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	<title>vegan - Biochemie für dein genetisches Maximum</title>
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	<description>Der Blog von Chris Michalk &#38; Phil Böhm. Seit 2014.</description>
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	<title>vegan - Biochemie für dein genetisches Maximum</title>
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	<item>
		<title>Taurin-Mangel macht Männer unfruchtbar</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 May 2018 12:32:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aminosäuren]]></category>
		<category><![CDATA[taurine]]></category>
		<category><![CDATA[vegan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#160; Immer wieder gestritten wird um die Frage nach der &#8222;originalen Ernährung des Menschen&#8220;. Verständlicherweise. Der Rahmen, indem wir uns bewegen, ist dabei schnell gefunden: Es gibt keine natürlich lebende Population, die sich ausschließlich von [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p>Immer wieder gestritten wird um die Frage nach der &#8222;originalen Ernährung des Menschen&#8220;. Verständlicherweise. Der Rahmen, indem wir uns bewegen, ist dabei schnell gefunden:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Es gibt keine natürlich lebende Population, die sich ausschließlich von Pflanzen ernährt.</strong></p>
<p>Gibt es wirklich nicht. Kann es auch nicht geben, weil diese Menschen in der freien Wildbahn langfristig nicht überleben würden. Bitte, wir sollten darüber wenigstens eine Sekunde lang nachdenken! Ein Mensch in der freien Wildbahn, der sich nur von Pflanzen ernährt, kann nicht überleben.</p>
<h2>Tierische Lebensmittel sind &#8222;effizient&#8220;</h2>
<p>Das ist alles relativ simpel. Wer&#8217;s nicht glaubt, kann selbst mal nachmessen: Fleisch ist beispielsweise das einzige Lebensmittel, das uns ausreichend mit <a href="https://genetisches-maximum.de/erfahrungsberichte/eisenglycinat-erfahrungen/">Eisen</a> versorgen kann. Wer kein Fleisch isst, wird, auch wenn er sich viel Mühe gibt, seine Eisen-Speicher niemals füllen können.</p>
<p>Geht natürlich noch weiter:</p>
<ul>
<li>100 bis 200 g Leber pro Woche (!) versorgt den Körper mit dem Tagesbedarf an <a href="https://genetisches-maximum.de/mikronaehrstoffe/kupfer-problem/">Kupfer</a>.</li>
</ul>
<p>Jeder, der sich damit mal befasst hat, wird wissen, wie schwer es ist, die vom Kupfer-Spezialisten Dr. Klevay geforderten 2 bis 3 mg Kupfer pro Tag in den Körper zu bekommen. Denn selbst wenn es mit einer fleischlosen Kost rein rechnerisch möglich wäre &#8230; in Pflanzen gibt es zu viele Stoffe, die die Kupfer-Aufnahme erschweren. Im Fleisch hingegen liegt die Kupfer-Verbindung vor, die vom Körper am besten aufgenommen wird.</p>
<ul>
<li>100 bis 200 g Leber pro Woche füllen darüber hinaus die Vitamin-A- und B12-Speicher. Und zwar spielend leicht.</li>
</ul>
<p>Wir könnten so weitermachen. Fakt ist: Ein Mensch kann, wenn er das ganze Tier verspeist, bestens leben. Das Gehirn des Tieres ist voll mit essentiellen Fettsäuren, die Organe sind das &#8222;Multivitamin der Natur&#8220;, das Knochenmark der Tiere zeigt ein <a href="https://genetisches-maximum.de/fette/fette-das-der-n3n6n9-fettsaeuren-teil-iii/">besseres Fettsäure-Profil als Olivenöl</a> und darüber, wie wertvoll der Verzehr von Gelatine (bzw. <a href="https://genetisches-maximum.de/kollagen-hydrolysat/glycin-kollagen-hydrolysat-muskelaufbau/">kollagenen Proteinen</a>), wird derzeit immer häufiger berichtet.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Aus dem Tier lässt sich auch Kleidung herstellen, Material für Unterkünfte oder Werkzeuge.</p>
<p>Also: kein vernunftbegabter Mensch in der freien Wildbahn würde ausschließlich Bohnen essen, wenn er vom Büffel leben kann.</p>
<p>Ein vernunftbegabter Mensch würde die Frage nach der Effizienz stellen. 100 bis 200 g Leber sichert, bezogen auf den Mikronährstoffgehalt, das Überleben, das nicht durch den Pflanzenkonsum im Kilogrammbereich (pro Tag!) abgedeckt werden könnte.</p>
<h2>Taurin-Mangel macht Mann unfruchtbar</h2>
<p>Mal ein anderes Thema. <a href="https://genetisches-maximum.de/aminosaeuren/superstar-taurin-die-wichtigste-aminosulfonsaeure/">Taurin</a>. Diese &#8222;Aminosäure&#8220; findet sich ausschließlich in Lebensmittel tierischen Ursprungs, vor allem im Fisch. In der berühmten &#8222;Protein-Debatte&#8220; (2008), einer schriftlichen Auseinandersetzung zwischen Prof. Campbell (Veganismus) und Loren Cordain (&#8222;Paleo Diet&#8220;), schreibt Cordain:</p>
<p style="padding-left: 30px;">Zu guter Letzt verfügt unsere Spezies über eine begrenzte Fähigkeit, die wichtige Aminosäure Taurin aus Vorläufer-Aminosäuren (38, 39) zu synthetisieren. Vegetarische Ernährungsformen beim Menschen führen zu gesenkten Plasma- und Harnkonzentrationen von Taurin (40). Wie bei Katzen (41, 42) kann die Notwendigkeit, Taurin selbst zu synthetisieren, beim Menschen evolutionär reduziert worden sein, weil exogene diätetische Quellen von vorgeformtem Taurin (nur in tierischen Nahrungsmitteln zu finden) den selektiven Druck, der die Notwendigkeit der Synthese dieser bedingt essentiellen Aminosäure erforderte, entspannt hatten.</p>
<p>Wir Menschen verfügen also über eingeschränkte Kapazitäten, Taurin selbst zu synthetisieren. Heißt, wir können davon ausgehen, dass Menschen, die keine taurinreiche Kost zu sich nehmen, niedrige Taurin-Werte in den Geweben aufweisen.</p>
<p>Lange Rede. Soeben erschien Arbeit, die zeigt:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Macht man männlichen Tieren Taurin-Mangel sind sie mit einer 10 x höheren Wahrscheinlichkeit unfruchtbar. </strong></p>
<p>Die Extra-Tauringabe kehrte das um. Der Grund hierfür: Taurin hilft dem Spermium, mit unterschiedlichen Umgebungen zurechtzukommen. Denn Taurin reguliert bekanntermaßen die Osmoregulation von Zellen. Während der Befruchtung hilft Taurin somit, die Zellform der Spermien zu wahren.</p>
<h2>Was ist eigentlich &#8222;gesund&#8220;?</h2>
<p>Leider wird, wenn es um &#8222;Gesundheit&#8220; geht, immer nur das quasi Unwichtige gemessen. Dann wird beispielsweise immer gelobt, wie untergewichtig (niedriger BMI) Veganer in der Regel doch seien. Doch was ist, wenn es um die Wurst, also die Fortpflanzung geht? Wie effizient sind wir da? Das wird dann selten gemessen und häufig bagatellisiert – heißt: das dient meistens nicht als Marker für die Gesundheit.</p>
<p>Bleiben wir doch nochmal kurz bei der Reproduktion. Menschen, die Fleisch essen, führen also die für die Reproduktion wichtigen Stoffe zu, wie &#8230;</p>
<ul>
<li>Vitamin A (nicht ß-Carotin!),</li>
<li>Vitamin K2 (MK4),</li>
<li>Zink,</li>
<li>Eisen,</li>
<li>Kupfer,</li>
<li>Taurin,</li>
<li>B12,</li>
<li>langkettige Omega-Fettsäuren,</li>
<li>usw.</li>
</ul>
<p>Während bei einem Veganer davon &#8230; leider wenig bis nichts hängen bleibt.</p>
<p>Bleiben wir mal fair: Ein &#8222;aufgeklärter&#8220; Veganer, der zum Beispiel hier liest, kann mit dem nötigen Wissen natürlich bestens überleben und sich auch reproduzieren. Zusätzlich heißt das natürlich nicht, dass jeder ein Kilo Fleisch am Tag essen muss – im Gegenteil. <a href="https://genetisches-maximum.de/tipps/die-eine-ernaehrungsform-fuer-uns-menschen/">Weston Price</a> klärte uns ja auf: sogar kleine Mengen von Lebensmitteln tierischen Ursprungs können eine große Wirkung haben.</p>
<p>PS:</p>
<p style="padding-left: 30px;">Da es eine der wenigen Aminosäuren ist, die nicht in der Proteinsynthese verwendet werden, wird Taurin oft als &#8222;nicht essentielle&#8220; Aminosäure oder großzügiger als &#8222;bedingt essentielle&#8220; Aminosäure bezeichnet. In Anbetracht seiner weiten Verbreitung, seiner vielen zeltschützenden Eigenschaften[29,30] und seiner funktionellen Bedeutung für die Zellentwicklung, für die Ernährung und das Überleben[31,32] sind dies eindeutig die falschen Bezeichnungen. Taurin ist zweifellos eine der essentiellsten Substanzen im Körper. Darüber hinaus gibt es immer mehr Hinweise darauf, dass eine insuffiziente Taurinzufuhr zu einer Vielzahl von Erkrankungen führt, darunter schwere Kardiomyopathie[33], Nierenfunktionsstörung[34], Pankreaszellfehlfunktion[35] und der Verlust von Netzhautfotorezeptoren[36].</p>
<p>Deshalb: Während einer Schwangerschaft vegan zu leben oder gar ein Kind vegan zu ernähren, halte ich für grob fahrlässig!</p>
<p><strong>Referenzen</strong></p>
<p>https://www.catalystathletics.com/article/50/The-Protein-Debate-Dr-Loren-Cordain-T-Colin-Campbell/</p>
<p>FEBS J. 2018 Mar 31. doi: 10.1111/febs.14449. [Epub ahead of print]</p>
<p>Mol Vis. 2012;18:2673-86. Epub 2012 Nov 12.</p>
<p>&nbsp;</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/aminosaeuren/taurin-mangel-macht-maenner-unfruchtbar/">Taurin-Mangel macht Männer unfruchtbar</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Gesund durch Extreme &#8211; aber wie lange?</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/periodic-undereating/gesund-durch-extreme-wie-lange/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Nov 2017 12:52:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Periodic Undereating]]></category>
		<category><![CDATA[Fasten]]></category>
		<category><![CDATA[Intermittierendes Fasten]]></category>
		<category><![CDATA[vegan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es gibt auch unter meinen Facebook-Bekannten einige, die vegan leben. Grundsätzlich finde ich das okay und absolut legitim. Oft aber merke ich, wie extrem das Ganze wird. Da werden Videos geteilt, Beiträge in typischer Manier [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt auch unter meinen Facebook-Bekannten einige, die vegan leben. Grundsätzlich finde ich das okay und absolut legitim.</p>
<p>Oft aber merke ich, wie extrem das Ganze wird. Da werden Videos geteilt, Beiträge in typischer Manier kommentiert und der erhobene Zeigefinger ist kaum zu übersehen. Und das von Menschen, die damals im Sportstudium noch die besten WG-Burger gezaubert hatten. :-(</p>
<p>Na ja.</p>
<p>Neulich wurde dann ein Video von Dr. Michael Greger geteilt. Über dessen (gutes!) <a href="https://genetisches-maximum.de/praevention/phytinsaeure-darmkrebs/">Buch hatten wir schon mal berichtet</a>. Und in der Tat: Das, was der Mann zu sagen hat, ist gar nicht so verkehrt. Das große Problem, das ich &#8212; nicht nur bei extremen Veganern &#8212; sehe, will ich folgendermaßen erklären &#8230;</p>
<p style="padding-left: 30px;">Fasten ist ja unbestreitbar gut: Es lässt uns Gewicht verlieren (somit &#8222;heilt&#8220; es Stoffwechselproblemchen wie <a href="https://genetisches-maximum.de/magnesium/insulinresistenz-eine-hypothese/">Insulinresistenz</a>), es schaltet die <a href="https://genetisches-maximum.de/zellgesundheit/gesundheit-kaffee-schaltet-autophagie-ein/">Autophagie</a> ein, es macht <a href="https://genetisches-maximum.de/ketogen/wie-du-mit-diesem-einfachen-trick-ketonkoerper-produzierst/">Ketonkörper</a> und somit ggf. mal mentale Klarheit und Spiritualität, es sorgt für hohe Wachstumshormon-Werte, was die Gefäße weit macht und die Durchblutung fördert, es schaltet den <a href="https://genetisches-maximum.de/ernaehrung/">Fettstoffwechsel</a> ein und das trainiert den Energiestoffwechsel der Zellen &#8230; und so weiter.</p>
<p>Was würden Ernährungsgurus daraus machen? Genau. Wir hätten hier die beste &#8222;Ernährungsform&#8220;, eine die uns in kürzester Zeit ziemlich gesund macht. Für den Moment.</p>
<h2>Fasten ist gesund, oder?</h2>
<p><a href="https://genetisches-maximum.de/hormonhaushalt/art-de-vany-wie-wir-wieder-jung-und-fit-werden/">Arthur de Vany</a> befasst sich mit Anti-Aging und Autophagie. Der schreibt auf seiner Facebookwand, dass die Autophagie nach 48 Stunden wieder inaktiv(er) wird. Natürlich ist das so. Haben die wirklich geglaubt, der Körper kann das wochenlang so betreiben, dieses Spielchen mit der Autophagie?</p>
<p style="padding-left: 30px;">Also: Kurzfristiges Fasten ist sicher gut und förderlich. Langfristig Fasten allerdings nicht. Denn uns ist, auf rationaler Ebene, allen klar, dass wir irgendwann wieder essen müssen, sonst verlieren wir nicht nur Fettmasse, sondern Magermasse und irgendwann sterben wir.</p>
<p>Aber genau so weit wird heutzutage gar nicht gedacht. Nach der einfachen Logik vieler Ernährungsgurus, wären in diesem Szenario &#8222;die Kalorien&#8220; die größten Krankmacher, denn klar &#8230;</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Wenn wir durch Fasten alles Gute bekommen, dann muss es im Umkehrschluss doch bedeuten, dass Kalorien an sich krank machen.</strong></p>
<p>Wenn wir das lesen, schmunzeln wir sicher über die abstruse Logik. Hier ist uns das völlig klar.</p>
<p>Mal ein anderes Beispiel:</p>
<ul>
<li>Kohlenhydrat-Verzicht macht Gewichtsverlust, macht gesund</li>
<li>Ergo: Kohlenhydratkonsum macht krank</li>
</ul>
<p>Gemerkt? Genau das Gleiche.</p>
<h2>Jedes Nahrungsmittel kann theoretisch schaden</h2>
<p>Freilich: Herr Greger und andere Fachmänner erkundigen sich natürlich auch direkt nach den negativen Seiten ihrer jeweiligen Sündenböcke. Dann wird der Schinken zum reinen Krebserreger degradiert, auf einer Stufe mit dem Rauchen, und &#8222;die Kohlenhydrate&#8220; (die Formulierung!) werden direkt mit allerlei Übel assoziiert, natürlich mit Studien untermauert.</p>
<p>Letzteres ist die leichteste Aufgabe. Wir werden zu jedem Nahrungsmittel der Welt schlechte Seiten finden, wenn wir nur lange genug suchen. Ein einseitiges Bild zu malen, sogar untermauert mit Studien, ist kinderleicht.</p>
<p>Alle heutigen &#8222;Spielereien&#8220;, und <a href="https://genetisches-maximum.de/vegan/vegan-kritik/">Veganismus</a> ist für mich aus gesundheitlicher Sicht eine Spielerei, sind Momentaufnahmen. Mögen in diesem Moment gesund machen und wunderbar funktionieren. Hier muss ich <a href="https://genetisches-maximum.de/tipps/ernaehrung-essen/">Loren Cordain</a> et al. einfach beipflichten: Das, was uns zum Mensch hat werden lassen, war das Tier, waren hochkalorische Produkte tierischen Ursprungs &#8212; das haben wir mehr als 200.000 Jahre so gemacht. <strong>Noch heute gibt es keine einzige natürlich lebende Population, die komplett vegan lebt.</strong></p>
<p>Das knüpft an den <a href="https://genetisches-maximum.de/paleo/die-steinzeit-in-den-knochen-der-weg-zum-glueck/">letzten Artikel</a> an. Ich weiß, wir mögen das nicht hören. Sich aber so gegen die eigene Biologie zu stellen, ist für mich reiner Hochmut, kann nur heute in unserer Wohlstandsgesellschaft solche Ausmaße annehmen.</p>
<p>Statt sich der tatsächlichen Situation zu stellen und sie auch zu erkennen, nämlich dass wir heute einfach nicht mehr gemäßigt und immer in Extremen leben müssen, und zu sehen, dass genau das das Problem ist und nichts anderes, flüchten wir uns vom einen ins andere Glaubensgebilde.</p>
<p>Der sitzende, unbewegte, von Haus aus kranke Mensch, bewegt sich morgens zur Wurstsemmel, mittags in die Frittenbude zur Currywurst und so weiter. Und genau davon leiten wir unsere Ernährungsweisheiten ab. Eben nicht von bewegten, lebenden Menschen, die das Steak auf den Salat legen. Aus einer Krankheit geht die nächste hervor. Oder: kranke Menschen erschaffen Krankes.</p>
<p>Abschließend will ich sagen: Ich verstehe es, wenn Menschen aus Ethik- oder Umweltgründen kein Fleisch essen wollen. Solange sie bei der Wahrheit bleiben und erkennen, dass das, was sie machen, &#8212; mit Blick auf die Gesundheit &#8212; <strong>nicht</strong> das Nonplusultra ist. Wer gesund wird durch Veganismus sollte an das Fasten-Beispiel denken.</p>
<h3 style="text-align: center;"><strong>Alles temporär, alles zyklisch, nichts chronisch. </strong></h3>
<p>Ist das nicht eine herrlich simple Betriebsanleitung? Einfacher geht es fast nicht.</p>
<p>PS: Das Fasten-Beispiel zeigt auch sehr schön, dass es immer eine Zeit- bzw. Kontextabhängigkeit gibt. Das große Problem, wenn es um Ratschläge geht. Denn daraus resultiert große Verunsicherung. &#8222;Mal ist was gut, mal ist was schlecht, man weiß gar nicht, was richtig ist.&#8220; Wer eine Sekunde den gesunden Menschenverstand einschaltet, wird schnell erkennen, dass das nichts mit großem Denkeinsatz zu tun hat.</p>
<p>PS II: Ich benutze nicht mehr den Begriff <a href="https://genetisches-maximum.de/hormonhaushalt/saettigungsprobleme-heisshunger-schlechter-schlaf/">Oszillation</a>, weil auch Oszillation letztlich etwas Chronisches ist, wenn es in den immer gleichen, regelmäßigen Abständen eintritt. Aber genau darum geht es nicht. Wir müssen den Körper immer herausfordern und unsere &#8222;Routinen&#8220; infrage stellen. Nicht in allen Bereichen, natürlich. Aber wer wie oben beschrieben leben will, sich aber jeden Abend genau um 20 Uhr sein gesundes Bierchen gönnt (&#8222;Habe ja 24 Stunden nichts getrunken&#8220;) &#8230; Der macht schon alles falsch.</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/periodic-undereating/gesund-durch-extreme-wie-lange/">Gesund durch Extreme – aber wie lange?</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
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		<title>Unser Konzeptdenken macht uns krank</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/tipps/unser-konzeptdenken-macht-uns-krank/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Phil Böhm]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Jul 2017 13:15:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[Calcium]]></category>
		<category><![CDATA[vegan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bei Facebook gibt es die Seite National Geographic. Dort findet man regelmäßig Video-Ausschnitte vom &#8222;wild life&#8220;. Zu sehen ist dann zum Beispiel, wie irgendwelche Wildhunde andere Löwen vom Kadaver verjagen wollen. Das ist ja noch [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Bei Facebook gibt es die Seite <em>National Geographic</em>. Dort findet man regelmäßig Video-Ausschnitte vom &#8222;wild life&#8220;. Zu sehen ist dann zum Beispiel, wie irgendwelche Wildhunde andere Löwen vom Kadaver verjagen wollen.</p>
<p>Das ist ja noch normal. Damit rechnet man gegebenenfalls.</p>
<p>Erstaunlich an dem Ausschnitt war allerdings, dass Giraffen anscheinend auch Knochen verstorbener Tiere essen, um an Calcium und Phosphor zu kommen. Die langhalsige Giraffe stellt sich also mit gespreizten Beinen vor solche Knochen und lässt das weit oben sitzende Köpfchen herab, um am Skelett eines anderen Tieres zu knabbern. Zu allem Überfluss, scheinen die Tiere das Zeug auch noch zu kauen und mit dem Speichel zu verarbeiten. Ich dachte immer, das könnten Herbivoren gar nicht?</p>

<p>Viele Menschen kommentierten das Video und viele davon waren erschrocken, ja entsetzt. Die heile Welt brach zusammen, denn diese &#8222;süße Giraffe&#8220; knabberte an anderen (leblosen) Tieren.</p>
<p>National Geographic berichtete dazu, dass das in der Tat keine Seltenheit ist. Tatsächlich knabbern Giraffen, laut einer im Jahr 2013 im <em>Journal of Archaeological Science</em> veröffentlichten Arbeit, nicht nur an den Knochen, sondern auch am Geweih, den Hörnern oder am Elfenbein anderer Tiere.</p>
<p>Da denke ich mir: Die Tiere sind ja so schlau.</p>
<p>Denn zwei Klicks weiter, auch in Facebook, entflammt unabhängig davon die Debatte um Calcium. Mal wieder! Calcium ist, laut vieler Internetexperten, überhaupt kein Problem. Man müsse nur genügend Pflanzen essen. Der Expertenrat könnte lauten: Fragen Sie dazu mal eine Giraffe. Die isst ja offensichtlich genügend Pflanzen.</p>
<p>Spaß beiseite.</p>
<p>Der Punkt ist, dass wir Menschen eine ganz wichtige Sache einfach nicht wahrhaben wollen. Das einzige, was uns schadet und für viele, vielleicht alle unsere (Ernährungs-)Problemchen verantwortlich ist, ist die Tatsache, dass wir immer ein striktes, quasi <strong>ideologisch verpacktes Konzept</strong> brauchen.</p>
<p>Für die Tiere in der Wildnis hieße dies: &#8222;Ich bin eine Giraffe. Per Definition ein Pflanzenfresser. Ich kriege mein Calcium und Co. ganz einfach aus Pflanzen.&#8220; Ist halt eine Giraffe. Die stirbt dann irgendwann einfach weg. Es heißt ja nicht umsonst &#8222;essentieller Mikronährstoff&#8220;.</p>
<p>Vielleicht geht es der Giraffe auch gar nicht ums Überleben. Vielleicht denkt die sich: Ich bewege mich so viel, ich brauche eben viel Calcium, Extra-Calcium, um Knochen aufzubauen und keine Osteoporose zu bekommen. Dann wäre das Tier doppelt schlau, denn es hätte verstanden, dass es im Leben, in der Biochemie, nicht nur um &#8222;gerade so viel, dass ich nicht sterbe&#8220; geht, sondern auch um dieses kleine Plus.</p>
<p>Während wir Menschen immer wieder die eine Religion suchen, die uns genau vorgibt, was und wie viel wir von Sache X zu essen haben, kümmern sich &#8222;echte&#8220; Lebewesen in der Natur anscheinend gar nicht darum. Die wissen, woher auch immer, was ihnen zum Zeitpunkt X gut tut.</p>
<p>Während solche Tiere zum zyklischen Verhalten gezwungen werden, wollen wir eine genaue Ratio für <em>jeden</em> Tag, so, dass wir Zwangsneurotiker auch bloß alles bis ins kleinste Detail festgelegt haben. Natürlich geht es hierbei um die heiß ersehnte Gesundheit, die wir uns, mit unserem strikten Konzeptdenken, immer wieder selber kaputtmachen. Wir haben das <em>Freestylen</em> verlernt und glauben nunmehr ganz fest daran, dass wir den menschlichen Körper wie eine Maschine behandeln können.</p>
<p>Und das, obwohl wir doch gerade von allen Seiten mit der Bedeutung von <em>randomness</em> (=Zufälligkeit) bombardiert werden. Jedes Kraft- und Sporttraining basiert darauf: Immer wieder neue Wege finden, den Körper zu überlisten, bloß nicht ein bestimmtes Schema (= eine bestimmte Anzahl an Wdh, mit dem gleichen Gewicht) zu lange fahren. Denn das gibt keinen Fortschritt.</p>
<p>Bei der Gesunderhaltung müssen wir genau so vorgehen. Mal nichts essen, mal viel essen, mal wenig Protein essen, mal viel Protein essen, mal ein Carb-Load machen, mal keine Kohlenhydrate essen, mal Honig gönnen, mal keinen Zucker essen, mal sehr viele grüne, dann rote, dann blaue Pflanzen(teile) essen.</p>
<p>Wir machen genau das Gegenteil.</p>
<p>Daher: Wir brauchen durchaus ein Template, eine Vorstellung davon, was richtig ist. Das darf ruhig auch an unsere evolutive Vergangenheit angelehnt sein. Denn dann kommt es nicht zu fundamentalistischen <a href="https://genetisches-maximum.de/vegan/vegan-kritik/">Veganer-Verirrungen</a>.</p>
<p>Warum ich immer wieder den Veganismus oder der &#8222;Keto-Szene&#8220; nenne?</p>
<p><strong>Weil es</strong> <strong>um Mäßigung und Zyklen geht, nicht um den jeweiligen Endpunkt des Spektrums. </strong></p>
<p>Was das Suchen und das Leben des Extrems bedeutet, kann man mittlerweile quasi täglich in Berichten und Zeitungen nachlesen. Religion basiert auf denselben Prinzipien. Genau aus dem Grund verkommen viele Facebook-Gruppen zu Schlachtfeldern. Wer das nicht lächelnd hinnimmt, sondern mittendrin ist, der hat ein Problem. Ein großes sogar.</p>
<p>Neulich wurde meiner &#8212; aus religiösen Gründen &#8212; vegan lebenden Inder-Freundin ein schwerer Folat-, B12- und Eisen-Mangel diagnostiziert. &#8222;Keine Tiere essen, das ist gesund!&#8220; &#8212; ja, super gesund. Konzentrationsstörungen, periphere Nervenschmerzen und Hautausschläge, das klingt sehr gesund.</p>
<p><strong>Konzepte töten. </strong></p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/tipps/unser-konzeptdenken-macht-uns-krank/">Unser Konzeptdenken macht uns krank</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Xenohormesis: Warum Pflanzen so gesund sind</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/pflanzenstoffe/xenohormesis-warum-pflanzen-so-gesund-sind/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Mar 2017 10:42:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pflanzenstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Pflanzen-Extrakte]]></category>
		<category><![CDATA[Resveratrol]]></category>
		<category><![CDATA[vegan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich bin auch nicht perfekt, überhaupt nicht. Auch ich kann erst so langsam verstehen, wie stark Epigenetik letztlich unsere Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Langlebigkeit beeinflusst. Auch ich lerne erst langsam, dass vermeintlich kleine Änderungen riesige Auswirkungen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin auch nicht perfekt, überhaupt nicht. Auch ich kann erst so langsam verstehen, wie stark Epigenetik letztlich unsere Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Langlebigkeit beeinflusst. Auch ich lerne erst langsam, dass vermeintlich kleine Änderungen riesige Auswirkungen haben können &#8212; einfach nur dadurch, dass sie gewisse Gene an- oder abschalten. Wir können uns also entscheiden, unser besseres Ich zu werden oder das alte Ich zu bleiben.</p>
<p>Es zu wissen, ist das eine. Es vollumfänglich zu begreifen (und zu leben!), das andere.</p>
<p>Häufig kann man die einzelnen Eisberg-Spitzen zwar sehen, aber nur erahnen, was unter der Wasseroberfläche lauert. Wir können dann, mit etwas Glück, die richtigen Empfehlungen geben. So ist das etwa mit dem Pflanzenkonsum. Auch wenn wir uns manchmal etwas spöttisch über Veganer auslassen, im Endeffekt ist uns schon klar, dass eine pflanzenbasierte Ernährung <strong>wie Medizin wirkt</strong>. Jedenfalls erahnen wir das.</p>
<p>Das beginnt im Darm mit Ballaststoffen und den unglaublich vielfältigen Auswirkungen auf das Immunsystem und den Energie-Stoffwechsel in jedem einzelnen Gewebe. Es geht weiter mit unzähligen, extrem wichtigen Pflanzenstoffen &#8212; wie Carotinoide. Die sind zum einen <strong>essentiell</strong> (fürs Auge: Zeaxanthin und Lutein), zum anderen haben sie z. B. massiven Einfluss auf die Gesundheit des Fettgewebes (via ß-Carotin). Zu guter Letzt wissen wir, die edubily-Leser, seit mindestens drei Jahren, dass es Pflanzenstoffe gibt, die uns Leistungsfähigkeit, Gesundheit und Langlebigkeit geradezu schenken. Hier könnten wir Curcurmin, EGCG oder Resveratrol nennen.</p>
<p>Diese potente Matrix an Superstoffen nehmen wir täglich in hohen Mengen (pflanzenbasierte Ernährung) oder niedrigen Mengen (normale Kost) auf. Das könnten letztlich ein entscheidender Unterschied sein.</p>
<p>Doch wieso wirken Stoffe wie Resveratrol so? Welche Gründe hat das?</p>
<h2>Xenohormesis: Warum Pflanzen uns gesund machen</h2>
<p>Der Begriff Xenohormesis stammt &#8212; wie kann es auch anders sein &#8212; vom &#8222;Resveratrol-Vater&#8220; Dr. Sinclair, der uns ja bewiesen hatte, dass Resveratrol aus Mäusen Super-Mäuse macht. Übersetzt bedeutet Xenohormesis etwa, dass gestresste Pflanzen vermehrt Schutzstoffe produzieren, die bei Konsum förderliche, schützende Effekte in Säugetieren produzieren. Hier wird also eine &#8222;Information&#8220; zwischen Arten übertragen. Resveratrol wäre so ein Schutzstoff, der die Pflanze beispielsweise vor UV-Strahlung und Befall durch Mikroorganismen schützt.</p>
<p>Kollege <a href="http://me-improved.de/">Sascha Fast</a> hatte das auch schon mal aufgegriffen:</p>
<p>Das Ganze funktioniert interessanterweise dadurch, dass Stoffe a) direkt schützend wirken (z. B. als Antioxidans), b) die Stress-Antwort via Nrf2 (Transkriptionsfaktor) direkt einleiten oder c) dem Organismus vorspielen, dass z. B. Nahrungsknappheit herrscht. Speziell Letzteres kennen wir schon als &#8222;caloric restriction mimetic&#8220;.</p>
<p>Im Grunde lässt sich kaum differenzieren zwischen Stoffen, die tatsächlich positiv wirken und solchen, die uns eigentlich Schaden wollen, aber genau dadurch eine Stress-Antwort in uns provozieren, die uns im Endeffekt stärker macht.</p>
<p><a href="https://genetisches-maximum.de/zellgesundheit/lieber-warmduscher-vergiss-cold-thermogenesis/">Vor einigen Tagen</a> sprachen wir über die positiven Effekte, die sich bei &#8222;Warmduschern&#8220; einstellen. Du erinnerst dich? Wärmebehandlung aktiviert eine starke Hitzestress-Antwort in Form von sogenannten Hitzestress-Proteinen (HSPs). Die wiederum helfen den Zellen, gesund zu bleiben. Züchtet man Organismen, die diese HSPs von Haus aus vermehrt bilden, leben sie deutlich länger.</p>
<p>Pflanzenstoffe, die xenohormetisch wirken, aktivieren unter anderem genau diese Hitzestress-Antwort. Wir könnten ganz ohne Wärmebehandlung mehr solcher Schutzsproteine bilden. Eine Arbeit<span id='easy-footnote-1-8977' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/pflanzenstoffe/xenohormesis-warum-pflanzen-so-gesund-sind/#easy-footnote-bottom-1-8977' title='Hooper, Philip L.; Hooper, Paul L.; Tytell, Michael u. a. (2010): „Xenohormesis: health benefits from an eon of plant stress response evolution“. In: &lt;i&gt;Cell Stress and Chaperones&lt;/i&gt;. 15 (6), S. 761-770, DOI: 10.1007/s12192-010-0206-x.'><sup>1</sup></a></span> zeigt uns, wie das funktioniert:</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter wp-image-8983 size-full" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2017/03/12192_2010_206_Fig1_HTML.jpg" alt="AMPK - Effekt von Pflanzenstoffen" width="478" height="298" /></p>
<p>NAD, AMPK, Sirt1 &#8230; kommen uns doch alle bekannt vor, nicht wahr? Genau dieser Signalweg aktiviert auch den Masterregulator der Hitzestress-Antwort, HSF-1.</p>
<p>Unschwer zu erkennen: Xenohormetisch wirksame Pflanzenstoffe können den angesprochenen Signalweg vielfach regulieren.</p>
<p>Vom Pflanzenkonsum können wir also erwarten:</p>
<ul>
<li>Stoffwechsel-Gesundheit</li>
<li>Schutz vor Zelltod</li>
<li>Schutz vor Entzündung</li>
<li>Schutz vor Krebs</li>
<li>Verjüngung</li>
</ul>
<p>Was das zusammengefasst ist? Nichts anderes als Epigenetik. Denn all diese Signalwege aktivieren letztlich Transkriptionsfaktoren, die unsere Gene steuern. Manche dürfen aktiver werden. Andere müssen Pause machen.</p>
<p>Iss mal mehr Pflanzen.</p>
<p>PS: Mitgedacht? Pflanzen produzieren die Substanzen in erster Linie, wenn sie gestresst werden &#8212; zum Beispiel durch Kälte, Hitze, pH, Salz, Schwermetalle, UV und so weiter. Die Autoren der Arbeiten schreiben sogar, dass Pflanzenprodukte nicht selten besser werden, wenn sie aus gestressten Pflanzen hergestellt werden. Könnte man auch auf das eigene Leben übertragen, nicht wahr? Wie im letzten Artikel angedeutet: Vielleicht denkst du mal darüber nach, ob es eine gute Idee ist, sich jeglichem Stressor zu entziehen &#8212; wie wir das heute so gerne tun. Wir haben vor allem Angst. Verstanden? Wir werden <strong>besser</strong>, wenn wir uns Stress aussetzen. Deshalb lese ich &#8222;freetheanimal&#8220;, kann man wörtlich nehmen.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Unser größtes, eigentliches Problem ist, dass wir kein Tier mehr sind. </strong></p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/pflanzenstoffe/xenohormesis-warum-pflanzen-so-gesund-sind/">Xenohormesis: Warum Pflanzen so gesund sind</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Warum dein Körper (k)ein Veganer ist!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Phil Böhm]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Oct 2016 10:02:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Vegan]]></category>
		<category><![CDATA[vegan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#160; Gastartikel von Frank-Holger Acker  Veganismus ist, entgegen des Eindrucks, den man in den letzten Jahren über die Medien bekommen könnte, keinesfalls eine neuartige Erfindung hipper Geschäftsleute, die ihren Ursprung erst nach der Jahrtausendwende erfahren [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Gastartikel von Frank-Holger Acker </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Veganismus ist, entgegen des Eindrucks, den man in den letzten Jahren über die Medien bekommen könnte, keinesfalls eine neuartige Erfindung hipper Geschäftsleute, die ihren Ursprung erst nach der Jahrtausendwende erfahren hätte. Dennoch werden Personen, die einer veganen Ernährung nachgehen, immer noch (zurecht?) kritisch beäugt, während medial präsente Veganer unermüdlich den Kampf gegen den Konsum tierischer Produkte ausfechten.</p>
<p style="text-align: justify;">Vermutlich jeder Leser wird entweder bereits selbst einmal das vegane Experiment gewagt haben oder zumindest einen Bekannten, Arbeitskollegen oder Ex-Partner haben, der dem Konsum von Fleisch, Eiern und Milchprodukten abschwor und zum veganen Erbsenzähler wurde. Manche sind gescheitert, manche brachen vielleicht frustriert ab, als die erhofften Veränderungen nicht eintrafen, aber so manch Beginner-Veganer wird zum überzeugten &#8222;Pflanzenfresser&#8220;.</p>
<p style="text-align: justify;">Und das Bemerkenswerteste: Es funktioniert für diese Leute tatsächlich!</p>
<h2 style="text-align: justify;">Ist der menschliche Körper für Veganismus geschaffen?</h2>
<p style="text-align: justify;">Die Diskussionen, ob der Mensch zum Veganismus geschaffen wäre, sind zum Teil hochemotional und nicht selten mischen sich Geschäftsinteressen, biologische Argumente und emotionale Polemik auf beiden Seiten des schon endlos lang ausgefochtenen Grabenkampfes.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Anspruch dieses Artikels ist es nicht, dem Ganzen ein Ende zu machen, aber zumindest einen analytischen Blick auf die ganze Diskussion zu werfen – von einem überzeugten Nicht-Veganer!</p>
<p style="text-align: justify;">Denn ein Punkt lässt sich nicht wegdiskutieren: Es gibt Menschen, die nach der dauerhaften Umstellung auf eine vegane Ernährung entweder spürbare gesundheitliche Verbesserungen erlangen, oder, wenn beispielsweise ethische Gründe als Motivation dienten, keine negativen Veränderungen wahrnehmen.</p>
<p style="text-align: justify;">Kann das alles nur durch eine mögliche Placebowirkung erklärt werden? Schauen wir uns die einzelnen Punkte an, die Einfluss darauf haben, wie sich die Umstellung auf eine vegane Ernährung auswirkt.</p>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Der Blick auf den Teller: Du bist, was du isst?</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Bevor wir auf die einzelnen Aspekte des Körpers eingehen, ein naheliegender und genereller Punkt: Viele Menschen beginnen sich mit der Umstellung auf eine vegane Ernährung erstmals bewusst und reflektierend mit ihrer eigenen Ernährung auseinanderzusetzen.</p>
<p style="text-align: justify;">Wer zuvor lediglich mikronährstoffarmen Mist in zu großen Mengen auf seinen Teller packte und im Zuge der Umstellung erstmals auf die Nährwertangaben seiner Lebensmittel blickt, oder überhaupt Lebensmittel ohne aufgedruckte Nährwerte kauft, wird ohne Frage vieles besser machen als zuvor.</p>
<p style="text-align: justify;">Dieser Punkt ist naheliegend, offensichtlich und oftmals das Hauptargument von Nicht-Veganern, wenn es darum geht, dem veganen Ernährungsstil etwas Gutes zuzusprechen.</p>
<p style="text-align: justify;">Eine kluge Planung ist dabei genauso wichtig, um möglichen Mängeln vorzubeugen, wie auch die Soja-Frage: Wer anfällig für im Soja enthaltene Phytoöstrogene ist und dieses als bevorzugte Eiweißquelle integriert, wird eher Probleme bekommen, als ein Veganer ohne entsprechende Sensibilität, oder jemand, der (große Mengen von) Soja vermeidet.</p>
<p style="text-align: justify;">Was die Proteinversorgung betrifft, sorgt der Aminosäurenpool mitsamt verschiedenen Umbau- und Recyclingmöglichkeiten des Körpers zu geringeren Problemen, als im Einzelfall oftmals befürchtet wird.</p>
<p style="text-align: justify;">Doch von der konkreten Umsetzung der veganen Ernährung abgesehen, gibt es einige körperliche Individualitäten, die dazu führen können, dass eine Person mehr oder weniger gut mit einer veganen Ernährung klarkommt.</p>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>SNPs: Mehrbedarf an bestimmten Vitaminen?</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Von optischen Offensichtlichkeiten abgesehen, sind wir Menschen keinesfalls genetisch so identisch, wie manch einer es vermuten könnte. Veränderungen eines einzelnen Nucleotids in Genen bezeichnet man als SNP (<em>single nucleotide polymorphismus</em>), von denen jeder Mensch knapp 50.000 besitzt.</p>
<p style="text-align: justify;">Insgesamt sind 1 Million solcher SNPs bekannt, wobei natürlich nicht alle dieser SNPs spürbare Auswirkungen auf unseren Stoffwechsel haben. Hat das SNP jedoch Einfluss auf einen Bereich, indem ein bestimmtes Protein abgelesen wird, kann dies zu mehr oder weniger starken Funktionseinschränkungen führen.</p>
<p style="text-align: justify;">So gibt es beispielsweise SNPs, die zu einem Mehrbedarf an Vitamin C oder Folsäure führen. Vor allem letztere wird gemäß Nationaler Verzehrstudie in Deutschland deutlich zu wenig konsumiert, wobei die Aussagekraft der Ergebnisse durchaus kritisch betrachtet werden darf, wie ich an <a href="https://www.team-andro.com/vitamine-pillenform.html" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">anderer Stelle</a> bereits anmerkte.</p>
<p style="text-align: justify;">Werden diese beiden Mikronährstoffe (unbewusst) im Rahmen der Ernährungsumstellung vermehrt zugeführt, kann dies beim Betroffenen tatsächlich zu spürbaren Verbesserungen führen, wobei dies natürlich auch von den weiteren Punkten abhängig ist.</p>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Der Magen: So individuell wie ein Fingerabdruck?</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">Seinem Sammelband <em>Biochemical Individuality</em> fügte Roger Williams einen Beitrag hinzu, der unter anderem die deutlich individuellen Magenformen des Menschen thematisierte und mittels einiger Beispiele grafisch veranschaulichte.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Magen ist der Bereich des Verdauungstrakts, indem mittels Pepsin-Enzymen Proteinstrukturen aufgebrochen werden (müssen), damit die Aminosäuren oder Peptide im weiteren Verlauf im Dünndarm aufgenommen werden können.</p>
<p style="text-align: justify;">Menschen, die aufgrund ihrer Magenform bzw. dem -volumen eine tendenziell kürzere Verweildauer darin aufweisen und / oder eine geringere Pepsin-Produktion besitzen, laufen Gefahr durch proteinreiche Mahlzeiten Verdauungsprobleme zu erfahren.</p>
<p style="text-align: justify;">Wenn die Ernährung nun auf vegan umgestellt wird, ist dies vor allem bei Nicht-Sportlern häufig mit einer tendenziell proteinärmeren Ernährung (im Vergleich zur Situation davor) verbunden, die dennoch ausreichend für die körperlichen Funktionen ist.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Der Dünndarm: Kurz oder lang?</h2>
<p style="text-align: justify;">Neben einer Analyse des Gebisses wird bei der Argumentation bezüglich einer optimalen Ernährung vor allem das Dickdarm-Dünndarm-Verhältnis verschiedener Lebewesen herangezogen.</p>
<p style="text-align: justify;">Während reine Carnivore, also Fleischfresser, wie Katzen ein Dünndarm-Dickdarm-Verhältnis von 3:1 aufweisen, liegt das Verhältnis bei reinen Pflanzenfressern wie Schafen bei 24:1. Der Mensch, mit einem Verhältnis verhältnismäßig langen Dünndarm, wäre demnach auf weniger verdauungsintensive Kost eingestellt und damit ein Allesfresser mit Tendenzen zum Fleischkonsum.</p>
<p style="text-align: justify;">Nun ist dem zum einen sicherlich entgegenzuhalten, dass vegane Lebensmittel nicht zwangsläufig mit der üblichen Kost eines Schafes vergleichbar wären. Darüber hinaus ist die tatsächliche Länge des Dünndarms gemäß Literatur sehr unterschiedlich und kann in Einzelfällen von 3, in der Regel von 4,5 bis 6 Meter variieren.</p>
<p style="text-align: justify;">Verglichen zu einem etwa durchschnittlich 1,5 Meter langen Dickdarm zeigt das, dass das Darmverhältnis im Einzelfall stärker in Richtung Carnivore gehen kann. Wer davon entsprechend betroffen ist, könnte stärkere Probleme mit der Umstellung auf eine vegane Ernährung haben, als Menschen mit einem längeren Dünndarm.</p>
<p style="text-align: justify;">Glutenunverträglichkeiten und allgemeine Darmgesundheit sind weitere Faktoren, die die Waagschalen auf der einen oder anderen Seite beschweren können.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Der Dickdarm: Wer sind deine Mitbewohner?</h2>
<p style="text-align: justify;">In unserem Dickdarm leben schätzungsweise über 100 Billionen Bakterien, was nicht nur eine unvorstellbar große Anzahl ist, sondern auch viel Platz für eine individuelle Zusammensetzung bietet.</p>
<p style="text-align: justify;">Dass die Bakterien im Dickdarm <a href="https://genetisches-maximum.de/dextrin/reizdarm-darmbakterien/">Ballaststoffe</a> verdauen und daraus unter anderem kurzkettige Fettsäuren aber auch Vitamine entwickeln, die dem Körper zur Energiegewinnung zugeführt werden, wird den Lesern von edubily sicherlich bekannt sein.</p>
<p style="text-align: justify;">Auf der für Veganismus positiven Seite steht die tendenziell vermehrte Zufuhr von Ballaststoffen, die bei entsprechender Bakterienkultur die genannte Produktion verbessern kann. Darüber hinaus wird Laktose vollständig vermieden. Diese muss im Dünndarm mithilfe des Enzyms Laktase gespalten werden, wobei die Produktionsleistungsfähigkeit hierfür individuell ist und ebenfalls durch SNPs beeinflusst wird.</p>
<p style="text-align: justify;">Gerät zu viel Laktose in den Dickdarm, kann dies zu Unwohlsein oder sogar Durchfall führen. Wer hierfür also eine erhöhte Anfälligkeit hat, wird ebenfalls von einer veganen Ernährungsumstellung profitieren.</p>
<p style="text-align: justify;">In der Regel verdauen die Bakterien in erster Linie wasserlösliche Ballaststoffe, wohingegen unlösliche wie Zellulose kaum verdaut werden. Es sind jedoch beispielsweise afrikanische Stämme bekannt, deren Bakterienkulturen auch wasserunlösliche Ballaststoffe vermehrt verdauen können.</p>
<p style="text-align: justify;">Je nach individueller Bakterienzusammensetzung und Gestaltung der veganen Ernährung kann dies also Einfluss auf den letztendlichen Erfolg der Ernährungsumstellung haben.</p>
<h2 style="text-align: justify;"><strong>Ob dein Körper (k)ein Veganer ist &#8230;</strong></h2>
<p style="text-align: justify;">&#8230; oder zumindest die Umstellung auf eine vegane Ernährung gut vertragen würde, hängt also von einer Vielzahl an Faktoren ab, die eine allgemeingültige Vorhersage nicht möglich machen.</p>
<p style="text-align: justify;">Heißt das, Darstellungen, dass der Mensch ein Allesfresser mit Hang vom Fleischkonsum sei, wären nicht korrekt? Nein.</p>
<p style="text-align: justify;">Vielmehr sind die aufgeführten Punkte so zu verstehen, dass es eine Vielzahl an Einflüssen gibt, die im Einzelfall dazu führen können, dass die Umstellung (aus ethischen Gründen) auch dauerhaft erfolgreich sein kann – oder eben auch nicht.</p>
<hr />
<h2>Der Autor</h2>
<p>Der Autor dieses Artikels betreibt die letzten 18 Jahre diverse Sportarten und nahm erfolgreich unter anderem an Wettkämpfen im Kraftdreikampf, Bodybuilding und Strongman teil.</p>
<p>Auf seiner Homepage <a href="http://www.become-fit.de/" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">www.become-fit.de</a> bietet er individuelle Trainings- und Ernährungsberatung und -betreuung an. Darüber hinaus veröffentlichte er 2016 sein Buch &#8222;Ernährung für (Kraft-)Sportler: Intermittent Fasting 2.0&#8220;, das evidenzbasiert aktuellste Sportliteratur zusammenfasst. Das Buch gibt es <a href="http://amzn.to/2e3GfD6" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">hier</a> bei amazon.</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/vegan/warum-dein-koerper-kein-veganer-ist/">Warum dein Körper (k)ein Veganer ist!</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Der Carnivor-Mensch: So wichtig ist Taurin</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/vegan/taurin-vegan/</link>
					<comments>https://genetisches-maximum.de/vegan/taurin-vegan/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Mar 2016 17:51:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Vegan]]></category>
		<category><![CDATA[AMPK]]></category>
		<category><![CDATA[vegan]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://genetisches-maximum.de/?p=6499</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Carnivor-Mensch. Nun, man kann vermutlich viel über Ernährung diskutieren. Über Lebensstile. Über Umweltbelastung. Über Ethik, Moral, Gewissen. Und so weiter. Worüber man sich allerdings nicht streitet, zumindest nicht in der Wissenschaft: Der Mensch ist [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Der Carnivor-Mensch.</p>
<p style="text-align: justify;">Nun, man kann vermutlich viel über Ernährung diskutieren. Über Lebensstile. Über Umweltbelastung. Über Ethik, Moral, Gewissen. Und so weiter.</p>
<p style="text-align: justify;">Worüber man sich allerdings nicht streitet, zumindest nicht in der Wissenschaft: Der Mensch ist als einziger Primat deshalb Mensch, weil er gelernt hat, Fleisch zu essen. Daran führt argumentativ kein Weg vorbei.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Frage ist viel mehr: Wie stark oder wie wenig sind wir tatsächlich auf die Fleisch-Zufuhr angewiesen?</p>
<p style="text-align: justify;">Ich glaube &#8230; Einige biochemische Schnittstellen verraten uns das eindringlich.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Der Mensch braucht die Taurin-Zufuhr</h2>
<p style="text-align: justify;">Der Pionier der Paleo-Diät, Loren Cordain, hat uns aufgezeigt, wie schlecht wir darin sind, Taurin selbst zu synthetisieren. Ich habe aufgezeigt, was das konkret bedeutet. Damals habe ich u. a. hingeschrieben: <strong><a href="https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/">Mitochondriale Dysfunktion</a></strong>. Auch <a href="http://www.strunz.com/de/news/die-wichtigste-aminosaeure.html" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Dr. Strunz</a> hat dies aufgefasst. Tatsächlich finden wir in Studien den Hinweis, dass Veganer viel niedrigere Taurin-Werte im Blut und im Urin aufweisen.<span id='easy-footnote-2-6499' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/vegan/taurin-vegan/#easy-footnote-bottom-2-6499' title='Laidlaw SA, et al. (1988): „Plasma and urine taurine levels in vegans. &amp;#8211; PubMed &amp;#8211; NCBI“.&lt;i&gt;Ncbi.nlm.nih.gov&lt;/i&gt;. Abgerufen am 29. 03. 2016 von http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3354491.'><sup>2</sup></a></span> <span id='easy-footnote-3-6499' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/vegan/taurin-vegan/#easy-footnote-bottom-3-6499' title='Rana, Surinder K.; Sanders, T. A. B. (1986): „Taurine concentrations in the diet, plasma, urine and breast milk of vegans compared with omnivores“. In: &lt;i&gt;BJN&lt;/i&gt;. 56 (01), S. 17, DOI: 10.1079/bjn19860082.'><sup>3</sup></a></span> Letzteres ist vermutlich eine Schutzfunktion des Körpers, um Taurin zu sparen. Wohlgemerkt: Hier wurden Veganer mit durchschnittlichen Omnivoren verglichen.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Gibt es Populations-spezifische Unterschiede?</h2>
<p style="text-align: justify;">Taurin ist einer der wenigen Stoffe, die ich, niedrig dosiert, fast täglich zu mir nehme. Einer der wenigen Stoffe, die mir aus persönlichen Gründen sehr ans Herz gewachsen sind.</p>
<p style="text-align: justify;">Natürlich stelle ich mir viele Fragen. Wenn mein Freund aus Ruanda hier ist, der erzählt, dass sie fast ausschließlich von Pflanzen leben &#8230; na ja, ich denke mir meinen Teil. Gibt es da vielleicht Populations-spezifische Unterschiede? Eine Sache weiß ich: Er ist klein, zierlich, hat kaum Muskeln. Jedenfalls so, wie wir uns Kenianer vorstellen. Kenia liegt neben Ruanda.</p>
<p style="text-align: justify;">Neuerdings haben wir gelernt, welch massiven Einfluss die Epigenetik tatsächlich hat. Wenn die Epigenetik also derart stark wirken kann, brauchen wir uns eigentlich nicht zu fragen, wie gravierend die Unterschiede zwischen genetisch getrennten Populationen sein können, vor allem, wenn über Jahrtausende hinweg kein oder kaum Genfluss stattgefunden hat. Zur Erinnerung: Jeder heute lebende Europäer hat Neanderthaler-Gene in sich. Bei Asiaten sind es halt Denisova-Gene. Und so weiter.</p>
<p style="text-align: justify;">Mein kleiner, zierlicher, muskelarmer Freund also könnte gewisse Engpässe, die durch ausschließlichen Pflanzenkonsum zustande kommen, besser kompensieren als ich. Die Statur von ihm könnte gerade eine Anpassung an die pflanzliche Kost darstellen. Aber das ist reine Spekulation, ungeachtet jeglicher Statistiken. Was man allerdings weiß: Die Qualität der Ernährung steuert maßgeblich die körperliche Entwicklung des Menschen, auch über Generationen hinweg.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Veganer haben Probleme</h2>
<p style="text-align: justify;">Veganer, die nicht mit viel Aufwand Bohnen aus Timbuktu und Soja aus Asien importieren, werden bereits Schwierigkeiten mit der Eiweißzufuhr bekommen. Wohl gemerkt: Ich denke hier an mich und an die vielen schweren, womöglich trainierenden Europäer. Klar ist, dass ich hier schreibe, weil ich selbst schon vegan gelebt habe und weiß, wie wenig kompatibel das mit dem tatsächlichen Leben hier ist. Oder leben die Veganer, die du kennst, im Winter nur von Kohlgemüse und Kartoffeln? Eher nicht. Eher: Mango-Kokos-Smoothie zum Frühstück.</p>
<h2>Taurin-Mangel schmälert Ausdauerleistung (= mitochondriale Funktion) dramatisch</h2>
<p style="text-align: justify;">Mitochondriale Dysfunktion wegen Taurin-Mangel also.</p>
<p style="text-align: justify;">Hier gibt es ganz elegante Studien, die das schön darlegen.</p>
<p style="text-align: justify;">Sorgt man dafür, dass Muskelzellen kein oder sehr viel weniger Taurin einlagern, fällt die AMPK-Expression deutlich. AMPK reguliert allerdings die Gene des Fettstoffwechsels. Ein regulierter Hauptschalter ist PPARalpha. PPARalpha reguliert weitere Gene, zum Beispiel CPT1alpha, das Fettsäuren über die mitochondriale Membran transportiert <span id='easy-footnote-4-6499' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/vegan/taurin-vegan/#easy-footnote-bottom-4-6499' title='Ito, Takashi; Yoshikawa, Natsumi; Schaffer, Stephen W. u. a. (2014): „Tissue Taurine Depletion Alters Metabolic Response to Exercise and Reduces Running Capacity in Mice“. In: &lt;i&gt;Journal of Amino Acids&lt;/i&gt;. 2014 , S. 1-10, DOI: 10.1155/2014/964680.'><sup>4</sup></a></span>.</p>
<p style="text-align: justify;">Das ist für mich der Beginn einer mitochondrialen Dysfunktion. Was muss darunter zuerst leiden? Genau, zum Beispiel die Ausdauerleistung.</p>
<p style="text-align: justify;">Resultat ist dann: <strong>Die Tierchen mit normalen zellulären Taurin-Werten rennen drei Mal (!) so weit und deutlich schneller.</strong></p>
<h2 style="text-align: justify;">Mit mehr Fleisch/Fisch zu mehr Energie</h2>
<p style="text-align: justify;">Wer sich also vier Wochen vegane Ernährung gönnt und sich dann wundert, warum er &#8211; nach &#8222;Fleisch- oder Fisch-Refeed&#8220; &#8211; plötzlich wieder energetisch und wach daher kommt &#8230; nun ja, der hat hier wenigstens einen Erklärungsversuch. Natürlich kann das viele weitere Ursachen haben. Zum Beispiel <a href="https://genetisches-maximum.de/kreatin/mitochondrien-booster-kreatin/">Kreatin</a> oder <a href="https://genetisches-maximum.de/l-carnitin/carnitin-reguliert-deinen-stoffwechsel/">Carnitin</a>.</p>
<p style="text-align: justify;">Zusätzlich: Es gibt Veganer, die behaupten, Methionin und Cystein seien das größte Übel überhaupt &#8211; unbewusst nehmen sie ihrem Körper so die Möglichkeit, das fehlende Taurin zu synthetisieren. Natürlich neben der Tatsache, dass sie kein Taurin über die Nahrung zu sich nehmen.</p>
<p style="text-align: justify;">PS: Wer wirklich ansprechende Taurin-Werte haben möchte, der sollte zu Meeresfrüchten greifen.</p>
<p><strong>Quellen </strong></p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/vegan/taurin-vegan/">Der Carnivor-Mensch: So wichtig ist Taurin</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Warum Veganer gesund sind</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/vegan/warum-veganer-gesund-sind/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Nov 2015 21:20:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Vegan]]></category>
		<category><![CDATA[creatin]]></category>
		<category><![CDATA[vegan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Warum sind Veganer eigentlich gesund? Und wieso können einige Veganer mit dieser Ernährung tolle Leistungen (Ultra-Triathlon und solche Sachen) vollbringen? Diese Fragen hören wir des Öfteren &#8211; gerade, weil wir mehrmals über Mikronährstoff-Schwächen der veganen Ernährung berichtet [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Warum sind Veganer eigentlich gesund? Und wieso können einige Veganer mit dieser Ernährung tolle Leistungen (Ultra-Triathlon und solche Sachen) vollbringen?</p>
<p style="text-align: justify;">Diese Fragen hören wir des Öfteren &#8211; gerade, weil wir mehrmals über <a href="https://genetisches-maximum.de/vegan/vegan-kritik/">Mikronährstoff-Schwächen</a> der veganen Ernährung berichtet haben und, weil sich viele, die sich mit Nährstoff-relevanter Biochemie befassen, nicht so recht glauben können, dass der Veganismus langfristig zielführend, sprich gesund ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Auf die zweite, oben angeführte Frage, kann man ausführlich antworten.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Ursache und Wirkung nicht vertauschen</h2>
<p style="text-align: justify;">Das Wichtigste hatte ich bereits angesprochen: Viele meiner Leser verwechseln Ursache mit Wirkung. Das hatte ich in meinem <a href="https://genetisches-maximum.de/motivation/differenziertes-denken-so-geht-es-richtig/">Differenziert-Denken-Artikel</a> erläutert.</p>
<p style="text-align: justify;">Nehmen wir den Sportler <a href="http://www.welt.de/sport/fitness/article139868900/Vom-fetten-Alkoholiker-zum-Ultra-Sportler.html" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Rich Roll</a>.</p>
<p style="text-align: justify;">Viele glauben, er sei ein unfassbar guter Triathlet, weil er auf eine vegane Ernährung umgestiegen ist. Die Wahrheit ist: Er ist ein unfassbar guter Sportler geworden, nachdem er durch eine vegane Ernährung 10, 20, 30 kg Körperfett verloren hat. Das ist keine Kunst. Das hätte er mit einer ketogenen, fleischbasierten Ernährung (also das genaue Gegenteil) auch geschafft. Rich Roll war bereits in seinen Jugendjahren ein herausragender Sportler, ein herausragender Schwimmer &#8211; und wer genau hinschaut: Zieht man das ganze Fett an seinem Körper ab, hat er den idealen Körperbau für diese Sportarten.</p>
<p style="text-align: justify;">Aber &#8211; ich weiß: Wir hören lieber die Erfolgsgeschichte, die erst aufgrund dieser einen Ernährung möglich wurde.</p>
<p style="text-align: justify;">Nehmen wir ein anderes Beispiel. <a href="http://amzn.to/1HPWXn2" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Brendan Brazier</a>.</p>
<p style="text-align: justify;">Auch er bringt die ideale Figur mit und war von Haus aus ein überragender Sportler, der seine Leistungsfähigkeit, laut eigener Aussage, steigern konnte, nachdem er auf eine planzenbasierte Ernährung umstieg.</p>
<p style="text-align: justify;">Was viele Veganer nicht hören wollen: So etwas würden normale Menschen niemals schaffen. Also &#8211; die Leistung, die er bereits vorher erbrachte. Leute, die so unfassbar gut in dieser Geschichte sind, sind es nicht, weil sie sich vegan ernähren. Ich glaube, ich darf da mitreden.</p>
<p style="text-align: justify;">Nehmen wir Karl Ess oder <a href="http://amzn.to/1HPYCJo" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Attila Hildmann</a>. Zwei Deutsche.</p>
<p style="text-align: justify;">Beide kennen sich gut genug aus. Karl Ess lebt vegan, vertreibt aber Taurin-Produkte (Taurin kriegen wir ausschließlich über Fleisch und Fisch) und empfiehlt eine Kreatin-Ergänzung. Attila Hildmann wirbt für ein <a href="http://www.orthomol.com/de-de/service/news/orthomol-veg-one" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Orthomol-Produkt</a>, speziell entwickelt für Veganer.</p>
<p style="text-align: justify;">Diese Menschen sind nicht repräsentativ, um vom äußeren Schein (&#8222;Die sind ja gesund, trotz Veganismus&#8220;) auf Tatsachen schließen zu können. Völlig abgesehen von den gesundheitlichen Langzeiteffekten, die in keinster Weise untersucht sind.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Wenig Methionin: Langes Leben &#8211; zu welchen Kosten?</h3>
<p style="text-align: justify;">Die &#8222;Causa&#8220; Veganismus hatte ich schon einmal genauer <a href="https://genetisches-maximum.de/vegan/das-veganer-gleichnis-was-die-gurus-nicht-erzaehlen/">unter die Lupe genommen</a>. Veganer glaubten, ich würde hier Cherries picken. Nein, ganz und gar nicht. Sie wollten nur meinen repräsentativen Punkt nicht verstehen. Das Kreatin-Beispiel war nur ein Beispiel.</p>
<p style="text-align: justify;">Wollen wir darauf noch einmal näher eingehen.</p>
<p style="text-align: justify;">Wenn wir uns Tier-Modelle anschauen, die eine vegane Ernährung mimen, fallen grundlegende Aspekte auf.</p>
<p style="text-align: justify;">Zum Beispiel nehmen Veganer sehr häufig (bewusst oder unbewusst) sehr viel weniger Methionin auf, insbesondere im Vergleich zu den Paleo-Folks, aber auch im Vergleich zum Normalmenschen.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich hatte einmal <a href="https://genetisches-maximum.de/periodic-undereating/lange-leben-ohne-fasten/">erläutert</a>, dass Methionin wie ein Schalter zu sehen ist. Anhand dieses Schalters erkennt der Körper, wie es um seine Umwelt beschaffen ist. Und daraus schlussfolgert er: Ich kann mich reproduzieren oder ich kann lange leben.</p>
<p style="text-align: justify;">Das sind zwei sich gegenüberstehende Konzepte. Ein Organismus wird anfälliger, wenn er sich reproduziert. Will er lange leben, wird an der Reproduktion gespart. Das ist das einfachste Konzept. Schon bei Bakterien.</p>
<p style="text-align: justify;">Dennoch wissen wir alle, wie gut sich Reproduktion bzw. sich die reproduktiv aktiven Phasen anfühlen. Es lebt sich besser mit viel T3, viel Testosteron, viel Wachstumshormon. Damit nehme ich in Kauf, dass mein Stoffwechsel etwas anfälliger für Entgleisungen ist und ich nicht 100, sondern nur 85 Jahre alt werde.</p>
<p style="text-align: justify;">Bei Tieren, denen man wenig Methionin verfüttert, sehen wir, dass die geschützt sind vor metabolischer Entgleisung und dazu noch länger leben. Leider sind sie viel weniger reproduktiv aktiv, was man z. B. an der geringeren Magermasse der Tiere sehen kann. Ja, auch dort ist Magermasse ein Zeichen von Fruchtbarkeit.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Wenig Kreatin: Kompensation mit tollen Effekten</h3>
<p style="text-align: justify;">Nun, jetzt picke ich noch einmal die Kreatin-Cherry.</p>
<p style="text-align: justify;">Gerade liegt eine Arbeit vor mir, die beschreibt, was passiert, wenn bei Nagetieren das Kreatin fehlt.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir erinnern uns: Viele Tiere bauen Kreatin selbst. Beim Menschen sind das je nach Literatur 1-2 g. Noch einmal 1-2 g kommen aus der Nahrung.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich hatte gesagt, dass die Kreatin-Synthese Glycin, Arginin und Methyl-Gruppen braucht. Und ein paar Enzyme.</p>
<p style="text-align: justify;"><img decoding="async" class="aligncenter wp-image-5550 size-full" src="https://genetisches-maximum.de/wp-content/uploads/2015/11/Kreatin-Synthese.png" alt="Kreatin Synthese" width="511" height="321" /></p>
<p style="text-align: justify;">Dass wir direkt vorab klären, wie viel Kreatin Veganer vermutlich aufnehmen, bedenken wir:</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li><strong>Glycin</strong> bekommen wir alle <a href="https://genetisches-maximum.de/aminosaeuren/glycin-die-aminosaure-der-zukunft/">generell zu wenig</a> (biochemisch kalkuliert)</li>
<li><strong>Arginin</strong> <a href="https://genetisches-maximum.de/energiehaushalt/stickoxid-fettleber-energiestoffwechsel-no-arginin-nitrat/">bekommt man auch nicht geschenkt</a>, kann hier auch ein Flaschenhals sein</li>
<li><strong>Methyl-Gruppen</strong> &#8211; <a href="https://genetisches-maximum.de/blutwerte/homocystein-wert-senken/">wir sind wieder beim Thema Methionin und Co.</a> Wieder ein Flaschenhals. (Den kann man sogar beweisen: Veganer haben durchweg höhere Homocystein-Werte)</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Was glaubst du, wie viel Kreatin ein Veganer synthetisiert?</p>
<p style="text-align: justify;">Das können wir nicht eindeutig klären, aber setzen wir den Gedanken doch fort.</p>
<p style="text-align: justify;">Wie könnte denn ein Phänotyp aussehen, der zu wenig Kreatin synthetisiert bzw. aufnimmt und somit dem Körper zur Verfügung stellt? Das hat man, wie gesagt, an Nagetieren getestet:</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Fast 40 % geringerer Muskelquerschnitt</li>
<li>Mehr als 70 % weniger Kraft (im Vgl. zu Normal-Tieren; Grip-Strength)</li>
<li>Signifikant weniger Körpergewicht (!) und dramatischer Muskelschwund</li>
<li>Aber: <strong>Mehr Mitochondrien und viel mehr AMPK </strong></li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Der letzte Punkt ist interessant, oder?</p>
<p style="text-align: justify;">Der letzte Punkt zeigt auf, dass Muskelzellen einen Switch erfahren hin zu einem oxidativen Phänotyp. Das klingt ja zunächst einmal sehr nett. Das klingt nicht mehr nett, wenn wir uns fragen, warum das so passiert und verstehen, dass das keine gesunde Adaptation ist, sondern eine Kompensation eines krankhaften Zustandes.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Muskelzellen der Kreatin-Knockout-Tiere produzieren viel weniger ATP, also Energie &#8211; ungefähr 50 %. Also halb so viel. Das will kompensiert werden. Der Muskel versucht nun effizienter zu werden, baut überflüssiges Protein ab und switcht hin zum oxidativen Stoffwechsel, um möglichst viel Energie zu produzieren und diesen Zustand auszugleichen.</p>
<p style="text-align: justify;">Als netten Nebeneffekt haben diese Tiere auch eine höhere Kapazität Substrate aufzunehmen, sind somit geschützt vor metabolischem Syndrom. Wieder: Eine tolle Sache.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Kein metabolisches Syndrom, dafür &#8230; ?</h2>
<p style="text-align: justify;">Was wir hier mit &#8222;Toll&#8220; assoziieren, resultiert in Wahrheit aus einer Fehlfunktion, die den Körper ganz gravierend beeinflusst. Wir zahlen einen heftigen Preis, dass wir &#8222;geschützt sind vor metabolischem Syndrom&#8220;.</p>
<p style="text-align: justify;">Genau das ist der Punkt, den Viele nicht verstehen.</p>
<p style="text-align: justify;">Wenn ich diese schlaksigen Triathleten sehe, die von Haus aus eine sehr niedrige Mager- und Körpermasse aufweisen, dann weiß ich: Die können das Kreatin-Defizit höchstwahrscheinlich gut verkraften.</p>
<p style="text-align: justify;">Langsam schließt sich der Kreis. Leute, bei denen Veganismus &#8222;funktioniert&#8220; bringen eine Physiologie mit, die das Funktionieren erlaubt. Funktioniert ein solches Kreatin-Defizit noch ganz toll bei Menschen mit über 80 Kilogramm? Ich wage das sehr zu bezweifeln. Für die wird ein Kreatin-Defizit dann eher zur Qual.</p>
<p style="text-align: justify;">Stephan Guyenet sagte einmal: Die prominenten Veganer sind alle schlank. Haben aber auch sehr wenig Körpermasse. Keine falsche Korrelation hier, aber: Passt.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Gibt es eigentlich auch positive Effekte einer veganen Ernährung?</h2>
<p style="text-align: justify;">Natürlich gibt es positive Effekte einer veganen Ernährung.</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Weniger Häm-Eisen korreliert nett invers mit weniger Darmkrebs <a href="https://genetisches-maximum.de/hormonhaushalt/eisen-fettverbrennung-diabetes-insulin-resistenz/">und/oder (erneut) metabolischer Entgleisung in Form des metabolischen Syndroms bzw. Diabetes</a>.</li>
<li>Weniger Fleisch heißt auch, <a href="https://genetisches-maximum.de/hormonhaushalt/neu5gc-und-oestrogene-in-der-milch/">weniger Neu5Gc</a>. Immer noch ein Punkt, den ich nicht unterschätzen würde.</li>
</ul>
<p>(Einmal völlig von ökonomischen, ökologischen und moralischen Aspekten abgesehen.)</p>
<p style="text-align: justify;">Um nur mal ein paar Einblicke zu nennen.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Schlussworte</h2>
<p style="text-align: justify;">Abschließend lässt sich sagen, dass wir <em>Gesundheit</em> (die wir häufig nach äußerlichen, von uns definierten Standards &#8222;erkennen&#8220;) nicht mit <em>Optimal/Perfekt/Optimum</em> gleichsetzen dürfen.</p>
<p style="text-align: justify;">Solche &#8222;Gesetze&#8220; hinter Interventionen wollen verstanden sein. Das gilt aber nicht nur für Veganismus, sondern für jede Ernährungsform. Und wenn man das analysiert, auf unsere<strong> ganz eigene</strong> Physiologie überträgt, wird klar, was wir eher essen sollen.</p>
<p style="text-align: justify;">By the way: Kreatin ist weit mehr als ein &#8222;energiespeichernder Stoffwechselmetabolit&#8220; &#8211; Kreatin reguliert den muskulären Stoffwechsel und ein Kreatin-Defizit kann sich ganz offensichtlich gewaltig auf die phänotypische Erscheinung des Muskels auswirken. Konkret: Kraftsportler sollten sich nicht vegetarisch ernähren und wenn doch, bitte Kreatin zusätzlich nehmen. 5 g am Tag reichen aus.</p>
<p style="text-align: justify;">So langsam erkennen wir, dass Nahrung <strong>viel</strong> mehr ist, als Makronährstoff, also Protein, Kohlenhydrat und Fett. Nahrung (und die spezifischen Inhalte) sind Signalgeber und Stoffwechselregulatoren mit weitreichenden Folgen.</p>
<p style="text-align: justify;">Dass Fleisch ein klassisches Nahrungsmittel eines &#8222;richtigen Mannes&#8220;* ist, stimmt zumindest bezogen auf die Kreatin-Verfügbarkeit &#8211; mit entsprechenden, potenziellen Auswirkungen.</p>
<p style="text-align: justify;">(*Bevor ich damit jemanden diskriminiere: Das war natürlich mit einem Schmunzeln geschrieben und, nicht zu vergessen, die Definition des &#8222;richtigen Mannes&#8220; darf weiterhin individuell sein.)</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Literatur</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Bastide, N. M.; Pierre, F. H. F.; Corpet, D. E. (2011): „Heme Iron from Meat and Risk of Colorectal Cancer: A Meta-analysis and a Review of the Mechanisms Involved“. In: <i>Cancer Prevention Research</i>. 4 (2), S. 177-184, DOI: 10.1158/1940-6207.capr-10-0113.</p>
<p style="text-align: justify;">Bissoli, L.; Di Francesco, V.; Ballarin, A. u. a. (2002): „Effect of Vegetarian Diet on Homocysteine Levels“. In: <i>Annals of Nutrition and Metabolism</i>. 46 (2), S. 73-79, DOI: 10.1159/000057644.</p>
<p style="text-align: justify;">Lukaszuk, Judith M.; Robertson, Robert J.; Arch, Judith E. u. a. (2005): „Effect of a Defined Lacto-Ovo-Vegetarian Diet and Oral Creatine Monohydrate Supplementation on Plasma Creatine Concentration“. In: <i>J Strength Cond Res</i>. 19 (4), S. 735, DOI: 10.1519/r-16224.1.</p>
<p style="text-align: justify;">McCarty, Mark F.; Barroso-Aranda, Jorge; Contreras, Francisco (2009): „The low-methionine content of vegan diets may make methionine restriction feasible as a life extension strategy“. In: <i>Medical Hypotheses</i>. 72 (2), S. 125-128, DOI: 10.1016/j.mehy.2008.07.044.</p>
<p style="text-align: justify;">Nabuurs, C. I.; Choe, C. U.; Veltien, A. u. a. (2013): „Disturbed energy metabolism and muscular dystrophy caused by pure creatine deficiency are reversible by creatine intake“. In: <i>The Journal of Physiology</i>. 591 (2), S. 571-592, DOI: 10.1113/jphysiol.2012.241760.</p>
<p style="text-align: justify;">Safdar, A.; Yardley, N. J.; Snow, R. u. a. (2007): „Global and targeted gene expression and protein content in skeletal muscle of young men following short-term creatine monohydrate supplementation“. In: <i>Physiological Genomics</i>. 32 (2), S. 219-228, DOI: 10.1152/physiolgenomics.00157.2007.</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/vegan/warum-veganer-gesund-sind/">Warum Veganer gesund sind</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Vegan Kritik: Gedanken zum Thema Veganismus</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/vegan/vegan-kritik/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 12 Sep 2015 13:34:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Vegan]]></category>
		<category><![CDATA[carnosin]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[taurine]]></category>
		<category><![CDATA[vegan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dieser Artikel ist sachliche vegan Kritik. Jedoch sei davor betont, dass wir absolut keine Gegner von Veganismus sein. Tierwohl liegt auch uns am Herzen und viele Veganer leben sehr gesund. Trotzdem muss auch auf die [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Dieser Artikel ist sachliche <em>vegan Kritik.</em> Jedoch sei davor betont, dass wir absolut keine Gegner von Veganismus sein. Tierwohl liegt auch uns am Herzen und viele Veganer leben sehr gesund. Trotzdem muss auch auf die Schattenseite hingewiesen werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Denn eine vegane Ernährung kann ungesund sein. Bioaktive Substanzen aus dem Fleisch fehlen völlig. Diese meat-based bioactive compounds braucht dein Körper!</p>
<p style="text-align: justify;">Du glaubst noch immer an <strong>bioaktive Substanzen</strong> und <strong>Antioxidantien</strong>, die es nur in Pflanzen und am ehesten in &#8222;Superfoods&#8220; (z. B. Acai-Beere) gibt?</p>
<p style="text-align: justify;">Die Wahrheit ist: Fleisch und Tierprodukte sind ebenfalls <em>bioaktiv</em>.</p>
<p style="text-align: justify;">Das beste Beispiel, das brauche ich dir sicher nicht näher zu erläutern, ist das <strong>blutige Steak vom Weiderind</strong>.</p>
<h2 style="text-align: justify;"><em>Bioaktiv</em> und a<em>ntioxidativ</em>: Hört sich gut an &#8212; muss vegan sein</h2>
<p style="text-align: justify;">Ich darf dir hier kurz erläutern, wie bioaktiv die dort zu findenden Substanzen sind &#8212; ein Einblick:</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Es gibt eine große Zahl an <strong>Peptiden</strong> im Fleisch, die blutdrucksenkend wirken &#8212; gewusst?</li>
<li><strong>Carnosin</strong> ist einer der stärksten uns bekannten &#8222;anti glycating agents&#8220; (schützt vor Verzuckerung unserer Proteine) und Antioxidans &#8212; gibt&#8217;s nur im Fleisch</li>
<li><strong>Carnosin</strong> kommt mit dem verwandten <strong>Anserin</strong> (s. g. Histidyldipeptide) &#8212; ebenfalls ein Antioxidans</li>
<li><strong>L-Carnitin</strong> ist ein potentes Antioxidans, hat an sich so viele Wirkungen, dass es ein eigenes kleines Buch bedarf</li>
<li><strong>Kreatin</strong> wirkt antioxidativ</li>
<li><strong>Alpha-Liponsäure</strong> ist ein starkes Antioxidans (findet man hauptsächlich in oxidativen Zellen &#8212; gewusst? Also auch im oxidativen Rindermuskel)</li>
<li>Das hoch bioverfügbare <strong>Zink</strong> wirkt antioxidativ und antientzündlich</li>
<li>Höhere Mengen Fleisch geben spielend leicht hohe Mengen (z. B. 300 mg) <strong>Glutathion</strong> &#8212; ein potentes Antioxidans</li>
<li><strong>Taurin</strong> ist ein potentes Antioxidans und lange bekannt für seine zellschützende Wirkung</li>
<li><strong>Q10</strong> ist ein potentes Antioxidans und findet sich auch stark angereichert im Fleisch</li>
<li><strong>Spermidin</strong> ist ein potentes Antioxidans</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">All diese Substanzen, zusammengefasst, nennt man <em>meat-based bioactive compounds</em> &#8212; also <strong>bioaktive Substanzen aus dem Fleisch</strong>. Sollte jeder mal googeln.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich darf anmerken: Das oben war eine lächerliche Auswahl &#8212; quasi ein Bruchteil von dem, was Fleisch in Wahrheit liefert.</p>
<p style="text-align: justify;">Und, wie ich vor einigen Tagen beschrieben habe, dies sind Substanzen, die unser Körper alle (!) selbst synthetisieren müsste, würden wir sie ihm nicht von außen zuführen. Und ich wiederhole: Veganer verlassen sich darauf, dass das alles reibungslos funktioniert &#8212; wobei das <strong>nachweislich</strong> nicht der Fall ist. Das Kreatin-Beispiel war selbstverständlich nur <strong>ein</strong> Beispiel. Der Punkt kam offensichtlich nicht an.</p>
<p style="text-align: justify;">Es ist für mich ein Zeichen der enormen Fähigkeit zur Adaptation des H. sapiens, wenn er auch völlig fleischfrei <strong>überlebt</strong>. Dies zeigt aber in keinster Weise, dass dies ein <strong>optimaler Zustand</strong> ist. Das ist bisweilen eine sehr absurde Logik. Arteriosklerose spüren wir auch nicht und wohl wissen wir, dass freie Arterien ganz wesentlich sind für Vitalität und Leistungsfähigkeit.</p>
<p style="text-align: justify;">Viele denken bei dieser Argumentation gar nicht daran, dass der Körper über Speicher verfügt und über eine enorme Kapazität, Zustände eine ganze Zeit lang zu kompensieren, sich gar teilweise daran anzupassen.</p>
<p style="text-align: justify;">Viele denken bei dieser Argumentation auch nicht daran, dass verschiedene Individuen auch verschiedene Voraussetzungen haben: Du kannst einen 100 kg schweren Mann auch nicht mit einer 50 kg schweren Frau vergleichen. Beide hätten eine extrem ungleiche Synthese-Leistung zu bewerkstelligen.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Die, die glauben, sie leben am natürlichsten, leben an der Natur vorbei</h3>
<p style="text-align: justify;">Im Buch habe ich hingeschrieben, dass unsere Vorfahren (und heute lebende Buschmänner) sehr sicher Vampire waren und erst einmal das Blut des erlegten Tieres tranken.</p>
<p style="text-align: justify;">Warum wohl? <strong>Voll mit Hormonen, Enzymen, Zellen und anderen Blutbestandteilen</strong>! Wenn davon auch nur ein Bruchteil in dir landet &#8230; Der Saft des Lebens! Wenn der nicht &#8222;bioaktiv&#8220; ist, was dann?</p>
<p style="text-align: justify;">Du nimmst das Leben eines anderen Tieres und erntest dafür Vitalität. <strong>Alt bekannt. </strong>Dafür bedanken sich die Buschmänner nach der Jagd auch bei dem Tier.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Stichwort Demut und Dankbarkeit. </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Denkst du, der Buschmann hat Interessen, bewusst zu lügen? Der Buschmann erzählt frei heraus, was Fleisch für ihn Gutes tut. Bekannt auch aus Überlieferung der Inuit. Alle dumm? Alle besessen vom zerstörerischen Jagdtrieb? Oder wussten die vielleicht, was ihnen gut tut, was sie nährt, vitalisiert und Kraft spendet (<a href="https://genetisches-maximum.de/vegan/das-veganer-gleichnis-was-die-gurus-nicht-erzaehlen/">Stichwort Effektivität und Effizienz</a>)?</p>
<p style="text-align: justify;">(Anmerkung: Klar weiß das ein Buschmann, der mal zwei Wochen wenig gegessen hat und dann die Beute erlegt. Wir, die Modernen, Überfressenen, Verwöhnten &#8230; wissen das nicht.)</p>
<p style="text-align: justify;">Freilich signalisiert der Körper auch, wann er gerne Früchte hätte, wann er gerne etwas mehr Kohlenhydrate hätte, wann es mit Nahrungsmittel AB reicht und dafür Nahrungsmittel CD gewählt werden soll. Freilich liefern auch Pflanzen einen wertvollen Beitrag zur Gesunderhaltung. Das bestreiten die Wenigsten.</p>
<h3>Was hättest du gerne? Moral, Nachhaltigkeit, Tierschutz (Vegan 1.0) oder lieber Gesundheit, Sixpack und Anerkennung (Vegan 2.0)</h3>
<p style="text-align: justify;">Aber: Nie hat eine Kultur vor uns komplett <em>fleischlos</em> gelebt. Ein gewisser Attila wurde schräg angeguckt, als er voller Überzeugung zu den &#8222;Alten&#8220; reiste. <strong>Keiner lebte fleischlos</strong>. Keiner schrieb sich &#8222;Vegan&#8220; auf die Fahnen und fuhr gleichzeitig einen Porsche, trank teure Ergänzungsmittel (weil Vegan alles liefert &#8212; oder auch nicht) und importierte Pflanzen aus Timbuktu &#8212; alles im Namen der Moral! Schiffe und Flugzeuge tanken heute ja auch Luft und Sonnenlicht &#8212; aber ich weiß: Dank uns, den Moralischen, darf der arme Bauer in Afrika (über-)leben.</p>
<p style="text-align: justify;">Man stelle sich einmal vor, man hätte dieses ganze Geld (Stichwort &#8222;Bio-Matcha&#8220; aus Japan) in die Tierzucht investiert, den heimischen (!) Landwirt und Viehzüchter ordentlich bezahlt. Diese Systeme ausbauen, für eine bessere Tierhaltung sorgen, in einen &#8222;ethisch korrekten&#8220; Umgang mit Tieren investieren. Doch auch hier zeigen sich massive Fortschritte und die Zustände sind bei Weitem nicht mehr so kritisch, wie noch vor einigen Jahrzehnten &#8212; dies zeigt sich alleine daran, der Ertrag relativ zum Bestand deutlich gestiegen ist, vor allem in den letzten zehn Jahren.</p>
<p style="text-align: justify;">Oder: Das Geld in die eigene Bildung investieren und lernen, dass es einen natürlichen Kreislauf auf dieser Welt gibt und wir, als Homo sapiens, leider, leider nicht als grasfressender Herbivor auf die Welt gekommen sind. Der Löwe in der afrikanischen Savanne steht sicher auch jeden Tag auf und stellt sich die Moralfrage &#8212; umgekehrt: Ist es moralisch verwerflich, wenn ein Tier ein anderes Tier frisst, oder ist das die natürlichste Sache der Welt? Oder, wie Attila zu sagen pflegt: &#8222;Das Leben ist ein Haifischbecken. Bevor ich gefressen werde, werde ich lieber selbst zum Hai.&#8220; Klar: Aus dieser Sicht ist das Jägersein natürlich wieder legitim. Eher andere Menschen fressen, als Tiere.</p>
<p style="text-align: justify;">Was ist das für eine verrückte Welt? Welches absurde Verhalten man heute mit Leichtigkeit legitimieren kann.</p>
<p style="text-align: justify;">Irgendwann jedenfalls rückten Moral, Nachhaltigkeit und Biozentrik in den Hintergrund und weichten nun mehr einem anderen Veganismus &#8212; ein Veganismus, der Aspekte von sich postuliert, <strong>die nicht haltbar sind</strong>. Moralisch zeigt man sich heute nicht mehr nur gegenüber Tieren, sondern auch gegenüber den Mitmenschen &#8212; zumindest, wenn es darum geht, andere von der veganen Ernährung zu überzeugen. Denn andere Mitmenschen haben durchaus das Potenzial, ihr Leben, ihre Gesundheit ganz deutlich mit einer veganen Ernährung zu verbessern. Und genau hier setzt ein Gedankenkonstrukt an, das so bei Weitem (!) nicht nur nicht haltbar ist, sondern die eigene Fähigkeit ganz dramatisch überschätzt &#8212; Überschätzen deshalb, weil mir kein einziger Veganer bekannt ist, der fachlich und wissenschaftlich korrekt, seine Thesen veröffentlichte und aufzeigte, wo die Potenziale einer veganen Ernährung liegen, über die eine omnivore Ernährung nicht verfügt. Alternativ dazu ist mir nicht bekannt, dass es Bemühungen gibt, zu zeigen, dass die von mir postulierten Aspekte (z. B. vor einigen Tagen) nicht stimmen &#8212; natürlich auf einer sachlichen und wissenschaftlichen Ebene, die meiner entspricht.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Vegan 1.0 und 2.0: Der gemeinsame Nenner</h2>
<p style="text-align: justify;">Wie gesagt: Ethik und Nachhaltigkeit seien gelobt. Das Bemühen erfährt meinen größten Respekt.</p>
<p style="text-align: justify;">Paradox sind allerdings zwei Sachen:</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li style="text-align: justify;">Veganer investieren mehr Ethik, Nachhaltigkeit und Toleranz in Tiere &#8212; diese Bemühungen werden <strong>seltenst</strong> gezeigt bezüglich anderer Auffassung, Meinung und sogar Wissenschaft &#8212; Wieso ich das weiß? Muss ich nur mal die Kommentare zu meinem Artikel lesen. Absurd. Veganer sind <strong>tolerant</strong>, sind <strong>offen für Wissenschaft</strong>, für <strong>Beweise</strong>? Nein. Stattdessen werden Autoren (nicht etwa deren Inhalte) eher denunziert. Dieses Verhalten wird, bei aller Konzept-Aversion, sehr häufig an den Tag gelegt. Die Gegenfrage ist auch berechtigt: Wo sind die Veganer, die eben nicht so argumentieren bzw. denken? Wohlgemerkt: Mir ist selbst klar, dass dies typische Verhaltensmuster sind, wenn konzepttreu gelebt wird &#8212; stimmt auch für andere Ernährungskonzepte. Nicht ein einziges Mal habe ich abwertend auf weltfremde Statements reagiert, stets bemüht adäquat zu antworten, immer ein Mix aus persönlicher Erfahrung mit vielen Ernährungsformen und aktueller Wissenschaft &#8212; <strong>basierend auf guten Studien</strong>! Nicht in-vitro, nicht aus dem Jahre 1980, nicht Meta-Analyse, nicht Epidemiologie. Wenn Tierstudien, dann, um evolutiv konservierte Signalwege zu studieren. Ein großer Unterschied und eine Sache, die so manch einer noch nicht verstanden hat.</li>
<li style="text-align: justify;">Veganer können <strong>nicht wissenschaftlich argumentieren</strong>: Die einzige Wissenschaft, auf die sie sich beziehen, ist <strong>Epidemiologie</strong> &#8212; Korrelation, wo <strong>keine klare Kausalität</strong> erkennbar ist. Und dennoch wird jegliche Wissenschaft (z. B. Biochemie [s. o., siehe <a href="https://genetisches-maximum.de/vegan/das-veganer-gleichnis-was-die-gurus-nicht-erzaehlen/">diesen Beitrag</a>, siehe <a href="https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/">Beitrag von letzter Woche</a>]) <strong>nicht akzeptiert.</strong></li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Beispiele:</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Es reicht nicht, Tierfett mit der Sterblichkeit<strong> zu assoziieren </strong></li>
<li>Es reicht nicht, Fleischverzehr/Tierfett mit Krebs <strong>zu assoziieren </strong></li>
<li>Es reicht nicht, Fleischverzehr mit Insulinresistenz und Diabetes <strong>zu assoziieren </strong></li>
<li>Es reicht nicht, Fleischverzehr mit Herzkrankheiten<strong> zu assoziieren</strong></li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">(Es reicht auch nicht, zu zeigen, dass mit einer veganen Ernährung abnehmen kann und im Zuge dessen sich diverse metabolische Parameter verbessern &#8212; das ist völlig normal und nicht &#8222;veganspezifisch&#8220;.)</p>
<p style="text-align: justify;">Das alles sind keine Beweise! Es reicht eine einzige Variable in diesem Spektrum, die die komplette These invalide werden lässt. Beispiel: Tierfett wird mit Brustkrebs assoziiert. Stimmt aber anscheinend nur bei Damen unserer westlichen, europäischen Welt. Kaum sind sie schlank, stimmt das auch wieder nicht. Auf die Idee gekommen, dass ein bisschen Hüftspeck da auch ein Problem sein kann? Wo wird noch mal das Östrogen gebaut? Zwei wesentliche Orte bei der Frau. Wie wird noch mal die Konzentration freier Fettsäuren im Blut reguliert?</p>
<p style="text-align: justify;">Völlig absurd wird es, wenn epidemiologische Studien dem &#8222;roten Fleisch&#8220; nachweisen wollen, wie gefährlich es ist. Von welchem &#8222;roten Fleisch&#8220; reden wir eigentlich? Wird das konkretisiert? Was essen wir überhaupt? Eher die Bratwurst, die Bockwurst und andere Würste, Hamburger, Wiener Schnitzel und hoch verarbeitete Frikadellen oder das Hüftsteak vom Metzger? Schon der kleinste Unterschied kann Folgen haben: &#8222;Rotes Fleisch&#8220; &#8212; genauer: die Produkte daraus &#8212; werden sehr häufig gepökelt. Weniger bekannt ist, dass ein Erhitzen dieser gepökelten Waren Nitrosamine entstehen lässt &#8212; die wirken tatsächlich potent kanzerogen. Man-made, nicht &#8222;nature-made&#8220;. Doch selbst das Nitrosamin-Thema ist heute nahezu nicht mehr aktuell.</p>
<p style="text-align: justify;">&#8222;Rotes Fleisch&#8220;, so las ich gestern bei einem Kommentar, löse Herzinfarkt und Krebs aus und hebe den Cholesterin-Spiegel. Letzte These lässt sich selbstverständlich sehr leicht überprüfen: Man ernährt sich drei, vier Wochen ausschließlich von rotem Fleisch, genauer: Hüftsteak, und testet dann den Cholesterin-Wert. Freilich darf man weder große Mengen Fett, noch andere &#8222;Variablen&#8220; dazu addieren. Verblüfft wird man sich die Augen reiben. Mit welchen Proteinen wird man via PSMF (<em>protein sparing modified fast</em>) sein Körperfett und seine metabolischen Anomalien (auch Cholesterin) los? Bisher jedenfalls nicht gezeigt anhand eines &#8222;Vegan-Blends&#8220;. Man darf auch einen Schritt weitergehen und <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11965522">andere epidemiologische Studien zum Thema Atherogenese lesen</a> (wer mit Epidemiologie argumentiert, muss andere Epidemiologie akzeptieren).</p>
<p style="text-align: justify;">Ach &#8212; über welche Dinge schwadronieren wir hier überhaupt?</p>
<p style="text-align: justify;">Epidemiologie ist niedrigste Form der Wissenschaft. Es gibt sehr gute Literatur zum Thema Statistik und Epidemiologie. Die sollte man unbedingt lesen, bevor man Epidemiologie konsumiert. Der Veganer, der hätte beweisen können, dass Omnivoren schlechter leben, früher sterben, kranker sind, Prof. Campbell, <strong>hat es nicht geschafft, hat sich blamiert. </strong></p>
<h2 style="text-align: justify;">Wieso diese vegan Kritik?</h2>
<p style="text-align: justify;"><strong>Das Denken Vieler ist stark vernebelt</strong>.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Allerdings muss man der Wahrheit auch ins Auge sehen und klar unterscheiden, <em>wo</em> eine Sache hilft, nützt, angebracht ist und wo die Schwächen derselben liegen. </strong>Da gibt es diesen neumodischen Begriff, &#8222;Differenzierung&#8220;, der genau das beschreiben soll.</p>
<p style="text-align: justify;">Doch genau dieser Aspekt erklärt, warum das Denken vernebelt ist: Wir suchen seltenst nach einer für die Situation passenden Lösung, sondern <strong>eine Weltformel für unser Leben</strong>, ja sogar für die Welt und das Universum. Und genau dann driftet es ab in Richtung Glaube und Irrationalität. Und genau dann werden die Reaktionen emotional, dann, wenn man <em>eigentlich</em> genau weiß, dass man keinen argumentativen Spielraum mehr hat und dennoch versucht, seine Praktiken zu legitimieren. Oder: Wenn man so fest von seinen Praktiken überzeugt ist, dass man keinem Gegenargument glauben schenkt. Auch hier: <em>Glauben</em> schenken.</p>
<p style="text-align: justify;">Auf was erbauen wir unser Glaubenssystem? Erfahrung ist, auch wenn das Viele anders sehen, kein guter Ratgeber. Denn: Erfolg mit einer Ernährungsform &#8230; kannst du <strong>einmal</strong> haben. Ändert sich der Kontext, ändert sich alles &#8212; zumindest bezüglich Ernährungsfragen. Die meisten von uns finden erst zu radikalen Ernährungsformen, weil sie einen Ausweg von ihrem Leiden suchen. Hilft ihnen dann eine Ernährungsform, wird diese weiterhin, unhinterfragt, praktiziert. Jack Lalanne brachte es damals auf den Punkt: &#8222;Wenn es dir half und dein Leben veränderte &#8212; würdest du nicht daran glauben?&#8220; Korrekt, für den Moment. Korrekt, für die Situation. Womöglich nicht korrekt für jede beliebe Situation und dein Leben. Schlimmer noch: Konzepte schränken ein und werden deine zukünftige Erfolgsrate maßgeblich senke &#8212; oder glaubst du im Ernst, dein Übergewicht und deine Insulinresistenz waren die einzigen Problemen im Leben?</p>
<p style="text-align: justify;">Ich wiederhole mich: Konzepte und festgefahrene Glaubenssätze schränken uns und unser Denken ein, behindern maßgeblich den Fortschritt und verhindern, dass wir auch in Zukunft variabel und flexibel denken können.</p>
<p style="text-align: justify;">Würde jeder &#8222;Ernährungskonzept-ärmer&#8220; denken, gäbe es auch die ganzen ideologisch angehauchten &#8222;Streits&#8220; und unnötigen Internetdiskussionen nicht &#8212; Konzepte sind für viele eben zur Ersatzreligion geworden.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Abschließend</h3>
<p>Um die Punkte noch einmal zu rekapitulieren:</p>
<ul>
<li style="text-align: justify;">Pflanzliche Kost (nicht: ausschließlich pflanzliche Kost) mag gesund sein, aber viele klassische &#8222;Werbeslogans&#8220; (&#8222;Bioaktiv&#8220;, &#8222;antioxidativ&#8220;) gelten auch für Fleisch. Auch Fleisch ist ein &#8222;natürliches Nahrungsmittel&#8220;. Das haben Viele vergessen, sie wussten es nicht oder es wird schlicht ignoriert.</li>
<li style="text-align: justify;">Weiter: Im Fleisch sind Stoffe enthalten, die für unsere Zellen wichtig sind. Die muss der Körper nicht mehr selbst synthetisieren, wenn er das überhaupt noch kann (siehe dazu z. B. Taurin-Stoffwechsel). Stichwort Mitochondrien.</li>
<li style="text-align: justify;">Veganismus mag helfen &#8212; doch auf welche Kosten? Woran will man das konkret bemessen? Woher wollen Veganer wissen, dass sie eine &#8222;optimierte&#8220; Gesundheit aufweisen im Vergleich zu einem Omnivor, der ebenfalls auf seine Gesundheit achtet?</li>
<li style="text-align: justify;">Veganer postulieren Ethik, Moral und Natürlichkeit: Paradoxerweise lebt der pre-moderne H. sapiens in perfektem Einklang mit der Natur und Fleisch bzw. das Tier ist fester Bestandteil ebendieses natürlichen Lebens. Ist es moralisch verwerflich Tiere für die Selbsterhaltung zu töten oder das Natürlichste überhaupt? Oder: Ist der Fleischkonsum nur dann moralisch nicht vertretbar, wenn wir über Massentierhaltung sprechen?</li>
<li style="text-align: justify;">Wenn Massentierhaltung der Grund ist, wieso sparen wir genau dort? Wieso investieren viele Veganer in teure Produkte, die zudem oft nicht aus Deutschland kommen? Wieso ist es korrekt(er) ebendieses Verhalten an den Tag zu legen, alles auszublenden, was nicht direkt mit Gedanken zu tun hat, dass der Pflanzenkonsum per se die Umwelt schützt? Es gibt etliche Faktoren, die mit dem Pflanzenkonsum zusammenhängen, die ebenfalls die Umwelt belasten.</li>
<li style="text-align: justify;">Der Veganismus verlässt ursprüngliche Spuren und zeigt sich von Seiten, die seiner Ur-Botschaft nicht gerecht werden. Tierschutz im gleichen Atemzug mit Nachhaltigkeit, aber gleichzeitig wird alles, außer Ernährung, nicht beachtet &#8212; wie kann es sein, dass nun mehr Gesundheit, Sixpack, Aussehen und der Sportwagen im Vordergrund stehen und trotzdem der Zeigefinger der Moral erhoben bleibt?</li>
<li style="text-align: justify;">Der Veganismus stellt sich &#8212; ernährungsphysiologisch betrachtet &#8212; auf eine höhere Stufe, was nicht beweisbar und nicht nachvollziehbar ist. Im Gegenteil: Es werden Dinge postuliert, die grundfalsch und in keinster Weise korrekt sind.</li>
<li style="text-align: justify;">Viele Veganer sind &#8222;unecht&#8220; und folgen einem Trend, versuchen dennoch ihre Lebensweise krampfhaft zu legitimieren und zu artikulieren &#8212; dies führt bisweilen zu absurden Diskussionen, oft ohne Gehalt und mit viel Emotion. Wieso bringen viele Veganer anderen Tieren mehr Respekt entgegen als der Meinung anderer Menschen?</li>
<li style="text-align: justify;">Der Veganismus bezieht sich zu weiten Teilen auf epidemiologische Daten, stellt für den Laien eine Scheinkausalität her, die es so nicht gibt und wenn, so extrem kontextabhängig sind, dass Veganismus nicht die alleinige Lösung darstellt.</li>
<li style="text-align: justify;">Daten aus epidemiologischen Studien schaffen es, weil so sensationell, in die Schlagzeilen und genau diese Punkte werden, ungerechtfertigterweise, breit getreten und als Legitimationsgrundlage genutzt.</li>
<li style="text-align: justify;">Viele Ernährungskonzepte, auch der Veganismus, sind krankhafte Idealbilder, vermeintlich ideale Schablonen, in die wir uns hineinpressen. Gleichzeitig rauben uns diese Schablonen die vielen Spielräume, die es geben würde, um unsere Probleme effektiver zu bewältigen.</li>
<li style="text-align: justify;">Viele Menschen entdecken die Ernährungsform dabei als Ersatzreligion, die nicht nur praktiziert, sondern extrem konzepttreu gelebt wird.</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Dieser Artikel richtet sich ausdrücklich nicht an diejenigen, die im Stillen ihrer veganen Ernährung und der damit verbundenen Überzeugung treu bleiben. Den ursprünglichen Gedanken des Veganismus leben, ohne Legitimationsdruck und dem Drang, die vegane Ernährung, &#8212; ernährungsphysiologisch betrachtet &#8212; auf eine hohe Stufe zu heben.</p>
<p style="text-align: justify;">Kleine Randnotiz: Doch, doch. Der Autor dieses Artikels hat bereits vegan gelebt.</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/vegan/vegan-kritik/">Vegan Kritik: Gedanken zum Thema Veganismus</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Edubily spricht über Ernährung: „Paleo&#8220; vs. „Vegan&#8220;?!</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Sep 2015 22:36:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Paleo]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[vegan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Derzeit herrscht ein großes Interesse an diversen Ernährungsformen. Noch nie war gesund ernähren so hip und aufregend wie heute. Scheinbar taucht jeden Tag eine neue Diät und Ernährungsform auf, die noch spannender und interessanter daher [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/">Edubily spricht über Ernährung: „Paleo“ vs. „Vegan“?!</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Derzeit herrscht ein großes Interesse an diversen Ernährungsformen. Noch nie war gesund ernähren so hip und aufregend wie heute. Scheinbar taucht jeden Tag eine neue Diät und Ernährungsform auf, die noch spannender und interessanter daher kommt. Noch mehr Sinn ergibt.</p>
<p style="text-align: justify;">&#8222;Die Großen&#8220; sind heute, ohne Frage, die Paläo-Diät (Steinzeiternährung) und die vegane Ernährungsformen.</p>
<p style="text-align: justify;">Nun, schon länger denke ich &#8211; wie du sicher weißt &#8211; über Ernährung nach. Ich möchte heute mit dir<strong> meine Gedanken</strong> teilen und grundsätzliche Aspekte aufzeigen, die uns die Richtung weisen.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich darf anmerken: Es gibt durchaus evolutive Trends im menschlichen Körper, die uns aufzeigen, für welche Ernährungsform wir eher geeignet sind.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Homo sapiens, der fette Primat</h3>
<p style="text-align: justify;">Es besteht kein Zweifel: Wir sind die fettesten Primaten. Das hat nichts mit unserem schlechten Essverhalten zu tun. Andere Primaten haben von Haus aus deutlich niedrigere Körperfettanteile als wir. Eine Erklärung für dieses Phänomen ist wohl, dass wir ein sehr teures Gehirn haben, das konstant mit Substraten versorgt werden muss. Dies deckt sich gut mit den Gedanken der Selfish-Brain-Hypothese. Gehen wir davon aus, dass der Körper bemüht ist, den Körperfettanteil weit über 5 % (= Minimum) zu halten, dann wird man sich rasch fragen, welche Stoffwechselwege im Energiestoffwechsel das bewerkstelligen können.</p>
<p style="text-align: justify;">Hier kommt der Punkt: Im Gegensatz zu Ratten (als Tiere, die an pflanzliche Kost adaptiert sind), ist die De-Novo-Lipogenese-Rate (also die Fettneubildung aus Kohlenhydraten) im Fettgewebe beim Menschen nicht nennenswert vorhanden.<span id='easy-footnote-5-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-5-4730' title='Diraison, Frédérique et al. &amp;#8222;Differences in the regulation of adipose tissue and liver lipogenesis by carbohydrates in humans.&amp;#8220; Journal of lipid research 44.4 (2003): 846-853.'><sup>5</sup></a></span> Stattdessen schießen bei zu starken Kohlenhydrat-Overfeeding Plasma-Triglyceride in die Höhe. Dies ergibt aus evolutiver Perspektive wenig Sinn. Denn zu hohe Plasma-Triglyceride interferieren massiv mit der Gesunderhaltung des Lebewesens.</p>
<p style="text-align: justify;">Wieso also wurde die DNL im Zuge der Evolution bei uns im Fettgewebe &#8222;ausgeknipst&#8220;? Das hieße, dass der Organismus die wichtigen Fettspeicher alleine durch Kohlenhydratzufuhr nicht aufrechterhalten kann. Zumindest nicht, ohne die Stoffwechselgesundheit zu gefährden. <strong>Aus dieser Perspektive sind Kohlenhydrate kein gutes Substrat zum Überleben.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ich möchte allerdings ergänzen, dass es ebenfalls schwer ist, die Fettmasse zu halten, bei einer &#8222;Reinfett-Ernährung&#8220; (z. B. strikt ketogen) oder bei Ernährungsformen, die den Schwerpunkt auf den Protein-Konsum verlagern. Anabole Substrate wie Kohlenhydrate (aber auch normal-hohe Mengen Protein) provozieren eine Insulinausschüttung, die auch notwendig ist, um das Gleichgewicht hin zu einer Fettspeicherung zu verlagern. Ebendas ist vermutlich der Grund, warum prinzipiell eine Tendenz besteht, Kohlenhydrate, Proteine und Fette in einem bestimmten Verhältnis zu konsumieren (siehe Verlauf) &#8212; aus evolutiver Sicht eine ideale Kombination, um eine maximale Makronährstoffeffizenz zu gewährleisten.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Das große Gehirn durch Kohlenhydrate</h3>
<p style="text-align: justify;">Erst neulich erschien eine Arbeit, die postulierte, dass unser Gehirn durch Kohlenhydratverzehr so groß wurde.<span id='easy-footnote-6-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-6-4730' title='Hardy, Karen et al. &amp;#8222;The importance of dietary carbohydrate in human evolution.&amp;#8220; The Quarterly Review of Biology 90.3 (2015): 251-268.'><sup>6</sup></a></span> Das halte ich für falsch. Das Amylase-Gen, das für die stärkespaltende Amylase kodiert, zeigt bei uns Menschen &#8211; evolutiv betrachtet &#8211; erst vor 200.000 Jahren eine erhöhte Aktivität (im Sinne einer Vervielfältigung des Gens).<span id='easy-footnote-7-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-7-4730' title='Perry, George H et al. &amp;#8222;Diet and the evolution of human amylase gene copy number variation.&amp;#8220; Nature genetics 39.10 (2007): 1256-1260.'><sup>7</sup></a></span> Also lange, nachdem das Gehirn dramatisch gewachsen ist. Rohe stärkehaltige Pflanzenteile, wie <em>USOs (underground storage organs), </em>verlangen eine deutliche andere Zahn- und Kiefermorphologie, um diese effektiv verdauen zu können (Verdauung beginnt im Mund). Die Zahn- und Kiefermorphologie des Menschen ist sehr grazil und weist in keinster Weise auf den Verzehr roher, harter Pflanzenteile, insbesondere auf den Verzehr von rohen USOs, hin. Feuer hätte die Verdauung von USOs erleichtert, allerdings war das Gehirn schon bei Homo erectus sehr groß, also lange bevor die Nutzung des Feuers aktiv und regelmäßig betrieben wurde.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Kohlenhydrate als Energieträger</h3>
<p style="text-align: justify;">Kohlenhydrate hätten niemals als alleiniger Energieträger dienen können. Ein durchschnittlicher Verbrauch von 3000 Kalorien hätte den Konsum von weit über 600 g Kohlenhydraten vorausgesetzt. Das wären nahezu 3,5 Kilogramm Kartoffeln, ein USO. Süßkartoffeln enthalten ungefähr ebenso viele Kohlenhydrate. Die bekannte Erdmandel (&#8222;Tiger Nut&#8220;) enthält zwar das Doppelte, allerdings hätte das auch den Konsum von nahezu zwei Kilogramm benötigt. Ich gehe der Einfachheit halber davon aus, dass keine Gräser und/oder Bohnen zusätzlich verzehrt wurden. Und selbst wenn: Den ganzen Tag nach Kartoffeln zu graben macht aus energetischer Perspektive (und bezüglich unserer genetischen Ausstattung) weit weniger Sinn als das Jagen von Großwild. Insbesondere im Hinblick auf die Tatsache, dass die Fauna in Europa sehr reichhaltig war bezüglich fetter Tiere und im Hinblick auf die Eiszeit, die es zu weiten Teilen wohl nahezu unmöglich machte, USOs überhaupt zu ernten oder zu finden.</p>
<p style="text-align: justify;">Dies sagt nicht, dass Kohlenhydrate per se schlecht sind. Es legt lediglich nahe, dass der Kohlenhydrat-Konsum per se eine untergeordnete Rolle spielt bezüglich des menschlichen Stoffwechsels und der Entwicklung desselben.</p>
<p style="text-align: justify;">In meinen Augen dienen Kohlenhydrate dazu, die Makronährstoffeffizienz maximal zu steigern und den anabolen Haushalt zu speisen (z. B. reproduktive Achse). Aus dieser Sicht sind Kohlenhydrate überragende Katalysatoren, aber nicht die Triebfeder menschlicher Entwicklung.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Fett als Energieträger</h3>
<p style="text-align: justify;">Die dramatische Verkürzung des Dickdarms bei gleichzeitiger Verlängerung des Dünndarms <span id='easy-footnote-8-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-8-4730' title='Milton, Katharine. &amp;#8222;The critical role played by animal source foods in human (Homo) evolution.&amp;#8220; The Journal of nutrition 133.11 (2003): 3886S-3892S.'><sup>8</sup></a></span> <span id='easy-footnote-9-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-9-4730' title='Milton, Katharine. &amp;#8222;A hypothesis to explain the role of meat-eating in human evolution.&amp;#8220; Evolutionary Anthropology Issues News and Reviews 8.1 (1999): 11-21.'><sup>9</sup></a></span> zeigt &#8211; meines Erachtens nach &#8211; ganz klar, den Shift von pflanzenbasierter Kost hin zum vermehrten Konsum tierischer Kost. Hätten diese Hominini weiterhin sehr viele (auch rohe) Pflanzen(teile) verzehrt, hätte es diese Veränderung in meinen Augen nicht gegeben.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Kleibersche Gesetz beschreibt den Zusammenhang zwischen Kost, Darm-Morphologie und Gehirn sehr gut: Rohe, harte und schwer verdaubare Kost (z. B. Pflanzen in Reinform) verlangen eine stark erhöhte Darmaktivität. Dies ist kostspielig. Es wäre &#8212; lt. des Kleiberschen Gesetzes &#8212; unmöglich, ein derart großes Gehirn zu besitzen, aber gleichzeitig einen energetisch kostspieligen und morphologisch entsprechend ausgeprägten Darm.</p>
<p style="text-align: justify;">Es zeigt sich, dass bereits unsere frühesten Vorfahren, Vertreter der Gattung Australopithecus, Knochenmark ausschabten und entsprechend qualitativ hochwertiges Fett des Nervensystems anderer Tiere verspeisten. Das war vor über 3 Millionen Jahren.<span id='easy-footnote-10-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-10-4730' title='Shannon P. McPherron, Zeresenay Alemseged, Curtis W. Marean, Jonathan G. Wynn, Denné Reed, Denis Geraads, René Bobe, Hamdallah A. Béarat. Evidence for stone-tool-assisted consumption of animal tissues before 3.39 million years ago at Dikika, Ethiopia. Nature, 2010; 466 (7308): 857 DOI: 10.1038/nature09248'><sup>10</sup></a></span></p>
<p style="text-align: justify;">Fett als Energieträger hat den Vorteil, dass bereits sehr kleine Mengen reichen (Energiedichte pro Gramm), um den Organismus energetisch zu speisen. Fett ist der Energieträger, der am effektivsten genutzt wird. Im Vergleich zu Protein und Kohlenhydraten, wird die postprandiale Thermogenese nur minimal, wenn überhaupt, gesteigert.<span id='easy-footnote-11-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-11-4730' title='Westerterp, Klaas R. &amp;#8222;Diet induced thermogenesis.&amp;#8220; Nutrition &amp;amp; Metabolism 1.1 (2004): 5.'><sup>11</sup></a></span> Ich denke, Homo sapiens hat grundlegend die Tendenz, Nahrungsmittel zu präferieren, die eine maximale Kaloriendichte aufweisen.</p>
<p style="text-align: justify;">Bedenken wir folgendes Szenario: Eine gesteigerte Fettzufuhr sättigt lange, versorgt den Körper nachhaltig mit (Speicher-)Fetten und kann so spielend leicht den Gehirn-Stoffwechsel speisen und aufrechterhalten via Ketolyse &#8212; ebendas wird unterstützt durch eine (etwas) größere Fettmasse der Spezies. Andere Arten können nur sehr kurz, wenn überhaupt, ohne Nahrung auskommen.</p>
<p style="text-align: justify;">So lässt sich der Organismus &#8212; via Fettzufuhr &#8212; in sehr kurzer Zeit mit der maximalen Energiemenge versorgen. Die Folge ist: Sehr viel mehr Zeit für viele andere Aktivität, die nicht direkt etwas mit Nahrungszufuhr zu tun haben <em>müssen</em>. Dies wäre &#8212; wie beschrieben &#8211;, im Vergleich zu vielen anderen Tierarten, ein enormer Vorteil.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Die natürliche Präferenz</h3>
<p style="text-align: justify;">Studiert man freilebende Menschen, wird rasch klar, dass diese grundsätzlich ein Mix aus Kohlenhydraten und Fetten präferieren. Nahezu alle Menschen aus meinem Umfeld, die nicht einem bestimmten Konzept folgen, präferieren fetthaltige Lebensmittel. Kein einziger dieser Menschen versucht, sich ausschließlich von Kohlenhydraten zu ernähren. Ich bin der Auffassung, dass bei der Interpretation unseres Ernährungsverhaltens die falschen Schlüsse gezogen wurden: Zwar erscheint die Ernährung heute kohlenhydratlastig, aber &#8212; wie oben bereits geschrieben &#8212; würde eine kohlenhydratlastige Ernährungsform deutlich größere Mengen voraussetzen.</p>
<p style="text-align: justify;">Als Beispiel: Verspeisen wir die geliebten Pommes mit Wurstsalat, führen wir, so scheint es, größere Mengen an Kohlenhydraten zu. Aber selbst 400 g Pommes hätte noch keinen hohen (!) Kohlenhydratanteil. Das Gegenteil ist der Fall. Fett ist der entscheidende Makronährstoff in dieser Konstellation.</p>
<p style="text-align: justify;">Es werden im Schnitt 100 g Protein pro Tag verzehrt. Es ist bekannt, dass der Mensch grundsätzlich versucht, die Fett-Protein-Ratio bei circa 1:1 zu halten. Verzehren wir also 100 g Protein, so sind wir instinktiv bemüht, auch 100 g Fett zu verzehren &#8211; mindestens. Denn sollte dieser Wert nicht ausreichen, um den Kalorienbedarf zu decken, wird entweder nach oben korrigiert (also mehr Fett verzehrt) oder mit anderen Makronährstoffen (hier: Kohlenhydraten) ergänzt. Das können wir auch sehen: So liegt der durchschnittliche Fettverzehr bei 100 g pro Tag.<span id='easy-footnote-12-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-12-4730' title='Sabine Wagnerberger: &amp;#8222;Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Entstehung von alkoholbedingten Lebererkrankungen&amp;#8220;, Universität Hohenheim'><sup>12</sup></a></span> <span id='easy-footnote-13-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-13-4730' title='Nationale Verzehrsstudie II'><sup>13</sup></a></span></p>
<p style="text-align: justify;">Wir ergänzen instinktiv Fett, wenn wir beispielsweise mageres Fleisch essen. Fühlen wir, dass das Fleisch zu mager ist, suchen wir instinktiv nach fetthaltigen Ergänzungen. Heute sind das zunehmend Milchfette in Form von Sahne, Schmand, Butter und so weiter.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Kohlenhydratanteil liegt bei Männern im Schnitt zwischen 250 und 300 g pro Tag &#8212; ca. 40 % der Gesamtkalorien. Nahezu 25 % davon stammen aus Brot.<span id='easy-footnote-14-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-14-4730' title='Sabine Wagnerberger: &amp;#8222;Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Entstehung von alkoholbedingten Lebererkrankungen&amp;#8220;, Universität Hohenheim'><sup>14</sup></a></span> <span id='easy-footnote-15-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-15-4730' title='Nationale Verzehrsstudie II'><sup>15</sup></a></span> Brot ist somit das Nahrungsmittel, das präferiert konsumiert wird, um Kohlenhydrate aufzunehmen. Spannend ist die Frage, wie sich die Kohlenhydrataufnahme verändern würde, gäbe es kein Brot (Gedanke dazu, siehe &#8222;zelluläre Präferenz&#8220;).</p>
<p style="text-align: justify;">Um es klar zu sagen: Das ist keine klassische &#8222;High-Carb-Ernährungsform&#8220;. Kulturen, die eine High-Carb-Ernährungsform praktizieren, verzehren die doppelte Kohlenhydratmenge. Da diese Menschen deutlich mehr Kohlenhydrate zuführen, allerdings nicht linear dazu eine metabolische Entgleisung zu beobachten ist, kann man daraus folgern, dass Kohlenhydrate per se nicht schädlich sind. Gleichzeitig bedeutet es nicht, dass Glukose der präferierte Treibstoff unserer Zellen ist.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Die zelluläre Präferenz</h3>
<p style="text-align: justify;">Ein gesunder Metabolismus richtet den Stoffwechsel immer (!) auf eine hohe Fettsäure-Oxidation aus. Tatsächlich ist die Zelle dann krank, wenn sie eine eingeschränkte, sogenannte oxidative Kapazität zeigt.</p>
<p style="text-align: justify;">Jede Intervention, die für uns &#8212; offensichtlich &#8212; zu positiven Resultaten führt (z. B. Sport, Fasten, Kalorienrestriktion und so weiter), tut das deshalb, da sie den muskulären Fettsäure-Stoffwechsel verbessert oder den Stoffwechsel sehr deutlich hin zur Fettsäure-Oxidation verlagert.</p>
<p style="text-align: justify;">Grundsätzlich präferiert die (Muskel-)Zelle Fett als Substrat. Noch heute können wir lesen und hören, dass Glukose das präferierte Substrat ist. Das ist falsch. <strong>Gibt man der Zelle Glukose und Fette, werden immer Fettsäuren bevorzugt &#8212; zumindest im Muskel. </strong>Genau diesen Zustand kannst du bei Insulinresistenten studieren, leider zu ihrem Nachteil.</p>
<p style="text-align: justify;">In der Tat stehen die Tore für die Fettsäure-Oxidation nahezu immer offen. Für eine sehr gute, muskuläre Glukose-Toleranz müssen wir arbeiten (z. B. deutlich weniger Fett zuführen).</p>
<p style="text-align: justify;">Umgekehrt: Eine ausgiebige, Fettsäure-lastige Ernährung verschlechtert die Glukose-Oxidation nachhaltig. Sollten meine Beobachtungen und Schlüsse stimmen, ist eine eingeschränkte Glukose-Oxidation kein &#8222;Problem&#8220;, sondern etwas Natürliches. Dies hatte ich schon mehrfach niedergeschrieben und habe es mittlerweile selbst oft erlebt. Fette verschlechtern die Glukose-Toleranz aus gutem Grund. Züchtet man Tiere, die eine hohe glykolytische Kapazität aufweisen (= sehr viel Glukose oxidieren), zeigt sich ein Abfall der Blutglukose-Konzentration. Ein zu starker Shift in Richtung Glukose-Stoffwechsel würde das Individuum zwingen, konstant zu essen, um die Blutzucker-Konzentration aufrecht zu halten. Hier musste die Natur ganz klar feintunen, weswegen man Glukose-sparende Mechanismen bereits anhand der Ratte studieren kann, obwohl diese sehr gut mit einer Kohlenhydrat-reichen Ernährung klar kommt.</p>
<p style="text-align: justify;">Bedenken wir eine organspezifische Makronährstoff-Präferenz, wird rasch klar, dass die Makronährstoffzufuhr von Gesunden (einfach ausgedrückt: Medium-Carbs, Medium-Fett, Medium-Protein) den Körper gut und adäquat mit Makronährstoffen versorgt. Zumindest bei isokalorischer Zufuhr. Es bleibt sicher eine gewisse Varianz: Etwas weniger Kohlenhydrate zugunsten von mehr Fett ist ebenfalls denkbar. Dies passt zu Real-Life-Erscheinungen, bei denen wir auch die glykolytischen Muskelfasern &#8222;umerziehen&#8220; können, sodass diese deutlich weniger Kohlenhydrate benötigen und stattdessen Fettsäuren oxidieren können.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Morphologie des Kiefers und der Zähne</h3>
<p style="text-align: justify;">Ein grundsätzliches Missverständnis herrscht dann, wenn anhand unseres Kiefers und unserer Zähne gezeigt werden soll, dass der Mensch kein Fleischfresser ist oder sein kann. Wir haben keine Reißzähne und die Backenzähne unterscheiden sich morphologisch ebenfalls sehr stark von Fleischfresser-Backenzähnen.</p>
<p style="text-align: justify;">Diese Beobachtung ist selbstverständlich richtig. Die Schlussfolgerung allerdings falsch.</p>
<p style="text-align: justify;">Es gibt Insekten und Spinnen, die ihre Beute außerhalb des Körpers verdauen. Wenn diese räuberisch, sprich carnivor, leben, kann der körpereigene Verdauungsapparat in keinster Weise als Erklärung für die Lebensweise dienen. Denn die extraintestinale Verdauung zerlegt das zu verdauende Objekt <em>außerhalb</em> des Körpers.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Mensch ist in der Lage, seine Nahrung nicht nur zu kochen, sondern auch per Hand entsprechend zu verarbeiten. Genau diese Aspekte sorgen dafür, dass ein Großteil der &#8222;Verdauung&#8220; bereits außerhalb des Körpers statt findet.</p>
<p style="text-align: justify;">So ist es kein Zeichen von &#8222;Unnatürlichkeiten&#8220;, wenn Menschen ihre Nahrung kochen oder gar verarbeiten. Viel mehr ist der Mensch aufgewachsen mit dem Kochen und der Verarbeitung von Nahrung, weswegen unsere Kiefer- und Zahnmorphologie eine untergeordnete Rolle spielt.</p>
<p style="text-align: justify;">Beispiel: Ein roher Fleischbatzen lässt sich kaum kauen, das Produkt der Verarbeitung, z. B. Carpaccio, lässt sich sehr gut kauen und verspeisen. Rohe Kartoffeln können wir nicht verzehren, gekocht allerdings schon &#8211; und zwar sehr gut.</p>
<p style="text-align: justify;">(Anmerkung: Der Kiefer ist bei Homo sapiens ebenfalls sehr grazil und &#8212; im Vergleich zu anderen Primaten &#8212; deutlich rückgebildet. Auch hier zeigt sich, dass [rohe] Pflanzenkost nicht mehr die tragende Rolle spielte.)</p>
<h3 style="text-align: justify;">Die essentiellste Aminosäure</h3>
<p style="text-align: justify;">Im Säugetier-Körper spielt eine Aminosäure eine herausragende Rolle. Die Rede ist von Taurin*. Taurin gehört zu den am höchsten konzentrierten Aminosäuren im Säugetier-Organismus. Es heißt in einer Arbeit, dass diese Aminosäure zu den essentiellsten Substanzen überhaupt gehört.<span id='easy-footnote-16-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-16-4730' title='Ripps, Harris, and Wen Shen. &amp;#8222;Review: taurine: a “very essential” amino acid.&amp;#8220; Molecular vision 18 (2012): 2673.'><sup>16</sup></a></span></p>
<p style="text-align: justify;">* Taurin ist per definitionem keine Aminosäure. Es enthält allerdings eine Amino- und eine Säure-Gruppe und ist auch ein Aminosäure-Abkömmling, weswegen die Literatur häufig &#8222;Aminosäure&#8220; statt Aminosulfonsäure sagt.</p>
<p style="text-align: justify;">Taurin ist enorm wichtig für das Gehirn, fungiert als Neurotransmitter, ist ein potentes Antioxidans (hemmt oxidativen Stress), unterstützt die Entgiftung (Schwermetalle), moduliert den Lipid-Stoffwechsel, schützt die Zellen (zytoprotektiv), reguliert die Gesundheit der Retina, die Entwicklung des Nervensystems und die Bildung von Galle. Taurin, das weiß man heute, ist essentiell für die mitochondriale Funktion (insbesondere den oxidativen Stoffwechsel). Ein Mangel induziert mitochondriale Dysfunktion.<span id='easy-footnote-17-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-17-4730' title='Hansen, Svend Høime et al. &amp;#8222;A role for taurine in mitochondrial function.&amp;#8220; J Biomed Sci 17.Suppl 1 (2010): S23.'><sup>17</sup></a></span> <span id='easy-footnote-18-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-18-4730' title='Ito, Takashi et al. &amp;#8222;Tissue Taurine Depletion Alters Metabolic Response to Exercise and Reduces Running Capacity in Mice.&amp;#8220; Journal of amino acids 2014 (2014).'><sup>18</sup></a></span> Daher wundert es nicht, dass Taurin vor allem in solchen Geweben vorkommt, wo der oxidative Stoffwechsel sehr dominant ist (z. B. im Herz, im oxidativen Skelettmuskel, in der Leber etc.).</p>
<p style="text-align: justify;">Taurin wird aus der Aminosäure Cystein synthetisiert. Dies geschieht mit Hilfe eines Enzyms namens Cysteinsulfinsäuredecarboxylase (CSD). Bei Carnivoren (Fleischfressern), die auf exogene Taurin-Zufuhr angewiesen sind, finden wir nur sehr, sehr geringe Mengen dieses Enzyms. Tatsächlich ist die Enzym-Menge bei uns Menschen sogar geringer als bei Katzen. Im Gegenzug ist die CSD-Menge bei Ratten sehr viel höher. Das bedeutet, dass diese Tiere ihren Taurin-Bedarf selbst decken können, Taurin also selbst synthetisieren. Im Menschen scheint dies nicht der Fall zu sein. Das, was akute Mangel-induzierte Schäden verhindert, ist die Fähigkeit des Körpers, Taurin gut zu konservieren.</p>
<p style="text-align: justify;">Aber: Kindern, denen man nur einen Kuhmilch-basierten Muttermilchersatz gibt, zeigen einen sehr deutlichen Abfall der Taurin-Konzentration im Blut &#8211; trotz ausreichender Cystein-Zufuhr. Die Muttermilch enthält hohe Mengen Taurin &#8211; im Gegensatz zur Kuhmilch. (Vgl., <span id='easy-footnote-19-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-19-4730' title='Falkner, Frank; Tanner, J. M (1978): &lt;i&gt;Principles and Prenatal Growth&lt;/i&gt;. Boston, MA: Springer US.'><sup>19</sup></a></span> <span id='easy-footnote-20-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-20-4730' title='Ripps, Harris, and Wen Shen. &amp;#8222;Review: taurine: a “very essential” amino acid.&amp;#8220; Molecular vision 18 (2012): 2673.'><sup>20</sup></a></span>)</p>
<p style="text-align: justify;">Falls der Mensch also auf exogene Taurin-Zufuhr angewiesen ist, liegt der Schluss nahe, dass wir auf tierische Proteinquellen nicht nur möglicherweise angewiesen sind, sondern zum Überleben brauchen!</p>
<p style="text-align: justify;">Für mich zeigt es noch etwas sehr deutlich: Der Mensch bevölkerte immer schon Küsten und küstennahe Regionen, weswegen das Meer wohl sehr häufig der präferierte Ort der Nahrungssuche war. Gerade dort finden wir Nahrungsmittel, die sehr reich an Taurin sind. Und anderen Mikronährstoffen, auf die wir gleich zu sprechen kommen.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Nur eine essentielle Fettsäure: DHA</h3>
<p style="text-align: justify;">Gehen wir davon aus, dass es so etwas wie essentielle Fettsäuren gibt, stellt sich die Frage: Welche sind das?</p>
<p style="text-align: justify;">Essentiell ist ein Stoff dann, wenn wir ihn dringend brauchen, aber nicht selbst herstellen können.</p>
<p style="text-align: justify;">Diese Rolle erfüllt DHA: Sie reichert sich insbesondere im Gehirn und in der Retina an, reguliert dort die Integrität der Zellmembranen. Generell moduliert DHA die Eigenschaften des Blutes (Viskosität, Plättchen-Aggregation etc.), moduliert den NO-Haushalt und den Lipid-Stoffwechsel.</p>
<p style="text-align: justify;">Lange ging man davon aus, dass die extrem langkettigen und hoch ungesättigten Fettsäuren, DHA und EPA, aus der pflanzlichen Vorstufe alpha-Linolensäure synthetisiert werden können. Heute weiß man: Das stimmt. Bis zu EPA. <strong>Die Synthese von DHA aus EPA findet nicht statt</strong>, weswegen wir dringend auf die Zufuhr von DHA angewiesen sind.<span id='easy-footnote-21-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-21-4730' title='Arterburn, Linda M, Eileen Bailey Hall, and Harry Oken. &amp;#8222;Distribution, interconversion, and dose response of n− 3 fatty acids in humans.&amp;#8220; The American journal of clinical nutrition 83.6 (2006): S1467-1476S.'><sup>21</sup></a></span></p>
<p style="text-align: justify;">Tatsächlich kann DHA zu EPA verstoffwechselt werden, aber nicht umgekehrt, weswegen klar wird, dass lediglich DHA eine essentielle Substanz ist. Zumindest bezüglich unseres klassischen Ernährungsverhaltens.</p>
<p style="text-align: justify;">Auch hier gilt: DHA ist in der Muttermilch stark angereichert. Nicht aber in der Kuhmilch.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Pflanzliche Vitamin-A-Vorstufen sind nicht ausreichend</h3>
<p style="text-align: justify;">Es gibt jede Menge Studien zum Thema ß-Carotin. ß-Carotin hat eine strukturelle Ähnlichkeit zu Vitamin-A(-Abkömmlingen), weswegen es dem menschlichen Körper als Vitamin-A-Vorstufe (&#8222;Provitamin A&#8220;) dienen kann &#8212; sagen wir: dienen <em>könnte</em>.</p>
<p style="text-align: justify;">Zum einen zeigen die Studien, dass es sehr viele sogenannte Non-Responder gibt: Bei diesen Menschen zeigt ß-Carotin keinerlei Wirkung hinsichtlich des Vitamin-A-Status.</p>
<p style="text-align: justify;">Zum anderen: Bei Respondern ist die intestinale ß-Carotin-Aufnahme (sehr) niedrig (beläuft sich auf circa 2&#8211;20 %) und auf Mol-Basis ist ß-Carotin ca. 2,5&#8211;5 % so viel Wert wie Retinol. Auf Massenbasis nahezu das Doppelte. Also: Menge X mal 10&#8211;20. Entsprechend einkalkulieren muss man auch die intestinale Aufnahme. Wohlgemerkt muss man bedenken, dass die intestinale Aufnahme, die sowieso schon extrem gering ist, mit zunehmender Dosis sinkt. (Vgl., <span id='easy-footnote-22-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-22-4730' title='&lt;span style=&quot;font-weight: 400;&quot;&gt;Hickenbottom, Sabrina J et al. &amp;#8222;Variability in conversion of β-carotene to vitamin A in men as measured by using a double-tracer study design.&amp;#8220; &lt;/span&gt;&lt;i&gt;&lt;span style=&quot;font-weight: 400;&quot;&gt;The American journal of clinical nutrition&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;span style=&quot;font-weight: 400;&quot;&gt; 75.5 (2002): 900-907'><sup>22</sup></a></span> <span id='easy-footnote-23-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-23-4730' title='&lt;/span&gt;&lt;span style=&quot;font-weight: 400;&quot;&gt;Hickenbottom, Sabrina J et al. &amp;#8222;Dual isotope test for assessing β-carotene cleavage to vitamin A in humans.&amp;#8220; &lt;/span&gt;&lt;i&gt;&lt;span style=&quot;font-weight: 400;&quot;&gt;European journal of nutrition&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;span style=&quot;font-weight: 400;&quot;&gt; 41.4 (2002): 141-147'><sup>23</sup></a></span> <span id='easy-footnote-24-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-24-4730' title='Lin, Yumei et al. &amp;#8222;Variability of the conversion of β-carotene to vitamin A in women measured by using a double-tracer study design.&amp;#8220; The American journal of clinical nutrition 71.6 (2000): 1545-1554'><sup>24</sup></a></span> <span id='easy-footnote-25-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-25-4730' title='Tang, Guangwen et al. &amp;#8222;Short-term (intestinal) and long-term (postintestinal) conversion of β-carotene to retinol in adults as assessed by a stable-isotope reference method.&amp;#8220; The American journal of clinical nutrition 78.2 (2003): 259-266.'><sup>25</sup></a></span>)</span></p>
<p style="text-align: justify;">Wer nun also gut mit Retinol versorgt sein möchte, der müsste exorbitante ß-Carotin-Mengen zuführen &#8212; zumindest theoretisch. Praktisch ist dies a) nur möglich via Ergänzungsmittel und b) sinkt die Aufnahme mit zunehmender Dosis.</p>
<p style="text-align: justify;">Freilebende Individuen also, sind sehr sicher angewiesen auf eine Retinol-Zufuhr, das wir ausschließlich in tierischen Produkten finden. Auch hier ist der Fisch eine hervorragende Quelle (Lebertran) oder die Leber von anderen Tieren (z. B. Wild). Das Wichtige ist, dass es bei Vitamin A keine Responder bzw. Non-Responder gibt. Vitamin A kommt immer im Blut an.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich darf anmerken: Sehr, sehr viele Menschen berichten, dass sie ausschließlich mit Retinol positive Erfahrungen gemacht haben.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Persönliche Geschichte: Einmal habe ich so viele Karotten verspeist, dass meine Haut sich gelb-orange färbte. Daraufhin dachten viele aus meinem Umfeld, ich sei krank. Als ich es richtig stellte und mich erklärte, bekam ich den Namen &#8222;Rabbit&#8220; (deutsch: Hase) verpasst. Leider war die Haut meiner Fingerknöchel (Fachausdruck: Fingergrundgelenke) immer sehr empfindlich und riss schnell auf. Daher weiß ich, dass Retinol (also das richtige Vitamin A) funktioniert: Die Risse und Entzündungen heilten sehr rasch ab, die Haut wurde glatt und widerstandsfähig.</p>
</blockquote>
<h3 style="text-align: justify;">Vitamin-C-Stoffwechsel</h3>
<p style="text-align: justify;">Wir können im Gegensatz zu vielen anderen Säugetieren kein Vitamin C synthetisieren. Häufig wird das als Argument genutzt, um eine pflanzenbasierte Ernährung zu rechtfertigen. Diesbezüglich muss allerdings beachtet werden, dass die Säuger, die kein Vitamin C synthetisieren, über potente Vitamin-C-Recycling-Systeme verfügen &#8211; nicht aber diejenigen, die Vitamin C synthetisieren können.</p>
<p style="text-align: justify;">So haben Wissenschaftler festgestellt, dass rote Blutzellen (Erythrozyten) bei uns (auch bei Fledermäusen und Meerschweinchen) Vitamin C via GLUT1 aufnehmen. Alle anderen Säugetiere können das nicht. Dort findet man lediglich ein GLUT4-Protein. GLUT1 zeigt keine Insulin-Abhängigkeit (=&gt; ist immer da) und zeigt eine generelle Präferenz für Dehydroascorbinsäure über Glukose.</p>
<p style="text-align: justify;">Wird Vitamin C, also Ascorbinsäure, &#8222;verbraucht&#8220;, entsteht die oxidierte Form namens Dehydroascorbinsäure.</p>
<p style="text-align: justify;">Im Gegensatz zu Vitamin-C-synthetisierenden Spezies, können menschliche rote Blutzellen dieses verbrauchte Vitamin C via GLUT1 aufnehmen. Dort wird es sehr rasch zu Vitamin C reduziert, was &#8211; logischerweise &#8211; Vitamin C regeneriert.<span id='easy-footnote-26-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-26-4730' title='Montel-Hagen, Amélie; Kinet, Sandrina; Manel, Nicolas u. a. (2008): „Erythrocyte Glut1 Triggers Dehydroascorbic Acid Uptake in Mammals Unable to Synthesize Vitamin C“. In: &lt;i&gt;Cell&lt;/i&gt;. 132 (6), S. 1039-1048, DOI: 10.1016/j.cell.2008.01.042.'><sup>26</sup></a></span> <span id='easy-footnote-27-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-27-4730' title='Cell Press. &amp;#8222;How Humans Make Up For An &amp;#8218;Inborn&amp;#8216; Vitamin C Deficiency.&amp;#8220; ScienceDaily. www.sciencedaily.com/releases/2008/03/080320120726.htm (accessed September 3, 2015)'><sup>27</sup></a></span></p>
<p style="text-align: justify;">Daraus folgt ein dramatisch niedriger Verbrauch an Vitamin C im Vergleich zu vielen anderen Spezies, die nicht über dieses Recycling-System verfügen.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Mehr Fleisch ≠ mehr Harnsäure</h3>
<p style="text-align: justify;">Generell wird fälschlicherweise angenommen, dass die Zufuhr von Purinen (via Fleisch) die Harnsäure-Konzentration erhöht, was zu Gichtanfällen führen könnte. Dabei wird nicht beachtet, dass der Großteil der Purine aus körpereigenen Zellabbauprozessen stammt und die endogene Harnsäure-Synthese nicht nur von Fleisch abhängt, sondern beispielsweise auch ganz deutlich durch die Zufuhr von Fruktose reguliert wird.</p>
<p style="text-align: justify;">Tatsächlich zeigen wir Menschen eine extrem erniedrigte Aktivität eines Leber-Enzyms namens Xanthin-Oxidoreduktase. Dieses Enzym reguliert die Harnsäure-Synthese und Enzym-Aktivität ist im Menschen &#8212; im Vergleich zu vielen anderen Tieren &#8212; dramatisch niedriger, im Faktor-100-Bereich.</p>
<p style="text-align: justify;">Gleichzeitig können Menschen (und andere Primaten) die entstandene Harnsäure nicht gut abbauen, da ihnen das nötige Enzym fehlt. Daraus folgt unter anderem, dass die Harnsäure-Konzentration bei Menschen nahezu 50-fach höher ist &#8212; im Vergleich zu anderen Säugetieren.</p>
<p style="text-align: justify;">Wider erwarten, produziert diese extreme Diskrepanz keine Anomalien, sondern wird seit langem als physiologisch wichtiger Faktor anerkannt &#8212; so ist Harnsäure ein potentes Antioxidans (eines der wichtigsten im Blut-Plasma) und steht im Zusammenhang mit der langen Lebensspanne des Menschen. Andere Autoren legen gar nahe, dass es Harnsäure war, die die kognitiven Fähigkeiten und somit auch (erst) die Enstehung von H. sapiens ermöglichte.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Harnsäure-Frage möchte ich mit zwei Gegenfragen beantworten:</p>
<ul>
<li style="text-align: justify;">Wenn die Harnsäure-Konzentration vom Fleischverzehr abhängt, wieso haben Veganer die mit Abstand höchsten Harnsäure-Werte? <span id='easy-footnote-28-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-28-4730' title='Schmidt, Julie A.; Crowe, Francesca L.; Appleby, Paul N. u. a. (2013): „Serum Uric Acid Concentrations in Meat Eaters, Fish Eaters, Vegetarians and Vegans: A Cross-Sectional Analysis in the EPIC-Oxford Cohort“. In: PLoS ONE. 8 (2), S. e56339, DOI: 10.1371/journal.pone.0056339.'><sup>28</sup></a></span></li>
<li style="text-align: justify;">Wieso kann eine fleischreiche Reduktionsdiät (mit 30 % Protein-Anteil, 120 g Eiweiß pro Tag) die Harnsäure-Werte senken? <span id='easy-footnote-29-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-29-4730' title='Dessein, P H (2000): „Beneficial effects of weight loss associated with moderate calorie/carbohydrate restriction, and increased proportional intake of protein and unsaturated fat on serum urate and lipoprotein levels in gout: a pilot study“. In: Annals of the Rheumatic Diseases. 59 (7), S. 539-543, DOI: 10.1136/ard.59.7.539.'><sup>29</sup></a></span></li>
</ul>
<p>Es muss also andere Faktoren geben, die die Harnsäure-Konzentration ebenfalls erhöhen. Die häufigste Ursache für Störungen im Harnsäure-Haushalt ist eine Nieren-Dysfunktion, woraus folgt, dass anfallende Harnsäure nicht effektiv ausgeschieden wird. Andere Faktoren sind u. a. genetischen Aspekte oder Krankheiten, die den Zellabbau dramatisch beschleunigen (z. B. Chemotherapie als Folge von Krebs). <span id='easy-footnote-30-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-30-4730' title='&lt;span id=&quot;productTitle&quot; class=&quot;a-size-extra-large&quot;&gt;Essentials of Rubin&amp;#8217;s Pathology, 6. Edition'><sup>30</sup></a></span></span></p>
<p style="text-align: justify;">(Vgl., <span id='easy-footnote-31-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-31-4730' title='Oda M, Satta Y, Takenaka O, Takahata N. Loss of urate oxidase activity in hominoids and its evolutionary implications. Mol Biol Evol. 2002 May; 19(5): 640-53.'><sup>31</sup></a></span> <span id='easy-footnote-32-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-32-4730' title='Abadeh S, Killacky J, Benboubetra M, Harrison R. Purification and partial characterization of xanthine oxidase from human milk. Biochim Biophys Acta. 1992 Jul 21;1117(1):25-32.'><sup>32</sup></a></span> <span id='easy-footnote-33-4730' class='easy-footnote-margin-adjust'></span><span class='easy-footnote'><a href='https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/#easy-footnote-bottom-33-4730' title='Xu P, LaVallee P, Hoidal JR. Repressed expression of the human xanthine oxidoreductase gene. E-box and TATA-like elements restrict ground state transcriptional activity. J Biol Chem. 2000 Feb 25;275(8):5918-26.'><sup>33</sup></a></span>)</p>
<h3 style="text-align: justify;">Mängel, die Scheingesundheit entstehen lassen</h3>
<p style="text-align: justify;">Das Problem, das wir haben: Wir können gewisse Dinge schwer abschätzen.</p>
<p style="text-align: justify;">Nehmen wir als Beispiel den Methionin-Stoffwechsel. Wir haben gelernt, dass Methionin quasi der Schalter ist, anhand dessen unser Organismus erkennt, ob er gerade viel oder wenig Essen bekommt. Entsprechend werden zelluläre Signalwege an- oder abgeschaltet.</p>
<p style="text-align: justify;">Eine Methionin-Restriktion verlängert ohne Frage das Leben und kann die metabolische Gesundheit verbessern. Doch zu welchem Preis?</p>
<p style="text-align: justify;">Gedanke: Menschen, die kein tierisches Protein essen, werden vermutlich sehr viel weniger schwefelhaltige Aminosäuren (Methionin und Cystein) aufnehmen, verbessern damit vielleicht die metabolische Gesundheit und leben länger.</p>
<p style="text-align: justify;">Noch einmal: Zu welchem Preis?</p>
<p style="text-align: justify;">Ebendas und andere Aspekte können wir nicht richtig einschätzen. Denn es liegt ebenfalls auf der Hand, dass dies eine monoperspektivische Analyse ist, projiziert auf eine dynamische Welt mit dynamischen System.</p>
<p style="text-align: justify;">Noch ein Gedanke: Methionin-Restriktion muss nicht sein, wenn wir Glycin (z. B. aus Kollagen) verspeisen &#8212; und schon sieht die Welt wieder komplett anders aus.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Folgerungen und abschließende Worte</h2>
<h3 style="text-align: justify;">Homo carnivorous</h3>
<p style="text-align: justify;">Betrachten wir die Entwicklung von Homo sapiens, so zeichnet sich ein recht eindeutiges Bild ab: Wir Menschen zeigen Anpassungen, die definitiv in Richtung einer Carnivorie gehen, das heißt in Richtung einer Ernährung, die auf tierischen Produkten basiert. Im direkten Vergleich zum Carnivor allerdings, sind Menschen nicht angepasst an eine Protein- aber eine Fett-lastige(re) Ernährung.</p>
<p style="text-align: justify;">In der Tat ist es vermutlich eher so, dass der menschliche Stoffwechsel nur adäquat funktionieren kann, wenn tierische Produkte verzehrt werden. Siehe dazu Taurin, Vitamin A oder Omega-3-Fettsäuren.</p>
<p style="text-align: justify;">Umgekehrt, so scheint es, ist eine pflanzenbasierte Ernährung zwar gut gemeint, aber nicht so gesund, wie einige Vertreter meinen. Sekundäre Pflanzenstoffe sind wichtig, keine Frage, aber nicht, wenn man sie auf Kosten von Tierprodukt-Verzicht zuführt und somit quasi die vielen anderen, essentiellen Substanzen vergisst.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Mäßig KH &gt; No-Carb &gt; High-Carb</h3>
<p style="text-align: justify;">Der Organismus benötigt eine optimale Glukose-Homöostase. Das wissen wir mittlerweile alle. Das scheinen wir zu erreichen, wenn wir Glukose nahezu komplett vom Speiseplan streichen und in aller Regelmäßigkeiten &#8222;refeeden&#8220; &#8211; oder, mit einer täglichen, aber mäßigen Kohlenhydratzufuhr. Wenngleich ich Kohlenhydrate per se nicht als schädlich erachte, interferiert eine hohe Kohlenhydrat-Menge mit dem Fettstoffwechsel, weswegen der Fettanteil reziprok gesenkt werden muss. Dies halte ich nicht für zielführend. Zumindest wenn chronisch praktiziert. Auf der anderen Seite bin ich fest davon überzeugt, dass eine &#8222;No-Carb-Diät&#8220; ebenso wenig zielführend ist. Ich möchte anmerken, dass dieser Punkt meine Theorie im <a href="https://genetisches-maximum.de/ueber-edubily/das-handbuch-wird-modern/">Buch</a> nicht negiert. Im Gegenteil: Falls die Gedanken korrekt sind, ist das Spiel mit den Makronährstoffen (high carb vs. low carb) ideal, um die Körperkomposition zu verbessern. Denn: Lässt man den Organismus essen, was er möchte, wird er auch dafür sorgen, dass die Fettspeicher adäquat (!) gefüllt sind, was nicht in unserem Interesse liegt.</p>
<h3 style="text-align: justify;">High-Tec zum Land, vom Land zur High-Tec</h3>
<p style="text-align: justify;">Hier bei uns in der Pfalz ist es üblich, viele Teile des Tieres zu verspeisen (eine Form von <em>nose to tail</em>). Tatsächlich war es noch vor 30 Jahren üblich, Säue selbst zu schlachten und alle Teile des Tieres so zu verarbeiten, dass man nahezu alles verwenden kann &#8211; und das, über einen langen Zeitraum.</p>
<p style="text-align: justify;">Dazu gehörten Dinge wie Blutwurst, Leberwurst, aber auch Schwartenmagen. Insbesondere Letzteres ist interessant, da hier auch Kollagen des Tieres verarbeitet wird. Wie wir heute wissen: Sehr wichtig für uns.</p>
<p style="text-align: justify;">Derzeit bin ich ein wenig am Rätseln. Denn: Die Verarbeitungsmethoden (z. B. Pökeln) galten lange Zeit als gesundheitsschädlich. Heute distanzieren sich sogar Wissenschaftlicher zunehmend davon. In der Tat wissen wir, dass Nitrate hoch wünschenswerte Effekte haben können (siehe dazu: <a href="https://genetisches-maximum.de/energiehaushalt/stickoxid-fettleber-energiestoffwechsel-no-arginin-nitrat/">NO-Guide</a>).</p>
<p style="text-align: justify;">Nennen wir das Kind beim Namen: Machen die Pfälzer alles richtig?</p>
<p style="text-align: justify;">Die beiden Onkel meines Vaters sind fitter als viele 20-jährige bei uns, verzehren seit Jahrzehnten ihre Blut- und Leberwurst. Nach dem Gesundheitsgeheimnis gefragt, anwortet einer der beiden: &#8222;Milch, frisch vom Bauernhof, mit viel Fett. Das Zeug vom Supermarkt schmeckt mir nicht.&#8220; Nun weiß ich selbst, dass &#8222;Onkel Herbert, der raucht und trinkt und trotzdem 100 Jahre alt wird&#8220; eine personifizierte Scheinkausalität ist. Doch &#8212; gilt das auch in diesem Beispiel?</p>
<h3 style="text-align: justify;">Weg mit Konzepten &#8212; bitte mehr Instinkt!</h3>
<p style="text-align: justify;">Es ist sicher richtig und wichtig, eine Konzept-Distanz zu praktizieren, um so zu lernen, wieder auf den Körper und seine Bedürfnisse zu hören. Im Glauben an unser Konzept verzehren wir Fette, wenn der Körper eigentlich gerade Kohlenhydrate möchte und glauben auf der anderen Seite, wir müssten uns an Tag XY oder bei Zeitpunkt XY (z. B. nach dem Training) die Kohlenhydrate um die Ohren hauen.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir streiten uns über Gluten und die Brötchen. Aber ich, für meinen Teil, kann nur eine gewisse Menge an Teigwaren essen, bevor mein Körper mir ganz klar signalisiert, dass er nicht mehr möchte &#8211; ungeachtet eines etwaigen &#8222;Kohlenhydrat-Hungers&#8220;. Dies gilt für alle Nahrungsmittel.</p>
<p style="text-align: justify;">Wieso ist das so bei mir? Und: Wieso ist es bei anderen anscheinend (oder scheinbar) nicht so?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Fakt ist: Lernen könnten wir von den Alten. Von uns Fachidioten lernt niemand, zumindest nicht, wenn der Fachidiot seine eigenen Körpersignale ignoriert und dir Konzepte auf die Nase bindet, die deine Denkprozesse über die Signale des Körpers stellt. </strong></p>
<h3 style="text-align: justify;"> Literatur</h3><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/paleo/paleo-low-carb-vegan-das-beste-ernaehrungskonzept/">Edubily spricht über Ernährung: „Paleo“ vs. „Vegan“?!</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>&#8218;Genetisch korrekte Kost&#8216;</title>
		<link>https://genetisches-maximum.de/paleo/genetisch-korrekte-kost/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Chris Michalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Oct 2014 15:39:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Paleo]]></category>
		<category><![CDATA[ketogene diät]]></category>
		<category><![CDATA[Kohlenhydrate]]></category>
		<category><![CDATA[vegan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir haben viele Erfindungen der Neuzeit. Vieles zu unserem Nachteil. Es ist immer wieder lustig mit anzusehen, wie sich Menschen von ihrem (naiven) Gehirn steuern lassen. Ich hatte es bereits einmal erklärt: Wir machen das, [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/paleo/genetisch-korrekte-kost/">‚Genetisch korrekte Kost‘</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir haben viele Erfindungen der Neuzeit. Vieles zu unserem Nachteil.</p>
<p>Es ist immer wieder lustig mit anzusehen, wie sich Menschen von ihrem (naiven) Gehirn steuern lassen.</p>
<p>Ich hatte es bereits einmal erklärt: Wir machen das, was unser Gehirn gut findet &#8211; heißt dann in neurochemischer Sprache: Dopamin und Noradrenalin.</p>
<p>Klassisches Beispiel: Wir ziehen nach Kanada.</p>
<p>Was sehen wir dann in unserem Kopf? Landschaften, ruhige Gewässer, ich als Fischer, die kleine Holzhütte &#8211; alles das wird begleitet von einem Prozess, den man (innere) Freude nennt. Oder: Es wird plötzlich angenehm hell in der Birne.</p>
<p>Was sehen wir dann nicht in unserem Kopf? Den Rest. Steuern zum Beispiel oder die Sprachprobleme oder die Geldprobleme oder weiß ich nicht was.</p>
<p>Guter Trick der Evolution, um uns die Welt attraktiv zu machen. Naivität als selektiver Vorteil&#8230; oder so ähnlich.</p>
<p>Naja, egal. Was ich allerdings heute immer wieder sehe ist, dass Menschen das machen, was gerade &#8218;cool&#8216; ist.</p>
<ul>
<li><span style="font-size: 12pt;">Es ist &#8218;cool&#8216; vegan zu essen,</span></li>
<li><span style="font-size: 12pt;">Es ist &#8218;cool&#8216; mit Nike free durch die Gegend zu rennen,</span></li>
<li><span style="font-size: 12pt;">Es ist &#8218;cool&#8216; einen Protein-Pudding zu essen,</span></li>
<li><span style="font-size: 12pt;">Es ist &#8218;cool&#8216; zu joggen,</span></li>
<li><span style="font-size: 12pt;">Es ist &#8218;cool&#8216; &#8230;</span></li>
</ul>
<p>&#8230; sich mit einer Sache zu identifizieren und das Wir-Gefühl des Gruppengefüges zu spüren.</p>
<p>Problematisch wird es dann, wenn es die höchste Stufe des Dopamin-Rauschs annimmt: <strong>Die Quasi-Religion</strong>.</p>
<p>Dort gibt es dann nur noch die vertretenen Lehren und wir werden fanatisch.</p>
<p><strong>Die gute Nachricht: Du kannst nichts dafür, dein Gehirn ist schuld.</strong></p>
<p><strong>Die schlechte Nachricht: Du erkennst diesen Prozess nicht und gehst voll darin auf.</strong></p>
<p>Schon komisch, dass Leute, die in früher Kindheit gemobbt wurden, später selbst &#8218;mächtig&#8216; werden wollen. Gleiches Spiel bei &#8218;Bohnenstangen&#8216;, die später vom Hulk träumen und 24/7 im Studio zu finden sind.</p>
<p>Alles das kommt wohl aus einem mangelnden Selbstwertgefühl oder Selbstbewusstsein.</p>
<p><strong>Die gute Nachricht: Das geht jedem so. Keiner ist perfekt.</strong></p>
<p><strong>Die schlechte Nachricht: Du erkennst das nicht. </strong></p>
<p>Und so kommt es, dass wir es lieben, wenn wir Dinge, vor allem die Ernährung, konzeptionalisieren können, um sie dann &#8218;brauchbar&#8216; zu machen im Sinne einer Kultur, die wir leben können.</p>
<p>Oder kurz: Es ist &#8218;cool&#8216; Teil der Paläo-Szene zu sein.</p>
<p>Woher ich das weiß? Na, weil ich ja selbst dabei war, als das in den USA &#8218;in&#8216; war.</p>
<p>Und&#8230; jetzt muss ich mir den selben Blödsinn wieder in Deutschland angucken.</p>
<p>Dann, wenn das sowieso jeder macht, ist es nicht länger interessant und wir suchen irgendwo eine andere Nische, um wieder &#8218;cool&#8216; zu sein.</p>
<p>Und wir? Die anderen? Ja, wir sind die Konzeptlosen. Wir sind die armen Schweine, die sich mit keiner Sache identifizieren, weil wir erkennen, dass es nicht DIE Sache gibt, dass man Dinge nicht SO KLAR abgrenzen kann.</p>
<p>Wisst ihr was ich denke? Ich denke, dass wir das Leben viel zu ernst nehmen und uns ständig zu viel Kopf zerbrechen über jeden Blödsinn. Leben ist schwer könne man meinen.</p>
<p>Ich wurde in einer mail gefragt, ob &#8218;wir&#8216; (Schlauen), damit waren wir Wissenschaftler gemeint, nicht alles zu perfekt machen wollen, nicht alles zu stark überdenken&#8230;</p>
<p>Meine Antwort war, sinngemäß:</p>
<p>Nein, im Gegenteil. Wir Menschen sind nur so weit vom Normal weg, dass wir das Normal neu entdecken müssen. Und dafür brauchen wir Wissenschaft. Das was für jeden Hund und für jede Katze normal ist, dafür brauchen wir eine ganze Wissenschaft und tausende Beweise.</p>
<p>Nein, im Gegenteil. Du brauchst nicht tausende Konzepte: Esse &#8217;normal&#8216;, trainiere hart, passe auf deine Hormone auf und lebe entlang der Natur.</p>
<p>Was machen wir daraus? &#8218;Genetisch korrekte Kost&#8216; und eine Quasi-Religion, wo Obst behandelt wird wie Zyankali. Ein Stück und du stirbst an Fruktose-Vergiftung.</p>
<p>Aber hey&#8230; auch das geht vorbei :-) In einigen Jahren lachen wir über diese Dummheiten.</p>
<p>Solange können wir ja mal richtigen Biologen zuhören, also Leuten, die wirklich etwas über die Evolution wissen&#8230;</p>
<blockquote><p><em>Es gibt keine generelle Steinzeit-Ernährung, auf die wir genetisch festgelegt wären. Menschen haben in allen Winkeln der Erde immer von dem gelebt, was es dort gab. Robben am Polarkreis, Wurzeln in der Steppe. </em></p>
<p>(Deltev Ganten, ehem. Chef der Charité in Berlin, Vorstand des World Health Summits, Facharzt für Molekulare Biologie, Autor von &#8218;Die Steinzeit steckt uns in den Knochen&#8216;)</p></blockquote>
<p><strong>Warum ich das alles hier schreibe?</strong></p>
<p>Weil ich weiß, dass morgen jeder leben will, wie ein Steinzeitmensch. Ach nee&#8230; halt&#8230; Es gibt ja noch vegan :-)</p><p>The post <a href="https://genetisches-maximum.de/paleo/genetisch-korrekte-kost/">‚Genetisch korrekte Kost‘</a> first appeared on <a href="https://genetisches-maximum.de">Biochemie für dein genetisches Maximum</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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