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	<title>Retinsäure - Biochemie für dein genetisches Maximum</title>
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	<description>Der Blog von Chris Michalk &#38; Phil Böhm. Seit 2014.</description>
	<lastBuildDate>Mon, 08 Jul 2024 08:18:26 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Retinsäure - Biochemie für dein genetisches Maximum</title>
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		<title>Technokratie verstehen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Jul 2024 07:52:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Retinsäure]]></category>
		<category><![CDATA[Stoffwechsel]]></category>
		<category><![CDATA[Vitamin A]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich weiß, dass sich einige Menschen schwer tun, zu verstehen, was moderne Technokratie ist. Bei uns im Blog diskutiere ich das freilich höchstens mit Blick auf Ernährung, Gesundheit und so weiter. Ganz allgemein lautet die [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: proxima-nova;">Ich weiß, dass sich einige Menschen schwer tun, zu verstehen, was moderne Technokratie ist. Bei uns im Blog diskutiere ich das freilich höchstens mit Blick auf Ernährung, Gesundheit und so weiter.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Ganz allgemein lautet die Definition:</span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: proxima-nova;">Unter Technokratie wird heute eine Form der Regierung oder Verwaltung verstanden, in der alle Entscheidungen auf vermeintlich sozial neutralem wissenschaftlichem und technischem Wissen aufbauen.</span></p></blockquote>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Bei uns heute implizit als gesellschaftliches Leitbild stilisiert.</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Keine Leberwurst mehr für Technokraten</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Und da ist mir die Tage ein wunderbares Beispiel, ja, in die Hände &#8222;geglitten&#8220;. ;-)</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Denn ich wollte mir, wie seit Kindheitstagen, Leberwurst kaufen. Ich probiere mich da immer fröhlich durch, je nach Einkaufsmöglichkeit. Dieses Mal war es diese hier:</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-323947 aligncenter" title="leberwurst" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/07/leberwurst-955x1024.png" alt="leberwurst" width="386" height="414" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/07/leberwurst-955x1024.png 955w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/07/leberwurst-280x300.png 280w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/07/leberwurst-768x824.png 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/07/leberwurst.png 1018w" sizes="(max-width: 386px) 100vw, 386px" /></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Unscheinbar, nicht wahr? Grüne Verpackung, Haltungsform 4, schön bio, öko, gepaart mit einer Prise Greenwash (&#8222;Dieses Produkt trägt zum Schutz natürlicher Ressourcen bei&#8220;). Ein Träumchen.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Spaß beiseite. Never judge a book by it&#8217;s cover, muss net schmecke, muss wirke. Doch dann, was mussten meine schockierten Äuglein sehen??</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Nutri-Score E</strong></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><img decoding="async" class="wp-image-323948 aligncenter" title="schockiert" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/07/schockiert-1024x575.png" alt="schockiert" width="506" height="284" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/07/schockiert-1024x575.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/07/schockiert-300x168.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/07/schockiert-768x431.png 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/07/schockiert.png 1400w" sizes="(max-width: 506px) 100vw, 506px" /></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Also Note 6. Die Crème de la Crème von hinten. Das, was niemand sein will, der Letzte, der beim Fußballturnier ausgewählt wird.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Natürlich ist das ein relativ stark verarbeitetes Tierprodukt, das aufgrund des höheren Anteils gesättigter Fette, der folglich höheren Energiedichte und der großzügigen Prise Salz von Haus aus als ganz böse bewertet wird.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Ich persönlich esse davon 10-20 g, nicht die ganze Tube (kleine Kinder machen das&#8230;). Mit dem Wissen, dass das aktuell meine beste und einzige Vitamin-A-Quelle ist. <strong>Diese kleine Menge kann im Regelfall nahezu meinen ganzen Vitamin-A-Bedarf decken.</strong></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">So, wie von mindestens meiner ganzen Generation (90er-Jahre), die mit dem Leberwurstbrot in der Hand groß wurde. Jede Mutter, jede Oma wusste damals Bescheid.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Vitamin A ist nämlich:</span></p>
<ul>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">Normale Reproduktions- und damit Wachstumsachse (Entwicklung! Pubertät!)</span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">Normales Immunsystem (Antikörper! Immuntoleranz!)</span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">Ordentlich differenzierte Zellen (Krebsabwehr! Schöne Haut!)</span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">Ein gesunder Eisenstoffwechsel (Fitte Muskeln! Fittes Gehirn!)</span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">Ein normaler Energiestoffwechsel (Fettverbrennung!)</span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">Gesunde Schleimhäute</span></li>
<li><span style="font-family: proxima-nova;">Ganz neu: <a href="https://genetisches-maximum.de/vitamine/es-brennt-mir-auf-der-zunge/">Optimierte Blutgerinnung</a></span></li>
</ul>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Und sicher vieles mehr (bitte im Blog nachlesen). Logisch, aus Vitamin A wird im Körper ein Hormon. Hormone sind bekanntermaßen nicht ganz unwichtig, wie im Übrigen folgende berühmte und von mir des Öfteren zitierte <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15163330/">Studie</a> zeigen konnte:</span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: proxima-nova;">Eine subnormale Vitamin-A-Zufuhr ist einer der ätiologischen Faktoren für eine verzögerte Pubertätsreifung. Die Verabreichung von Vitamin A und Eisen an normale, konstitutionell verzögerte Kinder mit subnormaler Vitamin-A-Zufuhr ist bei der Induktion von Wachstum und Pubertät ebenso wirksam wie eine Hormontherapie.</span></p></blockquote>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Evidenzbasierte Ratschläge</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Technokratie ist also in gewisser Maßen die Perversion der Wissenschaft und gewiss eine Form der Autokratie. Nicht nur, dass man die – immer limitierte – Wissenschaft auspresst, um eine Lebenswirklichkeit zu gestalten. Auch übermitteltes Wissen, Kultur, bewährte Traditionen fallen ganz automatisch durchs Raster.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">David Sackett, der Begründer der <em>evidenzbasierten Medizin (EBM), </em>wusste das. Deshalb war EBM ursprünglich auch kein Missbrauch der Wissenschaft, wie so oft heute. Sackett hat immer den Behandler ins Zentrum gestellt, nicht die Wissenschaft.</span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: proxima-nova;">Die EBM integriert die beste verfügbare wissenschaftliche Evidenz mit der klinischen Expertise des Behandlers und den Präferenzen und Werten des Patienten.</span></p></blockquote>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Der Behandler sollte auf Basis seines Erfahrungs- und Wissensschatzes jedes Puzzleteil aus der Wissenschaft nutzen, um den Patienten zu helfen. Es ist also völlig egal, ob das ein RCT (Goldstandard-Humanstudie), ein Umbrella Review (höchster Evidenzgrad), eine Meta-Analyse (Auswertung vieler Studien) oder eine Tier- bzw. Zellstudie ist.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Der wusste damals schon, dass (die medizinische) Wissenschaft immer limitiert ist. Legt man diese aktuellen Erkenntnisse, die im Moment natürlich als &#8222;State of the Art&#8220; gelten, einfach 1:1 um &#8230;</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>limitiert man die Lebenswirklichkeit der Menschen.</strong></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Und damit – ganz konkret am Beispiel der Medizin – den Behandlungserfolg. Wir wissen das instinktiv, deshalb fühlen sich viele Menschen in der modernen Medizin, freilich auch in der modernen Ernährungswissenschaft, nicht mehr aufgehoben.</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Back to the roots</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Doch zurück zum Thema: Leberwurst ist für mich der einfachste, gangbarste und manchmal köstlichste Weg, meinen Vitamin-A-Haushalt top notch zu halten. Daher empfehle ich das auch immer gerne weiter, vor allem bei einer Aversion gegenüber &#8222;ganzer Leber&#8220;.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Und genau deshalb kann ich persönlich nur müde über einen &#8222;Nutri-Score&#8220; lächeln. Nicht, weil es nix bringt (tut er in Teilen!). Sondern weil er ein gutes Beispiel dafür ist, wie Wissenschaft zu Technokratie wird und dann &#8230; verschlimmbessert.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Denn natürlich muss man so einen Nutri-Score nur lange genug mit einer möglichst schlechten Bewertung anbringen und das Produkt gerät mehr und mehr in Verruf, bis es dann irgendwann auf eigentlich ungesicherter Basis als &#8222;gesichert schädlich&#8220; gilt. Diesen Mechanismus lernen wir ja heute wieder stärker kennen, der war auch schon ein gewichtiges Werkzeug vor 80 Jahren.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Mehr und mehr tun mir junge Menschen heutzutage leid. Wir Alten machen die Welt kaputt. Aber anders als sie glauben.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">PS: Wissenschaft funktioniert über die meisten Felder nur gepaar mit denjenigen, die sie interpretieren und weitergeben müssen. Siehe EBM. Im besten Fall hat man also einen Experten, der Wissenschaft gut an den Mann bringt. Daraus ergibt sich aber auch ein Umkehrschluss. Denk mal drüber nach.</span></p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/ernaehrung/technokratie-verstehen/">Technokratie verstehen</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Es brennt mir auf der Zunge</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 May 2024 06:58:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gefäßgesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Mikronährstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Prävention]]></category>
		<category><![CDATA[Retinsäure]]></category>
		<category><![CDATA[Vitamine]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es gibt Dinge, die brennen mir auf der Zunge, sind aber teilweise so sensibel bzw. kontrovers, dass ich es lieber lasse darüber zu schreiben. Ausnahme heute. Thrombosen bei Jungen Beispiel: Was ich völlig verrückt finde [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: proxima-nova;">Es gibt Dinge, die brennen mir auf der Zunge, sind aber teilweise so sensibel bzw. kontrovers, dass ich es lieber lasse darüber zu schreiben. Ausnahme heute.</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Thrombosen bei Jungen</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Beispiel: Was ich völlig verrückt finde ist, <strong>wie viele junge Menschen Thrombosen bekommen.</strong> Nun bin ich ja nicht erst seit gestern erwachsen und vielleicht hat sich das Bewusstsein gegenüber thrombotischen Ergeignissen in den vergangenen Jahren erhöht – aber so viele Fälle, auch im näheren Umfeld, wie es aktuell zu geben scheint, habe ich noch nie wahrgenommen.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Ich erhebe hier keinen Anspruch auf Objektivierbarkeit. Es ist mein Gefühl. Ich kann nicht sagen, ob da was dran ist. Man kann sich aber sicher mal die Zahlen anschauen.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Schaut man hier nüchtern drauf – für die vergangenen 1-2 Jahre gibt es noch keine aussagekräftigen Statistiken –, muss man ein bisschen vorsichtig sein. Vollstationär entstehen klassische Thrombosen zumeist als &#8222;Nachwehe&#8220; einer OP bzw. als Folge der Bettlägrigkeit.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Hier ging die Zahl über die vergangenen Jahrzehnte drastisch zurück</strong> (<a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/152966/umfrage/stationaere-behandlungshaeufigkeit-von-thrombosen-seit-2000/">Q</a>). Dadurch begründet, dass sich die prophylaktische Behandlung im gleichen Zeitraum um nahezu den Faktor 6 erhöht hat (<a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/244089/umfrage/arzneimittelverbrauch-von-antithrombotischen-mitteln/">Q</a>). Heißt: Man spritzt einfach mehr Antikoagulanzien.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Auf der anderen Seite zeigt sich in sämtlichen Ländern, hierzulande auch, eine stetige Zunahme an im Krankenhaus behandelten Thrombosen. Unterscheiden muss man hier arterielle und venöse Thrombosen. Zu den &#8222;arteriellen Thrombosen&#8220; gehören ganz klassisch Herzinfarkt und Schlaganfall. Bei venösen Thrombosen sind es dann die &#8222;tiefe Venenthrombose&#8220; oder die Lungenemobilie (da das Gerinnsel z. B. aus der Beinvene stammt).</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">In einer aus Deutschland stammenden <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s00772-020-00677-6">Studie</a> zu arteriellen Thrombosen heißt es:</span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: proxima-nova;">In den Jahren 2005 bis 2016 zeigte sich eine stetige Zunahme der altersstandardisierten Krankenhausinzidenz, die sich zwischen 2005 und 2018 von ca. 190 auf etwas über 250 pro 100.000 Einwohner steigerte und einpendelte. Dies entspricht einer relativen Zunahme von ca. 33  %.</span></p></blockquote>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Zunahme um ca. 33 %.</strong> Natürlich stiegen im selben Zeitraum auch die klinischen Eingriffe im Krankenhaus, und zwar um sage und schreibe 77 %. Darunter fallen nebenbei bemerkt auch Amputationen.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Daten zu venösen Thrombosen sind rar gesät. <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26780736/">US-amerkanische Daten</a> – <em>Die Epidemiologie der venösen Thromboembolie</em> – zeigen aber seit Jahrzehnten eine stetige Zunahme des Aufkommens von tiefenen Venenthrombosen und Lungenemobilien. <strong>So hat sich die Gesamtzahl der Venenthrombosen seit den 80er-Jahren bis zu den 2010er-Jahren nahezu verdoppelt.</strong> Ein Grund ist hier sicher die bessere Diagnostik.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;"><a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/pmid/36304812/">Eine Studie des Uniklinikums Sveti Duh</a> (Zagreb) – aus dem EU-Land Kroatien – zeigt hier ergänzend beispielsweise, dass sich <strong>die Zahl der tiefen Venenthrombosen um über 70 % und die der Lungenemobilie sogar nahezu vervierfacht hat im vergangenen Jahrzehnt</strong>. Gezählt hat man hier in der Notaufnahme. Für Deutschland gibt es hier nach meiner Recherche keine passende Statistik.</span></p>
<p><img decoding="async" class="wp-image-323819 aligncenter" title="venen thrombosen notfall" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/Anstieg-Thrombosen-Uniklinik-Zagreb.png" alt="Anstieg Thrombosen Uniklinik Zagreb" width="721" height="383" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/Anstieg-Thrombosen-Uniklinik-Zagreb.png 1410w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/Anstieg-Thrombosen-Uniklinik-Zagreb-300x159.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/Anstieg-Thrombosen-Uniklinik-Zagreb-1024x543.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/Anstieg-Thrombosen-Uniklinik-Zagreb-768x407.png 768w" sizes="(max-width: 721px) 100vw, 721px" /></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Auch im Zuge von Corona gab es in Deutschland seit Anfang 2020 bis zum Beginn von 2021 nochmals einen erheblichen Sprung beim Thrombosen-Aufkommen (<a href="https://academic.oup.com/eurheartj/article/43/19/1882/6564049">Q</a>). Die Mehrheit davon war aber nicht mit einer Coronaerkrankung assoziiert.</span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: proxima-nova;">In Deutschland stieg die Krankenhausinzidenz von tiefen Venenthrombosen pro 100 000 Personen von 5,9 im April 2020 auf 8,2 im Januar 2021, wobei 5 % der Fälle auf COVID-19 zurückgeführt werden konnten.</span></p>
<p>&nbsp;</p></blockquote>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Gibt es eine objektiv erfassbare Zunahme an Thrombosen? Das lässt sich auch jetzt nicht sicher beantworten. Gleichwohl weiß ich eine Sache&#8230;</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-family: proxima-nova;"><strong>Man kann sich schützen.</strong></span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Genau genommen: Der Körper schützt einen vor zu starker Gerinnungsneigung.</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Immer weniger Vitamin A</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Natürlich muss so ein Thrombus erst einmal entstehen, das heißt, Thrombus-bildende Prozesse müssen Thrombose-lösende Prozesse überlagern. Denn der Körper verfügt eigentlich über potente Mechanismen, Thromben auch wieder aufzulösen.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Hier kommen mir dann meistens andere Zahlen in den Kopf, die für andere völlig irrelevant zu sein scheinen. Beispiel: <strong>Wir essen kaum noch Innereien.</strong> Manche Statistiken berichten davon, dass der Konsum seit den 80er-Jahren um ca. 70 % eingebrochen ist (s. Wikipedia/Statista). <a href="https://www.swp.de/politik/fleischkonsum-in-deutschland-warum-leber-und-niere-kaum-noch-auf-deutschen-tellern-landen-68811993.html#:~:text=1991%20lag%20der%20Pro%2DKopf,gerade%20mal%20noch%20100%20Gramm.">Andere Quellen</a> meinen:</span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: proxima-nova;">1991 lag der Pro-Kopf-Konsum von Innereien bei 1,4 Kilogramm im Jahr. Nicht einmal 30 Jahre später ist der Konsum von Leber, Niere, Kutteln &amp; Co kaum noch messbar, lag laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Jahr 2020 bei gerade mal noch 100 Gramm</span></p></blockquote>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Viele sehen hier keine Zusammenhänge. Ich schon. <strong>Weil das heißt, dass der Konsum von Leber und Leberprodukten drastisch eingebrochen ist.</strong> Das war aber bislang – das heißt über weite Strecken der Menschheitsgeschichte – unsere beste und wichtigste Vitamin-A-, also Retinol-Quelle. Haben die meisten Menschen so heutzutage kaum noch.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Hinzu kommt, dass unsere Bevölkerung tendenziell immer dicker wird, was den Vitamin-A-Stoffwechsel so verzieht, dass es <strong>einen globalen Vitamin-A-Mangel</strong> im Körper gibt, den man dummerweise nicht im Blut feststellen kann (<a href="https://www.nature.com/articles/srep15893">Q</a>). Man könnte zynisch anmerken, dass &#8222;doppelt genäht besser hält&#8220;.</span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: proxima-nova;">Somit verursacht Adipositas einen &#8222;stillen&#8220; VA-Mangel, der durch eine Verringerung des VA-Spiegels und der Signalübertragung in mehreren Organen gekennzeichnet ist, aber nicht durch den VA-Serumspiegel nachgewiesen wird.</span></p></blockquote>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Für Vitamine interessiert man sich hierzulande nicht mehr so. Man steht halt drüber.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Leider, leider weiß man erst seit ein paar Jahren, dass &#8222;Vitamin A und seine Derivate eine bemerkenswerte Hemmung der Thrombozytenaggregation zeigen&#8220; (<a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6484212/">Q</a>). Mit Derivat ist hier u. a. das Hormon Retinsäure gemeint, das aus Vitamin A gebildet wird und dessen Menge natürlich davon abhängt, wie viel Vitamin A man so isst (hatten wir ja vor bald zehn Jahren (!) <a href="https://genetisches-maximum.de/vitamine/vitamin-a-der-verkannte-stoffwechsel-beschleuniger/">schon mal hier</a>).</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Die Autoren erklären sehr zutreffend:</span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: proxima-nova;">Die Hemmung von Thrombin und der Thrombozytenaggregation ist ein wichtiger Aspekt bei der Suche nach einer therapeutischen Lösung zur Hemmung der Blutgerinnung als vorbeugende Maßnahme bei Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall und tiefer Venenthrombose.</span></p></blockquote>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Ach so&#8230; <strong>Könnte eine biologische Rolle von Vitamin A vielleicht sein, das Koagulationssystem schön geschmeidig und cool zu halten?</strong> Fragen über Fragen. Dabei hatten <a href="https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0038-1651616">Forschungen schon vor 30 Jahren</a> nahegelegt, dass die &#8222;Retinsäure die fibrinolytische Aktivität in vivo durch selektive Verstärkung der t-PA-Aktivität erhöht und dass Retinsäure ein potenzielles antithrombotisches Mittel in vivo ist.&#8220;</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">t-PA steht hier bei für <em>gewebespezifische Plasminogenaktivator, </em>ein Enzym u. a. in unseren Gefäßen, das vor &#8230; Thrombenbildung schützt, indem es sie indirekt auflöst. Vitamin A erhöht also die t-PA-Aktivität und beugt so einer zu starken Gerinnungsneigung vor.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Spannenderweise bremst auch ein Vitamin-A-Rezeptor (RXR-Rezeptor), an den auch die <em>Docosahexaensäure</em> (kurz: DHA), also Omega 3, binden kann, die Gerinnungsneigung, also Thrombenbildung (<a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5405776/">Q</a>).</span></p>
<p style="padding-left: 40px;"><span style="font-family: proxima-nova;">Zur Erinnerung: Deutschland ist schlecht mit Omega 3 versorgt, was zur Zeit tendenziell noch schlechter statt deutlich besser wird.</span></p>
<h2><span style="font-family: proxima-nova;">Die Biologie macht nur</span></h2>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Kommen wir nochmal zur eingangs erwähnten Studie zurück. Dort steht, ganz bemerkenswert:</span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: proxima-nova;">Paradoxerweise stellt in Ländern mit hohem Einkommen gerade ein hoher soziökonomischer Status einen Risikofaktor dar, vermutlich bedingt durch die westlichen Lebens- und Ernährungsgewohnheiten.</span></p></blockquote>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Heißt, je moderner ein Mensch lebt, je stärker er also glaubt, über seiner eigenen Biologie zu stehen, umso höher ist das Risiko für Thrombosen aller Art, also einer &#8222;Übererregtheit&#8220; des Koagulationssystems.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Je wohlstandsverwöhnter ein Land also wird, umso höher fällt die zu erwartende Zunahme an Thrombose-bedingten Ereignissen aus. Während viele sich für oben angeführte Statistiken nicht scheren, nehme ich die ziemlich ernst. <strong>Für mich ist es keine Bagatelle, dass Menschen hierzulande immer schlechter mit Vitamin A (oder Omega 3) versorgt sind.</strong></span></p>
<figure id="attachment_323817" aria-describedby="caption-attachment-323817" style="width: 626px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.youtube.com/shorts/OMox2gl4cTU"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-323817" title="Jäger und Sammler Leber essen" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/Jaeger-und-Sammler-Leber-essen.png" alt="Jäger und Sammler Leber essen" width="626" height="397" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/Jaeger-und-Sammler-Leber-essen.png 1548w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/Jaeger-und-Sammler-Leber-essen-300x190.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/Jaeger-und-Sammler-Leber-essen-1024x650.png 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/Jaeger-und-Sammler-Leber-essen-768x487.png 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2024/05/Jaeger-und-Sammler-Leber-essen-1536x974.png 1536w" sizes="auto, (max-width: 626px) 100vw, 626px" /></a><figcaption id="caption-attachment-323817" class="wp-caption-text"><strong><em>Man kann sich doch heutzutage bilden und verstehen lernen, warum Leber bei Naturvölkern ein &#8222;heiliges Lebensmittel&#8220; ist&#8230; (<a href="https://www.youtube.com/shorts/OMox2gl4cTU">zum Video</a>) </em></strong></figcaption></figure>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Menschen von damals – unsere Vorfahren – könnten uns moderne Menschen kaum noch verstehen. Denn die funktionierten einfach. Der Körper hat schon gemacht. Bei uns heute stellt sich ein Rätselraten ein, warum der Körper eines modernen Menschen so verrückt spielt. Nun ja: Als verrückt wird das schon gar nicht mehr wahrgenommen, eher als normal, passiert halt.</span></p>
<p style="padding-left: 40px;"><span style="font-family: proxima-nova;">Gleiches Spiel übrigens beim Testosteron und unseren Spermien. Kann man sich nochmal in Ruhe <a href="https://genetisches-maximum.de/motivation/testosteron-natuerlich-nicht/">hier durchlesen</a>.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Genau deshalb sind die vielen Thrombose-Ereignisse inkl. Herzinfarkte bei jungen Menschen eine &#8230; Randnotiz. Eine Schlagzeile. Nimmt man schulterzuckend zur Kenntnis. Und das finde ich mehr als bedenklich.</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">Es wäre ja auch zu einfach, z. B. Körperfett zu verlieren, wieder mehr Vitamin A und Omega 3 zuzuführen&#8230;</span></p>
<p><span style="font-family: proxima-nova;">PS: Alter Verwalter. Glücklich ist der, der hier schon seit zehn Jahren liest. Der nämlich <a href="https://genetisches-maximum.de/vitamine/vitamin-a-der-verkannte-stoffwechsel-beschleuniger/">weiß seit mindestens zehn Jahren</a>, dass die Menge an Retinsäure (ein Hormon), das aus Vitamin A gebildet wird, direkt von der Vitamin-A-Zufuhr abhängt. Das ist Wissen&#8230; </span></p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/vitamine/es-brennt-mir-auf-der-zunge/">Es brennt mir auf der Zunge</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Warum zu viel Vitamin A nicht gut ist</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Apr 2020 10:48:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Retinsäure]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>So, kehren wir mal langsam zum Blog-Alltag zurück. Nicht zu viel Leber, bitte Mir ist schon relativ früh aufgefallen, dass zu viel Vitamin A Entzündungsreaktionen befeuert. Deshalb muss ich einige Leser, vor allem jene die [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>So, kehren wir mal langsam zum Blog-Alltag zurück.</p>
<h2>Nicht zu viel Leber, bitte</h2>
<p>Mir ist schon relativ früh aufgefallen, dass zu viel Vitamin A Entzündungsreaktionen befeuert. Deshalb muss ich einige Leser, vor allem jene die per Mail anfragen, immer mal wieder bremsen:</p>
<p style="padding-left: 40px;">Die Rede war von ab und zu, sprich einmal die Woche, einmal alle zwei Wochen &#8230; usw., 100, 150 g Leber zu essen.</p>
<p>Die Rede war nicht davon es täglich zu tun, oder sich wöchentlich 500 g reinzuballern.</p>
<p>Daher auch hier nochmal ganz langsam: Unsere Auffassung ist, <a href="https://genetisches-maximum.de/ernaehrung/vorteile-veganismus-karnivorismus/">dass wir fakultative Karnivoren sind</a>. Das heißt, Fleisch etc. ist gerne gegessen, wenn vorhanden, oft genug muss man aber auch ohne auskommen können.</p>
<p><a href="https://genetisches-maximum.de/kontroverses/wir-missbrauchen-wissenschaft/">Wir haben das hier einmal so erklärt</a>: Rotes Fleisch und Innereien sind Supertreibstoffe, mit denen man sich schnell auch übertanken kann. Wir sind nicht dazu gemacht, tonnenweise vorgeformtes Vitamin A aus tierischen Quellen ohne Probleme zu verarbeiten (reine Karnivoren können das) oder mit (zu) hohen Mengen vom Hämeisen klarzukommen.</p>
<h2>Besondere Bedürfnisse als Mensch</h2>
<p>Hintergrund ist, und das muss man mal begreifen, dass wir ein Mischwesen sind – weder reine Herbivoren, noch reine Karnivoren.  Aus der Hinsicht haben einige Standpunkte, die der Veganismus vertritt, ihre Daseinsberichtigung.</p>
<p>Dass wir keine reinen Herbivoren mehr sind, erkennt man z. B. daran, dass wir ganz schlecht im Konvertieren von ß-Carotin zu Vitamin A sind. Das hat unterschiedliche Gründe, ein wichtiger Grund ist, dass das dafür nötige Enzym bei uns nicht mehr so gut arbeitet.</p>
<p>Deshalb sind wir eben angewiesen auf &#8222;tierisches Vitamin A&#8220;. Nur, davon kann man sich übertanken. Bei uns Menschen fehlt ggf. die Bremse, die natürlicherweise beim Umwandeln von ß-Carotin zu Vitamin A im Darm da gewesen war. Denn in Herbivoren kann der Darm extrem genau dafür sorgen, dass die richtigen Vitamin-A-Mengen gebildet werden.</p>
<h2>Was passiert bei zu viel Vitamin A in Tieren?</h2>
<p>Was passiert, wenn man dieses Gleichgewicht bei solchen Tieren aushebelt, <a href="https://www.sciencedaily.com/releases/2017/10/171023131929.htm">zeigt eine interessante Studie</a>. Dort hat man gezeigt, dass es im Darm der Tiere ein Protein, genannt <em>ISX</em>, gibt, das wie ein Gaspedal bzw. eine Bremse fungiert, um die genau richtigen Vitamin-A-Mengen im Körper zu haben.</p>
<p>Schaltet man dieses Protein aus, wird zu viel Vitamin A gebildet, mit üblen Folgen für den Darm:</p>
<p style="padding-left: 40px;">Die Forscher entdeckten, dass die Entfernung von ISX die Genexpression des Enzyms (Bco1), das Beta-Carotin in Vitamin A umwandelt, um das 200-fache erhöht. Aus diesem Grund produzierten Mäuse ohne ISX zu viel Vitamin A und begannen, es in Retinsäure umzuwandeln &#8211; ein Molekül, das die Aktivität vieler Gene reguliert, darunter auch der für die Immunität wichtigen Gene. Dies führte zu einer lokalen Schwellung &#8211; Entzündung -, als Immunzellen das Gebiet überfluteten und sich vermehrten. Durch diese schwere Entzündung wurde bei Mäusen, denen ISX fehlt, das Immunsystem geschwächt, und die Entzündung breitete sich auf die nahe gelegene Bauchspeicheldrüse aus.</p>
<p style="padding-left: 40px;">Mäuse ohne ISX konnten ihren Vitamin-A-Spiegel nicht kontrollieren. Sie produzierten zu viel Vitamin A und zogen zu viele Immunzellen in den Dünndarm. &#8222;Zu viel Vitamin A kann Entzündungskrankheiten fördern&#8220;, schloss von Lintig. &#8222;In zukünftigen Studien wird die ISX-defiziente Maus ein vielseitiges Modell sein, um die molekularen Details des faszinierenden Zusammenspiels zwischen Ernährung und gastrointestinaler Immunität zu untersuchen.</p>
<h2>Zu viel Vitamin A könnte den Körper entzünden</h2>
<p>Also: Zu viel Vitamin A im Körper kann Entzündungen begünstigen. Da wir Menschen, wie oben dargelegt, direkt auf tierisches, sprich vorgefertigtes Vitamin A angewiesen sind, können wir uns auf diese Darmregulation nicht verlassen. Das ist uns leider verloren gegangen. Das heißt, ß-Carotin reicht für uns nicht – bei tierischem Vitamin A allerdings müssen wir aufpassen, dass wir nicht übertreiben.</p>
<p>Interessant ist zudem, dass Entzündungen im Darm wohl schnell auf andere Gewebe übergehen können. Und Kenner wissen eh: Im Darm wird das ganze Immunsystem justiert. Wer also im Darm eine Entzündung macht, kann erwarten, dass das Immunsystem auch systemisch nicht normal funktioniert.</p>
<p>Daher: Vitamin A ist extrem wichtig. Man sollte dennoch nicht übertreiben. Denn offensichtlich stellt Vitamin A das Immunsystem scharf.</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/retinsaeure/warum-zu-viel-vitamin-a-nicht-gut-ist/">Warum zu viel Vitamin A nicht gut ist</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Mysteriöse &#8222;orale Toleranz&#8220; – durch Leberwurst?!</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/retinsaeure/orale-toleranz-leberwurst-vitamin-a/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Dec 2019 10:19:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Retinsäure]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seltsame Überschrift, nicht wahr?! Das Phänomen der oralen Toleranz ist etwas Mysteriöses. Meinen jedenfalls Wissenschaftler, in Arbeiten zu dem Thema. Doch mal von vorne. Wenn der Körper verrückt spielt Ich habe selbst schon erleben dürfen, [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/retinsaeure/orale-toleranz-leberwurst-vitamin-a/">Mysteriöse „orale Toleranz“ – durch Leberwurst?!</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seltsame Überschrift, nicht wahr?!</p>
<p>Das Phänomen der oralen Toleranz ist etwas Mysteriöses. Meinen jedenfalls Wissenschaftler, in Arbeiten zu dem Thema.</p>
<p>Doch mal von vorne.</p>
<h2>Wenn der Körper verrückt spielt</h2>
<p>Ich habe selbst schon erleben dürfen, wie es sich anfühlt, wenn der Körper plötzlich auf &#8222;alles reagiert&#8220;. Gefühlt jedes Lebensmittel schlägt dabei wie eine Bombe ein.</p>
<p>Entweder tut der Bauch weh, die Darmschleimhaut entzündet sich (und schmerzt dann doppelt, wenn man etwas Säurehaltiges isst/trinkt), der Kopf (besser: das Gehirn) schmerzt, man fällt gefühlt in ein Koma oder irgendwelche Körperstellen entzünden sich.</p>
<p>Nur, um mal ein paar &#8222;Symptome&#8220; genannt zu haben.</p>
<p>Nun dachte ich für eine Zeit damals, ich sei damit alleine. Aus vielen Gesprächen weiß ich mittlerweile, dass viele Menschen sich mit ähnlichen Problemen herumschlagen.</p>
<p>Die können plötzlich keine Milch mehr trinken (mal davon abgesehen: braucht eh keiner) &#8230; oder bei bei bestimmten Obstsorten kribbelt der ganze Mund. Auch diese Liste lässt sich beliebig ergänzen.</p>
<p>Schon eigenartig, oder?</p>
<h2>Früher war alles besser :-)</h2>
<p>Switchen wir mal in eine andere Zeit. Als kleiner Junge habe ich Kalbsleberwurst geliebt. Und mal im Ernst: Noch heute gibt&#8217;s für mich nichts Besseres als ein Stück (Weiß-)Brot mit dicker Schicht Leberwurst. Ich will nicht wissen, wie viel Kilo Kalbsleberwurst ich als kleiner Mensch verdrückt habe.</p>
<p>Zur Erinnerung: <a href="https://genetisches-maximum.de/vitamine/leber-b12-vitamina-kupfer-blutbildung-energie/">Die Leber</a> ist das Mikronährstoff-reichste Lebensmittel, das wir haben.</p>
<ul>
<li>Voll mit <strong>Vitamin A</strong>.</li>
<li>Voll mit Eisen, Zink, Kupfer</li>
<li>Voll mit B12</li>
<li>Voll mit Cholin</li>
<li>Voll mit sämtlichen B-Vitaminen</li>
</ul>
<p>Damals kannte ich sowas wie Nahrungsmittelunverträglichkeiten nicht. Wirklich nicht. Gibt&#8217;s da Zusammenhänge?</p>
<h2>Was ist orale Toleranz?</h2>
<p>Kommen wir zurück zur mysteriösen &#8222;Oral-Toleranz&#8220;. Das Wort sollte man sich gut merken. Es beschreibt, die &#8222;Induktion der systemischen Unempfindlichkeit gegenüber Antigenen, die über den oralen Weg aufgenommen werden, und den Verlust der Immunantwort.&#8220; (vgl. Nakamoto 2015)</p>
<p>Aha. Das, was wir als &#8222;der Körper dreht durch, wenn ich Nahrungsmittel XY zuführe&#8220; wahrnehme, ist nichts weiter als eine Immunreaktion auf ein Lebensmittel-Antigen.</p>
<p>Ein Antigen ist eine Proteinstruktur im Lebensmittel, das grundsätzlich harmlos ist, aber von unserem Körper als Feind erkannt wird.</p>
<p>Heißt: Die Evolution hat hier eigentlich was Gutes erfunden. Bakterien (oder andere &#8222;Feinde&#8220;) werden dank ihrer Proteinstrukturen als Feind erkannt – und der Körper zeigt daraufhin eine spezifische Immunantwort.</p>
<p><strong>Fehlgeleitet</strong> sorgt dieser Prozess dafür, dass plötzlich alles ein Feind ist, selbst die harmlose Erdbeere. Das Gegenteil davon, also die Unempfindlichkeit gegenüber Nahrungsmittel-Antigenen, nennt sich &#8230; <strong>orale Toleranz</strong>.</p>
<h2>Wie wird orale Toleranz reguliert?</h2>
<p>Es stellt sich heraus, dass dieses so mysteriöse Phänomen, das sinnbildlich also eigentlich eine Art Immun-Bremse ist, relativ einfach zu erklären ist. Dafür nutze ich mal ein Bild aus einer wissenschaftlichen Arbeit (von Boehmer 2007):</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-212123 aligncenter" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2019/12/orale-toleranz-vitamin-a-darm--753x1024.jpg" alt="orale toleranz darm " width="307" height="417" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2019/12/orale-toleranz-vitamin-a-darm--753x1024.jpg 753w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2019/12/orale-toleranz-vitamin-a-darm--500x680.jpg 500w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2019/12/orale-toleranz-vitamin-a-darm--700x952.jpg 700w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2019/12/orale-toleranz-vitamin-a-darm--64x87.jpg 64w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2019/12/orale-toleranz-vitamin-a-darm--221x300.jpg 221w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2019/12/orale-toleranz-vitamin-a-darm--768x1045.jpg 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2019/12/orale-toleranz-vitamin-a-darm-.jpg 941w" sizes="auto, (max-width: 307px) 100vw, 307px" /></p>
<p>Okay, das sieht jetzt tierisch kompliziert aus, aber &#8230; den Kopf bitte noch nicht ausschalten! Ich erkläre es jetzt:</p>
<ul>
<li>Wir essen irgendwas, das Antigene enthält.</li>
<li>Diese Antigene gelangen in tiefere Darmschichten.</li>
<li>Dort sitzen Immunzellen, vor allem s. g. CD103+ Dendritische Zellen (DC).</li>
<li>Diese nehmen die Antigene auf und produzieren daraufhin bestimmte Stoffe – darunter TGF-ß und <strong>Retinsäure (RA), die aus Vitamin A entsteht. </strong></li>
<li>Speziell diese beiden Stoffe lassen T-Zellen zu s. g. FoxP3+ Treg-Zellen werden.</li>
<li>Diese Zellen nannte man früher auch Suppressor-T-Zellen, weil <strong>die Aufgabe dieser Zellen ist, die Immunantwort zu unterdrücken</strong> – sie schützen dadurch u. a. auch vor Autoimmunerkrankungen &#8230;</li>
</ul>
<p><strong>&#8230; und sorgen für orale Toleranz gegenüber Nahrungsmitteln. </strong></p>
<p>Übrigens: So, wie es im Darm abläuft, läuft es auch im Mund ab – kompliziertes Bild (Tanaka et al. 2019):</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-212122 aligncenter" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2019/12/orale-toleranz-vitamin-a-1024x479.jpg" alt="orale toleranz vitamin a" width="612" height="286" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2019/12/orale-toleranz-vitamin-a-1024x479.jpg 1024w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2019/12/orale-toleranz-vitamin-a-500x234.jpg 500w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2019/12/orale-toleranz-vitamin-a-700x327.jpg 700w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2019/12/orale-toleranz-vitamin-a-64x30.jpg 64w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2019/12/orale-toleranz-vitamin-a-300x140.jpg 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2019/12/orale-toleranz-vitamin-a-768x359.jpg 768w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2019/12/orale-toleranz-vitamin-a-1536x719.jpg 1536w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2019/12/orale-toleranz-vitamin-a.jpg 1894w" sizes="auto, (max-width: 612px) 100vw, 612px" /></p>
<p>&#8230; und systemisch: ein Antigen aus einem Nahrungsmittel bzw. die o. g. Treg-Zellen können auch durch den Körper zirkulieren:</p>
<figure id="attachment_212124" aria-describedby="caption-attachment-212124" style="width: 493px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-212124 size-full" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2019/12/systemisch-orale-toleranz.png" alt="orale toleranz systemisch" width="493" height="250" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2019/12/systemisch-orale-toleranz.png 493w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2019/12/systemisch-orale-toleranz-64x32.png 64w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2019/12/systemisch-orale-toleranz-300x152.png 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2019/12/systemisch-orale-toleranz-416x211.png 416w" sizes="auto, (max-width: 493px) 100vw, 493px" /><figcaption id="caption-attachment-212124" class="wp-caption-text">mLN = Lymphknoten im Darm; pLN = Lymphknoten verteilt im Körper</figcaption></figure>
<p>Also. <strong>Retinsäure</strong> mal wieder – ein Hormon, das aus Vitamin A entsteht, und über 500 Gene reguliert. Fällt Vitamin A weg, scheint auch die orale Toleranz wegzufallen:</p>
<blockquote><p>Unsere Studie zeigt, dass Vitamin-A-Mangel den Zusammenbruch der oralen Toleranz in vivo verursacht.</p></blockquote>
<p>(vgl. Nakamoto et al. 2015)</p>
<h2>Ballaststoffe for the win?</h2>
<p>Mittlerweile gibt es zudem Studien, die zeigen, dass sich dieser Prozess (<em>Antigene -&gt; Ausschüttung Retinsäure -&gt; mehr Treg-Zellen</em>) sogar noch optimieren lässt. Nämlich mit Ballaststoffen:</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-212127 size-full" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2019/12/ballaststoffe-orale-toleranz.jpg" alt="ballaststoffe orale toleranz" width="375" height="375" srcset="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2019/12/ballaststoffe-orale-toleranz.jpg 375w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2019/12/ballaststoffe-orale-toleranz-50x50.jpg 50w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2019/12/ballaststoffe-orale-toleranz-64x64.jpg 64w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2019/12/ballaststoffe-orale-toleranz-300x300.jpg 300w, https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2019/12/ballaststoffe-orale-toleranz-150x150.jpg 150w" sizes="auto, (max-width: 375px) 100vw, 375px" /></p>
<p>In dieser Studie, die im renommierten Journal <em>Cell</em> erschienen ist, wurde gezeigt, dass Ballaststoffe + Vitamin A vor einer Erdnuss-Allergie schützen (Tan et al. 2016).</p>
<p>Die Forscher fanden heraus, dass die via Bakterienfermentation aus Ballaststoffen gewonnenen kurzkettigen Fettsäuren (Butyrat, Acetat und Co.), dafür sorgten, dass in unseren CD103+ Dendritischen Zellen ein Enzym (RALDH2) härter arbeitet, das Vitamin A zu Retinsäure umsetzt.</p>
<p>Das Resultat ist, dass mehr FoxP3+ Treg-Zellen aus naiven T-Zellen entstehen – und dadurch eine erhöhte Toleranz gegenüber Nahrungsmittel-Antigenen zustande kommt.</p>
<h2>Vitamin A, anyone?!</h2>
<p>So, jetzt zu den spannenden Fragen.</p>
<p>Ich beobachte seit Jahren den Trend, dass wir – auch dank unserer tollen Journaille – Angst vor Vitaminen, Angst vor dem Fleisch- bzw. Tierkonsum haben &#8230; und stattdessen umerzogenen werden zu einem Zoo-Gorilla, bzw. Öko-Veganer.</p>
<p>Ich persönlich vertrete den Standpunkt, dass wir viel mehr Vitamin A brauchen als uns klar ist. Wer – so wie ich – Jahre damit experimentiert, wird wissen, dass Infektionen, körperlicher/psychischer Stress bzw. &#8222;Lebensstress&#8220; im Allgemeinen usw. den Vitamin-A-Bedarf massiv einsteigen lassen.</p>
<p>Und auch so sind wir, dank unserer &#8222;modernen Kost&#8220;, nicht optimal mit Vitamin A versorgt. Traditionelle Kost, egal ob bei uns in der Pfalz oder sonst wo auf der Erde (<a href="https://www.vyzivujicitradice.cz/wp-content/uploads/2010/11/Weston_Price_-_Nutrition_and_P.pdf">s. Literatur von Weston Price</a>), ist sehr Vitamin-A-reich.</p>
<p>Wir sind keine Zoo-Gorillas und auch keine Öko-Veganer. Zum einen &#8230;</p>
<blockquote><p>Die Umwandlung von Carotinoiden in Vitamin A ist nicht so effizient und perfekt, wie wir ursprünglich annahmen. (&#8230;), und eine aktuelle Studie der Newcastle University in England ergab, dass bis zu 50% der untersuchten Frauen nicht in der Lage waren, Carotinoide effizient in Vitamin A umzuwandeln, und somit möglicherweise Retinsäure-defizient sind&#8220;, sagte der leitende Forscher, Dr. George Lietz, Science News, &#8222;Was unsere Forschung zeigt, ist, dass viele Frauen einfach nicht genug von diesem lebenswichtigen Nährstoff bekommen, weil ihr Körper nicht in der Lage ist, das Beta-Carotin zu konvertieren&#8220;.</p></blockquote>
<p>(vgl. Ash 2011)</p>
<p>Das ist die Wahrheit. Und die gilt nicht nur für Frauen. Mehr noch: <a href="https://www.sciencedaily.com/releases/2012/05/120501134414.htm">Andere Studien zeigen</a>, dass aus ß-Carotin z. B. auch Abkömmlinge entstehen, die die Vitamin-A-Wirkung hemmen.</p>
<p>So gesehen sind Carotinoide prinzipiell also nicht nur Vitamin-A-Spender, sondern auch <em>endokrine Disruptoren</em>, die die Vitamin-A-Wirkung sogar blockieren. (Darüber sollte man mal eine Sekunde lang nachdenken.)</p>
<p>Die einfachste Lösung ist, sich eine frische (Geflügel-/Kalbs-/Schweine-)Leberwurst in den Kühlschrank zu legen. Dran zu riechen. Wenn der Körper danach giert, gönnt man sich halt ein Brot &#8230; oder löffelt die Leberwurst.</p>
<p>Dann hat nie wieder irgendwer ein Vitamin-A-Problem. So wie das halt schon immer war, seit es den Menschen bzw. die Gattung Homo gibt.</p>
<h2>Ergänzung</h2>
<p>Es gibt ein paar Punkte, die ich noch kurz ansprechen will.</p>
<ol>
<li><strong>Vitamin A ist immer noch kein Spielzeug.</strong> Meine Damen und Herren, daraus stellt der Körper ein Hormon her. Deshalb: Wir brauchen irgendwie ein Feedback vom Körper – wollen nichts überdosieren. Bei Nahrungsmitteln ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass wir etwas überdosieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir damit unseren persönlichen Vitamin-A-Sweetspot finden, ist hingegen hoch.</li>
<li>Beim Thema &#8222;orale Toleranz&#8220; sollte uns klar sein, dass es auch hier Individuen gibt, die genetisch bevorteilt oder benachteiligt sind. Das versteht man, oder? Auch hier wird in der Proteinkaskade Stellen geben, die bei dir besser funktionieren als bei mir – und umgekehrt. Ergo: Die Vitamin-A-Zufuhr wird nicht per se dafür sorgen, dass ein Individuum mit starker Nahrungsmittelallergie wieder alles ohne Probleme essen kann. Zudem ist der Körper ein System. Vitamin A alleine hat vermutlich noch nie was gerichtet.</li>
<li>Noch gar kein Thema hier war, dass Vitamin A essentiell für die Mucin-Bildung ist – also für die Schleimschicht auf den Schleimhäuten. <a href="https://www.sciencedaily.com/releases/2019/10/191014111737.htm">Studien zeigen</a>, dass diese Schleimschlicht z. B. Mikroben &#8222;entwaffnet&#8220;, und dadurch eine gesunde Darmflora erzeugt, die wiederum wichtig für die Barrierefunktion des Darms bzw. die orale Toleranz ist. Nur, um den Kreis zu schließen.</li>
</ol>
<p><strong>Referenzen</strong></p>
<p>Ash, M. (2011). [online] Ionhealth.ca. Available at: <a href="https://ionhealth.ca/wp-content/uploads/resources/PDFs/Vitamin-A-The-Key-to-Immune-Tolerace-in-the-Gut-26.1.pdf">https://ionhealth.ca/wp-content/uploads/resources/PDFs/Vitamin-A-The-Key-to-Immune-Tolerace-in-the-Gut-26.1.pdf</a> [Accessed 5 Dec. 2019].</p>
<p>Nakamoto, A. et al. (2015). Vitamin A Deficiency Impairs Induction of Oral Tolerance in Mice. Journal of Nutritional Science and Vitaminology, 61(2), pp.147-153.</p>
<p>Tan, J. et al. (2016). Dietary Fiber and Bacterial SCFA Enhance Oral Tolerance and Protect against Food Allergy through Diverse Cellular Pathways. Cell Reports, 15(12), pp.2809-2824.</p>
<p>Tanaka, Y., Fukumoto, S. and Sugawara, S. (2019). Mechanisms underlying the induction of regulatory T cells by sublingual immunotherapy. Journal of Oral Biosciences, 61(2), pp.73-77.</p>
<p>von Boehmer, H. (2007). Oral tolerance: is it all retinoic acid?. The Journal of Experimental Medicine, 204(8), pp.1737-1739.</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/retinsaeure/orale-toleranz-leberwurst-vitamin-a/">Mysteriöse „orale Toleranz“ – durch Leberwurst?!</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Leber zur Krebsprävention? Ein kurzer Überblick</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Sep 2018 13:11:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Retinsäure]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir weisen sicherheitshalber darauf hin, dass der Inhalt dieses Artikels weder ein medizinischer Ratschlag ist, noch eine Behandlung bzw. eine Beratung beim Arzt ersetzen kann. Die Leser/innen, die hier Informationen entnehmen, handeln auf eigene Verantwortung. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir weisen sicherheitshalber darauf hin, dass der Inhalt dieses Artikels weder ein medizinischer Ratschlag ist, noch eine Behandlung bzw. eine Beratung beim Arzt ersetzen kann. Die Leser/innen, die hier Informationen entnehmen, handeln auf eigene Verantwortung.</p>
<hr />
<p>Krebs macht Angst. Um einen herum schlägt er ein wie Bomben – es trifft Verwandte, Bekannte, gute Freunde. Man hofft immer, dass die Bombe am besten nirgends im Umfeld einschlägt und erst recht nicht in der eigenen Familie – bis die Bombe auch da mit voller Härte trifft, wie aus dem Nichts.</p>
<p>Und erst neulich wieder habe ich mitbekommen, wie die Mama eines guten Jugendfreundes, bei denen ich oft zu Gast war und viele Tage und Nächte verbracht habe, am bösartigen Hirntumor erkrankt sei. Sie geben ihr noch vier Wochen. Das tut weh! Mehr als das!</p>
<p>Ohne hysterisch zu werden, überzogenes Vertrauen in Pillen, Ernährungsformen oder &#8222;Esoterik&#8220; zu haben, fragt man sich in Anbetracht des &#8222;Bombenhagels&#8220; durchaus, wie man zumindest die Wahrscheinlichkeit erhöhen kann, daran nicht zu erkranken.</p>
<h2>Krebsprävention: Bekannte Faktoren</h2>
<p>Bekanntermaßen präventiv wirken folgende Faktoren:</p>
<ul>
<li>Bewegung – mittlerweile ist die <a href="https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/basis-informationen-krebs-allgemeine-informationen/sport-bei-krebs-so-wichtig-wie-.html">Rede von 20 bis 30 % Risikosenkung</a>.</li>
<li>Ernährung – freilich: <a href="https://www.sciencedaily.com/releases/2011/06/110609123334.htm">Phytochemikalien in Obst und Gemüse wirken dem Krebs entgegen</a> – gutes Fleisch liefert viel Zink und Co. (<a href="https://genetisches-maximum.de/zink/">Zink z. B. reguliert die Funktion des Tumorsuppressorproteins p53</a>).</li>
<li>Ausreichender Schlaf – häufig unterschätzt, aber Schlaf wirkt wie Medizin, etwa via <a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5412427/">Melatonin</a>.</li>
<li>Risikofaktoren meiden, etwa das <a href="https://www.cancercouncil.com.au/blog/there-are-16-cancers-that-can-be-caused-by-smoking/">Rauchen</a>, <a href="https://www.sciencedaily.com/releases/2018/06/180619141335.htm">Alkohol</a>, zu viel <a href="https://www.sciencedaily.com/releases/2017/01/170117105044.htm">Stress</a>.</li>
<li><a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2793341/">Sogar die frische Waldluft</a> kann potenziell ein Krebsschutz darstellen.</li>
</ul>
<p>All jene Faktoren haben Einfluss auf die Entstehung von Krebs, weil sie Einfluss auf die <em>Genexpression</em> haben – also, welche genetischen Programme an- oder abgeschaltet sind. Das kann auf Seiten des Körpers (der Verteidiger) oder auf Seiten des Tumors sein (der Angreifer).</p>
<p>Speziell was Genexpression angeht, sind die fettlöslichen Vitamine (A, D, E, K) von besonderer Bedeutung. Die beiden Vitamine D und A stechen hierbei heraus, da sie im Körper zu Hormonen werden, die ihren eigenen Kernrezeptor haben und somit direkt mit der DNA wechselwirken können. Der Vitamin-A- und der Vitamin-D-Rezeptor wirken dabei häufig gemeinsam, indem die Kernrezeptoren zusammen an die DNA binden:</p>
<figure id="attachment_11105" aria-describedby="caption-attachment-11105" style="width: 651px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-11105 size-full" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2018/09/776915-fig2-vit-d-and-receptor-complex.jpg" alt="" width="651" height="534" /><figcaption id="caption-attachment-11105" class="wp-caption-text"><em>Abbildung: Hormonwirkung am Beispiel von Calcitriol. Calcitriol bindet an einen Kernrezeptor, der wiederum mit dem Vitamin-A-Rezeptor wechselwirkt. Zusammen binden sie an der DNA und regulieren dort die Genexpression.</em></figcaption></figure>
<p><a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4010781/">Auf diese Weise reguliert Vitamin D beispielsweise mehr als 1000 Gene.</a> Es liegt die Vermutung nahe, dass Vitamin D hier maßgeblich auch Schutzproteine regulieren könnte. <a href="https://www.sciencedaily.com/releases/2009/02/090204172437.htm">Vor fast 10 Jahren etwa wurde herausgefunden</a>, dass Calcitriol, das Hormon das aus Vitamin D entsteht, dadurch das Wachstum von Brustkrebs hemmt. Eine Wirkung, auf die wir <a href="https://genetisches-maximum.de/vitamin-d/vitamin-d-laesst-tumor-schrumpfen/">in diesem Artikel</a> genauer eingingen.</p>
<figure style="width: 533px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/06/screenshot-www.ncbi_.nlm_.nih_.gov-2015-06-04-10-51-31.png" alt="" width="533" height="286" /><figcaption class="wp-caption-text"><em>Abbildung: Tumorregression (MCF-7: Brustkrebs) nach Behandlung mit Calcitriol bzw. Vitamin D </em></figcaption></figure>
<p>Zusätzlich gilt in diesem Zusammenhang, dass wir Deutschen sozusagen einen chronischen Vitamin-D-Mangel vorweisen:</p>
<blockquote><p>&#8230; weil die Deutschen es nachweislich noch nicht mal im Sommer schaffen, sich auf 100 Nanomol/L (= 40 ng/mL) zu heben, was ja nun wirklich kein überhoher Wert ist, im Gegenteil.</p></blockquote>
<p>(<a href="https://genetisches-maximum.de/vitamin-d/studien-vitamin-d/">Hier</a> geht&#8217;s zum entsprechenden Artikel)</p>
<p>Über Vitamin D wurde in den letzten Jahren viel geschrieben – und <a href="https://www.sciencedaily.com/releases/2018/06/180614101241.htm">Vitamin D wird immer wieder in Verbindung mit einem geringeren Erkrankungsrisiko gebracht</a>. Vernachlässigt wurde dabei, dass Vitamin A gleichermaßen zu einem Hormon wird im Körper, zur sogenannten Retinsäure. Diese <a href="https://genetisches-maximum.de/vitamine/vitamin-a-der-verkannte-stoffwechsel-beschleuniger/">Retinsäure steigt in Human-Studien mit zunehmender Vitamin-A-Dosis im Körper an</a>, heißt, die Retinsäure-Werte hängen davon ab, wie viel Vitamin A wir zu uns nehmen.</p>
<h2>Retinsäure bei der Krebsbehandlung</h2>
<p>Weniger bekannt ist die Tatsache, dass Retinsäure – in pharmakologischen Dosen verabreicht – schon sehr lange bei einer bestimmten Krebsform, der seltenen <em>Promyelozyten-Leukämie</em> eingesetzt wird. Im besten Journal überhaupt, <em>Nature</em>, <a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11704842">lässt sich lesen</a>:</p>
<blockquote><p>All <i>trans</i> retinoic acid (ATRA) is able to induce <strong>complete remission (CR) in almost all patients with acute promyelocytic leukemia (APL)</strong> through <i>in vivo</i> differentiation of APL blasts.</p></blockquote>
<p>Die Retinsäure, in pharmakologischen Dosen verabreicht, sorgt bei quasi allen Patienten, die daran erkranken für eine Remission.</p>
<p>Der Grund hierfür ist, dass Vitamin A bzw. die Retinsäure über einen der o. g. Kernrezeptoren das <a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3315372/">Schicksal vieler Zelle, insbesondere Stammzellen, bestimmt.</a></p>
<blockquote><p>Retinoids are ubiquitous signaling molecules that influence <strong>nearly every cell type, exert profound effects on development</strong>, and complement cancer chemotherapeutic regimens.</p></blockquote>
<p>Denn eine jede Zelle muss &#8222;erwachsen&#8220; werden und eine entsprechende Rolle im Organismus einnehmen. Hier hat Vitamin A fast wie keine andere Substanz seine Finger im Spiel. Ein Ziel einer Krebstherapie kann also sein, der Zelle zu helfen, ihre richtige Rolle im Organismus einzunehmen (&#8222;Zelldifferenzierung&#8220;).</p>
<h2>Die Vitamin-A-Versorgung der Population</h2>
<p>Natürlich sollten pharmakologische Dosen ob der Nebenwirkungen eigentlich nur als letzte Kugel in Betracht gezogen werden. Denn freilich bestimmen wir mit der Nahrung über eine Lebzeit betrachtet, wie viel Retinsäure in unserem Körper entsteht. Und hier darf die Frage gestellt werden, wie gut wir – Analog zu Vitamin D – mit Vitamin A versorgt sind.</p>
<p>Geht man mit Blick auf die Versorgung vom Decken des Tagesbedarfs aus, <a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21957049">ergibt sich folgendes Bild:</a></p>
<blockquote><p>We conclude that a safe vitamin A intake in general <strong>cannot be reached by consuming only one component (vitamin A or β-carotene) alone</strong>, <strong>even in Western countries where animal products are commonly available.</strong></p></blockquote>
<p>Der Tagesbedarf, der grundsätzlich etwas konservativer kalkuliert ist, kann selbst bei uns nicht alleine durch das Nutzen von tierischen Nahrungsmitteln gedeckt werden. Ein Grund hierfür ist, dass das Vitamin-A-haltigste Nahrungsmittel, die Leber, kaum noch konsumiert wird. Zeitgleich zeigt sich allerdings, <a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3139236/">dass ß-Carotin eine deutlich geringere Vitamin-A-Aktivität aufweist als viele Jahre angenommen</a>.</p>
<blockquote><p>In summary, a substantial part of the population will not be able to close the gap between the Recommended Nutrient Intake and the actual daily intake of preformed vitamin A <em>(from animal products)</em> by consuming the recommended dietary levels of 2–4 mg of <em>β</em>-carotene, <strong>if current intake levels of preformed vitamin A do not change.</strong></p></blockquote>
<p>Aus der Tatsache, dass der Anteil des &#8222;tierischen Vitamin A&#8220; in der generellen Ernährung derzeit zu niedrig ist, und die ß-Carotin-Zufuhr nicht ausreicht, folgt, dass selbst der empfohlene Vitamin-A-Tagesbedarf oft nicht erreicht wird. Dies liegt u. a. daran, dass speziell die Deutschen oft nicht mal 1 mg ß-Carotin pro Tag zuführen.</p>
<blockquote><p>Currently, <em>β</em>-carotene intake in Germany is below 1 mg/d for almost one-half of the population and 64.1% have intakes &lt;2 mg/d (see above).</p></blockquote>
<p>Als wichtiger Denkanstoß vielleicht noch: &#8222;Gesunde&#8220; Ernährungsformen, egal ob man sie Vegetarismus, noch krasser: Veganismus oder Steinzeit-Diät nennt, haben nicht selten die Eigenschaft, dafür zu sorgen, dass mehr Obst und Gemüse gegessen wird (gut, weil viel ß-Carotin) – zeitgleich wird aber häufig der Konsum von Nahrungsmitteln eingeschränkt, die zwar Vitamin-A-haltig sind, aber nicht selten als &#8222;weniger gesund&#8220; eingestuft werden. Zu nennen wären zum Beispiel verschiedene (Leber-)Wurstsorten, aber auch Eier oder fette Milchprodukte, wie Sahne, Käse, Butter und Co. Ergo: &#8222;Gesunde Ernährungsformen&#8220; sind oft nicht &#8222;gesund&#8220; mit Blick auf den Vitamin-A-Haushalt.</p>
<h2>Retinsäure bei der Krebsprävention</h2>
<p><a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4265016/">Eine Studie</a> greift die eben besprochenen Themen auf und schreibt in der Zusammenfassung (übersetzt):</p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8222;Retinsäure, die zur Klasse der chemischen Verbindungen namens <em>Retinoide</em> gehört, ist ein wichtiger Metabolit von Vitamin A. Es wird derzeit verstanden, dass Retinsäure eine wichtige Rolle bei der Zellentwicklung und -differenzierung sowie bei der Krebsbehandlung spielt. Retinsäure unterdrückt nachgewiesenermaßen Lungen-, Prostata-, Brust-, Eierstock-, Blasen-, Mund- und Hautkrebs.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Unsere Ergebnisse zeigen auch, dass niedrige Dosen und hohe Dosen von Retinsäure jeweils Zellzyklus-Stillstand und Apoptose (Zelltod) von Krebszellen herbeiführen können. Auch das zellzyklushemmende Protein p27 und der neue Zellzyklus-Regulator Cdk5 sind an den Wirkungen der Retinsäure beteiligt.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Diese Ergebnisse liefern neue Hinweise darauf, dass die molekularen Mechanismen der Retinsäure das Schicksal von Krebszellen kontrollieren können. Da hohe Dosen von Retinsäure zu Zytotoxizität führen können, <strong>wird sie wahrscheinlich am besten als mögliche Ergänzung in der täglichen Ernährung verwendet, um das Fortschreiten von Krebs zu verhindern oder zu unterdrücken</strong>.&#8220;</p>
<p>Hier wird mitgedacht: Wenn Retinsäure, höher oder sogar hochdosiert, dem Krebs entgegenwirkt, dann gibt uns das Hinweise darauf, dass dies auch bei niedrigeren Dosen der Fall sein könnte, <strong>vor allem mit Blick auf die Prävention</strong>, denn wir bewegen uns immer entlang eines Spektrums:</p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8222;Als Nährstoff kann Retinsäure entweder durch den täglichen Konsum von Pflanzen, Vitamin-A-haltigen Nahrungsmitteln einer ausgewogenen Ernährung oder durch Vitaminpräparate gewonnen werden. <strong>Unter normalen Umständen wirkt die Retinsäure im Körper präventiv gegen die Krebsentstehung</strong>.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Nach der Krebsentstehung wird die Retinsäure zu einem Angreifer von Krebszellen, der ihr Wachstum und ihre Teilung blockiert und auch ihre Differenzierung und ihren Tod über bestimmte Wege auslöst. Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass Retinsäure mit anderen wirksamen Krebstherapeutika gegen Krebsprogression zusammenarbeitet.&#8220;</p>
<p>Uns hier geht es in erster Linie um die Prävention. Was Retinsäure mit Blick auf den Krebs leisten kann, soll eine Auszugsliste der vielen Studien, die es da gibt, verdeutlichen:</p>
<ul>
<li><a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4265016/">Retinoic acid and cancer treatment</a></li>
<li class="content-title"><a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4387950/">Vitamin A, Cancer Treatment and Prevention: The New Role of Cellular Retinol Binding Proteins</a></li>
<li><a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17101211">Retinoic acid inhibits angiogenesis and tumor growth of thyroid cancer cells.</a></li>
<li class="content-title"><a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28375930">Retinoic Acid Receptor β: A Potential Therapeutic Target in Retinoic Acid Treatment of Endometrial Cancer.</a></li>
<li><a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21898109">Anti-tumor effects of all-trans retinoic acid are enhanced by genistein.</a></li>
<li><a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24720764">Retinoic acid reduces migration of human breast cancer cells: role of retinoic acid receptor beta.</a></li>
<li><a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27157616">All-trans retinoic acid targets gastric cancer stem cells and inhibits patient-derived gastric carcinoma tumor growth.</a></li>
<li><a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12907617">All-trans-retinoic acid eliminates immature myeloid cells from tumor-bearing mice and improves the effect of vaccination.</a></li>
<li><a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26035122">Retinoic Acid Reduces Stem Cell-Like Features in Pancreatic Cancer Cells.</a></li>
<li><a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11819850">The effect pathway of retinoic acid through regulation of retinoic acid receptor alpha in gastric cancer cells.</a></li>
<li><a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8720668">All-trans-retinoic acid inhibits growth of human pancreatic cancer cell lines.</a></li>
<li><a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12586626">Synergy between all-trans retinoic acid and tumor necrosis factor pathways in acute leukemia cells.</a></li>
<li><a href="http://clincancerres.aacrjournals.org/content/9/11/4052">All-trans-Retinoic Acid-induced Apoptosis in Human Medulloblastoma</a></li>
<li><a href="https://clinicalepigeneticsjournal.biomedcentral.com/articles/10.1186/s13148-018-0501-4">Retinoic acid-induced 2 (RAI2) is a novel tumor suppressor, and promoter region methylation of RAI2 is a poor prognostic marker in colorectal cancer</a></li>
<li><a href="https://link.springer.com/article/10.1007/BF01803787">The efficacy of 9-cis retinoic acid in experimental models of cancer</a></li>
<li id="article-title-1"><a href="http://www.jbc.org/content/early/2015/05/27/jbc.M115.638510">All-trans retinoic acid modulates the plasticity and inhibits the motility of breast cancer cells: role of NOTCH1 and TGFβ</a></li>
<li><a href="https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0182835">All-trans retinoic acid suppresses malignant characteristics of CD133-positive thyroid cancer stem cells and induces apoptosis</a></li>
</ul>
<h2>Fazit</h2>
<p>Es ist wichtig zu sehen, dass wir <strong>nicht sagen</strong>, dass Lebensmittel, die Vitamin A enthalten bzw. die daraus entstehende Retinsäure<strong> unter physiologischen Dosen Krebs heilen können</strong>. Vielmehr versuchen wir zu verdeutlichen, dass Vitamin A – wie Sport und Co. – ein essentieller, aber noch vernachlässigter Faktor bei der Krebsprävention sein <em>könnte</em>.</p>
<p>Nahe liegt es zum einen, weil Vitamin A bzw. die daraus entstehende Retinsäure ein Hormon ist, das extrem weitreichend und fundamental quasi alle Zelltypen im Körper beeinflusst. Zum anderen, weil die verschiedenen Retinsäuren in vielen Versuchen und Versuchsmodellen eine Anti-Krebs-Wirkung zeigen.</p>
<p>Vor dem Hintergrund, dass traditionelle Ernährungsformen, die typischerweise den Konsum von Vitamin A <a href="https://genetisches-maximum.de/vitamine/leber-b12-vitamina-kupfer-blutbildung-energie/">via Leber</a> fördern, zunehmend durch eine klassische &#8222;westliche Ernährungsweise&#8220; ersetzt werden, die in den meisten Fällen viel weniger Vitamin A enthält, sollte die Rolle des Vitamin A im menschlichen Körper hervorgehoben werden – vielleicht findet ja eine Art Rückbesinnung statt.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Kurzum: Wir brauchen wieder mehr Vitamin A in unserer Ernährung!</strong></p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/retinsaeure/vitamin-a-zur-krebspraevention-ein-kurzer-ueberblick/">Leber zur Krebsprävention? Ein kurzer Überblick</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Epigenetik: Vitamin A als neuer Genschalter?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 May 2016 20:19:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Retinsäure]]></category>
		<category><![CDATA[Genetik]]></category>
		<category><![CDATA[Retinol]]></category>
		<category><![CDATA[vitamin a]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>UPDATE am 27.08.20  Wie ich zufällig gesehen habe, wurde die Arbeit, die hier referenziert ist, zurückgenommen. In der Begründung steht: Es stellte sich heraus, dass der Erstautor absichtlich Daten und Analysen fabriziert und/oder gefälscht hatte, [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/retinsaeure/epigenetik-vitamin-a/">Epigenetik: Vitamin A als neuer Genschalter?</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #3366ff;"><strong>UPDATE am 27.08.20 </strong></span></p>
<p><span style="color: #3366ff;">Wie ich zufällig gesehen habe, wurde die Arbeit, die hier referenziert ist, zurückgenommen. <a href="https://molpharm.aspetjournals.org/content/97/2/61">In der Begründung</a> steht: <em>Es stellte sich heraus, dass der Erstautor absichtlich Daten und Analysen fabriziert und/oder gefälscht hatte, die in den Abbildungen 2A, 3D, 4A, 4F, 5B, 5E, 6B, 6C und in der Ergänzungsabbildung 2a sowie in dem Western-Blot-Bild in der Ergänzungsabbildung 2B dargestellt sind.</em></span></p>
<p><span style="color: #3366ff;">Sowas kommt leider vor. Die Inhalte des Artikels also bitte mit einem &#8222;grain of salt&#8220; verstehen ;-) </span></p>
<hr />
<p style="text-align: justify;">Die Frage des Jahrhunderts ist wohl: Wie viel Genaktivität haben wir durch Lifestyle-Modifikationen tatsächlich selbst in der Hand?</p>
<p style="text-align: justify;">Denn klar ist: Es gibt genetische Dispositionen. Ungünstige Gene und Gen-Kombinationen, die Risiken für bestimmte &#8211; uns hoffentlich nie widerfahrende &#8211; Ereignisse erhöht. Zumindest, wenn man mal im Themengebiet &#8222;Gesundheit vs. Krankheit&#8220; bleiben will.</p>
<p style="text-align: justify;">Es gibt sicher auch Gen-Kombinationen, die sich auf das Sportler-Leben auswirken. In anderen Worten: Wenn Papa und Mama Profisportler sind, hat das Kind vermutlich eher die Möglichkeit, selbst Profisportler zu werden &#8230; zumindest im Vergleich zu zwei Menschen, die am anderen Ende der Normalverteilung sitzen.</p>
<p style="text-align: justify;">Dann wissen wir alle, dass wir &#8211; wenn wir den Körper ordentlich nähren &#8211; alle eine bestimmte Körpergröße, eine bestimmte Gesichtsform &#8230; und so weiter erben. Hier scheint wenig machbar zu sein, zumindest für uns. Mit anderen Worten: Der Baum &#8211; das kann man ungefähr abschätzen &#8211; wird halt 10 Meter hoch, wenn man ihn ordentlich gießt.</p>
<p style="text-align: justify;">Wenn man den Organismus als Gesamt-Produkt seiner Genaktivität versteht, die er (zwar) durchaus selbst modulieren kann, dann könnte man auch davon ausgehen, dass Aspekte wie Zielsetzung, Wille, bestimmte Affinitäten auch &#8211; zumindest teilweise &#8211; genetischen Ursprungs sind. Und wenn nicht genetisch, dann &#8230; vielleicht epigenetisch?</p>
<p style="text-align: justify;">Neuerdings wissen wir alle, dass selbst die Parental-Generation direkten (epigenetischen) Einfluss auf die F1-, also Folge-Generation hat. Logisch scheint mir, dass es sich diesbezüglich vor allem um wichtige Schalter geht. Zum Beispiel den Organismus beeinträchtigende Umwelteinflüsse &#8211; das kann alles, zum Beispiel eine große Angst, ein großer Schockzustand sein.</p>
<p style="text-align: justify;">Und: Was ist am Ende wirklich &#8222;genetisch&#8220;, was &#8222;epigenetisch&#8220;, wo sind wir &#8222;frei&#8220;, wo &#8222;determiniert&#8220;? Nun gut.</p>
<p style="text-align: justify;">Forscher versuchen dem natürlich schon lange auf die Schliche zu kommen. Deshalb haben Genetiker u. a. Begriffe wie Vererbung definiert. Zum Beispiel: Vererbung im engeren Sinne vs. Vererbung im weiteren Sinne. Hierbei wird u. a. versucht, herauszufinden, welche Komponente tatsächlich eher deterministischer Natur ist. Das braucht man z. B. in der Tierzucht.</p>
<p style="text-align: justify;">Übrigens: Extrem spannend in diesem Zusammenhang ist, dass heute ja kaum mehr von reinem Darwinismus (also: Mutationen als Ursache für Evolution), sondern von Darwinismus in Verbindung mit Lamarckismus (also: Mutationen sind wichtig, aber sie sind nicht die einzige Ursache) gesprochen wird. <span id='easy-footnote-1-6668' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/retinsaeure/epigenetik-vitamin-a/#easy-footnote-bottom-1-6668' title='Diamandis, Phedias (2010): „On the origins of physicians: Darwinian or Lamarckian evolution?“. In: &lt;i&gt;Clinical Chemistry and Laboratory Medicine&lt;/i&gt;. 48 (10), DOI: 10.1515/cclm.2010.297.'><sup>1</sup></a></span></p>
<h2>Epigenetik studieren anhand des Energiestoffwechsels</h2>
<p style="text-align: justify;">Beim Energiestoffwechsel ist die Sache &#8211; zumindest für mich &#8211; klarer. Auch hier dürfte es genetische Dispositionen geben, die einfach eine &#8211; aus unserer modernen Sicht &#8211; bessere Startposition gewährleisten. Dazu hatte ich in einem <a href="https://genetisches-maximum.de/l-carnitin/carnitin-reguliert-deinen-stoffwechsel/">Carnitin-Artikel</a> einmal geschrieben, dass es &#8222;High-capacity-Mäuse&#8220; gibt, die einfach immer viel Carnitin bauen und immer einen gewissen Vorteil haben, gegenüber diesen &#8222;Low-capacity-Mäusen&#8220;, die halt schneller metabolisch krank werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Energiestoffwechsel ist hochinteressant. Denn dort kann man rasch sehen, was Leben-in-die-eigene-Hand-nehmen eigentlich bedeutet. Wer das <a href="https://genetisches-maximum.de/ueber-edubily/das-handbuch-wird-modern/">Handbuch</a> gelesen hat, braucht darüber keine Sekunde mehr nachzudenken. PGC-1alpha durch irgendeinen Umwelteinfluss anschalten und &#8230; die ganze Welt ändert sich für dieses Tier.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir müssen lernen, auch das hatte ich einmal versucht klarzumachen, dass es gewisse Umweltereignisse gibt, die in unserem Körper als Anknipser fungieren, gewisse Schalter drücken. Ganz bekannt hierfür sind Omega-3-Fettsäuren, die bestimmte PPAR-Rezeptoren aktivieren. PPARalpha ist ein Subtyp, der dann entsprechend die Fettverbrennung in der Leber anheizt.</p>
<p style="text-align: justify;">Wer es noch nicht gemerkt hat: Die edubily-Leser praktizieren alle dieses &#8222;gene expression modifying&#8220;. Jeder, der aus Grund XY damit beginnt, Taurin-Kapseln zu schlucken, tut das. Jeder, der ins Kraftstudio geht, tut das.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Gedanke an sich ist also nicht neu, ganz und gar nicht. Wir wollen das Thema nur präsenter und greifbarer machen, um gezielter und &#8211; für uns wissenschaftlicher &#8211; vorzugehen.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Vitamin A als &#8222;Gen-Schalter&#8220; in der Leber?</h2>
<p style="text-align: justify;">Ganz neu ist eine Arbeit, die den Vitamin-A-Stoffwechsel in der Leber untersuchte. Die Autoren wollten herausfinden, was Vitamin A (Retinol) mit dem Energiestoffwechsel der Leber zu tun hat. Dazu schreiben die Autoren:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Obwohl Retinsäure (Anm: Hormon, das aus Vitamin A gebildet wird) die Mitochondrien-Funktion im Muskel von Nagetieren verbessert, ist wenig bekannt über ebendiese Wirkung von Retinsäure auf die Leber, außerdem gibt es wenige Daten mit Blick auf die menschliche Leber.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Logisch erscheint, dass man hier ansetzt und mal forscht. Ergebnis:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Diese Studien (Anm: Es wurden mehrere Experimente durchgeführt.) zeigen, dass Retinsäure die Mitochondrien-Funktion und den Fettstoffwechsel reguliert. Außerdem zeigen diese Studien, dass eine steigende Retinsäure-Konzentration möglicherweise die mitochondriale Biogenese und die Fettsäure-Oxidation steigert, so, dass sich möglicherweise auch therapeutische Nutzen, mit Blick auf mitochondriale Dysfunktionen, daraus ergeben.</p>
<p style="text-align: justify;">(Vgl. <span id='easy-footnote-2-6668' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/retinsaeure/epigenetik-vitamin-a/#easy-footnote-bottom-2-6668' title='Tripathy, S.; Chapman, J. D.; Han, C. Y. u. a. (2016): „All-Trans-Retinoic Acid Enhances Mitochondrial Function in Models of Human Liver“. In: &lt;i&gt;Molecular Pharmacology&lt;/i&gt;. 89 (5), S. 560-574, DOI: 10.1124/mol.116.103697.'><sup>2</sup></a></span>)</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Vitamin A könnte also ein solcher Schalter sein. Ergibt auch Sinn, denn daraus wird immer noch ein Hormon gebildet. So, wie bei Vitamin D auch, wo wir die Wichtigkeit gerade entdeckt haben, wo sich ein <a href="https://genetisches-maximum.de/vitamin-d/vitamin-d-nachteile/">riesen Hype</a> aufgebaut hat. Für mich sind alle fettlöslichen Vitamine in gewisser Hinsicht wichtige Schalter. Doch dazu gibt es heute keine Infos mehr.</p>
<p style="text-align: justify;">Nun könnte ich mir vorstellen, dass der Deutsche mit seiner Sahne und Butter durchaus die 3000-IE-Marke für Vitamin A knackt. Alle, die das &#8211; aus welchen Gründen auch immer &#8211; nicht tun, könnten also Probleme bekommen. Vermutlich kaum spürbar, aber &#8230; na ja.</p>
<p style="text-align: justify;">Für die anderen gilt: 1-2 x pro Woche Leber oder alle drei Tage eine <a href="http://amzn.to/1WBCyIl" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">10.000er-Kapsel</a> einwerfen. Ich jedenfalls bin nach wie vor kein Freund von Butter und Sahne, zumindest mit Blick auf die Vitamin-A-Zufuhr &#8211; die Gründe haben wir hier schon oft besprochen. By the way: Wer einen Vorzeigestoffwechsel hat und &#8222;alles richtig macht&#8220;, der muss sich sicher nicht &#8222;die Butter vom Brot&#8220; (entsprechend: 10-30 g) nehmen lassen. :-)</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/retinsaeure/epigenetik-vitamin-a/">Epigenetik: Vitamin A als neuer Genschalter?</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Retinsäure und die dünnen Ausdauermäuse</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Jun 2014 11:23:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Retinsäure]]></category>
		<category><![CDATA[Retinol]]></category>
		<category><![CDATA[retinsäure]]></category>
		<category><![CDATA[vitamin a]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aus Retinol, dem richtigen Vitamin A, macht der Körper Retinsäure. Diese Retinsäure ist ein Hormon, was dafür verantwortlich ist, dass sehr profund Proteine hergestellt werden, die den kompletten Fettstoffwechsel steuern, sowohl in der Muskel- als [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Aus Retinol, dem richtigen Vitamin A, macht der Körper Retinsäure. Diese Retinsäure ist ein Hormon, was dafür verantwortlich ist, dass sehr profund Proteine hergestellt werden, die den kompletten Fettstoffwechsel steuern, sowohl in der Muskel- als auch in der Fettzelle. Das macht RA (<em>retinoic acid</em>) so gut, dass Forscher begeistert verlauten lassen: “RA may be a uniquely efficacious agent in the therapy and prevention of the metabolic syndrome” (zu deutsch: Retinsäure könnte ein einzigartiger Wirkstoff sein zur Therapie, sowie zur Prävention vom metabolischen Syndrom).</p>
<h2 style="text-align: justify;">Retinsäure und die Fettsäuren</h2>
<p style="text-align: justify;">Aus Retinol wird Retinsäure. Retinsäure bindet an zelluläre Rezeptoren, diese diffundieren in den Zellkern. Dort angekommen induziert dieser Retinsäure-Rezeptor-Komplex die Expression verschiedener Gene.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Und was ist da so wichtig?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Abnehmen leicht gemacht: Der Muskel sollte, wenn möglich, der Abnehmer für die im Überfluss vorhandenen Fettsäuren sein. Jetzt muss also die Kapazität zur Fettsäure-Oxidation (der biochemische Ausdruck für das Verbrennen bzw. Nutzen von Fettsäuren als Energiequelle) stimmen und/oder die Fähigkeit der Fettzellen, Fettsäuren in den Blutkreislauf abzugeben (genannt Lipolyse) erhöht werden.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Daraus folgt</strong>: Fettzellen leeren sich, Muskulatur oxidiert, wir haben weniger Heißhunger auf Kohlenhydrate, weil der Muskel ja jetzt Fett verbrennen kann.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kleines Schmankerl</strong>: Die Kapazität bezogen auf die Fettsäure-Oxidation im Muskel ist direkt verantwortlich für unseren sportlichen Erfolg. Zumindest, wenn es um die Ausdauer geht.</p>
<p style="text-align: justify;">Aber weiter …</p>
<p style="text-align: justify;">Daniel Berry und Noa Noy von der Universität in Cleveland, Ohio, verfütterten ihren Tieren viel Fett und viel Zucker. Eine Gruppe war dabei glücklich und erhielt zusätzlich Retinsäure.</p>
<p style="text-align: justify;">Wollen wir doch mal kurz die Ergebnisse anschauen und kommentieren:</p>
<p style="text-align: justify;"><img decoding="async" src="http://media.tumblr.com/fa865b2fb3cd2af125f3b05d816b236a/tumblr_inline_n470j8NkXp1sd0u5p.png" alt="image" /></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Abb. 1: Körpergewicht der mit Retinsäure gefütterten Mäuse nach 5 Wochen</em></p>
<p style="text-align: justify;">Nach 5 Wochen sehen wir, dass eine Gruppe dick ist (im Bild oben, rechts) und eine relativ weniger wiegt (+RA, links). Das ist erst einmal noch nicht soo beeindruckend.</p>
<p style="text-align: justify;"><img decoding="async" src="http://media.tumblr.com/840670840c03c481d18df1f076959498/tumblr_inline_n470uf8SFY1sd0u5p.png" alt="image" /></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Abb. 2: Nahrungsaufnahme in g pro kg Körpergewicht pro Tag</em></p>
<p style="text-align: justify;">Jetzt sehen wir das Erstaunliche: Die Retinsäure-Mäuse aßen fast ein Drittel mehr!</p>
<p style="text-align: justify;"><img decoding="async" src="http://media.tumblr.com/8bc78136788fb7c74fb3c1f060b625aa/tumblr_inline_n470xeMnPb1sd0u5p.png" alt="image" /></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Abb. 3: Veränderung verschiedener Körpergewebe nach 5 Wochen RA-Behandlung</em></p>
<p style="text-align: justify;">Klar ersichtlich wird auch: Die dicken Kontrollmäuse haben fast 150 % mehr Fettgewebe. Heißt auf den Menschen übertragen: 30 % anstatt 15 % Körperfett. Schafft so mancher Mensch kaum mit Diät!</p>
<p style="text-align: justify;">Wichtig und take-home: Beim metabolischen Syndrom ist ein wichtiger “Schalter” innerhalb der Zelle wenig aktiv, der <strong>auch</strong> verantwortlich ist für die oben benannten Erfolge. Gemeint ist <strong>PPARdelta</strong>.</p>
<h2 style="text-align: justify;">PPARdelta wird durch Retinsäure aktiviert!</h2>
<p style="text-align: justify;">Also dachte ich: Vielleicht aktiviert Retinsäure PPARdelta nicht nur in der Fett- sondern auch in der Muskelzelle &#8230;</p>
<p style="text-align: justify;">Und siehe da:</p>
<blockquote><p> ATRA treatment triggered a <strong>dose-dependent increase</strong> in the muscle mRNA expression levels of selected <strong>enzymes, transporters and transcription factors involved in fatty-acid oxidation</strong>, respiration, and thermogenesis namely: <strong>muscle-type carnitine palmitoyltransferase 1</strong>, acyl CoA oxidase 1, subunit II of cytochrome oxidase, <strong>uncoupling protein 3</strong>,<strong>peroxisome proliferator–activated receptor-</strong><strong>γ co-activator −1α and peroxisome proliferator–activated receptor-δ (PPARδ</strong><strong>).</strong> The treatment also resulted in the upregulation of the mRNA levels of acetyl-CoA carboxylase 2 (ACC2), a key regulatory enzyme for mitochondrial fatty-acid oxidation in muscle. Skeletal muscle protein levels of PPAR<strong>δ</strong> and retinoid X receptor <strong>γ</strong>, a partner for many nuclear receptors involved in lipid metabolism, were increased after ATRA treatment. <strong>Muscle lipid content was decreased.</strong></p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Wem das alles zu viel und zu viel Englisch war, dem übersetze ich das mal: Retinsäure verursacht einen dosisabhängigen Anstieg an sämtlichen, ja eigentlich allen wichtigen Enzymen, Proteinen und Strukturen, die an der Energiegewinnung aus Fettsäuren beteiligt sind. Und dann rutscht mal soeben raus, dass Retinsäure neben dem Carnitin-Transporter, auch noch UCP3 (<em>uncoupling protein</em>) und &#8211; jetzt kommt’s &#8211; PGC-1alpha hochreguliert. Da klingelt’s natürlich bei mir und hoffentlich bei jedem, der sich um seine Mitochondrien kümmern will. <strong>PGC-1alpha macht nämlich Mitochondrien …</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Jetzt denke ich natürlich wieder PPARdelta und der “<a href="http://www.plosbiology.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pbio.0020294">regulation of running endurance</a>&#8220; und weiß:<strong> Ausdauer ist essbar</strong>.</p>
<h3 style="text-align: justify;"><strong>Und welche Real-Life-Relevanz hat das? </strong></h3>
<p style="text-align: justify;">Schwierig zu sagen. Immer schwierig, wenn man in solche Gebiete vorstoßt.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich weiß eine Sache: Es gibt All-Trans-Retinsäure, aber auch andere Retinsäuren, als Medikament. Diese erhöhen die Retinsäure-Spiegel ganz dramatisch. Oft auch mit fatalen Nebenwirkungen.  Das wollen wir freilich nicht. Aber: <a href="https://genetisches-maximum.de/vitamine/vitamin-a-der-verkannte-stoffwechsel-beschleuniger/">Wir können uns deutlich mehr Retinsäure selbst machen</a>. Vielleicht nicht therapeutisch. Doch selbst wenn wir das Ganze nur ein bisschen in die richtige Richtung drücken würden: Kleinvieh &#8230; macht auch Mist.</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/retinsaeure/vitamin-als-retinol-retinsaure-und-die-dunnen-ausdauermause/">Retinsäure und die dünnen Ausdauermäuse</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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