spiegel erhöhen sich rasch.</li>
<li style="text-align: justify;">Woran liegt es? Niedrige Leptinspiegel und höhere Sensitivität durch Low-Carb und den &#8218;Jäger-und-Sammler&#8216; Lebensstil? Sind es letztendlich doch die “bösen Kohlenhdrate”?!</li>
<li style="text-align: justify;">Nein, denn andere Naturvölker <em>(z.B. Kitavan) </em>ernähren sich zu 70 % von Kohlenhydraten und sind stoffwechseltechnisch sogar noch gesünder!</li>
<li style="text-align: justify;">Allerdings finden sich in keinem Fall raffinierten, azellulären und somit dichte Kohlenhydratquellen wie in unserer Ernährung, sondern hauptsächlich Obst und Wurzelgemüse!</li>
<li style="text-align: justify;">Sorgt der hohe Verarbeitungsgrad und die Kohlenhydratdichte unserer Ernährung für eine Dysbiose der Darmflora?</li>
<li style="text-align: justify;">Die Aufnahme von Endotoxinen führen zu unterschwelligen Entzündungen und könnten ab einer gewissen Dauer und Prädisposition der Grund für viele Leiden unserer Gesellschaft darstellen inklusive der Leptin-und Insulinresistenz, Adipositas und Diabetes, Hashimoto Thyreoditis, Zöliakie, Multipler Sklerose,&#8230;.</li>
</ul>
<h3 style="text-align: justify;"><strong>Zwischenfazit</strong></h3>
<p style="text-align: justify;">Vollwertige und unverarbeitete Lebensmittel auf den Teller!</p>
<p style="text-align: justify;">Außerdem wird meine lang bestehende Auffassung, dass ein hoher Kohlenhydratanteil (vor allem) für Schlanke und Aktive zu bevorzugen ist, durch die Untersuchungen der Kitavan-Ernährung unterstützt.</p>
<p style="text-align: justify;">Desweiteren befürworte ich ebenfalls schon seit Längerem einen hohen Obstanteil, viel Wurzelgemüse und ganz allgemein <em>&#8218;whole-food&#8216;</em>. Raffinierte Stärkequellen (zum Teil mit zusätzlich Gluten, Lektinen und FODMAP&#8217;s) sind in meinen Augen eher zu vermeiden.<strong> </strong></p>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Wie Ernährung die Hormonsensitivität prägt</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Die Insulin-Resistenz ist inzwischen ein gängiger Begriff. Als edubily-Leser weiß man, dass ein <strong>“optimierter” Fettstoffwechsel</strong> deinem Kohlenhydratstoffwechsel nicht sonderlich gut tut. Fasten, extremer Ausdauersport und Ketogene Diäten induzieren eine <strong>temporäre, physiologische Insulinresistenz </strong>(Tuominen et al.,  1996; de Oliveira Caminhotto &amp; Lima, 2013):</p>
<p style="text-align: justify;">Chris hat an dieser Stelle regelmäßig auf die Biochemie dahinter verwiesen, namentlich den <strong>Randle-Cycle</strong>.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wir erinnern uns </strong><br />
Der Randle-Cycle besagt, dass sich Fett und Glucose in einem kontinuierlichen Armdrücken befinden. Dieses Gerangel der Energiesubstrate findet auf verschiedenen Ebenen statt.<br />
Dieser Machtkampf tobt nicht nur im Blut sondern insbesondere auch innerhalb der Zellen (Hue &amp; Taegtmeyer, 2009). Sofern man nicht mit dem Keto-Vorschlaghammer, einem Marathons oder ähnlichem daherkommen, ist man als gesunder Mensch dennoch metabolisch einigermaßen flexibel.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;"><em><strong>Anmerkung von Chris: </strong>Bevor es hier zu Missverständnissen kommt, möchte ich noch kurz eine Sache dazu sagen. Der Fettstoffwechsel muss immer relativ betrachtet werden. Wenn jemand beispielsweise sehr dick ist, dann lagern sich Fettsäuren und -Derivate im Muskel ein und überladen die Mitochondrien. Dummerweise kann der Muskel von Diabetikern (respektive Insulin-Resistenten) sehr häufig nicht gut mit der Fettmenge umgehen. Das kann man z. B. zeigen anhand einer niedrigeren mitochondrialen Dichten und weniger Kapazität bzgl. der Oxidation von Fettsäuren. Hier ist eine Steigerung der Fettsäure-Oxidation absolut gewinnbringend, denn dadurch wird man die Fettsäuren im Muskel los (und hoffentlich auch im Schwabbel): Der Muskel wird wieder Insulin-sensitiv. Programmiert man den Muskel aber auf chronisch stark gesteigerte Fettverbrennung, so wird er die Glukose-Utilisation schlicht dramatisch verringern. Natürlich wäre solch ein Muskel (bzw. der Körper) vermutlich geschützt vor metabolischer Entgleisung (z. B. Fettleibigkeit). Auf der anderen Seite aber, können dieselben Signalwege auch dafür sorgen, dass der Muskel wiederum Insulin-resistent wird. Das konnte z. B. jüngst gezeigt werden: Dramatisch mehr PGC1-alpha (kennt ihr, oder?) im Muskel sorgt dafür, dass der unablässig und maximal Fett verbrennt. Problem: Der muskuläre Stoffwechsel ist komplett auf die Fettaufnahme und -verarbeitung ausgelegt. So werden gegessene Kohlenhydrate direkt in Fett umgewandelt (im Muskel) &#8211; hörten die Tiere sich auf zu bewegen, dann stauten sich die Fettsäuren erneut und das insulin signalling war erneut dramatisch eingeschränkt (siehe oben). </em></p>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Fett oder Kohlenhydrate</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Dank Chris&#8216; Vorarbeit wisst ihr nun, dass Fett gewissermaßen der Insulin-Sensitivität schadet. Gilt ähnliches auch für Leptin?</p>
<p style="text-align: justify;">Ich habe mir nun die Frage gestellt, ob die Nahrungszusammensetzung bestimmt, wie wir auf eine gewisse Konzentration an Leptin reagieren. Eine höhere Sensitivität wäre wohl anzustreben, so dass bei geringem Fettanteil wenig Leptin ausreicht um den Hunger kontrollierbar und die Stoffwechselrate am Laufen zu halten.</p>
<h3 style="text-align: justify;"><strong>Amazonas-Indianer als Vorbild nehmen</strong></h3>
<p style="text-align: justify;">Man untersuchte die Leptin-Spiegel von westlichen Langdistanzläufern mit denen der Ache Indianer aus Paraguay. Das Erstaunen war groß, als man feststellte, dass im Blut der Langdistanzsportler signifikant mehr Leptin zirkuliert; und das obwohl sie einen <strong>geringen Körperfettanteil</strong> aufwiesen (Bribiescas et al., 2006).<br />
Es sollte angemerkt werden, dass diese Sportler im Prinzip als vollkommen gesund anzusehen sind. Die jeweiligen Hormonspiegel lagen absolut im Referenzbereich unserer Standards.</p>
<p style="text-align: justify;">Dennoch ist es irritierend, dass die Ache, wie auch andere Naturvölker, extrem viel niedrigere Leptinkonzentrationen aufweisen.<strong> </strong></p>
<blockquote><p><strong>Genetischen Faktoren oder Mikronährstoff-Defizienz?</strong><br />
Da diese Untersuchungen an unverwandten Naturvölker durchgeführt wurden, welche zum Teil sogar von verschiedenen Kontinenten stammen, erscheint eine genetische Komponente eher unwahrscheinlich.</p>
<p style="text-align: justify;">Außerdem wurde anfangs spekuliert, dass eventuell eine Unterversorgung mit gewissen Mikronährstoffen die Leptinwerte niedrig hält. Es ist zum Beispiel bekannt, dass Zink sehr bedeutend für die Leptinproduktion ist und dass unter Naturvölker recht häufig eine Zinkdefizienz vorzufinden ist. Deshalb hat man (innherhalb einer wenig soliden Studie) einigen Ache Indianer täglich 50mg Zink-Gluconat verabreicht. Man fand allerdings keinerlei Unterschiede bezüglich der Leptinwerte (Bribiescas et al., 2003).</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Sind die Ache also schlicht sensitiver gegenüber Leptin und haben deshalb geringere Blutspiegel?</p>
<p style="text-align: justify;">Und sollte das zutreffen: Ist der Grund für deren guten Energiestoffwechsels der <strong>geringe Kohlenhydratanteil</strong>, welcher bekanntermaßen typisch ist für solche Jäger-und-Sammler ist?</p>
<p style="text-align: justify;">Es klingt zugegebenermaßen durchaus wahrscheinlich. Besonders wenn man die hohe Anfälligkeit für das <em>&#8218;Metabolische Syndrom&#8216;</em> bedenkt, sollten solche Naturvöker denn einmal mit westlichen Einflüssen &#8211; insbesondere Agrarkultur und vielen Kohlenhydraten – konfrontiert werden (Page et al., 1974; Lindberg et al., 2001; Lindgärde et al., 2004).</p>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Veto aus Melanesien</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Kitavan erfreuen sich blendener Gesundheit bei 70 % der täglichen Kalorien aus Kohlenhydraten.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Kitavan sind ein Inselvolk aus Melanesien und verfolgen ebenfalls eine recht traditionelle Lebensweise. Im Gegensatz zu den Ache aus Paraguay betreiben sie allerdings in erster Linie Ackerbau.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Fokus liegt hier auf Früchten und Wurzelgemüse, worauf der Hauptanteil ihrer Ernährung liegt; neben etwas Fleisch, Fisch und Kokosfett (Lindberg et al., 1994).</p>
<p style="text-align: justify;">70 % der Kalorien aus hoch-glykämischen Lebensmitteln &#8211; kann das gut gehen?</p>
<p style="text-align: justify;">Und wie! Die Kitavan stehen offenbar metabolisch gesehen sogar noch besser da als andere Naturvöker. Sie haben auffällig <strong>niedrige Leptin- und Insulinspiegel</strong>; Stoffwechselerkrankungen treten hier quasi nicht auf (Lindberg et al., 1999/2001).</p>
<p style="text-align: justify;">Natürlich darf man keine zu voreiligen Schlüsse ziehen. Das Gegenbeispiel haben wir bei den Inuit kennengelernt.</p>
<p style="text-align: justify;">Eines der Paradebeispiele und Stützpfeiler der <strong>Keto-Philosophie</strong> ist bekanntermaßen die Ernährung der Inuit. Chris hat in zwei Artikeln (<a href="https://genetisches-maximum.de/ketogen/die-keto-diaet-der-inuit-die-es-nie-gab/">hier</a> &amp; <a href="https://genetisches-maximum.de/paleo/palao-keinen-fettstoffwechsel-durch-gen-mutation/">hier</a>) hervorragend dargelegt, warum diese Argumente <strong>keinerlei Substanz</strong> haben.</p>
<blockquote><p><strong>Exkurs</strong><br />
Inuit weisen eine sehr <strong>spezifische Mutation</strong> auf <em>(CPT1A)</em>.<br />
Somit sind sie offenbar sehr schlecht darin aus Lipiden Ketonkörper zu bilden (Greenberg et al., 2009; Rajakumar et al., 2009; Heinbecker et al., 1928).</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Trotz allem wird diese genetisch distinkte Population immer noch herangezogen, um dem 0815-Bürger die Vorteile eines kompletten Kohlenhydratverzichts schmackhaft zu machen.Im Gegensatz zu den häufigen Behauptungen scheinen sie also nicht an die Ketogenese sondern eher <strong>die Gluconeogenese</strong> angepasst zu sein &#8211; die körpereigene Bildung von Glucose (Heinbecker et al., 1928).</p>
<p style="text-align: justify;">Man könnte äquivalent dazu wohl auch einen Kleinwüchsigen zum<em> &#8218;dunking-contest&#8216;</em> im Basketball einladen. Jedenfalls ziemlich paradox, dieses Sache.</p>
<p style="text-align: justify;">Also zuerst an die eigene Nase fassen.</p>
<p style="text-align: justify;">Natürlich ist es nun genauso gut möglich, dass die Kitavan äquivalent dazu genetische Anpassungen aufweisen, die sie zu besonders effektiven Kohlenhydratverwertern werden lassen. Nach einiger Recherche ist mir hierzu allerdings nichts bekannt. Trotzdem möchte ich diese Eventualität erwähnt wissen.</p>
<h2 style="text-align: justify;">H<strong>öhere Leptinspiegel in westlichen Sportlern</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Einmal angenommen die Kitavan weisen keine genetische Anpassung auf, dann bedeutet dies, dass die erhöhten Leptinspiegel in uns “modernen” Menschen nicht von den <strong>Kohlenhydrate <em>per se</em> </strong>herrühren können.</p>
<p style="text-align: justify;">In einer interessanten Publikation zu diesem Thema wird genau diese Frage im Detail thematisiert (Spreadbury, 2012). Laut der Hypothese dieses Review ist die Ursache im Darm zu suchen.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Autor spekuliert, dass die höheren Leptinwerte (und damit eine latente Resistenz?) das Resultat einer regelmäßigen Zufuhr von  <strong>azellulären, raffinierten und damit sehr dichten Kohlenhydratquellen</strong> sind.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Kitavan nutzen wie gesagt in erster Linie zelluläre Kohlenhydratquellen. Somit sind die Kohlenhydrate innerhalb der Organellen gespeichert. Es liegt in der Natur der Sache, dass aus osmotischen Gründen sowie Platzgründen die verwertbaren Kohlenhydrate nicht viel mehr als 20 % des Zellvolumens einnehmen (Spreadbury, 2012).</p>
<p style="text-align: justify;">Durch den <strong>hohen Wasser- und Ballaststoffanteil</strong> wird somit die absolute Aufnahmemenge begrenzt.</p>
<p style="text-align: justify;">Bei raffinierten Lebensmitteln wie Stärke oder raffiniertem Zucker sieht dies natürlich anders aus und man kann sich bei geringem Volumen enorme Mengen zuführen. Zusätzlich entgehen einem die <strong>assoziierten Ballast-und Mikronährstoffe</strong>.</p>
<table style="height: 834px;" width="591">
<tbody>
<tr>
<td width="321"><strong>Kartoffel</strong></td>
<td width="321"><strong>Weizenkorn (bzw. Mehl)</strong></td>
</tr>
<tr>
<td width="321">
<ul>
<li>zelluläre Kohlenydratquelle</li>
<li>hoher Wasseranteil <em>(hydriert, physiologisch)</em></li>
<li>Zellen metabolisch aktiv</li>
<li>enthält deshalb relevante Mikronähstoffe</li>
<li>günstiges Verhältnis der Spurenelemente <em>(Kalium, Calcium-zu-Phosphat Ratio,&#8230;) </em>(Anderson et al., 1977; Lee et al., 2015)</li>
<li>enthält α-Ketosäuren als “Nieren-freundliche” Präkursoren für Aminosäuren (Isherwood &amp; Niavis, 1956; Teplan et al., 2000)</li>
</ul>
<p><strong>In diese Kategorie fält jegliches Obst und (Wurzel)-Gemüse</strong></td>
<td width="321">
<ul>
<li>azelluläre, raffinierte Kohlenhdratquelle</li>
<li>geringer Wasseranteil <em style="font-family: inherit; font-size: inherit; line-height: 1.4;">(dehydriert)</em></li>
<li><span style="font-family: inherit; font-size: inherit; line-height: 1.4;">metabolisch inaktiv = Dormanz oder “Keimruhe”;</span></li>
<li><span style="font-family: inherit; font-size: inherit; line-height: 1.4;">Kohlenhydrate gespeichert in separatem Nährgewebe (</span><em style="font-family: inherit; font-size: inherit; line-height: 1.4;">Endosperm</em><span style="font-family: inherit; font-size: inherit; line-height: 1.4;">)</span></li>
<li>ungünstige Spurenelement-Ratio <em>(hoher Phosphatanteil, Mineral-bindende Phytinsäure)</em></li>
<li>verschiedene Anti-Nährstoffe <em>(z.B. Gluten)</em></li>
</ul>
<p><strong>In diese Kategorie fällt (mehr oder weniger) jegliches Getreide und Pseudogetreide <em>(Amaranth, Quinoa, Buchweizen)</em> wie auch Reis.</strong></p>
<ul>
<li>o.g. Probleme wurden traditionell durch Keimauslösung <em>(&#8218;Quellen-lassen&#8216;)</em> oder verschiedene Verarbeitungsmethoden <em>(Sauerteigbrot, alkalische Nixtamalisation et cetera)</em> abgemildert.</li>
<li>massentaugliche und zeitsparende Herangehensweise heutzutage sind vermutlich problematisch <em>(Backtriebmittel in Aufback-Brezel, weitere Zusatzstoffe,&#8230;)</em></li>
<li>Zusatzstoffe in “Zucker-freien” Lebensmitteln ist häufig Maltodextrin; wird auch häufig von Sportler genutzt (inklusive mir in der <u>Vergangenheit</u>); inzwischen sind negative Effekte bzgl. Darmflora bekannt  (Nickerson et al., 2015)</li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Die Darmflora und verschiedene Kohlenhydrate</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Die Zusammensetzung der Darmflora <em>(=Mikrobiom)</em> ist recht individuell und hängt zum Beispiel von der <strong>Genetik</strong> und der <strong>initialen Besiedelung</strong> ab.</p>
<p style="text-align: justify;">Bedingt wird Letztere unter anderem von Faktoren wie der Entbindungsart und der postnatalen Ernährung (Salminen et al., 2004; Dominguez-Bello et al., 2010; Fallani et al., 2010).</p>
<p style="text-align: justify;">Allerdings ist auch der <strong>alltägliche Einfluss der Ernährung</strong> nicht zu unterschätzen; Nagerstudien sprechen von einem Einfluss von 60% der Ernährungsgewohnheiten und von nur 12% genetische Faktoren (Zhang et al., 2012).</p>
<p style="text-align: justify;">Eine <strong>ungünstige Verschiebung</strong> der Darmflora durch hohen Mengen an raffinierten Kohlenhdratquellen kann wohl durchaus zum Reizdarmsyndrom beitragen (<a href="https://genetisches-maximum.de/dextrin/reizdarm-darmbakterien/">s. Simon&#8217;s Artikel</a>). <strong><br />
</strong><br />
Eine erhöhte Permeabilität der Dünndarmschleimhaut resultiert in einer gesteigerten Aufnahme von Endotoxinen. Das sind zumeist hoch-immunogene Bruchstücke von Bakerienzellwänden <em>(Lipopolysaccharide; LPS)</em>, welche im unteren Dünndarm in die Lymphe und letztendlich das Blut übertreten. Hiervon wird das <strong>angeborene Immunsystem</strong> aktiviert, was schließlich zu einer latent <strong>reduzierten Leptin-Sensitiviät</strong> und anderen Problemen führen könnte (Brown et al., 2012).</p>
<p style="text-align: justify;">Generell scheint der Ursprung vieler unserer Wohlstandskrankheiten wie Diabetes mellitus und Adipositas im Darm zu liegen, von wo aus sich die Insulin-und Leptinresistenz im Körper “ausbreitet” (Caricilli &amp; Saad, 2014; Khan et al., 2014; Shan &amp; Song, 2015).</p>
<blockquote><p><strong>Interessant</strong><br />
Eine ungünstige Bakterienzusammensetzung innerhalb der Mundhöhle scheint ebenfalls Aufschluss über unsere metabolische Gesundheit geben zu können. Es wurde zum Beispiel gezeigt, dass in der Mundflora von so gut wie allen übergewichtigen Studienteilnehmer <strong>eine gewisse Bakterienart </strong><em>(Selenomonas noxia)</em> besonders häufig zu finden ist (Goodson et al., 209). Zusätzlich korreliert die orale, bakterielle Entzündungskrankheit <strong><em>“Paradontitis”</em></strong> mit Adipositas (Wood et al., 2003; Ritchie et al., 2007).</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">In Folge von westlichen Einflüssen verschlechtert sich in Naturvölker übrigens gleichermaßen die orale und metabolische Gesundheit (Klaus &amp; Tam, 2009).</p>
<h3 style="text-align: justify;"><strong>Ernährung von westlichen Läufern auf dem Prüfstand</strong></h3>
<p style="text-align: justify;">Laut der oben ausgeführten Hypothese der “Darmflora-Dysbiose” als Folge von raffinierten Kohlenhydraten haben wir es <strong>nicht nur</strong> mit der offensichtlich schlechten <em>&#8218;Cafeteria Diet&#8216;</em> voller Donuts und Cookies zu tun.</p>
<p style="text-align: justify;">Eine <strong>mediterrane Ernährungsform</strong> schließt beispielsweise nicht nur Olivenöl, Gemüse und Fisch mit ein, sondern meist ebenso<strong> einiges an raffinierten Kohlenhydraten</strong>; zumindest gilt das für die verbreitete Interpretation der mediterranen Ernährung.</p>
<p style="text-align: justify;">Hier kann man auch nochmals die westlichen Ausdauerathleten anbringen. Typischerweise verputzen die so einiges an zum Beispiel Pasta oder Reis. Konzentrierte Stärkequellen bieten sich für deren enormen Bedarf natürlich an.</p>
<p style="text-align: justify;">Augenscheinlich sind sie fit und gesund – meist ähnlich wie Anwender der mediterranen Ernährung. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass ihr Sportpensum beziehungsweise das Olivenöl, der Fisch und die Polyphenole einige der Probleme kaschieren/beheben können (Lopez-Lagarrea et al., 2014).</p>
<p style="text-align: justify;">Fakt ist dennoch, dass der “moderne” Mensch in der Regel höhere Leptinspiegel aufweist. Die Hinweise sprechen für eine vermehrte Aufnahme von Endotoxinen und unterschwellige Entzündungen. Diese lassen in der Folge <strong>mehr Leptin nötig</strong> <strong>werden</strong> als beispielsweise in Naturvölker ohne raffinierte Kohlenhydratquellen.</p>
<blockquote><p><strong>Was ist positiv für die Darmflora?</strong><br />
Polyphenole scheinen durchaus einen erheblichen Einfluss auf das Mikrobiom auszuüben. Im Granatapfel finden sich die sogenannte <strong><em>Punicalagine</em></strong>, welche nachweislich die Menge an günstigen <em>Bifidobakterien</em> und <em>Lactobacillen</em> im Darm erhöhen können (Bialonska et al., 2010).<br />
Insgesamt scheint hoher Fettanteil negativ, ein geringer Fettanteil dagegen positiv auf das bedeutsame Verhältnis von <em>Firmicutes</em> zu <em>Bacteroidetes</em> zu wirken (Fava et al., 2012).</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Wie in <a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptinresistenz-und-hungerprobleme-mit-dieser-frucht-ueberwinden/">diesem Artikel</a> eingangs erwähnt, ist selbst in Mediziner- und Forscherkreisen der Begriff der Leptinresistenz <strong>nicht wirklich eindeutig definiert</strong> (Myers et al., 2012). Auf Grund dieser Methodik-und Definitionsprobleme sind auch meine Ausführung bezüglich einer &#8218;unterschwelligen Leptinresistenz&#8216; eher als <strong>spekulativ </strong>anzusehen!</p>
<p style="text-align: justify;">Allerdings scheint es ein grundsätzliches Phänomen zu sein, dass ein veränderlicher und fließender Sensitivitätsverlauf gegenüber Hormonen besteht (s.o. “physiologische Insulinresistenz durch Keto-Diät oder einen Marathon”).</p>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Ausblick</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Das Wesentliche wäre hiermit gesagt. Im Zuge der Recherche bin ich allerdings auf einige weitere spannende Studien gestoßen. Diese Beispiele werden ihren Platz in einem Folgeartikel finden.</p>
<p style="text-align: justify;">Es wird im Speziellen um Getreide und die Glutenproblematik gehen und was es mit der resistenten Stärke und der Darmflora auf sich hat. Am Ende kommt es zum <em>&#8217;show-down&#8216;</em> zwischen zwei grundverschiedenen Menüs:</p>
<p style="text-align: justify;">Cafeteria Food <em>versus</em> Health Food.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir werden uns anschauen, was nach dem jeweiligen Konsum im Blut der Probanden passiert.</p>
<p style="text-align: justify;">Hier geht es zum zweiten Teil über die Wirkung von Leptin: <a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptin-wirkung-darm-teil-2/">Der Schlüssel liegt im Darm</a>.</p>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Referenzen<br />
</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Anderson, M.P. et al. &#8218;Long-Term Effect Of Low Dietary Calcium:Phosphate Ratio On The Skeleton Of Cejbus Albifrons Monkeys&#8216;. <em>Journal of Nutrition</em> 107.834-839 (1977): n. pag. Print.</p>
<p style="text-align: justify;">Bermudez-Brito, Miriam et al. &#8218;Resistant Starches Differentially Stimulate Toll-Like Receptors And Attenuate Proinflammatory Cytokines In Dendritic Cells By Modulation Of Intestinal Epithelial Cells&#8216;. <em>Molecular Nutrition &amp; Food Research</em> (2015). Web.</p>
<p style="text-align: justify;">Bialonska, Dobroslawa et al. &#8218;The Influence Of Pomegranate By-Product And Punicalagins On Selected Groups Of Human Intestinal Microbiota&#8216;. <em>International Journal of Food Microbiology</em> 140.2-3 (2010): 175-182. Web.</p>
<p style="text-align: justify;">Briebiescas, Richard G. &#8218;Effects Of Oral Zinc Supplementation On Serum Leptin Levels In Ache Males Of Eastern Paraguay&#8216;. <em>American Journal of Human Biology</em> 15.5 (2003): 681-687. Web.</p>
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		<title>Leptinresistenz und Hungerprobleme mit dieser Frucht überwinden?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Phil Böhm]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Jun 2015 12:26:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leptin]]></category>
		<category><![CDATA[Fettabbau]]></category>
		<category><![CDATA[Hormone]]></category>
		<category><![CDATA[Pflanzen-Extrakte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Leptinresistenz. Häufig wird über sie geschrieben und in etwa weiß man etwas damit anzufangen. Dennoch ist sie recht schwammig definiert und selbst in Forschung und Klinik würde man sich eine Konkretisierung des Begriffs wünschen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Die Leptinresistenz. Häufig wird über sie geschrieben und in etwa weiß man etwas damit anzufangen. Dennoch ist sie recht schwammig definiert und selbst in Forschung und Klinik würde man sich eine Konkretisierung des Begriffs wünschen (Myers et al., 2012). Ohne weiter auf dieses Definitionsproblem einzugehen möchte ich in diesem Artikel einige Konzepte zur Entstehung einer Leptinresistenz diskutieren und im Zuge dessen einen oftmals übersehenen Zelltyp im Gehirn vorstellen – die Gliazellen.</p>
<p style="text-align: justify;">Zu guter Letzt möchte ich eure Aufmerksamkeit auf eine brandaktuelle Studie lenken, welche von einem vielversprechenden Pflanzenextrakt mit Leptin-sensitivierender Wirkung handelt.</p>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Leptin &#8211; Ursprünge und Grundwissen</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Die Geschichte beginnt 1950. Eine spontane Mutation ist in einer Labormaus der Versuchstierzucht von <em>Jackson Laboratory</em> aufgetreten (Ingalls et al., 1950). Beim Betrachten dieser Maus wurde jedem sofort ersichtlich, dass etwas mit ihr nicht stimmen konnte. Diese Maus war nämlich überaus adipös und hatte einen nicht zu stillenden Hunger. Glücklicherweise stellte man die richtigen Fragen und ging der Sache auf den Grund. Besser gesagt, man versuchte die Erscheinung der Maus (=Phänotyp) durch Veränderungen in der Erbinformation (=Genotyp) zu erklären. Heute wissen wir, dass dieser Fettleibigkeit ein ganz bestimmtes mutiertes Gen zu Grunde lag:</p>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Das <em>ob-</em>Gen</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Es stellt den Bauplan für das <a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptin-stoffwechsel-hormon/">Hormon namens Leptin</a> dar (Zhang et al., 1994).</p>
<figure id="attachment_3463" aria-describedby="caption-attachment-3463" style="width: 499px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/05/leptin_ob-ob-maus.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-3463" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/05/leptin_ob-ob-maus.jpg" alt="das hungerhormon leptin" width="499" height="562" /></a><figcaption id="caption-attachment-3463" class="wp-caption-text"><em>Abb. 1: Ratespiel – Finde die Leptin-defiziente ob/ob-Maus!</em></figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Leptin ist mittlerweile enorm populär. Seine Entdeckung vor 20 Jahren bildet gewissermaßen die Basis der Adipositas-Forschung und prägte maßgeblich unser Verständnis der Energie-Homöostase (Friedman &amp; Mantzoros, 2015).</p>
<p style="text-align: justify;">Leptin kennt man im Volksmund als <strong>“Sättigungshormon”</strong> und inzwischen wird es auch immer häufiger auf (Sport-)Ernähurngsblog&#8217;s erwähnt. Bevor ich etwas tiefer in die Materie einsteige, sollte ich wohl dennoch die Grundlagen ansprechen.</p>
<p style="text-align: justify;">Leptin ist ein zirkulierendes Hormon, welches haupsächlich vom weißen Fettgewebe produziert wird. Bemerkenswerterweise korrelieren die Leptinspiegel mit der Menge des Depotfetts (Considine et al., 1996). Leptin ist also eine Art Feedback-Signal. Seine Blutkonzentration spiegelt den <strong>“Füllstand” der weißen Fettzellen</strong> wieder und ist somit ein Indikator für die langfristige Verfügbarkeit von Energie.</p>
<p style="text-align: justify;">Besonders das Gehirn registriert Fluktuationen der Leptinspiegel und passt über Nervenzell-Netzwerke das <strong>Essverhalten</strong> und den <strong>Energieverbrauch</strong> an die jeweilige Situation an (Campfield et al., 1996; Saper et al., 2002). Somit kann der Körperfett in einem physiologischen Bereich gehalten werden.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Bedeutet:</strong><br />
wenig Depotfett = wenig Leptin = mehr Hunger + langsamer Stoffwechsel</p>
<p style="text-align: justify;">viel Depotfett     =    viel Leptin   = weniger Hunger + schneller Stoffwechsel</p>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Leptin, der Hirnstamm und die Mahlzeitengröße</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Im Hypothalamus werden Nervenzellen durch Leptin aktiviert, die über absteigende Nervenfasern mit dem Hirnstamm kommunizieren (Blevins, 2004). Dort wird unter anderem die Magenentleerungsrate und damit die Mahlzeitengröße reguliert. Dies geschieht über den sogenannten <em>Vagovagalen Reflex.</em></p>
<p style="text-align: justify;">Eine Aufgabe des Vagus Nerv ist es, dem Hirnstamm mitzuteilen (a) wie sehr der Magen gedehnt wird und (b) ob anorexigene Darmhormone ausgeschüttet wurden wie zum Beispiel CCK oder GLP-1.</p>
<p style="text-align: justify;">Mit zunehemender Nahrungsaufnahme wird reflexartig die Rate der Magenentleerung reduziert wodurch das Völlegefühl (“Sättigung”) entsteht (Malagelada et al., 1976; Kaplan et al., 1997; van der Velde et al., 1999).</p>
<p style="text-align: justify;">Leptin scheint diesen Reflex über hypothalamische Nervenfasern <strong>positiv modulieren</strong> zu können damit die Sättigung früher erzielt wird (Langhans &amp; Geary, 2006; Berthoud, 2008; Camilleri, 2015).</p>
<p style="text-align: justify;">Besitzt man nun genug Fettreserven (=viel Leptin) reagiert man also sensibler auf Signale des Magen-Darmtrakts. Fastet man oder weist einen niedrigen Körperfettanteil auf (=wenig Leptin) werden die Mahlzeiten in der Regel größer.</p>
<figure id="attachment_3467" aria-describedby="caption-attachment-3467" style="width: 500px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/05/leptin_hypotalamus_abb1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-3467" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/05/leptin_hypotalamus_abb1.jpg" alt="leptin wirkt im gehirn" width="500" height="1017" /></a><figcaption id="caption-attachment-3467" class="wp-caption-text"><em>Abb. 2: Regulation der Mahlzeitengröße in Abbhängigkeit der Energiereserven und Leptin&#8217;s Einfluss auf die Kommunikation zwischen Hypothalamus und Hirnstamm.</em></figcaption></figure>
<blockquote><p><strong>Info<br />
</strong><em>Neben der homöostatischen Regulation spielt &#8211; insbesondere beim Menschen &#8211;  auch die Schmackhaftigkeit und der hedonische Wert eines Lebensmittels eine große Rolle (Saper et al., 2002).</em></p>
<p><em>Leptin beeinflusst zum Beispiel zusätzlich die <strong>dopaminergen “Belohnungszentren”</strong> und damit höhere Gehirnfunktionen (Hommel et al., 2006; Lenninger et al., 2009)</em></p></blockquote>
<h2 style="text-align: justify;">Weshalb Leptin den großen Erwartungen (bisher) nicht standhielt <strong><br />
</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Die ursprüngliche Überlegung, dass Übergewichtige schlicht Probleme mit der Produktion dieses “Sättigungssignals” hätten, wurde recht bald für den Großteil der Fälle zerschlagen; und somit der Traum der einfachen Adipositas-Therapie durch eine simple Leptin-Substitution.<br />
In Adipösen zirkulieren, auf Grund der hohen Fettmasse, nämlich enorme Konzentrationen an Leptin (Considine et al., 1996). Dennoch beobachtet man bei ihnen eine ungehemmte Nahrungsaufnahme <em>(Hyperphagie)</em>.</p>
<blockquote><p><strong>Adipositas</strong><br />
<em> BMI &gt;30</em><br />
<em> besser Taillenumfang &gt;88cm (Frau) bzw. &gt;102cm (Mann)</em><br />
<em> &#8218;waist-to-hip-ratio&#8216; &gt;0,85 (Frau) bzw. &gt; 0,9 (Mann)</em></p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Das beruht auf einer <strong>Leptinresistenz. </strong>Der Adipöse reagiert also nicht adäquat auf das viele Leptin. In adipösen Versuchtstieren wurde jedoch wiederholt gezeigt, dass eine Leptingabe direkt in den Hirnventrikel – im Gegensatz zu peripheren Injektionen – den erwarteten Effekt einer stark reduzierten Nahrungsaufnahme bewirkt.</p>
<p style="text-align: justify;">Daher rührt der ursprüngliche und recht simple Gedanke eines <strong>beeinträchtigten Transports von Leptin über die Blut-Hirnschranke</strong>.</p>
<p style="text-align: justify;">Wie aktuelle Arbeiten äußerst elegant zeigen konnten, scheint dies tatsächlich so zuzutreffen (Balland et al., 2014). Den Transport von Leptin in das Gehirn pharmakologisch zu ermöglichen wird wohl eine von vielen zukünftigen Behandlungsstrategien der Adipositas darstellen.</p>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Glia-Zellen: Türhüter an der Blut-Hirnschranke?</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Ähnlich wie der Mann vom Lande in Kafka&#8217;s <em>“Vor dem Gesetz”</em> gelangen zirkulierende Faktoren nicht ohne weiteres in das Gehirn. Zum einen gibt es da die Blut-Hirnschranke, die nur an bestimmten Bereichen sowie nur für bestimmte Substanzen durchlässig ist (=neurohämale Schnittstelle). Und selbst wenn die Substanzen aus der Blutzirkulation ins Gehirn übergetreten sind liegen möglicherweise noch einige Zellen zwischen ihnen und der Zielzelle.</p>
<p style="text-align: justify;">Eine dieser Zellbarrieren bilden die sogenannten <strong>Glia-Zellen</strong>, der zweite Zelltypus im Gehirn neben den Nervenzellen. Im Griechischen steht <em>glia</em> für “Leim” und zur Zeit seiner Entdeckung betrachtete man die Glia tatsächlich als simples Stützgewebe. Heute ist bekannt, dass Glia-Zellen die Nervenzellen in ihrer kommunikativen Funktion unterstützen.</p>
<blockquote><p><strong>Info</strong><br />
<em> Ich verkneife mir hier bewusst die an dieser Stelle typischen Ausführungen zur zahlenmäßige Überlegenheit der Glia-Zellen im Gehirn. Viele Forscher verweisen in ihren Einleitungen nämlich häufig auf ein Glia-zu-Neuronen Verhältnis von 10:1 oder höher &#8211; vermutlich um die Bedeutung ihres Forschungsfelds zu unterstreichen. Allerdings wird inzwischen immer häufiger vermerkt, dass dies ein nicht ausreichend belegter und oftmals naiv rezitierter Mythos sein könnte. Auch wenn die Ratio sehr stark vom Gehirnbereich und der betrachteten Spezies abhängt, besteht Evidenz, dass sie letztendlich doch näher bei 1:1 liegen könnte &#8211; auch im Menschen (Azevedo et al., 2009). </em></p>
<p><em>Die Bedeutung der Glia ist inzwischen so oder so hinreichend belegt so dass man sich theoretisch nicht mehr mit der putativen und wenig-validen Überzahl an Zellen rechfertigen müsste. Zukünftige Forschung wird hier hoffentlich Klarheit verschaffen.</em></p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Bezüglich ihrer Funktion gilt es allerdings als gesichert, dass Glia-Zellen die Ausbildung von synaptische Verbindungen strukturell unterstützen können. Zusätzlich greifen Glia-Zellen direkt über das Ausschütten sogenannter Gliotransmitter in die Neurotransmission ein (<em>Tripartite Synapse</em>). Glia-Zellen vermitteln zwischen Nervenzellen und Blutgefäßen. Somit passen sie den lokale Blutfluss an die Hirnaktivität an und stellen die Versorgung mit Sauerstoff und Energieträgern sicher.</p>
<figure id="attachment_3466" aria-describedby="caption-attachment-3466" style="width: 499px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/05/leptin_signalübertragung_abb2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-3466" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/05/leptin_signalübertragung_abb2.jpg" alt="signalübertragung" width="499" height="840" /></a><figcaption id="caption-attachment-3466" class="wp-caption-text"><em>Abb. 3: Modulation der Signalübertragung an der &#8218;Tripartiten Synapse&#8216; durch die Glia</em></figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Allerdings scheint zusätzlich der Transport von zirkulierenden Signalstoffen in das Gehirn durch die Glia reguliert zu werden. In einer interessanten Studie wurde gezeigt, dass gewisse Glia-Zellen <em>(Astrocyten &amp; Tanycyten)</em> selbst Leptin-Rezeptoren exprimieren und zirkulierendes Leptin binden (Balland et al., 2014; Kim et al., 2014). In der Folge wird der gebundene Leptin-/Leptin-Rezeptorkomplex inkorporiert, im Hypothalamus verteilt und an die entsprechenden Nervenzellen weitergeleitet.</p>
<figure id="attachment_3465" aria-describedby="caption-attachment-3465" style="width: 501px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/05/leptin_transport_abb3.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-3465" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/05/leptin_transport_abb3.jpg" alt="transport von leptin schematische darstellung" width="501" height="583" /></a><figcaption id="caption-attachment-3465" class="wp-caption-text"><em>Abb. 4: Modell für den Leptin-Transport in das Gehirn über spezielle Glia-Zellen im Hypothalamus.</em></figcaption></figure>
<blockquote><p><strong>Info</strong><br />
<em> Dies scheint abhängig von einem gewissen Signalweg zu sein &#8211; dem <strong>ERK-Signalweg</strong> (extracellular-signal regulated Kinase). Da diese Gliazellen bekanntermaßen sehr empfänglich für die Stimulation dieses Signalwegs sind, wurde im Zuge dieser Studie zusätzlich versucht diesen pharmakologisch zu aktivieren und den Leptin-Transport zu steigern (Balland et al., 2014).</em></p>
<p><em>Die periphere Gabe eines bestimmten Wachstumsfaktors (EGF) schien hier recht gut zu funktionieren. Allerdings ist Vorsicht geboten mit Hinblick auf das therapeutische Potential, da eventuell auch die Durchlässigkeit der Blut-Hirnschranke für andere Substanzen erhöht wird (Gao et al., 2014).</em></p></blockquote>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Aus dem &#8218;Leim&#8216; gehen:<br />
Schlechte Ernährung schadet Glia und Leptin-Sensitivität</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Im Kontext der Adipositas  sind systemische Entzündungen ein wichtiger Faktor. Man hat vielleicht schon davon gelesen, dass das (viszerale) Fettgewebe in Adipösen häufig von Immunzellen infiltriert wird, sich stark entzündet und strukturell verändert.</p>
<p style="text-align: justify;">Im Hypothalamus kann man ähnliche strukturelle Veränderungen beobachten (Thaler &amp; Schwartz, 2010). Interessanterweise können diese in Nagern schon <strong>nach wenigen Tagen</strong> auftreten (Thaler et al., 2012). Alles was man dafür tun muss, ist ihnen hoch-kalorisches und pro-inflammatorisches Futter zu geben (äquivalent zur typisch-westlichen “<em>Cafeteria Diet”</em>).</p>
<blockquote><p><strong>Info</strong><br />
<em> Im Fettgewebe treten Entzündungen später und eher als Folge der Fettzunahme auf. </em><br />
<em> Die hypothalamische Entzündung hingegen entsteht rapide – noch <strong>bevor </strong>Veränderungen der Fettmasse sichtbar werden! </em></p>
<p><em> Somit könnten diese Veränderungen eventuell sogar ein potentieller Auslöser der Leptinresistenz und Adipositas darstellen. </em></p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Prinzipiell kann man diese strukturellen Veränderungen im Hypothalamus als<strong> tatsächliche Gehirnverletzung </strong>bezeichnen, ähnlich solcher in Folge eines Schädel-Hirntraumas oder eines Schlaganfalls.</p>
<p style="text-align: justify;">Mechanistisch spielen unter anderem Entzündungen, oxidativer Stress, Ammonium- und Exzitotoxizität sowie fehlgefaltete Proteine eine Rolle. Die Gehirnzellen im Hypothalamus reagieren hierauf. Wieder einmal ist besonders die Glia involviert und bildet sogenannte <strong>Glia-Narben</strong>.</p>
<p style="text-align: justify;">Dies sind unter dem Mikroskop klar erkennbare morphologische Veränderung, die typischerweise bei Hirnschädigung zu beobachten sind <em>(reaktive Gliose)</em>. Sie zielen unter anderem darauf ab den Schaden zu begrenzen, allerdings sind die Glia-Zellen somit zusätzlich in ihrer Funktion eingeschränkt (Pekny et al., 2014).</p>
<p style="text-align: justify;">Wie wir inzwischen wissen, scheinen die Glia-Zellen äußerst bedeutend für den Leptin-Transport zu sein. Eine pro-inflammatorische <em>&#8218;Cafeteria Diet&#8216; </em> könnte folglich den Hypothalamus “vernarben” und dadurch zur Entwicklung einer Leptinresistenz begünstigen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Im Menschen</strong> lassen Aufnahmen mit einem Kernspinntomographen vermuten, dass Adipöse ähnliche strukturelle Schäden im Hypothalamus aufweisen (Thaler et al., 2012). Diese Schäden scheinen zumindest laut Nagerstudien aber reversibel (Berkseth et al., 2014).</p>
<figure id="attachment_3464" aria-describedby="caption-attachment-3464" style="width: 1192px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/05/leptin_reaktive_gliose_abb4.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-3464 size-full" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/05/leptin_reaktive_gliose_abb4.jpg" alt="so entstehen glia-narben" width="1192" height="500" /></a><figcaption id="caption-attachment-3464" class="wp-caption-text"><em>Abb. 5: Reaktive Gliose und Entstehung von Glia-Narben.</em></figcaption></figure>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Beflügelt durch pflanzliche Leptin-Sensitizer </strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Durch einen aufmerksamen edubily-Leser bin ich auf die Fährte einer äußerst vielversprechenden Substanz gestossen. Dieser Leser lies mir also einen Link zukommen – <em>Danke nochmals an der Stelle</em> &#8211; und ich muss gestehen, ich war äußerst erstaunt.</p>
<p style="text-align: justify;">Studien zu Pflanzenextrakte werden recht inflationär veröffentlicht, die tatsächliche Relevanz ist aber häufig überschaubar.</p>
<p style="text-align: justify;">Als ich jedoch die Referenzen dieser Mitteilung betrachtete, stellte ich fest, dass sie auf einer Publikation im renommierten Journal <em>“Cell”</em> von letzter Woche basierte (Liu et al., 2015).</p>
<p style="text-align: justify;">Es geht um ein ganz bestimmtes Kraut, die sogenannte <strong>Wilfords Dreiflügelfrucht</strong> (<em>Tripterygium wilfordii</em>). Offenbar wird diese in der traditionellen chinesischen Medizin schon lange zum Beispiel gegen Rheuma oder Arthritis eingesetzt.</p>
<p style="text-align: justify;">Eine in ihr enthaltene Substanz, das Triterpen <strong>Celastrol</strong>, kann aber angeblich noch viel mehr und scheint laut dieser Studie ein ausgesprochen effektiver Leptin-Sensitizer zu sein.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Originalstudie ist durchaus spannend zu lesen und es wurden hochwertige Techniken angewandt um Celastrol überhaupt als bioaktiven Kandidaten zu identifizieren.</p>
<p style="text-align: justify;">Das explizite Ziel war einen Stoff zu finden, der die Fehlfaltung von Proteinen besonders im Gehirn <em>(Hypothalamus)</em> zu reduzieren vermag um somit die Leptin-Sensitivität zu verbessern.</p>
<p style="text-align: justify;">In verschiedenen, adipösen Mausmodellen <em>(genetisch oder Ernährungs-induziert)</em> wurde dann eindrucksvoll bewiesen, dass durch Celastrol-Gabe ein extrem <strong>ausgeprägter Verlust an Fettmasse</strong> hervorgerufen werden kann. Dieser Verlust ist tatsächlich sehr beeindruckend, verlieren die adipösen Mäuse doch tatsächlich fast die Hälfte ihres Körpergewichts <em>(von 50g auf 25-30g = Normalgewicht). </em></p>
<p style="text-align: justify;">Und das geschah innerhalb von <strong>nur 22 Tagen nach oraler Verabreichung!</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die Nahrungsaufnahme war stark reduziert, was die Autoren nach verschiedenen Versuchen auf eine <strong>verstärkte Wirkung von Leptin</strong> zurückführen. Interessanterweise genügte übrigens eine Woche von Celastrol um die Blutzuckerkontrolle in adipösen Mäusen stark zu verbessern. Auch schlanke Mäuse profitierten von Celastrol in dieser Hinsicht.</p>
<p style="text-align: justify;">Für schlanke Mäuse scheint Celastrol laut der Studie übrigens als <strong>ungefährlich</strong> zu gelten, denn Nahrungsaufnahme und Magermasse blieben normal. Es scheint seine sättigende Wirkung also vor allem in adipösen Individuen zu zeigen, welche hohe Leptinspiegel aufweisen.</p>
<p style="text-align: justify;">Auf Grund der Tatsache, das die Nahrungsaufnahme in schlanken Mäusen unverändert bleibt, kann man zusätzlich Folgendes ableiten:</p>
<p style="text-align: justify;">Die orale Celastrolgabe scheint keine gastrointestinalen Probleme und/oder Geschmacksaversion gegenüber nachfolgender Nahrung auszulösen. Eine reduzierte Nahrungsaufnahme auf Grund von Übelkeit wäre natürlich in der klinischen Anwendung alles andere als wünschenswert.</p>
<blockquote><p><strong>Info</strong><br />
<em> Kalorimetrische Untersuchungen weisen übrigens klar darauf hin, dass Celastrol <strong>kein &#8218;Fat-Burner&#8216;</strong> zu sein scheint. Die behandelten Mäuse bewegten sich sogar eher weniger und hatten einen leicht reduzierten Energieverbrauch über den Tag gesehen.</em></p>
<p><em>Celastrol scheint einfach ein äußerst <strong>potenter Appetitzügler</strong> zu sein!</em></p>
<p><em>Der genaue Mechanismus wurde leider nicht im Detail eruiert.</em><br />
<em> Immerhin wurde gezeigt, dass Celastrol im Hypothalamus Gene aktiviert, die den <strong>Stress durch fehlgefaltete Proteine reduzieren</strong> (=und damit die Leptin-Sensitivität erhöhen?) (Ozcan et al., 2009; Liu et al., 2015). </em></p>
<p><em>Gleichzeitig wurde eine gewisse <strong>Synergie</strong> zwischen Celastrol und Leptin nachgewiesen; Celastrol scheint desweiteren seine Wirkung <strong>nur in Gegenwart von Leptin</strong> entfalten zu können. Dennoch sind dies alles eher vage Hinweise und eine eindeutige Kausalität wurde bisher nicht prsäentiert.</em></p>
<p><em>Natürlich wird auch pharmakologisch versucht die Leptin-Sensitivität zu verbessern. </em></p>
<p><em>Zu nennen wäre hier zum Beispiel <strong>Pramlintide</strong>, ein Derivat des pankreatischen Hormons Amylin (Turek et al., 2010). Man sollte sich aber hierbei immer im Klaren sein, dass eine gewisse Therapien häufig nur für eine gewisse Subpopulation in Frage kommt. </em></p>
<p><em>Eine Vielzahl an individuellen Faktoren, die variabel miteinander interagieren, scheint gerade hinsichtlich der Leptin-Sensitivität eine Pauschalisierung unmöglich zu machen. </em></p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Alles in allem wäre es meiner Meinung nach großartig, würde der Inhaltsstoff einer altbekannten Heilpflanze in neuem Kontext tatsächlich diese Versprechungen halten können.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Zukunft wird vielleicht zeigen können, ob Adipösen mit Hyperleptinämie und Leptinresistenz tatsächlich von Celastrol profitieren.</p>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Ausblick</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Um diesen Artikel übersichtlich zu halten, werde ich vorraussichtlich einen zweiten Teil über Leptin schreiben.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Angedachte Themen wären:</strong></p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Einfluss versch. Ernährungsfaktoren auf die Leptinresistenz (sind es Kohlenhydrate? Oder doch Fett? Paradoxon der Kitava-Ernährung)</li>
<li>Signalweg des Leptins und die Rolle von SOCS3</li>
<li>Leptin&#8217;s peripheren Effekte, z.B. in der Muskulatur</li>
<li>der Magen als weitere Quelle für &#8218;gastrisches Leptin&#8216; und die Implikationen hiervon</li>
<li>Geschlechtsunterschiede zwischen Mann und Frau</li>
<li>Frühkindliche Prägung der Leptin-Sensitivität; Verantwortung der Eltern</li>
<li>Menschen hinter der Wissenschaft; Profil von z.B. Jeffrey Friedman</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Beim Betrachten der Liste könnte es wohl vielleicht doch sogar ein Dreiteiler werden.<br />
Weitere Ideen und Vorschläge sind natürlich immer willkommen. Gerne als Kommentar unter dem Artikel.</p>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Referenzen</strong><strong><br />
</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Azevedo, Frederico A.C. et al. &#8218;Equal Numbers Of Neuronal And Nonneuronal Cells Make The Human Brain An Isometrically Scaled-Up Primate Brain&#8216;. <em>J. Comp. Neurol.</em> 513.5 (2009): 532-541. Web.</p>
<p style="text-align: justify;">Balland, Eglantine et al. &#8218;Hypothalamic Tanycytes Are An ERK-Gated Conduit For Leptin Into The Brain&#8216;. <em>Cell Metabolism</em> 19.2 (2014): 293-301. Web.</p>
<p style="text-align: justify;">Banks, W. A. et al. &#8218;Triglycerides Induce Leptin Resistance At The Blood-Brain Barrier&#8216;. <em>Diabetes</em> 53.5 (2004): 1253-1260. Web.</p>
<p style="text-align: justify;">Berkseth, Kathryn E. et al. &#8218;Hypothalamic Gliosis Associated With High-Fat Diet Feeding Is Reversible In Mice: A Combined Immunohistochemical And Magnetic Resonance Imaging Study&#8216;. <em>Endocrinology</em> 155.8 (2014): 2858-2867. Web.</p>
<p style="text-align: justify;">Berthoud, H.-r. &#8218;Vagal And Hormonal Gut-Brain Communication: From Satiation To Satisfaction&#8216;. <em>Neurogastroenterology &amp; Motility</em> 20 (2008): 64-72. Web.</p>
<p style="text-align: justify;">Berthoud, Hans-Rudolf. &#8218;Multiple Neural Systems Controlling Food Intake And Body Weight&#8216;. <em>Neuroscience &amp; Biobehavioral Reviews</em> 26.4 (2002): 393-428. Web.</p>
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<p style="text-align: justify;">Camilleri, Michael. &#8218;Peripheral Mechanisms In Appetite Regulation&#8216;. <em>Gastroenterology</em> 148.6 (2015): 1219-1233. Web.</p>
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<p style="text-align: justify;">Pekny, Milos, Ulrika Wilhelmsson, and Marcela Pekna. &#8218;The Dual Role Of Astrocyte Activation And Reactive Gliosis&#8216;. <em>Neuroscience Letters</em> 565 (2014): 30-38. Web.</p>
<p style="text-align: justify;">Rangroo Thrane, Vinita et al. &#8218;Ammonia Triggers Neuronal Disinhibition And Seizures By Impairing Astrocyte Potassium Buffering&#8216;. <em>Nat Med</em> 19.12 (2013): 1643-1648. Web.</p>
<p style="text-align: justify;">Saper, Clifford B., Thomas C. Chou, and Joel K. Elmquist. &#8218;The Need To Feed: Homeostatic And Hedonic Control Of Eating&#8216;. <em>Neuron</em> 36.2 (2002): 199-211. Web.</p>
<p style="text-align: justify;">Thaler, Joshua P. et al. &#8218;Obesity Is Associated With Hypothalamic Injury In Rodents And Humans&#8216;. <em>Journal of Clinical Investigation</em> 122.1 (2012): 153-162. Web.</p>
<p style="text-align: justify;">Thaler, Joshua P., and Michael W. Schwartz. &#8218;Minireview: Inflammation And Obesity Pathogenesis: The Hypothalamus Heats Up&#8216;. <em>Endocrinology</em> 151.9 (2010): 4109-4115. Web.</p>
<p style="text-align: justify;">Turek, Victoria F. et al. &#8218;Mechanisms Of Amylin/Leptin Synergy In Rodent Models&#8216;. <em>Endocrinology</em> 151.1 (2010): 143-152. Web.</p>
<p style="text-align: justify;">van der Velde, P, I Koslowsky, and H.S. Koopmans. &#8218;Measurement Of Gastric Emptying During And Between Meal Intake In Free-Feeding Lewis Rats&#8216;. <em>American Journal of Physiology</em> 267.2 (1999): 597-605. Web. 26 May 2015.</p>
<p style="text-align: justify;">Zhang, Yiying et al. &#8218;Positional Cloning Of The Mouse Obese Gene And Its Human Homologue&#8216;. <em>Nature</em> 372.6505 (1994): 425-432. Web.</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/leptinresistenz-und-hungerprobleme-mit-dieser-frucht-ueberwinden/">Leptinresistenz und Hungerprobleme mit dieser Frucht überwinden?</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Refeed: Leptin als Ursache für T &#8211; und T3 &#8211; Insuffizienz?</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/leptin/refeed-leptin-als-ursache-fur-t-und-t3-insuffizienz/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Jul 2014 09:49:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leptin]]></category>
		<category><![CDATA[Kohlenhydrate]]></category>
		<category><![CDATA[T3]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als Insuffizienz würde ich nicht direkt einen Mangel bezeichnen, sondern viel mehr etwas Subjektives: Der Laborzetttel zeigt an, Testosteron &#8222;normal&#8220;, aber ganz unten im Referenzbereich. Das ist nicht suffizient, zumindest, wenn man damit seine Frau [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/refeed-leptin-als-ursache-fur-t-und-t3-insuffizienz/">Refeed: Leptin als Ursache für T – und T3 – Insuffizienz?</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Als Insuffizienz würde ich nicht direkt einen Mangel bezeichnen, sondern viel mehr etwas Subjektives: Der Laborzetttel zeigt an, Testosteron &#8222;normal&#8220;, aber ganz unten im Referenzbereich.</p>
<p>Das ist nicht suffizient, zumindest, wenn man damit seine Frau glücklich machen will &#8211; oder so ähnlich.</p>
<p>Was wir aber nicht vergessen sollten, ist die Tatsache, dass viele auch deshalb &#8211; natürlicherweise &#8211; mit weniger Testosteron durch die Gegend laufen, weil sie Vater geworden sind. Die Natur dachte sich wohl: So meiner junger Padawan, ich binde dich mit viel Oxytocin an deine Familie und an dein Kind, dafür entziehe ich dir deine Männlichkeit. Das ist natürlich übersteigert, du hast ja immer noch Bartwuchs etc. aber dir fehlt vielleicht die Affinität zu anderen Frauen. Das hat die Natur schon sehr clever eingerichtet. Also sei nicht traurig, es gibt schlimmere Sachen :-)</p>
<p>Naja, trotzdem könnte man ja auf die Idee kommen, dass das Testosteron bzw. der T3-Wert aus bestimmten Gründen nicht ansteigen kann, auch dann nicht, wenn ich mich mäste mit SD-Programm des Chris.</p>
<p>Der Körper ist ja nicht doof.</p>
<p>Du kannst die besten Handballspieler im Land haben, die besten Zuschauer, die besten Organisatoren, aber wenn das Rathaus beschließt, dass die Halle dicht gemacht wird, dann bringen all&#8216; die schönen Spieler/Zuschauer/Organisatoren nichts.</p>
<hr />
<p>Der menschliche Körper ist ein überdimensionierter Chemiebaukasten.</p>
<p>Jeder Schüler weiß spätestens ab der 10. Klasse, dass man Natriumchlorid in das Wasser kippen muss, damit ich Natrium und Chlorid-Ionen erhalte.</p>
<p>Wenn ich also Natriumchlorid da in den Topf kippe, dann passe ich die Eduktseite (linke Seite der Reaktionsgleichung) ja wohl so an, dass die Produktseite ergiebig ist.</p>
<p>Jeder Normaldenkende würde das ja instinktiv wissen: Ich werde ja wohl nicht 100 Tonnen Produkt erhalten, wenn ich 2g Edukt verwende.</p>
<p>Und das versuche ich dir immer anhand deiner Schilddrüse klar zu machen.</p>
<p>Du hättest also gerne viel output auf der rechten Seite der Reaktionsgleichung (T4, T3), aber die Edukt-Seite stimmt nicht (Jod, Selen, VitA, Eisen).</p>
<p>Und selbst wenn: Wenn das Rathaus (dein Gehirn) beschließt, dass die Halle dicht gemacht wird, dann nützt dir das auch nichts mehr.</p>
<hr />
<h4>Halle dicht machen: Leptin als Signalhormon im Hypothalamus.</h4>
<blockquote><p>Initially viewed primarily as a hormone designed to prevent obesity, a substantial body of work now suggests that leptin also signals the switch from the fed to the starved state (<a id="__tag_118003781" class="bibr popnode tag_hotlink tag_tooltip jig-ncbipopper" href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC377492/#B3">3</a>, <a id="__tag_118003784" class="bibr popnode tag_hotlink tag_tooltip jig-ncbipopper" href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC377492/#B8">8</a>). <strong>A fall in leptin acts through the hypothalamus to increase appetite, decrease energy expenditure, and modify neuroendocrine function in a direction that favors survival. The consequences of falling leptin include suppression of reproduction, linear growth, and the thyroid axis, as well as activation of the stress axis</strong> (<a id="__tag_118003797" class="bibr popnode tag_hotlink tag_tooltip jig-ncbipopper" href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC377492/#B3">3</a>). As with the mouse gene, mutation of the human leptin receptor gene can also cause obesity with central hypogonadism and hypothyroidism (<a id="__tag_118003795" class="bibr popnode tag_hotlink tag_tooltip jig-ncbipopper" href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC377492/#B9">9</a>).</p>
<p>(Flier et al., 2000)</p></blockquote>
<p>Meine Worte: Leptin fällt, das signalisiert deinem Gehirn, dass Nahrungsknappheit herrscht und das sorgt im Gehirn dafür, dass &#8222;deine Halle&#8220; dicht gemacht wird: T3 (&#8222;thyroid axis&#8220;) und Testosteron (&#8222;reproduction&#8220;) verabschieden sich.</p>
<h4>Kurz aber hart</h4>
<p>Man muss nicht viel darüber reden: Du solltest deinem Körper bei Diäten oder bei no carb Ernährungsformen immer wieder signalisieren, dass &#8222;genug da ist&#8220;.</p>
<p>Deshalb solltest du dir immer wieder Zeit nehmen, um dich im McDonalds, beim Dönermann oder in der Pizzeria zu verausgaben.</p>
<p>Wenn dir das zu brachial ist, dann bedenke folgendes:</p>
<p>Dieses eine mal möchtest du a) Kalorien, b) ordentlich Fett und c) Kohlenhydrate und das am besten auf einmal und so viel, dass du danach keine Lust mehr darauf hast.</p>
<p>Das ist nicht nur gutschmeckend, sondern auch sehr wichtig, um eine geregelte Hormonbalance zu halten.</p>
<p>Jetzt weiß ich ja, dass hier viele semi-essgestörte Menschen lesen, die sich dessen aber nicht bewusst sind (man verzeihe mir den Ausdruck) und ich genau weiß, dass das Resultat des genannten Leptin-Refeed-Themas ist, dass Menschen nach 3 Stunden Training, 15 Stunden Fasten und 3 Monaten Diät, daheim sitzen, mit dem Löffel in der Eiscreme pulen, 1500kcal essen und dann am nächsten Tag schreiben: Ich fühl mich schlecht, aber gebracht hat&#8217;s nichts.</p>
<p>Ja klar. 1500kcal &#8211; das isst Michael Phelps als Zwischenmahlzeit.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/leptin/refeed-leptin-als-ursache-fur-t-und-t3-insuffizienz/">Refeed: Leptin als Ursache für T – und T3 – Insuffizienz?</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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