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	<title>Mikronährstoffe - Biochemie für dein genetisches Maximum</title>
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	<description>Der Blog von Chris Michalk &#38; Phil Böhm. Seit 2014.</description>
	<lastBuildDate>Thu, 15 Jan 2026 13:42:22 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Mikronährstoffe - Biochemie für dein genetisches Maximum</title>
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	<item>
		<title>Alzheimer besiegt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Jan 2026 11:34:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Energiehaushalt]]></category>
		<category><![CDATA[Longevity]]></category>
		<category><![CDATA[Mikronährstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Nährstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Prävention]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kürzlich titelt das deutsche Leitmedium BILD: Toll! In dem Artikel werden natürlich einige vielversprechende Medikamente vorgestellt. Aktuell können selbst die besten Medikamente die Krankheit nicht heilen. Ein Professor zeigte sich jedoch optimistisch: Wenn wir diesen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Kürzlich titelt das deutsche Leitmedium BILD:</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-324868 aligncenter" title="bild.de alzheimer heilen" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/01/bild.de-alzheimer-heilen.png" alt="bild.de alzheimer heilen" width="579" height="149" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/01/bild.de-alzheimer-heilen.png 2158w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/01/bild.de-alzheimer-heilen-300x77.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/01/bild.de-alzheimer-heilen-1024x264.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/01/bild.de-alzheimer-heilen-768x198.png 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/01/bild.de-alzheimer-heilen-1536x396.png 1536w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/01/bild.de-alzheimer-heilen-2048x528.png 2048w" sizes="(max-width: 579px) 100vw, 579px" /></p>
<p>Toll! In dem Artikel werden natürlich einige vielversprechende Medikamente vorgestellt. Aktuell können selbst die besten Medikamente die Krankheit nicht heilen.</p>
<p>Ein Professor zeigte sich jedoch optimistisch:</p>
<blockquote><p>Wenn wir diesen komplexen Code knacken, könnten wir endlich Medikamente entwickeln, die Alzheimer heilen können.</p></blockquote>
<h2>Blog-Leser kennen den magischen Stoff</h2>
<p>Amerikanische Forscher lächeln bei solchen Aussagen verschmitzt. Denn soeben wurde <a href="https://www.cell.com/cell-reports-medicine/fulltext/S2666-3791(25)00608-1">eine Studie</a> publiziert, in der Alzheimer – zumindest im Tiermodell – nicht nur verlangsamt oder gestoppt, <strong>sondern geheilt wurde</strong>.</p>
<p>Nicht: der &#8222;komplexe Code&#8220; könnte bald geknackt sein. Er wurde grade ganz real geknackt. Die Wissenschaftler haben nämlich den ultimativen Alzheimer-Bottleneck in den Gehirnen von Mäusen und höchstwahrscheinlich auch in den Gehirnen von Menschen entdeckt:</p>
<p style="text-align: center;"><em><strong>NAD+</strong></em></p>
<p>Kennste, kennste? Nein? Dann lies am besten das Handbuch oder beispielsweise <a href="https://genetisches-maximum.de/energiehaushalt/nicotinamidadenindinukleotid/">den Artikel hier</a>.</p>
<p>Kurz: Ein Schlüsselmolekül im Energiehaushalt von Zellen. Fehlt NAD, bricht der Energiestoffwechsel zusammen. Blöd: Aus verschiedenen Gründen sinkt der NAD-Spiegel bei Alzheimer.</p>
<h2>NAD kehrt Alzheimer um</h2>
<p>Wie löst man das Problem? Nun, bekanntermaßen gibt es dafür einige Wege. Bei fortgeschrittener Erkrankung muss es aber möglicherweise ein Medikament sein. Das heißt hier: <strong>P7C3-A20.</strong></p>
<p>P7C3-A20 kurbelt die Bildung von <strong>NAD</strong> mächtig an. Dadurch bleiben Neuronen energetisch funktionsfähig und sterben nicht ab – selbst unter starkem neurodegenerativem Stress.</p>
<p>Die Forscher fassen zusammen:</p>
<div style="background: #f2f2f2; padding: 16px 20px; border-radius: 6px; margin: 20px 0;">
<ul style="margin: 0; padding-left: 20px;">
<li>Die Aufrechterhaltung der NAD+-Homöostase im Gehirn <strong>verhindert AD bei Mäusen</strong></li>
<li>Die Wiederherstellung der NAD+-Homöostase im Gehirn <strong>kehrt fortgeschrittene AD bei Mäusen um</strong></li>
<li>Multiomik-Untersuchungen an AD-Gehirnen von Menschen und Mäusen identifizieren Knotenpunkte für die Umkehrung von AD beim Menschen</li>
</ul>
</div>
<p>Herrlich!</p>
<h2>Mehr NAD hausgemacht</h2>
<p>NAD-Werte, auch im Gehirn, lassen sich präventiv auf vielfältige Weise stabilisieren. Sehr wahrscheinlich schon durch Sport, daher wirkt Sport auch alzheimerpräventiv (<a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/apha.13921">Q</a>). Nichts Neues. Viele Wege könnten nach Rom führen.</p>
<p><strong>P7C3-A20 </strong>setzt an der enzymatischen Schlüsselstelle der NAD-Bildung an, wo aus <strong>Vitamin B3</strong> (<em>Nicotinamid</em>) das inzwischen bekannte <strong>NMN</strong> (<em>Nicotinamidmononukleotid</em>) wird und daraus blitzschnell &#8230; the holy <strong>NAD </strong>(s. Abb.)<strong>.</strong></p>
<figure id="attachment_324875" aria-describedby="caption-attachment-324875" style="width: 1080px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-324875 size-full" title="NAD Synthese" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/01/NAD-Synthese.png" alt="NAD Synthese" width="1080" height="374" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/01/NAD-Synthese.png 1080w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/01/NAD-Synthese-300x104.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/01/NAD-Synthese-1024x355.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2026/01/NAD-Synthese-768x266.png 768w" sizes="(max-width: 1080px) 100vw, 1080px" /><figcaption id="caption-attachment-324875" class="wp-caption-text"><strong><em>NAD-Synthese vereinfacht </em></strong></figcaption></figure>
<p>Zumindest NR – als Vorstufe von NMN – ist in der EU als NEM zugelassen. Aber, aber&#8230; Ein partizipierender Forscher warnt schon davor, &#8222;diese Strategie mit <strong>frei verkäuflichen NAD+-Vorläufern</strong> zu verwechseln&#8220;, denn die würden – im Gegensatz zum Medikament – <span style="text-decoration: underline;">viel zu stark</span> wirken :-)</p>
<p>Mein Take hier wäre: Aus zellbiologischer Sicht ist nicht entscheidend, ob NAD über NMN/NR oder pharmakologisch erhöht wird – relevant sind Höhe, Dauer, Lokalisation und Kontext der NAD-Verfügbarkeit, aber die Quelle ist sekundär.</p>
<h2>Da gibt es noch was</h2>
<p>Natürlich möchte ich betonen, dass auch ich <span style="text-decoration: underline;">nicht</span> empfehle, NMN einzunehmen, &#8222;um Alzheimer zu heilen&#8220;. Wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, Alzheimer weit fortgeschritten ist, hilft später vielleicht so ein Medikament.</p>
<p>Ich persönlich werde die Forschungslage weiter intensiv verfolgen. Denn: erstens, könnte uns bald viel Leid erspart bleiben. Und: zweitens, ganz eigennützig, weil ich Träger des bekannten &#8222;Alzheimer-Gens&#8220; APOE4 bin.</p>
<p>Das war ja nicht mal die einzige positive Nachrichten, die wir quasi zu Weihnachten über Alzheimer gehört haben. Es gab da weitere:</p>
<ul>
<li>Sehr hohe Dosen der Aminosäure Arginin konnte in Alzheimer-Tiermodellen auch erstaunliche Effekte erzielen. Da heißt es:<em> &#8222;Arginin ist ein sicherer und kostengünstiger Kandidat als Medikament gegen Alzheimer.&#8220; </em>(<a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S019701862500155X">Q</a>)</li>
<li>Außerdem erwies sich Spermin, eng verwandt mit Spermidin, ein körpereigenes Polyamin, das man auch essen kann, als wirkungsvoller Kandidat gegen zelluläre Schäden bei Alzheimer – jedenfalls beim Fadenwurm. :-) (<a href="https://www.nature.com/articles/s41467-025-65426-3">Q</a>)</li>
</ul>
<p>Spannender könnte es nicht sein.</p>
<p>&nbsp;</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/naehrstoffe/alzheimer-besiegt/">Alzheimer besiegt</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Ein einfacher Trick für schönere Haut</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/vitamine/ein-einfacher-trick-fuer-schoenere-haut/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Jan 2026 10:37:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kollagen]]></category>
		<category><![CDATA[Mikronährstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Vitamin C]]></category>
		<category><![CDATA[Vitamine]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Leben kann manchmal wirklich simpel sein, wenn man Zusammenhänge versteht. Lass es mich erklären. Kollagensynthese 101 Damit der Körper (mehr) Kollagen bilden kann, braucht er Baustoffe: Glycin, Prolin, ggf. Lysin → strukturelles Grundgerüst vom [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Leben kann manchmal wirklich simpel sein, wenn man Zusammenhänge versteht.</p>
<p>Lass es mich erklären.</p>
<h2>Kollagensynthese 101</h2>
<p>Damit der Körper (mehr) Kollagen bilden kann, braucht er Baustoffe:</p>
<ul>
<li>Glycin, Prolin, ggf. Lysin → strukturelles Grundgerüst vom Kollagen</li>
<li>Vitamin C &amp; Eisen → für die Prolyl- und Lysylhydroxylasen</li>
<li>Kupfer → für die Lysyloxidasen</li>
</ul>
<p>Weniger wichtig, aber wichtig:</p>
<ul>
<li>Zink &amp; Mangan → wichtig für die Fibroblastenaktivität und das strukturelle Umfeld vom Kollagen</li>
</ul>
<h2>Bloß nicht einfach</h2>
<p>Dahinter könnte man ja <strong>einen Punkt machen</strong>.</p>
<p>Würde man nicht in Deutschland leben, dem Land der Dichter und Denker. In Deutschland fabuliert man stets darüber, dass &#8222;wir von allem genug haben&#8220;.</p>
<p>Darum ist den meisten Menschen die Zufuhr dieser Bausteine egal. Notfalls jammert man ein bisschen und beschwert sich über das böse Leben. <em>German Angst</em> und <em>Weltschmerz</em> heißen ja nicht umsonst so.</p>
<h2>Kollagen könnte eine Lösung sein</h2>
<p>Dann kam vor etwa 10-15 Jahren die Lösung: Kollagen. Wir wissen heute ziemlich sicher, dass mehr Kollagen in der Nahrung (= mehr Glycin, Prolin, Lysin) <strong>die körpereigene Kollagensynthese stimuliert</strong>.</p>
<p>Sogar direkt, indem die Aktivität von kollagenbildenden Zellen, den Fibroblasten, angeregt wird. (Vgl. z. B. <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38751975/">Q</a>)</p>
<p>Wer darüber – warum auch immer – wieder einmal nur müde lächeln kann, für den habe ich eine neue Studie.</p>
<h2>Eine neue Studie zu Vitamin C</h2>
<p>In der Studie liest man kluge Sätze:</p>
<blockquote><p>In-vitro-Studien haben gezeigt, dass Vitamin C die Kollagensynthese fördert (&#8230;). Es wird daher angenommen, dass eine Erhöhung des Vitamin-C-Spiegels in der Haut die Hautgesundheit verbessert und die sichtbaren Auswirkungen des Alterns umkehrt.</p></blockquote>
<p>Also haben sich Forscher aus Deutschland und Neuseeland 24 Probanden geschnappt und ihnen zwei Kiwi täglich verfüttert (~250 mg Vitamin C). Und nach acht Wochen hat man gemessen.</p>
<ul>
<li>Im Blut zeigen die Probanden nahezu gesättigte Spiegel</li>
<li>Parallel dazu reichert sich Vitamin C in der Haut an</li>
<li><strong>Die Haut wurde durch Vitamin C erheblich dicker (also gesünder)</strong></li>
</ul>
<h2>Mehr Vitamin C</h2>
<p>Wie andersorts bei uns beschrieben, ist die Haut (Epidermis, Dermis) ein sehr Vitamin-C-reiches Gewebe.</p>
<p>Aus verschiedenen Gründen, z. B. Schutz vor UV-Strahlung. Wichtig aber vor allem für die Bildung der in der Dermis eingelagerten Kollagenfasern, das &#8222;Tragwerk&#8220; der Haut.</p>
<p>Das Leben könnte einfach sein. Betonung liegt auf könnte. Also ich mache mir das Leben noch einfacher: Ich ergänze täglich direkt <strong>500 mg Vitamin C</strong>.</p>
<p>Mehr zu Vitamin C auch <a href="https://genetisches-maximum.de/vitamine/ueber-vitamin-c/">hier</a>.</p>
<p><em><strong>Quelle</strong></em></p>
<p>Juliet M. Pullar et al. Improved Human Skin Vitamin C Levels and Skin Function after Dietary Intake of Kiwifruit: A High-Vitamin-C Food. <em>Journal of Investigative Dermatology</em>, 2025; DOI: <a href="http://dx.doi.org/10.1016/j.jid.2025.10.587" target="_blank" rel="noopener noreferrer">10.1016/j.jid.2025.10.587</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/vitamine/ein-einfacher-trick-fuer-schoenere-haut/">Ein einfacher Trick für schönere Haut</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Lithium: Wiederentdeckte Wunderwaffe gegen Alzheimer?</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/mikronaehrstoffe/lithium-wiederentdeckte-wunderwaffe-gegen-alzheimer/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexandra Etl]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Sep 2025 12:27:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mikronährstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Prävention]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>// Ich möchte euch heute Alexandra vorstellen, eine wissenschaftliche Mitarbeiterin (Science Writerin) von uns. Mit ihrer herausragenden Ausbildung und vielfältigen persönlichen Erfahrungen, verfügt sie über sehr breites Wissen, das sie in Zukunft auch hier teilen [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/mikronaehrstoffe/lithium-wiederentdeckte-wunderwaffe-gegen-alzheimer/">Lithium: Wiederentdeckte Wunderwaffe gegen Alzheimer?</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #3366ff; font-family: proxima-nova;"><em>// Ich möchte euch heute Alexandra vorstellen, eine wissenschaftliche Mitarbeiterin (Science Writerin) von uns. Mit ihrer herausragenden Ausbildung und vielfältigen persönlichen Erfahrungen, verfügt sie über sehr breites Wissen, das sie in Zukunft auch hier teilen wird. // </em></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Vielleicht ist dir diese Situation bekannt: Du stehst auf und gehst in einen anderen Raum – dort angekommen weißt du nicht mehr, was du machen wolltest. Vergesslichkeit kennen wir alle.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Ähnliche Szenen kennen wir aber auch aus Filmen:<i> Honig im Kop</i>f lässt uns lachen und schlucken, <i>Still Alice </i>zeigt das Zerbröseln eines brillanten Geistes und <i>The Father</i> zieht uns in die verwirrte Innenwelt eines Mannes, der sein Zuhause verliert, obwohl er in seinem Wohnzimmer steht.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Im Kino sind es 120 Minuten, die uns in das Leben mit <strong>Alzheimer</strong> blicken lassen – im echten Leben sind es oft viele Jahre. Für Patienten und deren Umfeld eine schwere Zeit.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Die nüchterne Prävalenzlage ist schockierend: <strong>In Deutschland leben in <a href="https://www.deutsche-alzheimer.de/">2024</a> rund 1,84 Mio. Menschen mit Demenz – die meisten davon mit Alzheimer;</strong> <a href="https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/dementia">2021</a> sind es weltweit etwa 57 Mio. Menschen – 60-70% davon mit Alzheimer. Tendenz steigend: Bis 2050 rechnet man mit rund 139 Mio. Betroffenen weltweit.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Schaut man sich diese Zahlen an, wird schnell klar: von Einzelfällen ist nicht mehr die Rede. Zahlen steigen und wir brauchen neue Anhaltspunkte. Nun rückt eine brandaktuelle <a href="https://www.nature.com/articles/s41586-025-09335-x"><i>Nature</i> Studie</a> in den Mittelpunkt und lässt positiv in die Zukunft blicken.</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Der Hoffnungsträger: das Metall Lithium.</strong></span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Ganz so neu und exotisch ist <strong>Lithium</strong> in der Medizin allerdings nicht. Bekannt ist es seit Jahrzehnten als Stimmungsstabilisator. Pharmakologisch greift Lithium in mehrere Zell-Signalwege ein:</span></p>
<ul>
<li><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Es hemmt GSK-3β</strong>, ein Schlüsselenzym für Neuroplastizität und Entzündung. Dadurch wird verhindert, dass sogenannte Tau-Proteine ihre Form verändern und sich verklumpen. So können sie weiterhin ihre Stützfunktion erfüllen, und die Nervenzellen können Nährstoffe und Signale besser weiterleiten.</span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">Außerdem bremst es einen Kreislauf von Botenstoffen, bei dem Inositol eine Rolle spielt. Das führt dazu, dass weniger Kalzium-Signale im Gehirn ausgelöst werden – und dadurch werden die Nervenzellen weniger überreizt.</span></li>
</ul>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Insgesamt beruhigt sich dadurch <strong>die überaktive neuronale Kommunikation</strong> und Dopamin- und Serotonin-Signale kommen wieder ins Gleichgewicht.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Historisch reicht der Einsatz von Lithium weit zurück: Der Däne Carl Lange experimentierte bereits im 19. Jahrhundert mit Lithium bei periodischen Depressionen, und John F. Cade beschrieb 1949 dessen antimanische Wirkung – der Startschuss für moderne Lithiumtherapie. (<a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8765824/">Q</a>)</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Lithium kann aber noch mehr! </strong></span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">In <strong>geringen Dosen</strong> kann Lithium…</span></p>
<ul>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">die Gefäßfunktion verbessern (<a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26875501/">Q</a>, <a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC5138228/">Q</a>),</span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">die Herz- und Skelettmuskulatur resistenter gegen Ermüdung machen (<a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7559843/">Q</a>),</span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">Knochenaufbau und -Heilung fördern (<a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16293698/">Q</a>),</span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">Insulin-ähnlich wirken und den Blutzuckerspiegel senken (<a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/6646115/">Q</a> ),</span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">antioxidative Schutzsysteme ankurbeln – Stichwort Glutathion (<a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18082333/">Q</a>, <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23542012/">Q</a>),</span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">und Entzündungen abschwächen (<a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10227915/">Q</a>).</span></li>
</ul>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><b>Kurz gesagt: </b>Positive Effekte auf Herz-Kreislauf, Muskulatur, Knochen, Stoffwechsel und eine antientzündliche und antioxidative Wirkung sind für Lithium beschrieben.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Spannend! Leider basieren diese Erkenntnisse hauptsächlich auf Zell- und Tierstudien. Die Humanstudienlage ist noch begrenzt und robuste große klinische Studien fehlen.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Bevor wir uns die Erkenntnisse der neuen Studie anschauen, müssen wir erstmal verstehen:</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Was passiert bei Alzheimer?</strong></span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Ganz allgemein entsteht Alzheimer <strong>durch Ablagerungen von Proteinen</strong>, die schlussendlich die Signalweiterleitung stören. Verantwortlich dafür sind zwei verschiedene Proteine:</span></p>
<ol>
<li><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Amyloid-β (Aβ)-Peptide (extrazellulär) </strong></span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Tau-Proteine (intrazellulär).</strong></span></li>
</ol>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Klinisch zeigen sich dadurch sogenannte <strong>Amyloid-Plaques</strong> (außerhalb der Neuronen) und <strong>neurofibrilläre Tangles</strong> (in den Neuronen).</span></p>
<figure id="attachment_324668" aria-describedby="caption-attachment-324668" style="width: 702px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="wp-image-324668 " title="fnagi 15 1274452 g001" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/09/fnagi-15-1274452-g001.jpg" alt="fnagi 15 1274452 g001" width="702" height="384" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/09/fnagi-15-1274452-g001.jpg 1901w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/09/fnagi-15-1274452-g001-300x164.jpg 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/09/fnagi-15-1274452-g001-1024x560.jpg 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/09/fnagi-15-1274452-g001-768x420.jpg 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/09/fnagi-15-1274452-g001-1536x840.jpg 1536w" sizes="(max-width: 702px) 100vw, 702px" /><figcaption id="caption-attachment-324668" class="wp-caption-text"><span style="font-family: proxima-nova;">Alzheimer wird getrieben durch Proteinablagerungen (Amyloid-Plaques und neurofibrilläre Tangles), die die Neuronen krank machen. (<a href="https://www.frontiersin.org/journals/aging-neuroscience/articles/10.3389/fnagi.2023.1274452/full">Q</a>)</span></figcaption></figure>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Mit diesem Wissen können wir uns nun der neuen Studie widmen – endlich.</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Die Ergebnisse der neuen <em>Nature</em>-Studie</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Lithium kommt natürlicherweise im menschlichen Gehirn vor.</strong> Das weiß man seit 1983, als Lithium in Autopsien von Gehirnen nachgewiesen wurde. Vor diesem Hintergrund fanden die Forscher aktuell heraus:</span></p>
<ul>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">In Gehirnen von toten Menschen mit Alzheimer und einer Alzheimervorstufe MCI (engl. <em>Mild Cognitive Impairment</em>; dt. leichte kognitive Beeinträchtigung) – ist <strong>Lithium als einziges Metall verringert.</strong></span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">Zudem wird Lithium von Amyloid-Plaques gebunden, wodurch seine Verfügbarkeit weiter sinkt. Alzheimer sorgt also dafür, dass ein Mangel noch verstärkt wird.</span></li>
</ul>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">In einem zusätzlichen Mausmodell haben die Forscher die Auswirkungen eines Lithiummangels weiter untersucht.</span></p>
<ul>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">Lithiummangel führt in Alzheimermäusen zu einem signifikanten Anstieg an Amyloid-Plaques; gesunde Mäuse zeigten höhere Aβ42-Spiegel, welche die Plaquebildung beschleunigen.</span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">Ein Mangel an Lithium kann parallel dazu die Anhäufung von Tau-Proteinen, Entzündungen und den Verlust von Synapsen und Myelin (“Schutzmantel” von Nervenzellen) fördern.</span></li>
</ul>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Was 2016 unter Dr. <a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4947325/">Michael Nehls</a> als Hypothese in den Raum gestellt wurde, wird durch diese Studie nun zu einem <strong>potentiellen Puzzleteil in der Prävention von Alzheimer.</strong> Aber bevor man jetzt los läuft und Lithium holt, ist noch wichtig zu wissen:</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Die Krux!</strong></span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Jede Medaille hat zwei Seiten, so auch die von Lithium.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">In der EU gilt Lithium als Arzneimittel und ist <strong>verschreibungspflichtig</strong>. Als Nahrungsergänzungsmittel ist es in Deutschland derzeit folglich (noch) nicht zugelassen.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Außerdem hat Lithium <strong>ein schmales therapeutisches Fenster</strong>, das heißt wirksame und toxische Dosen liegen nah beieinander – von willkürlicher Eigenmedikation ist also abzuraten.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Fest steht: Lithium ist für den Menschen ein wichtiges Metall und spielt – vor allem für die Gehirngesundheit – eine wichtige Rolle.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">In Lebensmitteln kommt es allerdings nur in geringen Mengen vor – man müsste sich mit herkömmlichen Lebensmitteln schon sehr viel Mühe geben, um adäquate Lithiumspiegel aufzuweisen.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Wenn du trotzdem von den physiologischen Wirkungen von Lithium profitieren willst, findet man relevante Mengen in bestimmten Heilwässern:</span></p>
<ul>
<li><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Hirschquelle – 1,31 mg/l</strong></span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Ensinger Schiller Quelle – 0,9 mg/l</strong></span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Staatl. Fachingen Still – 0,77 mg/l</strong></span></li>
</ul>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Die kann man auch ganz legal im Supermarkt erwerben &#8230; und so möglicherweise Alzheimer vorbeugen. :-)</span></p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/mikronaehrstoffe/lithium-wiederentdeckte-wunderwaffe-gegen-alzheimer/">Lithium: Wiederentdeckte Wunderwaffe gegen Alzheimer?</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Herzalterung umkehren – einfacher Trick</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/aminosaeuren/herzalterung-umkehren-einfacher-trick/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 May 2025 06:42:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aminosäuren]]></category>
		<category><![CDATA[Gefäßgesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Mikronährstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Prävention]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In meinen Augen ist der aktuelle Longevity-Hype ein Scam. Das, was dort erzählt wird, zahlt mehrheitlich auf die Gesundheitsspanne ein. Das heißt, man kriegt mit 45 halt keinen Diabetes und hat deshalb mit 60 noch [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In meinen Augen ist der aktuelle Longevity-Hype ein Scam.</p>
<p>Das, was dort erzählt wird, zahlt mehrheitlich auf die <a href="https://genetisches-maximum.de/praevention/langlebigkeit-weniger-schilddruesenhormone-besser/">Gesundheitsspanne</a> ein. Das heißt, man kriegt mit 45 halt keinen Diabetes und hat deshalb mit 60 noch keine geschrotteten Arterien. Das ist de facto <strong>Prävention</strong>, wie sie seit Jahren oder Jahrzehnten nicht nur von uns kommuniziert wird.</p>
<p>Alter Wein in neuen Schläuchen, könnte man sagen. <em>Longevity</em> an sich ist was ganz anderes. <strong>Hier geht es wirklich darum, seine biologisch festgelegte Lebensspanne auszureizen.</strong> Also vielleicht 100 zu werden. Natürlich schaut man da immer fröhlich nach den &#8222;Geheimnissen der Supercentenarians&#8220; oder zu den &#8222;Blauen Zonen&#8220;, wo es besonders viele alte Menschen gibt.</p>
<p><strong>Problem:</strong> Da wird selten wirklich nach der Gesundheitsspanne oder der funktionalen Kapazität gefragt. Oder anders ausgedrückt: Natürlich kannst du 95 sein, aber wenn deine Funktionalität maßgeblich eingeschränkt ist und du nur noch von Bett in die Küche wandern kannst – was ist das für ein Ziel? Dann lieber fit bis 85 und Herzinfarkt, ciao.</p>
<p><strong>Es ist extrem schwierig und sehr komplex, Wege zu finden, deine biologisch mögliche Lebensspanne auszureizen und zeitgleich funktional zu bleiben.</strong> Es gab erst kürzlich <a href="https://www.nature.com/articles/s41574-025-01111-1">einen Fachartikel</a> über die Probleme der chronischen Kalorienrestriktion – das ist bekanntermaßen die am besten erforschte Methode, seine Lebens- aber auch Gesundheitsspanne maßgeblich zu verbessern.</p>
<p><strong>Problem:</strong> Funktioniert in der Realität beim Menschen halt vielleicht nicht so gut. Denn, auch hier wieder: Selbst wenn es diese Intervention schafft, dich länger &#8222;gesund&#8220; leben zu lassen, heißt es nicht, dass es auch lebenswert ist. Oh! Ein ganz neuer Faktor im Spiel. Denn: Wie fühlt sich ein Leben (im Alter) an, wenn deine Geschlechts- oder Schilddrüsenhormone dank deiner chronischen Diät nicht vorhanden sind? Wenn dein Hirn schrumpft?</p>
<p>Man muss also den perfekten Sweetspot zwischen körperlicher und geistiger Funktionalität, Lebensspannenverlängerung und Wohlfühlen finden – ein Ansatz dazu liefern wir seit einem Jahrzehnt. Kann sich ja jeder einlesen zum Thema &#8222;periodischer Wechsel von AMPK und mTOR&#8220;. Stichwort.</p>
<p>Doch heute will ich über was sprechen, was hier thematisch reinpasst, aber mal einen ganz anderen Ansatz bildet. Biochemiker lieben diesen Trick&#8230; weil ich einfache Experimente mit klarer Botschaft liebe. Also los:</p>
<h2>Herzzellen to go: Herzalterung umkehren</h2>
<p>Im Alter lässt die Herzgesundheit und damit -leistungsfähigkeit nach, weil sich immer mehr Herzzellen in den Ruhestand verabschieden. Genau genommen sterben die Herzzellen ab und es bildet sich vermehrt Fibrose, also vernarbtes Gewebe am Herz. Schlecht, weil &#8230; nicht funktional. Grund dafür sind vorrangig oxidativer Stress und Entzündungsreaktionen.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Meine Damen und Herren: Exakt das ist Alterung. </strong></p>
<p>Nun haben Forscher sich ein <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31624955/">einfaches Experiment</a> ausgedacht. Man nehme:</p>
<ul>
<li>Junge Ratten</li>
<li>Alte Ratten (auf den Menschen übertragen ca. 75 Jahre alt)</li>
<li>Ausdauertraining</li>
<li>L-Arginin</li>
</ul>
<p>Punkt. Herrlich einfach, nicht wahr? Genau so sieht auch das Ergebnis aus:</p>
<ul>
<li>Sport alleine ist gut, reduziert Kennzahlen der Alterung, also z. B. Entzündungsprozesse und oxidativen Stress</li>
<li><strong>Mit L-Arginin</strong> zusammen wirkt Sport aber <strong>sensationell</strong> – hier zeigt sich eine wesentlich ausgeprägtere Besserung, Herzzellen bleiben weitestgehend erhalten und sterben nicht ab (s. Abb. unten)</li>
</ul>
<blockquote><p>Lauftraining und eine L-Arginin-Supplementierung schützten vor dem altersbedingten Anstieg des Herzzellenverlusts und der Fibrosebildung in der Herzkammer durch eine wirksame Unterdrückung von oxidativem Stress, Entzündungen und Apoptosewegen.</p></blockquote>
<p>Warum das funktioniert hat einen einzigen banalen Grund, den man <a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8300666/">in anderen Studien</a> nachlesen kann:</p>
<blockquote><p>Aerobes Training kann den Zellen des Herzkreislaufsystems zugute kommen (&#8230;), und zwar durch NO-vermittelte Signalwege, die die Herzstammzellen in einer feindlichen Umgebung schützen, ihre Aktivierung und Differenzierung fördern und so zu einer effizienteren Regeneration des Herzmuskelgewebes führen.</p></blockquote>
<p>Sport erhöht NO (Stickstoffmonoxid). Und L-Arginin ist die Vorstufe dieses NO – ohne Arginin kein NO. Und der dritte Teil der Gleichung: <strong>NO schützt und aktiviert Herzstammzellen, küsst sie also wach.</strong> <a href="https://genetisches-maximum.de/ausdauer/sport-ist-mord/">Jeder Leser hier weiß ja</a>, dass man Herzstammzellen aktiv – MIT INTENSIVEM SPORT – wachküssen muss, sonst machen die halt nix. Die sind halt bockig.</p>
<p>Dafür braucht es offenbar NO – und dafür wiederum genug L-Arginin. Wusste schon der Nobelpreisträger Ignarro (Medizinnobelpreis 1998 zu NO), der hatte ja sogar ein Buch über diesen Wunderstoff geschrieben. Nennt sich &#8222;<strong>NO</strong> More Heart Disease: How Nitric Oxide Can Prevent – Even Reverse – Heart Disease And Stroke&#8220; (dt. Keine Herzkrankheiten mehr: Wie Stickstoffmonoxid Herzkrankheiten und Schlaganfällen vorbeugen &#8211; und sie sogar rückgängig machen &#8211; kann).</p>
<p>Das Buch wurde ja erst vor einem Vierteljahrhundert publiziert&#8230;</p>
<h2>Das war&#8217;s auch schon.</h2>
<figure id="attachment_324488" aria-describedby="caption-attachment-324488" style="width: 599px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-324488 " title="arginin und sport gesundes herz" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/05/arginin-und-sport-gesundes-herz.png" alt="arginin und sport gesundes herz" width="599" height="522" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/05/arginin-und-sport-gesundes-herz.png 1582w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/05/arginin-und-sport-gesundes-herz-300x261.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/05/arginin-und-sport-gesundes-herz-1024x892.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/05/arginin-und-sport-gesundes-herz-768x669.png 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2025/05/arginin-und-sport-gesundes-herz-1536x1338.png 1536w" sizes="auto, (max-width: 599px) 100vw, 599px" /><figcaption id="caption-attachment-324488" class="wp-caption-text"><strong><em>Mit Sport+Arginin sterben erheblich weniger Herzzellen bei alten Ratten ab – das Herz bleibt so erheblich gesünder. </em></strong></figcaption></figure>
<p>Das war alles, was ich heute sagen wollte. Das sind für mich die Schalter, die man im Blick haben sollte. Denn der Arginin-NO-Stoffwechsel schläft im Alter zunehmend ein, das heißt der Körper bildet zu wenig Arginin und setzt es schlechter in NO um. Wenn man hier etwas nachhilft UND trainiert, kriegt man offenbar ziemlich viel zurückgezahlt vom Körper.</p>
<p>In der Studie übrigens <strong>mit 1,5 g Arginin</strong> – umgerechnet auf den 70-kg-Menschen (<strong>2,5 g bei 100 kg</strong>). 1,5 bis 2,5 g ist nix. Im Sommer kriegt man das via Citrullin (wird zu Arginin) über Wassermelonen rein. :-)</p>
<p>Und: ja, Tierstudie. Aber so what. Es sind die Mechanismen, die man ansprechen muss. Macht man, oder macht man halt nicht. Die meisten entscheiden sich sowieso für Letzteres.</p>
<p>Arginin und NO sind viel zu wichtig.</p>
<p>&nbsp;</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/aminosaeuren/herzalterung-umkehren-einfacher-trick/">Herzalterung umkehren – einfacher Trick</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Dummköpfe!</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/naehrstoffe/dummkoepfe/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Nov 2024 12:45:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kontroverses]]></category>
		<category><![CDATA[Mikronährstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Nährstoffe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Würde ich nach dem Schwachkopf-Gate heutzutage natürlich nicht mehr sagen. Ich finde, in einer freien, toleranten, robusten und resilienten Gesellschaft sind solche Kraftausdrücke auch ziemlich daneben. Das muss man nicht aushalten müssen. Das muss sofort [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Würde ich nach dem Schwachkopf-Gate heutzutage natürlich nicht mehr sagen.</p>
<p>Ich finde, in einer freien, toleranten, robusten und resilienten Gesellschaft sind solche Kraftausdrücke auch ziemlich daneben. Das muss man nicht aushalten müssen. Das muss sofort bestraft werden. Selbst dann, wenn es den wahren Kern transportiert.</p>
<p>That being said&#8230; Wollen wir uns mal zwei mehr oder weniger tagesaktuellen Themen widmen. :-)</p>
<h2>Beispiel &#8222;Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe&#8220;</h2>
<p>Höchstmengenempfehlungen für NEM werden uns vom <em>Bundesinstitut für Risikobewertung</em> diktiert. Man achte auf den Namen: <span style="text-decoration: underline;">Risiko</span>bewertung&#8230; :-) An die sollte man sich als Inverkehrbringer für NEM am besten halten, sonst könnte es Ärger geben.</p>
<p>So weit ich informiert bin, hat das BfR, so fürsorglich wie es ist, mal wieder ein paar Anpassungen gemacht.</p>
<ul>
<li>Beispiel Selen. Bis vor kurzem waren <strong>45 µg</strong> in NEM erlaubt. Wie der Wert zustande kommt, kann man <a href="https://genetisches-maximum.de/blutwerte/wer-braucht-extra-vitamine/">hier</a> ja nochmal nachlesen. Inzwischen sind wir bei <strong>40 µg</strong>.</li>
<li>Beispiel Vitamin K: Da hat das BfR festgestellt, dass Vitamin K2 ja etwas stärker wirkt als Vitamin K1, daher hat man den Wert von <strong>80 µg</strong> für Vitamin K (allgemein) auf <strong>25 µg</strong> für Vitamin K2 heruntergekürzt.</li>
</ul>
<p>Wie fürsorglich, könnte man meinen. De facto wird es mit diesen Kürzungen aber immer schwerer, ernährungsphysiologisch relevante Effekte zu erzielen, also z. B. ein guter Carboxylierungsstatus bei Vitamin-K-abhängigen Proteinen.</p>
<p style="padding-left: 40px;">Zur Erinnerungen: Die lassen sich bis etwa 1000 µg für Vitamin K1 und 200-300 µg für Vitamin K2 aktivieren. <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12399278/">Bewiesen am Osteocalcin</a> (Knochengesundheit!). Das, was man hier in Deutschland über NEM zu sich nehmen darf, ist weit davon entfernt.</p>
<p>In Deutschland werden sich dafür erfahrungsgemäß viele Unterstützer und Anhänger finden. Wir leben gerne in unserer rechthaberischen Bubble. Wir sehnen uns hier nach <a href="https://genetisches-maximum.de/unkategorisiert/nahrungsergaenzung-besser-regulieren-antrag-die-gruenen/">gesetzlichen Höchstmengen</a>, ohne zu realisieren, dass die meisten EU-Länder (+ Schweiz) solche schon haben. Hier meine Lieblingstabelle:</p>
<figure id="attachment_324209" aria-describedby="caption-attachment-324209" style="width: 915px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/11/nem_hoechstmengen_europa_august_2024.pdf"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-324209" title="Höchstmengen NEM EU Vergleich" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/11/Hoechstmengen-NEM-EU-Vergleich.png" alt="Höchstmengen NEM EU Vergleich" width="915" height="553" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/11/Hoechstmengen-NEM-EU-Vergleich.png 2836w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/11/Hoechstmengen-NEM-EU-Vergleich-300x181.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/11/Hoechstmengen-NEM-EU-Vergleich-1024x619.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/11/Hoechstmengen-NEM-EU-Vergleich-768x464.png 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/11/Hoechstmengen-NEM-EU-Vergleich-1536x928.png 1536w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/11/Hoechstmengen-NEM-EU-Vergleich-2048x1238.png 2048w" sizes="auto, (max-width: 915px) 100vw, 915px" /></a><figcaption id="caption-attachment-324209" class="wp-caption-text"><em><strong>Für einen vollständigen Überblick, bitte klicken. </strong></em></figcaption></figure>
<p>Beispiel Schweiz.</p>
<ul>
<li>Höchstmenge Selen: <strong>165 µg</strong></li>
<li>Höchstmenge Vitamin K2: <strong>225</strong> <strong>µg </strong>(mit Warnhinweis)</li>
</ul>
<p>Mehr muss man dazu nicht sagen, denke ich. Vielleicht so viel: Wenn uns unsere Behörde verkaufen will, dass man sich einem Risiko aussetzt, wenn man mehr als 25 µg Vitamin K2 ergänzt, während man in der Schweiz – gesetzlich reguliert (!) – fröhlich das 10-fache konsumieren darf, dann ist das mindestens fragwürdig.</p>
<h2>Beispiel Lungenentzündung bei Kindern</h2>
<p>Um mich herum leben viele Kinder &#8230; und ihre Eltern. Zur Ernährung und Lebensweise unserer jüngsten Generation lässt sich konstatieren: Die können einem in der Mehrzahl leid tun.</p>
<ul>
<li>Viele werden vor Smartphones etc. geparkt</li>
<li>Aus Angst vor Regen und Kälte (machen krank&#8230;) werden die zuhause eingesperrt</li>
<li>Sport und Bewegung sind ein Zufallsprodukt im Alltag</li>
<li>Die kognitiven Fertigkeiten schrumpfen in sich zusammen</li>
<li>Die meisten kennen Landleben nur noch aus dem TV</li>
<li>Indoor-&#8222;Spielplätze&#8220; sind dopaminoptimiert</li>
<li>Und genau so sieht die Ernährung aus: Zuckerwasser, Weißmehl, Pommes und Chicken Nuggets.</li>
</ul>
<p>Über die Resultate darf man sich natürlich nicht wundern. Ein solches ist, dass Kinder sich gefühlt jeden Infekt einfangen. Das an sich ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass sich das sehr schnell zu schwereren Infekten, Superinfektionen und Immunschwäche (Mundsoor) ausweitet – was soll da auch schützen?</p>
<p>Vor wenigen Wochen liest man in der Fachzeitschrift mit vier Buchstaben folglich:</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-324211 aligncenter" title="lungenentzündungen bei kindern" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/11/lungenentzuendungen-bei-kindern-1024x493.png" alt="lungenentzündungen bei kindern" width="586" height="282" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/11/lungenentzuendungen-bei-kindern-1024x493.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/11/lungenentzuendungen-bei-kindern-300x144.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/11/lungenentzuendungen-bei-kindern-768x370.png 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/11/lungenentzuendungen-bei-kindern-1536x740.png 1536w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/11/lungenentzuendungen-bei-kindern.png 1790w" sizes="auto, (max-width: 586px) 100vw, 586px" /></p>
<p>Schuld sind natürlich wieder irgendwelche Erreger. Bei Instagram sind Kinderärzte aktuell im Trend, verbreiten fröhlich solche Schlagzeilen. Dass der Lebensstil von Eltern und ihren Kindern immer schlechter wird, darüber wird in der Regel nix berichtet.</p>
<p>Mir persönlich kommen direkt Studienergebnisse in den Kopf.</p>
<ul>
<li>Eine <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/9651405/">klinische Studie aus 1998</a> mit über 600 Kleinkindern zeigte damals, dass 10 mg Zink die Häufigkeit von tiefen Atemwegserkrankungen (z. B. Lungenentzündungen) <strong>nahezu halbiert</strong>.</li>
<li>Etwas frischer ist eine <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22981241/">klinische Studie aus 2013</a> mit Kindern unter 5 Jahren, die ebenfalls folgerte, dass 10 mg Zink die Häufigkeit von tiefen Atemwegserkrankungen <strong>nahezu halbierte</strong>, die Infekthäufigkeit an sich deutlich senkte und die Genesungszeit erheblich verkürzte.</li>
</ul>
<p>Wie viele Belege braucht es noch? Hier geht&#8217;s ja nur um Zink, Stichwort zinkreiche Ernährung. Würde der Lebensstil im Allgemeinen stimmen&#8230;</p>
<h2>Und so darf man folgern&#8230;</h2>
<p>&#8230; dass wir hierzulande ziemlich krumm in der Birne sind. Ist das schon eine Beleidigung?</p>
<p>Wie dem auch sei: Wir sind Spitzenreiter beim Thema &#8222;erlernte Hilflosigkeit&#8220;, in dem Sinne, dass wir fest davon überzeugt sind, dass potenzielle Hilfen eh nix bringen. Wir bestätigen uns das auch immer wieder institutionell, und der Hebel hier heißt &#8222;German Angst&#8220;. Die hat schon immer am besten gezogen bei uns.</p>
<p>Dass ich diese Entwicklungen immer weniger verstehen kann, liest man sicher heraus. Mit fetten Fragezeichen beim Blick in die Zukunft.</p>
<p>&nbsp;</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/naehrstoffe/dummkoepfe/">Dummköpfe!</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Es brennt mir auf der Zunge</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/vitamine/es-brennt-mir-auf-der-zunge/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 May 2024 06:58:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gefäßgesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Mikronährstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Prävention]]></category>
		<category><![CDATA[Retinsäure]]></category>
		<category><![CDATA[Vitamine]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es gibt Dinge, die brennen mir auf der Zunge, sind aber teilweise so sensibel bzw. kontrovers, dass ich es lieber lasse darüber zu schreiben. Ausnahme heute. Thrombosen bei Jungen Beispiel: Was ich völlig verrückt finde [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/vitamine/es-brennt-mir-auf-der-zunge/">Es brennt mir auf der Zunge</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: proxima-nova;">Es gibt Dinge, die brennen mir auf der Zunge, sind aber teilweise so sensibel bzw. kontrovers, dass ich es lieber lasse darüber zu schreiben. Ausnahme heute.</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Thrombosen bei Jungen</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Beispiel: Was ich völlig verrückt finde ist, <strong>wie viele junge Menschen Thrombosen bekommen.</strong> Nun bin ich ja nicht erst seit gestern erwachsen und vielleicht hat sich das Bewusstsein gegenüber thrombotischen Ergeignissen in den vergangenen Jahren erhöht – aber so viele Fälle, auch im näheren Umfeld, wie es aktuell zu geben scheint, habe ich noch nie wahrgenommen.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Ich erhebe hier keinen Anspruch auf Objektivierbarkeit. Es ist mein Gefühl. Ich kann nicht sagen, ob da was dran ist. Man kann sich aber sicher mal die Zahlen anschauen.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Schaut man hier nüchtern drauf – für die vergangenen 1-2 Jahre gibt es noch keine aussagekräftigen Statistiken –, muss man ein bisschen vorsichtig sein. Vollstationär entstehen klassische Thrombosen zumeist als &#8222;Nachwehe&#8220; einer OP bzw. als Folge der Bettlägrigkeit.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Hier ging die Zahl über die vergangenen Jahrzehnte drastisch zurück</strong> (<a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/152966/umfrage/stationaere-behandlungshaeufigkeit-von-thrombosen-seit-2000/">Q</a>). Dadurch begründet, dass sich die prophylaktische Behandlung im gleichen Zeitraum um nahezu den Faktor 6 erhöht hat (<a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/244089/umfrage/arzneimittelverbrauch-von-antithrombotischen-mitteln/">Q</a>). Heißt: Man spritzt einfach mehr Antikoagulanzien.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Auf der anderen Seite zeigt sich in sämtlichen Ländern, hierzulande auch, eine stetige Zunahme an im Krankenhaus behandelten Thrombosen. Unterscheiden muss man hier arterielle und venöse Thrombosen. Zu den &#8222;arteriellen Thrombosen&#8220; gehören ganz klassisch Herzinfarkt und Schlaganfall. Bei venösen Thrombosen sind es dann die &#8222;tiefe Venenthrombose&#8220; oder die Lungenemobilie (da das Gerinnsel z. B. aus der Beinvene stammt).</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">In einer aus Deutschland stammenden <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s00772-020-00677-6">Studie</a> zu arteriellen Thrombosen heißt es:</span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: proxima-nova;">In den Jahren 2005 bis 2016 zeigte sich eine stetige Zunahme der altersstandardisierten Krankenhausinzidenz, die sich zwischen 2005 und 2018 von ca. 190 auf etwas über 250 pro 100.000 Einwohner steigerte und einpendelte. Dies entspricht einer relativen Zunahme von ca. 33  %.</span></p></blockquote>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Zunahme um ca. 33 %.</strong> Natürlich stiegen im selben Zeitraum auch die klinischen Eingriffe im Krankenhaus, und zwar um sage und schreibe 77 %. Darunter fallen nebenbei bemerkt auch Amputationen.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Daten zu venösen Thrombosen sind rar gesät. <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26780736/">US-amerkanische Daten</a> – <em>Die Epidemiologie der venösen Thromboembolie</em> – zeigen aber seit Jahrzehnten eine stetige Zunahme des Aufkommens von tiefenen Venenthrombosen und Lungenemobilien. <strong>So hat sich die Gesamtzahl der Venenthrombosen seit den 80er-Jahren bis zu den 2010er-Jahren nahezu verdoppelt.</strong> Ein Grund ist hier sicher die bessere Diagnostik.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/pmid/36304812/">Eine Studie des Uniklinikums Sveti Duh</a> (Zagreb) – aus dem EU-Land Kroatien – zeigt hier ergänzend beispielsweise, dass sich <strong>die Zahl der tiefen Venenthrombosen um über 70 % und die der Lungenemobilie sogar nahezu vervierfacht hat im vergangenen Jahrzehnt</strong>. Gezählt hat man hier in der Notaufnahme. Für Deutschland gibt es hier nach meiner Recherche keine passende Statistik.</span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-323819 aligncenter" title="venen thrombosen notfall" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/Anstieg-Thrombosen-Uniklinik-Zagreb.png" alt="Anstieg Thrombosen Uniklinik Zagreb" width="721" height="383" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/Anstieg-Thrombosen-Uniklinik-Zagreb.png 1410w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/Anstieg-Thrombosen-Uniklinik-Zagreb-300x159.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/Anstieg-Thrombosen-Uniklinik-Zagreb-1024x543.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/Anstieg-Thrombosen-Uniklinik-Zagreb-768x407.png 768w" sizes="auto, (max-width: 721px) 100vw, 721px" /></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Auch im Zuge von Corona gab es in Deutschland seit Anfang 2020 bis zum Beginn von 2021 nochmals einen erheblichen Sprung beim Thrombosen-Aufkommen (<a href="https://academic.oup.com/eurheartj/article/43/19/1882/6564049">Q</a>). Die Mehrheit davon war aber nicht mit einer Coronaerkrankung assoziiert.</span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: proxima-nova;">In Deutschland stieg die Krankenhausinzidenz von tiefen Venenthrombosen pro 100 000 Personen von 5,9 im April 2020 auf 8,2 im Januar 2021, wobei 5 % der Fälle auf COVID-19 zurückgeführt werden konnten.</span></p>
<p>&nbsp;</p></blockquote>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Gibt es eine objektiv erfassbare Zunahme an Thrombosen? Das lässt sich auch jetzt nicht sicher beantworten. Gleichwohl weiß ich eine Sache&#8230;</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Man kann sich schützen.</strong></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Genau genommen: Der Körper schützt einen vor zu starker Gerinnungsneigung.</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Immer weniger Vitamin A</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Natürlich muss so ein Thrombus erst einmal entstehen, das heißt, Thrombus-bildende Prozesse müssen Thrombose-lösende Prozesse überlagern. Denn der Körper verfügt eigentlich über potente Mechanismen, Thromben auch wieder aufzulösen.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Hier kommen mir dann meistens andere Zahlen in den Kopf, die für andere völlig irrelevant zu sein scheinen. Beispiel: <strong>Wir essen kaum noch Innereien.</strong> Manche Statistiken berichten davon, dass der Konsum seit den 80er-Jahren um ca. 70 % eingebrochen ist (s. Wikipedia/Statista). <a href="https://www.swp.de/politik/fleischkonsum-in-deutschland-warum-leber-und-niere-kaum-noch-auf-deutschen-tellern-landen-68811993.html#:~:text=1991%20lag%20der%20Pro%2DKopf,gerade%20mal%20noch%20100%20Gramm.">Andere Quellen</a> meinen:</span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: proxima-nova;">1991 lag der Pro-Kopf-Konsum von Innereien bei 1,4 Kilogramm im Jahr. Nicht einmal 30 Jahre später ist der Konsum von Leber, Niere, Kutteln &amp; Co kaum noch messbar, lag laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Jahr 2020 bei gerade mal noch 100 Gramm</span></p></blockquote>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Viele sehen hier keine Zusammenhänge. Ich schon. <strong>Weil das heißt, dass der Konsum von Leber und Leberprodukten drastisch eingebrochen ist.</strong> Das war aber bislang – das heißt über weite Strecken der Menschheitsgeschichte – unsere beste und wichtigste Vitamin-A-, also Retinol-Quelle. Haben die meisten Menschen so heutzutage kaum noch.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Hinzu kommt, dass unsere Bevölkerung tendenziell immer dicker wird, was den Vitamin-A-Stoffwechsel so verzieht, dass es <strong>einen globalen Vitamin-A-Mangel</strong> im Körper gibt, den man dummerweise nicht im Blut feststellen kann (<a href="https://www.nature.com/articles/srep15893">Q</a>). Man könnte zynisch anmerken, dass &#8222;doppelt genäht besser hält&#8220;.</span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: proxima-nova;">Somit verursacht Adipositas einen &#8222;stillen&#8220; VA-Mangel, der durch eine Verringerung des VA-Spiegels und der Signalübertragung in mehreren Organen gekennzeichnet ist, aber nicht durch den VA-Serumspiegel nachgewiesen wird.</span></p></blockquote>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Für Vitamine interessiert man sich hierzulande nicht mehr so. Man steht halt drüber.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Leider, leider weiß man erst seit ein paar Jahren, dass &#8222;Vitamin A und seine Derivate eine bemerkenswerte Hemmung der Thrombozytenaggregation zeigen&#8220; (<a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6484212/">Q</a>). Mit Derivat ist hier u. a. das Hormon Retinsäure gemeint, das aus Vitamin A gebildet wird und dessen Menge natürlich davon abhängt, wie viel Vitamin A man so isst (hatten wir ja vor bald zehn Jahren (!) <a href="https://genetisches-maximum.de/vitamine/vitamin-a-der-verkannte-stoffwechsel-beschleuniger/">schon mal hier</a>).</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Die Autoren erklären sehr zutreffend:</span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: proxima-nova;">Die Hemmung von Thrombin und der Thrombozytenaggregation ist ein wichtiger Aspekt bei der Suche nach einer therapeutischen Lösung zur Hemmung der Blutgerinnung als vorbeugende Maßnahme bei Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall und tiefer Venenthrombose.</span></p></blockquote>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Ach so&#8230; <strong>Könnte eine biologische Rolle von Vitamin A vielleicht sein, das Koagulationssystem schön geschmeidig und cool zu halten?</strong> Fragen über Fragen. Dabei hatten <a href="https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0038-1651616">Forschungen schon vor 30 Jahren</a> nahegelegt, dass die &#8222;Retinsäure die fibrinolytische Aktivität in vivo durch selektive Verstärkung der t-PA-Aktivität erhöht und dass Retinsäure ein potenzielles antithrombotisches Mittel in vivo ist.&#8220;</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">t-PA steht hier bei für <em>gewebespezifische Plasminogenaktivator, </em>ein Enzym u. a. in unseren Gefäßen, das vor &#8230; Thrombenbildung schützt, indem es sie indirekt auflöst. Vitamin A erhöht also die t-PA-Aktivität und beugt so einer zu starken Gerinnungsneigung vor.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Spannenderweise bremst auch ein Vitamin-A-Rezeptor (RXR-Rezeptor), an den auch die <em>Docosahexaensäure</em> (kurz: DHA), also Omega 3, binden kann, die Gerinnungsneigung, also Thrombenbildung (<a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5405776/">Q</a>).</span></p>
<p style="padding-left: 40px;"><span style="font-family: proxima-nova;">Zur Erinnerung: Deutschland ist schlecht mit Omega 3 versorgt, was zur Zeit tendenziell noch schlechter statt deutlich besser wird.</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Die Biologie macht nur</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Kommen wir nochmal zur eingangs erwähnten Studie zurück. Dort steht, ganz bemerkenswert:</span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: proxima-nova;">Paradoxerweise stellt in Ländern mit hohem Einkommen gerade ein hoher soziökonomischer Status einen Risikofaktor dar, vermutlich bedingt durch die westlichen Lebens- und Ernährungsgewohnheiten.</span></p></blockquote>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Heißt, je moderner ein Mensch lebt, je stärker er also glaubt, über seiner eigenen Biologie zu stehen, umso höher ist das Risiko für Thrombosen aller Art, also einer &#8222;Übererregtheit&#8220; des Koagulationssystems.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Je wohlstandsverwöhnter ein Land also wird, umso höher fällt die zu erwartende Zunahme an Thrombose-bedingten Ereignissen aus. Während viele sich für oben angeführte Statistiken nicht scheren, nehme ich die ziemlich ernst. <strong>Für mich ist es keine Bagatelle, dass Menschen hierzulande immer schlechter mit Vitamin A (oder Omega 3) versorgt sind.</strong></span></p>
<figure id="attachment_323817" aria-describedby="caption-attachment-323817" style="width: 626px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.youtube.com/shorts/OMox2gl4cTU"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-323817" title="Jäger und Sammler Leber essen" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/Jaeger-und-Sammler-Leber-essen.png" alt="Jäger und Sammler Leber essen" width="626" height="397" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/Jaeger-und-Sammler-Leber-essen.png 1548w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/Jaeger-und-Sammler-Leber-essen-300x190.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/Jaeger-und-Sammler-Leber-essen-1024x650.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/Jaeger-und-Sammler-Leber-essen-768x487.png 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/Jaeger-und-Sammler-Leber-essen-1536x974.png 1536w" sizes="auto, (max-width: 626px) 100vw, 626px" /></a><figcaption id="caption-attachment-323817" class="wp-caption-text"><strong><em>Man kann sich doch heutzutage bilden und verstehen lernen, warum Leber bei Naturvölkern ein &#8222;heiliges Lebensmittel&#8220; ist&#8230; (<a href="https://www.youtube.com/shorts/OMox2gl4cTU">zum Video</a>) </em></strong></figcaption></figure>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Menschen von damals – unsere Vorfahren – könnten uns moderne Menschen kaum noch verstehen. Denn die funktionierten einfach. Der Körper hat schon gemacht. Bei uns heute stellt sich ein Rätselraten ein, warum der Körper eines modernen Menschen so verrückt spielt. Nun ja: Als verrückt wird das schon gar nicht mehr wahrgenommen, eher als normal, passiert halt.</span></p>
<p style="padding-left: 40px;"><span style="font-family: proxima-nova;">Gleiches Spiel übrigens beim Testosteron und unseren Spermien. Kann man sich nochmal in Ruhe <a href="https://genetisches-maximum.de/motivation/testosteron-natuerlich-nicht/">hier durchlesen</a>.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Genau deshalb sind die vielen Thrombose-Ereignisse inkl. Herzinfarkte bei jungen Menschen eine &#8230; Randnotiz. Eine Schlagzeile. Nimmt man schulterzuckend zur Kenntnis. Und das finde ich mehr als bedenklich.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Es wäre ja auch zu einfach, z. B. Körperfett zu verlieren, wieder mehr Vitamin A und Omega 3 zuzuführen&#8230;</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">PS: Alter Verwalter. Glücklich ist der, der hier schon seit zehn Jahren liest. Der nämlich <a href="https://genetisches-maximum.de/vitamine/vitamin-a-der-verkannte-stoffwechsel-beschleuniger/">weiß seit mindestens zehn Jahren</a>, dass die Menge an Retinsäure (ein Hormon), das aus Vitamin A gebildet wird, direkt von der Vitamin-A-Zufuhr abhängt. Das ist Wissen&#8230; </span></p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/vitamine/es-brennt-mir-auf-der-zunge/">Es brennt mir auf der Zunge</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Einfache Zusammenhänge</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Dec 2023 15:09:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Kontroverses]]></category>
		<category><![CDATA[Mikronährstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Prävention]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schon mal aufgefallen? In unserer Gesellschaft macht man meistens einen besonders großen Bogen um einfache Zusammenhänge. Nur, wenn es so kompliziert ist, dass es kaum einer versteht, ist es sinnvoll. Alles andere ist höchstens Schwurbelei. [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/mikronaehrstoffe/einfache-zusammenhaenge/">Einfache Zusammenhänge</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: proxima-nova;">Schon mal aufgefallen? <strong>In unserer Gesellschaft macht man meistens einen besonders großen Bogen um einfache Zusammenhänge.</strong> Nur, wenn es so kompliziert ist, dass es kaum einer versteht, ist es sinnvoll. Alles andere ist höchstens Schwurbelei.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Das ist die hübsche Ambivalenz unseres Lebens. Kein Tiger braucht ein Biochemiebuch zu lesen, um gesund und fit zu sein – oder wieder zu werden. Wir wiederum haben eine riesige Wissenschaft erschaffen, die alles bis ins kleinste Detail erforscht &#8230; um dann ggf. ein bisschen zu helfen.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Lebensstiländerungen wären ja auch zu einfach.</strong> Dass man z. B. seine Diabetesmedikamente bei erheblichem Gewichtsverlust in der Regel absetzen kann &#8230; erzählt einem entweder keiner oder man will es nicht hören. Zu einfach halt.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Daher kriegt man Bauchschmerzen, wenn man sich mit unserer Medienlandschaft befasst. Mehr noch, wenn man sich Bundestagsreden ansieht. Aber das ist ein anderes Thema.</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Übergewicht macht VitA-Mangel macht schwere Infektionen</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Spätestens seit Corona sollte man wissen, dass Übergewicht das Immunsystem schwächt.</strong> Einfacher Zusammenhang. Das hat&#8217;s ja sogar teilweise in die Medien geschafft, wobei hier natürlich immer nur der schwer Übergewichtige auf Intensiv gezeigt wurde – die Erklärung dazu gab&#8217;s eher selten bis nie.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">In der Forschung hat man das relativ schnell nachgewiesen. Dort hieß es dann z. B.,</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-323393 aligncenter" title="Bildschirmfoto 2023 12 21 um 15.13.37" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/12/Bildschirmfoto-2023-12-21-um-15.13.37.png" alt="Bildschirmfoto 2023 12 21 um 15.13.37" width="620" height="195" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/12/Bildschirmfoto-2023-12-21-um-15.13.37.png 1430w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/12/Bildschirmfoto-2023-12-21-um-15.13.37-300x94.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/12/Bildschirmfoto-2023-12-21-um-15.13.37-1024x322.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/12/Bildschirmfoto-2023-12-21-um-15.13.37-768x242.png 768w" sizes="auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px" /></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">&#8222;Fettleibigkeit und COVID-19: Was macht fettleibige Wirte so anfällig?&#8220; Zu lesen bekam man dort:</span></p>
<ul>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">Mehr ACE2 = mehr &#8222;Andockstellen&#8220; für Viren auf den Geweben</span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">Chronische Entzündungen</span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">Insulin- und Leptinresistenz und damit geschwächte Immunität</span></li>
</ul>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Vielleicht liegt&#8217;s ja auch an was ganz anderem? Vielleicht war die Lösung noch viel einfacher?</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">So wurde <a href="https://www.nature.com/articles/srep15893">im renommierten Science Reports</a> (Nature) vor wenigen Jahren noch so ein einfacher Zusammenhang gezeigt:</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-323394 aligncenter" title="Bildschirmfoto 2023 12 21 um 15.18.40" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/12/Bildschirmfoto-2023-12-21-um-15.18.40-1024x319.png" alt="Bildschirmfoto 2023 12 21 um 15.18.40" width="613" height="191" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/12/Bildschirmfoto-2023-12-21-um-15.18.40-1024x319.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/12/Bildschirmfoto-2023-12-21-um-15.18.40-300x94.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/12/Bildschirmfoto-2023-12-21-um-15.18.40-768x239.png 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/12/Bildschirmfoto-2023-12-21-um-15.18.40.png 1418w" sizes="auto, (max-width: 613px) 100vw, 613px" /></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Übergewicht bzw. Fettleibigkeit macht Vitamin-A-Mangel in den Geweben, den man im Blut leider nicht sieht.</strong> Tatsächlich haben dicke Mäuse trotz Vitamin-A-Mangel in den Geweben erhöhte Vitamin-A-Spiegel im Blut. Oh!</span></p>
<p style="padding-left: 40px;"><span style="font-family: proxima-nova;">Sagen wir ja immer wieder: Man misst Vitamin A nicht im Blut, weil man es dort nicht messen kann – einen Mangel entdeckt man dort erst, wenn man halb tot ist.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Die Autoren folgern:</span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: proxima-nova;">Wir vermuten, dass angesichts der wesentlichen Funktionen von Vitamin A beim Menschen ein &#8222;stiller&#8220; gewebespezifischer Vitamin-A-Mangel bei fettleibigen Personen unerkannte Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit hat, der sich auf mehrere Organsysteme auswirkt.</span></p></blockquote>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Aus Vitamin A macht der Körper ein Hormon, die Retinsäure. Mit extrem weitreichenden Effekten, vor allem &#8230; <strong>aufs Immunsystem!</strong> Ach ja, da war was! Auch darüber wurde ja <a href="https://www.mdpi.com/2072-6643/14/23/5038">erst kürzlich publiziert</a>:</span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-323395 " title="Bildschirmfoto 2023 12 21 um 15.24.35" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/12/Bildschirmfoto-2023-12-21-um-15.24.35.png" alt="Bildschirmfoto 2023 12 21 um 15.24.35" width="711" height="177" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/12/Bildschirmfoto-2023-12-21-um-15.24.35.png 1758w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/12/Bildschirmfoto-2023-12-21-um-15.24.35-300x75.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/12/Bildschirmfoto-2023-12-21-um-15.24.35-1024x255.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/12/Bildschirmfoto-2023-12-21-um-15.24.35-768x191.png 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/12/Bildschirmfoto-2023-12-21-um-15.24.35-1536x383.png 1536w" sizes="auto, (max-width: 711px) 100vw, 711px" /></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Dort liest man:</span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: proxima-nova;">In dieser Übersicht haben wir zusammengefasst, dass Vitamin-A-Mangel tiefgreifende Auswirkungen auf die Immunreaktionen bei Infektionskrankheiten und Impfungen hat, indem er Darmentzündungen verschlimmert, den Redoxstress und die Konzentration reaktiver Sauerstoffspezies (freie Radikale) erhöht, die angeborene und adaptive Immunität beeinträchtigt, die Funktionen der Schleimhautbarriere beeinträchtigt und eine Darmdysbiose und/oder einen Verlust der Impfstoffwirksamkeit verursacht.</span></p></blockquote>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Vitamin-A-Mangel ist einer der wichtigsten Gründe – übrigens weltweit –, warum Antikörperreaktionen und Schutz gegenüber Infektionsschwere bzw. -Mortalität nach Impfungen so unterschiedlich ausfallen.</strong> Während also die einen massiv von Impfungen profitieren, werden die anderen trotzdem krank.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Bei Covid waren das vorrangig jene mit Übergewicht, meint <a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC9835425/">eine große Meta-Analyse</a>. Die hat nämlich festgestellt:</span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: proxima-nova;">Die vorliegende Metaanalyse legt nahe, dass Fettleibigkeit signifikant mit einer geringeren Antikörperreaktion auf SARS-CoV-2-Impfstoffe verbunden ist.</span></p></blockquote>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Wer weiter denkt – einfache Zusammenhänge –, wird schon verstehen, dass man das gleiche bei Viruskontakt, also Infektion sehen wird. <strong>Also verminderte kurz- und langfristige Immunität. </strong></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Eine <a href="https://www.nature.com/articles/s41591-023-02343-2">weitere hochwertige Arbeit</a> in dem Kontext kommt zum Schluss, dass schon &#8222;eine 5%ige Gewichtsreduktion mit einer Reduktion des Diabetessrisikos und anderen Stoffwechselstörungen einhergeht&#8220;. Drum meinen die:</span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: proxima-nova;">Dementsprechend ist es wahrscheinlich, dass eine Änderung des Lebensstils bzw. eine Pharmakotherapie oder eine Adipositaschirurgie &#8211; Maßnahmen, die zu einer Verringerung des Körpergewichts und einer Verbesserung der Stoffwechselgesundheit führen können &#8211; die Folgen von COVID-19 in ähnlicher Weise verbessern könnten.</span></p></blockquote>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Was unter anderem (!) schlicht daran liegen könnte – und das wurde von Trasino et al. 2015 (s. o.) auch gezeigt –, dass ein Gewichtsverlust zur Normalisierung des Vitamin-A-Haushalts führt. Mit allen Folgen.</span></p>
<p style="padding-left: 40px;"><span style="font-family: proxima-nova;">Gut merken: <strong>Übergewicht ist also keine Spaßveranstaltung, sondern <span style="text-decoration: underline;">ein dich aktiv krankmachender Zustand</span>. </strong></span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Einfache Zusammenhänge</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Einfache Zusammenhänge. Wieder einmal.</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Stoffwechselgesundheit heißt in der Regel nämlich Gesundheit. </strong></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Dieser Satz wird immer noch drastisch unterschätzt bzw. verkannt. Wäre das in der Bedeutung <em>jedem</em> klar, würde vermutlich jeder zur Langhantel und mehr Eiweiß greifen, um ganz schnell Abhilfe zu schaffen. Im Gegenteil: Das müsste staatlich verordnet werden.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Und dann haut man sich on top ein Multivitamin mit echtem Vitamin A (Retinol) rein. Einfacher wird&#8217;s ja nicht.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Hierzulande macht man das – wie immer – etwas umständlicher: Man empfiehlt heutzutage jedem die pflanzenbasierte, vegane Kost, die sowieso die wenigsten naturgemäß einhalten können.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Ja, die lässt einen vielleicht abmagern. Einen Trumph hat man damit gewonnen. <strong>Doch die Sojalatte-Trinker*innen kriegen dann erst recht einen Vitamin-A-Mangel.</strong> Denn das kommt nur in tierischen Lebensmitteln vor. Vom Eiweißmangel durch <a href="https://www.instagram.com/reel/C067C3SMICE/?igsh=MzRlODBiNWFlZA==">Mandelmuß-Hanfsamen-&#8222;Proteinshakes&#8220;</a> ganz zu schweigen. </span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Diese Fraktion hatten wir <a href="https://genetisches-maximum.de/kommentar/longcovid-ein-kommentar/">hier</a> besprochen. <strong>Der gerade, man möchte sagen: artgerechte Weg – viel Bewegung, gute Körperkomposition, Mischkost mit viel (tierischem) Eiweiß –, wäre &#8230; halt zu einfach. </strong></span></p>
<p>&nbsp;</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/mikronaehrstoffe/einfache-zusammenhaenge/">Einfache Zusammenhänge</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Arme Mütter</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/blutwerte/arme-muetter/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Dec 2023 11:28:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blutwerte]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Mikronährstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Vegan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich behaupte einfach mal, dass viele Mütter bzw. &#8222;-to be&#8220; es wirklich gut meinen und sich nur das Beste für sich und das Kind wünschen. Gäbe es da nicht größenwahnsinnige Ideen, die die Welt retten [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: proxima-nova;">Ich behaupte einfach mal, dass viele Mütter bzw. &#8222;-to be&#8220; es wirklich gut meinen und sich nur das Beste für sich und das Kind wünschen.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Gäbe es da nicht größenwahnsinnige Ideen, die die Welt retten sollen und die sich auch in den Köpfen vieler wohlmeinender Eltern festsetzen.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Das hatten wir <a href="https://genetisches-maximum.de/zink/neue-studie-das-paradebeispiel/">hier</a> so zusammengefasst:</span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: proxima-nova;">Wir machen moderne, hoch entwickelte, vergleichsweise gut versorgte westliche Populationen zu Entwicklungsländern in der Nährverstoffversorgung. Haarsträubend, unwirklich, stümperhaft, um nicht zu sagen: dumm.</span></p></blockquote>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Dieser Schluss fußt auf der logischen Folge, dass westliche Länder bei der Nährstoffversorgung genau die gleichen Probleme wie &#8222;Entwicklungsländer&#8220; bekommen werden, wenn man hier so essen soll wie es Menschen dort gezwungenermaßen tun.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Nämlich tierproduktarm. </strong>Das wird heute nämlich so ein bisschen als &#8222;einheitliche Feldtheorie der Weltgesundheit&#8220; verkauft (doch, doch).</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Schwangeren fehlt Cholin</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Erste Folgen dieser Ideologie hatte ein Team um Merle Roeren, damals Institut für Ernährungsmedizin der Uni zu Lübeck, in einer wichtigen <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36432547/">Studie</a> zur Cholinversorgung bei Schwangeren in Deutschland aufgezeigt.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Nur 7 % erreichten die für die Kindesentwicklung so wichtige Cholinzufuhr. <strong>Im Mittel lag die Zufuhr nahezu 50 % unter der empfohlenen Zufuhr (480 mg). </strong></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Vegetarisch und vegan lebende Frauen führten jedoch nochmal 25 % weniger zu als omnivor lebende Frauen. Wohlgemerkt: Die meisten Frauen essen ohnehin nicht viel Fleisch und Co.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Der Punkt ist nur, dass es bis auf wenige Ausnahmen (Soja- bzw. Sonnenblumenlecithin) keine wirklich guten Cholinquellen bei einer überwiegend oder gänzlich pflanzenbasierten Ernährung gibt.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Auf der anderen Seite kommt Cholin ziemlich <strong>ubiquitär in tierischen Lebensmitteln</strong> vor und kann schon durch die Zufuhr von 1-2 Eiern pro Tag (ca. 150-300 mg Cholin) zum Großteil gedeckt werden.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Die Autoren ließen folgerichtig verlauten:</span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: proxima-nova;">Aufgrund der Bedeutung von Cholin für die Entwicklungsprozesse während der Schwangerschaft belegen die Studienergebnisse die dringende Notwendigkeit einer verbesserten Cholinzufuhr für Schwangere.</span></p></blockquote>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Brandneu: Nährstoffversorgung bei Schwangeren schlecht</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">In einer <a href="https://journals.plos.org/plosmedicine/article?id=10.1371/journal.pmed.1004260">hochwertigen Studie</a> mit über 1700 schwangeren Frauen, die gerade im Fachmagazin <em>PLOS Medicine</em> veröffentlicht wurde, zeigen die Forscher:</span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: proxima-nova;">&#8230; dass neun von zehn Frauen zum Zeitpunkt der Empfängnis nur geringe oder niedrige Werte von Folat, Riboflavin, Vitamin B12 und D aufwiesen und dass viele von ihnen in der Spätschwangerschaft einen Vitamin-B6-Mangel entwickelten.</span></p></blockquote>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Einige dieser Stoffe kommen hauptsächlich in Tierprodukten vor – ein Mangel müsste demnach nicht sein. Der Lead-Autor der Studie beschwert sich:</span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: proxima-nova;">Wenn wir weiterhin zu einer Ernährung mit weniger Fleisch und Milchprodukten übergehen und damit die Zufuhr von Mikronährstoffen, die für die Entwicklung eines Kindes wichtig sind, verringern, wird der Vitaminmangel weiter zunehmen, es sei denn, die Frauen nehmen mehr Nahrungsergänzungsmittel zu sich oder werden durch gezielte Beratung über nährstoffreiche Lebensmittel unterstützt</span></p></blockquote>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Heißt: Die Ernährung vieler Frauen ist aktuell ohnehin schon nährstoffarm. <strong>Die Wissenschaftler befürchten, dass sich dieses Problem </strong><strong>unter tierproduktarmen Ernährungen noch verschlimmern wird. </strong></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Die Autoren kommentieren die Ergebnisse der Arbeit genau so, wie ich diesen Artikel begonnen habe: Diese Nährstoffmängel, die sich eigentlich vorrangig in &#8222;unterentwickeln Ländern&#8220; finden, betreffen mittlerweile leider auch &#8222;die Mehrheit der Frauen&#8220; in westlichen, vermeintlich gut entwickelten Gefilden.</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Wer die Realität nicht akzeptiert&#8230;</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Es ist einfach nur eine Tragik. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen:</span></p>
<ul>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">Menschen glauben, sie könnten durch ein Verzicht auf Tierprodukte, durch Reduktion ihres &#8222;Kohlenstofffußabdrucks&#8220;, etwas zur Klimarettung beitragen. <a href="https://genetisches-maximum.de/ernaehrung/co2-wer-rechnen-kann/">Weit gefehlt</a>.</span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">Sie stellen ihre Vorstellung von Tierethik über Menschenethik. Denn ganz offensichtlich ist ihnen das Kuhleben wichtiger als ein gut entwickeltes eigenes Kind.</span></li>
</ul>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Könnte ich es mir aussuchen, würde ich auch gerne so leben wollen wie ein Gorilla.</span></p>
<p style="padding-left: 40px;"><span style="font-family: proxima-nova;">Wohlgemerkt: Dass ein Gorilla bei 20 kg Grünzeugzufuhr pro Tag erhebliche Mengen Insekten schluckt und so leider gar kein Beispiel für einen Vorzeige-Veganer ist, mal außen vor gelassen.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">&#8222;Leider&#8220; sind wir Mensch (= dreimal größeres Gehirn als andere Menschenaffen) geworden, <em>weil</em> irgendein Frühmensch auf die Idee gekommen ist, vermehrt Tierprodukte zu essen.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Die Einsicht hätte man ziemlich schnell, würde man ein paar Wochen in der Wildbahn leben müssen. In der warmen Großstadtwohnung lässt sich darüber natürlich ganz anders philosophieren.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Mit fatalen Folgen für die nächste Generation.</strong> Die Empörung liest man hier nur heraus, weil es einfach so traurig ist, wie verblendet Menschen handeln können.</span></p>
<p>&nbsp;</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/blutwerte/arme-muetter/">Arme Mütter</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Wenn ein Tierwissenschaftler über Ernährung spricht</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/ernaehrung/schweineforscher-ernaehrung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Apr 2023 07:44:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Mikronährstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Stoffwechsel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#8230; wird&#8217;s amüsant. Das beginnt schon mit dem vielsagenden Titel einer neuen wissenschaftlichen Arbeit, &#8222;Essen wie ein Schwein, um Übergewicht zu bekämpfen&#8220;. An dieser Stelle könnte das Futurama Fry-Meme stehen, mit der Aufschrift: &#8222;Not sure&#8230;&#8220; [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; wird&#8217;s amüsant.</p>
<p>Das beginnt schon mit dem vielsagenden Titel einer <a href="https://www.mdpi.com/2218-1989/13/3/420">neuen wissenschaftlichen Arbeit</a>, &#8222;Essen wie ein Schwein, um Übergewicht zu bekämpfen&#8220;.</p>
<p>An dieser Stelle könnte das Futurama Fry-Meme stehen, mit der Aufschrift: &#8222;Not sure&#8230;&#8220; – <em>nicht sicher</em>, ob ich diese Arbeit superlustig und lehrreich oder ein bisschen arg stupide finden soll.</p>
<figure id="attachment_322557" aria-describedby="caption-attachment-322557" style="width: 391px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-322557 " title="CigqZ 5WwAAg79F" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/04/CigqZ_5WwAAg79F.jpg" alt="CigqZ 5WwAAg79F" width="391" height="182" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/04/CigqZ_5WwAAg79F.jpg 603w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/04/CigqZ_5WwAAg79F-300x140.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 391px) 100vw, 391px" /><figcaption id="caption-attachment-322557" class="wp-caption-text"><strong><em>Das passende Meme an der Stelle. </em></strong></figcaption></figure>
<p>So liest man beispielsweise zum Thema Fett:</p>
<blockquote><p>In den letzten Jahrzehnten hat die Gesellschaft den Verzehr von ungesättigten Pflanzenölen forciert (&#8230;) Daher sollten Fette in menschlichen Fettreserven in den letzten Jahren ebenfalls ungesättigter geworden sein, was zu Fetten führt, die bei Körpertemperatur flüssiger sind.</p>
<p>Bei fettleibigen Menschen werden solche Fette, wie bei Schweinen, eher von der Schwerkraft beeinflusst und können z. B. zu Bäuchen führen, die leicht über die Hose hängen, oder zu (Po-)Wangen, die herabhängen. Daher können sie uns fettleibiger aussehen lassen.</p></blockquote>
<p>Ähh&#8230; okay? Heißt, würdest du nur Butter (viel gesättigtes Fett) essen, hättest du vielleicht gar keinen Hängebauch. So habe ich diese Thematik jedenfalls noch nie gesehen (man stelle sich hier ein Schmunzeln bei mir vor). ;-)</p>
<h2>Die Schweinephysiologie ähnelt unserer</h2>
<p>Die Arbeit ist simpel aufgebaut: Der Forscher <em>Theo van Kempen</em>, von der Abteilung für Tierwissenschaften der NC State University, schreibt mit seinem Kollegen <em>Ruurd Zijlstra</em>, von der Abteilung für Agrar-, Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften der Uni Alberta darüber, was die Forschung um Stoffwechselstörungen am Menschen von der Schweinezucht lernen könnte.</p>
<p>Van Kempen beschwert sich: Er finde es schade, dass Human-Ernährungswissenschaftler nicht enger mit ihren &#8222;Schweine-Kollegen&#8220; zusammenarbeiten, um voneinander zu lernen. Beide würden schließlich mit Tierarten zu tun haben, die mit Blick auf Verdauungsphysiologie und Nährstoffverwertung recht ähnlich sind.</p>
<p><strong>Tatsächlich sind Schweine vielleicht das beste Forschungsobjekt, wenn es darum geht, etwas über die menschliche Physiologie zu lernen.</strong> Das hat nicht zuletzt damit zu tun, dass beide Spezies Omnivoren sind und sich physiologisch daher ziemlich ähneln, was man von Nagetieren – das Standardmodell um zu lernen – so prinzipiell nicht behaupten kann.</p>
<p>Für van Kempen Grund genug also, mal darüber zu schreiben, was in der Schweinezucht anders läuft. Denn dort würden die Tiere prinzipiell nicht so fett und krank werden wie wir Menschen.</p>
<h2>Geheimnisse aus der Schweinezucht</h2>
<p>Es wird auf einige klassische Punkte eingegangen, z. B. Kalorienzählen (funktioniert bei Schweinen sehr gut), Genetik, Geschlecht, Epigenetik, glykämische(r) Index/Last, Mahlzeitenfrequenz, Essgewohnheiten (im sozialen Setting), Prozessierung, Mikronährstoffgehalt, Fruchtzucker, Ballaststoffe, Darmmikrobiom, Mediterrane Kost, Fettqualität, &#8222;gesunde Lebensmittel&#8220; (z. B. Äpfel).</p>
<p>Es wird also querbeet alles durchseziert. Kommt uns allen bekannt vor.</p>
<p>Mit dem (nicht-)erhellenden Fazit:<strong> Das spielt alles schon eine Rolle, aber doch nicht so, wie man es sich erhoffen würde.</strong> Stattdessen gibt es fundamentale, &#8222;unerklärliche&#8220; Unterschiede, die van Kempen wie folgt zusammenfasst, und auf die auch ich hier immer wieder verweisen will im Blog, Zitat:</p>
<ul>
<li><strong>&#8222;Die Ernährung von Schweinen ist für alle Nährstoffe optimiert</strong>, die als physiologisch wichtig angesehen werden.</li>
</ul>
<p style="padding-left: 40px;">&#8230; Folglich ist es unwahrscheinlich, dass Schweine unter einem drastischen Mangel z. B. an Phosphat oder Aminosäuren leiden. Solche Defizite können die Verwertung der aufgenommenen Energie beeinträchtigen. Die Umwandlung von Nahrungsenergie in Fett scheint der &#8222;Weg des geringsten Widerstands&#8220; zu sein; wenn <strong>ein Mangel an Nährstoffen wie Phosphat andere Möglichkeiten der Energieverwertung behindert, scheint die Umwandlung in Fett bestehen zu bleiben.&#8220;</strong></p>
<ul>
<li><strong>&#8222;Schweine scheinen ihre eigenen physiologischen Grenzen viel besser zu verstehen als Menschen</strong>.</li>
</ul>
<p style="padding-left: 40px;">&#8230; So fressen Schweine beispielsweise bevorzugt zu Tageszeiten, die mit ihrem endokrinen System übereinstimmen. Außerdem scheinen Schweine, deren Insulinsensitivität z. B. aufgrund einer epigenetischen Umprogrammierung beeinträchtigt ist, ihre Nahrungsaufnahme zu reduzieren, insbesondere bei Diäten mit hoher glykämischer Last, um zu verhindern, dass sie übergewichtig werden. <strong>Beim Menschen scheinen wir diese Fähigkeiten verloren zu haben.&#8220;</strong></p>
<p>Schweine schaffen es also, über ihr Körpergefühl ganz natürlich ein gesundes Körpergewicht und einen gesunden Energiestoffwechsel zu wahren. Auch dann, wenn man ihnen z. B. durch eine schlechte, hochprozessierte und/oder schwer gezuckerte Ernährung reingerätschen will. Sie schaffen es auch dann, wenn sie (epi-)genetisch vorbelastet sind. Auch das ist also keine &#8222;Ausrede&#8220;.</p>
<p>Wäre das nicht ein tolles Bild, so am Horizont der Hoffnung? <strong>Der Körper kann schon, wenn man ihn nur &#8222;richtig einstellt&#8220;! </strong>Ich persönlich nutze dafür immer den Begriff <a href="https://genetisches-maximum.de/stoffwechsel/warum-kalorienzaehlen-alleine-keine-loesung-ist/">&#8222;System verziehen&#8220;</a>. Eben wie ein verzogener Reifen beim Fahrrad – kennen wir. Wir leben in einem <em>verzogenen System</em>.</p>
<h2>Das Körpergefühl entscheidet</h2>
<p>Warum das bei denen funktioniert und bei uns nicht (mehr gut), wird hier bereits teilweise angedeutet: Denen fehlen schon mal keine Mikronährstoffe. <strong>Deren Chemiebaukasten darf also schon mal wenigstens normal funktionieren.</strong> Gewährleistet.</p>
<p>Im Aufsatz fällt aber noch ein weiterer Satz, der entscheidend ist:</p>
<blockquote><p>Bei Schweinen wird dagegen nur eine begrenzte Anzahl von Futterbestandteilen verwendet.</p>
<p>In den USA beispielsweise werden Schweine in der Regel mit Mais, Sojaschrot und in den letzten Jahrzehnten auch mit einem aus Mais gewonnenen Nebenprodukt der Ethanolproduktion, dem so genannten &#8222;dried distillers&#8216; grains with solubles&#8220;, gefüttert.</p></blockquote>
<p>Die Schweineernährung, genauso wie die Rattenernährung im Labor, mit denen die Tiere normalerweise (stoffwechsel-)gesund bleiben, sind super simpel. Keine Raketenwissenschaft. <strong>Immer das Gleiche.</strong> Übrigens wie <a href="https://genetisches-maximum.de/ernaehrung/das-geheimnis-der-tsimane-ernaehrung/">bei den Tsimané</a>, die sich zu 30-50 % von Kochbanane ernähren.</p>
<p>Schon vor vielen, vielen Jahren, als das Internet noch cool war und 16/8-IF von Martin Berkhan &#8222;erfunden&#8220; wurde, konnte man <a href="https://leangains.com/cheat-day-strategies-for-a-hedonist/">auf dem Blog</a> von ebendiesem super-ripped Martin Berkhan den Ratschlag lesen, <strong>nicht die zugeführte Nahrungsmittelmenge zu beschränken, sondern die -auswahl.</strong></p>
<p>Zitat: &#8222;Studien zeigen, dass Menschen mehr essen, wenn sie mehrere Lebensmittel zur Auswahl haben. Tatsächlich steigt die Kalorienaufnahme bei einem Buffet fast linear mit der Anzahl der zur Auswahl stehenden Speisen.&#8220;</p>
<p>Das ist ein wenig beachtetes Geheimnis einer &#8222;gesunden Ernährung&#8220;: Sie wird langweilig. <strong>Man isst irgendwann nur noch dann wirklich, wenn man hungrig ist.</strong> Kaum jemand wird sich an magerem Fleisch, Obst, Gemüse, Nüssen und Wurzelgemüse überfressen. Durch (Supermarkt-)Vielfalt holen wir uns also zeitgleich den Appetit ins Haus.</p>
<h2>Die simple Ernährung ist ein Schlüssel</h2>
<p>Doch das ist nicht das ganze Geheimnis. Eine Tierernährung, die auf nur wenigen, extrem kontrollierten Säulen basiert, hat zwei Vorteile:</p>
<ul>
<li><strong>Das intrinische Potenzial, ein Tier krank zu machen, ist limitiert.</strong> Man könnte ansonsten ganz zügig die Ernährung anpassen.</li>
<li><strong>Störfaktoren von außen werden quasi vollständig ausgemerzt.</strong></li>
</ul>
<p>Den zweiten Punkt versteht jeder: Je mehr du auf Instagram und sonst wo über Ernährungsformen liest, umso &#8222;verwirrter&#8220; (Zitat) bist du in der Regel und umso mehr potenzielle Störfaktoren bietest du deinem Körper an.</p>
<ol>
<li>Du hörst weniger auf dein eigenes Körpergefühl und mehr auf das, was dir irgendein Ernährungsratgeber oder &#8222;-experte&#8220; vorsagt.</li>
<li>Du erhöhst (deshalb) die Wahrscheinlichkeit, dass du Dinge isst oder tust, die deinen Energiestoffwechsel verziehen.</li>
</ol>
<p>Denn wenn wir einmal davon ausgehen, dass dein Energiestoffwechsel von Haus aus funktioniert, wird klar, dass du, dass wir als Gesellschaft, möglicherweise Dinge auf täglicher Basis tun, die hier reinkrätschen und Feedbackmechanismen aushebeln. Ach so!</p>
<p>Du liest also wieder zu viel bei <a href="https://genetisches-maximum.de/ernaehrung/was-macht-ueberhaupt-insulin/">GLYX reloaded</a> und erlaubst dir aus Angst vor Blutzuckerspitzen kaum noch Kohlenhydrate, obwohl dein Körper diese gerne hätte oder sogar braucht, um optimal zu funktionieren. Diese Story habe ich im persönlichen Gespräch gerade wieder gehört – also Essstörung auf Ratgeberbasis.</p>
<p style="padding-left: 40px;">Schweine mit Insulinresistenz und potenziell (sehr) hohen Blutzuckerspitzen essen einfach weniger, &#8222;vermutlich um einen übermäßigen Blutzuckeranstieg zu verhindern.&#8220; Die brauchen also keine Glucosegoddess, die ihnen das vorbetet.</p>
<p><strong>Energiestoffwechsel verzogen.</strong></p>
<p>Vielleicht folgst du anderen Strömungen, eigenen (kindlichen) Überzeugungen oder einem gesellschaftlichen Standard, den wir als ganz normal erachten, der aber viele potenzielle Störfaktoren enthält. Viele Beispiele besprechen wir hier im Blog, z. B.:</p>
<ul>
<li>Teig</li>
<li>Hochprozessiertes Essen aka Teig gemixt mit Haushaltszucker und oxidierten, raffinierten Pflanzenölen</li>
<li>Unmengen Kaffee oder andere Energydrinks</li>
<li>Rauchen</li>
<li>Alkohol</li>
<li>Schwermetalle und Umweltgifte</li>
</ul>
<p>Wenn wir also den Lebensstil unserer gesunden Freunde aus dem bolivianischen Urwald emulieren wollen, dann sollten wir vielleicht auch aufhören, Dinge zu tun, die man als Moderner eben tut und die wir häufig als nicht entscheidend erachten.</p>
<p><strong>Viel mehr sollten wir selbst wieder zum Tier werden und lernen, darauf zu achten, was der Körper will.</strong> Das sagt er einem in der Regel schon ziemlich gut. Allerdings habe ich auch noch kein Schwein gesehen, das Kaffee trinkt, raucht und kiloweise schwermetallversuchten Thunfisch isst. Verstanden?</p>
<figure id="attachment_322558" aria-describedby="caption-attachment-322558" style="width: 439px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/04/pinselohrschwein.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-322558" title="pinselohrschwein" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/04/pinselohrschwein-1024x1011.png" alt="pinselohrschwein" width="439" height="434" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/04/pinselohrschwein-1024x1011.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/04/pinselohrschwein-300x296.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/04/pinselohrschwein-768x758.png 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/04/pinselohrschwein-1536x1516.png 1536w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/04/pinselohrschwein-50x50.png 50w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/04/pinselohrschwein-60x60.png 60w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2023/04/pinselohrschwein.png 2008w" sizes="auto, (max-width: 439px) 100vw, 439px" /></a><figcaption id="caption-attachment-322558" class="wp-caption-text"><strong><em>Ein <a href="https://www.instagram.com/edubily/?hl=de">Instagram-Beitrag</a> von uns. </em></strong></figcaption></figure>
<h2>Abschließend: Von Bodybuildern und Äpfeln</h2>
<p>Bodybuilder und Kraftsportler sind mir genau deshalb immer sympathisch. Die essen nämlich wie ein (Pinselohr-)Schwein.</p>
<ul>
<li>Halten sich an einfache Regeln, schauen also z. B. schon mal auf die eigene Kalorienzufuhr, essen (mehr als) genug Protein.</li>
<li>Sie essen eine Ernährung mit einer niedrigen Lebensmittelauswahl (Reis und Hühnchen, anyone?).</li>
<li>Füllen auf mit Mikronährstoffen.</li>
<li>Bewegen sich.</li>
<li>Vermeiden &#8222;ungesunde Verhaltensweisen&#8220; wie Rauchen.</li>
<li>Nutzen also vorwiegend den gesunden Menschenverstand.</li>
</ul>
<p>Und genau das minimiert das Risiko, aus Stoffwechselsicht zu entgleisen.</p>
<p>Wer am Schluss noch einen Lacher braucht, was mich dann wieder zum Eingangsstatement dieses Beitrags führt, der findet unter der Studien-Rubrik &#8222;Gesunde Lebensmittel&#8220; noch ein Schmankerl. Dort beschäftigt sich der Autor mit dem Apfel – so wie wir <a href="https://www.instagram.com/p/Cp8FUFZq-Ze/">hier</a>. Er schreibt:</p>
<ul>
<li>&#8222;Äpfel erweisen sich als vernünftige Vitamin-C-Quelle: Man müsste 1375 g Äpfel pro Tag essen, um den Vitamin-C-Bedarf zu decken.&#8220;</li>
<li>&#8222;Äpfel sind auch eine gute Quelle für Ballaststoffe: Man braucht nur 1575 g Äpfel pro Tag.&#8220;</li>
<li>&#8222;Berechnet man die Zuckerzufuhr, die mit den verschiedenen Nährstoffen in Äpfeln einhergeht, so ergibt sich, dass man zur Deckung des Vitamin-C-Bedarfs insgesamt 144 g Zucker zu sich nehmen müsste, was weit über dem liegt, was als gesund gilt!&#8220;</li>
<li>&#8222;Nicht alle in Äpfeln enthaltenen Nährstoffe sind tatsächlich für die Aufnahme durch den Darm zugänglich. In Wirklichkeit müsste die erforderliche Zufuhr also noch höher sein.&#8220;</li>
<li>&#8222;Äpfel enthalten Phytonährstoffe, wie z. B. Quercetin. Quercetin ist ein gut erforschtes Polyphenol, das als starkes Antioxidans wirken kann, und in der Tat werden viele gesundheitsfördernde Eigenschaften von Quercetin beschrieben. (&#8230;) Leider kann Quercetin nur schwer von unserem Darm aufgenommen werden, so dass sich die wichtige Frage stellt, ob es überhaupt einen Nutzen bringen kann.&#8220;</li>
</ul>
<blockquote><p>Versuche mit Quercetin an Schweinen haben keinen Nutzen gezeigt. Ausgehend von dieser Einschätzung ist es daher logischer, zu dem Schluss zu kommen, dass Äpfel ähnlich wie Süßigkeiten sind und etwas Vitamin C und Ballaststoffe liefern.</p></blockquote>
<p>Man liebt es. <em>Nicht sicher</em>, ob man über diese Mischung aus Fachkunde und Engstirnigkeit schmunzeln oder sich wundern soll. Als Schweinephysiologe denkt man wohl ein bisschen anders.</p>
<p>Wie dem auch sei. Er erinnert uns an eine ganze wesentliche Erkenntnis:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Du musst deinen Körper spüren und fühlen lernen.</strong></p>
<p>Du solltest dich einfach mal selbst ernstnehmen, aber natürlich gepaart mit der Prise gesundem Menschenverstand. Ansonsten bleibst du halt auf Ewig &#8222;verwirrt&#8220;.</p>
<p>&nbsp;</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/ernaehrung/schweineforscher-ernaehrung/">Wenn ein Tierwissenschaftler über Ernährung spricht</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Wer braucht &#8222;Extra-Vitamine&#8220;?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Dec 2022 10:47:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blutwerte]]></category>
		<category><![CDATA[Mikronährstoffe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn es nach den hiesigen Medien geht, braucht niemand &#8222;Extra-Vitamine&#8220;. Im Gegenteil, Extra-Vitamine – so scheint es – lassen eher früher ableben. Eigentlich völlig Banane der Gedanke, nicht wahr? Also es gibt im Alltag ungefähr [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/blutwerte/wer-braucht-extra-vitamine/">Wer braucht „Extra-Vitamine“?</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn es nach den hiesigen Medien geht, braucht niemand &#8222;Extra-Vitamine&#8220;. Im Gegenteil, Extra-Vitamine – so scheint es – lassen eher früher ableben.</p>
<p>Eigentlich völlig Banane der Gedanke, nicht wahr? Also es gibt im Alltag ungefähr 1239812308 Dinge, die wirklich früher ableben lassen könnten. Alleine wenn der hippe Kommunikationswissenschaftler aus Berlin die 400 m Luftlinie zum Büro durch die Stadt geht, hat er ja schon mehr Feinstaub und gesundheitsschädliche Kleinstteilchen eingeamtet als ein Landei im ganzen Jahr. Achtung, Überspitzung!</p>
<p style="padding-left: 40px;">Inhaltlich kein Witz. Die WHO hat das lange unterschätzt. Erst neulich kam <a href="https://www.sciencedaily.com/releases/2022/11/221109184917.htm">ein WHO-Report</a> zum Schluss, dass schon die als vormals ungefährlich geltendenen Werte der Luftverschmutzung nun doch sehr krank machen und so jedes Jahr weltweit bis zu 1,5 Millionen zusätzliche Todesfälle verursachen. Oh! Da lohnt sich die FFP2-Maske sogar im Freien.</p>
<p><strong>Vitamine aber, die also in normalen Mengen – was das sein soll, dazu gleich mehr – ja überhaupt erst Gesundheit erlauben, sollen dann in etwas höheren Dosen krank machen.</strong> Wohlgemerkt: In Deutschland. Wo also die Grünen hart daran arbeiten, erlaubte Dosen in NEM noch weiter zu senken. Weil ja das BfR nicht konservativ genug ist. <a href="https://www.klartext-nahrungsergaenzung.de/sites/default/files/2021-04/Hoechstmengen_Europa_April%202021.pdf">Alle anderen EU-Länder sind weitaus lieberaler</a> – sogar mit gesetzlich festgeschrieben Höchstmengen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-321821 aligncenter" title="Bildschirmfoto 2022 12 01 um 11.48.20" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-11.48.20-1024x236.png" alt="Bildschirmfoto 2022 12 01 um 11.48.20" width="638" height="147" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-11.48.20-1024x236.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-11.48.20-300x69.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-11.48.20-768x177.png 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-11.48.20.png 1196w" sizes="auto, (max-width: 638px) 100vw, 638px" /></p>
<h2>Einführung: Das Beispiel Selen</h2>
<p>Wie dem auch sei. In Deutschland haben wir eine völlig falsche Vorstellung davon, was &#8222;Extra-Vitamine&#8220; sind und was sie im Körper bewirken. <strong>Denn quasi alle Empfehlungen, die uns von deutschen Institutionen angeboten werden, leiten sich nicht etwa von Messungen im Blut ab, sondern an Schätzungen bzw. Interviews und Fragebögen – das beste Beispiel ist die Nationale Verzehrsstudie II. </strong>Auch schon wieder uralt inzwischen.</p>
<p style="padding-left: 40px;">Deutschland fällt mit Blick auf Statistiken und Messungen immer negativ auf. Vielleicht tun wir Deutschen uns schwer beim Rechnen, man weiß es nicht. Doch genauso mangelhaft wie die Datenerfassung im Zuge der Pandemie war, so schlecht ist auch die Datenerfassung bei der Versorgungssituationen der eigenen Bevölkerung mit Mikronährstoffen. Hier gilt: <strong>Schätzen geht über Wissen. </strong></p>
<p><strong>Was das konkret bedeutet und wieso es zu immensen Diskrepanzen zwischen Theorie und Praxis kommen kann, will ich hier mal beispielhaft am Selen erläutern.</strong> Selen. Dazu brauchen wir zunächst einmal Kennzahlen:</p>
<ul>
<li>In Deutschland liegt der durchschnittliche Selenspiegel im Serum bei 60-80 µg/L. (<a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6247545/">Q</a>)</li>
<li>Die tägliche Zufuhr beläuft sich bei Erwachsenen – schätzungsweise! – auf 30 bis ca. 70 µg pro Tag. <a href="https://www.dge.de/wissenschaft/faqs/selen/">Die DGE stellt selbst klar</a>, dass es &#8222;zur Selenzufuhr in Deutschland keine aktuellen Daten gibt&#8220;. Drum bedienen die sich bei der EFSA.</li>
<li>Seit quasi Jahrzehnten ist klar, dass der Optimalspiegel von Selen bei ca. 100-130 µg/L liegt. Erst in diesem Bereich funktionieren alle Selenoproteine im Optimum. (<a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6247545/">Q</a>, <a href="https://academic.oup.com/ajcn/article/91/4/923/4597340">Q</a>)</li>
<li>Unsere Ernährung bräuchte etwa 50-100 µg pro Tag oben drauf, um in diese Bereiche zu kommen. (<a href="https://academic.oup.com/ajcn/article/91/4/923/4597340">Q</a>)</li>
<li>Vom BfR zusätzlich in NEM &#8222;erlaubt&#8220; sind in Deutschland jedoch lediglich 45 µg. (<a href="https://www.bfr.bund.de/cm/343/hoechstmengenvorschlaege-fuer-selen-in-lebensmitteln-inklusive-nahrungsergaenzungsmitteln.pdf">Q</a>)</li>
</ul>
<p>Also, alleine auf Basis dieser einfachen Feststellungen, würde man ja sofort erkennen, dass &#8222;Extra-Selen&#8220;, wie es unsere Medien süffisant betiteln würden, ja kein &#8222;Extra&#8220; macht, sondern normalste Spiegel überhaupt erst ermöglicht. Oh!</p>
<h2>Wie das Bundesinstitut für Risikobewertung rechnet</h2>
<p>Rechnen ist so eine Sache. Habe ich in einem Jahr Mathe-Biostatistik an der Uni lernen dürfen. Ich hab&#8217;s immerhin auf eine 1,0 geschafft – ich würde sagen, der Durchschnitt liegt bei Naturwissenschaftlern so bei 3,5. Durchfallquote enorm. Heißt, um die Denklandschaft ist es in Deutschland seitens der Naturwissenschaftler nicht besonders gut bestellt. Wie soll&#8217;s dann in der Allgemeinheit aussehen?</p>
<p>Also schauen wir uns doch mal die Kalkulationen vom BfR an, das uns dann vorschreibt, was wir einnehmen dürfen und was nicht. Und das BfR berechnet die erlaubte <span style="text-decoration: underline;">zusätzliche</span> Selenmenge, die uns also <span style="text-decoration: underline;">normale</span> Spiegel besorgen würde, wie folgt.</p>
<p>Dazu erst einmal zwei Feststellungen:</p>
<ol>
<li>Die EFSA lässt verlauten, dass <strong><span style="text-decoration: underline;">300 µg Selen täglich</span> insgesamt für die Gesundheit okay sind (UL).</strong> Bei Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren sind es <span style="text-decoration: underline;">immerhin 250 µg</span>. Was ist der UL? Zitat: &#8222;<em>Die tolerierbare Höchstmenge</em> ist die höchste tägliche Nährstoffzufuhr, die bei fast allen Personen kein Risiko für gesundheitliche Beeinträchtigungen birgt.&#8220; Aussagekräftig genug.</li>
<li>Wie angemerkt: <strong>Die tägliche Zufuhr beträgt bei Erwachsenen schätzungsweise zwischen 33 und 66 µg pro Tag.</strong> Beim Median im höchsten Perzentil liegen männliche Jugendliche auch etwa bei 67 µg täglich.</li>
</ol>
<p>So, und jetzt rechnet das BfR los, und zwar so:</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-321808 aligncenter" title="Bildschirmfoto 2022 12 01 um 09.50.58" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-09.50.58-1024x185.png" alt="Bildschirmfoto 2022 12 01 um 09.50.58" width="560" height="101" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-09.50.58-1024x185.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-09.50.58-300x54.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-09.50.58-768x139.png 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-09.50.58-1536x277.png 1536w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-09.50.58.png 1918w" sizes="auto, (max-width: 560px) 100vw, 560px" /></p>
<p>Das BfR nimmt jetzt also den UL-Wert für Jugendliche (250 µg), nicht etwa für Erwachsene (300 µg). Und zieht davon den <span style="text-decoration: underline;">Schätzwert</span> für die <span style="text-decoration: underline;">höchste</span> Zufuhrperzentile (67 µg) ab – natürlich aufgerundet ;-). <strong>Und das darf dann die Restmenge für die Allgemeinbevölkerung sein. </strong></p>
<p>Man senkt also den UL in der Rechnung gekonnt dadurch, dass man den UL-Wert für Jugendliche nimmt, der schon mal 50 µg drunter liegt. Und zieht davon dann auch noch den <span style="text-decoration: underline;">höchsten</span> Wert ab, den eine Person in Deutschland schätzungsweise im Mittel erreicht. Bravo.</p>
<p><strong>Übrig würden 180 µg bleiben.</strong> Diese Restmenge wird jetzt aber einfach durch 2 geteilt, unter der Berücksichtigung, dass sich der Wert dann schön auf Lebensmittel des allgemeinen Verzehrs und NEM aufteilt. Macht Sinn &#8230; oder auch nicht.</p>
<p><strong>Übrig bleiben 90 µg. </strong>Das dürfen wir doch jetzt für uns nutzen in NEM, oder? Oder? Weit gefehlt. So einfach lässt uns das fürsorgliche BfR nicht davon kommen. <strong>Denn die kalkulieren bei allen Empfehlungen mit einem völlig willkürlich gewählten Sicherheitsfaktor von 2</strong>, &#8222;da wissenschaftliche Unsicherheiten bezüglich einer möglichen Mehrfacheinnahme von NEM mit Selen bestehen&#8220;.</p>
<p>Resultat unterm Strich also: <strong>45 µg darf man als NEM-Hersteller seinen Kunden anbieten. </strong></p>
<blockquote><p>Das BfR empfiehlt für den Zusatz von Selen zu NEM eine Höchstmenge von 45 μg pro Tagesdosis eines NEM-Produkts.</p></blockquote>
<p>Für angereichte Lebensmittel rechnet das BfR weiter wild durch die Gegend, immer unter der Prämisse, dass das Maximum ausgereizt wird, was umgekehrt bedeutet, dass sich normale Menschen immer mit ein bisschen weniger zufrieden geben dürfen. <strong>Das Credo der Behörde, der Name ist Programm, ist also: safety first, science last.</strong> Kennen wir aus den letzten drei Jahren bestens.</p>
<h2>Das Weltbild: Mikronährstoffe in der hiesigen Debatte</h2>
<p>Und so kommt es, dass dein normaler Deutscher zeitlebens unterversorgt sein muss mit Selen. Weil es anders gar nicht geht. Denn eine normale Versorgung, unter der Annahme, dass BfR-basiert ergänzt wird, könnte optimale Selenspiegel gar nicht erzeugen. Dafür bräuchte es, wie oben schon erwähnt, nämlich mindestens 50, eher 100 µg Selen on top!</p>
<p>In hiesigen Debatten wird das alles immer gerne verdreht. <strong>Hier in Deutschland wäre alles über 45 µg dann schwer gefährlich, hochgradig toxisch, unnötig und lebensverkürzend.</strong> Können wir 1:1 auf sämtliche Mikronährstoffe, einschließlich dem besten Beispiel: Vitamin D, übertragen.</p>
<p><strong>Die Wahrheit ist, dass wir hier von Minimaldosen sprechen, <a href="https://www.klartext-nahrungsergaenzung.de/sites/default/files/2021-04/Hoechstmengen_Europa_April%202021.pdf">die im EU-Vergleich lächerlich gering ausfallen</a></strong>, und ja sowohl von der EFSA mit großzügigen Sicherheitsfaktoren versehen sind als auch vom BfR dann nochmal großzügig &#8230; &#8222;besteuert&#8220; wurden, wie man es von Deutschland eben gewohnt ist.</p>
<p>Das bringt uns zum nächsten, zum entscheidenden Punkt. In Deutschland herrscht offensichtlich folgende Vorstellung zum Thema &#8222;Extra-Vitamine&#8220;:</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-321813 aligncenter" title="Bildschirmfoto 2022 12 01 um 10.34.29" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-10.34.29-1024x589.png" alt="Bildschirmfoto 2022 12 01 um 10.34.29" width="538" height="309" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-10.34.29-1024x589.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-10.34.29-300x173.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-10.34.29-768x442.png 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-10.34.29.png 1304w" sizes="auto, (max-width: 538px) 100vw, 538px" /></p>
<p>Offenbar glauben viele Menschen in Deutschland an den Vater Staat und daran, dass im Essen schon alles drin ist. Das wird ja auch überall suggeriert. <strong>Drum hat man hier den Eindruck &#8222;Vitamine und Co. brauchen wir nicht&#8220;</strong>. Und wenn man dann mal was nimmt, steht man direkt vor der Klippe des Todes – mit schlimmen, gar tödlichen Folgen. Die Spannbreite ist daher insgesamt relativ schmal.</p>
<p>Wie es wirklich ist:</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-321814 aligncenter" title="Bildschirmfoto 2022 12 01 um 10.37.11" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-10.37.11-1024x514.png" alt="Bildschirmfoto 2022 12 01 um 10.37.11" width="613" height="308" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-10.37.11-1024x514.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-10.37.11-300x151.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-10.37.11-768x386.png 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-10.37.11.png 1462w" sizes="auto, (max-width: 613px) 100vw, 613px" /></p>
<p>Zunächst einmal verstehen viele Menschen nicht, wieso sie überhaupt Mikronährstoffe brauchen. Kurz gefasst: <strong>Damit die Enzyme des Körpers, der nun einmal ein Chemiebaukasten ist, normal funktionieren.</strong> Und hier gibt es eine Bandbreite. Die funktionieren nicht einfach so am Anschlag und in der Menge. Es gibt ein breites Kontinuum.</p>
<p><strong>Unterschreitet man die optimale Zufuhrmenge, arbeiten Enzyme im Körper langsamer oder werden gar nicht mehr bedient.</strong> Diese Verarmung ist aber schleichend und macht sich eben nicht direkt in Form von klinischen Symptomen bemerkbar, bestes Beispiel: Eisen via Anämie, <strong>sondern in Form von allgemeinen Funktionsstörungen, z. B. schlechteres Wachstum, schlechtere Immunität und eingeschränkter Fertilität.</strong> Wer nicht ganz blind durchs Leben läuft, wird schon sehen, dass genau das auf die meisten von uns zutrifft.</p>
<p>Verharmlosen braucht man hohe Dosen jedoch nicht. <strong>Hier stellt sich dann irgendwann eine schleichende Toxizität ein, die im Ernstfall dann auch mal sehr krank machen kann.</strong> Doch davon sind wir, dank der EFSA und dem BfR, meilenweit entfernt. Und die meisten werden weder in optimale noch in toxische Bereiche jemals kommen, weil das Weltbild &#8230; siehe oben.</p>
<h2>Triage nach Ames</h2>
<p>So und das bringt uns zum letzten Kapitel dieses Artikels. Und damit zu Bruce Ames, einem der bekanntesten Biochemiker weltweit. Früher Chef-Toxikologe in den USA. Super schlauer Mann. Der ist der Erfinder vom berühmten Ames-Test. Wurde ihm irgendwann mal alles zu langweilig, drum hat er sich mit Ernährung und Mikronährstoffen befasst.</p>
<p><strong>Weltbekannt seine Studie mit Carnitin und Liponsäure.</strong> Hat er seinen alten Ratten verfüttert, und die sprangen auf, &#8222;und tanzten den Macarena&#8220;. <a href="https://www.berkeley.edu/news/media/releases/2002/02/19_diet.html">Erzählte er vor 20 Jahren mal in einem Interview</a>. <strong>Und er hat damit bewiesen, dass sich Alterung auf Zellebene eben nicht durch Energieabfall zeigen muss.</strong></p>
<p><strong>Jedenfalls hat der dann damals prompt seine <em>Triage Theory</em> aufgestellt, die besagt, dass der Körper seine Enzymsysteme hierarchisch mit Mikronährstoffen versorgt.</strong> So, dass Enzymsysteme, die dem kurzfristigen Überleben dienen, bedient werden, während Enzymsysteme, die eher der langfristigen Gesundheit dienen, gezielt unterversorgt sind. (<a href="http://www.bruceames.org/Triage.pdf">Q</a>)</p>
<blockquote><p>Die Triage-Theorie besagt, dass das Spektrum der Funktionen eines bestimmten Vitamins oder Mineralstoffs (V/M) vom Organismus so gesteuert wird, dass bei begrenzter Verfügbarkeit von Mikronährstoffen die für das kurzfristige Überleben erforderlichen Funktionen Vorrang vor Funktionen haben, deren Verlust kurzfristig besser toleriert werden kann.</p>
<p>Ames schlug vor, dass eine Folge dieser evolutionären Anpassung ein erhöhtes Risiko für chronische Alterskrankheiten ist, wenn die Verfügbarkeit von V/M begrenzt ist.</p>
<p>Dass die Natur ein solches System entwickelt haben könnte, steht logisch im Einklang mit einer wichtigen evolutionären Theorie, wonach die natürliche Selektion das kurzfristige Überleben zur Fortpflanzung gegenüber der langfristigen Gesundheit bevorzugt.</p></blockquote>
<p><strong>Bewiesen hat er das schon vor einem Jahrzehnt z. B. an Vitamin K und &#8230; Selen.</strong> Mit Blick auf Ersteres erhärtet sich die Datenlage zunehmend.</p>
<ul>
<li>Denn für das kurzfristige Überleben ist Vitamin K wichtig für die Blutgerinnung – dazu reichen super-niedrige K-Mengen, die quasi jeder, der irgendwas am Tag isst, zu sich nimmt.</li>
<li>Langfristig spielen <span style="text-decoration: underline;">höhere K-Mengen</span> aber eine große Rolle z. B. bei der Gesunderhaltung der Gefäße, der Knochengesundheit, der hormonellen Gesundheit. Tatsächlich nehmen wir Deutsche im Schnitt schätzungsweise zwischen zwischen 30 und 100 µg Vitamin K1 und K2 zu uns –<strong> die Aktivität der K-Proteine nimmt jedoch über die doppelte oder gar dreifache dieser Menge an Vitamin K zu.</strong></li>
</ul>
<p>Enzyme bzw. Proteine, die nicht voll mit Mikronährstoffen versorgt werden, schwimmen im Körper dann funktionslos durch die Gegegend oder werden erst gar nicht gebildet und sinken in ihrer Konzentration.</p>
<p>Genau das hat er in einer Arbeit später auch für Selen bestätigt:</p>
<blockquote><p>Bei mäßigem Selenmangel gehen die nicht essentiellen Selenoprotein-Aktivitäten und -Konzentrationen bevorzugt verloren.</p></blockquote>
<p>Dazu zählen z. B. diverse Antioxidantien-Enzyme der Glutathionperoxidase-Reihe und dazu zählt die Dio2 (ein Enzym, das das aktive Schilddrüsenhormon T3 in den Geweben bildet). <strong>Bei ungenügender Selenzufuhr hat man also weniger Schilddrüsenaktivität und eine eingeschränkte Fähigkeit zum Entgiften von oxidativem Stress.</strong></p>
<blockquote><p>Dieselbe Reihe von altersbedingten Krankheiten und Zuständen, einschließlich Krebs, Herzkrankheiten und Immunstörungen, werden prospektiv mit mäßigem Se-Mangel und auch mit genetischen Funktionsstörungen nicht essentieller Selenoproteine in Verbindung gebracht, was darauf hindeutet, dass Se-Mangel ein kausaler Faktor sein könnte, eine Möglichkeit, die durch mechanistische Beweise gestärkt wird.</p>
<p><strong>Ein leichter Se-Mangel ist in vielen Teilen der Welt verbreitet, auch in Europa; eine optimale Zufuhr könnte künftige Krankheiten verhindern.</strong></p></blockquote>
<p>Für Deutschland ist das jedoch kein wissenschaftlicher Fakt. Natürlich nicht, denn von Wissenschaft hält man im Zweifel nicht viel hier. Im Zweifel lieber alles verbieten. Getreu dem Motto, wer nicht lebt, kann nicht sterben.</p>
<h2>Aktuelle Studien</h2>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #ff0000;"><em>&#8212; Achtung, diesen Teil kannst du gerne überspringen, falls es dich nicht interessiert. &#8212; </em></span></p>
<p>Natürlich darf jeder auch mal Google benutzen und nach aktuellen, ggf. größeren Studien suchen, die Zusammenhänge z. B. zwischen Krankheit und/oder Sterblichkeit und den Selenspiegeln untersuchen. Hier mal eine aktuelle Auswahl (keine Angst, kein cherry picking):</p>
<p><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34664061/"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-321840" title="Bildschirmfoto 2022 12 01 um 18.53.26" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-18.53.26-1024x242.png" alt="Bildschirmfoto 2022 12 01 um 18.53.26" width="563" height="133" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-18.53.26-1024x242.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-18.53.26-300x71.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-18.53.26-768x182.png 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-18.53.26.png 1522w" sizes="auto, (max-width: 563px) 100vw, 563px" /></a></p>
<p>Diese US-Studie hier mit 3200 Teilnehmern und einem Beobachtungszeitraum von knapp 13 Jahren untersucht den Zusammenhang zwischen den Selenspiegeln und der Gesamtsterblichkeit bzw. Sterblichkeit durch Herzkrankheiten bei Diabetikern.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Resultat:</span> Je höher der Selenspiegel, umso besser.<b> Jene mit dem höchsten Spiegeln (bis ca. 180 µg/L) hatten eine um 30 % gesenkte Gesamtsterblichkeit und eine 34 % gesenkte Sterblichkeit durch Herzerkrankungen.</b> Wohlgemerkt: Hier lagen die Spiegel im Medien schon im optimalen Bereich (Median 130 µg/L) – in den USA ist sehr viel mehr Selen in den Böden – und trotzdem hatten höhere Spiegel eine Schutzwirkung.</p>
<p><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32799545/"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-321841" title="Bildschirmfoto 2022 12 01 um 18.56.22" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-18.56.22-1024x231.png" alt="Bildschirmfoto 2022 12 01 um 18.56.22" width="563" height="127" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-18.56.22-1024x231.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-18.56.22-300x68.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-18.56.22-768x173.png 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-18.56.22.png 1516w" sizes="auto, (max-width: 563px) 100vw, 563px" /></a></p>
<p>In dieser aktuellen Meta-Analyse (= Auswertung der Studienlage) wird untersucht, wie sich das Risiko für Herzkreislauferkrankungen in Relation zum Selenspiegel verhält.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Resultat:</span> <strong>&#8222;Physiologisch hohe Selenspiegel&#8220; im Vergleich zu einem niedrigen Selenstatus des Körpers sind mit einem um 34 % gesenkten Risiko für Herzkreislauferkrankungen und einer um 31 % gesenkten Sterblichkeit assoziiert. </strong></p>
<p><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34829750/"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-321842 aligncenter" title="Bildschirmfoto 2022 12 01 um 18.56.31" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-18.56.31-1024x234.png" alt="Bildschirmfoto 2022 12 01 um 18.56.31" width="535" height="122" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-18.56.31-1024x234.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-18.56.31-300x68.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-18.56.31-768x175.png 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-18.56.31.png 1490w" sizes="auto, (max-width: 535px) 100vw, 535px" /></a></p>
<p>In dieser europäischen Studie mit rund 1000 Teilnehmern, die an Darmkrebs erkrankt waren und die im Mittel fast 10 Jahre verfolgt wurden, wurde untersucht, inwieweit der Selenspiegel mit der Krebs- und Gesamtsterblichkeit zusammenhängt.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Resultat:</span> <strong>Die krebsassoziierte Sterblichkeit von Teilnehmern mit höheren Spiegeln (≥100 µg/L) war um 30 % gesenkt und die Sterblichkeit gesamt in dieser Gruppe um 23 % gesenkt,</strong> im Vergleich zu Menschen mit niedrigem Selenstatus (≤67.5 µg/L), der in Deutschland aber nicht selten ist.</p>
<p><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32745632/"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-321843" title="Bildschirmfoto 2022 12 01 um 18.58.47" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-18.58.47-1024x286.png" alt="Bildschirmfoto 2022 12 01 um 18.58.47" width="544" height="152" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-18.58.47-1024x286.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-18.58.47-300x84.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-18.58.47-768x215.png 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-18.58.47.png 1524w" sizes="auto, (max-width: 544px) 100vw, 544px" /></a></p>
<p>In dieser großen US-Studie mit über 30.000 Probanden, die an nichtalkoholischer Fettleber (NAFLD) erkrankt waren, wurde der Zusammenhang zwischen den Selenspiegeln und der Ausprägung der Leberfibrose untersucht.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Resultat:</span> <strong>Je höher der Selenspiegel, umso schwächer war die Fibrose ausgeprägt (-50 %).</strong> Die Ergebnisse waren unabhängig gültig auch im Kontext z. B. vom BMI. <strong>Die Gesamtsterblichkeit war auch um 30 % gesenkt.</strong> Wohlgemerkt: Studie aus US, wo Selenspiegel generell wesentlich höher sind als bei uns.</p>
<p><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34395551/"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-321844" title="Bildschirmfoto 2022 12 01 um 18.58.40" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-18.58.40-1024x234.png" alt="Bildschirmfoto 2022 12 01 um 18.58.40" width="570" height="130" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-18.58.40-1024x234.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-18.58.40-300x69.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-18.58.40-768x175.png 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-18.58.40-1536x351.png 1536w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-01-um-18.58.40.png 1550w" sizes="auto, (max-width: 570px) 100vw, 570px" /></a></p>
<p>In dieser Studie mit rund 1000 älteren Teilnehmern, die Bluthochdruck aufweisen, wurde auf Basis von US-Daten untersucht, wie sich Selenspiegel auf die Gesamtsterblichkeit und die Sterblichkeit in Verbindung mit Herzkreislauferkrankungen auswirken.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Resultat:</span> <strong>Die Gesamtsterblichkeit sank um 40 % und die Sterblichkeit im Zusammenhang mit Herzkreislauferkrankungen sogar um knapp 70 %, wenn der Spiegel im Bereich von 130-140 µg/L lag.</strong> Sowohl niedrigere als auch höhere Spiegel zeigen wieder höhere Sterblichkeiten, weshalb hier ein klassischer U-Verlauf im Dosis-Wirkungs-Verhältnis vorliegt.</p>
<p><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32708526/"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-321845" title="Bildschirmfoto 2022 12 02 um 09.22.42" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-02-um-09.22.42-1024x209.png" alt="Bildschirmfoto 2022 12 02 um 09.22.42" width="585" height="119" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-02-um-09.22.42-1024x209.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-02-um-09.22.42-300x61.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-02-um-09.22.42-768x157.png 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirmfoto-2022-12-02-um-09.22.42.png 1438w" sizes="auto, (max-width: 585px) 100vw, 585px" /></a></p>
<p>Zu guter Letzt noch eine deutsche Studie an 30 sicher schwer erkrankten Covid-Patienten aus 2020.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Resultat:</span> &#8222;Im Vergleich zu Referenzdaten aus einer europäischen Querschnittsanalyse wiesen die Patienten ein starkes Defizit an Serum-Selen auf.&#8220; <strong>Ein Selenstatus von unter 45,7 µg/L lag bei 43,4 % der COVID-Proben vor.</strong> <strong>Der Selenstatus war in Proben von überlebenden COVID-Patienten im Vergleich zu Nicht-Überlebenden signifikant höher mit 53 vs. 41 µg/L.</strong> Die Autoren folgern, &#8222;die Ergebnisse unterstützen die Diskussion über eine ergänzende Se-Supplementierung bei schwer erkrankten Patienten mit Se-Mangel.&#8220; Aha.</p>
<h2>Fazit</h2>
<p>Es ist ein bisschen schwierig heutzutage, Debatten zu ertragen. <strong>Wir haben in Deutschland die seltsame Angewohnheit, Moral, &#8222;gute Absichten&#8220; und ideologische Verblendungen über Fakten und wissenschaftliche Tatsachen zu stellen, und letztere gerne zu verdrehen, damit sie ins Weltbild passen.</strong></p>
<p><strong>Und das ist der banale Grund dafür, dass Deutschland den hiesigen subklinischen Selenmangel nicht in den Griff bekommt und sich auch für die daraus resultierenden Störungen auf längere Sicht nicht interessiert.</strong> Jedenfalls kann ein normaler Deutscher nur in Ausnahme – sprich eigenwillig, und wenn er zufällig an der Küste lebt und gerne Hering isst – normale Selenspiegel erreichen.</p>
<p><strong>Dies gilt mit hoher Wahrscheinlichkeit für etliche Mikronährstoffe, die in Deutschland prinzipiell als nichtig abgetan werden.</strong> Stattdessen wird behauptet, Extra-Vitamine würden schaden. Die Wahrheit ist, dass &#8222;Extra-Vitamine&#8220; in vielen Fällen überhaupt erst normale Spiegel und damit normale Enzymfunktionen – und als Folge Vitalität und Gesundheit – gewährleisten würden.</p>
<p>Schade.</p>
<p>&nbsp;</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/blutwerte/wer-braucht-extra-vitamine/">Wer braucht „Extra-Vitamine“?</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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