<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Mentales - Biochemie für dein genetisches Maximum</title>
	<atom:link href="https://genetisches-maximum.de/category/mentales/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://genetisches-maximum.de</link>
	<description>Der Blog von Chris Michalk &#38; Phil Böhm. Seit 2014.</description>
	<lastBuildDate>Wed, 18 Dec 2024 11:22:09 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2019/02/cropped-edubily-favicon-32x32.png</url>
	<title>Mentales - Biochemie für dein genetisches Maximum</title>
	<link>https://genetisches-maximum.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Heilige Neuroplastizität</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/mentales/heilige-neuroplastizitaet/</link>
					<comments>https://genetisches-maximum.de/mentales/heilige-neuroplastizitaet/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Dec 2024 10:04:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Mentales]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://genetisches-maximum.de/?p=324248</guid>

					<description><![CDATA[<p>Man muss sich einmal vorstellen, dass man bis tief in die 90er-Jahre davon ausging, dass das Hirn weitestgehend ist wie es ist. Du bist (nicht) wie du bist! Im Kern veränderte sich die Sichtweise diesbezüglich [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/mentales/heilige-neuroplastizitaet/">Heilige Neuroplastizität</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: proxima-nova;">Man muss sich einmal vorstellen, dass man bis tief in die 90er-Jahre davon ausging, dass das Hirn weitestgehend ist wie es ist.</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Du bist (nicht) wie du bist!</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Im Kern veränderte sich die Sichtweise diesbezüglich über nahezu das komplette 20. Jahrhundert nicht. Es war einfach klar: Neuronen werden nach der frühen Entwicklung nicht mehr regeneriert und das Gehirn behält seine Struktur im Erwachsenenalter weitgehend bei.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Erst durch moderne Bildgebungsmethoden und experimentelle Studien wurde zunehmend klar, dass das Gehirn auch im Erwachsenenalter strukturelle und funktionelle Anpassungen vornehmen kann. Man spricht seitdem von <strong>Neuroplastizität</strong>.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Für mich ein sensationeller Begriff. Denn das hört sich wandelbar, fluide, flexibel, kurz: anpassungsfähig an. Unsere Neuronen &#8222;bewegen sich&#8220; konstant, strecken sich, suchen sich neue Partner, die zusammen neue Schaltkreise etablieren. Das Gehirn gilt heute als vielleicht das wandelbarste und anpassungsfähigste Organ unseres Körpers.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Genial, nicht wahr?</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Wer Milchshake bestellt, bekommt Milchshake </span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Leider, leider wissen die meisten Menschen nix davon. Die verstehen zwar, dass man (negative) Verhaltensweise etablieren kann, dass man neue Inhalte lernen kann – etwa Liedtexte. Aber dass man das Gehirn, also z. B. seine Gedankeneinfalt, eigentlich sein ganzes inneres Wesen, neu programmieren kann, scheint vielen fremd.</span></p>
<p style="padding-left: 40px;"><span style="font-family: proxima-nova;">Die meisten nutzen die Wandelbarkeit des Gehirns zu ihrem Nachteil: Wer ständig Milchshakes trinkt, präferiert Milchshakes. Eben nicht den Salat mit Hühnchen (<a href="https://www.cell.com/cell-metabolism/fulltext/S1550-4131(23)00051-7">Q</a>). </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Das wiederum ist die neurowissenschaftliche Kernmaxime der <em>kognitiven Verhaltenstherapie</em>, eines der wichtigsten Arbeitswerkzeuge in der modernen Psychotherapie. Also die Erkenntnis, dass ich mein Hirn und damit Verhaltens- und Denkprozesse wirksam umprogrammieren kann.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Ich weiß, jetzt denkt jeder an lange Sitzungen und ätzende Gespräche mit dem Psychologen. An harte, lange Arbeit an sich selbst. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Denn neue Schaltkreise etablieren sich prinzipiell in jeder Sekunde des Tages.</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Jetzt sofort mehr Meta-Ebene! </span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Schon alleine die einfach Beobachtung der eigenen Gedanken und Handlungsmuster (&#8222;Meta-Ebene&#8220;) etabliert bzw. stärkt neuronale Schaltkreise, die zwangsläufig dazu führen werden, dass wir affekt<span style="text-decoration: underline;">stabiler</span> – im Gegensatz zu affekt<span style="text-decoration: underline;">labil</span> – werden. <strong>Allein die innere Beobachtung. </strong></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Gelassenheit und Stressresistenz haben so gesehen oft nichts damit zu tun, noch härter an sich zu arbeiten, alles über Bord zu werfen oder gar ein anderer Mensch werden zu müssen. Die Etablierung einer inneren Meta-Ebene reicht oft aus, um erheblich gefasster und ruhiger zu wirken und dabei bessere Entscheidungen zu treffen. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"> Dieses neue Verhalten wird durch Reinforcement gestärkt: Wenn wir erleben, dass wir mit dieser Herangehensweise unsere Ziele erreichen oder uns nicht länger in Schuldgefühlen verlieren, weil wir uns wieder mal nicht im Griff hatten, fällt es uns leichter, diese neuen Denk- und Verhaltensweisen dauerhaft beizubehalten.</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Neuroplastizität ist einfach herrlich </span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Klingt nach win-win. Und genau das ist für mich dieser herrliche Begriff <em>Neuroplastizität</em>: <strong>Durch einfache Wiederholung (neue) Schaltkreise stärken, die ganz <em>automatisch</em> dafür sorgen, dass ich anders denken und handeln werde</strong> – mehr so, wie ich es gerne hätte. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">PS: Dieses Thema reicht so weit, dass Mütter aber auch Väter spezifische Aktivitäts- und Strukturmuster im Gehirn zeigen (<a href="https://www.sciencedaily.com/releases/2023/10/231005161752.htm">Q</a>, <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24958358/">Q</a>). Würde man solche Daten systematisch sammeln, könnte man vielleicht vorhersagen, mit welcher Personengruppen man es zu tun hat. So profund lenken äußere Einflüsse die Neuroplastizität des Gehrins. </span></p>
<p>&nbsp;</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/mentales/heilige-neuroplastizitaet/">Heilige Neuroplastizität</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://genetisches-maximum.de/mentales/heilige-neuroplastizitaet/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Du faule Socke!</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/mentales/du-faule-socke/</link>
					<comments>https://genetisches-maximum.de/mentales/du-faule-socke/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Nov 2024 12:01:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausdauer]]></category>
		<category><![CDATA[Leistungsfähigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Mentales]]></category>
		<category><![CDATA[Prävention]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://genetisches-maximum.de/?p=324192</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das Beste, was dir im Leben passieren kann, ist &#8230; Kniebeuge + Eiweißshake.  Ein ganz banales Rezept mit ungeahnter Tragweite. Deshalb Kniebeuge Wer eine Last auf den Schultern nach oben, also gegen die Schwerkraft, wuppen [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/mentales/du-faule-socke/">Du faule Socke!</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Beste, was dir im Leben passieren kann, ist &#8230;</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Kniebeuge + Eiweißshake. </strong></p>
<p>Ein ganz banales Rezept mit ungeahnter Tragweite.</p>
<h2>Deshalb Kniebeuge</h2>
<ul>
<li>Wer eine Last auf den Schultern nach oben, also gegen die Schwerkraft, wuppen kann, fühlt sich nicht nur physisch stark – auch sinnbildlich wirst du &#8222;mehr Last auf deinen Schultern tragen&#8220; können.</li>
<li>Die Kniebeuge, das zeigt eine <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39117711/">aktuelle Studie</a>, bringt dich an dein VO2max, reizt also deine s. g. aeroben Systeme maximal aus – in Laiensprache: Nicht nur die Beine werden maximal belastet, dein ganzer Körper wird bis zum Anschlag mit Sauerstoff geflutet!</li>
<li>Wenn du mit der Kniebeuge deine Maximalkraft trainierst, werden alle leistungsrelevanten Parameter auf Muskelebene besser – also auch deine Ausdauer!</li>
<li>Wer schwer oder ausdauernd hebt und den Körper danach mit Eiweiß, sprich mit Aminosäuren flutet, wird dem Leben signalisieren: Sieh her, meine Jagd – die ich ja gerade auf den Schultern nachhause getragen habe – war erfolgreich, ich kann mich und meine Sippe versorgen – die Evolution wird dir genau das mit einer massiven Flut an Endorphinen und einem tagelangen Wohlgefühl belohnen.</li>
</ul>
<p>Natürlich muss sich niemand direkt eine Langhantel auf den Rücken legen. Einfache Kniebeuge mit Eigengewicht reicht für Anfänger komplett aus. Sogar Fortgeschrittene können damit, je nach Trainingsvariation noch Fortschritte machen.</p>
<p>Du kannst die Kniebeuge explosiv oder langsam ausführen, ausdauernd (mit vielen Wiederholungen) oder eben &#8230; mit (hohem) Gewicht und wenigen Wiederholungen. Du kannst mit der Kniebeuge also dein ganzes System (aus-)trainieren.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Das kann wirklich jeder und jedes Kind. </strong></p>
<p>Auch du, jetzt sofort. Natürlich, natürlich heißt das Geheimnis, etwas abstrakter formuliert, nicht &#8222;Kniebeuge&#8220;, sondern Oberschenkelmuskulatur, da Größe x Stoffwechselaktivität hier den größten Hebel liefern.</p>
<p>Daher ist auch Bergwandern, Radfahren und alles, was die Oberschenkelmuskulatur gegen einen Widerstand arbeiten lässt, Gold wert für dich, deine Stoffwechselgesundheit und &#8230; ja, was eigentlich?</p>
<h2>Dein Oberschenkel heilt dich</h2>
<p>Dazu gab es erst kürzlich eine Arbeit im sehr renommierten Fachmagazin <em>Signal</em> <em>Transduction and Targeted Therapy</em>, die da heißt:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>&#8222;Molekulare Mechanismen der Bewegung, die zur Geweberegeneration beitragen&#8220; </strong>(<a href="https://www.nature.com/articles/s41392-022-01233-2">Q</a>)</p>
<p>Die Autoren stellen nämlich fest, dass der Körper traurigerweise über relativ wenig Regenerationsfähigkeit verfügt. Wenn also das Herz mal kaputt ist (Herzinfarkt), wird es generell schwer, die Regeneration auf den Ursprungszustand anzukurbeln, obwohl (!) das Herz über Stammzellen verfügt, die nur wachgeküsst werden müssten.</p>
<p style="padding-left: 40px;">Bewiesen an Dr. Godfrey, seines Zeichens Sportprof an der Brunel Universität. Über den wurde publiziert, weil sein Herz nach einem Herzinfarkt (Thrombose) durch hochintensives Intervalltraining innerhalb eines Jahres zu 50 % heilte. <a href="https://genetisches-maximum.de/ausdauer/sport-ist-mord/">Leser kennen die Story</a>. Hintergrund ist, dass Tierstudien zeigten, dass man Herzstammzellen durch intensiven Sport &#8222;wachküssen&#8220; kann.</p>
<p>Jedenfalls stellt uns die oben genannte Studie wunderbare Abbildungen parat, die man ja nur mal auf sich wirken lassen muss. Sieh her:</p>
<figure id="attachment_324194" aria-describedby="caption-attachment-324194" style="width: 727px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/11/41392_2022_1233_Fig1_HTML.png.webp"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-324194" title="41392 2022 1233 Fig1 HTML.png" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/11/41392_2022_1233_Fig1_HTML.png.webp" alt="41392 2022 1233 Fig1 HTML.png" width="727" height="699" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/11/41392_2022_1233_Fig1_HTML.png.webp 2071w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/11/41392_2022_1233_Fig1_HTML.png-300x288.webp 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/11/41392_2022_1233_Fig1_HTML.png-1024x984.webp 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/11/41392_2022_1233_Fig1_HTML.png-768x738.webp 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/11/41392_2022_1233_Fig1_HTML.png-1536x1477.webp 1536w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/11/41392_2022_1233_Fig1_HTML.png-2048x1969.webp 2048w" sizes="(max-width: 727px) 100vw, 727px" /></a><figcaption id="caption-attachment-324194" class="wp-caption-text"><strong><em>Gerne draufklicken zum Vergrößern. </em></strong></figcaption></figure>
<p>Natürlich sieht das unübersichtlich aus, zumindest auf den ersten Blick von Ungeübten, daher übersetze ich das mal:</p>
<ul>
<li><strong>Muskel.</strong> Sport erhöht die Zahl der Mitochondrien und regt die Teilung der Muskelstammzellen an. Resultat: Ermüdungsresistenz und Muskelwachstum.</li>
<li><strong>ZNS.</strong> Sport verbessert die Funktion vom Hippocampus (Lernzentrum), erhöht die Gefäßdichte und steigert die Reperaturkapazität der Neuronen.</li>
<li><strong>PNS. </strong>Im peripheren Nervensystem schützt Sport die Nervenbahnen, was in besserer Funktion und weniger Schmerz resultiert.</li>
<li><strong>Blutbildung.</strong> Sport erhöht die Stammzellaktivität des blutbildenden Systems. Gewusst?</li>
<li><strong>Knochen und Stützapparat.</strong> Sport steigert die Aktivität knochenbildender Zellen und erhöht so die Knochendichte. Außerdem verbessert Sport die Heilungsfähigkeit von z. B. Knorpeln und Gelenken.</li>
<li><strong>Leber.</strong> Sport erhöht die Energiegewinnung und die Heilungsfähigkeit der Leber, was z. B. vor Fettleber schützt.</li>
<li>Und <strong>Herz</strong>. Sport erhöht die Teilungsfähigkeit von Herzzellen, was u. a. in einem größeren und funktionaleren Herzen resultiert.</li>
</ul>
<p>Ist das nicht sensationell? Sport regeneriert also nicht nur den nach der Kniebeuge schmerzenden Muskel, sondern gleich den ganzen Körper mit. Wie das geht? Auch dafür gibt&#8217;s schon lange Antworten:</p>
<figure id="attachment_324195" aria-describedby="caption-attachment-324195" style="width: 845px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/11/41392_2022_1233_Fig8_HTML.png.webp"><img decoding="async" class="wp-image-324195" title="41392 2022 1233 Fig8 HTML.png" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/11/41392_2022_1233_Fig8_HTML.png.webp" alt="41392 2022 1233 Fig8 HTML.png" width="845" height="525" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/11/41392_2022_1233_Fig8_HTML.png.webp 1746w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/11/41392_2022_1233_Fig8_HTML.png-300x186.webp 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/11/41392_2022_1233_Fig8_HTML.png-1024x636.webp 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/11/41392_2022_1233_Fig8_HTML.png-768x477.webp 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/11/41392_2022_1233_Fig8_HTML.png-1536x954.webp 1536w" sizes="(max-width: 845px) 100vw, 845px" /></a><figcaption id="caption-attachment-324195" class="wp-caption-text"><strong><em>Beim Sport sezerniert der Muskel Botenstoffe, die auf alle anderen Gewebe wirken. </em></strong></figcaption></figure>
<p>Bei Bewegung &#8211; und teilweise noch Tage danach – sezernieren der Muskel, aber auch das Fettgewebe, Botenstoffe, die natürlich im Blut zirkulieren und fröhlich von anderen Geweben aufgenommen werden. Wo sie dann wirken.</p>
<p>Das beste Beispiel dafür ist der Botenstoff <a href="https://genetisches-maximum.de/stoffwechsel/irisin/">Irisin</a>, der z. B. ins Gehirn gelingt und dort Entzündungen hemmt, die synaptische Plastizität (= Anpassungsfähigkeit des Gehirns) erhöht und die Neuronenbildung anregt. Weitere bekannte Botenstoffe sind Adiponectin, IL6 und IL15 – gerne mal googeln!</p>
<h2>Wie viele Leben hast du nochmal?</h2>
<p>Die meisten Menschen verstehen eine Sache nicht: Dein Körper ist an hohe körperliche Belastung angepasst. Er braucht das, wie die Luft zum Atmen. Das ist tief in deinen Genen verankert, entwicklungsgeschichtlich bedingt. <strong>Ein Körper kann ohne intensive Bewegung gar nicht normal funktionieren</strong> – bitte reflektiere diesen Satz mal vor dem Hintergrund der heutigen Epidemien von Zivilisationskrankheiten.</p>
<p style="padding-left: 40px;">Ja, wir leben in der Matrix. Sich nicht zu bewegen ist nicht der Normalzustand und Sport kein nettes Zubrot. Daher wirkt Sport auch nicht &#8222;protektiv&#8220;. Der Normalzustand ist der bewegte Körper und der wird halt krank, wenn du&#8217;s nicht tust. Das ist ein mächtiges Reframing.</p>
<p>Ich denke mir: Es gibt (fast) keine Ausrede, um sich nicht zu bewegen. Natürlich gibt es vielleicht auch Menschen, die ehrlich sind und einfach keinen Bock haben sich zu regenerieren. Diese selbstlose Einstellung akzeptiere ich natürlich.</p>
<p>Für die anderen gilt:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Kniebeuge + Eiweißshake!</strong></p>
<p>Das ist dein <strong>wahres Lebenselexier</strong>, wie uns die Forschung eindrücklich beweist. :-)</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/mentales/du-faule-socke/">Du faule Socke!</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://genetisches-maximum.de/mentales/du-faule-socke/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>8</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wenn das Leben wieder schön wird</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/mentales/wenn-das-leben-wieder-schoen-wird-dopamin-depression/</link>
					<comments>https://genetisches-maximum.de/mentales/wenn-das-leben-wieder-schoen-wird-dopamin-depression/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 May 2024 07:17:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mentales]]></category>
		<category><![CDATA[Motivation]]></category>
		<category><![CDATA[Neurotransmitter]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://genetisches-maximum.de/?p=323824</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das Gehirn ist eines der beeindrucksten Organe, die wir kennen. Durch das Gehirn können wir denken, schmecken, riechen, aber vor allem fühlen. Wenn dieses feine Instrument nicht mehr gut funktioniert, nehmen wir die Welt völlig [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/mentales/wenn-das-leben-wieder-schoen-wird-dopamin-depression/">Wenn das Leben wieder schön wird</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: proxima-nova;">Das Gehirn ist eines der beeindrucksten Organe, die wir kennen. Durch das Gehirn können wir denken, schmecken, riechen, aber vor allem fühlen. Wenn dieses feine Instrument nicht mehr gut funktioniert, nehmen wir die Welt völlig anders wahr. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Diese Tatsache wird von erstaunlich vielen Menschen völlig verkannt. Man <em><strong>ist</strong></em> nicht, wie man <strong><em>ist</em></strong>. Man <em><strong>ist</strong></em>, wie das Gehirn einen <strong><em>sein lässt</em></strong>. Fehlt einem der Teil des Gehirns, der einen empathisch sein lässt &#8230; fehlt es einem halt an Empathie. Die kann man sich nur mühsam selbst erdenken. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Gleichwohl ist das Gehirn erstaunlich robust, sodass es ihm gelingt, uns nahezu über eine ganze Lebensspanne die perfekte Matrix zu projizieren. Merkt man aber erst dann, wenn das Gehirn Schäden nimmt oder eben, wenn es Funktionsverlust zeigt. Glücklicherweise sorgt die <em>neuronale Plastizität</em> für einen unglaublichen Erhaltungsspielraum. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Das können wir nutzen. Zu unserem Vor- oder Nachteil. Finde ich genial. </span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Dopamin und das kleine Glück </span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Das beste Beispiel dafür ist das &#8222;kleine Glück&#8220; des Alltags. Das wird hauptsächlich vermittelt durch Dopamin, ein Neurotransmitter, der vorrangig im präfrontalen Kortex, also im Bereich hinter der Stirn vorkommt. Es ist der Gehirnbereich, der für unser Handeln verantwortlich ist, durch den wir also <em>wollen</em> oder <em>nicht wollen</em>. Dopamin erzeugt das Gefühl dahinter. </span></p>
<figure id="attachment_323845" aria-describedby="caption-attachment-323845" style="width: 846px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="wp-image-323845 " title="dopamin gehirn" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/dopamin-gehirn.png" alt="dopamin gehirn" width="846" height="358" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/dopamin-gehirn.png 3566w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/dopamin-gehirn-300x127.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/dopamin-gehirn-1024x434.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/dopamin-gehirn-768x326.png 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/dopamin-gehirn-1536x651.png 1536w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/dopamin-gehirn-2048x868.png 2048w" sizes="(max-width: 846px) 100vw, 846px" /><figcaption id="caption-attachment-323845" class="wp-caption-text"><span style="font-family: proxima-nova;"><em><strong>Der lila eingefärbte Bereich ist der Ort im Gehirn, wo Dopamin hauptsächlich wirkt. </strong></em></span></figcaption></figure>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Beispiel: Sonntagsabends denkst du ans frühe Aufstehen und deinen unliebsamen Chef am nächsten Tag &#8230; Dopamin niedrig. Die geplante Pizza zum Mittag gleicht das aus, macht Dopamin hoch. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Den meisten von uns ist nicht klar, wie weitreichend Dopamin – hoch, niedrig, mittel, abgestumpft (dazu gleich mehr) – unser Leben bestimmt. Ich bewundere hier immer zwei Personengruppen: </span></p>
<ul>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">Kinder </span></li>
</ul>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Für die ist jede Blume ein Abenteuer. Der Traktor mit seinen Geräuschen entlockt ein langes &#8222;Wooow!&#8220;. </span></p>
<ul>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">Die Boomer </span></li>
</ul>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Heute eine absichtlich negativ besetzte Begrifflichkeit. Meine Elterngeneration. Die schafften es noch, Spaß am einfachen Leben zu haben. Die Depressionsrate war damals deutlich verringert. Obwohl diese Menschen 15-50 % (70er- bis 90er-Jahre) pro Kopf mehr arbeiteten als heute, war das Burnoutaufkommen um den Faktor 10 niedriger (<a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/239872/umfrage/arbeitsunfaehigkeitsfaelle-aufgrund-von-burn-out-erkrankungen/">Q</a>, <a href="https://www.sozialpolitik-aktuell.de/files/sozialpolitik-aktuell/_Politikfelder/Arbeitsmarkt/Datensammlung/PDF-Dateien/abbIV3.pdf">Q</a>). </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Das Kaffee trinken mit den Verwandten war ausreichend fürs Lebensglück. Daneben sammelten viele Menschen dieser Generation Briefmarken, Hifi-Systeme, die hatten Spaß an Aquarien, an Motorrädern, am Auto reparieren und dergleichen. Kurz: Die lebten ihr oft einfaches aber erfüllendes Leben. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Wohlgemerkt: So war das <em>davor</em> auch. Und <em>davor</em> auch. </span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Dopamin wirkt nicht mehr </span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Und dann sind wir im Heute angekommen. Depressionsraten gehen durch die Decke. Das Leben macht sehr vielen Menschen keinen Spaß mehr. Schuld sind natürlich immer andere, sich selbst sieht man grundsätzlich als Opfer der Umstände. </span></p>
<figure id="attachment_323831" aria-describedby="caption-attachment-323831" style="width: 2240px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/Blog-Artikel-Banner.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-323831 size-full" title="Blog Artikel Banner" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/Blog-Artikel-Banner.png" alt="Blog Artikel Banner" width="2240" height="998" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/Blog-Artikel-Banner.png 2240w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/Blog-Artikel-Banner-300x134.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/Blog-Artikel-Banner-1024x456.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/Blog-Artikel-Banner-768x342.png 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/Blog-Artikel-Banner-1536x684.png 1536w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/Blog-Artikel-Banner-2048x912.png 2048w" sizes="auto, (max-width: 2240px) 100vw, 2240px" /></a><figcaption id="caption-attachment-323831" class="wp-caption-text"><span style="font-family: proxima-nova;"><a href="https://www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe/depression-in-verschiedenen-facetten/depression-und-arbeit"><strong><em>Quelle: Stiftung Deutsche Präventionshilfe und Suizidprävention</em></strong></a></span></figcaption></figure>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Für meine Begriffe: Das Lebensgefühl vieler junger Menschen heutzutage. Doch das betrifft freilich nicht nur die. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Ein Zugang zu diesem Thema könnte einfacher nicht sein. Würde man die Tragweite einer Sache verstehen: </span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Wir sind Dopamin-desensitisiert.</strong></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Das lässt sich an kleinen Kindern wirklich eindrücklich studieren. Lässt man die eine Weile im Dopamin baden, also in Süßigkeiten, in Fastfood, in den &#8222;Kindervideos&#8220; auf dem Ipad und so weiter &#8230; verlieren die den Zugriff auf ihr noch so junges Leben. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Die beschäftigen sich nicht mehr mit ihren &#8222;einfachen&#8220; Büchern, Spielzeugen und sich selbst, mögen &#8222;gesundes Essen&#8220; nicht mehr, reden nur noch von ihrem Dopaminstimulatoren, während zeitgleich jede Form der noch so schwach ausgebildeten Selbstregulation den Bach runtergeht. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Kurzum: Die Kleinen haben keinen Bock mehr auf das normale Leben. Der &#8222;Witz&#8220; an der Geschichte: </span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Das bist du. Also <em>auch</em> du! </strong></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Das sind wir als Gesellschaft. </strong></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Auch das ist ja längst bewiesen. In einem anderen, höchst dopaminrelevanten Feld: Wer oft genug Pornos guckt, hat&#8217;s halt schwieriger, die eigene Frau zu ertragen (ganz hervorragend populärwissenschaftlich <a href="https://youtu.be/wSF82AwSDiU?si=vM71B4XWfap48tGl">hier</a> erklärt). Durch die regelmäßige Dopaminexplosion im präfrontalen Kortex stumpfen die Dopamin-Rezeptoren ab. Daraus resultieren zwei Dinge: </span></p>
<ol>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">Man braucht immer noch mehr Dopamin, das heißt noch stärkere Reize</span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">Das normale Leben wird maximal öde, unschön, ja enttäuschend und traurig </span></li>
</ol>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Wie bei den Ratten, die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Intracranial_Self-stimulation">von Olds und Milner 1954</a> untersucht wurden: Die konnten sich dank einer Elektrode im Gehirn &#8222;per Knopfdruck&#8220; selbst mit Dopamin stimulieren. Das Resultat: Das normale Leben (Sex, Essen etc.) verlor für die Ratten komplett seinen Reiz, bis sie starben, zumeist an Hunger bzw. Überanstrengung. (Hatten wir <a href="https://genetisches-maximum.de/kontroverses/infobesity-informationsflut-die-krank-machen-kann/">hier</a> schon mal.)</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Eine große Chance fürs Lebensglück </span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Dieser wirklich einfache Zusammenhang bietet eine große Chance: <strong>Das Leben kann wieder schön werden.</strong> Der Alltag kann wieder ertragbar werden. Wenn nur das Gehirn in den kleinen Dingen wieder etwas sieht. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Dann würden auch wir Erwachsene vielleicht verstehen, warum der Alte seine Fische liebte und das Kind zuhause <em>eigentlich</em> die pure Lebensfreude ist. Wie übrigens jedes andere Lebewesen auch. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Wir sind vielleicht die erste Generation&#8230; anders ausgedrückt: <strong>wir sind das erste Zipfelchen Menschheit, das konstant im Dopamin badet und auch genau deshalb (!) Lebenslust, Spaß und Lebensfreude verliert. </strong></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Das ist leider ein wichtiger Grund, warum die Jugend heute – so wie ich das in meinem nahen Umfeld beobachte – so große Anpassungsschwierigkeiten hat. Das Leben spielt sich leider oft am süchtig machenden Smartphone ab (Dopamin!), während man Probleme hat, im normalen und für viele offenbar zu banalen Leben mit Beruf, Freizeitaktivitäten wie Sport und Ausbildung anzukommen. Pervertiert in Form des &#8222;neuen Trends&#8220; <em>Bed Rotting. </em></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Eine andere Realität hat diese Generation aber noch nie erlebt, weil die quasi mit der modernen Dopaminflut, maßgeblich auch durch soziale Medien und Co. getriggert, aufgewachsen und groß geworden sind. Die kennen einfach gar keinen anderen Zustand. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Gleichzeitig, und das ist eine weitere Tragik, infantilisieren wir dadurch unser Gehirn. Wir sind mehr und mehr impulsgesteuert, also affektlabil, und schaffen es immer weniger, die psychische Kontrolle und damit den emotionalen Abstand auch zu Weltproblemen zu halten, die es aber schon immer gab. Kurzum: Wir machen uns das Leben zur Hölle – im Innen. </span></p>
<div class="article__body">
<blockquote><p><span style="font-family: proxima-nova;">Die jungen Leute brauchen mehr Medienkompetenz: Wie bewege ich mich in sozialen Medien, was sind verlässliche Quellen. Und dann noch ganz banale Dinge: regelmäßiger Sport, regelmäßig draußen sein. Und es braucht gute Zukunftsperspektiven. Gerade da finde ich persönlich, dass der Begriff &#8222;Work-Life-Balance&#8220; auch kontraproduktiv verstanden werden kann. Denn er impliziert, dass die Arbeit nicht zum Leben gehört. Das ist doch keine schöne Perspektive, wenn die eigene Arbeit keinen Sinn hat oder keinen Spaß macht. (<a href="https://www.sonntagsblatt.de/artikel/gesellschaft/psychiater-warum-die-zahl-depressiver-jugendlicher-steigt-und-was-dagegen">Q</a>)</span></p></blockquote>
</div>
<div class="brick intro-text" data-layout-desktop="" data-layout-tablet="" data-layout-mobile="" data-brickid="4753c378-b93d-47df-ab43-7748a799c4f6" data-b-title="STZ-RSP18 - B - Artikel (Vorspann)">
<blockquote><p><span style="font-family: proxima-nova;">Noch nie mussten so viele junge Menschen im Südwesten in psychotherapeutischen Einrichtungen behandelt werden. Besonders von der Diagnose Depression betroffen sind die 11- bis 17-Jährigen. Experten versuchen die Gründe zu klären. (<a href="https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.depressionen-im-jugendalter-warum-so-einsam-und-verzweifelt.2ea00997-61a8-4c6f-bac2-5bcde2466a03.html">Q</a>)</span></p></blockquote>
</div>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Dopamin auf &#8222;evolutiv normal&#8220; </span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Das Dopamin wieder auf &#8222;evolutiv normal&#8220; zu polen, das heißt, auch wieder in der Lage zu sein, sich an einfachen Dingen zu erfreuen – ohne dass man es explizit merkt –, ist eine großartige Möglichkeit die neuronale Plastizität für uns zu nutzen. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Außerdem haben wir hiermit ein mächtiges Tool an der Hand, auch unsere Essgewohnheiten für immer zu verändern. Wer jetzt gerade glaubt, er braucht unbedingt die Schokolade, die Pizza und den Burger, um zu leben, dem sei gesagt: </span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Das ist eine Illusion! </strong></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Erzeugt durch ein falsch gepoltes Gehirn. Auch das ist wissenschaftlich gesichert (<a href="https://www.cell.com/cell-metabolism/fulltext/S1550-4131(23)00051-7">Q</a>). Du kannst es umkehren. Wer eine Zeit lang &#8222;äh, igitt, gesund&#8220; isst, wird sich selbst neuronal neu verschalten. Auch, weil die Dopamin-Rezeptoren wieder normal funktionieren. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-323829 aligncenter" title="dopamin milchshake" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/dopamin-milchshake.png" alt="dopamin milchshake" width="446" height="166" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/dopamin-milchshake.png 1432w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/dopamin-milchshake-300x111.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/dopamin-milchshake-1024x380.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/dopamin-milchshake-768x285.png 768w" sizes="auto, (max-width: 446px) 100vw, 446px" /></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Jedes Kind, jedes Tier und die allermeisten Erwachsenen bis vor wenigen Jahrzehnten leben und lebten uns das eindrücklich vor. Das Wunderbare: <strong>Das kann jeder von uns</strong>. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">PS: Soeben lese ich von einem Professor, die Gesellschaft wandle sich &#8222;von der Leistungs- zur Freizeitgesellschaft&#8220;. Die SchülerInnen seien kaum noch leistungsbereit und die Gesellschaft inkl. Lehrer würden das so mittragen. Es gebe immer weniger sehr gute, aber immer mehr sehr schlechte Schüler. Das erinnert mich spontan an <a href="https://www.krone.at/3271455">diesen Artikel</a> aus dem Profisport. Hat miteinander <em>natürlich</em>&#8230; nix zu tun. Vielleicht mindestens so viel: <strong>Die Dopamin-Power, die man im Smartphone lässt, fehlt im echten Leben. </strong></span></p>
<p>&nbsp;</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/mentales/wenn-das-leben-wieder-schoen-wird-dopamin-depression/">Wenn das Leben wieder schön wird</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://genetisches-maximum.de/mentales/wenn-das-leben-wieder-schoen-wird-dopamin-depression/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>9</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Angst macht blöd</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/mentales/angst-macht-bloed/</link>
					<comments>https://genetisches-maximum.de/mentales/angst-macht-bloed/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Feb 2024 08:02:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Kontroverses]]></category>
		<category><![CDATA[Mentales]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://genetisches-maximum.de/?p=323578</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ich bin immer in großer Sorge ;-), wenn jemand von sich behauptet, dass er &#8222;in großer Sorge&#8220; sei oder &#8222;Angst vor X&#8220; habe. Denn dann weiß man: Die Person kann nicht mehr klar denken.  Viele [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/mentales/angst-macht-bloed/">Angst macht blöd</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: proxima-nova;">Ich bin immer in <em>großer Sorge</em> ;-), wenn jemand von sich behauptet, dass er &#8222;in großer Sorge&#8220; sei oder &#8222;Angst vor X&#8220; habe. Denn dann weiß man:</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Die Person kann nicht mehr klar denken. </strong></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Viele Leute nehmen das nicht ernst genug. Die denken wohl, dass sie in jeder Situation des Lebens klar und richtig denken können. Weit gefehlt.</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Das Gehirn unter Angst</span></h2>
<figure id="attachment_323594" aria-describedby="caption-attachment-323594" style="width: 634px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-323594 " title="scientific american" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/02/scientific-american.png" alt="scientific american" width="634" height="199" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/02/scientific-american.png 1520w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/02/scientific-american-300x94.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/02/scientific-american-1024x322.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/02/scientific-american-768x242.png 768w" sizes="auto, (max-width: 634px) 100vw, 634px" /><figcaption id="caption-attachment-323594" class="wp-caption-text"></span> <span style="font-family: proxima-nova;"><strong><em>&#8222;Die neuronalen Schaltkreise, die für die bewusste Selbstkontrolle zuständig sind, reagieren selbst auf leichten Stress sehr empfindlich. Wenn sie sich abschalten, leidet die Impulskontrolle, und eine geistige Lähmung setzt ein&#8220; Quelle: <a href="https://www.scientificamerican.com/article/this-is-your-brain-in-meltdown/">Scientific American </a></em></strong></span></figcaption></figure>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">In jedem Buch, das es zu diesem Thema gibt, liest man von entscheidenden Veränderungen im Gehirn bei Stress und Angst. Unser &#8222;Denkkorridor&#8220; verengt sich. Wer jetzt Verbindungen zum Wort <em>Meinungskorridor</em> sieht, der irrt nicht.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Je höher das Stresslevel, typischerweise korreliert mit der Angstintensität, umso inkohärenter werden höhere Zentren des Gehirns, was gleichbedeutend mit einem Funktionsverlust ist.</strong> Dazu zählt vor allem der große Kortex – die Großhirnrinde –, die ein bisschen aussieht wie eine Walnuss und sich über das komplette Gehirn legt.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Besonders entscheidend für Emotionsregulation, klares, rationales Denken und nachhaltige Entscheidungsfindung ist der <em>präfrontale Kortex</em> – Teil des s. g. Stirnlappens –, der direkt &#8230; hinter der Stirn liegt. Dieser Bereich wird nicht umsonst als &#8222;Organ der Zivilisation&#8220; bezeichnet – zivilisiertes Verhalten und so.</span></p>
<figure id="attachment_323592" aria-describedby="caption-attachment-323592" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-323592 size-full" title="system 1 v system 2.png" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/02/system-1-v-system-2.png.webp" alt="system 1 v system 2.png" width="800" height="400" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/02/system-1-v-system-2.png.webp 800w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/02/system-1-v-system-2.png-300x150.webp 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/02/system-1-v-system-2.png-768x384.webp 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-323592" class="wp-caption-text"></span> <span style="font-family: proxima-nova;"><strong><em>Der Kortex, aber insbesondere der präfrontale Kortex, &#8222;höhere Zentren&#8220; des Gehirns, sind für klares, rationales Denken (&#8222;System 2&#8220; nach Kahneman) essenziell. </em></strong></span></figcaption></figure>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Der Präfrontalkortex entscheidet auch über<em> schnelles Denken, langsames Denken</em> (Kahneman). Denn während Früherkennungssysteme des Gehirns in viel tieferen, älteren Schichten des Gehirns zu finden sind, ist es genau dieser präfrontale Kortex, der eben nicht reflexartig und affektiv &#8222;zuschnappt&#8220;, sondern &#8230; etwas braucht, um uns Kluges, Weises zu entlocken.</span></p>
<p style="padding-left: 40px;"><span style="font-family: proxima-nova;">Wer Talkshows und X-Beiträge von exponierten Personen verfolgt, wird mit diesem Wissen erstaunt sein, wie infantil sich diese Menschen teilweise an Debatten beteiligen. Denn während <em>schnelles Denken</em> mit wenig Affektkontrolle typisch für Kleinkinder ist, ist<em> langsames Denken</em> (hoffentlich) ein Merkmal von Erwachsenen.</span></p>
<p style="padding-left: 40px;"><span style="font-family: proxima-nova;">Spannend ist in dem Zusammenhang übrigens, wie regelmäßige Smartphone-Nutzung bzw. Social Media unser Gehirn – speziell das von jungen Menschen – <a href="https://www.theguardian.com/uk/2009/feb/24/social-networking-site-changing-childrens-brains">auf kleinkindliche Affektlabilität programmiert</a> (wusste man schon 2009&#8230;)!</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">&#8222;Ängstliche Personen überschätzen das Risiko negativer Folgen&#8230;&#8220;</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Wenn also die höheren Zentren des Gehirns unter Angst zunehmend flöten gehen, kann man nicht erwarten, dass es etwas Brauchbares ausspuckt. Wer unter (starker) Angst lebt, lebt in einer Fake-Welt. Das ist nicht die Realität.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Dass das leider so zutreffend ist, zeigen Studien. Zum Beispiel <a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/pmid/31417450/">eine aus Mannheim</a>, die zum Schluss kommt:</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Unter Angst verschätzen wir uns.</strong></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Unter Angst scheint es dem Gehirn nicht mehr darum zu gehen, objektive, rationale Entscheidungen zu treffen – es geht nur noch um Weglaufen (oder Kämpfen). In dem Zustand interessiert sich das Gehirn nicht mehr für &#8222;Zahlen, Daten, Fakten&#8220;, oder höchstens noch so, dass es unsere selektive Wahrnehmung via Bestätigungsfehler (<em>confirmation bias</em>) speist.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Das Problem und Teil der Angstantwort des Gehirns:<strong> Wir merken das nicht mal. Für uns ist das ja die Realität, die wir erleben. </strong>Das Resultat im wahren Leben hatten wir damals gelesen, da hieß es zum Beispiel, dass <a href="https://www.focus.de/corona-virus/umfrage-zu-pandemie-und-lockdown-deutsche-ueberschaetzen-ihr-eigenes-corona-risiko-um-das-7-bis-38-fache_id_13007157.html">&#8222;Deutsche ihr eigenes Corona-Risiko um das 7- bis 38-fache überschätzen&#8220;</a>.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Haben uns solche Tatsachen interessiert? Eher nein.</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Stets unter Angst</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Ich persönlich finde das alles ziemlich schwierig. <strong>Wir Aufgeklärten haben ja ständig Angst.</strong></span></p>
<ul>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">Klimaangst</span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">Damit verbunden: viele Ängste (Wasserknappheit?)</span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">Coronaangst</span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">Angst vor einer neuen Pandemie</span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">Angst vor den Bolschewiken, äh&#8230; den Russen :P</span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">Angst vor Krieg im Allgemeinen</span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">und so weiter.</span></li>
</ul>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Und unsere Medienlandschaft schlachtet das genüsslich aus. Auch unseren Politikern gelingt es nicht, sich mit kluger Führungskompetenz aus diesem Spielchen herauszuhalten und &#8230; machen den Bürgern noch mehr Angst. Nicht zuletzt durch: Existenzangst.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Viele haben die psychischen Folgen der Pandemie noch nicht verdaut, finden sich aber in immer neuen Ängsten wieder, sehnen sich möglicherweise nach Konservatismus. Folge: Andere Teile der Bevölkerung haben eine weitere Angst gefunden, nämlich <a href="https://www.welt.de/politik/deutschland/article245720854/Insa-Auswertung-zu-AfD-Hoch-Mehrheit-der-Deutschen-hat-laut-Umfrage-Angst-vor-Rechtsruck.html">die Angst vor Rechts</a>. Der MDR spinnt es weiter, nennt es passend, <a href="https://www.mdr.de/wissen/audios/podcast-generation-zukunftsangst-rechtsruck-100.html">&#8222;Generation Zukunftsangst&#8220;</a>.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Unsere Politiker kippen an der Stelle meistens noch mehr Öl ins Feuer, getreu dem Motto: Das musst du jetzt so hinnehmen, wir leben schließlich im Zeitalter des Globalismus, heißt auch, du musst dich für alles verantwortlich fühlen. Macht: Hilflosigkeit &#8230; also Angst.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Ist das nicht alles ziemlich pervers? Was muten wir uns eigentlich zu?</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Nicht so schnell, junger Padawan</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Also, was kann man tun, um dem Nachbar – aus Angst – nicht den Schädel einzuhauen?</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Das ist denkbar einfach, schwer für die meisten in der Umsetzung:</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Nicht. zu schnell. abbiegen.</strong></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Hier habe ich immer Tim Ferris oder unsere Kanzlerin a. D. im Kopf.</span></p>
<ul>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">Tim Ferris beschreibt in seinem Buch &#8222;Die 4-Stunden-Woche&#8220;, wie man sich Junk-Infos vom Hals hält. Ganz einfach: <strong>Andere sollen sich damit befassen.</strong> Die wirklich wichtigen Infos – quasi das Destillat – werden uns sowieso irgendwann erreichen. Viel entspannter.</span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">Frau Dr. Merkel. Für mich ein Vorbild in mindestens einem Punkt:<strong> Die hat erst immer andere machen lassen, hielt lange still, beobachtete lange, und kam dann mit gereiften, klugen Sprüchen um die Ecke.</strong> Genial!</span></li>
</ul>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Für uns heißt das also: Medienkonsum begrenzen. Länger beobachten statt vorschnell urteilen. Nochmal fragen statt einfach hinzunehmen. &#8222;Block-Denken&#8220; unterlassen, das Leben ist nicht schwarz <em>oder</em> weiß.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Und sich immer wieder daran erinnern: Themen, die unter Angst und Sorge diskutiert werden, werden – aus hier dargelegten Gründen – in sehr vielen Fällen viel zu heiß gekocht. <strong>Man kann also davon ausgehen, dass es weniger schlimm kommt als angenommen.</strong></span></p>
<p style="padding-left: 40px;"><span style="font-family: proxima-nova;">Was übrigens sowieso als kognitive Verzerrung gilt: Der Mensch neigt dazu, die Zukunft schlechter zu sehen als sie sein wird (<em>Deklinismus</em>). Und die Vergangenheit zu romantisieren (<em>rosige Retrospektive</em>).</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Wann endet die Massenpsychose?</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Viele Menschen hierzulande können einfach gar nicht mehr klar denken, befinden sich konstant in einem Modus der Angst.</strong> Mit fatalen Folgen. Wir können dann beispielsweise ziemlich gehässig und ausgrenzend werden.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Auch sowas lässt sich relativ zügig ausbremsen. Indem man sich zu einem Glaubenssatz macht, dass Denunziationen (aus Grund x) <em>nie</em> erlaubt sind. Denn auch an der Stelle neigen wir dazu, Denunziationen bzw. Ausgrenzungen jeglicher Art mit Begründung x zu legimitieren.</span></p>
<p style="padding-left: 40px;"><span style="font-family: proxima-nova;">Ungeimpfte durften dies damals live erleben. Die Gesellschaft hat sich viele Gründe ausgedacht, warum es in Ordnung ist, Ungeimpfte weitestgehend aus dem sozialen Leben zu entfernen. Im Winter 2021 war es dann nicht mal mehr möglich, eine Bratwurst auf dem Weihnachtsmarkt (&#8222;Fest der Liebe&#8220;) zu essen.</span></p>
<p style="padding-left: 40px;"><span style="font-family: proxima-nova;">Ich bin mir sicher, dass es noch immer Leute gibt, die fest davon überzeugt sind, dass das absolut richtig war.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Traurigerweise können so auch die schlimmsten Verbrechen legimitiert werden. Ich hüte mich vor Nazi-Vergleichen, aber: Rassenlehre – engl. <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Scientific_racism"><em>scientific racism</em></a>, also &#8222;wissenschaftlicher Rassismus&#8220; (!) – war spätestens seit der Mitte des 19. Jahrhunderts in weiten Teilen Europas eine anerkannte wissenschaftliche Lehrmeinung.</span></p>
<p style="padding-left: 40px;"><span style="font-family: proxima-nova;">Verstanden? Das waren keine bösen Menschen. Die waren – auch durch Indoktrination – einfach vom Falschen überzeugt. Natürlich untermauert von &#8222;der Wissenschaft&#8220;. Folgen bekannt.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Daher: Obacht! Das menschliche Gehirn denkt sich oft ziemlich beschissenes Zeug zusammen. Sich selbst, seine Gedanken und Emotionen gut zu hinterfragen, ist heute vielleicht wichtiger denn je.</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">PS:</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Um noch einmal ganz konkret zur Überschrift zurückzukommen: Kann Angst ganz real verblöden? Freilich.</span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: proxima-nova;">Pathologische Angst und chronischer Stress führen zu einer strukturellen Degeneration und einer Beeinträchtigung der Funktion des Hippocampus und des präfrontalen Kortex, was das erhöhte Risiko der Entwicklung neuropsychiatrischer Störungen, einschließlich Depression und Demenz, erklären könnte.</span></p></blockquote>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">(<a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26651008/">Linda Mah et al. 2016</a>)</span></p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/mentales/angst-macht-bloed/">Angst macht blöd</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://genetisches-maximum.de/mentales/angst-macht-bloed/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>9</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Tryptophan immer sympathischer</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/aminosaeuren/tryptophan-immer-sympathischer/</link>
					<comments>https://genetisches-maximum.de/aminosaeuren/tryptophan-immer-sympathischer/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Nov 2023 16:33:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aminosäuren]]></category>
		<category><![CDATA[Immunsystem]]></category>
		<category><![CDATA[Mentales]]></category>
		<category><![CDATA[Motivation]]></category>
		<category><![CDATA[Neurotransmitter]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://genetisches-maximum.de/?p=323300</guid>

					<description><![CDATA[<p>Da gab es mal einen Influencer, den ich ursprünglich ganz sympathisch fand. Der hat aber irgendwann angefangen über Dinge zu influencen, die definitiv weit außerhalb seines Kompetenzbereichs lagen. Dieses fahrlässige Fake- oder Falsch-News-Verbreiten kann ich [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/aminosaeuren/tryptophan-immer-sympathischer/">Tryptophan immer sympathischer</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: proxima-nova;">Da gab es mal einen Influencer, den ich ursprünglich ganz sympathisch fand. Der hat aber irgendwann angefangen über Dinge zu influencen, die definitiv weit außerhalb seines Kompetenzbereichs lagen.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Dieses fahrlässige Fake- oder Falsch-News-Verbreiten kann ich nicht gut ertragen. Ich möchte solchen Leuten dann auch nicht mehr folgen, weil sie jegliche Kredibilität damit verspielen und die Konsequenzen ihres (fahrlässigen) Handelns nicht verstehen.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Da sie das aber bewusst und absichtlich machen, weil sie verstehen, dass sie damit einen Pain (gesundheitlicher Natur) vieler Menschen treffen – und daher schnell Aufmerksamkeit bekommen –, möchte ich auch gar keinen Diskurs mehr. Das ist mir zu billig.</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Serotonin ganz böse</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Doch um was ging es? Es ging um <strong>Serotonin</strong>. Ein Neurotransmitter, der auch als Hormon fungiert. Mit ganz schön wichtigen Aufgaben im Körper.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Völlig undifferenziert wurde dort behauptet, dass Serotonin total schädlich für den Menschen sei. Wir sollten unbedingt dafür sorgen, dass Serotonin im Körper niedrig bleibt. Das ist der klassische, unreflektierte Ray-Peat-Sprech, den die meisten Leser ohnehin nicht verstehen.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Finde ich bodenlos!</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Das ist ähnlich wie bei Omega 3. <strong>Hierzulande sind zwar alle nachweislich stark unterversorgt und trotzdem krank.</strong> Aber Omega 3 – als besonders ungesättigte Fettsäuren – seien schädlich, drum sollte man sie meiden. Das mache gesund.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Ach ja – so sinnvoll! Nicht. Unser tägliches Leben beweist ja das Gegenteil. Wie eindrücklich sollen Beweise noch werden?</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Tryptophan-Mangel macht schlechte Laune</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Serotonin entsteht aus der seltensten essenziellen Aminosäure, <strong>Tryptophan</strong>.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Wer nicht auf seine Ernährung achtet und ohnehin nicht besonders viel und hochwertig Eiweiß zuführt – wie wir Deutschen –, der braucht nicht zu erwarten, dass seine Tryptophanspeicher gut gefüllt sind.</span></p>
<p style="padding-left: 40px; text-align: left;"><span style="font-family: proxima-nova;">Veganer sind, wie kann&#8217;s vor dem Hintergrund der niedrigen Zufuhr an essenziellen Aminosäuren (inkl. Tryptophan) auch anders sein, in der Regel am schlechtesten versorgt (<a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26395436/">Q</a>, <a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5534203/">Q</a>).</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Ergo: <strong>Serotonin niedrig</strong>. Das macht sich dann insbesondere über unsere Psyche bemerkbar. Serotonin verleiht uns Gelassenheit, innere Zufriedenheit, ein Gefühl des Ankommens, des Abstands. Ein Mangel macht ängstlich, neurotisch.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Aber: da wir Deutschen die <em>German Angst</em> so sehr lieben und als normalen Geisteszustand verstehen, fällt&#8217;s ja nicht mal auf, wenn uns Serotonin im Oberstübchen fehlt. Insofern interessiert sich auch kaum jemand für <strong>mehr Tryptophan</strong>.</span></p>
<p style="padding-left: 40px;"><span style="font-family: proxima-nova;">Stimmt nicht ganz: Die Süßigkeitensucht hierzulande ist oft Zeichen des Serotonindefizits, denn der durch Zucker hervorgerufene massive Insulinspike sorgt dafür, dass mehr Tryptophan über die Bluthirnschranke kommt und mehr Serotonin gebildet wird&#8230;</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Erst, wenn man es selbst mal erlebt, <em>versteht</em> man Tryptophan und Serotonin wirklich. Doch dafür braucht&#8217;s halt erst mal mehr Tryptophan. Zum Beispiel über tryptophanreiche Lebensmittel wie Whey-Protein. Oder halt als niedrig dosiertes NEM.</span></p>
<p style="padding-left: 40px;"><span style="font-family: proxima-nova;">Tryptophan macht sogar Schweine gechillt, wie man heute sagt&#8230;</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-323314 aligncenter" title="Bildschirmfoto 2023 11 27 um 16.59.44" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/11/Bildschirmfoto-2023-11-27-um-16.59.44.png" alt="Bildschirmfoto 2023 11 27 um 16.59.44" width="580" height="147" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/11/Bildschirmfoto-2023-11-27-um-16.59.44.png 1320w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/11/Bildschirmfoto-2023-11-27-um-16.59.44-300x76.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/11/Bildschirmfoto-2023-11-27-um-16.59.44-1024x259.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/11/Bildschirmfoto-2023-11-27-um-16.59.44-768x194.png 768w" sizes="auto, (max-width: 580px) 100vw, 580px" /></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Mehrere aktuelle Studien kommen zum Schluss, dass der Serotoninmangel – sowohl induziert durch Genetik als auch durch Umwelteinflüsse (z. B. Stress) und Tryptophanmangel – enormen Einfluss auf die psychische Gesundheit hat (<a href="https://www.nature.com/articles/s41598-023-31495-x">Q</a>, <a href="https://doi.org/10.1093/nutrit/nuac042">Q</a>, <a href="https://www.sciencedaily.com/releases/2022/12/221215120730.htm">Q</a>).</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Entzündung klaut Tryptophan</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Problem nur: Tryptophan wird im Kontext von Entzündungen über komplexe biochemische Wege (&#8222;Kynureninweg&#8220;) zu überwiegend anti-entzündlich, teils neurotoxisch und teils immunsuppressiv wirksamen Botenstoffen abgebaut, meistens um die Entzündung zu bremsen.</span></p>
<figure id="attachment_323310" aria-describedby="caption-attachment-323310" style="width: 778px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-323310 " title="ijms 22 11714 g001" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/11/ijms-22-11714-g001.png" alt="ijms 22 11714 g001" width="778" height="507" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/11/ijms-22-11714-g001.png 3368w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/11/ijms-22-11714-g001-300x196.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/11/ijms-22-11714-g001-1024x667.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/11/ijms-22-11714-g001-768x501.png 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/11/ijms-22-11714-g001-1536x1001.png 1536w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/11/ijms-22-11714-g001-2048x1335.png 2048w" sizes="auto, (max-width: 778px) 100vw, 778px" /><figcaption id="caption-attachment-323310" class="wp-caption-text"></span> <span style="font-family: proxima-nova;"><em>Tryptophan kann zu Serotonin und Melatonin konvertieren oder über den s. g. Kynureninweg abgebaut werden. </em></span></figcaption></figure>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Wenn&#8217;s chronisch wird, fehlt Tryptophan dann zur Serotoninsynthese, was u. a. neueren Studien zufolge mit den neuroimmunologischen Konsequenzen von Longcovid (&#8222;Brainfog&#8220;) assoziiert wird (<a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0092867423010346">Q</a>).</span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: proxima-nova;">Peripherer Serotoninmangel beeinträchtigt die Kognition durch verminderte Signalübertragung über den Vagusnerv.</span></p></blockquote>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Soll heißen: <strong>Viel Entzündung im Körper, wenig(er) Tryptophan, mehr Weltschmerz.</strong></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Die meisten von uns sind entzündet, wenig Tryptophan führen wir ohnehin zu und eine schwelende Lethargie kennen auch nicht wenige Menschen hierzulande.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Jedenfalls hatten wir <a href="https://genetisches-maximum.de/zink/neue-studie-das-paradebeispiel/">hier</a> bereits besprochen, wie Tryptophan und -abkömmlinge <strong>vor allem im Darm erheblichen Einfluss auf Entzündungsgeschehen</strong> haben und so die Darmintegrität stärken.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Das wird durch zahlreiche aktuelle Studien gestützt (<a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36521060/">Q</a>, <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35859741/">Q</a>, <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35624736/">Q</a>, <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19428234/">Q</a>, <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28113104/">Q</a>, <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37688392/">Q</a>).</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Neue Studie: Mehr Tryptophan, weniger Darmentzündung</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">In einer <a href="https://www.nature.com/articles/s41467-023-43211-4">aktuellen Studie</a>, publiziert im renommierten Fachmagazin <em>Nature Communications</em>, wird gezeigt, dass Tryptophan die Zahl jener Immunzellen im Darm erhöht, die Entzündung unterdrücken und Toleranz induzieren (<em>Treg</em>).</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Dafür nutzte man ein Mausmodell der <em>Colitis ulcerosa, </em>eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung. Und finden prompt:</span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: proxima-nova;">Im Vergleich zu Mäusen, die kein zusätzliches Tryptophan erhielten, verdoppelte sich die Anzahl der entzündungshemmenden T-Zellen im Dickdarmgewebe.</span></p></blockquote>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Die Colitis-Symptome reduzierten sich, und zwar sogar eine Zeit lang, nachdem die Tryptophangabe bereits gestoppt war. Doch Vorsicht: <strong>Tryptophan funktionierte nur richtig als Prävention, nicht, wenn es gerade einen akuten Schub gab.</strong></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Die wichtigste Aussage fiel dann im Diskussionsteil dieser hochwertigen Arbeit:</span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: proxima-nova;">In Anbetracht der Tatsache, dass Tryptophan in allen eiweißhaltigen Nahrungsmitteln allgegenwärtig ist, deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass eine Ernährung mit wenig bzw. viel Tryptophan oder die Gesamtmenge an Tryptophan, die über einen bestimmten Zeitraum aufgenommen wird, erhebliche Auswirkungen auf die Immunhomöostase des Dickdarms haben kann.</span></p></blockquote>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Das obligatorische Louis de Funès-Meme an dieser Stelle spare ich mir heute. Jedenfalls wird wieder einmal klar, warum eine Ernährung mit <a href="https://genetisches-maximum.de/aminosaeuren/der-eiweiss-hack/">viel hochwertigem Protein</a> in vielen Kontexten schützend wirkt.</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Der gesunde Menschenverstand</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Ich weiß nicht, warum Menschen immer wieder der Meinung sein können, dass ein (chronischer) Mangel an irgendwas irgendwas Positives bewirken kann.</span></p>
<p style="padding-left: 40px;"><span style="font-family: proxima-nova;">Klassisches Beispiel: Vitamin D. Es sind zwar 80 % der Leute im Winter suboptimal damit versorgt, nicht wenige rutschen in erhebliche Mangelbereiche &#8230; aber das sei kein Problem – &#8222;vielleicht hat der saisonale Mangel ja sogar was Gutes&#8220;.</span></p>
<p style="padding-left: 40px;"><span style="font-family: proxima-nova;">Bestimmt!</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Woher kommt die Idee, dass diese Art der Selbstkasteiung positive Effekte haben kann?</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Liegt das Problem eigentlich viel tiefer begraben und ist es eine Form des Selbsthasses oder eines Mangels an Selbstwertgefühl? <strong>Der Weg zum Erfolg liegt darin, sich selbst wehzutun?</strong></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Sich selbst zu opfern, auch, wenn man es selbst gar nicht so wahrnimmt, ist kein besonders toller heroischer Akt, der irgendwem hilft – wie uns gewisse politische Strömungen immer suggerieren –, sondern vielleicht schlicht Ausdruck eines tiefen Selbsthasses.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Zumindest für Gesundheit und Wohlbefinden braucht es aber einen <strong>gesunden Egoismus</strong>. Sollte man sich gut merken &#8230; so für den Fall&#8230;</span></p>
<p>&nbsp;</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/aminosaeuren/tryptophan-immer-sympathischer/">Tryptophan immer sympathischer</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://genetisches-maximum.de/aminosaeuren/tryptophan-immer-sympathischer/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>28</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die größte (geistige) Wahrheit</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/mentales/die-groesste-geistige-wahrheit/</link>
					<comments>https://genetisches-maximum.de/mentales/die-groesste-geistige-wahrheit/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Apr 2022 13:49:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mentales]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://genetisches-maximum.de/?p=321048</guid>

					<description><![CDATA[<p>Es gibt ja so genannte Wahrheiten wie Sand am Meer. Doch was ist &#8222;Wahrheit&#8220; überhaupt? Ich würde mal sagen: Es ist eine Erkenntnis, die immer und zu jeder Zeit unter den gleichen Bedingungen reproduzierbar sein [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/mentales/die-groesste-geistige-wahrheit/">Die größte (geistige) Wahrheit</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt ja so genannte Wahrheiten wie Sand am Meer. Doch was ist &#8222;Wahrheit&#8220; überhaupt? Ich würde mal sagen: <strong>Es ist eine Erkenntnis, die immer und zu jeder Zeit unter den gleichen Bedingungen reproduzierbar sein muss und für jeden Gültigkeit haben sollte.</strong> So oder so ähnlich definiert sich auch Wissenschaft bzw. deren Erkenntnisse.</p>
<p>Nun wissen wir ja, dass Wissenschaft – ausgenommen einmal Chemie, Physik, Mathematik – eine subjektive Komponente hat. Versteht man einfach, wenn man sich die Wirkung von Koffein verdeutlicht. Man kann an Zellkulturen (von wem?) oder in Versuchen (an wem oder was?) zeigen, dass Koffein (in welchen Dosen?) bestimmte Effekte hat. <strong>Koffein ist eine Wahnsinnssubstanz.</strong> Nur: Die Effekte, die man beobachten wird, wenn man dir vs. mir eine definierte Koffein-Ladung reinhaut, können dramatisch variieren.</p>
<h2>Wirkung von Koffein – nix da &#8222;objektiv&#8220;</h2>
<p>Mal ein Beispiel. Ich habe hier meinen Gen-Report von Dr. Rhonda Patrick vor mir liegen. Da werden ein paar(!) Gen-Varianten untersucht. Spannend, was da bei mir rauskommt:</p>
<ul>
<li><em>Ich</em> baue Koffein etwas langsamer ab. Habe einmal eine normal-schnelle Version vom Koffein-abbauenden Enzym Cyp1A2 und einmal eine langsamere. Ok.</li>
<li><em>Ich</em> baue Adenosin, dessen müdemachende Wirkung von Koffein an den Adenosinrezeptoren ja geblockt wird, normal schnell ab. Andere bilden mehr Adenosin und werden daher ohnehin schneller müde. Brauchen also mehr Koffein.</li>
<li>Plus: <em>Meine</em> Adenosinrezeptoren selbst sind genetisch so aufgestellt, dass ich auf eine bestimmte Ladung Koffein mit mehr &#8222;Ängstlichkeit&#8220; reagiere, aber mein Schlaf nicht gestört ist. Aha.</li>
</ul>
<p>Das sind drei Bausteine, nur drei, die bei <em>jedem</em> von uns in der Kaskade <em>Koffein rein-&gt;Effekt raus</em> variieren. Wie soll da eine &#8222;Wahrheit&#8220; für jeden entstehen? <strong>Drum geht es uns bei Biochemie, bei Ernährung immer um eine Näherung und eine Beschreibung der Blaupause dafür, dass jeder an sich selbst Effekte feststellen kann. </strong>Das ist edubily in a nutshell.</p>
<h2>Im Kopf gibt es eine echte Wahrheit</h2>
<p>Wenn es um den Geist, um die Psychologie geht, gibt es aber tatsächlich eine Wahrheit. <strong>Je älter man wird, umso klarer wird einem, dass man die Energie, die man hat, am besten nicht so sehr dafür verwendet, Dinge steuern zu wollen, sondern eher dafür, Dinge zu nehmen, wie sie kommen.</strong></p>
<p>Denn wenn man &#8222;stets bemüht&#8220; ist, alles steuern zu wollen, muss man am Ende mit der Erfahrung leben, dass das Leben ohnehin spielt, wie es will, dass man selbst viele Dinge gar nicht richtig einschätzen kann – erst fehlt einem die Erfahrung, man hat die &#8222;jugendliche Hybris&#8220;, und später sorgt jedes Lebensjahr dafür, dass man die Welt anders wahrnimmt – und dass einem dann auch noch die Energie fehlt, mit Veränderungen klarzukommen, die ja unausweichlich sind. Schlechte Situation.</p>
<p><strong>Das bringt einen aber in eine Zwickmühle.</strong> Denn auch wenn man selbst weiß oder ahnt, dass es so ist, so hat man doch immer noch ein Gehirn, das hervorragend gut darin ist, alle möglichen(!) Probleme aktiv bearbeiten zu wollen. Also mit dem Verstand, der dafür gemacht wurde, eine Nuss zu knacken. Doch auch diesbezüglich wird man mit den Jahren gelassener, denn, und das ist eine echte, wirkliche Wahrheit:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Du kannst dir über <em>alles</em> oder über <em>nix</em> Gedanken machen. </strong></p>
<p>Unterm Strich wird sich das Ergebnis kaum unterscheiden. Denk mal ernsthaft drüber nach.</p>
<ul>
<li>Es juckt einfach kein Schwein, wenn du den ganzen Tag darüber nachdenkst, was andere von dir denken, als Beispiel. Das ist <em>deine</em> Last. Deine Gedanken werden das, was andere über dich denken, nicht ändern. Verschwendete Energie. Es <em>ist</em>.</li>
<li>Es nützt auch nichts, wenn du <em>Sorge</em> hast. Dinge passieren. Oder sie passieren nicht. Du kannst durch dein Verhalten natürlich gewisse Risiken und Wahrscheinlichkeiten erhöhen oder senken – das war&#8217;s dann aber auch. Ob du dann trotz guter Ernährung Krebs oder einen Herzinfarkt bekommst – das liegt nicht mehr in deiner Hand.</li>
</ul>
<h2>Die andere &#8222;Erleuchtung&#8220;</h2>
<p>In unserer Gesellschaft erleben wir aktuell das Gegenteil. Vieles ist – aus Sicht eines Systems gesprochen – <em>verzogen</em>. Menschen haben gar kein Vertrauen mehr und keine Gelassenheit. <strong>Sie suchen die Lösung für ihre Ängste stattdessen in einer fehlgeleiteten Technokratie. </strong>Heutzutage bekannt in Form von twitternden &#8222;Top-Virologen&#8220; (gibt offenbar jeden Tag neue), die es schaffen, mit einem von ihnen(!) ausgesuchten wissenschaftlichen Ergebnis in (immerhin bis zu) 280 Zeichen Politik zu machen. Nur, um mal ein Beispiel dieser Auswüchse genannt zu haben.</p>
<p>Heißt also: Wir wollen <em>alles</em> steuern und glauben auch noch wirklich, dass wir das könnten. Haben dabei aber kein Verständnis für natürliche Fluktuationen, dafür, dass wir nur begrenzte Möglichkeiten haben. Und weil wir keinen Halt, keine Identität mehr haben und Traditionen – zumindest in Deutschland – aktiv vernichten, erfinden wir uns einfach unsere eigenen Wahrheiten. Mit der Quintessenz:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Menschen heutzutage akzeptieren das Leben nicht. </strong></p>
<p>Ich traue es mich fast nicht zu schreiben, aber in gewisser Weise denke ich bei diesem Thema auch immer an &#8222;impotente Panther, transsexuelle Fische, Alligatoren mit verkümmertem Penis (&#8230;) Schuld sind Hormonsubstanzen, die zu einer neuen Umweltplage wurden. Auch der Homo sapiens zeigt Wirkung: Seine Zeugungskraft schwindet.&#8220; (aus 1994, <a href="https://www.spiegel.de/wissenschaft/ein-ozean-von-hormonen-a-cdd31e72-0002-0001-0000-000013690097?context=issue&amp;utm_source=KlickTipp%20Leads&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=05.09.2021%20Gifte%20verstehen&amp;_kx=ezVIZ9gYklRE3PPiDzp65z8fY75411y5_vQV_NY0Z4o%3D.TWr24C">Quelle</a>) Nicht nur die. Auch der Wille, sich überhaupt fortpflanzen zu wollen, schwindet:</p>
<figure id="attachment_321052" aria-describedby="caption-attachment-321052" style="width: 337px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-321052 " title="Aldi Woke" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/04/Aldi-Woke-1024x851.jpg" alt="Aldi Woke" width="337" height="280" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/04/Aldi-Woke-1024x851.jpg 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/04/Aldi-Woke-300x249.jpg 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/04/Aldi-Woke-768x638.jpg 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/04/Aldi-Woke.jpg 1170w" sizes="auto, (max-width: 337px) 100vw, 337px" /><figcaption id="caption-attachment-321052" class="wp-caption-text"><strong><em>Keine Satire, sondern Aldi-Werbung im Jahr 2022 bei YouTube. </em></strong></figcaption></figure>
<p>&#8222;Das Leben akzeptieren&#8220; ist sehr eng mit Biologie und mit dem – viel gescholtenen aber doch nicht verstandenen – &#8222;Darwinismus&#8220; verbunden, der leider unweigerlich das Leben, wie es ist, bestimmt. Denn Biologie <em>ist</em> und wird <em>immer</em> sein: Wenn du ein Jo-Jo bist, ist der Finger, an dem es hängt, deine Biologie. <strong>Sie wird dich immer wieder zu ihr ziehen, egal wie sehr du wegrennen oder entkommen willst, egal wie viele tolle Ideen du zum Thema Ernährung, zum Thema Fortpflanzung, zum Thema Gesellschaft und was auch immer hast. </strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>Das ist auch <em>Wahrheit</em>. </strong></p>
<p>Auch das macht die Sinnkrise, in der wir, in der viele sich heute befinden. Die einen nennen das paradoxerweise auch noch <em>Erwachen</em>, Biologen hätten dafür vielleicht andere Begrifflichkeiten, siehe oben. Umgekehrt sollte man vielleicht an Richard Nikoleys &#8222;Free The Animal&#8220; denken. <em>Gesund ist man, wenn man wieder ein Tier wird.</em> &#8222;Wecke den Tiger in dir&#8220;, was mit <em>mens sana in corpore sano</em> zeitgleich sogar eine philosophische Komponente hat. Haben könnte.</p>
<p>&nbsp;</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/mentales/die-groesste-geistige-wahrheit/">Die größte (geistige) Wahrheit</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://genetisches-maximum.de/mentales/die-groesste-geistige-wahrheit/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>3</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nicht alles über Bord werfen</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/mentales/nicht-alles-ueber-bord-werfen/</link>
					<comments>https://genetisches-maximum.de/mentales/nicht-alles-ueber-bord-werfen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Aug 2021 08:04:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mentales]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://genetisches-maximum.de/?p=290681</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wenn es darum geht, mit seiner eigenen Biologie bzw. Biochemie zu arbeiten, muss man eine Sache unbedingt verstehen: Man darf nie übersteuern! Häufig sieht man bei uns das Gegenteil. Leute, die abnehmen wollen, schlittern in [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/mentales/nicht-alles-ueber-bord-werfen/">Nicht alles über Bord werfen</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn es darum geht, mit seiner eigenen Biologie bzw. Biochemie zu arbeiten, muss man eine Sache unbedingt verstehen:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Man darf nie übersteuern!</strong></p>
<p>Häufig sieht man bei uns das Gegenteil.</p>
<ul>
<li>Leute, die abnehmen wollen, schlittern in die Essstörung und später vielleicht in die Magersucht. Passiert oft genug.</li>
<li>Leute, die gesund werden wollen, kasteien sich und vergessen, dass Lebensfreude auch gesund macht.</li>
<li>Leute lernen, dass sie einen Magnesiummangel haben. Also kippen sie sich ab sofort täglich ein Gramm in den Kopf.</li>
</ul>
<p>Wer jetzt glaubt, sowas passiert nur dem Individuum, das vielleicht ein bisschen extrem veranlagt ist &#8230; weit gefehlt! Das, was unsere Gesellschaft und Regierung gerade mit Blick auf ein hiesiges Virus macht, ist auch ein Übersteuern, allerdings im ganz großen Stil.</p>
<p>Dabei gibt es doch ein ganz wesentliches Grundkonzept namens „Minimum Effective Dose“ – wir müssen den Sweetspot der optimalen Wirkung finden. Es gilt eben nicht das Prinzip „Viel hilft viel“ oder „Mehr ist mehr“. Anders ausgedrückt:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Hör auf, deine Biologie mit dem Vorschlaghammer zu malträtieren.</strong></p>
<p>Doch wie sieht das konkret aus? Im Alltag? Wir sind uns einig, dass Ernährung eine große Stellschraube, ein Schlüssel ist, um gesund (und fit) zu sein. Jeder, der sich mit Ernährung lange befasst, weiß auch: Es gibt vielleicht nichts Komplizierteres.</p>
<p>Daran sind wir nicht schuld. Wir modernen Menschen können dafür nix: Wir haben schon oft darüber gesprochen, dass unsere ganz frühen Vorfahren Millionen von Jahren reine Pflanzenfresser waren. Dann nicht mehr – und dann doch wieder zunehmend.</p>
<p>Heißt: Heute hat beispielsweise jeder Europäer Vorfahren, die noch vor wenigen tausend Jahren Jäger und Sammler waren – aber zusätzlich auch einen (großen) genetischen Anteil an frühen Landwirten, die es jetzt auch schon viele Tausende Jahre gibt.</p>
<p>Ist doch klar, dass sich sowas beißt. Wir sind nun mal ein unvollkommenes Mischwesen. Wie dem auch sei. Ernährung ist wichtig. Doch hier machen Menschen große Fehler. <strong>Sie werfen zu früh zu viel über Bord. </strong>Manchmal sind es vermeintlich kleine Änderungen, die eine riesige Wirkung haben können.</p>
<ul>
<li><strong>Beispiel Schwermetalle.</strong> Es kann ein Schwermetall sein, das den ganzen Chemiebaukasten Mensch lahm legt. Vielleicht hast du umsonst querbeet alle Ernährungsformen ausprobiert? Vielleicht liegt es an einem kleinen Metall, das du irgendwie aufnimmst?</li>
<li><strong>Beispiel Veganismus. </strong>Wieso muss man vom einen ins andere Extrem? Erst schaufeln sich die Leute Currywurst rein, später darf es nur noch das Salatblatt und die Gojibeere sein. Vielleicht schaden dir Tierprodukte gar nicht? Vielleicht solltest du einfach mal mageres Fleisch bester Qualität essen. Bringt uns zu&#8230;</li>
<li><strong>Beispiel Tierprodukte. </strong>Vielleicht schaden dir manche Tierprodukte ja wirklich. Vielleicht gehörst du zu denen, für die Eier eben nicht gesund sind. Vielleicht schaden dir Milchprodukte. Das heißt aber nicht, dass alle Tierprodukte schlecht für dich sind – im Gegenteil, viele brauchen wir, um überhaupt gesund zu sein.</li>
<li><strong>Beispiel Kohlenhydrate.</strong> Vielleicht ist das Weißbrot wirklich ungesund. Das heißt aber nicht, dass die Kartoffel auch die Pest ist. Oder, dass du Obst begrenzen musst. Vielleicht ist Zucker aus der Cola wirklich schlecht für dich – aber deshalb musst du doch nicht aufhören, die Banane zu essen.</li>
</ul>
<p>Verstanden? Ein bisschen Gefühl&#8230;</p>
<p>Natürlich wissen wir, welche Einwände kommen. „Aber wie soll ich das denn rausfinden&#8230; Aber das Leben ist doch komplex&#8230; Aber ich esse doch schon so und so&#8230;“ – Leute verbringen gerne und oft Jahre damit, nach einer Abkürzung, nach der einen Wunderlösung zu suchen, statt sich wirklich eine Zeit lang und vielleicht Jahre mit sich selbst zu befassen.</p>
<ul>
<li><u>Das heißt:</u> Streich‘ doch mal für 30 Tage Milchprodukte. Danach 30 Tage Getreide. Vielleicht beides zusammen 30 Tage. Iss doch mal 60 Tage keinen Fisch. Verzichte doch mal 8 Wochen auf die Pommes. Iss doch mal für eine Zeit keine Eier.</li>
<li><u>Aber mach‘ nicht den Fehler</u> und iss „nie wieder Tierprodukte“, oder „nur noch pflanzlich“, oder „nur ‚No carb‘“ oder „nie wieder süßes Obst“. Das ist ein Konzeptdenken, das dich sehr sicher wieder krank macht – oder noch kränker. Also: Obacht!</li>
</ul>
<p>Wichtig auch: Halte dich von Leuten fern, die dir was anderes erzählen. Differenzierung ist wichtig. Wenn es das in der Weltanschauung deiner Informationsquelle nicht mehr gibt, dann geh weg! Sonst wird auch dein Denken vergiftet und dein Vorgehen zum Scheitern verurteilt sein. Immer dran denken:</p>
<div style="text-align: center;"><strong>There is no failure, only feedback. Und um <em>Feedback</em> (deines Körpers) geht&#8217;s.</strong></div>
<div></div>
<hr />
<p>Interessante Studien bzw. Artikel, die wir diese Woche gelesen haben.</p>
<ul>
<li>​(engl.) <a href="https://klick.edubily.de/info/1k4m3zznnlez6wqdqzz1zzqz3" target="_blank" rel="noopener" data-saferedirecturl="https://www.google.com/url?q=https://klick.edubily.de/info/1k4m3zznnlez6wqdqzz1zzqz3&amp;source=gmail&amp;ust=1629272821641000&amp;usg=AFQjCNGOprRjrqZepqmFIXayZPBCq1SgwQ">Beiges Fett &#8222;unverzichtbar&#8220; für den Schutz des Gehirns vor Demenz</a></li>
<li>(engl.) <a href="https://klick.edubily.de/info/1k4m3z1znnlez6wqdqzz1zzqz3" target="_blank" rel="noopener" data-saferedirecturl="https://www.google.com/url?q=https://klick.edubily.de/info/1k4m3z1znnlez6wqdqzz1zzqz3&amp;source=gmail&amp;ust=1629272821641000&amp;usg=AFQjCNHMJgXYbsUGiGaIsLyfblFaUR5o5Q">Neue Studie gibt Aufschluss darüber, wie Krafttraining Fett verbrennt</a></li>
<li>(engl.) <a href="https://klick.edubily.de/info/1k4m3z2znnlez6wqdqzz1zzqz3" target="_blank" rel="noopener" data-saferedirecturl="https://www.google.com/url?q=https://klick.edubily.de/info/1k4m3z2znnlez6wqdqzz1zzqz3&amp;source=gmail&amp;ust=1629272821641000&amp;usg=AFQjCNEso-5s6UdYlOPwD3RkyPgEqKt68g">Wachsende Evidenz für den Nutzen von Vitamin K für die Herzgesundheit</a></li>
<li>(engl.) <a href="https://klick.edubily.de/info/1k4m3z3znnlez6wqdqzz1zzqz3" target="_blank" rel="noopener" data-saferedirecturl="https://www.google.com/url?q=https://klick.edubily.de/info/1k4m3z3znnlez6wqdqzz1zzqz3&amp;source=gmail&amp;ust=1629272821641000&amp;usg=AFQjCNGwBbcmk-sJMxnnMpSj1UvtnjMuKw">Studie an Mäusen legt nahe, dass Fasten bei der Abwehr von Infektionen helfen kann</a></li>
<li>(engl.) <a href="https://klick.edubily.de/info/1k4m3z4znnlez6wqdqzz1zzqz3" target="_blank" rel="noopener" data-saferedirecturl="https://www.google.com/url?q=https://klick.edubily.de/info/1k4m3z4znnlez6wqdqzz1zzqz3&amp;source=gmail&amp;ust=1629272821641000&amp;usg=AFQjCNGVSIat1bnNWRHsI8ATRSbbZbL4MQ">Mikroben drehen die Altersuhr zurück: Forschung entdeckt das Potenzial, die Alterung des Gehirns über den Darm umzukehren</a></li>
</ul><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/mentales/nicht-alles-ueber-bord-werfen/">Nicht alles über Bord werfen</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://genetisches-maximum.de/mentales/nicht-alles-ueber-bord-werfen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>5</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Macht Carnitin-Mangel Depressionen?</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/mentales/macht-carnitin-mangel-depressionen/</link>
					<comments>https://genetisches-maximum.de/mentales/macht-carnitin-mangel-depressionen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Jan 2021 10:50:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mentales]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://genetisches-maximum.de/?p=254892</guid>

					<description><![CDATA[<p>Newsletter vom 17.09.2019 Ich bin ein großer Fan vom Ausprobieren. Ich finde, einen besonderen Forscherdrang braucht man vor allem mit Blick auf seinen eigenen Körper. Ich kann nicht verstehen, wie Menschen 60, 70, 80 Jahre [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/mentales/macht-carnitin-mangel-depressionen/">Macht Carnitin-Mangel Depressionen?</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Newsletter vom 17.09.2019</strong></em></p>
<p><span class="im">Ich bin ein großer Fan vom Ausprobieren. Ich finde, einen besonderen Forscherdrang braucht man vor allem mit Blick auf seinen eigenen Körper. Ich kann nicht verstehen, wie Menschen 60, 70, 80 Jahre lang in einem Körper leben, über den sie nichts wissen. <em>Ausprobieren</em>. In den meisten Fällen reicht es nicht, eine Sache einmal auszuprobieren. Manchmal muss man es vielleicht wirklich sprichwörtlich bis zum Erbrechen gemacht haben. Danach weiß man wenigstens Bescheid.</span></p>
<p>Ich denke nicht, dass man sich der „Wahrheit“ deutlicher annähern kann. Denn „Wahrheit“ gibt es im biologischen Sinne nicht – jedenfalls nicht als fixen Wert. Aus diesem Grund muss ein Werk, das sich der „Wahrheit“ annähern möchte, darlegen, dass sie ein Mix aus einem festgelegten Rahmen (die menschliche Biologie) und individueller Beweglichkeit (unsere ganz eigene Biologie) ist.</p>
<p>Kommen wir nochmal zum „festgelegten Rahmen“. Keine noch natürlich lebende Population lebt ganz ohne Fleisch. Das geht auch gar nicht, weil man in der freien Wildbahn sonst stirbt. Kein B12. Aber was ist das überhaupt für eine blöde Argumentation? Wer will denn auch sterben? Befragt man solche indigen lebenden Menschen, werden die sagen:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Fleisch ist Lebensenergie. </strong></p>
<h2>Acetyl-Carnitin-Mangel als Marker für Depression</h2>
<p><span class="im"><span class="im">Bis vor ein paar Jahren klangen solche Behauptungen ziemlich an den Haaren herbeigezogen, weil keiner, der sowas sagte, es wirklich „beweisen“ konnte. Heute sieht die Sachlage zunehmend anders aus. Letztes Jahr im Juli gab es sehr, sehr interessante Erkenntnisse zum Thema „Depression“. <strong><a href="https://www.sciencedaily.com/releases/2018/07/180730154745.htm">Wissenschaftler nämlich hatten herausgefunden</a>, dass bei Depressiven der (Acetyl-)Carnitin-Wert im Blut deutlich zu niedrig war.</strong> Mehr noch, schlug die Therapie nicht an, war Carnitin noch niedriger.</span></span></p>
<div style="text-align: left;">
<p>Die Wissenschaftler schlussfolgerten, dass (Acetyl-)Carnitin im Blut eine Art Marker für die psychische Gesundheit darstellt, und, dass stark belastende Stressoren einen Einfluss auf den Carnitin-Stoffwechsel haben. Vorangegangen waren diesen Untersuchungen Tierstudien, in denen man zeigen konnte, dass Carnitin die psychische Gesundheit der Tiere deutlich verbesserte – und ein Mangel umgekehrt zu depressiven Symptomen führte.</p>
<blockquote><p>Carnitin erfüllt eine Vielzahl an wichtigen Aufgaben im Gehirn. So reguliert das Molekül beispielsweise den Energiestoffwechsel und interagiert mit der DNA, um die Expression wichtiger Gene zu fördern. Insbesondere wirkt es auf ein Gen, das den Spiegel des Neurotransmitters Glutamat kontrolliert – eine Chemikalie, die in fast allem verwickelt ist, was das Gehirn tut.</p></blockquote>
<p>Und tatsächlich <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29076953/">wurde in einer Meta-Analyse aus 2018 bestätigt</a>, dass Carnitin &#8222;signifikant die depressiven Symptome im Vergleich zu Placebo/keiner Intervention verringert und dabei eine vergleichbare Wirkung wie etablierte Antidepressiva mit weniger unerwünschten Wirkungen bietet&#8220;. Bitte, bitte. Das sollte man sich ganz, ganz lange auf der Zunge zergehen lassen, weil das hier eine kleine Sensation ist.</p>
<h2>Viele von uns brauchen Carnitin aus der Nahrung</h2>
</div>
<p><span class="im">Wir synthetisieren endogen zwar eine geringe Menge Carnitin. Das reicht in vielen Fällen aber nicht aus. Denn wir können Carnitin maximal im niedrigen Milligramm-Bereich bilden, wohingegen 100 g rotes Fleisch schon bis zu 100 mg und je nach Fleischsorte auch deutlich mehr liefern. Wir könnten jetzt weit ausholen und anbringen, dass der beste (menschliche) Jäger in der Natur &#8230; sich auch am besten fühlen darf. Aber das wäre unzulässig und würde ich so nicht sagen. </span></p>
<p style="padding-left: 40px;"><span class="im">Anmerkung 2021 ;-) Doch, ich habe es getan, <a href="https://genetisches-maximum.de/l-carnitin/carnitin-bist-du-ein-guter-jaeger/">nämlich hier</a>.</span></p>
<p>Was ich stattdessen sagen möchte: Wer vegetarisch und vegan leben will, muss – Stand heute – eine extreme Fülle an Dingen beachten, die es zu kompensieren gilt. <strong>Ich nämlich würde mit einem Carnitin-Mangel oder (zu) niedrigen Carnitin-Werten nicht spielen wollen.</strong> Dass sowas ernste (psychische) Folgen haben kann, ist – auch Stand heute – keine Vermutung mehr, sondern eine Tatsache.</p>
<h2>Wenn der Mensch frei entscheidet&#8230;</h2>
<p>macht er vieles kaputt. Soeben lernte ich, dass das menschliche Ejakulat 60 % weniger Spermien enthält als noch vor ein paar Jahrzehnten. Dass die Hodenkrebsrate und die Zahl der -fehlbildungen zunimmt. Wenn der Mensch also nicht gerade mit Hilfe der Ernährung am eigenen Ast sägt, macht er’s, indem er die Umwelt versifft. Wenn man das so von oben betrachtet sieht, muss man sagen &#8230;<img decoding="async" class="ajT" src="https://ssl.gstatic.com/ui/v1/icons/mail/images/cleardot.gif" /></p>
<div class="HOEnZb adL">
<div class="adm">
<div class="im">
<div style="text-align: center;"><strong>krass!</strong></div>
<p>Schon irgendwie ein Zeitalter für sich, momentan.</p>
<p><strong>Nein, es geht nicht darum, kiloweise Fleisch zu essen.</strong> Es geht darum, die eigenen ambitionierten Ziele mit Blick auf sämtliche Lebensbereiche <em>gesund</em> zu vereinen. Wieso verstehen wir nicht, dass wir immer mit Trade-offs zu tun haben? Glauben wir ernsthaft, ein Depressiver trifft die richtigen Entscheidungen? Wenn das Gehirn nicht gesund ist?</p>
</div>
</div>
</div><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/mentales/macht-carnitin-mangel-depressionen/">Macht Carnitin-Mangel Depressionen?</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://genetisches-maximum.de/mentales/macht-carnitin-mangel-depressionen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>5</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Weisheit der Biologie</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/mentales/die-weisheit-der-biologie/</link>
					<comments>https://genetisches-maximum.de/mentales/die-weisheit-der-biologie/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Sep 2019 11:50:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mentales]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://genetisches-maximum.de/?p=191816</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ich liebe Biologie und die Biochemie, weil sie in der Lage sind, im Kleinen zu beschreiben, was für das Große entscheidend ist. Mit anderen Worten: Biologie wollte ich deshalb studieren, weil ich das Leben – [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/mentales/die-weisheit-der-biologie/">Die Weisheit der Biologie</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich liebe Biologie und die Biochemie, weil sie in der Lage sind, im Kleinen zu beschreiben, was für das Große entscheidend ist. Mit anderen Worten: Biologie wollte ich deshalb studieren, weil ich das Leben – zumindest in Teilen :-) – verstehen wollte.</p>
<p>Nehmen wir als Beispiel mal das &#8222;Schicksal&#8220; von Zellen. Am Anfang der Reise steht die befruchtete Eizelle. Mit einem voll funktionsfähigen, weil kompletten Genom ausgestattet, ist sie &#8222;totipotent&#8220;. Sie und die ersten &#8222;Stammzellen&#8220;, die daraus entstehen, können quasi jedes erdenkliche Schicksal annehmen.</p>
<p>Doch nicht mehr lange, und der kleine Zellhaufen <em>differenziert</em> sich zunehmend. Das Schicksal einer jeden Zelle wird konkreter. Noch sind die Zellen <em>pluri- oder multipotent</em>, haben viele Entwicklungsmöglichkeiten. Auf dem Weg zur erwachsenen Zelle können Zellen je nach Signal ein bestimmtes Spektrum an möglichen Endzuständen abdecken.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-191828 aligncenter" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2019/08/folie-1.jpg" alt="" width="586" height="399" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2019/08/folie-1.jpg 840w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2019/08/folie-1-500x340.jpg 500w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2019/08/folie-1-700x477.jpg 700w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2019/08/folie-1-64x44.jpg 64w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2019/08/folie-1-300x204.jpg 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2019/08/folie-1-768x523.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 586px) 100vw, 586px" /></p>
<p>Je differenzierter eine Zelle ist, umso strikter ist sie an ihr Schicksal gebunden und umso schwieriger wird es, die Zelle wieder umzupolen. Heißt, mit &#8222;viel Liebe&#8220; kann eine schon recht differenzierte (Stamm-)Zelle immer noch ein ziemlich großes Spektrum an Entwicklungsmöglichkeiten abdecken. Wen wundert&#8217;s: Aktuelle Forschungen zeigen, dass dieses Potential viel größer ist als bisher angenommen.</p>
<p style="padding-left: 40px;">Tatsächlich wurde neulich herausgefunden, dass alle Zellen über ein Gedächtnis verfügen, mit dem sie sich an ihren Zustand in der Embroynalphase &#8222;erinnern&#8220; können. Ein gewisser Weg zurück scheint also prinzipiell selbst im sehr weit fortgeschrittenen Stadium immer noch zu existieren. Dadurch hat eine jede Zelle ein ungeheures Potential zur Heilung.</p>
<p>Lange Rede, kurzer Sinn: Eine ausdifferenzierte Zelle, die bereits zur Muskel- oder Gehirnzelle geworden ist, ist stark eingeschränkt, was ihre Flexibilität und Reaktion auf Umweltreize angeht. Soll heißen: In diesem Stadium braucht eine Muskelzelle einen ganz anderen Input, eine ganz andere Nische als eine Hirnzelle.</p>
<p>Ich finde das spannend. Auf dem Weg zu unserem eigenen Erwachsensein differenzieren wir uns auch zunehmend aus. Wir werden viel spezifischer in der Ausprägung unserer Merkmale und verlieren zeitgleich ein großes Maß an Flexibilität.</p>
<p>Alte Schriften wissen das natürlich: Deshalb ist immer die Rede vom &#8222;Loslassen&#8220;, vom &#8222;Nichtklammern&#8220; – der Körper und alle Anlagen, die er mitbringt, dürfen sich dann – im Einklang mit den Umweltanforderungen – voll entfalten. Mehr noch, ein gesunder Körper wird automatisch dafür sorgen, dass er sich in die richtige, in die für ihn richtige Umwelt bzw. Nische setzt.</p>
<blockquote><p>Treib’ den Fluss nicht an, lass’ ihn strömen. (Lao-Tse)</p></blockquote>
<p>Umgekehrt heißt das, dass wir mit zunehmendem Alter zunehmend aufpassen müssen, in welches Umfeld wir unseren Körper (und damit unseren Geist) <em>zwängen</em> wollen. Das funktioniert nicht – tatsächlich wird ein zu starkes Abweichen davon viel eher zu Krankheiten und Dysfunktionen führen.</p>
<p>In gewisser Weise müssen wir irgendwann unser ganz eigenes Schicksal akzeptieren. Wir haben nicht &#8222;alle Möglichkeiten der Welt&#8220;. Wir haben das Spektrum an Möglichkeit, das der liebe Gott, die Natur, die Evolution oder sonst wer, uns mitgegeben hat. Viele Menschen machen das ganz nebenbei, sprich intuitiv richtig. Andere Menschen wollen auf Biegen und Brechen Zustände und Szenarien herbeiführen, die für das eigene Leben so nicht bestimmt sind.</p>
<blockquote><p>Dieser Weg, hab ich ihn oder hat er mich gewählt?</p></blockquote>
<p>Eigentlich könnte man noch einen Schritt weitergehen, und sich fragen, was <em>wir</em> überhaupt steuern. Richtig zu leben heißt im Endeffekt nämlich, in der perfekten Illusion zu leben. Denn wenn der Körper &#8222;macht&#8220;, das heißt gesund und hormonell voll auf den Beinen ist, <strong>drückt</strong> er uns durchs Leben – ob wir wollen, oder nicht. Und in einem gesunden Körper – inbegriffen ist der gesunde Geist – fühlt sich das auch noch verlockend gut an. Dann wird es schwer, zu verstehen oder zu sehen, was davon wir wollten, was davon wir glaubten zu wollen und was davon &#8230; einfach das Leben, dessen Teil wir sind, wollte. Im Endeffekt ist es auch egal, weil es sowieso alles eins ist.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Am Ende heißt es dann: Es passiert einfach. Und das ist gut so.</strong></p>
<p>Alles, was man übers Leben und seine eigenen &#8222;Gesetze&#8220; wissen muss, steckt bereits in der Biologie &#8230; und in der Bio<strong>chemie</strong>!</p>
<p>PS: Was passiert denn mit Menschen, auf die zu der falschen Zeit die falschen Umweltsignale wirken? Was passiert mit Menschen, die &#8222;falsch&#8220; differenzieren? Wir alle haben eine Richtschnur in uns, eine &#8222;Kraft&#8220;, die uns immer wieder auf den richtigen Weg bringen will. Das spürt man aber nur, wenn man es lässt. Offen für Neues, Loslassen beim Alten.</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/mentales/die-weisheit-der-biologie/">Die Weisheit der Biologie</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://genetisches-maximum.de/mentales/die-weisheit-der-biologie/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Abstraktionsvermögen</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/mentales/abstraktionsvermoegen/</link>
					<comments>https://genetisches-maximum.de/mentales/abstraktionsvermoegen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Aug 2019 12:36:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mentales]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://genetisches-maximum.de/?p=190907</guid>

					<description><![CDATA[<p>Leider fällt mir in letzter Zeit vermehrt auf, dass sich Menschen (nicht per se unsere Leser) schwertun, Sachverhalte oder Erläutertes so zu verstehen, wie es gemeint ist. Gut, jetzt weiß ich natürlich, dass es auch viele [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/mentales/abstraktionsvermoegen/">Abstraktionsvermögen</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Leider fällt mir in letzter Zeit vermehrt auf, dass sich Menschen (nicht per se unsere Leser) schwertun, Sachverhalte oder Erläutertes so zu verstehen, wie es gemeint ist. Gut, jetzt weiß ich natürlich, dass es auch viele &#8222;Beginner&#8220; gibt, die sich erst seit kurzem mit den Themen befassen – von denen rede ich aber nicht. Mir geht es eher um diejenigen, die anderen was erklären wollen, aber selbst offensichtlich ein paar Defizite beim Verstehen und Einordnen von (neuen) Sachverhalten haben.</p>
<p>Das war ja immer das große und ausgerufene Ziel der gymnasialen Oberstufe bzw. später dann der Uni. Sachverhalte nicht nur anzugucken und separiert zu betrachten, wie ein Äffchen, das sich von Ast zu Ast hangelt. Sondern, auch in der Lage zu sein, das Ganze aus der Metaperspektive zu sehen – und dann gedanklich zu modellieren und modulieren. Also: nicht nur jeden Ast zu sehen, sondern jeden Baum, den ganzen Wald – und sich dann am Ende die Frage zu stellen, wieso das jetzt ein Laub- und kein Nadelwald ist.</p>
<p>Im Mittelpunkt solcher Prozesse steht das <strong>Abstraktionsvermögen</strong>. Das heißt: zu wissen, wie der Prototyp eines Stuhls aussieht und dann in der Lage zu sein, andere Objekte ebenfalls als Stuhl zu erkennen, auch, wenn die nicht aussehen wie genau dieser eine Prototyp-Stuhl – und umgekehrt. Man könnte es auch so beschreiben: Nicht im Detail hängen zu bleiben, sondern ein tiefgreifendes Verständnis dafür zu bekommen.</p>
<p>Ich nenne das gerne: die Fähigkeit, die Großhirnrinde (Kortex) zu benutzen. Weil sich solche komplexen (Analyse- und Abstraktions-)Vorgänge genau dort abspielen. Der Kortex gehört zu den neuesten und gleichzeitig komplexesten Strukturen des (menschlichen) Gehirns. Das ist ganz bestimmt kein Zufall.</p>
<p style="padding-left: 40px;">Gemein, ich weiß: Wenn Menschen kognitiv in sich zusammenfallen und immer &#8222;primitiver&#8220; zu werden scheinen, dann liegt es meistens genau daran. Bei denen versagt der Kortex. Deshalb kann man mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass ein Altkanzler Schmidt auch im höchsten Alter noch voll da war. Beeindruckend! Da will man gar nicht wissen, wie gut seine Auffassungsgabe und Geschwindigkeit im Gehirn in jungen Jahren war.</p>
<p style="padding-left: 40px;">Ach ja: Massiver und chronischer Stress sorgt dafür, dass diese höheren Bereiche des Gehirns zunehmend abgeschaltet werden. Wie man sich dann verhält, weiß jeder, dem es mal so ging. Vom weisen Menschen zum ängstlichen, emotions- und triebgesteuerten Reptil. Umgekehrt gibt es &#8222;psychische Erkrankungen&#8220;, bei denen Menschen genau das erfahren, und einfach nicht mehr an die Oberfläche kommen.</p>
<p>Ein gut ausgeprägtes Abstraktionsvermögen hilft, <strong>Transferleistungen</strong> zu erbringen. Also, Gelerntes und gelernte Problemlösungen auf andere Themengebiete zu übertragen, und – gepaart mit eigener Erfahrung – so zu extrapolieren, dass – wenn auch vorsichtig – neue Schlüsse gezogen oder Hypothesen aufgestellt werden können. Und genau da hakt&#8217;s dann meistens.</p>
<p>Okay, long story short &#8230;</p>
<ul>
<li>Wenn wir sagen, dass <a href="https://genetisches-maximum.de/ernaehrung/a-case-against-neu5gc/">Neu5Gc generell problematisch sein könnte</a>, heißt das nicht, dass wir sagen &#8222;rotes Fleisch&#8220; ist blöd oder der Fleischkonsum im Allgemeinen ist doof. Wie geht das zusammen? Erstens, haben wir die Frage noch gar nicht abschließend geklärt, in welchen Fleischsorten (Rind vs. Reh vs. Kangaroo vs. Bison vs. Schwein etc.) besonders viel oder besonders wenig vorkommt. Zweitens, es gibt auch &#8222;rotes Fleisch&#8220;, das kein Neu5Gc enthält – zum Beispiel Strauß.</li>
<li>Wenn wir sagen, dass <a href="https://genetisches-maximum.de/hormonhaushalt/in-12-punkten-insulinresistenz-verstehen/">physiologische Insulinresistenz</a> auf Dauer doof ist und Keto das herbeiführt, heißt das nicht, dass wir ketogene Phasen oder die Ketose an sich scheiße finden. Im Gegenteil, wie oft müssen wir noch sagen, <a href="https://genetisches-maximum.de/kontroverses/die-ursache-moderner-krankheiten/">dass die AMPK-Aktivierung wichtig ist und zu jeder Viel-Phase eine Wenig-Phase gehört?</a> Zyklen!</li>
<li>Wenn wir sagen, &#8222;<a href="https://genetisches-maximum.de/hormonhaushalt/eisen-ferritin-insulinsensitivitaet-blutspende/">hohe Eisenwerte stehen im Zusammenhang mit Stoffwechselentgleisung</a>&#8222;, heißt das nicht, dass wir Eisen an sich nicht gut finden. <a href="https://genetisches-maximum.de/vegan/warum-eisen-an-allem-beteiligt-ist-wovon-wir-traeumen/">Im Gegenteil, wir lieben Eisen</a>. Wir sagen lediglich: Auch hier gilt, dass physiologische Bereiche wichtig sind – man kann einfach mal seinen Ferritin-Wert checken und gut ist.</li>
<li>Wenn wir sagen, dass wir <a href="https://genetisches-maximum.de/vegan/veganismus-macht-krank-praxisbeispiel/">Veganismus unter keinen Umständen gutheißen können</a>, heißt das nicht, dass wir den <a href="https://genetisches-maximum.de/pflanzenstoffe/xenohormesis-warum-pflanzen-so-gesund-sind/">Pflanzenkonsum</a> nicht gut finden oder <a href="https://genetisches-maximum.de/periodic-undereating/lange-leben-ohne-fasten/">fleischarme Phasen</a> nicht auch wichtig finden.</li>
</ul>
<p>Aufgefallen? Hier geht&#8217;s dann meistens um etwas, was man <strong>Differenzierung</strong> nennt – nur, weil etwas ähnlich aussieht, ist es nicht automatisch gleich oder dasselbe. Ganz interessant hierbei ist ja, dass Differenzieren und Abstrahieren sich irgendwo gegenläufig verhalten. So gesehen ist &#8222;schnelles, zielgerichtetes, hohes Denken&#8220; auch ein fluides Denken, denn man switcht konstant vor und zurück. Das frisst natürlich Ressourcen.</p>
<p>Wohlgemerkt: Das sind ja noch die ganz einfachen Beispiele. Aber was denke ich wohl, wenn Leute mir Mails (z. B. als Antwort auf unseren Newsletter) schreiben, die sich ohne zu reflektieren echauffieren? Genau: Oh je. Weil es genau das Gegenteil von dem Level ist, auf dem ich gerne eine zwischenmenschliche Beziehung (wenn auch nur in Form eines Mail-Kontakts) führen bzw. mich fachlich austauschen würde. Ich kriege da Kopfschmerzen.</p>
<p>Ich glaube, in manchen Bereichen atrophieren wir ein bisschen. Nicht böse gemeint. In einer Welt, in der augenscheinlich – und tatsächlich – alles komplexer wird, versuchen wir, mit all den Informationen genau das Gegenteil zu machen: Sie so zu vereinfachen, dass sie uns einfach reinlaufen. Aus diesem Grund wirkt auch Populismus zu oft gut – und erreicht genau die, die besonders empfänglich dafür sind. Nämlich jene, bei denen das &#8222;höhere Denken&#8220; sowieso nicht gut funktioniert.</p>
<p>Es ist schon verrückt. Da hat uns die Evolution ein Gehirn geschenkt, das derart &#8222;weise, erhaben, hoch, komplex&#8220; denken, fühlen und erleben kann. Mitten im &#8222;struggle for life&#8220; haben unsere Vorfahren wunderschöne Kunst erschaffen, man denke nur mal an die Wandmalereien in den Höhlen. Welches &#8222;Tier&#8220; kann sowas von sich behaupten? Und was machen wir? Wir lassen genau diese höheren Bereiche des Gehirns derart atrophieren.</p>
<p>Vielleicht liegt es auch an der hiesigen Omega-3-Mangelversorgung? Ein bisschen DHA würde sicher helfen – man weiß es nicht :-) Aber mal im Ernst: Für mich ist das Ausdruck der großen zellulären Energiekrise, der allgemeinen <em>mitochondrialen Dysfunktion</em>. Denn genau diese Mitochondrien stellen die Energie bereit, die für ein so komplexes, aber für einen Homo sapiens (man achte auf die lateinische Bedeutung) eigentlich normales Denken, notwendig ist. Kein Witz. Wie im Kleinen, so im Großen. Wo wir wieder bei unserem Lieblingsthema wären: &#8222;<strong>Die Biochemie der zellulären Energieproduktion&#8220;</strong>. <a href="https://www.amazon.de/Gesundheit-optimieren-Leistungsfähigkeit-steigern-Biochemie/dp/3662582309/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=ÅMÅŽÕÑ&amp;keywords=Michalk&amp;qid=1565614274&amp;s=gateway&amp;sr=8-1">Gibt&#8217;s auch als Buch</a> :-)</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/mentales/abstraktionsvermoegen/">Abstraktionsvermögen</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://genetisches-maximum.de/mentales/abstraktionsvermoegen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
