<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Kohlenhydrate - Biochemie für dein genetisches Maximum</title>
	<atom:link href="https://genetisches-maximum.de/tag/kohlenhydrate/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://genetisches-maximum.de</link>
	<description>Der Blog von Chris Michalk &#38; Phil Böhm. Seit 2014.</description>
	<lastBuildDate>Sun, 05 Jan 2025 09:59:08 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2019/02/cropped-edubily-favicon-32x32.png</url>
	<title>Kohlenhydrate - Biochemie für dein genetisches Maximum</title>
	<link>https://genetisches-maximum.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Interview mit zyko – Über Low-Carb, Muskelaufbau &#038; Testosteron</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/ernaehrung/zyko-interview/</link>
					<comments>https://genetisches-maximum.de/ernaehrung/zyko-interview/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Phil Böhm]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Sep 2019 11:08:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[ketogene diät]]></category>
		<category><![CDATA[Kohlenhydrate]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://genetisches-maximum.de/?p=7352</guid>

					<description><![CDATA[<p>Vor einigen Jahren war zyko (oder Harry) eine Berühmtheit im deutschsprachigen Fitness- und Bodybuilding-Internet. Er war Moderator in den größten Bodybuilding-Foren. Jeder, der sich intensiv über Krafttraining und Muskelaufbau informierte, kannte seine Artikel und Beiträge. [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/ernaehrung/zyko-interview/">Interview mit zyko – Über Low-Carb, Muskelaufbau & Testosteron</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p id="vor-einigen-jahren-warst-du-im-deutschsprachigen-internet-eine-echte-beruehmtheit-niemand-der-sich-online-ueber-krafttrainig-und-muskelaufbau-informieren-wollte-ist-an-den-artikeln-und-beitraegen-die-du-unter-dem-pseudonym-zyko-geschrieben-hast-vorbei-gekommen-du-warst-moderator-in-den-groessten-bodybuilding-foren-in-den-letzten-jahren-ist-es-aber-still-um-dich-geworden-erzaehl-unseren-lesern-doch-bitte-etwas-ueber-deine-person-deinen-background-und-die-entwicklung-bis-heute" style="text-align: justify;">Vor einigen Jahren war <em>zyko</em> (oder <em>Harry</em>) eine Berühmtheit im deutschsprachigen Fitness- und Bodybuilding-Internet. Er war Moderator in den größten Bodybuilding-Foren. Jeder, der sich intensiv über Krafttraining und Muskelaufbau informierte, kannte seine Artikel und Beiträge.</p>
<p>Das Interview ist äußerst ausführlich geworden. Es ist sicher nicht nur für alte Weggefährten und Leser, die ihn bereits aus den Foren kennen, interessant. Um Verwirrung vorzubeugen sei gesagt, dass es nicht überall unserer Meinung und den Texten im edubily-Blog oder den Büchern entsprechen muss.</p>
<p>Dieses Interview führten wir bereits im Sommer 2016.</p>
<hr />
<h2 style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">Hallo Harry, erzähl&#8216; unseren Lesern doch bitte etwas über dich</span></h2>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Hallo und vielen Dank, dass ihr mich für dieses Interview eingeladen habt!</p>
<p>Ok, meine kürzestmögliche Biographie, für Leute die mich nicht kennen: Meine Laufbahn begann 1996. Damals wohnte ich direkt neben einem Fitnessstudio, dem göttlichen Life Line in Münchens Dachauerstraße (den Laden gibt es nicht mehr). Ich war ein dicklicher, fauler Jugendlicher und ich hab zunächst nicht verstanden, was am Krafttraining so toll sein soll, obwohl ich von zwei erfahrenen und sehr netten Bodybuildern eingewiesen wurde.</p>
<p>Unter uns, Kraftsport macht in kleinen Gruppen Spaß, aber nicht wegen des Sports, sondern weil es die seltsame Eigenschaft hat, Menschen zusammenzuschweißen. Da fließt Adrenalin, man verbrüdert sich, spornt sich an, hat einfach Spaß, wächst sportlich über sich hinaus.</p>
<p>Kraftsport als Alleingänger hat mir nie Spaß gemacht. Es ist ein monotoner Sport ohne hohen technischen Anspruch. Er erfordert jahrelange, eintönige, eiskalte Disziplin. Mir war bald klar: Da muss es eine Abkürzung geben! Schnelle Erfolge mit minimalem Investment &#8211; ein echter Faulpelz war ich eben.</p>
<p>Ich ging ins Internet und habe nach Fachliteratur gesucht. Ich hatte wohl ein angeborenes Talent, mir biologische Zusammenhänge intuitiv richtig zusammenzureimen und verschiedene Studien in einem gemeinsamen Kontext zu synthetisieren und daraus praktische Folgerungen zu schließen.</p>
<p>Was ich mir theoretisch angelesen habe, musste ich natürlich auch praktisch an mir ausprobieren. Ich begann, Krafttraining mehr als wissenschaftliches Selbstexperiment zu sehen und weniger als Sport. Das hat mir plötzlich Spaß gemacht! So kam es, dass aus mir eine eher selten vorkommende Mischung aus Theoretiker und Praktiker wurde.</p>
<p>Nach dem Abitur kam ich über die Biophysik zur Medizin. Inzwischen bin ich Mediziner kurz vor dem Staatsexamen und arbeite gerade an meiner Doktorarbeit (<em>Anm. das war im Sommer 2016</em>)- natürlich zum Thema Muskeln und der Genetik der Muskelmasse (in Mausmodellen).</p>
<p>Wenn ich fertig bin würde ich mich gerne fachlich in irgendeiner Weise auf Muskeln und Bewegungsapparat spezialisieren, vielleicht als Sportorthopäde oder Sportmediziner. Ich könnte mir aber auch eine Zukunft als Neurologe oder Psychiater vorstellen. Das Gehirn hat ja nur zwei Effektorgane: Drüsen und Muskeln, und Drüsen sind langweilig :) Ultimativ ist das Gehirn also (fast) alleine dazu da, die Muskulatur zu steuern. Alles andere, Gedächtnis, Bewusstsein, Gedanken, Gefühle, das was uns als Menschen ausmacht, das sind nur evolutionär entstandene Zwischenschritte, deren Nutzen rein in der Optimierung der Bewegung liegt.</p>
<blockquote><p>Es war sehr schön und belohnend, in der Kraftsportszene so anerkannt gewesen zu sein und sogar in die innersten Kreise aufgenommen zu werden.</p></blockquote>
<p>Meine Texte, Erfahrungsberichte und Anleitungen waren ehrlich und aufrichtig geschrieben und wissenschaftlich belegt &#8211; und vielleicht hatte ich das Glück, andere mitreißen und motivieren zu können. Was ich an Trainingsmethodik empfahl war jedenfalls nie da gewesen und vielleicht kontraintuitiv. Meine Texte wurden aber überraschend gut aufgenommen, fanden zahlreiche Anhänger, die meine Methoden ausprobiert und weiterentwickelt haben. Das hat mir wohl einen kleinen Ruhm in dieser Ecke des Internets beschert.</p>
<p>Meine kurze Zeit als Moderator und Szenekenner fand ich sehr bereichernd. Ich habe viele wertvolle Kontakte geknüpft, war auf Meetings, habe Seminare gehalten, hatte ein paar Klienten als Personal Trainer, von denen einer sogar relativ erfolgreich im Kraftdreikampf wurde – darauf bin ich heute noch stolz. Ich habe viele Freunde gefunden, mit denen ich auch heute in Kontakt stehe. Wir beide kennen uns ja auch aus der Zeit ;)</p>
<p>Nur irgendwann wurde es still um mich, das stimmt. Die Kraftsportwelt ist vom Sport mehr zum Kommerz verkommen, irgendwann ging es nur noch um Nahrungsergänzungen, immer wieder neue Wundermittel. Dagegen anreden wurde mit der Zeit müßig. Mein Interesse ist Wissenschaft und Sport, nicht Kommerz um zweifelhafte Wundermittel. Irgendwann war es Zeit, mich aus der Szene zurückzuziehen. Zumal auch meine damaligen Freunde abgewandert sind, etwa der Unfallchirurg, der unter dem Pseudonym <em>Kockie</em> unterwegs war, mein guter Freund und Arzt mit dem Pseudonym <em>Komplement</em>, der in Biomechaniker mit dem Spitznamen <em>Basti</em>, mein guter Freund und Physiker genannt <em>ilpadre</em>, oder der Sportwissenschaftler mit dem Nickname <em>flahexer</em>. Ohne Freunde war ich der untergehenden Szene schutzlos ausgeliefert, das ging einfach nicht mehr.</p>
</div>
<h2 id="ins-fitness-zu-gehen-ist-heute-hipp-die-fibo-platzt-aus-allen-naehten-und-natural-bodybuilder-werden-auf-youtube-abgefeiert-was-sagst-du-zum-fitness-boom-oder-der-community"><span style="font-size: x-large;">Was sagst du zum Fitness-Boom der letzten Jahre?</span></h2>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Ist doch großartig, dass die Leute Sport machen. Andererseits sehe ich die “Szene” als intellektuelles Kollektiv im Internet sehr kritisch. Gerade bei Kraftsportlern und Bodybuildern grassiert der Kommerz. In den Foren werden Nahrungsergänzungsmittel völlig unkritisch angepriesen. Zu meiner Zeit gehörte es zum guten Ton, von sinnlosen Supplements abzuraten. Da galt nur Creatin und vielleicht Proteinpulver als empfehlenswert, sonst nichts. Heute nehmen Sportler haarsträubende Substanzen in Massen.</p>
<p>Neben dem hirnlosen Kommerz stört mich die ungenierte Verbreitung von Fehlinformation durch diverse Gurus, die sich einen richtiggehenden Kultstatus aufbauen. Das sind meist Laien ohne fachlichen Background. Gary Taubes wäre ein solches Beispiel. Mit seinen Büchern hat er leider großen Erfolg und eine große Anhängerschaft &#8211; dabei sind seine Positionen absolut indiskutabel! Die meisten Trends der Szene sind fehlgeleitet, beispielsweise das beliebte Low-Carb oder das inzwischen glücklicherweise aus der Mode gekommene High Intensity Training oder Heavy Duty.</p>
<p>Als ich aktiv war, waren die anerkannten Größen in den Foren Wissenschaftler und Ärzte, also echte Experten, die nach bestem Wissen und Gewissen Ratschläge erteilten und viel Aufklärungsarbeit leisteten. Auch gegen Doping. Dieser Menschenschlag hat sich aufgrund der zunehmenden Verblödung der Szene inzwischen frustriert zurückgezogen &#8211; von den Größen aus meiner Generation ist niemand mehr in der Szene aktiv. Fachlich ausgebildete Experten findet man heutzutage leider kaum mehr, zumindest soweit ich weiß. Stattdessen sind Gurus nachgewachsen, die ohne Scham zusammengesponnene Fehlinformation verbreiten, um davon finanziell zu profitieren. Das ist eine sehr traurige Entwicklung. Leider verkaufen sich einfache, intuitiv einleuchtende Theorien viel besser als wissenschaftlich etabliertes Wissen, das kompliziert und schwer zugänglich sein kann &#8211; und oft auch ziemlich langweilig, weil es keine waghalsigen Versprechen machen kann.</p>
</div>
<h3 id="a-propos-low-carb-viele-glauben-ein-hoher-kohlenhydratanteil-in-der-ernaehrung-sei-der-grund-fuer-uebergewicht-und-die-ursache-vieler-krankheiten-in-unserer-gesellschaft-es-scheint-in-deutschland-mittlerweile-vollkommen-klar-dass-man-nur-mit-einer-kohlenhydratreduzierten-diaet-oder-komplett-ohne-kohlenhydrate-abnehmen-kann-wenn-wir-auf-edubily-gegenteiliges-argumentieren-oder-auf-moegliche-schwierigkeiten-bei-totalem-kohlenhydratverzicht-hinweisen-stossen-wir-teils-auf-heftigen-gegenwind-selbst-fuer-objektive-artikel-wurden-wir-sogar-schon-beleidigt-wie-siehst-du-das" class="sectionedit4" style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">A propos Low-Carb. Wenn wir auf <em>edubily</em> auch mal gegen Low-Carb argumentieren, stoßen wir teils auf heftigen Gegenwind. Wie siehst du das?</span></h3>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Schön, dass ihr gegen die Low-Carb-Trends argumentiert. Ich beteilige mich auch heute noch manchmal an solchen Diskussionen, und treffe oft auf offene Feindseligkeit, insbesondere wenn ich auf Fachliteratur oder Ernährungsempfehlungen der Fachgesellschaften verweise – als wären die Leute allergisch gegen Fakten. Daran sieht man nur, wie sehr die Low-Carb-Gemeinde ideologisch-religiös geprägt ist. Ich glaube, die Herausforderung bei Low-Carb ist, die Leute auf ihrem eigenen Wissensstand zu treffen und von dort aufbauend rational und wissenschaftlich zu argumentieren, ohne die menschliche und psychologische Komponente zu vernachlässigen. Autoren wie Bryan Haycock konnten das vortrefflich! Die meisten Low-Carber haben ja grundsätzlich zutreffendes Grundwissen, z. B. zur Insulinwirkung. Es fehlt aber an den Details und vor allem an der Richtigkeit der Schlussfolgerungen.</p>
<p>Will man gegen Trends wie Low-Carb Publicity betreiben, muss man eine engelsgleiche Geduld haben, bei Anfeindungen betont freundlich bleiben und unermüdlich und wissenschaftlich astrein argumentieren. Die Low-Carber überprüfen nämlich jedes noch so nebensächliche Argument gegen ihre Ideologie, da muss man gut aufpassen, dass man seine Glaubwürdigkeit nicht verspielt. Soviel Sitzfleisch habe ich persönlich nicht. Zumal es wenig Zeit kostet, intellektuell einfache Trends nachzuplappern, aber es kostet extrem viel Zeit, korrekt anhand von Fachliteratur dagegen anzuargumentieren. Das heißt, Gurus sind vom Arbeitsaufwand her ganz klar im Vorteil.</p>
<p>Ich glaube, es liegt großes marktwirtschaftliches Potential in einem Buch, das ausführlich und wissenschaftlich überkorrekt Trends wie Low-Carb behandelt, also deutlich widerlegt. Das müsste sich doch verkaufen wie warme Semmeln! Fast alle Bücher, die populärwissenschaftlich das Thema Ernährung aufgreifen und auf die Fitness-Szene als Zielgruppe zugeschnitten sind, sind grobfalsche Trendbücher, wie die von Gary Taubes, nur um beim obigen Beispiel zu bleiben.</p>
<p>Eine Ideologie wie Low-Carb ist ihren Anhängern aber auch &#8211; vielleicht sogar vor allem &#8211; als psychologische Stütze und als Bewältigungsmechanismus wichtig. Sie wollen an etwas verlässliches glauben können, wo die Wissenschaft doch so schnelllebig ist und scheinbar täglich ihre Position ändert, oder im Detail so verworren und kompliziert ist, dass man sie ohne jahrelanges Studium garnicht versteht. Da kommt ein einfaches und intuitiv richtig erscheinendes Set an Vorgaben gerade richtig. Hier muss ein Autor, der gegen die Trends argumentiert, eben auch menschliche Größe haben und die Psychologie hinter dem Kohlenhydrathass verstehen. Ich glaube aufrichtig daran, dass Aufklärung sich immer durchsetzt, wenn man sie richtig präsentiert.</p>
</div>
<h3 id="was-hast-du-genau-gegen-low-carb-oder-die-ketogene-diaet" class="sectionedit6" style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">Was hast du genau gegen Low-Carb oder die ketogene Diät?</span></h3>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Och, eine ganze Menge. Wo soll ich nur anfangen? :)</p>
<p>Also, es stimmt tatsächlich, dass man ganz ohne Kohlenhydrate unbegrenzt lange überleben kann. Ich sage ausdrücklich <em>überleben</em>, denn ein gutes Leben ist das nicht. Der Körper baut sein Muskelprotein ab um das Mindestmaß an Carbs selber herzustellen. Der Rest wird aus Fettsäuren geholt, aber Fettsäuren und Kohlenhydrate sind nicht beliebig austauschbar, diese zwei Moleküle haben grundverschiedene Funktionen.</p>
<blockquote><p>Der menschliche Körper ist biochemisch darauf ausgelegt, den Nähstoff Glucose vorrangig zu verarbeiten.</p></blockquote>
<p>Das kommt nicht von irgendwoher, denn Glucose ist verdammt wichtig! Nicht nur als Energieträger, sondern auch als struktureller Baustoff. Der Körper besteht zu großen Teilen aus Glucose, oder zumindest aus Molekülen, die teilweise oder gänzlich aus Glucose aufgebaut werden.</p>
<p>Also das wird jetzt sehr biochemisch, tut mir leid. Ich tu mein bestes um es zu erklären.</p>
<p>Betrachten wir folgendes Schaubild: <em class="u"><strong>&#8211; An dieser Stelle fehlt leider das angesprochene Schaubild &#8211;</strong></em></p>
<p>Darauf sieht man die verschiedenen Stoffwechselwege, die Glucose in einer Zelle eingehen kann, seies z.B. eine Muskelzelle. Sofort nach Eintritt in die Zelle wird Glucose zu Glucose-6-phosphat phosphoryliert. Davon ausgehend gibt es zunächst drei mögliche Stoffwechselwege: Pentosephosphatweg (links), Glycogensynthese (rechts) und Glycolyse (unten).</p>
<ol>
<li class="level1">
<div class="li">Vertikal nach unten geht es in die Glycolyse, wobei letztendlich Pyruvat entsteht, das in den Citratzyklus eingeht und dort zu Energie (ATP) gemacht wird. Aus dem Citratzyklus ausgehend entstehen viele Moleküle, die für anabole Biosynthesen wichtig sind. Aus dem Citratzyklus werden beispielsweise Aminosäuren, Fettsäuren und Häm (für Hämoglobin) abgezweigt. Man sieht aber auch von der Glycolyse ausgehend horizontale Seitenwege ausgehen.</div>
</li>
<li class="level1">
<div class="li">Beispielsweise von DHAP ausgehend die Glycerinsynthese. Glycerin ist das Grundgerüst, woraus Triacylglycerine und auch Phospholipide werden. Das ist wichtig für die Synthese der Zellmembranen. Jedes Molekül (Phospholipid) der Zellmembran besteht also aus einem Grundgerüst aus Glucose (Glycerin) und zwei Fettsäuren. Beim Muskelwachstum ist die Expansion der Membranoberfläche von großer Bedeutung, denn Muskelzellen haben eine riesige Membranoberfläche, insbesondere in den inneren Membransystemen.</div>
</li>
<li class="level1">
<div class="li">Zur Expansion der Membranoberfläche kommt ein weiterer Punkt hinzu: Dazu braucht man nicht nur Phospholipide und Proteine, beides teilweise aus Glucose hergestellt, sondern auch Cholesterin. Der stärkste Aktivator der Cholesterinsynthese ist nunmal Insulin und ein hoher Durchsatz durch die Glycolyse der Leber &#8211; und für die Cholesterinsynthese braucht man NADPH aus dem Pentosephosphatweg.</div>
</li>
<li class="level1">
<div class="li">Von 3-phosphoglycerat ausgehend geht nach rechts der Seitenweg der Serinbiosynthese aus. Die Serinbiosynthese ist extrem wichtig für Zellwachstum &#8211; und in vielen Krebsarten ist die Serinbiosynthese hyperaktiv. Aus Serin entsteht im weiteren Verlauf auch Glycin und Methionin, aber auch α-Ketoglutarat. α-Ketoglutarat hat sehr viele Funktionen im Stoffwechsel, aber eine wichtige ist die Anaplerose (Auffüllung) des Citratzyklus. Schnelles Wachstum ist kataplerotisch, also entleert den Citratzyklus. Um schnelles Wachstum aufrechtzuerhalten, muss der Citratzyklus ständig aufgefüllt werden, und zwar aus der Glycolyse (Pyruvat) und auch aus der Serinbiosynthese (α-Ketoglutarat).</div>
</li>
<li class="level1">
<div class="li">Vom Glucose-6-phosphat geht nach links der Pentosephosphatweg (PP-Weg) ab. Ultimativ entsteht daraus Ribose-5-phosphat, das für die Nucleotidsynthese zwingend von Bedeutung ist. Jedes Nucleotid hat ein Ribosemolekül als Anhängsel. DNA heißt Desoxy<strong>ribo</strong>nucleisäure, “ribo” für Ribose. Nucleinsäuren (DNA, RNA, mRNA, rRNA, tRNA, etc.) haben als Grundbausteine also Ribose, die aus Glucose gewonnen wird. Für Zellteilung, Zellwachstum und Regeneration ist Nucleotidsynthese nötig, wofür Glucose verwendet wird. Auch <strong>Ribo</strong>somen (wieder <strong>ribo</strong> für Ribose) bestehen zum größten Teil aus rRNA, also auch aus Ribose. Als weiteres Produkt des PP-Wegs entsteht NADPH, das als Reduktionsmittel für anabole Biosynthesen wichtig ist, beispielsweise für die Synthese von Cholesterin, Steroidhormonen oder Lipiden.</div>
</li>
<li class="level1">
<div class="li">Wieder von Glucose-6-phosphat ausgehend geht nach rechts die Glycogensynthese ab. Glycogen ist nicht nur als Energiereserve wichtig, sondern hat auch eine Funktion als Signalprotein. Bei mangelnden Glycogenvorräten ist die Proteinsynthese gehemmt.</div>
</li>
</ol>
<p>Würde man die Kohlenstoffatome der Glucose markieren, dann würde man sie in den meisten Molekülen des Körpers wiederfinden. Die Kohlenstoffatome der Nucleotide kommen indirekt über den Umweg nicht-essentieller Aminosäuren beispielsweise auch aus Glucose, aber auch viele C-Atome aller Proteine, Lipide und der Zellmembran kommen aus Glucose.</p>
<p>Von dem Aspekt der Regulation her betrachtet fährt die Zelle bei Wachstumsreiz (Training, Wachstumsfaktoren, etc.) sofort Glycolyse und alle Seitenwege der Glycolyse massiv hoch. Das braucht man zu wachsen einfach, mit Fett und Protein allein wird man nicht groß. Wenn die Glucose einfach fehlt, blockt ihre Abwesenheit alle wachstumsfördernden Regulationen und das System ist gleich ab dem Startpunkt gehemmt.</p>
<p>Fettsäuren sind ganz anders als Glucose. Aus ihnen kann man keine anabolen Biosynthesen machen. Man baut sie in andere Moleküle ein, wie etwa Phospholipide oder Triacylglycerine, aber das wars. Fettsäuren sind dichte Elektronenspeicher, und letztere geben sie in der Atmungskette ab um ATP herzustellen. Fettsäuren sind also primär Energieträger, keine strukturellen Substrate, sie können keine Kohlenstoffatome in anabole Biosynthesen abgeben (oder kaum).</p>
<p>Glucose ist nicht nur ein Energieträger, sondern vor allem auch der wichtigste strukturelle Baustoff des Körpers. Ein hoher Glucosedurchsatz ist notwendig für schnelles Wachstum, Zellteilung, RNA- und DNA-Synthese, ribosomale Biogenese, Proteinsynthese und Regeneration. Bei einer Low-Carb-Diät läuft das alles auf Sparflamme. Sportliche Leistung oder gar Muskelaufbau sind damit kaum vereinbar, außer man hat verdammt viel Geduld.</p>
<p>Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Geschwindigkeit, mit der man aus Glucose und Fettsäuren ATP herstellen kann. Fettsäuren sind sehr langsame Energieträger, die zwar einen quasi-ewigen Vorrat, aber nur geringe Energieflussraten (ATP-Umsatz pro Sekunde) bereitsteilen. Aus Glucose kann man sehr hohe Energieflussraten machen, über 100x höher als aus Fettsäuren. Und Glucose kann auch anaerob, also ohne Sauerstoff, zu ATP gemacht werden, während Fettsäuren immer auf Sauerstoff angewiesen sind. Kraftsport oder Sportarten mit hoher Energieflussrate benötigen imperativ Glucose!</p>
<p>Das heißt unterm Strich, rein was die Energiebereitstellung angeht: Fettsäuren sind sind die Grundlage der Leistung, die eiserne Reserve, die aber nur sehr langsame Energie liefert. Für hohe Energieflussraten muss man Fettsäuren und Glucose gleichzeitig verbrennen, wobei Glucose für Leistungsspitzen hohe und höchste Energieflussraten gedacht ist. Ultimativ ist immer Glucose der limitierende Faktor. Wenn Glucose aufgebracht ist äußert sich das im Hungerast, z.B. bei Ausdauersportlern. Man hat nur noch Fettsäuren und bewegt sich bestenfalls in Zeitlupe.</p>
<p>Und genau das habe ich gegen die Low-Carb-Theorie. Sie widerspricht ganz klar der Biochemie! Ohne Kohlenhydrate kann man auf Sparflamme überleben, aber richtigen Sport, Muskelwachstum, Zellteilung, Regeneration, hohe Proteinsyntheseraten, das alles bekommt man damit nicht hin. Bestenfalls kann man Sportarten mit sehr sehr geringer Energieflussrate ausführen, etwa langsames Ultra-Ausdauerlaufen.</p>
</div>
<h2 id="auch-in-unserem-forum-lassen-sich-viele-negativen-erfahrungsberichte-nach-einer-kohlenhydrat-reduzierten-ernaehrung-nachlesen-was-ist-fuer-dich-die-bessere-alternative-wie-sieht-fuer-dich-eine-gesunde-ernaehrung-aus" class="sectionedit7" style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">Wie sieht für dich eine gesunde Ernährung aus?</span></h2>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Oh, das ist eine große Frage :)</p>
<p>Ich würde mich an die Empfehlungen der großen Fachgesellschaften halten. Das amerikanisch-kanadische <em>Institute of Medicine (IOM)</em> hat meiner Meinung nach die am besten fundierten Guidelines veröffentlicht, und zwar für alle Alterklassen, beide Geschlechter, Schwangere und Stillende.</p>
<p>Das IOM hat 2002 den umgangssprachlich sogenannten <em>Macronutrient Report</em> veröffentlicht, der mit vollem Namen <a class="urlextern" title="https://www.nationalacademies.org/hmd/Reports/2002/Dietary-Reference-Intakes-for-Energy-Carbohydrate-Fiber-Fat-Fatty-Acids-Cholesterol-Protein-and-Amino-Acids.aspx" href="https://www.nationalacademies.org/hmd/Reports/2002/Dietary-Reference-Intakes-for-Energy-Carbohydrate-Fiber-Fat-Fatty-Acids-Cholesterol-Protein-and-Amino-Acids.aspx" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">&#8222;Dietary Reference Intakes for Energy, Carbohydrate, Fiber, Fat, Fatty Acids, Cholesterol, Protein, and Amino Acids&#8220;</a> heißt. Den über 1300 Seiten umfassenden Report kann man kostenlos downloaden. Der Macronutrient Report basiert historisch auf früheren Empfehlungen des <em>National Research Councils</em> von 1974, 1980 und 1989. Im Macronutrient Report steckt damit eine beachtliche wissenschaftliche und statistische Basis.</p>
<p>Der Macronutrient Report empfiehlt folgende Makronährstoffverhältnisse (als prozentualer Anteil der Gesamt-Energieaufnahme):</p>
<ul>
<li class="level1">
<div class="li">Kohlenhydrate: 45-65 %. Die physiologisch erforderliche Mindestaufnahme wurde mit 130 g pro Tag bewertet. Das entspricht dem Bedarf der obligaten Glucoseverbraucher wie Nervensystem und rote Blutkörperchen. Das ist auch die Menge, die bei einer kohlenhydratfreien Ernährung aus Gluconeogenese gebildet würde.</div>
</li>
<li class="level1">
<div class="li">Protein: 10-35 %. Der Proteinbedarf, der für 97,5 % der Bevölkerung ausreichend ist, wurde mit 0,8 g pro kg Körpergewicht bewertet, auch für Sportler. Die Obergrenze liegt aber weitaus höher, so dass auch fanatische Bodybuilder mit dem Macronutrient Report glücklich sein sollten. Es ist auch erwähnenswert, dass bei kohlenhydratarmer Ernährung eine Mindestmenge von 100 g Protein pro Tag empfohlen wird, da Aminosäuren im Stoffwechsel teilweise in Glucose überführbar sind und einen Glucosemangel auf zellulärer Ebene teilweise ausgleichen können.</div>
</li>
<li class="level1">
<div class="li">Fette: 20-35 %. Eine erforderliche Mindestmenge für alle Fette als Gesamtgruppe wurde, anders als bei Carbs und Protein, nicht festgelegt. Lediglich für Omega-6- (17 g/Tag für Männer) und Omega-3-Fettsäuren (1,6 g/Tag für Männer) gibt es Mindestempfehlungen. Alle anderen Fettsäuren und Cholesterin haben einen Mindestbedarf von Null. Es ist bemerkenswert, dass Männer theoretisch mit nur 18,6 g Fettaufnahme pro Tag einen Fettsäurenmangel vermeiden können &#8211; Frauen brauchen sogar noch weniger. Dennoch sollte man sich für eine optimale Gesundheit an die mindestens empfohlenen 20% für alle Fette allgemein halten, das wären z.B. rund 66 g/Tag bei 3000 kcal Energieaufnahme.</div>
</li>
<li class="level1">
<div class="li">Die Aufnahme an Ballaststoffen wurde mit 14 g pro 1000 aufgenommene kcal beziffert, oder vereinfacht 38 g für erwachsene Männer, 25 g für Frauen. Die Bedeutung von Ballaststoffen für die Gesundheit und Funktion des Körpers kann garnicht genug betont werden!</div>
</li>
</ul>
<p>Der Macronutrient Report gibt keine konkrete Vorgabe, was die tägliche Kalorienaufnahme betrifft. Er empfiehlt einerseits eine dem Energieverbrauch angemessene Energieaufnahme, andererseits eine Mindestmenge an körperlicher Bewegung, die täglich einer Stunde schnellem Gehen entspricht.</p>
<p>Neben dem Macronutrient Report gibt es beispielsweise auch die Empfehlungen der <a class="urlextern" title="https://www.dge.de/" href="https://www.dge.de/" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE)</a>, die ausführlich auf ihrer Website dargelegt sind. DGE und IOM geben sehr ähnliche Empfehlungen.</p>
<p>Es gibt keinen Grund, von den Empfehlungen der Fachgesellschaften abzuweichen. Diese sind Expertengremien, deren Mitglieder die Disziplin der Ernährungswissenschaften über Jahrzehnte selber weiterentwickelt und beforscht haben und für ihre Guidelines systematisch alle (!) Studien ausgewertet haben. Gurus abweichender Ernährungstheorien argumentieren oft mit einzelnen Studien, die den Empfehlungen der Fachgesellschaften scheinbar widersprechen. Beispielsweise führen Low-Carb- und Paleo-Gurus gerne Studien an, die aussagen, dass gesättigte Fettsäuren positive Gesundheitseffekte haben &#8211; der Macronutrient Report sagt genau das Gegenteil (genau wie alle anderen Fachgesellschaften). Diese Studien wurden vom IOM aber selbstverständlich auch gelesen und sind in die Bewertung eingegangen. Die Jungs und Mädels vom IOM sind schließlich nicht zu blöd, um PubMed zu benutzen. Einzelne derartige Studien reichen im Gesamtkontext nicht aus, um die Aussage zu ändern. Ein systematisches Review der gesamten Literatur (mit Qualitätsbewertung jeder einzelnen Studie) kommt klar zum Ergebnis, dass gesättigte Fettsäuren in der Ernährung minimiert werden sollten.</p>
<p>Die genauen Makronährstoffverhältnisse sind für den Erfolg einer Ernährungsform nicht entscheidend, da der Mensch über eine gewisse metabolische Flexibilität verfügt. Nur Extreme, die von Empfehlungen der Fachgesellschaften abweichen, würde ich vermeiden. Also kein Low-Carb (unter 45 % Carbs) oder Low-Fat (unter 20 % Fett).</p>
</div>
<h3 id="die-dge-wird-von-vielen-kritisch-betrachten-es-gibt-nicht-wenige-die-sie-fuer-volkskrankheiten-und-uebergewicht-verantwortlich-machen-was-laeuft-schief-in-deutschland" class="sectionedit8" style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) wird von vielen kritisch betrachten. Was läuft schief in Deutschland?</span></h3>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Die DGE ist von allen Fachgesellschaften zur Ernährung irgendwie die langweiligste ;) Ein bisschen konservativ, ein bisschen träge, und sie ignoriert falsche Ernährungstrends und Trenddiäten, worauf manche andere Fachgesellschaften explizit eingehen. Auch hat das IOM z. B. extra Spezialfragen wie die Ernährung von Sportlern und explizit an Hypertrophie interessierten Sportlern erörtert, während die DGE meines Wissens nach strikt daran festhält, dass alle Sportler in die allgemeinen Empfehlungen passen.</p>
<p>Viele verwechseln die DGE auch mit deutscher Durchschnittsernährung. Da macht es sich die DGE meiner Ansicht nach zu diplomatisch und bezieht nicht strikte Position, dass es einen himmelweiten Unterschied zwischen deutscher Durchschnittsernährung und guten Ernährungsempfehlungen gibt! Die DGE sollte irgendwo ganz oben auf ihrer Website in Fettschrift schreiben, dass die Deutschen sich richtig mies ernähren und mal die Ohren spitzen sollen :)</p>
<p>An den Empfehlungen der DGE kann ich eigentlich nur kritisieren, dass sie keine deutliche Position zum Energiebedarf beziehen. Die meisten Bewohner der ersten Welt essen zu viel, das ist Fakt und die DGE schreibt das sicherlich auch irgendwo in ihren Texten. Aber es fehlt eine Gleichung, wie das IOM sie in wenigen Worten formuliert, nämlich dass die Energieaufnahme angemessen zum Energieverbrauch sein soll <strong>und dass ein höherer Energieverbrauch (=Sport oder körperliche Arbeit) große gesundheitliche Vorteile hat</strong>. So schreibt das IOM, dass Menschen, die mehr als das 1,8-fache ihres Grundumsatzes als Gesamtumsatz pro Tag umsetzen (und sich angemessen ernähren), selten übergewichtig sind und erhebliche Gesundheitsvorteile aufweisen. Das ist ein wichtiges Statement! Das 1,8-fache des Grundumsatzes lässt sich etwa mit einer Stunde schwerem Kraftsport jeden Tag verbrennen.</p>
<p>Aber die DGE ist schon OK, so insgesamt. Ich halte mich dennoch lieber ans IOM, die haben extreme wissenschaftliche Arbeit investiert um ihre Empfehlungen richtig zu untermauern. Zwar sind die IOM-Empfehlungen wie gesagt ein über 1000-seitiges, dichtes, wissenschaftliches Konvolut und eher für Experten als für die Allgemeinheit, aber man kann im Leben nie alles haben.</p>
</div>
<h2 id="was-ist-mit-milch-und-getreide" class="sectionedit9" style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">Was ist mit Milch und Getreide?</span></h2>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Wer Milch nicht verträgt, sollte lactosefreie Milch probieren. Ganz auf Milch verzichten würde ich auf keinen Fall. Milch ist gesund, und die Qualität der Milch in Deutschland ist weltweit exzellent!</p>
<p>Was Getreide angeht: Ich kann das nicht wissenschaftlich untermauern, aber meine persönliche Erfahrung mit Getreideprodukten ist auch nicht besonders gut. Ich versuche, rein aus Erfahrung und ohne wissenschaftliche Theorie, auf Brot zu verzichten. Müsli esse ich gerne, aber rein mengenmäßig macht das nicht viel aus. Über Getreide sollte man wissen, dass die meisten Produkte weder genug Vitamine, noch genug Ballaststoffe pro Kilokalorie haben, um ihr Dasein zu rechtfertigen. Ich bin also kein Fan von Getreide. Wie gesagt, das ist kein wissenschaftliches Statement sondern meine persönliche Meinung. Fakt ist aber: Würde man sich nur von durchschnittlichen Getreideprodukten ernähren, wäre man in jeder Hinsicht mangelernährt.</p>
</div>
<h3 id="kommen-wir-zum-thema-abnehmen-wie-sieht-fuer-dich-die-ideale-diaet-zur-koerperfettreduktion-aus" class="sectionedit10" style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">Wie sieht für dich die ideale Diät zur Körperfettreduktion aus?</span></h3>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Kurze Antwort: Entsprechend den Empfehlungen der Fachgesellschaften, nur mit Kaloriendefizit von 500-1000 kcal pro Tag.</p>
<p>Lange Antwort: Das hauptsächliche Motiv bei den populärwissenschaftlichen Diätempfehlungen ist die Makronährstoffverteilung. Das ergibt sich schon aus den Bezeichnungen Low-Carb oder Low-Fat. Meiner Ansicht nach sind die Makronährstoffverhältnisse unwichtig für den Diäterfolg. Tatsächlich kann man mit beiden Extremen bestens abnehmen, darauf kommt es einfach nicht an. Wichtig ist in erster Linie, dass man die Ernährung langfristig aushält. <em>Compliance</em> ist zwingend erforderlich, die beste Diät hilft nichts, wenn man sich trotz aller Disziplin nicht daran halten kann. Man sollte Willenskraft als erschöpfliche Ressource ansehen und seine Ernährung so wählen, dass nicht übermäßig viel Willenskraft für die Einhaltung nötig ist.</p>
<blockquote><p>Sobald eine langfristige Durchführbarkeit gewährleistet ist, kommt es auf die Energiebilanz an, also auf das Kaloriendefizit. Das ist einfache Arithmetik. Ein Kilogramm Fettgewebe entspricht ungefähr einer Energiedichte von 7000 kcal. Der gewünschte Gewichtsverlust muss einfach in Form von Kalorien eingespart werden.</p></blockquote>
<p>Drittens muss eine gewisse körperliche Leistungsfähigkeit und ein hohes gesundheitliches Niveau sichergestellt sein. Dafür ist eine ausreichende Versorgung mit Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten nötig. Keiner der drei Makronährstoffe darf unter eine gewisse Grenze reduziert werden. Aber auch Ballaststoffe und Vitamine darf man nicht vernachlässigen. Aus diesem Grund sind extreme Ernährungsformen wie radikales Low-Carb oder Low-Fat nicht empfehlenswert. Auch in einer Diät sollten die von den Fachgesellschaften empfohlenen Makronährstoffverhältnisse ungefähr eingehalten werden.</p>
</div>
<h3 id="auf-was-achtest-du-bei-deiner-eigenen-ernaehrung-hast-du-bestimmte-nahrungsmittel-die-du-favorisierst" class="sectionedit11" style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">Auf was achtest du bei deiner eigenen Ernährung? Hast du bestimmte Nahrungsmittel die du favorisierst?</span></h3>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>So schwer es mir fällt, ich versuche keine “Fertiggerichte” zu essen, und dazu gehört für mich radial alles, was mehr als eine Zutat hat (außer Salz). Brot z. B., oder Fruchtjoghurt.</p>
<p>Ich achte darauf, dass ich auf die empfohlene Menge an Vitaminen und Ballaststoffen komme. Mir ist nach Selbstbeobachtung aufgefallen, dass mir im Durchschnitt Ballaststoffe und Vitamin C fehlen. Kalorien und Protein haben wir in der zivilisierten Welt ja zu Genüge, darüber muss man sich keine Sorgen machen. Aber ob die Nahrung auch pro Kalorie genug Vitamine und Ballaststoffe hat, das ist die Preisfrage!</p>
<p>Ich habe eine kleine Liste an Lebensmitteln, die extrem reich an diversen Vitaminen (inkl. C) und Ballaststoffen sind. Beispielsweise Beeren (Erdbeeren, Brombeeren, Himbeeren, Heidelbeeren) sind da ganz oben. Beeren haben über 1000% der IOM-Empfehlung an Ballaststoffen und sind wahre Vitaminbomben.</p>
<p>Sauerkraut hat viel Vitamin C und viele Ballaststoffe, und man kann es ganz einfach gleich kalt aus der Dose essen. Kiwis haben auch viel Vitamin C.</p>
<p>Was Fleisch, Milch und tierische Lebensmittel angeht sollte man wissen, dass sie Null Ballaststoffe haben, das heißt man muss sie an anderer Stelle mit ballaststoffhaltigen Lebensmitteln ausgleichen.</p>
<blockquote><p>Ich bin ein großer Freund von Leber. Rinderleber ist am wertvollsten. Die Leber hat als eine ihrer Funktionen die Speicherung von Vitaminen, entsprechend wertvoll ist Leber als Lebensmittel. Auch Eisen und Zink ist darin reichlich vorhanden.</p></blockquote>
<p>Der Knackpunkt ist nur, dass man Rinderleber richtig zubereiten muss, sonst schmeckt sie ziemlich schrecklich. Rezepte hat Tante Google zur Genüge ;)</p>
<p>Ein weiterer Geheimtip der bulgarischen Gewichtheber ist Gehirn &#8211; ja, Gehirn! Das stand früher regelmäßig auf deren Speiseplan! Aus Gründen von BSE sollte man von Rinderhirn Abstand halten, wobei jedes Hirn ein gewisses kleines Risiko birgt. Früher gab es in Bayern und Österreich beim Metzger noch Hirnsemmeln, wo es heute Leberkässemmeln gibt. In manchen Teilen der Welt gilt Schafshirn noch immer als Delikatesse, z. B. in Rumänien oder Israel. Es schmeckt tatsächlich garnicht schlecht. Hirn hat von allen Lebensmitteln den höchsten Gehalt an gesunden Fettsäuren (Omega-3 etc.) und es ist das cholesterinreichste Lebensmittel überhaupt, mit unglaublichen 3000 mg Cholesterin pro 100 g. Cholesterin ist für gesunde junge Sportler sehr gesund, da es wie gesagt für den Aufbau der Zellmembran wichtig ist. Cholesterin ist außerdem ein Wachstumsfaktor, der Muskelgewebe zum Wachstum anregt. Wer Hirn mal probieren will, sollte einen guten Metzger fragen und sich ein leckeres Rezept suchen. Meiner Meinung nach schmeckt es ganz passabel.</p>
</div>
<h3 id="ist-das-konzept-des-refeeds-deiner-meinung-nach-noch-aktuell-wie-stehst-du-zu-deinem-text-von-frueher" class="sectionedit12" style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">Ist das Konzept des Refeeds deiner Meinung nach noch aktuell? Wie stehst du zu deinem Text von früher?</span></h3>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<blockquote><p>Das Refeedkonzept ist meiner Meinung nach noch uneingeschränkt aktuell. Ich würde daran nichts revidieren.</p></blockquote>
<p>Ich freue mich natürlich, dass das Konzept so weitläufig aufgegriffen wurde.</p>
<p>Zusammenfassung: Energieaufnahme von 100-130 % des Gesamtumsatzes, Fette so weit es geht minimieren, Protein moderat, und jede Menge Kohlenhydrate. Ob man Fructose meiden soll oder nicht, darüber kann man sich streiten. Ich denke, diese Frage kann man in der Praxis vernachlässigen. Ein Refeed ist kein Cheat Day, man darf also keinesfalls einfach Junk Food oder Süßigkeiten schaufeln. Ganz im Gegenteil, ein Refeed ist very low fat &amp; very high carb, die Auswahl an Nahrungsmitteln ist also eher limitiert.</p>
</div>
<h2 id="gibt-es-eine-faustregel-wie-oft-man-einen-refeed-einlegen-sollte" class="sectionedit13" style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">Gibt es eine Faustregel, wie oft man einen Refeed einlegen sollte?</span></h2>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Gute Faustregel für den Anfang: Alle 7 Tage. Wenn man in der Diät sehr weit fortgeschritten ist und die Erfolge einschlafen, sollte man öfter refeeden, z. B. alle 4-5 Tage.</p>
</div>
<h3 id="welche-nahrungsmittel-eignen-sich-am-besten-fuer-einen-refeed" class="sectionedit14" style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">Welche Nahrungsmittel eignen sich am besten für einen Refeed?</span></h3>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Sehr Fettarme und kohlenhydratreiche Nahrungsmittel. Beispielsweise Kartoffeln und Nudeln.</p>
<p>Wenn ich refeede, gibt es immer eine riesige Portion Ofenkartoffeln mit fettarmem Fleisch. Ansonsten 1-2 Nudelgerichte mit fettarmer Sauce. Abends gönne ich mir immer einen riesigen Grießbrei mit fettarmer Milch. Über den Tag verteilt reichlich Obst.</p>
<h3 id="haben-groessere-proteinmengen-vorteile-wenn-ich-durch-hartes-krafttraining-viel-muskelmasse-in-kuerzester-zeit-aufbauen-moechte" class="sectionedit16" style="text-align: justify;">Haben größere Proteinmengen Vorteile, wenn ich durch hartes Krafttraining viel Muskelmasse in kürzester Zeit aufbauen möchte?</h3>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Ich denke nein. Viele Bodybuilder essen etwa 2 g/kg Körpergewicht Protein täglich, was meiner Meinung nach grenzwertig viel ist. Manche sind so durchgeknallt und essen 4 g/kg Körpergewicht Protein. Hilft das was? Sicherlich nicht. Rein biochemisch kann das nicht funktionieren. Erinnerung wir uns, was das wichtigste strukturelle Substrat des Muskelaufbaus ist; Glucose! Enorme Mengen Protein bringen <em>vielleicht</em> (und damit meine ich zweifelhaft) einen Vorteil, wenn man extrem viel Glucose isst.</p>
<p>Aber die Muskulatur ist ein sehr ökonomisches Organ. Sie hat, wenn trainiert, eine Wachstumsrateneffizienz bzw. Proteinretention von fast 50%. Kein anderes Organ des Körpers kann soviel exogenes Protein speichern. Das gilt aber nur bis zu einer gewissen Obergrenze der Aufnahme. Wo die liegt, weiß zur Zeit noch niemand, aber 2 g/kg KG könnte hinkommen, auch wenn es mir noch zu viel erscheint. Anekdote: In der meiner Jugend, als ich 30 kg Muskelmasse aufgebaut habe, hatte ich weder einen ausgeklügelten Ernährungsplan, noch Proteinsupplemente. Ich hab einfach milch- und fleischbetont nach Hunger gegessen.</p>
<blockquote><p>Ich würde den werdenden Bodybuildern von heute empfehlen, kohlenhydratbasiert zu essen, Milch und Fleisch nach belieben, und am ehesten gar nicht nachmessen, wie viel man genau gegessen hat.</p></blockquote>
<p>Die Frage ist doch die: Nehme ich zu? Ein Bodybuilder muss zunehmen. 0,5-1 kg pro Woche. Nimmt er nicht zu, egal ob Fett oder Muskel, isst er einfach nicht genug. Nimmt er zu, aber es handelt sich um Fett und nicht Muskeln, dann stimmt das Training nicht, oder die Ernährung ist zu fettbetont und es fehlen Carbs und Proteine, nimmt er sogar ab, dann isst er einfach viel zu wenig.</p>
<p>Also kurz gesagt: Ernährung so planen, dass man langsam zunimmt, und zwar nur Muskulatur, wobei ich kohlenhydratbasiert (und damit auch obstbasiert) und moderat milch- und proteinbasiert essen würde, das ganze eher fettarm.</p>
</div>
<h3 id="wie-wichtig-ist-der-shake-nach-dem-kraft-training-wie-sieht-die-optimale-peri-workout-nutrition-aus" class="sectionedit17" style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">Wie wichtig ist der Shake nach dem (Kraft-) Training? Wie sieht die optimale Peri-Workout-Nutrition aus?</span></h3>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Ich war einer der Vorreiter der Pre- und Postworkout Nutrition. Je 30 g Whey in Milch habe ich vor und nach dem Training empfohlen, nach dem Training mit 100 g Glucose. Inzwischen sehe ich das nicht mehr so wild. Altersmilde nennt man das wohl.</p>
<p>Whey ist zwar toll, aber normale Milch hat sich in Studien als ebenso wirksam erwiesen. Die Forscher, die damals das Whey als Postworkout-Nutrtion popularisiert haben (Ich denke da an die Gruppe um Stuart M. Phillips et al.), wurden von der Molkereiindustrie gesponsert.</p>
<p>Tatsache ist doch, dass es kein “anaboles Fenster” gibt, was Aminosäuren betrifft. Das anabole Fenster ist immer. Glaubst du, die Evolution ist so blöd, und gibt dir nur exakt 2 Stunden Zeit, um Protein nach einem Workout zu essen? Dann wärst du ausgestorben. Ich denke, das ist moderner Aberglaube. Was hingegen wahr ist, ist dass Muskulatur nach Training Glucose ohne Insulin aufsaugt wie ein Schwamm. In der Hinsicht gibt es wirklich ein anaboles Fenster.</p>
<p>Ich bin inzwischen strickt gegen Supplements, zumindest seit ich weiß, wie sie hergestellt werden, damit tut man sich mehr Schlechtes als Gutes. Ich empfehle vor dem Training ein großes Glas Milch (400-500 ml), optional mit leckerem Kakao, und natürlich etwas leicht verdauliches Obst, etwa Himbeeren. Nach dem Training dasselbe, aber mit zuckerreichem Obst wie Bananen. Kurz danach eine kleine Mahlzeit mit bis zu 30 g tierischem Protein und 100-200 g Carbs.</p>
<p>Nochmal zum Mitschreiben: Das ist alles kein Muss. Die Evolution hat den Menschen so gemacht, dass er sein Wachstumsbedürfnis auch zeitverzögert stillen kann. Ein paar Stunden nach dem Training ist das Gewebe nicht mehr aufnahmebereit wie ein Schwamm, aber das langfristige Muskelwachstum (über Monate) wird daran keinen Schaden nehmen.</p>
</div>
<h2 id="die-meisten-maenner-trainieren-im-fitness-studio-um-einen-sixpack-zu-bekommen-und-muskeln-aufzubauen-frauen-dagegen-wollen-ihren-koerper-straffen-und-legen-den-fokus-auf-bauch-beine-po-wenn-wir-ehrlich-sind-bleiben-bei-der-deutlichen-mehrheit-der-fitness-studio-besucher-die-fortschritte-aus-in-der-realitaet-trainieren-die-meisten-seit-jahren-und-es-tut-sich-ueberhaupt-nichts-was-machen-die-falsch" class="sectionedit18" style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">In der Realität trainieren die meisten Fitness-Studio-Besucher seit Jahren und es tut sich überhaupt nichts. Was machen die falsch?</span></h2>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Ja, in meinem Gym sehe ich 90 % der Mitglieder seit Jahren absolut unverändert. Was machen sie falsch?</p>
<p>Meine Beobachtung:</p>
<p>Wenn ich sie trainieren sehe, sehe ich erstens keine Grundübungen. Wenn überhaupt, dann machen sie unter 15 % des Trainings aus Grundübungen, aber halbherzig. Stattdessen sehe ich endlose Kurzhantelcurls, seit Jahren mit demselben Gewicht, endloses Geturne am Kabelturm oder an Geräten. Kurzhantelspielerei, Butterfly, Cable Cross-overs und Latziehen machen eben keinen Adonis.</p>
<p>Mit fällt auch auf, dass dieses Klientel am Ende des Trainings nicht komplett verschwitzt ist. Eigentlich garnicht. Ich würde wetten, sie haben keine Hornhaut an den Händen.</p>
<p>Das ist alles zu wenig Training. Kurzhantel- und Kabelturmspiele erzeugen keine Muskelspannung.</p>
<blockquote><p>Ich würde folgendes verschreiben, und das hat in der Vergangenheit Wunder gewirkt: 100% des Trainings (ja <strong>100 %</strong>) müssen Grundübungen sein, Dips, Klimmzüge, Knienbeugen, Kreuzheben, Shrugs, Military Press, Behind the Neck Push Press, Wadenheben.</p></blockquote>
<p>Das wars. Jeden Tag eine volle Stunde davon, 6-7 Tage die Woche. Wer nicht am Ende des Trainings komplett nassgeschwitzt ist, muss von vorne anfangen :)</p>
<p>Maschinen sind verboten (auch Multipressen und Beinpresse), und Kabeltürme sowieso. Prohibidado! Das liegt einfach daran, das diese Geräte innerlich federnde Elemente haben, die Spannungsspitzen in der Muskulatur verhindern. Aber Spannungsspitzen bauen Muskeln auf! Die einzige Maschine, ist die für mich unerlässlich ist, ist stehendes Wadenheben.</p>
<p>Zweites: Progressive Gewichtssteigerungen. Dieses Klientel trainiert seit Jahren mit denselben Gewichten. Wird langsam Zeit, dass der Widerstand steigt.</p>
<blockquote><p>Der Widerstand bzw. das Trainingsgewicht entspricht der Muskelspannung. Je mehr, desto mehr wächst der Muskel.</p></blockquote>
<p>Natürlich muss man sich langsam steigern, um sich nicht zu verletzen.</p>
<p>Ich persönlich habe nie für Geld Personal Training gegeben, meine “Kunden” waren alle Freunde und Bekannte und ich habe nie was verlangt, außer Disziplin. Aber ich habe die Leute so lange (sprichwörtlich) ausgepeitscht, bis sich im Spiegel was verändert hat. Die meisten haben mir dann Bücher von meiner Amazonwunschliste gekauft, das hat mich sehr gefreut &#8211; noch mehr freue ich mich, wenn ich von Weiterentwicklungen meines Trainings höre oder Bilder ehemaliger Probanden sehe. Einer meiner Jungs ist heute noch erfolgreich im Kraftdreikampf aktiv, das war ein halbes Hemd als wir angefangen haben ;)</p>
</div>
<h2 id="wie-sollten-sie-stattdessen-trainieren-gibt-es-ein-bestimmtes-system-das-du-empfehlen-kannst-ich-weiss-nicht-ob-du-noch-hinter-hst-stehst" class="sectionedit19" style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">Gibt es ein bestimmtes Trainings-System, das du empfehlen kannst?</span></h2>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Ich war früher bekannt dafür, dass ich das sogenannte <a class="urlextern" title="http://hypertrophyspecific.com/hst_index.html" href="http://hypertrophyspecific.com/hst_index.html" rel="nofollow">hypertrophy specific training (HST) von Bryan Haycock</a> (einem genialen Wissenschaftler) stark vereinfacht und um sogenanntes <strong>Clustertraining</strong> erweitert habe. Clustertraining ist ein Training ohne Sätze und Wiederholungen. Man muss nicht unbedingt mitzählen, wie viele Wiederholungen man gemacht hat. Ein Cluster ist einfach eine Serie von 1-3 sehr schweren Wiederholungen, die man vor der Erschöpfung abbricht und nach der man eine längere Pause macht. Im Optimalfall macht man das als Zirkeltraining, also mehrere Übungen bunt durcheinander. Cluster sind keine Sätze, also muss man sie nicht wirklich mitzählen. Man kann sich aber ein Gesamtziel setzen, z. B. kann ich heute 50 Klimmzüge machen. Wie genau ich das als Cluster anordne ist dabei völlig egal.</p>
<p>Der Witz am Clustertraining ist, dass ich es als <em>fatigue management</em> bezeichne. Man bekämpft Ermüdung, obwohl man relativ viel und schwer trainiert. Dafür macht man eben nur die ersten paar Wiederholungen einen Satzes und lässt den erschöpfenden Rest einfach weg. Der Mensch kann Muskelspannung nicht spüren, dafür gibt es weder Rezeptoren noch ein Hirnareal. Was er spǘren kann, ist die Erschöpfung, wenn die Muskelspannung schon reduziert ist. Viele Bodybuilder lieben dieses Gefühl und glauben, darin läge der Schlüssel zum Wachstum. Schwarzenegger war einer davon er schwärmte immer von “the buuuurn”.</p>
<blockquote><p>Das Radikale an <strong>Clustertraining</strong> ist, dass es die unspürbare Muskelspannung zum Wachstumsreiz erklärt, und damit radikal gegen das Establishment verstößt.</p></blockquote>
<p>Es ist aus der Forschung bekannt, dass die größten Muskelspannungen am Anfang eines Satzes eintreten, wenn der Muskel noch frisch ist und am meisten Kraft hat (Kraft = Spannung). Je stärker die Erschöpfung ist, desto geringer wird die Muskelspannung und Kraft. Das Gehirn hat eine eigebaut <em>protektive Inhibition</em>, die die Muskulatur vor katastrophalem Versagen schützt. Auch das absolute Muskelversagen am Ende eines harten Satzes ist protektive Inhibition. Der Muskel selber könnte noch locker weitermachen, aber das Gehirn bremst die Bewegung nach und nach auf Zeitlupe ab, um den Körper zu schützen. Findige Forscher haben Bodybuilder, die nach einem Satz mit Muskelversagen völlig ausgepowert waren, mit Elektroschocks stimuliert, und siehe da: Die Muskeln kontrahieren als wäre nichts gewesen. Die Schocks bypassen nunmal das Hirn, das die Quelle des Muskelversagens ist.</p>
<p>Clustertraining trickst das Gehirn sozusagen aus, es simuliert immer den Anfang eines Satzes, wo der Muskel noch zu hoher Spannung in der Lage ist. Schade, dass ich nicht unternehmerisch genug war, das System gut zu vermarkten, denn inzwischen gibt es diverse Cluster-Kopien wie Myoreps etc. :(</p>
</div>
<h3 id="hast-du-lieblings-uebungen-um-muskeln-aufzubauen-lass-mich-raten-die-kniebeuge-ist-ganz-weit-vorne-dabei" class="sectionedit20" style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">Hast du Lieblings-Übungen, um Muskeln aufzubauen? Etwa die Kniebeuge?</span></h3>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>War sie früher! Seit einem sehr schweren Rennradunfall ist mein rechter Quadrizeps gerissen und narbig verwachsen. Seitdem ist er schwach und instabil, so dass Kniebeugen keinen Spaß machen. Natürlich mach ich sie trotzdem, nur erfolgreich bin ich nicht.</p>
<p>Meine Beiden Lieblingsübungen sind Dips und Klimmzüge. Und zwar exzentrisch supramaximal. Das bedeutet, ich habe einen Dipgürtel, an dem ich mir ein Gewicht hänge, z.B. 50 kg. Mitsamt dem Gewicht kann ich weder einen Dip noch einen Klimmzug konzentrisch schaffen. Was ich nun mache: Ich springe mit Beineinsatz an einem Holzklotz hoch und lasse mich konzentriert in der exzentrischen Phase herunter, bis in die extreme Dehnung, die ich lange auskoste. Exzentrisch hat man wesentlich mehr Kraft und die Muskelspannung beträgt bis zu 190 % der konzentrischen Kraft. So grille ich mein Muskeln richtig durch. Natürlich im Clusterstyle, immer 2 oder 3 <em>Exccentrics</em> und dann was anderes, z.B. Kreuzheben, Military Press, sowas. Man kann mit einem vertrauenswürdigen Partner auch supramaximal exzentrische Kniebeugen machen.</p>
</div>
<h2 id="was-haeltst-du-von-cardio-training-bewusst-offen-gestellt" class="sectionedit21" style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">Deine Meinung zu klassischem Cardio-Training?</span></h2>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Ich war jahrelang Rennradfahrer und kenne das Flowgefühl dabei &#8211; aber unterm Strich: Gott wie langweilig!</p>
<p>Natürlich weiß ich, wie gesund Cardio ist, dass man es unbedingt machen sollte, usw. Aber gottverdammt, wie langweilig, ohne mich!</p>
<p>Eine andere Sache ist sowas wie Crossfit oder Strongman, bei denen Cardioelemente dabei sind. Das, könnte ich mir vorstellen, könnte Spaß machen.</p>
</div>
<h3 id="crossfit-ist-ein-weiterer-trend-der-die-fitness-welt-erobert-hat-ist-das-fluch-oder-segen" class="sectionedit22" style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">Crossfit ist ja ein weiterer Trend, der die Fitness-Welt erobert hat. Ist das Fluch oder Segen?</span></h3>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Fluch, Segen, wer weiß schon. Ich hab was gegen Crossfit, und zwar weil ich Gewichtheber bin und sehe, wie diese Idioten Olympic Lifts mit hohen Wiederholungen und miserabler Technik als Sätze zu 5-10 Wiederholungen ausführen. Das geht nicht, Olympic Lifts sind nicht dafür gemacht. Zu deren Glück werde ich Orthopäde ;)</p>
<p>Ansonsten finde ich die Idee, Kraftausdauer ins Extrem zu treiben und Athleten mit immer neue Challenges zu überraschen, garnicht so dumm, quasi wie Strongman, nur mit schönen Frauen. Geniale Idee.</p>
</div>
<h3 id="bleiben-die-erfolge-beim-training-aus-greifen-leider-unglaublich-viele-sportler-zu-medikamenten-mit-mittelchen-wie-testosteron-nachzuhelfen-tut-man-sich-wohl-keinen-gefallen-unten-kommt-eine-weitere-testo-frage" class="sectionedit23" style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">Bleiben die Erfolge beim Training aus, helfen viele Sportler mit Medikamenten nach. Tun sie sich da einen Gefallen?</span></h3>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Testosteron ist keine Lösung, lass mich einfach mal die Nebenwirkungen wiederholen: Erstens muss man enorm viel davon spritzen, damit die Muskulatur auch nur ein bisschen reagiert. Testosterons primäre Funktion ist nunmal nicht die Muskeln zu vergrößern. Jetzt mal unter uns, Stoffer stopfen sich alles rein, was sie in die Finger kriegen oder sich leisten können. 500 mg Testo, 500 mg Deca, 50 mg Dianabol. Das ist schon das 1000-fache der normalen Testosteronproduktion, und das ist noch keine extreme Kur.</p>
<p>Zweitens schädigt man bereits bei einer viel geringeren Dosis seine Arterien, steigert also ungemein sein Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfaälle, pAVK, Impotenz und vieles mehr.</p>
<blockquote><p>Drittens macht Testosteron impotent &#8211; das glaubt mir niemand, aber ich hab die Fachliteratur dazu.</p></blockquote>
<p>Das dauert ein paar Monate, aber die beide Releasing Hormone für Testo, LH und FSH, sind auch für die Potenz zuständig. Nach monatelangem Testosteronersatz sinken LH und FSH permanent auf Null, die Folge ist Hodenschrumpfung und in vielen Fällen entweder Impotenz, also die Unfähigkeit, eine ausreichende Erektion zu erlangen, oder aber andere Probleme am Penis. Berührungen fühlen sich nicht mehr gut oder erregend an, die Haut wird schnell wund, es kommt zu keinen positiven Gefühlen beim Geschlechtsverkehr. LH und FSH sind eben für mehr gut als oft gedacht wird.</p>
<p>Viertens geht der Cocktail aus hohem Testosteron (bzw. sein Metabolit DHT) und Estradiol auf die Prostata und verursacht dort ein starkes Wachstum. Möglicherweise auch das gefürchtete Prostatacarcinom.</p>
</div>
<h3 id="in-filmen-werden-muskeln-aufgesprueht-auf-den-covern-der-magazine-mit-photoshop-gearbeitet-bei-instagram-wird-mit-licht-und-filtern-gearbeitet-dazu-noch-die-natural-bodybuilder--werden-da-nicht-falsche-vorstellungen-vermittelt" class="sectionedit24" style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">Sind die Ursachen nicht häufig Foren, Social-Media andere Medien? Werden da falsche Vorstellungen geweckt?</span></h3>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Klar werden da falsche Vorstellungen geweckt. Ich sehe es eher als einen wechselseitigen Determinismus. Die Medien sind ein Spiegel unserer Kultur und zeigen uns dass, was wir ohnehin sehen wollen. Gleichzeitig werden wir von den Medien abgestumpft und geschmacklich beeinflusst. Das schaukelt sich immer weiter hoch bis alle Hollywoodschauspieler absolut perfektes Äußeres haben, alle Models nicht von dieser Welt sind usw.</p>
<p>Was du in den Massenmedien nie finden wirst, sind echte Emotionen, echte intellektuelle Auseinandersetzungen, echte, wertvolle Berichterstattung &#8211; das sind Vehikel für ihre übersinnlich schönen Werbemodels. Deswegen meide ich sie. Leider habe ich keine Lösung für das Gesamtproblem als solches.</p>
<p>Vielleicht es ein Trost, dass echte, normale Männer und Frauen, keine Models und nichtmal Sportler, einander anschauen und schön finden können.</p>
</div>
<h2 id="anschlussfragebei-edubily-schreiben-wir-viel-ueber-das-genetische-maximum--damit-moechten-wir-auch-klar-machen-dass-es-persoenliche-grenzen-gibt-die-man-akzeptieren-muss-ein-guter-triathlet-wird-zum-beispiel-nie-im-leben-ein-erfolgreicher-bodybuilder-werden-koennen-dazu-haette-er-sich-andere-eltern-aussuchen-muessen-welche-rolle-spielt-deiner-meinung-nach-unsere-genetik" class="sectionedit25" style="text-align: justify;"><span style="font-size: x-large;">Welche Rolle spielt deiner Meinung nach unsere Genetik?</span></h2>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Dies unter anderm ist die Frage meiner Doktorarbeit und leider kann ich das nicht in unter 30 Seiten zusammenfassen ;) Ein genetisch für Ausdauersport geborener Mensch kann durchaus ein guter Kraftsportler werden &#8211; und andersrum. Der Mensch ist sehr anpassungsfähig. Aber die absoluten Champions arbeiten nie gegen ihre Genetik. Die sind aus den Besten der Besten selektiert.</p>
<blockquote><p>Vielleicht ist es beruhigend zu wissen, dass du mit 99 % Wahrscheinlichkeit die Genetik hast, um in jedem Sport, der dir Spaß macht, zumindest gut zu werden. Willst du der Beste der Besten werden, brauchst außer dem Glück der Genetik noch das Glück der spezifischen Entdeckung und Förderung, und das ist ein viel größeres Glück, glaube ich.</p></blockquote>
</div>
<h2 id="maenner-haben-dagegen-vielmals-mit-niedrigen-testosteron-werten-zu-kaempfen-viele-maenner-und-deren-aerzte-scheuen-sich-nicht-mit-exogenen-hormonen-nachzuhelfen-eine-gute-idee" class="sectionedit26" style="text-align: justify;">Was rätst du Männern die über niedrige Testosteron-Werte klagen?</h2>
<div class="level2" style="text-align: justify;">
<p>Niedriges Testo muss nichts schlimmes heißen. Erst, wenn typische Mangelsymptome dazukommen (Impotenz, Libidoverlust, Depression) und der Wert unter der Referenz liegt, gilt es eine Ersatztherapie zu <em>besprechen</em> (nicht zu beginnen).</p>
<p>Das Problem am Testosteron aus der Spritze ist, dass es kein echter Ersatz für echtes Testo ist. Echtes Testo wird circadian ausgeschüttet, morgens mehrere pulsatile, kurze aber hohe Stöße, abends weniger. Dieses pulsatile, circadiane Ausschüttungsmuster ist für die Wirkung wichtig.</p>
<p>Das Testo aus der Spritze wirkt etwa 2-3 Wochen, bleibt eine Woche lang supraphysiologisch (und aromatisiert stark zu Estradiol), sinkt dann auf subphysiologische Werte. Gleichzeitig hemmt es FH und FSH, zwei Hormone, die wie oben besprochen vielfältige Wirkungen haben. Es hat weder circadiane noch pulsatile Wirkung und verursacht dadurch eine Testosteronresistenz. Deswegen haben viele Patienten die Erfahrung gemacht, dass Testo aus der Spritze höhere Dösen benötigt.</p>
<p>Sport im Allgemeinen und Kraftsport im Besonderen senkt den Testosteronspiegel, sogar bis auf subphysiologische Werte, weil die Androgenrezeptorendichte stark ansteigt und sich die Mehrheit des Testosterons im Zellinneren &#8211; da wo der Rezeptor an der DNA ist &#8211; und nicht im Blut aufhält.</p>
<p>Also nochmal zum Thema ärztlicher Ersatztherapie: Sie erfordert mehrere Messungen zwischen 6 und 8 Uhr morgens, der Sportler muss man eine Sportpause machen, eine Untersuchung der Hoden ist Pflicht und ein tiefgründiges Gespräch über Risiken und Nebenwirkungen ist nötig. Und ohne Symptome eines Testosteronmangels (Impotenz, Libidoverlust, Depression) darf es keine Ersatztherapie geben, und sei der Wert auch noch so niedrig.</p>
</div>
<h3 id="welche-faktoren-haben-neben-ernaehrung-und-training-den-groesstes-einfluss-auf-unsere-gesundheit-und-koerperzusammensetzung" class="sectionedit28" style="text-align: justify;">Welche Faktoren haben neben Ernährung und Training den größtes Einfluss auf unsere Gesundheit und Körperzusammensetzung?</h3>
<div class="level2">
<p>Ich würde immer bei den absoluten Basics anfangen: Kann ich gesund, vollständig und glücklich sein, wenn die absoluten Elemente meines Daseins nicht stimmen? Ich denke an Familie, bedeutsame soziale Beziehungen, selbstbestimmte Lebensführung, sinnstiftende Arbeit. Da, ganz ganz am Anfang, würd ich anfangen, bei der Maslow&#8217;schen Bedürfnispyramide. Oder das was man über längere Zeiträume “Lifestyle” nennt, was aber unendlich viele ganz elementare Dinge meint. Das ist bestimmt nicht, was du hören wolltest, aber das ist der größte Einfluss auf die Gesundheit.</p>
<p style="text-align: justify;">Echte Mediziner sind allen Unkenrufen zum Trotz eben tatsächlich auf ganzheitliche körperliche und psychosoziale Medizin trainiert.</p>
</div>
</div><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/ernaehrung/zyko-interview/">Interview mit zyko – Über Low-Carb, Muskelaufbau & Testosteron</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://genetisches-maximum.de/ernaehrung/zyko-interview/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>26</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Kalorienbilanz ist entscheidend &#8211; Über No-Carb und Yes-Carb</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/ketogen/kalorienbilanz-entscheidend/</link>
					<comments>https://genetisches-maximum.de/ketogen/kalorienbilanz-entscheidend/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Nov 2017 13:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ketogen]]></category>
		<category><![CDATA[fettleber]]></category>
		<category><![CDATA[ketogene diät]]></category>
		<category><![CDATA[Kohlenhydrate]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://genetisches-maximum.de/?p=9790</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wie entscheidend ist die Kalorienbilanz? Manchmal, so scheint es mir, werden gewisse Sachverhalte im Internet entweder absichtlich oder aus purer Unwissenheit falsch dargestellt oder beschrieben. Das betrifft vor allem bereits klar definierte Sachverhalte, also solche, [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/ketogen/kalorienbilanz-entscheidend/">Die Kalorienbilanz ist entscheidend – Über No-Carb und Yes-Carb</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie entscheidend ist die Kalorienbilanz?</p>
<p>Manchmal, so scheint es mir, werden gewisse Sachverhalte im Internet entweder absichtlich oder aus purer Unwissenheit falsch dargestellt oder beschrieben. Das betrifft vor allem bereits klar definierte Sachverhalte, also solche, über die man sich ganz bestimmt nicht mehr zu streiten braucht.</p>
<p>Unsere Leser lesen ja mit &#8212; im Internet. Manche von ihnen schicken mir dann Texte. Ganz besonders interessant finde ich es, wenn Artikel in Ärztezeitungen erscheinen, die sich inhaltlich mit unseren Texten hier decken.</p>
<h3>Kohlenhydrat-Diät heilt Diabetes</h3>
<p>Hier mal eine ganz nette Geschichte:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;">Die Therapeuten einer adipösen 69-Jährigen mit Typ-2-Diabetes und 30 Jahren Krankheitsgeschichte waren mit ihrem Latein am Ende. Nach 24 Jahren Insulintherapie konnten auch höchste Dosen des Hormons plus ein DPP4-Hemmer ihren Blutzucker nicht mehr ausreichend senken: Ihr HbA1c lag bei 10 Prozent und war seit Jahren stark erhöht.</p>
<p style="text-align: left;">Gängige Maßnahmen gegen Insulinresistenz wie mehr Bewegung, Gewichtsabnahme oder Metformin (Niereninsuffizienz!) schieden aus, berichtete der Diabetesberater Mario Althaus von den Kliniken Essen-Mitte bei der DDG-Herbsttagung. Eine stationäre Therapie mit Insulin-Perfusor schien die Ultima Ratio. Da stießen die Therapeuten auf die 1902 von Carl von Noorden entwickelte Haferkur. Die mehrtägige Kost nur mit Kohlenhydraten hatte sich bereits 2006 als sicher und wirksam gegen Insulinresistenz erwiesen (<a href="https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/s-2006-943783" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Diabetologie und Stoffwechsel 2006; 1: A58</a>).</p>
<p style="text-align: left;">Allerdings: Drei Tage nur Haferschleim sei heute unzumutbar, praktikabel hingegen eine Diät mit ausschließlich Kohlenhydraten in Brot, Nudeln, Reis, Gemüse und Obst, so Althaus. Dies war bei der Frau überraschend erfolgreich, wie er anhand ihres Diabetestagebuchs belegte: Am Tag vor der Diät lagen die Blutzuckerwerte trotz Therapie mit 30 IE Basalinsulin plus 58 IE, 38 IE und 28 IE Mahlzeiteninsulin morgens nüchtern bei 309 mg/dl, nach dem Mittagessen bei 406 mg/dl, um 16 Uhr bei 303 mg/dl und um 22 Uhr bei 221 mg/dl.</p>
<p style="text-align: left;">Bereits am ersten Diät-Tag gingen die Werte deutlich zurück von 254 (nüchtern) auf 117 (mittags), 85 (16 Uhr) und 110 mg/dl (22 Uhr). Gleichzeitig wurde Mahlzeiteninsulin auf 52, 18 und 6 IE reduziert. Am zweiten Diät-Tag kam es mit der reduzierten Insulinmenge mittags bereits zu einer Hypoglykämie. Die verbesserte Insulinsensitivität hielt dabei auch Wochen nach den Diättagen an.</p>
<p style="text-align: left;">Inzwischen wurden viele Typ-2-Diabetiker von Althaus und Kollegen mit &#8222;Entlastungstagen&#8220; behandelt. Nach seinen Angaben werden bei etwa 70 Prozent der Betroffenen deutliche Erfolge verzeichnet. Und versage die Diät am Anfang, sei eine Wiederholung durchaus erfolgversprechend.</p>
<p>Quelle <a href="https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/diabetes/article/947748/typ-2-diabetes-kohlenhydrat-tagen-insulinresistenz-durchbrechen.html?wt_mc=nl.upd.AEZ_NL_NEWSLETTER.2017-11-20.Diabetes+mellitus.x">Ärzte Zeitung online, 20.11.2017</a></p></blockquote>
<p style="text-align: center;"><strong>Mit einer &#8222;mehrtätigen Kost nur mit Kohlenhydraten&#8220; kann man Diabetes also in den Griff bekommen. </strong></p>
<p>Lassen wir uns den Satz doch einfach mal eine Sekunde auf der Zunge zergehen.</p>
<p>Wer kann nach so durchschlagenden Ergebnissen noch behaupten, dass Kohlenhydrate Insulinresistenz und Diabetes <em>verursachen</em>? Nicht nur Anfang, sondern auch Mitte des 20. Jahrhunderts (wie erinnern uns an ein <a href="https://genetisches-maximum.de/kohlenhydrate/kann-man-mit-kohlenhydraten-abnehmen/">Herr Dr. Kempner</a> mit seiner Reis-Diät) konnte gezeigt werden, dass Kohlenhydrate sehr wohl imstande sind, Diabetes und sämtliche assoziierte Erkrankungen zu heilen.</p>
<p>So.</p>
<h3>Und täglich grüßt das Murmeltier &#8211; entscheidend ist die Kalorienbilanz</h3>
<p>Was passiert hier bei uns, wenn wir über sowas schreiben? Genau, dann kritisiert uns wieder der ein oder andere Keto- und Low-Carb-Befürworter. Nicht böse gemeint! Das Gleiche passierte auch unter dem o. a. Artikel.</p>
<p>So kommentiert Ernährungswissenschaftler und Autor Nicolai Worm sehr richtig:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;"><strong>Das funktioniert &#8211; weil Very Low Calorie Diet &#8211; hat nichts mit &#8222;Kohlenhydraten&#8220; zu tun!</strong></p>
<p style="text-align: left;">Dass das funktioniert hat einen einzigen Grund: VLCD! Bei den Hafertagen wird die Kost auf ca. 800 kcal/Tag abgesenkt! Die Leber entfettet und wird wieder insulinsensitiv und reguliert den Zuckerhaushalt wieder normal!</p>
<p style="text-align: left;">Der Wirkmechanismus wurde gerade von der Arbeitsgruppe um Gerald Shulman geklärt: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1550413117306162?via%3Dihubs</p>
</blockquote>
<p>Ganz genau richtig. <strong>Es hat nichts mit Kohlenhydraten zu tun</strong>. Aber auch nicht mit No-Carb. Die Kalorienbilanz ist entscheidend.</p>
<p>Die Sache ist, wie oft erklärt, simpel: Der Bock ist dann richtig fett, wenn die Leber Glukose nicht mehr aufnehmen mag. Periphere <a href="https://genetisches-maximum.de/magnesium/">Insulinresistenz</a>, also z. B. im Muskel, ist auch doof, aber erst, wenn die Leber dicht macht, gibt es die richtige Katastrophe.</p>
<h3>Fettverlust macht stoffwechselgesund</h3>
<p>Wie oft beschrieben, es gibt einen richtigen Weg:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Das überschüssige Fett in den Geweben muss verbrannt werden. </strong></p>
<ul>
<li>Im Muskel</li>
<li>In der Leber</li>
<li>In der Bauchspeicheldrüse</li>
</ul>
<p><a href="https://genetisches-maximum.de/hormonhaushalt/typ-2-diabetes-umkehren/">Von Letzterem wurde gezeigt, dass ein Fettverlust in der Bauchspeicheldrüse Diabetes &#8222;heilen&#8220; kann. </a></p>
<p>Der Punkt ist, wie oben angedeutet: Es stimmt, nicht weil die Menschen Kohlenhydrate gegessen haben, verschwand der Diabetes. Sondern, weil die Leute da einen Fettverlust herbeigeführt haben.</p>
<p style="padding-left: 30px;">1. Beobachtung also: Man kann auch mit Kohlenhydraten abnehmen. Das ist ja schon mal etwas, was von der Low-Carb oder Keto-Community gerne infrage gestellt wird.</p>
<p>Was aber macht &#8222;No Carb&#8220;?</p>
<p style="padding-left: 30px;">2. Beobachtung: Wenn No Carb unterm Strich dafür sorgt, dass man mehr Fett oxidiert als zu sich führt, haben wir eine negative Fettbilanz. Folge: Leber und Körper wird entfettet.</p>
<p>Was aber braucht man für eine negative Fettbilanz? Sicher keine positive Fettbilanz. Das heißt, man braucht hier eine negative <strong>Kalorienbilanz</strong>. Das ist eigentlich ziemlich einfach.</p>
<p>Heißt: Egal ob <em>No</em>&#8211; oder <em>Yes</em>-Carb &#8230; Um Insulinresistenz loszuwerden, braucht es &#8230; Ja, lange genug darüber gesprochen.</p>
<p>Das ist also die Basis, die Wahrheit sozusagen.</p>
<h3>Und die Machbarkeit?</h3>
<p>Über die Machbarkeit kann man sprechen. Was fühlt sich besser an? Low-Carb oder Higher-Carb?</p>
<p>Meiner Erfahrung nach: Für richtig dicke Menschen eignet sich Low-Carb besser. Bei ihnen schwimmt sowieso viel zu viel Fett (und Fettsäuren) im Blut. Je schlanker ein Mensch aber wird (was nicht gleichbedeutend ist mit metabolischer Gesundheit), umso höher kann der Kohlenhydrat-Anteil sein, weil man dadurch einfach ein paar Systeme entlastet, etwa die reproduktive Achse (Schilddrüsenhormone und Co.), die auch ganz essentiell für das Gelingen einer langfristig angelegten Diät sind.</p>
<p>So, der status quo und die richtige Idee wäre dann: Solange ich jetzt dafür sorge, dass ich nicht wieder an Gewicht zulege, ist es egal, ob ich No-Carb oder Yes-Carb lebe. Für Yes-Carb sprechen die Blue Zones, Kitava, Tsimane und so weiter. Es geht also.</p>
<h3>Was macht die Leber fett?</h3>
<p>Leider schwingt an dieser Stelle immer eine Angst mit. Nämlich die Angst vor der <a href="https://genetisches-maximum.de/low-carb/kohlenhydrate-sind-schuld-wirklich/">De Novo Lipogenese</a><em>, </em>der Fettneubildung aus Kohlenhydraten &#8212; in der Leber. Die Annahme: Kohlenhydrate induzieren in der Leber die DNL, das macht die Leber fett und somit insulinresistent.</p>
<p>So kann man das metabolisch Kranken und Dicken erzählen, damit die nicht mit einem &#8222;Aber&#8230;!&#8220; um die Ecke kommen. Ich denke trotzdem, dass es nicht die feine Art ist, Menschen zu belügen. Auch nicht, wenn man eigentlich das Wohlergehen dieser Menschen im Sinn hat.</p>
<p>Was sehr häufig nicht gesehen wird:</p>
<ul>
<li>Die Leber wird nicht fett, weil sie sich selbst fett macht, sondern weil sie mit Fettsäuren überladen wird. Fettsäuren im Blut steigen proportional zur Fettmasse. Das heißt: Alleine dadurch, dass man zu viel Fett an seinem Körper hortet, sorgt man dafür, dass auch zu viel Fett in die Leber gelangt. Tatsächlich waren 60 % der Fettsäuren, die man in einer <a href="https://genetisches-maximum.de/fette/fettleber-heilen/">Fettleber</a> findet, selbst mal freie Fettsäuren, waren also mal im Fettgewebe zu finden.</li>
<li>Mit steigender Fettmasse wird es für das Fettgewebe schwerer, Fette aus dem Blut zu fischen, die über die Nahrung kommen. Das Fettgewebe &#8222;wehrt&#8220; sich gegen zu viel Fett. Resultat: Triglyceride werden von der Leber aufgenommen und müssen dann via VLDL (Cholin!) abtransportiert werden. Das kann 15 % der aus der Leber transportierten Fette ausmachen.</li>
<li>Die DNL ist beim stoffwechselgesunden Menschen quasi nicht aktiv (2-5 %) und kann höchstens mit viel Liebe und viel Cola stärker aktiviert werden. Hier variieren die Zahlen: Bei Menschen mit einer Fettleber können es 15 % bis 26 % sein.</li>
</ul>
<p>Die Autoren schlussfolgern:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Egal ob gesund oder krank, die DNL ist nicht hauptverantwortlich dafür, dass die Leber fett wird. </strong></p>
<p>Dennoch: Sie kann ein Marker dafür sein, wie viele Fette in der Leber verbrannt werden. (Sanders, 2015)</p>
<p style="padding-left: 30px;">3. Beobachtung also: Man kann nicht einfach sagen, dass Kohlenhydrate die Leber fett machen. Das tun sie bei stoffwechselgesunden Menschen, die Yes-Carb leben, ja auch nicht.</p>
<h3>Unterm Strich &#8230;</h3>
<p>&#8230; bleibt, wieder einmal: Ja, man kann sich darüber streiten, welche Ernährungsform am besten geeignet ist, um Stoffwechselgesundheit wiederherzustellen. Es geht aber nicht so sehr darum, einen Schuldigen (Makronährstoff) ausfindig zu machen. Es stellt sich eher die Frage nach der Machbarkeit. Hier aber sollte man nicht stur festgenagelt sein. Je nach Fortschritt und Präferenz können verschiedene Vorgehen Sinn ergeben.</p>
<p>Sich aber Fakten zurechtzubiegen, damit man sich seine eigene Ernährungsweise schönreden kann &#8230; Das ist nicht in Ordnung!</p>
<p><strong>Literatur</strong></p>
<p><em>Sanders, F. and Griffin, J. (2015). De novolipogenesis in the liver in health and disease: more than just a shunting yard for glucose. Biological Reviews, 91(2), pp.452-468.</em></p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/ketogen/kalorienbilanz-entscheidend/">Die Kalorienbilanz ist entscheidend – Über No-Carb und Yes-Carb</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://genetisches-maximum.de/ketogen/kalorienbilanz-entscheidend/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>30</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sind Fette nun wirklich gesünder als Kohlenhydrate?</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/fette/sind-fette-wirklich-gesuender-als-kohlenhydrate/</link>
					<comments>https://genetisches-maximum.de/fette/sind-fette-wirklich-gesuender-als-kohlenhydrate/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Phil Böhm]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Sep 2017 11:37:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fette]]></category>
		<category><![CDATA[Kohlenhydrate]]></category>
		<category><![CDATA[Vitamine]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://genetisches-maximum.de/?p=9463</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wem kommt sie nicht bekannt vor, die Doppelmoral? Leider haben die Wenigsten, die sich entweder journalistisch, privat oder wie auch immer mit Studien auseinandersetzen, selbst mal im Forschungsbetrieb gearbeitet. Komm, ich erzähl dir eine Geschichte [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/fette/sind-fette-wirklich-gesuender-als-kohlenhydrate/">Sind Fette nun wirklich gesünder als Kohlenhydrate?</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wem kommt sie nicht bekannt vor, die <strong>Doppelmoral</strong>?</p>
<p>Leider haben die Wenigsten, die sich entweder journalistisch, privat oder wie auch immer mit Studien auseinandersetzen, selbst mal im Forschungsbetrieb gearbeitet.</p>
<h2>Komm, ich erzähl dir eine Geschichte</h2>
<p>Schon früh lernt man, <strong>dass es um Stories geht</strong>. Ein großer Teil der Ausbildung dreht sich genau darum: Aus experimentellen Daten soll eine nette Geschichte gemacht werden. Wer keine Geschichte erzählen kann, der sollte vielleicht darüber nachdenken, seine Daten lieber noch nicht zu publizieren.</p>
<p>Meine Beobachtung und meine Einschätzung ist, dass die meisten Wissenschaftler einen (sehr) hohen Anspruch an sich selbst haben und deshalb natürlich eher nicht lügen, sondern darum bemüht sind, maximal ehrlich zu sein. Nicht nur zu sich selbst, sondern auch zu den Leuten, die später die Publikation lesen. Trotz extrem hoher Erwartungshaltung.</p>
<p>Nichtsdestotrotz verpackt man Daten in eine Geschichte.</p>
<p>Je besser die Geschichte, umso größer der Erfolg. Und eine Geschichte ist meistens nicht perfekt. Sie färbt unsere Sicht und biegt sich ggf. einige Fakten zurecht. <a href="https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-pseudowissenschaft/">Cherry-Picking</a>, wie wir es hier immer beschreiben, ist das Extrem.</p>
<p>Die Wahrheit ist, dass mildes Cherry-Picking zum Geschäft gehört. Denn zu jeder Geschichte gehört, dass man bereits bewanderte Wege nutzt. Allerdings muss man sich häufig auch trauen, mal etwas zu spekulieren, sich mal ein bisschen aus dem Fenster zu lehnen, ein bisschen provokativ zu sein.</p>
<p>Deshalb reagieren wir ab und zu mit Unverständnis, wenn Menschen so tun als sei Wissenschaft die höchste Güte, die große Reinheit, die Wahrheit.</p>
<p>Wissenschaft will aufklären. Es gibt aber keine perfekte Wissenschaft &#8212; vielleicht in der Physik. Nicht aber, wenn wir mit lebenden Organismen zu tun haben.</p>
<h2>Ohne Sensation keine Aufmerksamkeit</h2>
<p>Ich weiß: In der Ernährungswissenschaft ist es noch viel, viel schlimmer. Dort geht es sogar darum, genau das Gegenteil von dem zu publizieren, was gemeinhin als anerkannt gilt. Wenn die Story nicht das Denken der Menschen verändert oder zumindest zum Nachdenken anregt, wieso sollte man die Story dann überhaupt veröffentlichen? Erst waren Eier krankmachend, dann wieder gesund. Erst war Butter todbringend, jetzt macht sie gesund. Heute lesen wir, Frühstück macht gesund. Morgen lesen wir, dass Frühstücken ein früherer Tod bedeutet. Erst macht Fastfood dick, dann lesen wir, dass irgendein Kasper mit Fastfood 300 kg abgenommen hat. Dieses ewige Hin und Her ist Teil des Business. Und wir, die Dummen, spielen das Spiel mit.</p>
<p>Wir könnten uns ja einig darüber sein, dass Gemüse, Obst, Fisch, Geflügel, Wurzelgemüse, Nüsse, Hülsenfrüchte, Samen und so weiter definitiv zu dem gehören, was wir unter gesunder Ernährung verstehen. Das aber mantraartig zu wiederholen macht dem Autor keinen Spaß. Weil es seine Leser nicht juckt.</p>
<p>Lange Rede &#8230;</p>
<h2>Sind Fette wirklich gesünder als Kohlenhydrate?</h2>
<p>Schon mitbekommen? Neulich gab es wieder eine neue Studie. Die <a href="http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(17)32252-3/abstract">PURE Study</a>. Schlagzeile um Schlagzeile konnten wir lesen, dass diese &#8230;</p>
<p style="text-align: center;"><strong>neue Studie aktuelle Ernährungsempfehlungen infrage stellt.</strong></p>
<p>Da haben wir&#8217;s doch. Die Sensation. Endlich mal wieder richtig schöne Headlines.</p>
<p>Was hat die Studie herausgefunden?</p>
<ul>
<li>Eine High-Carb-Ernährung war assoziiert mit einer erhöhten Gesamtsterblichkeit.</li>
<li>Aber der Gesamtfettgehalt und individuelle Fette waren mit dem Gegenteil assoziiert.</li>
<li>Und: Fette waren nicht mit Herzkreislauferkrankungen assoziiert.</li>
<li>Ganz besonders toll: Gesättigtes Fett schützt sogar vor Schlaganfall.</li>
</ul>
<p>Forderung:</p>
<h3>Die allgemeinen Ernährung-Empfehlungen sollten überarbeitet werden.</h3>
<p>Machen wir uns nichts vor: Die staatlichen Empfehlungen sind &#8230; <strong>nicht gut</strong>. Für die sitzende Bevölkerung. Zwar hält sich eh niemand daran und ich bezweifle, dass die meisten Deutschen in der Fußgängerzone überhaupt wissen, was die DGE ist, aber das ändert ja nichts an den Taugenix-Empfehlungen. Schließlich richten sich danach auch häufig die Schul- und Kantinenessen oder Ernährungsberatungen.</p>
<p>Aber die Studie ist wieder gefundenen Fressen für manche Kreise. Wieder einmal wird die über sämtliche Kanäle gejagt und als fehlender Beweis verstanden &#8212; zum Beispiel dafür, dass der <a href="https://genetisches-maximum.de/fette/die-wahrheit-ueber-den-bulletproof-kaffee/">Butter-Kaffee</a> ganz toll ist.</p>
<h2>Die Ergebnisse der PURE Study sprechen <em>nicht</em> unbedingt für Low-Carb</h2>
<p>Was wieder einmal bitter aufstößt:</p>
<ul>
<li>Das hier ist eine Arbeit, die auf Fragebögen basiert. Das ganze Jahr, vor allem wenn Gegenteiliges publiziert wird, heißt es, solche Studien seien nicht aussagekräftig. Solche Arbeiten werden dann in der Luft zerrissen. Hinzu kommt, dass man bei solchen Studien Gefahr läuft, Korrelation mit Kausalität zu vertauschen.</li>
<li>Es wird häufig nicht erwähnt, dass die Arbeit auch herausgefunden hat, dass Bohnen, Obst und Gemüse mit einer niedrigeren Sterblichkeit assoziiert war.</li>
<li>Ignoriert wird, dass sogar einer der Erstautoren darauf hinweist, dass die Daten <strong>nicht</strong> für eine Low- oder No-Carb-Ernährung sprechen und sie eher dafür sprechen, den <a href="https://genetisches-maximum.de/kohlenhydrate/kohlenhydrate-tabelle-zum-ausdrucken/">Carb-Anteil</a> auf &#8222;moderate Werte&#8220;, etwa ca. 55 % (sic!) abzusenken.</li>
</ul>
<h3>B-Vitamine und die Sterblichkeit</h3>
<p>Quasi zeitgleich wird eine andere Arbeit durch die Medienlandschaft gejagt. Die Arbeit, die aufzeigt, dass B-Vitamine ganz dramatisch das Krebs-Erkrankungsrisiko erhöhen. Selbe Art von Studie. Die aber ist natürlich wieder pure Hetze.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Ich mach&#8216; mir die Welt &#8230; </strong></p>
<p style="text-align: left;">&#8230; nicht wahr?</p>
<h2>Fazit</h2>
<p>Möchte ein Wissenschaftler bekannt und erfolgreich werden, muss er sensationelle Studienergebnisse liefern. Aus diesen Ergebnissen müssen Zeitungen Schlagzeilen basteln, damit sie Verkäufe oder, in der heutigen Online-Welt, Klicks generieren. Die Wahrheit bleibt dabei leider häufig auf der Strecke.</p>
<p>Wer <em>heute</em> schreibt <a href="http://www.bild.de/ratgeber/gesundheit/diaet/besser-fett-essen-53042152.bild.html">Fette sind gesünder als Kohlenhydrate!</a> (natürlich mit Ausrufezeichen) hat <em>morgen</em> bestimmt kein Problem damit die nächste fettreduzierte Super-Diät zu empfehlen.</p>
<p>Ein großes Problem dabei ist, dass diese Schlagzeilen oft in den Köpfen hängen bleiben. In den nächsten Wochen könnten dutzende Studien veröffentlicht werden die besagen, dass B-Vitamine eigentlich doch ganz ok sind oder die Ergebnisse der PURE Study zu hinterfragen sind. In der Öffentlichkeit wird das jedoch kaum jemanden interessieren.</p>
<p>Ratschlag: Die Gesundheitsabteilungen der Zeitungen und Magazine einfach meiden. Gesunder Menschenverstand plus Körpergefühl reicht in den meisten Fällen absolut aus, um die richtigen Entscheidungen zu treffen.</p>
<p>&nbsp;</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/fette/sind-fette-wirklich-gesuender-als-kohlenhydrate/">Sind Fette nun wirklich gesünder als Kohlenhydrate?</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://genetisches-maximum.de/fette/sind-fette-wirklich-gesuender-als-kohlenhydrate/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>9</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Low Fat oder Low Carb &#8211; Wer gewinnt?</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/low-carb/low-fat-oder-low-carb-wer-gewinnt/</link>
					<comments>https://genetisches-maximum.de/low-carb/low-fat-oder-low-carb-wer-gewinnt/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Mar 2017 13:02:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Low Carb]]></category>
		<category><![CDATA[ketogene diät]]></category>
		<category><![CDATA[Kohlenhydrate]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://genetisches-maximum.de/?p=8958</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Amerikaner sind lustig. Schon seit Jahren wird in der Ernährungsszene gestritten. Weniger Fett und mehr Carbs oder viel Fett und wenige Carbs? Was ist besser? Vor allem mit Blick auf den Gewichtsverlust? Es gibt [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/low-carb/low-fat-oder-low-carb-wer-gewinnt/">Low Fat oder Low Carb – Wer gewinnt?</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Amerikaner sind lustig. Schon seit Jahren wird in der Ernährungsszene gestritten. Weniger Fett und mehr <a href="https://genetisches-maximum.de/kohlenhydrate/">Carbs</a> oder viel Fett und wenige Carbs? Was ist besser? Vor allem mit Blick auf den Gewichtsverlust?</p>
<p>Es gibt unter &#8222;Experten&#8220; quasi zwei Lager. Das Lager um Taubes, Eades und Co., das andere Lager um Hall, Aragon, Guyenet etc. Die einen trinken <a href="https://genetisches-maximum.de/fette/die-wahrheit-ueber-den-bulletproof-kaffee/">Butter-Kaffee</a> zum Frühstück, die anderen löffeln Haferflocken, mal etwas überspitzt formuliert.</p>
<p>Guyenet erforscht Fettleibigkeit mit Blick auf neuronale Strukturen. Was passiert im Gehirn bei Gewichtszu- oder abnahme? Darüber hat er neulich <a href="https://www.amazon.com/Hungry-Brain-Outsmarting-Instincts-Overeat/dp/125008119X?tag=fretheani0c-20">ein Buch</a> geschrieben. Sein Punkt ist, dass Protein <em>der</em> entscheidende Faktor ist. Nicht nur für eine langfristige Gewichtskontrolle via Set-Point etc. &#8212; Guyenet meint auch, dass der Protein-Anteil der Ernährung darüber entscheidet, ob &#8222;Low Carb&#8220; oder &#8222;Low Fat&#8220; besser ist.</p>
<p>In einer relativ neuen Meta-Analyse vom Kollegen Hall steht genau das: &#8222;Low Fat&#8220; schneidet ganz minimal besser ab als &#8222;Low Carb&#8220;, wenn das Design bzw. die Auswertung wichtige Parameter, wie beispielsweise den Protein-Anteil, angleicht. <span id='easy-footnote-1-8958' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/low-carb/low-fat-oder-low-carb-wer-gewinnt/#easy-footnote-bottom-1-8958' title='Hall, Kevin D.; Guo, Juen (2017): „Obesity Energetics: Body Weight Regulation and the Effects of Diet Composition“. In: &lt;i&gt;Gastroenterology&lt;/i&gt;., DOI: 10.1053/j.gastro.2017.01.052.'><sup>1</sup></a></span></p>
<p>Guyenet hat aber noch andere Theorien, etwa: Makro-Extreme könnten leichte Vorteile bringen. Eine ketogene Diät könnte dann besser funktionieren als &#8222;20 % Carbs&#8220; und eine extrem kohlenhydratreiche Ernährungsform (Blue Zones, Kitava, Tsimane etc.), die sehr wenig Fett enthält, könnte ebenfalls besondere Effekte zeigen. Dieses Thema wurde von Denise Minger z. B. in <a href="https://www.youtube.com/watch?v=qBBtQ4QwWxg">diesem Video</a> angesprochen. Die geht einen Schritt weiter und sagt: wir sollten kritisch bleiben und an die vielen Experimente denken, wo diese extrem kohlenhydratreiche Kostform Menschen geheilt hat &#8212; nachweisbar. Die eindeutig belegen, dass diese Kostform eben nicht krank macht.</p>
<p>Nun gut.</p>
<p>Seit Jahren lese ich immer mal wieder bei <a href="http://freetheanimal.com">freetheanimal.com</a> mit, denn hier zeigen sich diese sinusförmigen Verläufe extrem gut. Was der Blog-Autor jetzt gerade, basierend auf dem Beschriebenen, macht?</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;"><strong>The idea is simple</strong></p>
<ol>
<li style="text-align: left;">Target lots of lean protein.</li>
<li style="text-align: left;">When eaten with higher fat, go low-carb.</li>
<li style="text-align: left;">When eaten with higher carb, go low-fat.</li>
</ol>
</blockquote>
<p>Das ist die &#8222;neue&#8220;, extrem simple Ernährungsform. Die Idee: Man nehme mageres Protein und kombiniere es mit &#8230; z. B. Kartoffeln <em>oder</em> Nüssen.</p>
<p>Oh, wow. Die &#8222;Idee&#8220; gab es vor drei Jahren schon im <em>Handbuch &#8212; </em>siehe unten<em>.</em> Fußte auf theoretischen Überlegungen (metabolische Flexibilität, Schilddrüsenleistung, Hormonhaushalt, Autophagie etc. etc.), auf den o. g. Beobachtungen und der Frage nach der Machbarkeit. Es stellte sich heraus, dass es für einige Menschen extrem schwer ist, &#8222;mageres Protein&#8220; mit &#8222;einer fettarmen Kohlenhydratquelle&#8220; zu kombinieren, weil Menschen sich auf ihr Vollkornbrot mit Tomaten und Schinken, häufig noch Butter streichen wollen und sich dann fragen, ob 10 g Butter &#8222;noch in Ordnung&#8220; sei.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter wp-image-8959 size-full" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2017/03/Bildschirmfoto-2017-03-24-um-11.17.01.png" alt="Ernährungsempfehlungen edubily" width="644" height="663" /></p>
<p>Oder: wie viele Stunden nach einer fettreichen, KH-armen Mahlzeit wieder Kohlenhydrate gegessen werden dürfen.</p>
<p>Das hat letztlich dazu geführt, dass ich mir dachte: Mensch, dann lass es am besten bleiben, iss eine normale Mischkost, aber &#8212; Achtung &#8212; achte auf einen hohen Proteinanteil und deine Gesamtkalorien, spiele mit Kalorien, faste morgens, wenn du mal nicht hungrig bist und iss Kohlenhydrate, wenn dein Körper danach verlangt. Überhaupt: wie wärs mit einer &#8222;intuitiven Diät&#8220;?</p>
<p>Wäre am sinnvollsten, wird aber auch wieder nicht funktionieren, weil mir dann 10 Leute schreiben, dass ihr Leptin-Haushalt kaputt ist, sie immer Hunger haben, sofort zunehmen, wenn sie essen, wie sie wollen &#8230; und so weiter.</p>
<p>Was sagt uns das? Der &#8222;Ernährungskrieg&#8220; wird bei Laborratten (= homogene Gemeinschaft) schnell beendet sein, während wir Menschen scheinbar unterschiedlicher nicht funktionieren könnten. Deshalb wird die Julia bis an ihr Lebensende an ihre Keto-Diät glauben, während Brad sich abends die selbstgemachte Pizza reinfeuert.</p>
<p>Mir ist selbstverständlich klar, dass es im Endeffekt völlig egal ist, was man isst. Denn all das gilt nur für uns Menschen <em>heute</em>. Für <strong>Homo <em>atrophiert</em></strong>. Für uns, die Zoo-Tiere. Wir sind Astronauten: uns wird jeder Krümel von irgendwas krank und dick machen, weil uns Stressoren fehlen. Das lernen wir ja gerade. (Schwerkraft,) Kälte, Wärme, Strahlung, (giftige) Pflanzenstoffe, Sport, Nahrungsmangel, Protein-Mangel, Kohlenhydrat-Mangel &#8230; Das Problem ist, dass wir vor allem Angst haben, meinen, der Körper bestünde aus Glas. Bevor man sich jedoch so &#8222;quält&#8220;, streit man sich lieber über die &#8222;richtige Ernährungsform&#8220;.</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/low-carb/low-fat-oder-low-carb-wer-gewinnt/">Low Fat oder Low Carb – Wer gewinnt?</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://genetisches-maximum.de/low-carb/low-fat-oder-low-carb-wer-gewinnt/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>11</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wenn Krankenhäuser krank machen</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/kontroverses/wenn-krankenhaeuser-krank-machen/</link>
					<comments>https://genetisches-maximum.de/kontroverses/wenn-krankenhaeuser-krank-machen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Nov 2016 10:17:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kontroverses]]></category>
		<category><![CDATA[Kohlenhydrate]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://genetisches-maximum.de/?p=8161</guid>

					<description><![CDATA[<p>Unverantwortlich. Oder wie sonst würde man das nennen, wenn herzkranke Menschen im Krankenhaus B-Vitamin-Defizienzen aufweisen? Sogar die Autoren der Studie schrieben damals, dass gerade B-Vitamine wichtig für eine geregelte und ausreichende Energie-Produktion sind. Das Herz [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/kontroverses/wenn-krankenhaeuser-krank-machen/">Wenn Krankenhäuser krank machen</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Unverantwortlich. Oder wie sonst würde man das nennen, wenn herzkranke Menschen im Krankenhaus B-Vitamin-Defizienzen aufweisen? Sogar die Autoren der Studie schrieben damals, dass gerade B-Vitamine wichtig für eine geregelte und ausreichende Energie-Produktion sind. <strong>Das Herz hat den höchsten Energie-Turnover überhaupt</strong>.</p>
<p style="text-align: justify;">Ja, klar. Im Krankenhaus sollen kranke Menschen wieder gesund werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Vergleichen wir doch mal ein Krankenhaus, speziell das Krankenhaus-Essen, mit &#8230; Gorilla-Nahrung im Zoo.</p>
<p style="text-align: justify;">Da habe ich spontan einen bestimmten Bericht vor Augen, unvergesslich! Dort ging es um Zoo-Gorillas. Die komischerweise alle krank wurden, alle erkrankten an typischen Zivilisationskrankheiten. Der Unterschied zwischen Gorilla und Mensch ist, dass man sich um den Gorillas <strong>wirklich</strong> kümmert. Mit Hirnschmalz und nicht mit &#8230; ja, wie soll man das eigentlich nennen? Gibt&#8217;s dafür einen Begriff? Jedenfalls aßen die Tiere viel weniger als ihre freilebenden Kumpanen und trotzdem waren sie dicker.</p>
<p style="text-align: justify;">Die &#8222;geniale&#8220; Idee: Man hat ihnen statt dem &#8222;Kraftfutter&#8220; einfach ihre ursprüngliche Nahrung gegeben, also, so gut es eben ging. Wir erinnern uns kurz: Gorillas sind Herbivoren und fressen fast ausschließlich Blätter und Co. Sie verfügen über einen riesigen Bauchraum, damit der (Dick-)Darm genug Platz hat, denn dort werden die Ballaststoffe der Blätter via Bakterien zu kurzkettigen Fettsäuren verstoffwechselt &#8230; Und davon lebt der Gorilla.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Gorillas haben dann den ganzen Tag gegessen, wie in der Wildbahn, doppelt so viele Kalorien als zuvor, aber haben massiv an Gewicht (ca. 30 kg) verloren. Das Schmankerl bei der Story war, dass die Primaten alle mit einer &#8222;Centrum Silver&#8220;-Tablette versorgt wurden. <strong>Ein Multivitamin-Präparat</strong>.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Das ist der große Unterschied.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Wir Menschen sind so unglaublich vermessen, so eingebildet, wir stehen so dermaßen über den Dingen, dass wir einfachstes Wissen bei uns nicht anwenden, obwohl das jedem Biologen völlig klar ist: <strong>Jede Hefezelle, jede Bakterienzelle, wächst in einer Kultur heran, die der Zelle alle nötigen essentiellen Mikronährstoffe zur Verfügung stellt.</strong> Das ist so gut erforscht, das steht in jedem Mikrobiologie-Lehrbuch. Bei Pflanzen ist das ebenfalls so. <strong>Jeder Hund kriegt sein Essen sicherheitshalber &#8222;gepimpt&#8220; (übrigens sind das oft hochwertige Verbindungen &#8212; mal in dein Multi geguckt?)</strong>.</p>
<p style="text-align: justify;">Nur wir Menschen, wir machen das anders. Wir stellen den alten Herrschaften, deren Herz nachweislich ein Energieproblem hat, das Kantinenfutter hin. Wenn sich ein normaler Mensch schon Mühe geben muss, schon ein bisschen planen muss, damit alle essentiellen Mikronährstoffe via Nahrung in den Körper kommen, wie soll ein Krankenhaus mit dem Butterbrot morgens helfen? Kranke Menschen heilen?</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Realer Krankenhaus-Alltag: Die Krankenhaus-Logik für Menschen, die ein bisschen schlechte Blutfettwerte haben: Statt dem Butterbrot mit drei Scheiben Lyoner, gibt&#8217;s Brot mit Margarine und einer Scheibe Lyoner. Zum Nachtisch gibt&#8217;s irgendwelche Pillen. Selbst erlebt. Das stellen sie zur Vorsorge morgens zum Frühstück hin, auch dann, wenn man gerade erst gekommen ist. Fürsorglich ist das ja schon ein bisschen. :-)</p>
<p style="text-align: justify;">Weitere seltsame Logiken der Mediziner-Landschaft könnten sein: Wer länger um einen Toten trauert als vorgegeben (!), der gilt ab einer bestimmten Deadline als krank. Schön auch, dass Psychosomatiker einen als schizophren bezeichnen, wenn man zu oft &#8222;Aber&#8220; sagt. Klar. Wenn der Gegenüber nur Bullshit erzählt, dann schluckt man es trotzdem ohne Widerrede. Sind Kinder eigentlich alle schizophren?</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wir haben &#8212; für uns selbst &#8212; völlig andere Standards.</strong> Ganz im Ernst: <strong>So gingen wir nicht mal mit unseren Tieren um.</strong> Da ist uns das immer alles klar. Aber wenn die Oma im Krankenhaus liegt, dann &#8230; das passt schon. Irgendwie. Vielleicht.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Apropos Tiere. Die Hundefutter sind sicher auch nicht immer erste Sahne. Die meisten Firmen aber verstehen, dass der Hund Fleisch braucht, und zwar jedes Fleisch. Muskelfleisch, Herz, Leber und so weiter. Schon mal ein Unterschied zu uns. Die Firmen verstehen auch oft, dass der Hund viel Protein braucht. Auch wieder ein Unterschied zu uns. Die Firmen verstehen, dass der Hund richtige (!) Omega-3-Fettsäuren braucht, sie verstehen, dass im Fleisch wenig Calcium ist, also wird es &#8212; neben anderen Mikronährstoffen &#8212; beigemischt. Sie verstehen auch, dass man den Hund nicht mit ekelhaften Kohlenhydraten in Form von Weizen mästen muss. Und so weiter.</p>
<p style="text-align: justify;">Manchmal würde ich selbst gerne das Futter essen. Das täte uns Menschen, physiologisch betrachtet, sicher um Welten besser als das, was wir uns schon zum Frühstück rein schieben.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Jeder naturwissenschaftlich veranlagte Mensch würde schauen, dass jedes System Mensch optimal funktionieren <strong>darf</strong>. <strong>Darf</strong>, weil uns allen klar sein müsste, dass wir es mit unzähligen chemischen Reaktionen im Körper zu tun haben, die nun mal nicht oder weniger ablaufen, wenn die nötigen Substanzen fehlen. <strong>Kein Aber</strong>. Das ist so.</p>
<p style="text-align: justify;">Würde man von diesem Gedanken ausgehen &#8212; von dem man bei jedem lebenden System völlig selbstverständlich ausgeht, siehe oben &#8212; wären Diskussionen unnötig. Sind sie sowieso: Denn zum einen zeigt die Nationale Verzehrsstudie II, dass einem großen Teil der Bevölkerung überall Mikronährstoffe fehlen, zum anderen aber wurde das kalkuliert aus Fragebögen. <strong>Nicht gemessen</strong>.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">I believe that those with health problems should strive to “overnourish” themselves. Micronutrient deficiencies can have insidious disabling effects, yet be impossible to diagnose. In disease conditions, needs for many micronutrients are increased.</p>
<p>Paul Jaminet</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Mikronährstoffe sind sicher keine Allheilmittel. Man sollte dennoch jedem lebenden System wenigstens die Chance geben, normal funktionieren zu können. Ein einfaches, niedrig dosiertes Multivitamin-Produkt zur Basis-Kost. Bedarfsgerecht und ggf. hochdosiert nachhelfen, je nach Blutwert. Damit wäre schon viel getan. Man muss ja nicht gleich übertreiben. <strong>Aber generell untertreiben wir derzeit</strong>.</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/kontroverses/wenn-krankenhaeuser-krank-machen/">Wenn Krankenhäuser krank machen</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://genetisches-maximum.de/kontroverses/wenn-krankenhaeuser-krank-machen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>11</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Insulinsensitivität: 5 unbequeme Wahrheiten über die du dir im Klaren sein solltest</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/hormonhaushalt/insulinsensitivitaet-5-wahrheiten/</link>
					<comments>https://genetisches-maximum.de/hormonhaushalt/insulinsensitivitaet-5-wahrheiten/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Sep 2016 09:13:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hormonhaushalt]]></category>
		<category><![CDATA[IGF1]]></category>
		<category><![CDATA[Insulin-Sensitivität]]></category>
		<category><![CDATA[Kohlenhydrate]]></category>
		<category><![CDATA[no carb]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://genetisches-maximum.de/?p=7639</guid>

					<description><![CDATA[<p>Oft analysiere ich meine Mitmenschen und schaue mir ihr (Ess-)Verhalten an. Speziell der Ü40-Menschen. Ich frage mich dann oft: Wie überleben die eigentlich? Der Großteil dieser Menschen weiß womöglich gar nichts über Mikronährstoffe &#8212; ja gut, [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/hormonhaushalt/insulinsensitivitaet-5-wahrheiten/">Insulinsensitivität: 5 unbequeme Wahrheiten über die du dir im Klaren sein solltest</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Oft analysiere ich meine Mitmenschen und schaue mir ihr (Ess-)Verhalten an. Speziell der Ü40-Menschen. Ich frage mich dann oft: Wie überleben die eigentlich? Der Großteil dieser Menschen weiß womöglich gar nichts über Mikronährstoffe &#8212; ja gut, Magnesium hilft bei Krämpfen &#8230; Aber das war&#8217;s auch schon.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Insulinsensitivität muss man sich erarbeiten</h2>
<p style="text-align: justify;">Wenn einem eins über die Jahre bewusst wird, dann ist es die banale Feststellung, dass ein ordentlicher Glukose-Stoffwechsel, eine ordentliche (und so wichtige) Insulinsensitivität einen hohen Preis hat. Insulinsensitivität muss man sich (hart) erarbeiten. Das kriegt man in der Regel nicht einfach so geschenkt.</p>
<p style="text-align: justify;">Als ich zum ersten Mal (nach fünf Jahren Low- to <a href="https://genetisches-maximum.de/ketogen/ketogene-diaeten-zur-behandlung-von-diabetes-ein-kommentar/">No-Carb-Ernährung</a>) wieder Kohlenhydrate essen wollte, erwachte ich bitterböse. Gefühlt kein einziges Gramm fand den Weg in den Muskel. Es war nie wieder so wie früher &#8212; jeder Sportler kennt sich hier bestens aus. Der Muskel sollte warm und prall werden &#8230; und so weiter. Im Gegenteil: Ich erntete stattdessen alle Symptome, die man dem metabolischen Syndrom zuordnen könnte. Also zum Beispiel (zu) hohe Triglycerid-Werte. Es hat mich Monate, wenn nicht Jahre gekostet, bis ich verstand, woran das lag.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Insulinsensitivität verabschiedet sich schnell</h2>
<p style="text-align: justify;"><del>Schon niedrige Mengen Zucker (z. B. eine Banane) und ich kann einen <span style="text-decoration: underline;">großen</span> Glukose-Load danach vergessen.</del> <span style="color: #0000ff;">(Anmerkung: Mittlerweile überhaupt kein Problem mehr!)</span></p>
<ul>
<li style="text-align: justify;">Höhere Mengen des (raffinierten) Haushaltszuckers beeinflussen die Insulinsensitivität negativ. Nicht nur via Harnsäure, obwohl das die wohl prominenteste Ursache ist – höhere Mengen Zucker können auf mitochondrialer Ebene das Insulin-Signaling stören.</li>
<li style="text-align: justify;">Eine kohlenhydratarme, fettreiche Mahlzeit reicht, und das Insulin-Signaling verabschiedet sich, zumindest zeitweise, was glücklicherweise durch eine kohlenhydratlastige Mahlzeit schnell rückgängig gemacht wird (&#8222;<a href="https://genetisches-maximum.de/magnesium/l-carnitin-fett-und-die-insulinsensitivitat/">physiologische Insulinresistenz</a>&#8222;).</li>
<li style="text-align: justify;">Ein stressiger Tag im Büro? Dann bleibt oft sogar die Speichelproduktion im Mund aus, wenn das Essen vor einem steht.</li>
<li style="text-align: justify;">Eine kurze Nacht &#8230; und du bist am Tag danach ein bisschen insulinresistenter.</li>
<li style="text-align: justify;">Zehn Kilo zu viel Speck? Und schon &#8230;</li>
</ul>
<p>Du siehst: <strong>Es kann ein bisschen kompliziert sein</strong>.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Insulinsensitivität muss man sich machen</h2>
<p>Aus leidvoller Erfahrung weiß ich, dass ein einfacher Chrom- oder Mangan-Mangel (aber auch: Kupfer-, Zink- oder Selen-Mangel) ausreicht, um die Wirkung des Insulins herabzusetzen. Ich behob einige Mängel – und der Körper reagierte wieder besser auf Glukose. Das heißt, auch die Mikronährstoff-Verfügbarkeit im Körper hat Einfluss darauf, wie gut deine Zellen auf das Hormon Insulin ansprechen.</p>
<p>Deshalb verstehe ich, warum <em>Starch Solution </em>(<a href="http://amzn.to/2cdTlyx" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">ein Buch</a>) funktioniert: Glukose &#8212; ganz alleine &#8212; ist ein ganz hervorragendes Substrat und macht überhaupt keine Probleme. Ganz im Gegenteil.</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li style="text-align: justify;">Wenn die Voraussetzungen geschaffen sind (s. <a href="https://genetisches-maximum.de/stoffwechsel/stoffwechsel-beschleunigen-in-fuenf-sekunden-geht-das/">Stoffwechsel-Buc</a>h)</li>
<li style="text-align: justify;">Wenn ich dem Glukose-Stoffwechsel kein Bein stelle, indem ich <span style="text-decoration: underline;">zu</span> fettreich- oder zu zuckerreich esse (hier sollte jeder seine ganz eigene Toleranzgrenze herausfinden!)</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Das ist der Punkt. Die Menschen der <em>Blue Zones</em> machen das vermutlich unbewusst richtig. Oder die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tarahumara" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Tarahumara</a>, um ein bekanntes Beispiel anzuführen. Wer mal genau analysiert, der wird das feststellen.</p>
<p style="text-align: justify;">Stattdessen: Die vielen Ü40-Leute, die ihren Tag mit Kuchen oder dem Butter-Toast beginnen, die das süße Teilchen zwischendurch essen, Mittags in der Kantine die Nudeln, die von der Dame &#8212; des Geschmackes halber &#8212; noch schön eingeölt wurden und dann in der fetten Hackbolognese schwimmen – und sich dann über die schlechte Insulinwirkung bzw. die beginnende Insulinresistenz wundern.</p>
<p style="text-align: justify;">Hochverarbeitetes Essen. Dort fehlen oft die vielen (essentiellen) Stoffe, die wir brauchen, damit das Insulin reibungslos wirken kann. Nichts! Kein Chrom, Mangan, <a href="https://edubily.de/products/inositol-pulver">Inositol</a>, Magnesium &#8230; viele dieser Menschen essen ja nicht mal mehr Leber (<a href="https://genetisches-maximum.de/retinsaeure/vitamin-als-retinol-retinsaure-und-die-dunnen-ausdauermause/">Vitamin A</a>). Das Verhältnis zwischen Kalorien und Mikronährstoffen stimmt nicht mehr. Im schlechtesten Falle wird dies durch eine erhöhte Energiezufuhr zu kompensieren versucht, was der Insulinsensitivität wiederum abträglich ist.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Insulinsensitivität wird heute ersetzt durch einen dominanten Fettstoffwechsel</h2>
<p style="text-align: justify;">Der Großteil der Menschen hat einfach Glück, dass es einen &#8222;günstigen&#8220; Fettstoffwechsel gibt. Der versorgt vielleicht nicht das Gehirn, aber den restlichen Körper. (Bis es dann später, so ab 60, heißt: Diabetes des Gehirns. Dann stimmt das Insulin-Signaling nicht mal mehr im wichtigsten Organ des Körpers.) Der Fettsäure-Stoffwechsel kostet wenig. Fettsäuren durchlaufen viel weniger Reaktionsschritte, brauchen weniger Cofaktoren (Vitamine und Co.) und werden von Zellen ziemlich problemlos aufgenommen.</p>
<p style="text-align: justify;">Für einen guten Glukose-Stoffwechsel muss man stattdessen gut versorgt, man könnte auch sagen: gut ernährt sein. Nicht im Sinne von gefüllten Fettdepots, sondern im Sinne einer mikronährstoffreichen Ernährung. Nur dann kann und wird der Glukose-Stoffwechsel (und entsprechend: Insulin-Stoffwechsel) ordentlich funktionieren. Die Natur hat den guten Insulin- und Glukose-Stoffwechsel also für die gut Versorgten vorgesehen &#8212; in Zeiten des Mangels (z. B. bei Hungersnot) kann dieser extrem wichtige &#8222;Luxus&#8220; einfach ausgeknipst werden. Ein einfacher <a href="https://genetisches-maximum.de/magnesium/">Magnesium-Mangel </a>reicht aus.</p>
<p>Es verwundert also nicht, dass gerade der Durchschnittsdeutsche später seine No-Carb-Ernährung so liebt. Er streicht die paar Kohlenhydrate (oft Zucker), die er sowieso nicht verträgt, einfach aus dem Speiseplan. <strong>Der (schlechte) Energiestoffwechsel bleibt derselbe</strong>. Der Mensch rettet oder flüchtet sich einfach in das, was übrig bleibt. Und das ist nun mal der dauerhaft dominante Fettstoffwechsel, der dann freilich besser wird – und das fühlt sich gut an, klar.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Insulinsensitivität wiederherstellen? Nicht durch &#8222;chronisch No-Carb&#8220;</h2>
<p style="text-align: justify;">Der angehende Doktor des Videos im <a href="https://genetisches-maximum.de/low-carb/paleo-kohlenhydrate-video/">letzten Artikel</a> bringt das gut auf den Punkt.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Der No-Carb-Stoffwechsel ist der Diabetiker-Stoffwechsel minus Glukose.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Und darauf sind dann viele Leute stolz. Als wäre das der heilige Gral, den sie gerade gefunden hätten. Als gäbe es nur dieses <em>Heilmittel. </em>Eine ketogene Diät <em>heilt</em> den Diabetes durch ein bloßes Senken des Blutzuckers nicht.</p>
<p style="text-align: justify;">Denn von <em>Heilung</em> ist das maximal weit entfernt. <strong>Du kannst einen Glukose- und Insulin-Stoffwechsel nicht <em>heilen</em>, indem du die ihn nicht benutzt. </strong>Angemerkt: Ich bin auch dafür, dass jemand akut sein Leben rettet, indem er den Zucker streicht. Keine Frage. Temporär eingesetzte ketogene Diäten können wirklich helfen! Das ändert aber nichts daran, dass der körpereigene Anabolismus unterdrückt bleibt und die heilenden Signale, ausgehend einem funktionierenden Insulin-Signaling*, nicht mehr wirken dürfen.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">* Einschub: Manchen ist das nicht ganz klar. Auch das tolle, Stammzell-aktivierende IGF-1 wirkt zum Großteil über das Insulin-Signaling. Das heißt zwei Gründe: Der IGF-Rezeptor ist dem Insulin-Rezeptor so ähnlich, dass sie oft eine &#8222;Partnerschaft&#8220; eingehen, um die Zelleffekte herbeizuführen. Darüber hinaus haben beide, der Insulin- und der IGF-Rezeptor, gleiche <em>downstream targets</em> (z. B. IRS1) und aktivieren so beide den anabolen Signalweg. Wer also insulinresistent ist, egal ob physiologisch oder pathologisch, der knipst nicht nur heilende Effekte des Insulins aus, sondern auch die der Wachstumshormone. Denn: Nicht nur IGF-1 wirkt über den anabolen Signalweg, sondern auch das so bekannte &#8222;Somatotropin&#8220; (HGH). Davon kann ich ein Lied singen. Spätestens dann, wenn man sich morgens nach einem normalerweise erholsamen Schlaf wie verprügelt fühlt, sollte man mal an das Insulin-Signaling denken. Denn wahr ist auch: Ein besseres Insulin-Signaling sorgt für einen wesentlich erholsameren Schlaf. (Es bringt nichts, das Wachstumshormon stimulieren zu wollen, aber gleichzeitig gar nicht empfänglich dafür zu sein.)</p>
</blockquote>
<p>Eine ketogene Diät &#8222;heilt&#8220; den (Typ-2-)Diabetes nur, wenn durch eine negative Energiebilanz dafür gesorgt wird, dass überschüssiges Körperfett verbrannt wird – <strong>und sich die Mikronährstoffdichte erhöht</strong>. Doch nur, wenn begriffen wird, dass auch eine <em>physiologische Insulinresistenz</em> eine Insulinresistenz ist, kann eine gute Insulinsensitivität nachhaltig wiederhergestellt werden. Denn dann wird man ketogene Diäten nur noch temporär und nicht mehr dauerhaft nutzen.</p>
<p style="text-align: justify;">PS: Manche Leser gucken nach solchen Statements dann oft etwas verwirrt aus der Wäsche. Hier sagen wir dieses, dort jenes. Ja klar: Wer stark übergewichtig ist, der streicht erst mal alles vom Speiseplan. Kohlenhydrate und Fette. Dann bleibt am Ende halt nur Protein und Gemüse übrig. Du erinnerst dich? <a href="https://genetisches-maximum.de/tipps/abnehmen-ohne-sport/">Lean, green, marine</a>? Und dann, später, werden Substrate via Nahrung wieder ins System geschleust &#8212; nach und nach. Und letztlich ist &#8222;Stoffwechsel&#8220; etwas sehr Individuelles. Nur eine Sache nicht: extrem.</p>

<h2 class="wp-block-heading">Häufige Fragen zu Insulinsensitivität</h2>



<div class="schema-faq wp-block-yoast-faq-block">
<div class="schema-faq-section"><strong class="schema-faq-question">Was ist Insulinsensitivität?</strong>
<p class="schema-faq-answer">Insulinsensitivität beschreibt die Fähigkeit einer Zelle, die optimale Wirkung des Insulins innerhalb der Zelle zu entfalten. Je besser Insulin wirkt, umso weniger Insulin wird benötigt. Daher sind niedrige Insulin-Spiegel ein Zeichen für eine gute Insulinsensitivität.</p>
</div>
<div class="schema-faq-section"><strong class="schema-faq-question">Wie kann ich Insulinsensitivität wiederherstellen?</strong>
<ul>
<li class="schema-faq-answer">Überschüssige Fettmasse reduzieren (wichtigster Punkt)</li>
<li class="schema-faq-answer">Sport treiben Mikronährstoffreich (Chrom, Mangan, Zink und Co.) essen</li>
<li class="schema-faq-answer">Industriezucker meiden</li>
<li class="schema-faq-answer">Ausreichend schlafen</li>
<li class="schema-faq-answer">Stresslevel niedrig bzw. moderat halten</li>
<li class="schema-faq-answer">Nicht zu viel Fett essen</li>
<li class="schema-faq-answer">Nicht zu wenige Kohlenhydrate essen (physiologische Insulinresistenz)</li>
</ul>
</div>
</div><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/hormonhaushalt/insulinsensitivitaet-5-wahrheiten/">Insulinsensitivität: 5 unbequeme Wahrheiten über die du dir im Klaren sein solltest</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://genetisches-maximum.de/hormonhaushalt/insulinsensitivitaet-5-wahrheiten/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>20</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ray Peat: Gesund mit Milch, Zucker und Orangensaft?</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/kohlenhydrate/ray-peat-zucker/</link>
					<comments>https://genetisches-maximum.de/kohlenhydrate/ray-peat-zucker/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 May 2016 18:56:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kohlenhydrate]]></category>
		<category><![CDATA[Abnehmen]]></category>
		<category><![CDATA[T3]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://genetisches-maximum.de/?p=6859</guid>

					<description><![CDATA[<p>In diesem Artikel erfährst du wie die Ernährung nach Ray Peat aussieht und warum er bestimmte Lebensmittel empfiehlt. Manchmal surfe ich ein wenig gedankenverloren durch die Internetwelt. Schaue mir an, was meine liebsten Autoren so [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/kohlenhydrate/ray-peat-zucker/">Ray Peat: Gesund mit Milch, Zucker und Orangensaft?</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In diesem Artikel erfährst du wie die Ernährung nach Ray Peat aussieht und warum er bestimmte Lebensmittel empfiehlt.</p>
<hr />
<p style="text-align: justify;">Manchmal surfe ich ein wenig gedankenverloren durch die Internetwelt. Schaue mir an, was meine liebsten Autoren so schreiben, mal im deutschen, mal im amerikanischen Netz. Ich muss zugeben, dass ich nicht mehr up to date bin mit Blick auf die amerikanische Szene &#8211; ich bedaure das ein bisschen, weil ich lange Zeit sehr involviert war und ich es als Teil meiner eigenen Entwicklung ansehe.</p>
<p style="text-align: justify;">Julia Tulipan hat meinen Beitrag von Anfang des Monats über eine neue <a href="https://genetisches-maximum.de/low-carb/low-carb-studie-abnehmen/">Low-Carb Studie</a> mit einem <a href="https://paleolowcarb.de/reaktion-auf-edubily-artikel-der-genickbruch-fuer-low-carb-diese-studie-solltest-du-kennen/" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Artikel</a> (und Video mit gleichem Text) beantwortet. Ich ziehe meinen Hut aus zwei Gründen:</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li style="text-align: justify;">Sie blieb trotz meiner scharfen Äußerungen nett und fair</li>
<li style="text-align: justify;">Sie hat gerade eben einen <a href="https://paleolowcarb.de/low-carb-vs-high-carb-nicht-alles-ist-schwarz-und-weiss/" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">neuen Artikel</a> veröffentlicht, der mir sehr sympathisch ist und &#8211; meiner Ansicht nach &#8211; von Selbstreflexion zeugt</li>
</ul>
<h2>Das eigentliche Problem &#8230;</h2>
<p style="text-align: justify;">Das große Problem, das ich mit ein paar Tendenzen innerhalb der (deutschen) Szene habe, lässt sich wie folgt ausdrücken:</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2016/05/screenshot-www.facebook.com-2016-05-23-11-28-40.png" rel="attachment wp-att-6861"><img decoding="async" class="aligncenter wp-image-6861 size-large" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2016/05/screenshot-www.facebook.com-2016-05-23-11-28-40-1024x520.png" alt="Glukose-Defizit um abzunehmen?" width="713" height="362" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Also: Hier wurde ein Screenshot veröffentlicht, nämlich von <a href="http://alanaragon.com/" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Alan Aragon</a>. Einer der wohl angesehensten Schreiberlinge, wenn es um die Wissenschaftlichkeit von Sport und Ernährung geht.</p>
<p style="text-align: justify;">Er zeigt hier einen Screenshot von einem Tweet, wiederum veröffentlicht von <a href="http://www.zoeharcombe.com/" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Dr. Zoe Harcombe</a>.</p>
<blockquote><p>Du brauchst ein Kohlenhydrat/Glukose-Defizit, um Körperfett abzubauen &#8211; kein Kaloriendefizit.</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Natürlich kann man kurz die Kommentare unter ihrem Tweet scannen. Sämtliche andere Wissenschaftler und bisweilen auch Doktoren schämen sich fremd &#8211; schämen sich fremd für ein solches Statement einer Person, die in der Forschung tätig ist und mit einem Doktor-Titel durch die Gegend läuft.</p>
<p style="text-align: justify;">So ein kurzes Twitter-Statement kann einen schnellstens in Teufels Küche bringen &#8211; so, wie das von einigen Politikern (und anderen &#8222;Funktionären&#8220;) mittlerweile bekannt ist.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Anmerkung: Man kann sicher über bessere und schlechtere Diät-Varianten diskutieren, darüber, ob es gewisse &#8222;metabolische Vorteile&#8220; gibt (die sich &#8211; maximal &#8211; auf wenige 100 Kilokalorien beschränken), aber man kann die Thermodynamik dann doch nicht ganz leugnen, ignorieren oder vergessen. Luft, Licht oder Liebe kann der Körper dann leider noch nicht in körpereigene Energieträger (ATP) umwandeln.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Das eigentliche Problem solcher Aussagen ist, dass sie Falsches suggerieren. Das äußert sich dann in folgenden Gedankengängen:</p>
<blockquote><p>For example.</p>
<ul>
<li style="text-align: justify;">A carb is a carb. A liter of Coke is bad, so don’t eat potatoes.</li>
<li style="text-align: justify;">Honey has too much fructose. A liter of HFCS Coke is bad, so don’t eat honey.</li>
<li style="text-align: justify;">Saturated fat from animals doesn’t cause heart disease. Eat an 80% saturated fat diet.</li>
<li style="text-align: justify;">Muscle meats are good for you. Eat more of them in an average month than an average H-G would have had in an average year.</li>
<li style="text-align: justify;">I could go on.</li>
</ul>
<p>(Referenz: Freetheanimal.com, <a href="https://freetheanimal.com/2016/05/waffling-whole-grains.html" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">hier</a>)</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Also:</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>&#8222;Zucker ist Zucker&#8220; (das hatten wir schon!) &#8211; ein Liter Cola ist schlecht, folglich: Iss keine Kartoffeln.</li>
<li>Honig hat zu viel Fruktose. Ein Liter einer &#8222;High fructose cornsirup&#8220;-Coke ist schlecht, folglich: Iss keinen Honig.</li>
<li>Gesättigte Fette sind nicht die Ursache für Herzkreislauferkrankungen. Iss zu 80 % gesättigte Fette.</li>
<li>Muskelfleisch ist gut für dich. Iss mehr Muskelfleisch in einem Monat, als eine Jäger-und-Sammler-Gruppe in einem Jahr.</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Merken wir eigentlich noch was? Immer vom einen ins andere Extrem. Wir denken im Kopf nicht in exponentiellen oder parabolischen Funktionen, sondern in linearen Funktionen, wir extrapolieren linear. Genau das sehe ich auch, wenn es um Mikronährstoffe geht:</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li style="text-align: justify;">Ein Vitamin-D-Mangel ist schlecht, Vitamin D ist gut, folglich ist der höchste Vitamin-D-Wert der beste.</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Schlagen wir den Bogen.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Ernährung im Ray-Peat-Style</h2>
<p style="text-align: justify;">Neulich habe ich mir eine Doku angeguckt. Thema: Kämpfer in Syrien. Die armen Schlucker dort haben natürlich keinen Supermarkt, müssen folglich mit dem Minimum auskommen. Da denke ich mir: Wie halten die das durch? Körperlich und psychisch?</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Zucker und Zigaretten halten uns am Leben.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Ein bemerkenswertes Statement. Klar: Zucker macht fröhlich, hat Suchtpotential, wirkt unter Umständen wie Drogen im Gehirn. Über Zigaretten und deren Nutzen brauchen wir nicht zu sprechen &#8211; es hat einen Grund, warum ein doch schlauer Primat an einem Stängel nuckelt, den ganzen Tag lang, jede Stunde.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir sehen das nur nie so. Wenn wir das lesen, denken wir: Bääh, alles krankmachend.</p>
<p style="text-align: justify;">Nein, nein. In diesem Kontext ist das absolut gewinnbringend, hält, wörtlich, am Leben.</p>
<p style="text-align: justify;">Also, knüpfen wir oben an: Zucker in Massen macht krank, folglich müssen wir jedes Gramm Zucker meiden.</p>
<p style="text-align: justify;">Der promovierte Biologe (wer kann das von sich behaupten?) Ray Peat forschte lange Jahre zu Hormonen und dem Stoffwechsel. Er ist ein Querdenker, hat andere Ideen als die Mehrheit. Nun, Ray Peat kommt &#8211; mit Blick auf die Ernährung &#8211; zum Schluss:</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li style="text-align: justify;">Iss viel Gelatine</li>
<li style="text-align: justify;">Achte darauf, nicht zu viele mehrfach ungesättigte Fettsäuren zu essen</li>
<li style="text-align: justify;">Nutze Milchprodukte (insb. Käse)</li>
<li style="text-align: justify;">Iss Früchte und trinke Fruchtsäfte</li>
<li style="text-align: justify;">Iss Stärke, aber nicht allzu viel davon</li>
<li style="text-align: justify;">Achte auf die Zufuhr fettlöslicher Vitamine (vor allem: A)</li>
<li style="text-align: justify;">Übertreibe es nicht mit Eisen (Eisen wirkt toxisch)</li>
<li style="text-align: justify;">Nimm eventuell Progesteron (sein Forschungsgebiet), Vitamin E, nutze viel Salz, denke über Schilddrüsenhormon-Substitution nach (wenn sie nicht mehr funktioniert) usw.</li>
</ul>
<h3>Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel, die Ray Peat empfiehlt</h3>
<p><a href="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2016/05/0sUzaY7.png" rel="attachment wp-att-6867"><img decoding="async" class="aligncenter wp-image-6867 size-full" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2016/05/0sUzaY7.png" alt="Ernährung nach Ray Peat" width="800" height="700" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">All das hat präzise Hintergründe, die er auf seiner Seite in ellenlangen und für den Laien schwer zu verstehenden Aufsätzen erläutert.</p>
<p style="text-align: justify;">Er geht die Sache Ernährung also komplett anders an. Nicht gucken, was in der Steinzeit mal war, sondern gucken, wie der Körper auf gewisse Stimuli reagiert.</p>
<h2>Zucker ist ein mächtiger (Stoffwechsel-)Signalgeber</h2>
<p style="text-align: justify;">Thema Zucker: Aus Peats Sicht ist Zucker kein böser Bub. Im Gegenteil. Zucker kann helfen, die Stoffwechselleistung dramatisch zu verbessern, kann helfen, die Stimmung zu heben und stimuliert eine andere Insulin-Reaktion als Glukose in Reinform &#8211; wir erinnern uns: Zucker besteht aus Fruktose und Glukose, wobei Fruktose weitestgehend ohne Insulin metabolisiert wird.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich hatte von der positiven Zucker-Wirkung schon mehrfach <a href="https://genetisches-maximum.de/kohlenhydrate/eingeschlafener-stoffwechsel/">berichtet</a>. So bleibt die Stoffwechselleistung während einer Diät erhalten. Allgemein: Das deckt sich sehr mit meinen eigenen Erfahrungen, dass Zucker eine sehr positive Wirkung auf die Energie-Stoffwechsel-Achse hat, vor allem mit Blick auf T3 oder Leptin.</p>
<p style="text-align: justify;">Das ist vermutlich auch ein Grund, warum wir so ein Verlangen nach Zucker haben: Zucker scheint das stärkste Signal zu sein, dass genug Nahrung vorhanden ist. Das wiederum kann natürlich eine schlechte, aber auch eine gute Seite haben. Die Schlechte: Wir überfressen und übersteuern. Die Gute: Wir können mit recht minimalem Aufwand große hormonelle Schnittstellen im Positiven modulieren. Aber: Alles kann giftig werden, wenn man es falsch nutzt.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.freetheanimal.com" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Richard Nikoley</a> jedenfalls lebt derzeit, lt. eigener Aussage, ein bisschen nach Peat, gönnt sich Orangensaft und Milch, und fühlt sich &#8222;fucking awesome&#8220;.</p>
<p style="text-align: justify;">Andere, mit denen schreiben wir bei edubily häufig Emails, lassen sich ihr Körperprotein wegknabbern, meiden Gemüse (weil zu viele Kohlenhydrate) und wundern sich über ihr Lebensgefühl und die hormonelle Lage. Aber klar: Stoffwechselkranken Menschen hilft eine Very-Low-Carb-Ernährung, folglich müssen wir alle Kohlenhydrate meiden, damit es uns gut gehen wird. (Achtung, Ironie.)</p>
<h2 style="text-align: justify;">Disclaimer und Schlusswort</h2>
<p style="text-align: justify;">Doch Vorsicht, Vorsicht! Das heißt natürlich mitnichten, dass wir den Sack Zucker in Reinform kaufen und genüsslich löffeln sollen.* Es heißt lediglich, dass wir auch beim Thema Zucker immer den Kontext beachten sollten. Was unter den einen Umständen blöd sein kann, kann unter anderen Umständen wunderbar sein, passt in ein &#8222;integratives Ernährungsmodell&#8220;. Dieses Hin und Her ist vielen Menschen natürlich zu anstrengend, kann ich verstehen. Daher lieber gleich: Zucker weg und alles wird gut.</p>
<p style="text-align: justify;">Der springende Punkt ist aber, dass selbst Leute wie <a href="https://genetisches-maximum.de/kohlenhydrate/was-robert-lustig-wirklich-ueber-kohlenhydrate-sagte/">Lustig</a> oft nur gewisse Signalwege des Energiestoffwechsels studieren, quasi statische Modelle für ihre Thesen nutzen und vergessen, dass der menschliche Organismus ein dynamisches System ist &#8211; es Dinge wie Energieumsätze, Uncoupling oder Feedback-Loops gibt, die das Gleichgewicht wahren wollen. Daher hat Peat nichts gegen adäquate Zucker-Mengen, denn das kann den Energiestoffwechsel via T3 (etc.) befeuern, was wiederum andere Kaskaden in Gang setzt, wie z. B. gesteigerter Bewegungsdrang, der wiederum weitreichende Folgen hat &#8230; Tiere sind da schon ein bisschen bemitleidenswert. Sie werden vollgestopft bis oben hin mit Fruktose in Reinform und &#8230; müssen sich ihrem Schicksal ergeben, können nicht planen oder strukturieren wie wir (präfrontaler Kortex!) oder sich austoben, können nirgends gegensteuern oder Feedback-Loops leben.</p>
<p style="text-align: justify;">* Das hat Dr. Kempner vor ca. 70 Jahren gemacht und bewiesen, dass man Schwerstkranke auch mit Zucker-Bergen wieder gesund macht. Womöglich in einem Kontext, der nicht lebenswert ist. Okay. Aber: Es geht.</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/kohlenhydrate/ray-peat-zucker/">Ray Peat: Gesund mit Milch, Zucker und Orangensaft?</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://genetisches-maximum.de/kohlenhydrate/ray-peat-zucker/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>32</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Genickbruch für Low-Carb &#8211; Diese Studie solltest du kennen</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/low-carb/low-carb-studie-abnehmen/</link>
					<comments>https://genetisches-maximum.de/low-carb/low-carb-studie-abnehmen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 May 2016 14:54:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Low Carb]]></category>
		<category><![CDATA[Abnehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Kohlenhydrate]]></category>
		<category><![CDATA[Traubenzucker]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://genetisches-maximum.de/?p=6765</guid>

					<description><![CDATA[<p>Natürlich formuliere ich solche Überschriften ganz bewusst reißerisch. Weiß ja genau, dass sich manche Vertreter tierisch darüber aufregen :-) Ich darf mir auch mal ein paar Späßchen erlauben! Neue Low-Carb Studie entkräftigt Taubes&#8216; Thesen Tatsächlich [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/low-carb/low-carb-studie-abnehmen/">Der Genickbruch für Low-Carb – Diese Studie solltest du kennen</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Natürlich formuliere ich solche Überschriften ganz bewusst reißerisch. Weiß ja genau, dass sich manche Vertreter tierisch darüber aufregen :-) Ich darf mir auch mal ein paar Späßchen erlauben!</p>
<h2>Neue Low-Carb Studie entkräftigt Taubes&#8216; Thesen</h2>
<p style="text-align: justify;">Tatsächlich aber werden in den kommenden Wochen die Ergebnisse der Hall-Studie veröffentlicht. Dr. Kevin Hall ist der Leiter der Studie. NuSI (<em>Nutrition Science Initiative</em>) ist das Institut, das u. a. <span class="link_removed" data-url=" http://garytaubes.com/2012/09/the-launch-of-the-nutrition-science-initiative/ ">Dieser Link existiert nicht</span>. Ziel ist es, Studien-Ergebnisse zu generieren, die uns dabei helfen, zu verstehen, warum Fettleibigkeit etc. überhaupt entsteht.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir erinnern uns kurz, Gary Taubes war der Typ, der die Low-Carb-Lawine losgetreten hat.</p>
<blockquote><p>Carbohydrates drive insulin drives fat</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Auf Deutsch: Kohlenhydrate sind der Grund, warum wir alle fett werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Taubes rief ein Institut ins Leben, das Wissenschaftler verpflichtete, die qualitativ hochwertige Ergebnisse liefern sollten bzw. sollen. Die Hall-Studie sah folgendes vor:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;"><span class="header3">Detailed Description:</span></p>
<div class="body3">
<p style="text-align: justify;">Popular weight loss strategies often prescribe targeted reduction of dietary carbohydrate or fat. Recent clinical trials in obese subjects have found that low-carbohydrate diets result in greater weight loss compared with low-fat diets on a time scale of months when diet adherence was likely the highest. One hypothesis regarding the mechanism of improved weight loss with low carbohydrate diets is that such diets significantly modify the body s hormonal milieu to influence metabolic regulation and energy expenditure. Low-carbohydrate diets may thereby offer a metabolic advantage over low fat diets. In addition, low-carbohydrate diets may also decrease hunger or increase satiety compared to low-fat diets.</p>
<p style="text-align: justify;">Determining the mechanism whereby one diet leads to greater weight loss than another is hampered by the inability to accurately measure food intake or physical activity in an outpatient setting. Thus, an inpatient feeding study lasting many weeks is required to accurately measure energy balance differences between isocaloric diets that differ in macronutrient composition. In this pilot multicenter cross-over study in 16 overweight and class I obese men, <strong>we will measure changes in energy expenditure in response to 4 weeks of inpatient feeding of a eucaloric, very low carbohydrate, ketogenic diet (5% Carbohydrate, 15% Protein, 80% Fat) immediately following an inpatient period of at least 4 weeks of consuming an energy balanced standard American diet (50% Carbohydrate, 15 % Protein, 35% Fat).</strong></p>
<p style="text-align: justify;">(<a href="https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT01967563?term=kevin+hall&amp;rank=2" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Referenz</a>)</p>
</div>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Also: Vier Wochen lang werden ein paar Übergewichtige genau überwacht, dürfen unterschiedliche Makronährstoffe, in unterschiedlichen Anteilen, konsumieren (siehe oben). Die Teilnehmer müssen ihre Kalorienzufuhr nach dem Verbrauch richten.</p>
<p style="text-align: justify;">Ziel: Beobachten, was mit dem Stoffwechsel passiert. Gibt es &#8222;metabolische Vorteile&#8220; bei ketogenen Diäten?</p>
<p style="text-align: justify;">Eigentlich, ganz ehrlich, sind mir die Ergebnisse egal. Weil ich aber weiß, wie es wieder eskalieren wird, stelle ich meinen Lesern vorab die Ergebnisse vor.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;"><strong>Es gibt keinen Unterschied (auch keine Stoffwechselvorteile oder -nachteile) zwischen &#8222;Normal&#8220; und &#8222;Keto&#8220;. </strong></p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Ich schrieb oben bereits: Es wird wieder eskalieren. Denn einige Hobby-Professoren werden wieder seitenlange Stellungnahmen über die nicht gemessenen Keton-Werte &#8230; und so weiter schreiben. (Wir erinnern uns: Vor einigen Monaten wurden bereits Ergebnisse von Hall veröffentlicht, die <a href="http://www.cell.com/cell-metabolism/abstract/S1550-4131(15)00350-2" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">in Cell Metabolism erschienen sind</a> und für ein großes Echo gesorgt haben.)</p>
<h2 style="text-align: justify;">Das Kohlenhydrat als Feind</h2>
<p style="text-align: justify;">Eigentlich müsste man sich auf der Welt nur einmal ein bisschen umschauen und die ideologischen Scheuklappen abnehmen, um zu realisieren, dass &#8222;das Kohlenhydrat&#8220; nie und nimmer der alleinige Verursacher unserer Probleme sein kann. Dass es ganze &#8222;Langlebigkeitszonen&#8220; (Blue Zones) auf der Welt gibt, wo quasi nur Stärke auf dem Speiseplan steht, dass es viele, viele Publikationen und Erfahrungsberichte gibt, die aufzeigen, dass man auch dann abnehmen kann, wenn man nur Kohlenhydrate isst bzw. wunderbar schlank bleiben kann, gerade mit einer kohlenhydratreicheren Ernährung. Dass es sämtliche, ja, sogar Zeitungsberichte gibt, wo Menschen spaßeshalber 20 Kilogramm mit Junkfood abgespeckt haben, dass sämtliche Stoffwechselanomalien eben nicht auf eine Ernährungsform, sondern auf den Ernährungsstatus (überfressen vs. normal) reagieren &#8230; Aber, was reden wir überhaupt? Wir haben ja mittlerweile wirklich genug geredet. Fazit: Lohnt nicht.</p>
<p style="text-align: justify;">Wer es nicht sehen will, der sieht es nicht.</p>
<p style="text-align: justify;">Ganz im Gegenteil, leider. Es gibt noch immer die Menschen, die ihre Ernährung leben und verbal verteidigen wie eine Religion. Die glauben, das Weltbild anderer Menschen drehe sich nur um das Kohlenhydrat, dabei ist es genau anders herum. Das Leben dieser Anti-Kohlenhydrat-Menschen dreht sich nur um das Kohlenhydrat. Die merken das gar nicht mehr.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Äpfel-mit-Birnen-Vergleich als Beweisführung</h2>
<p style="text-align: justify;">Mir ist es gerade vorgestern wieder passiert. Schwups bin ich auf der Seite eines &#8222;Influencers&#8220; gelandet, der uns in einem Video erklärt, wie viel Zucker (!!!) in einer bestimmten Menge Spaghetti enthalten ist. Während des Videos wundert sich der Darsteller noch, warum auf der Packung lediglich eine geringe Zucker-Menge auftaucht. Die Portion Spaghetti wird im Anschluss verglichen mit einer gewissen Stückzahl Zuckerwürfel.</p>
<p style="text-align: justify;">Natürlich kann man somit ein paar Leser beeindrucken. Zu viele!</p>
<p style="text-align: justify;">Ob diese Menschen auch wissen, dass in einem Körper gut und gerne die Kohlenhydrat-Menge aus einem Kilogramm Spaghetti gespeichert werden kann? Dass das eine gängige, täglich millionenfach angewandte Praxis bei Sportlern ist? Wie viele Zuckerwürfel wären das wohl? Wohlgemerkt: Das ist normal! Die Fähigkeit zur Speicherung von Kohlenhydraten als Glykogen, nicht als Fett. Das ist normal. Wenn der Körper das nicht mehr kann, dann ist er krank. Verstanden? <strong>Krank</strong> ist nicht <strong>Normal</strong>.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Schlimmste ist, dass im Video nicht einmal klar definiert wird, was der Unterschied zwischen Zucker und Glukose ist. Stattdessen wird darauf verwiesen, dass es dem Körper völlig egal ist, woher die Glukose kommt.</p>
<p style="text-align: justify;">Auf derselben Internetseite kann man sich das <a href="https://genetisches-maximum.de/kohlenhydrate/was-robert-lustig-wirklich-ueber-kohlenhydrate-sagte/">Dr.-Lustig-Video</a> anschauen, wo der Unterschied ja genauestens definiert wird. Ob sich der Influencer seine eigenen Referenzen überhaupt anguckt?</p>
<p style="text-align: justify;">Weil wir hier bei edubily und nicht auf einer x-beliebigen, ideologisch angehauchten Low-Carb-Seite sind, hier noch einmal der Grund, warum die Zucker-Menge, die wir auf der Spaghetti-Packung finden, so niedrig ausfällt: Spaghetti besteht aus Stärke. Stärke wiederum besteht aus Glukose. Zu einem kleinen Teil ist auch Zucker enthalten, der in der Fachsprache Saccharose heißt. Einen großen Schritt hätten sämtliche Autoren getan, wenn sie einmal klar definieren würden, was Zucker bei ihnen oder umgangssprachlich überhaupt bedeutet.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Zucker? Welcher &#8222;Zucker&#8220;?</h2>
<p style="text-align: justify;">Also: Glukose und Saccharose (meinetwegen auch: Haushaltszucker) unterscheiden sich in ihrem chemischen Aufbau, aber auch in der Wirkung und es ist wohl ein Unterschied, was von beiden gegessen wird. Auch wenn Saccharose zu einem Teil (50:50) aus Glukose besteht, ändern wir das Szenario (den Kontext) durch die gleichzeitige Anwesenheit von Fruktose (50 %). Um das besser zu verstehen, reicht es, diesen Blog zu kennen oder noch einmal das <a href="https://genetisches-maximum.de/kohlenhydrate/was-robert-lustig-wirklich-ueber-kohlenhydrate-sagte/">Video von Dr. Lustig</a> anzugucken. Dort erklärt er den Unterschied deutlich, was aber von vielen anscheinend nicht verstanden wird.</p>
<p style="text-align: justify;">Die nämlich machen aus dem weißen Haushaltszucker Zucker, aus Stärke Zucker, aus Glukose Zucker, aus Fruktose Zucker, aus Laktose Zucker &#8230; die machen aus allem einfach &#8222;Zucker&#8220;.</p>
<p style="text-align: justify;">Und Zucker macht Zucker, also Zucker-krank, also Diabetes &#8230; und Insulinresistenz. Man merkt hoffentlich die Ironie.</p>
<p style="text-align: justify;">Seien wir fair: Saccharose (Haushaltszucker) kann tatsächlich dabei helfen, eine metabolische Entgleisung (Insulinresistenz und Co.) herbeizuführen (auch hier: Lustig-Video). Aber &#8230; Gilt das unter allen Umständen? Bei wie viel Gramm? Muss man dafür eine hyperkalorischen Situation kreieren? Ist ein bisschen komplizierter.</p>
<p style="text-align: justify;">Trotzdem: Saccharose ist mitnichten ein Synonym für alle Kohlenhydrate auf der Welt. So viel Differenzierung kann man verlangen, oder? Der Körper kann das auch wunderbar differenzieren. Deshalb gibt es Glukose-Transporter, keine &#8222;Zucker&#8220;-Transporter. Also selektive Transporter, die den Unterschied genau erkennen. Dir fällt doch auch er Unterschied zwischen einem Schäferhund und einem Dackel auf, oder? Beides sind Hunde, aber wohl ein bisschen unterschiedlich. Dir ist auch klar, dass du kein Gorilla bist und dass Äffchen sich schon ein bisschen unterscheiden von dir (obwohl &#8230;) &#8211; trotz der Tatsache, dass wir alle Menschenaffen sind. Und so weiter. Nur weil etwas ähnlich ist, ist es nicht gleich.</p>
<p style="text-align: justify;">Also: Den Stärke-Gehalt der Spaghetti in Form von Zuckerwürfel darzustellen ist nicht gerade ein Experiment höchster wissenschaftlicher Güte, um es einmal nett zu formulieren. Mal abgesehen von der psychologischen Wirkung, die man damit erreichen will &#8211; was sich bekannte deutsche Tageszeitungen ebenfalls zunutze machen.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Wenn schon, denn schon</h2>
<p style="text-align: justify;">Diese ganzen Halbwahrheiten und populistischen Aussagen sind einfach nur eine Qual, tun weh. Videos, wie oben beschrieben, gucke ich mir eigentlich gar nicht mehr an. Das, was eine emotionale Reaktion in mir auslöst, sind die vielen, vielen Leute, die da Applaus klatschen. Und sich dann auch nicht schämen, ihr neu erworbenes Wissen auf andere Seiten zu klatschen und die Botschaft weiterzutragen. Völlig ohne Hintergrundwissen oder differenzierte Analyse (dafür müsste man ja auch mal Nicht-Low-Carb-Lektüren und -Internetseiten lesen).</p>
<p style="text-align: justify;">Wer Erfolg mit seiner Sache hat, der soll dabei bleiben und glücklich werden. Wer den Schnabel aufmachen und anderen eine Geschichte erzählen will, der sollte es mit ordentlicher Beweisführung tun. Daran scheitert es dann immer.</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/low-carb/low-carb-studie-abnehmen/">Der Genickbruch für Low-Carb – Diese Studie solltest du kennen</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://genetisches-maximum.de/low-carb/low-carb-studie-abnehmen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>29</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Warum Kohlenhydrate essentiell für dich sind</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/low-carb/kohlenhydrate-sind-fuer-dich-essentiell/</link>
					<comments>https://genetisches-maximum.de/low-carb/kohlenhydrate-sind-fuer-dich-essentiell/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Phil Böhm]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Mar 2016 13:11:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Low Carb]]></category>
		<category><![CDATA[Hormone]]></category>
		<category><![CDATA[Kohlenhydrate]]></category>
		<category><![CDATA[no carb]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://genetisches-maximum.de/?p=6317</guid>

					<description><![CDATA[<p>&#160; Sie sind das Ernährungsthema schlechthin. Über sie wird mittlerweile nicht mehr nur in Internetforen, Fachbüchern oder Fitnesszeitschriften geschrieben. Auch in den TV-Magazinen und erschreckenderweise sogar bei Feiern in meiner Familie wird darüber gesprochen: Die [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/low-carb/kohlenhydrate-sind-fuer-dich-essentiell/">Warum Kohlenhydrate essentiell für dich sind</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Sie sind </span><b>das</b><span style="font-weight: 400;"> Ernährungsthema schlechthin. Über sie wird mittlerweile nicht mehr nur in Internetforen, Fachbüchern oder Fitnesszeitschriften geschrieben. Auch in den TV-Magazinen und erschreckenderweise sogar bei Feiern in meiner Familie wird darüber gesprochen: Die </span><a href="https://genetisches-maximum.de/kohlenhydrate/kohlenhydrate-tabelle-zum-ausdrucken/"><b>Kohlenhydrate</b></a><span style="font-weight: 400;"> *schauder*</span></p>
<h2 style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Kohlenhydrate zum Leben?</span></h2>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Bei edubily nehmen wir die unschuldigen Carbs schon immer in Schutz. Zum Überleben braucht der Mensch sie jedoch nicht. Laut Definition sind sie nicht essentiell. </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Die theoretische Untergrenze, die der Mensch benötigt, liegt bei null, da unser Körper ein Meister des Kompensierens ist. Er ist ein Künstler in der Anpassung und kommt mit fast allen Umwelteinflüssen klar. </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Was er nicht kompensieren kann und auf Dauer zum Überleben braucht, sind dann die essentiellen Stoffe: Dazu gehören bestimmte:</span></p>
<ul>
<li style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;"> Aminosäuren</span></li>
<li style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Fettsäuren</span></li>
<li style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Vitamine</span></li>
<li style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Mineralien</span></li>
<li style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Spurenelemente</span></li>
<li style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">und natürlich Wasser</span></li>
</ul>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Kohlenhydrate fehlen bei dieser Auflistung. </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Würde man dich im Norden Kanadas aussetzen und du müsstest dich von Robben ernähren, also No-Carb, würde dein Körper alle Funktionen aufrechterhalten und überleben.  </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">An dieser Stelle hören leider viele auf zu denken: Kohlenhydrate? Brauch ich also nicht. </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Jetzt kommt das große ABER.    </span></p>
<h2 style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Warum Kohlenhydrate FÜR DICH essentiell sind   </span></h2>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Dass Kohlenhydrate laut Definition nicht essentiell sind, bedeutet nicht, dass du sie nicht für eine hohe Lebensqualität benötigst.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Wir wollen doch alle nicht nur </span><i><span style="font-weight: 400;">leben</span></i><span style="font-weight: 400;">, wir wollen </span><i><span style="font-weight: 400;">gut leben</span></i><span style="font-weight: 400;">: Wir haben den Anspruch sportliche Leistung abrufen zu können, gut gelaunt zu sein, wollen Freude am anderen Geschlecht haben usw. &#8230;</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Ohne Frage, Andere kommen vielleicht trotz Kohlenhydrat-Verzicht super klar. Sie sind daran adaptiert, Ihr Körper ist auf diesen Lifestyle ausgelegt und können beispielsweise erfolgreich Ultra-Läufe bestreiten. Mache nicht den Fehler und gehe davon aus, dass das automatisch auch für dich gilt!</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Unserer Erfahrung nach ist es leider wahrscheinlicher, dass dein Energielevel im Keller ist, du schlecht schläfst oder deine Hormone verrückt spielen. </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Die bittere Wahrheit: Oft wurden diese Probleme ausgelöst, oder zumindest verstärkt, durch die undifferenzierte Annahme, dass Kohlenhydrate schlecht für uns seien.   </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Nehmen wir als Beispiel Testosteron. Aufgrund unseres westlichen Lebensstils ist ein niedriger Testosteron-Level bei Männern nichts Ungewöhnliches mehr. Ist jemand davon betroffen, ist es wohl nicht die beste Idee zusätzlich auf Low-Carb zu setzen. Kurzfristig eignen sich (Very-)Low-Carb-Diäten durchaus, um das überschüssige Fett loszuwerden und somit der Aromatisierung des Testosterons entgegenzuwirken. Langfristig betrachtet aber, brauchen der Körper anabole Reize, um anabole Hormone bilden zu können. </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">1987 teilten Wissenschaftler Männer dazu in zwei Gruppen<span id='easy-footnote-2-6317' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/low-carb/kohlenhydrate-sind-fuer-dich-essentiell/#easy-footnote-bottom-2-6317' title='Anderson et al. &amp;#8222;Diet-hormone interactions: protein/carbohydrate ratio alters reciprocally the plasma levels of testosterone and cortisol and their respective binding globulins in man.&amp;#8220; Life Sci. (1987) 4;40(18):1761-8.'><sup>2</sup></a></span>. Bei der gleichen Kalorienanzahl bekam die eine Gruppe Low-Carb zu essen, die andere einen höheren Kohlenhydratanteil. Wundert dich, dass die Low-Carb’ler nach 10 Tagen niedrigere Testosteron-Level hatten?</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Gleichen Spiel mit Cortisol, dem “Stresshormon”, dem Gegenspieler des Testosterons. Bei 32 richtig gut trainierten Triathlen konnte man nach sechs Tagen mit hohem Kohlenhydratanteil den Cortisol-Level senken und so Übertrainings-Symptome deutlich reduzieren<span id='easy-footnote-3-6317' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/low-carb/kohlenhydrate-sind-fuer-dich-essentiell/#easy-footnote-bottom-3-6317' title='Costa et al. &amp;#8222;&lt;/span&gt;The effects of a high carbohydrate diet on cortisol and salivary immunoglobulin A (s-IgA) during a period of increase exercise workload amongst Olympic and Ironman triathletes.&lt;span style=&quot;font-weight: 400;&quot;&gt;&amp;#8220; Int J Sports Med. 2005 26(10):880-5.'><sup>3</sup></a></span>. Du weißt, was das für deren T-Level bedeutete.  </span></p>
<p style="text-align: justify;">Seien wir fair: Der Körper dieser Herrschaften könnte auch adaptieren. Dennoch zeigt die Erfahrung, dass insbesondere strenge Kohlenhydratreduktion das hormonelle Milieu ungünstig beeinflusst, vor allem mit Blick auf die eben genannten anabolen Hormone.</p>
<h2 style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Zyklen braucht es </span></h2>
<p style="text-align: justify;">Damit wir uns nicht falsch verstehen: Auch edubily hält es für sinnvoll, sowohl mit Kalorien als auch mit Kohlenhydraten zu &#8222;spielen&#8220;. Der Körper liebt allerdings das Mäßige, er liebt die Zyklen. Nichts schadet in der Regel mehr als der chronische Aspekt einer Intervention. In diesem Punkt war Ori Hofmekler, der Erfinder der &#8222;Warrior diet&#8220;, ein absoluter Vorreiter. Für ihn war es essentiell, der ganzen Ernährungsgeschichte einen Rhythmus zu verpassen &#8211; weg von der Dauer-Ketose, aber auch weg von der Kohlenhydrat-Mast.</p>
<p style="text-align: justify;">Tatsächlich zeigt sich, dass wir auch auf Zell- und Metabolismus-Ebene davon profitieren: Wir werden metabolisch flexibel. Zum einen trainieren wir den Körper darauf, sowohl Fett, als auch Kohlenhydrate optimal zu nutzen. Zum anderen sorgt diese Fluktuation dafür, dass wir &#8222;runde Zyklen&#8220; entstehen lassen. Wieso &#8222;rund&#8220;? Weil wir sehr schön studieren können, dass der Körper sowohl Anabolismus, als auch Katabolismus braucht, um eine optimale Anpassung zu gewährleisten.</p>
<p style="text-align: justify;">Das beste Beispiel dafür ist Sport: Erst werden wir katabol. Doch Fortschritte können wir nur dann machen, wenn wir im Zuge der Regeneration &#8230; anabol werden. Das ist ein &#8222;runder Zyklus&#8220; &#8211; eben auf Trainingsebene.</p>
<p style="text-align: justify;">Genau so solltest du auch deinen Ernährungsplan gestalten.</p>
<h2 style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Kohlenhydrate sind nicht gleich Kohlenhydrate</span></h2>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Häufig müssen Kohlenhydrate als Sündenbock herhalten. Sie werden als Synonym für ungesundes Essen missbraucht. </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Ein Beispiel: Die gute alte Tiefkühl-Pizza. Sind da die enthaltenen Kohlenhydrate das “Ungesunde”? Oder liegt es vielmehr an den Begleitstoffen im Weizen (<a href="https://genetisches-maximum.de/tipps/gluten-verzicht-abnehmen/">Gluten</a>, WGA …), dem hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren aus Massentierhaltung (<a href="https://genetisches-maximum.de/fette/palmitinsaure/">Palmitinsäure</a>), den vielen künstlichen Zusatzstoffen, der Plastikverpackung oder &#8230; liegt es am Synergismus der beteiligten Substanzen? Hochraffinierte Kohlenhydrate in Verbindung mit gesättigten Fettsäuren &#8211; alleine diese Kombination ist &#8222;Gift&#8220; für den Körper. </span></p>
<p style="text-align: justify;">Wer ist nun also schuld? Wir können definitiv festhalten: Eine Monokausalität gibt es hier nicht.</p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">75 g Kohlenhydrate liefert eine Salami-Pizza aus dem Tiefkühlfach. So viel wie fast ein halbes Kilo Süßkartoffeln. Beides wahrscheinlich mit extrem unterschiedlicher Wirkung auf deinen Körper. </span></p>
<h2><span style="font-weight: 400;">Fazit</span></h2>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Was heißt das für uns? Sind Kohlenhydrate nun gut oder schlecht? Wir mögen es gerne einfach. </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Grundsätzlich sind sie gut und haben ihre Berechtigung in der Ernährung. Aber nicht für jeden im gleichen Ausmaß, in jeder Form, immer und überall. In bestimmten Fällen, wie zur temporären Gewichtsreduzierung oder als Intervention bei bestimmten Erkrankungen könnte Low-Carb Sinn machen. </span></p>
<p style="text-align: justify;">Am liebsten hat der Körper den Mix, die Zyklen. Das sollte das Ziel sein. Am besten du beginnst damit, dich um deine Insulin-Sensitivität zu sorgen. Das ist sicher der erste und beste Schritt in die richtige Richtung. Besser, als ganz stur einen Hass (oder Angst) gegen Kohlenhydrate zu entwickeln.</p>
<p style="text-align: justify;">PS: Manche Menschen brauchen zunächst einen strengen Katabolismus, um den Stoffwechsel wieder ins Lot zu bringen. Doch was passiert, wenn wir wieder gesund sind? Genau hier setzt der Artikel an.</p>
<p style="text-align: justify;">PPS: Wer Sport treibt und sich bewegt, darf sich auch mal eine Pizza gönnen :-)</p>
<h3 style="text-align: justify;">Referenzen</h3>
<p style="text-align: justify;"><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/low-carb/kohlenhydrate-sind-fuer-dich-essentiell/">Warum Kohlenhydrate essentiell für dich sind</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://genetisches-maximum.de/low-carb/kohlenhydrate-sind-fuer-dich-essentiell/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>14</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gluten: Kann der Verzicht beim Abnehmen helfen?</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/tipps/gluten-verzicht-abnehmen/</link>
					<comments>https://genetisches-maximum.de/tipps/gluten-verzicht-abnehmen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Aug 2015 20:17:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[Fettspeicherung]]></category>
		<category><![CDATA[Insulin-Resistenz]]></category>
		<category><![CDATA[Kohlenhydrate]]></category>
		<category><![CDATA[Leptin]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://genetisches-maximum.de/?p=4522</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der durchschlagende Erfolg diverser Ernährungskonzepte liegt nicht nur darin begründet, dass Makronährstoffanteile verändert werden. Insbesondere im Hinblick auf die Kohlenhydratrestriktion. Wir sollten uns fragen, welche Begleitursachen (Confounder) diese Korrelation zwischen Kohlenhydratrestriktion und Körperfettverlust hat. Denn [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/tipps/gluten-verzicht-abnehmen/">Gluten: Kann der Verzicht beim Abnehmen helfen?</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Der durchschlagende Erfolg diverser Ernährungskonzepte liegt nicht nur darin begründet, dass Makronährstoffanteile verändert werden. Insbesondere im Hinblick auf die Kohlenhydratrestriktion.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir sollten uns fragen, welche Begleitursachen (Confounder) diese Korrelation zwischen Kohlenhydratrestriktion und Körperfettverlust hat.</p>
<p style="text-align: justify;">Denn bei aller Wissenschaft: Mir ist klar, dass Tausende Menschen Erfolg mit einer Low-Carb-Intervention haben.</p>
<p style="text-align: justify;">Zumindest auf anekdotischer Ebene.</p>
<p style="text-align: justify;">Warum sich die metabolische Gesundheit bei Interventionen wie &#8222;Paleo&#8220; verbessert, hängt mit einer Vielzahl an veränderten Variablen zusammen.</p>
<p style="text-align: justify;">Eine Variable könnte die Glutenfreiheit dieser Ernährungsformen sein.</p>
<p style="text-align: justify;">Dazu präsentiere ich heute eine kleine Studie. Zwar nur an Mäusen, aber die Ergebnisse geben zu denken.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Der Studien-Aufbau</h2>
<p style="text-align: justify;">Die Mäuse werden in zwei Gruppen aufgeteilt:</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>glutenfrei gefüttert (GF)</li>
<li>glutenreich (4,5 %) gefüttert (Kontrolle)</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Jetzt verabreicht man ihnen die klassische Mastdiät. Viele Kohlenhydrate plus Fett (&#8222;high fat&#8220;). Nagetiere bekommen als Standardchow, also als Standardnahrung, normalerweise Mais und Casein plus Vitamine und so weiter &#8211; eine klassische kohlenhydratreiche, fettarme Ernährung. Die Tiere kommen damit sehr gut aus.</p>
<p style="text-align: justify;">Man misst:</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Körpergewicht</li>
<li>Fettzunahme(n)</li>
<li>Immunzellen-Infiltration und Zytokin-Produktion im Fettgewebe (Entzündungsreaktion)</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">(Bei zunehmender oder schnell wachsender Fettmasse entzündet sich das Fettgewebe, was Auswirkung auf metabolische Parameter wie Insulinresistenz etc. hat.)</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Blutfettwerte</li>
<li>Blutzucker</li>
<li>Insulinresistenz</li>
<li>Adipokine wie Adiponectin</li>
<li>PPARalpha (ein Marker für die Stoffwechselgesundheit der Zelle)</li>
<li>Lipoprotein-Lipase (Enzym, das Blutfett in die Zellen schleust)</li>
<li>HSL (Enzym, das für die Fettsäurefreisetzung verantwortlich ist)</li>
<li>CPT-1 (Enzym, das Fettsäuren über die mitochondriale Membran transportiert)</li>
<li>Insulinrezeptor</li>
<li>GLUT4 (Glukose-Transporter)</li>
</ul>
<h2 style="text-align: justify;">Resultate</h2>
<p style="text-align: justify;">Vorsicht bei der Interpretation: Aufgrund der Skala-Wahl, verleitet das Diagramm, falsche Prozentzahlen zu sehen.</p>
<p style="text-align: justify;">Schauen wir uns die Grafiken an:</p>
<h3 style="text-align: justify;">Veränderung der Körperkomposition/Fettgewebe</h3>
<p style="text-align: justify;"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4525" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/08/pic-1.png" alt="pic-1" width="640" height="426" /></p>
<p style="text-align: justify;">Die Kontrollgruppe (mit viel Gluten in der Ernährung):</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>A </strong>wiegt <strong>circa 15 %</strong> mehr</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>B</strong> hat <strong>circa 50 %</strong> mehr Epidymalfett (als Marker des Viszeralfetts)</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>C</strong> hat <strong>5 %</strong> mehr Fett im Fettgewebe</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>D</strong> hat <strong>&gt; 50 %</strong> größere Fettzellen</p>
<p style="text-align: justify;">Kurzum: Beide Gruppen zeigen eine deutlich veränderte Körperkomposition. Bei der glutenfreien Ernährung ist der Impact allerdings viel geringer.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Zytokine des Fettgewebes (Adipokine)</h3>
<p style="text-align: justify;"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4524" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/08/pic-2.png" alt="pic-2" width="538" height="844" /></p>
<p style="text-align: justify;">Die linke Seite der Diagramme zeigt die Genexpression an und die rechte Seite das, was im Blut ankommt. Nicht immer steigert eine erhöhte Genexpression auch die Protein-Konzentration (z. B. im Blut).</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>A</strong> Die Kontroll-Tiere hatten über 300 % mehr <em>Leptin</em> im Blut. Leptin wird in den Fettzellen gebildet und unterdrückt normalerweise den Hunger. Es sei denn: Es wirkt nicht mehr richtig. Dann muss mehr Leptin produziert werden. (Wichtig: Es scheint so zu sein, dass Weizen von Haus aus besser sättigt. Solange die Rezeptor-Empfindlichkeit gegeben ist. Dazu später mehr.)</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>B</strong> <em>Resistin</em> heißt deshalb so, weil man es Mäusen injizierte, die darauf hin eine Insulinresistenz entwickelten. Die Fettmasse per se scheint die Resistin-Konzentration nicht zu beeinflussen. Allerdings wird es auch hauptsächlich im Viszeralfett produziert. Es erhöht u. a. das LDL-Cholesterin. Hier: Die GF-Mäuse haben nur circa 70 % Resistin im Blut im Vergleich zur Kontrollgruppe.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>C</strong> <em>Adiponectin</em> ist eine gute Sache. Dieser Botenstoff erhöht die Insulinsensitivität. Nicht nur im Fettgewebe, sondern auch im Muskel. Der Unterschied in beiden Gruppen ist nicht dramatisch, beläuft sich auf weniger als 10 %.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Stoffwechselgesundheit</h3>
<p style="text-align: justify;"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4523" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/08/pic-3.png" alt="pic-3" width="640" height="663" /></p>
<p style="text-align: justify;">Dieser Teil ist äußerst interessant. Hier sehen wir das, was man als metabolische Gesundheit bezeichnet.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>A</strong> Der Glukose-Wert beträgt in der GF-Gruppe lediglich circa 73 % des Glukose-Werts der Kontrollgruppe</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>B</strong> Der Insulin-Wert liegt um ~ 50 % höher in der Kontrollgruppe</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>C</strong> Die Insulinresistenz (gemessen anhand des  HOMA-IR) war nur circa halb so stark ausgeprägt in der GF-Gruppe</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>E</strong> Die GF-Gruppe hat <strong>viermal </strong>mehr Insulin-Rezeptoren &#8230; und <strong>nahezu doppelt</strong> so viele Glukose-Transporter!</p>
<p style="text-align: justify;">(Ich darf anmerken: Genau an dieser Sache scheitern letztendlich deine Bemühungen, wenn es um Glukose-Toleranz geht!)</p>
<h3 style="text-align: justify;">Genexpression des Fettgewebes</h3>
<p style="text-align: justify;"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4528" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/08/1-s2.0-S0955286312002264-gr4.jpg" alt="1-s2.0-S0955286312002264-gr4" width="261" height="558" /></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>A</strong> <em>LPL</em> (Lipoprotein-Lipase) ist das Enzym, das Blutfette spaltet und somit dafür sorgt, dass Fettsäuren in Fettzellen aufgenommen werden. Was auf den ersten Blick widersprüchlich aussieht, ist in diesem Szenario wichtig. Denn mehr LPL kann den Anstieg von Blutfetten (z. B. Triglyceriden) verhindern. Gleichzeitig, und das ist bemerkenswert, ist die Genexpression der <em>HSL</em> dramatisch erhöht (&gt; 400 %), was die Fettsäure-Freisetzung erhöht oder entsprechend verringert, wenn weniger HSL da ist.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>B</strong> <em>CPT-1</em> ist das Enzym, das, zusammen mit<em> L-Carnitin</em>, Fettsäuren über die mitochondriale Membran transportiert. Hier ist die Expression des CPT-1 deutlich geringer als in der GF-Gruppe.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>C</strong> Auch <em>PPARalpha</em>-Expression, als Marker für die zelluläre Stoffwechselgesundheit, ist deutlich erhöht in der GF-Gruppe relativ zur Kontrollgruppe.</p>
<p style="text-align: justify;">Diese Punkte weisen sehr deutlich auf eine modulierte (hier: verbesserte) Fettsäure-Utilisation seitens der GF-Gruppe hin.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Entzündungen im Fettgewebe</h3>
<p style="text-align: justify;">Hier gibt es keine Grafik von mir. Allerdings war der IL-6-Wert circa dreimal so hoch in der Kontroll-Gruppe. Auch TNFalpha &gt; 60 % höher konzentriert im Fettgewebe der Kontrolltiere.</p>
<p style="text-align: justify;">Soll heißen: Das Fettgewebe war im Vergleich zur GF-Gruppe stark entzündet.</p>
<p style="text-align: justify;">Dies hat systematische Folgen: Zum Beispiel Insulinresistenz (siehe oben).</p>
<p style="text-align: justify;">(Vgl., Soares, 2013)</p>
<h2 style="text-align: justify;">Gluten, ein dickmachendes Pflanzenprotein?</h2>
<p style="text-align: justify;">Eine andere Studie.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir konsumieren ständig Pflanzenproteine, heute sogar gängig: Soja- (Konzentrate, Isolate, Hydrolysate), Erbsen- und Reisproteine etc.</p>
<p style="text-align: justify;">Gluten ist nichts weiter als ein Protein. Vom Weizen.</p>
<p style="text-align: justify;">Interessante Schlüsselthesen kommen von einer anderen Arbeit.</p>
<p style="text-align: justify;">Dort studierte man die Wirkung von einzelnen Pflanzenproteinen bezüglich einer möglichen Veränderung der Körperkomposition &#8211; an Ratten.</p>
<p style="text-align: justify;"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4532" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/08/Gluten1.png" alt="Gluten" width="782" height="554" /></p>
<p style="text-align: justify;">Hier hat man Ratten zunächst gemästet. In der isokalorischen Phase durften die Ratten verschiedene Pflanzenproteine konsumieren.</p>
<p style="text-align: justify;">Diese Phase ging, wie oben zu sehen, acht Wochen lang.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Bemerkenswerte ist, dass alle Gruppen weiterhin Gewicht zunahmen.</p>
<p style="text-align: justify;">Sehr schön zu sehen ist, dass die Proteinquelle Gluten (rot), das Körpergewicht zusätzlich steigerte im Vergleich zur Kontrollgruppe (orange).</p>
<p style="text-align: justify;">Einzig das hydrolysierte Maisprotein (<em>CGH</em>) zeigte gewichtsreduzierende Eigenschaften. (Laut Autoren wohl aufgrund des hohen Leucinanteils.)</p>
<p style="text-align: justify;">(Vgl., Kim, 2012)</p>
<h3 style="text-align: justify;">Schlussfolgerung und Limitationen</h3>
<p style="text-align: justify;">Die erstbeschriebene Arbeit zeigt eine Sache schön auf: Metabolische Situationen können, <strong>trotz gleicher Makronährstoffzufuhr</strong>, extrem verschieden sein! Hier aufgrund der Tatsache, dass zusätzlich Gluten gefüttert wurde.</p>
<p style="text-align: justify;">Nun, ich weiß, dass eine glutenfreie Ernährung für viele von euch zum Alltagsgeschäft gehört und dieser Post offensichtlich keine neuen Erkenntnisse zeigt.</p>
<p style="text-align: justify;">Allerdings finde ich die Zahlen, die Dimensionen so spannend!</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Nahezu doppelt so viele Glukose-Transporter in der GF-Gruppe! </strong></p>
<p style="text-align: justify;">300 g Kohlenhydrate aus Brot könnten sich deutlich unterscheiden von 300 g Kohlenhydraten aus Kartoffeln.</p>
<p style="text-align: justify;">Der springende Punkt ist: Wir wollen alle gerne unsere Glukosetoleranz optimieren und sollten daher Wege finden, dies effizient zu realisieren.</p>
<p style="text-align: justify;">Hier ist eine Möglichkeit.</p>
<p style="text-align: justify;">Fraglich bleibt der Real-Life-Impact: Zum einen sind wir keine Ratten (auch wenn gewisse Signalwege evolutiv konserviert sind) und zum anderen war der Glutenanteil in der Nahrung der Tiere recht hoch. Zumindest im Vergleich zu realistischen Dosen im menschlichen Dasein. Soll heißen: Keiner ernährt sich ausschließlich von Weizen.</p>
<p style="text-align: justify;">Plus: Wir können nicht sagen, ob es einen Confounder gibt im Sinne einer für uns nicht einsehbaren Variablen, die das Ganze beeinflusst. Eine High-Fat-Ernährung induziert bei Ratten beispielsweise eine intestinale Durchlässigkeit (= &#8222;leaky gut&#8220;), woraus sich von Haus aus metabolische Anomalien ergeben. Gibt man nun noch Gluten hinzu, könnte das einen Synergismus ergeben.</p>
<p style="text-align: justify;">Dennoch, und das finde ich wichtig, zeigt die Arbeiten, dass Gluten <em>potenziell </em>starken Einfluss auf einen Organismus haben <em>kann</em>.</p>
<p style="text-align: justify;">Weitere Frage sind: Ist das Ganze dosisabhängig, gibt es einen Schwellenwert und gilt das auch für uns Menschen?</p>
<p style="text-align: justify;">Interessant!</p>
<p style="text-align: justify;">Man kann sich fragen, ob ein erhöhter Glutenkonsum in unserer Vergangenheit ein selektiver Vorteil war. Uns also geholfen hat zu überleben. Denn Substanzen, die uns helfen, Makronährstoffe effizienter werden zu lassen im Sinne einer effizienteren Energieausbeute, hätten uns helfen können. Denn im Gegensatz zu Heute, gab es Zeiten in der Menschheitsgeschichte, wo solche &#8222;schnell dickmachende&#8220; Nahrungsmittel hoch vorteilhaft waren.</p>
<p style="text-align: justify;">Einmal von anderen Aspekten abgesehen:</p>
<p style="text-align: justify;">Der Immunologe Aristo Vojdani meint: Gluten und Casein (Milchprotein) wirken wie Heroin oder andere Schmerzmittel. Denn Gluten enthalte Gluteomorphine. Casein entsprechend Casomorphine, die Effekte von Heroin und Morphin im Gehirn mimen können. Gut, das ist nichts Neues, der Mensch lebt gerne &#8222;auf Drogen&#8220; (Koffein, Alkohol, Nikotin, THC, Pornos (!) und so weiter) &#8211; allerdings tun die Entzugserscheinungen weh.</p>
<p style="text-align: justify;">Drogen helfen uns mit dem Leben zu copen.</p>
<p style="text-align: justify;">Gestern meinte eine Bekannte zu mir: Lecker, der Cheeseburger bei McD würde auch wunderbar ohne Fleisch schmecken.</p>
<p style="text-align: justify;">Stimmt! Käse und Brot reichen aus. Siehe oben :-)</p>
<h2 style="text-align: justify;">Literatur</h2>
<p>Kim, Joo-Hee; Lee, Hyo-Jung; Kim, Ji-Yeon u. a. (2012): &#8222;Plant Proteins Differently Affect Body Fat Reduction in High-fat Fed Rats&#8220;. In: <i>Preventive Nutrition and Food Science</i>. 17 (3), S. 223-227, DOI: 10.3746/pnf.2012.17.3.223.</p>
<p>Soares, Fabíola Lacerda Pires; de Oliveira Matoso, Rafael; Teixeira, Lílian Gonçalves u. a. (2013): „Gluten-free diet reduces adiposity, inflammation and insulin resistance associated with the induction of PPAR-alpha and PPAR-gamma expression“. In: <i>The Journal of Nutritional Biochemistry</i>. 24 (6), S. 1105-1111, DOI: 10.1016/j.jnutbio.2012.08.009.</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/tipps/gluten-verzicht-abnehmen/">Gluten: Kann der Verzicht beim Abnehmen helfen?</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://genetisches-maximum.de/tipps/gluten-verzicht-abnehmen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>10</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
