coffee g92a1b2b16 1280

10 Nachteile von Kaffee (Plus: Mögliche Alternative)

Warum trinken wir überhaupt Kaffee?

Viele würden antworten, dass er „anregend“ wirkt. Genau genommen hat Kaffee einen so immensen Einfluss auf die Körperchemie, dass „anregend“ wahrscheinlich weit untertrieben ist. Das zeigt sich auch daran, dass viele  Menschen extrem schwer davon loskommen, wenn sie es versuchen. Die „Rückfallquote“ dürfte enorm hoch sein – glücklicherweise ist Kaffee nun wahrlich keine zerstörerische Droge. Aber genau das – und die Wirkung von Kaffee aufs Gehirn – dürfte der Grund sein, warum sich viele eigentlich beschissen damit fühlen … und trotzdem immer weiter und immer wieder trinken.

Warum „wirkt“ Kaffee?

Doch das beantwortet die Frage nicht, warum wir Kaffee trinken. Kaffee wird aus den Samen der Kaffeefrucht gewonnen, uns bekannt als Kaffeebohne. Die Kaffeefrucht, das heißt die s. g. Kaffeekirsche, enthält nur wenig Fruchtfleisch und besteht im Wesentlichen aus der Kaffeebohne. Diese wird verarbeitet, z. B. in Form von Fermentation und Röstung. Wir sehen dann die typisch braunen Kaffeebohnen, deren Inhaltsstoffe wir „extrahieren“, in der Regel über Mahlen, Druck und Heißwasser-Überguss.

kaffeekirsche m
Der Aufbau der Kaffeefrucht. Bildquelle.

Die Kaffeebohnen, wie jeder andere Samen einer Pflanze dieser Welt, will ganz sicher nicht gefressen werden. Glück für uns, dass wir so gut an den Konsum von Früchten angepasst sind, dass wir die „Kerne“ einfach aussch*****, wenn wir sie essen. Viele sind hart, schwer verdaulich und entsprechend so robust, dass man sie einfach wieder in die Wildbahn gibt. Das ist eine typische Fortpflanzungsstrategie dieser Pflanzen. Denn dadurch werden die Samen verbreitet. Was natürlich nie und nimmer passieren soll, ist, dass Samen verdaut werden.

Aus diesem Grund schützen die Pflanzen ihre Samen. Sie betreiben „chemische Kriegsführung“ und packen in ihre Samen beispielsweise Koffein, ein Alkaloid, das natürlicherweise ein Insektizid ist. Im fertigen Kaffee finden wir im Anschluss über 1000(!) solcher Stoffe, die alle in erster Linie dazu dienen, den Samen zu verteidigen – viele davon „Polyphenole“, die als gesundheitsfördernd deklariert und bekannt sind. Drum zählt Kaffee zum Wichtigsten Polyphenolen-Lieferant weltweit.

Der Punkt ist, dass wir uns aktiv vergiften. Aber der Körper nimmt das in erster Linie nicht als „Gift“ wahr. Im Gegenteil, in niedrigen Dosen wirken potenziell giftige Stoffe oder Stoffgemische nach dem Hormesis-Prinzip eben genau gegenteilig, nämlich sehr gesund. Sie induzieren eine Anpassung in uns, die uns nicht nur vor dem eigentlichen Gift schützt, z. B. durch erhöhte Entgiftungsleistung in der Leber, sondern auch vor vielen anderen Umwelteinflüssen.

So weit, so gut. Das, sagen wir mal, Besondere am Kaffee ist, dass viele Stoffe darin fettlöslich sind. Das Kaffeebohnenöl, das sich in Tierversuchen als extrem toxisch erweist, enthält Tausende Lipid-lösliche Substanzen.

Beimischung von 5 % Kaffeebohnenöl zum Futter führte nach wenigen Tagen zu einem Abbruch des Versuchs aufgrund offensichtlichen Unwohlseins, Haarverlust und verringerter Futter- und Wasseraufnahme der Versuchstiere. Geringere Mengen Kaffeebohnenöls (0,5 % Anteil im Futter) führte zu erhöhten Cholesterinspiegeln im Blut von Ratten, ähnlich wie auch in Versuchen mit menschlichen Probanden beobachtet wurde.

Durch weitere Verarbeitung, in erster Linie durch beispielsweise Aufschäumen mit Milch beim Cappuccino, werden diese und wasserlöslichen Substanzen in die in Milch vorkommenden Exosomen verpackt. Das sind kleinste Fettkügelchen, die als „Supertransporter“, eigentlich Substanzen in der Milch extrem viel bioverfügbarer machen sollen – fürs Kalb. Wir Menschen bauen damit den „Supercargo“ für Kaffee-Stoffe.

Die 10 Vorteile von Kaffee, die zu Nachteilen werden

Unterm Strich macht genau das Kaffee so enorm potent. Nicht nur, dass lipidgelöste Stoffe von Haus aus sehr viel stärker zellpenetrierend wirken – wir machen diese durch Aufschäumen bzw. Milchzusatz oft noch um ein vielfaches bioverfügbarer. Genau das bezieht sich auf folgende Punkte, die der Grund sind, warum ich mich grundsätzlich gegen täglichen Kaffeekonsum ausspreche:

  1. Kaffee scheint enorm potente Thiaminase-Aktivität zu haben. Das heißt, Kaffee bindet oder vernichtet Thiamin (Vitamin B1) und möglicherweise andere B-Vitamine, die dann z. B. im Homocystein- bzw. Methylierungskreislauf im Körper fehlen, was sich auch am B-Vitamin-Status von Kaffee-Trinkern zeigt.
  2. Kaffee hat ohnehin potent modulatorische Adenosinrezeptor-Aktivität. Natürlicherweise sollen die durch diesen Rezeptor aktivierten Signalwege „Müdigkeit“ auf zellulärer induzieren. Kaffee hat immensen Einfluss auf diesen Signalweg, u. a. gemeinhin bekannt in Form von Koffein – aber auch viele andere Stoffe im Kaffee, etwa Chlorogensäure, entfalten dort eine Wirkung. Die möglichen Folgen davon hatten wir hier schon mal besprochen.
  3. Hinzu kommt, dass zumindest Röstkaffee offenbar eine starke Wirkung als natürlicher PDE-Hemmer hat. Muss die Zelle ihren Stoffwechsel hochfahren (z. B. bei Stress), bildet sie vermehrt cAMP, ein Botenstoff, der den Energiestoffwechsel ankurbelt. Die PDE-Enzyme bauen diesen Stoff ab – und PDE-Hemmer hemmen den Abbau, was in höheren cAMP-Spiegeln resultiert. Akut eine gute Sache, aber die Zelle wird in diesem „Aktivitätsmodus“ eigentlich rasch müde und unempfindlicher gegenüber „Aufbau“-Signalen von z. B. Insulin. Da Kaffee aber auch den Signalweg, der Müdigkeit einleiten soll, hemmt (s. o.), erhalten wir mit der Zeit sehr sicher einen Zustand der tiefen zellulären Ermüdung. Oder anders ausgedrückt: Die Zelle kann sich nicht mehr ausreichend erholen.
  4. Kaffee und viele seiner Inhaltsstoffe haben eine Östrogen-Wirkung im Körper. Selbsterklärend. Will man(n) sowas haben?
  5. Kaffee hemmt diverse Enzyme, z. B. jene im Verdauungstrakt – was man natürlich als „anti-diabetische Wirkung verkaufen kann“ –, sicher auch beim Makronährstoff-Metabolismus und sehr sicher auch im Schilddrüsenhaushalt.
  6. Die große Stärke des Kaffees scheint zu sein, dass er sehr „anabol“, sprich via Akt/mTOR (= anaboler Signalweg) aufbauend wirkt. Es ahmt damit die Wirkung von Insulin nach. Toll für den Muskel, sicher auch fürs Gehirn, denn genau das lässt Nervenwachstums-Faktoren wie BDNF ansteigen. Kann aber, gewebeabhängig auch nachteilig wirken, wenn Insulin-abhängige Signalwege hochreguliert sind.
  7. Er scheint zudem wichtige Proteine im Fettstoffwechsel zu modulieren, z. B. den Fetttransporter CD36. Ein Runterregulieren dieses Fetttransporters, das von Kaffee aufgrund der enthaltenen Polyphenole erwartet wird, sorgt dafür, dass weniger Fett in die Zellen kommt. Das kann protektiv und gut wirken. Es kann aber auch das fat sensing beeinträchtigen, was in der paradoxen Erscheinung mündet, dass man mehr Fett zu sich nimmt. Das wird jedenfalls bei Menschen beobachtet, die genetisch bedingt weniger CD36 bilden.
  8. Plus: Kaffee enthält sehr sicher natürliche Hemmstoffe von Entgiftungsenzymen. Das wirkt zwar zunächst positiv durch kompensatorisches Hochregulieren von Entgiftungssignalwegen. Unterm Strich aber wird er dafür sorgen, dass viele Stoffe, z. B. Koffein selbst, nicht mehr schnell genug abgebaut werden. Da diese Enzyme z. B. auch Geschlechtshormone oder Neurotransmitter abbauen, liegt der Schluss nahe, dass genau dieser Mechanismus, also das Hemmen dieser Enzyme – z. B. MAO, das Serotonin, Dopamin und Noradrenalin abbaut – durch Kaffee, den typischen Kaffee-Wohlfühleffekt erzeugt.
  9. Kaffee induziert die Bildung von Häm-Oxygenase. Das wirkt zwar in einem bestimmten Setting beispielsweise anti-entzündlich, ist aber an sich leistungsmindernd, denn der dadurch forcierte Häm-Abbau steht allem entgegen, was Leistungsfähigkeit ausmacht, denn die Häm-Proteine braucht’s für Sauerstofftransport und Energiestoffwechsel.
  10. Es gibt zusätzliche Hinweise darauf, dass Kaffee nicht nur die Eisenaufnahme im Darm hemmt, sondern zudem auch noch die Eisenmobilisation allgemein, das heißt, Gewebe bekommen nicht genug Eisen ab. Das wird auch noch dadurch verschlimmert, dass Kaffee (bzw. das enthaltene Koffein) Ferritin hochreguliert, was Eisen für die Zellen unverfügbar macht.

Nicht falsch verstehen: In bestimmten Settings sind all jene Effekte positive Effekte. Paradoxerweise. Die Variabilität mit Blick auf die Verträglichkeit scheint daher zu kommen, dass der Körper unterschiedliche Möglichkeiten hat, dem kompensatorisch entgegenzuwirken. Heißt: Manche werden quasi überhaupt keine Probleme mit Kaffee haben, denn sie verstoffwechseln die Inhaltsstoffe schnell – oder haben alternativ Möglichkeiten, Veränderungen über Gegenregulation von Signalwegen zu kompensieren. Andere, wie mich, wird es härter treffen. Da macht Kaffeekonsum nach einigen Tagen vielleicht nicht mehr so viel Spaß.

Jedenfalls berichten viele Menschen davon, dass der Körper „geschmeidiger“ läuft, wenn sie keinen Kaffee trinken. Das heißt, man hat den Hunger im Griff, der Stoffwechsel läuft wie geschmiert und man kommt besser durch den Tag (und die Nacht).

Wie verträgst du Kaffee?

Die oben angeführte Liste zeigt ziemlich gut auf, dass Kaffee es grundsätzlich nicht gut mit einem meint. Nur für manche wirkt das förderlich, für andere real toxisch. Die Übergänge sind fließend – und die Dosis macht das Gift. Für manche heißt das, sie können von 5 Tassen profitieren, andere sollten gar keinen trinken. Ich zähle mich eher zu letzteren.

Vorsichtig sollte man sein, wenn man Studien zu Kaffee liest. Es gibt kaum ein Stoff, kaum ein Lebensmittel, bei dem so viel kognitive Verzerrung vorliegt als bei Kaffee. Freilich: Auch bei mir, nur im gegenteiligen Sinne. Viele Menschen – inkl. Wissenschaftler –  trinken SO gerne Kaffee und glauben, sich so gut damit zu fühlen, dass jegliche Ergebnisse positiv interpretiert werden.

Wer zur Hölle würde es ausschließlich positiv interpretieren, wenn Substanz X eine so enorme Bandbreite an realen Eigenschaften als endokriner Disruptor zeigt? Jedenfalls dürften Wissenschaftler ohnehin die Personengruppe sein, die Kaffee suchtet. (Zugegeben: Anders lässt es sich im öden Laboralltag auch kaum aushalten. Eigene Erfahrung.)

Ich persönlich experimentiere schon lange mit Kaffee und Alternativen und komme zunehmend zum Schluss, dass Kaffee und Grüntee unterm Strich ein ähnliches Effektspektrum bei positiven Wirkungen bereithalten, aber Grüntee sehr viel weniger „Nebenwirkungen“ hat und milder wirkt, was wohl in erster Linie daher kommt, dass es einfach kaum Fette bzw. fettlösliche Subtanzen enthält, die stark zellpenetrierend wirken können. Und: Man trinkt ihn in der Regel nicht mit aufgeschäumter Milch. Vielleicht kommt demnächst mal ein Post zu den positiven Effekten von Grüntee.

Was sind deine Erfahrungen? (Bitte erst kommentieren, wenn du mindestens 4-8 Wochen Kaffee-Pause hinter dir hast.)

 

Der Text ist von mir, Chris Michalk. Fast zwei Jahrzehnte war ich dem Leistungssport treu und studierte als Folge Biologie und drei Jahre Sport. Leistungsphysiologie war mein Hauptinteresse, das mich vor circa 15 Jahren dazu gebracht hat, Studien zu lesen. In Folge einer Stoffwechselerkrankung gründete ich den Blog edubily und verfasste zusammen mit meinem Kollegen Phil Böhm mehrere Bücher (u. a. "Gesundheit optimieren, Leistungsfähigkeit steigern"). Ich machte meinen Abschluss in zellulärer Biochemie (BSc, 1,0) – und neben meinem hier ausgelebten Interesse für "Angewandte Biochemie", bin ich zusammen mit Phil Böhm Geschäftsführer der edubily GmbH.

41 comments On 10 Nachteile von Kaffee (Plus: Mögliche Alternative)

  • Hallo Chris,

    sehr interessanter Artikel. In groß angelegten Studien hinsichtlich Mortalitätsrisiko kommt Kaffee häufig relativ gut weg, auch wenn der Effekt nicht sonderlich groß ist (z.B.: https://doi.org/10.1093/aje/kwu194; https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/nejmoa1112010; https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23953850/). Allerdings sind die Ergebnisse auch teilweise unterschiedlich je nach Altersgruppe.
    Einschränkend für die positiven Eigenschaften bzw. die Reduzierung des Mortalitätsrisikos (das fehlt m.E. in diesem Artikel hier) ist die Zubereitungsart. Wie du richtig schreibst, können die fettlöslichen Substanzen Probleme verursachen, insb. mir bisher bekannt Cafestol/ Kahweol, die bei Filterkaffee m.W. aber ganz gut herausgefiltert werden. Ich vermute, dass ich deswegen häufig das Feedback bekomme, Filterkaffee sei bekömmlicher (ist auch bei mir der Fall). Wen es interessiert: Bei der Bohnensorte wäre unter diesem Aspekt auch Robusta dem Arabica vorzuziehen.

    Ich würde Kaffee – insb. Filterkaffee – daher eher ein neutraleres als leicht negatives Zeugnis ausstellen. Grüntee ist aber die bessere Wahl :).

    • Richtig, Alex. Danke für deinen Input. Allerdings bleibt mit Blick auf die gesundheitlich positiven Effekten bei größeren Menschengruppen festzuhalten, dass man hier normale Menschen hat. Mich wundert es nicht, dass Kaffee in dem Kontext positive Effekte zeigt. Wir reden hier ja nicht von gesundheitlichen aufgeklärten Menschen mit ohnehin gutem Lebensstil. Das müsste man direkt gegenüberstellen, was aber nicht passieren wird.

  • Na, also ich hatte heute zwar eine Tasse, aber deine hochdetaillierte Auflistung darüber, was Kaffee alles genau macht, hat mich dazu bewogen, genau jetzt alle deine Bücher zu bestellen. Ich finde, es gehört eine Menge Mut und Redlichkeit dazu, dieses deine Projekt, welches du seit nunmehr 8 Jahren in penibler Fleißarbeit betreibst – nämlich überhaupt die Grundlagen dafür zu legen, daß die kommenden Generationen an Menschen immer gesünder und immer hübscher und immer kraftvoller sein werden – nicht nur stets am Laufen zu halten, sondern es konstant zu verbessern und verfeinern. Medaillen, Trophäen, das ist doch alles nichts für dich…Leute wie du müssten die Macht haben…

  • Ich trinke überhaupt keinen Kaffee, habe ich nie gemocht und auch mein Magen hält nichts davon.
    Allerdings habe ich (außer auf den Magen) auch nie eine Wirkung – positiv oder negativ – verspürt wenn ich auf Grund diverser Umstände einen trinken musste, das war zu einem Zeitpunkt auch fast täglich der Fall. Ich habe aber zB ein Gen, das Koffein sehr schnell abbaut, merke generell wenig bis garnichts davon.
    Grünen Tee trinke ich gerne, aber auch da spüre ich keinerlei Anregung, Sucht oder ähnliches. Tendenziell mildert er etwas das Hungergefühl. Einen Artikel darüber fände ich interessant.
    Falls es interessiert: Stoffe, die bei mir eine anregende Wirkung haben, sind in geringem Maß Vitamine (Sulbutiamine, B5) und vor allem Kohlenhydrate.
    Und natürlich ausreichend guter Schlaf :)

  • Ich gehöre zu den Menschen, die eigentlich gar kein Koffein vertragen. Ob Cola, grüner/schwarzer Tee, Kaffee… die Wirkung ist immer ähnlich:
    – schon sehr kurze Zeit nach Konsum: anregende Wirkung, mehr Energie, „wacher“, Lust auf Bewegung
    – ab ca. halbe Stunde nach Konsum: eiskalte Hände, Kältegefühl im ganzen Körper (v.a. bei sitzender Büroarbeit), „inneres Zittern“, Nervosität, erste Ansätze von Ängstlichkeit und Unwohlsein
    – im weiteren Tagesverlauf: extrem niedrige Stresstoleranz, geht bis zur Übelkeit schon bei leichten Stresssituationen (Besprechungen im Job etc.), Gefühl der Unterzuckerung, teilweise Kreislaufbeschwerden, fehlendes Hungergefühl, teilweise Unwohlsein im Magen

    Wobei diese Reaktionen auch tagesabhängig sind. Sie treten aber schätzungsweise zu 70% regelmäßig schon nach 1-2 Tassen Kaffee auf.
    Ich habe immer regelmäßig Kaffee konsumiert, ca. 1-2 Tassen vormittags. Die Reaktionen darauf, die ja viele Stunden später noch merkbar waren, hatte ich lange Zeit überhaupt nicht auf den Koffein-Konsum zurückgeführt, sondern auf Stress im Job. Mache seit ca. 3 Wochen Koffein-Abstinenz und fühle mich sehr wohl dabei. Wach und konzentriert bin ich dann, wenn ich genügend guten Schlaf hatte und regelmäßig leichten Freizeitsport mache. Da ist dann Koffein für mich völlig überflüssig.

  • Vielen Dank für den ausführlichen und objektiven Artikel.
    Bin seit 25 Jahren kaffeefrei und trinke auch seit 5 Jahren keinen grünen Tee mehr (gelegentliche Magenunverträglichkeit). Mit Unterstützung von Omega-3-Fettsäuren und Magnesium zunächst kaum noch Kopfschmerzen. Der letzte kleine Rest davon verschwand vor ca. 8 Monaten, als ich auch dunkle
    Schokolade wegließ. Als ´Ersatzantriebˋ funktionierte Vit. B3, Q10 (jeweils höher dosiert), Kamphora und Rosmarin Urtinktur und diverse Aminosäuren.

  • Scheint als wäre ich jemand, der vom Kaffee profitiert! Ich habe extrem niedrigen Blutdruck (jetzt mit 50 z.B. 105/65) und trinke täglich meist 4 Tassen. Dazu verwende ich hochwertigen, frisch gemahlenen Bio-Kaffee aus dem Vollautomaten, trinke ihn schnell (bevor er oxidiert) und mache mir nix oder Glycin rein. Ich fühle mich rundum pudelwohl, habe Energie, kann mich super konzentrieren, schlafe gut, bin fit und gesund, und körperlich für meine Verhältnisse sehr leistungsfähig.

    Entzug habe ich auch schon durch, weiß, dass ich auch ohne leben kann, und hatte vielleicht drei Tage lang Kopfschmerzen. Ohne Kaffee ist alles etwas „langsamer“, aber irgendwie auch ausgeglichener.

    Meine drei, vier Tassen sind daher Genussmittel, ich komme in die Gänge, und fühle mich gut damit! Ich versuche auch, die letzte Tasse vor 16h zu trinken, dann schlafe ich auch gut. Dass Kaffee zum Sport bspw. leistungsfördernd wird wurde gezeigt, und da ich sportlich immer eher untere Leistungsgrenze war nehme ich den Effekt gerne mit und freue mich über meine stetigen (wenn auch sicher langsamen) Erfolge. Kann also wirklich keinerlei Leistungsverschlechterung feststellen, was ja z.B. eine Folge schlechten Schlafs oder sonstiger negativer Effekte sein müsste.

    Von Grüntee bekomme ich Bauchweh! Der tut mir definitiv nicht gut. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass vom Grüntee Männer mehr profitieren als Frauen, kann das aber natürlich nicht belegen. Ist jedenfalls für mich keine Alternative.

    Danke für den Artikel – jedenfalls erklärt er, warum es Personengruppen gibt, die Kaffee immer wieder verteufeln oder als „Gift“ betrachten, und das dringende Bedürfnis haben, eine Auszeit vom Kaffee zu nehmen. Wahrscheinlich weil er ihnen wirklich nicht gut tut!

    • Ach ja, und Schwarztee empfinde ich persönlich auch tendenziell als unangenehm, der macht mich auch viel „süchtiger“, und hinterlässt eher ein Gefühl von Schädigung.

      Wann ich meinen nächsten Kaffee trinke ist mir eigentlich egal, der taktet so ein bisschen meinen Tag, aber ich habe überhaupt nicht das Gefühl, „süchtig“ im Sinne von „mehr davon“ zu sein. (Mir ist aber vollkommen bewusst, dass ich physisch abhängig bin.)

  • Hallo Chris, vielen lieben Dank für Deinen Beitrag. Ich liebe das Aroma von Kaffee, aber leider gehöre ich in die gleiche Gruppe wie Du: Pfoten weg von Kaffee! Ein Espresso stimuliert mich so, dass ich innerhalb von einer Stunde die Energie des gesamten Tages raushaue und übrig bleibt ein kraftloses übernervöses Häufchen Elend. Auch mein Herz mag Kaffee nicht und macht sich deutlich bemerkbar. Koffeinfreier Kaffee ist besser, aber besser auch nicht täglich. Grüntee ist besser, aber auch hier nur im Notfall, wenn ich wach bleiben muss. Auch schade, da ich auch diesen Geschmack schätze. Nun weiß ich wenigstens die Hintergründe und daß es keine Einbildung ist. Vielen Dank dafür! Viele liebe Grüße, Anka

  • Ich habe mit Kaffee vor ca. einem halben Jahr aufgehört. Vor allem hat mich genervt, dass ich mich so „süchtig und abhängig“ davon gefühlt habe, ich hatte morgens gar keine andere Wahl mehr und das hat mich gestört. Die ersten Tage waren nicht schön, ich war pampig und gereizt, müde und nicht gut drauf. Ich hab den Kaffee durch grünen Tee ersetzt, davon trinke ich morgens so 750 ml ungefähr. Damit geht es mir viel besser. Ich hatte Nachts früher nicht wirklich Schlafstörungen, aber durch meine Wechseljahre konnte ich nicht mehr so gut schlafen, wie ich das gewohnt war. Nach dem Kaffeeentzug hat Schlafen wieder viel besser geklappt, das ist definitiv ein Gewinn. Und, wie oben schon beschrieben, fühle ich mich nicht mehr so süchtig, das war eigentlich meine Hauptmotivation, das mal sein zu lassen.

  • Okay, also wenn schon Kaffee, dann besser ohne Milch, ist für mich die Quintessenz aus dem Blogbeitrag. Ich trinke seit Jahrzehnten täglich Milch mit Kaffe (4:1 oder 5:1), sollte mir aber wohl besser einen anderen (gesünderen) Geschmackszusatz für die Milch suchen. Und dann evtl ein-/ zweimal pro Woche ’nen Espresso gönnen.
    Danke für die Info!

  • Ich vertrage eigentlich maximal einen Kaffee am Tag (+ L-Theanin). Wenn ich den zweiten trinke, habe ich meistens einen Kaffee-Crash am Abend und bin dann zu nichts mehr zu gebrauchen. Außer ich mach nochmal Sport oder hau mich in die heiße Badewanne. Danach gehts meistens wieder. Trinke aktuell noch Kaffee und grünen Tee im Wechsel ( schmeckt halt zu gut ;) ). Aber nicht den grünen Tee aus dem Supermarkt, sondern qualitativ hochwertigen Tee den man bei einigen Online-Händlern findet. Aktuell gibt es ja wieder/noch die frisch gepflückten japanischen Frühjahr-Tees (Shincha) ;) Wo kauft ihr euren Grüntee?

    • Ein Sunday-Fan, ich glaubs ja nicht! Dachte, Familie, Freunde & ich wären die einzigen außer ein paar Influenzas & sonst gäbs primär Hater. ;-) Die Tees von Sunday wurden im Teetalk-Forum meine ich als durchschnittlich bezeichnet & es wurde massiv Kritik an den Praktiken von einem der beiden Sunday-Gründer, Dr. Schweikart, laut: er betrieb in der Vergangenheit etliche vermeintlich unabhängige Infowebseiten zu z.B. Tee, Nährstoffen, Gesundheitsproblemen mit Input & wohlwollender Erwähnung der Sundayprodukte ohne Hinweis, dass er hinter Sunday steckte. Seit Ende 2021 sind er und ein weiterer Geschäftsführer dort raus. Ja, zum Kotzen, aber so manch anderer Hersteller bescheißt hintenrum UND liefert minderwertigen Schrott. Tees bestellen wir dort nur mal nebenher mit, für uns sind primär die Präparate & für mich auch die ätherischen Öle interessant, beides subjektiv aus Laiensicht top.

      • Na ja, wer aufs Marketing von Sunday reinfällt, ist selber schuld.

        • Reinfallen mitnichten. Wissen & ob der für uns guten Produkte darüber wegsehen. Wie gesagt, deren Bullshit-Marketing ist mir durchaus bewusst & finde ich ätzend, jedoch kommt unsere teils sehr zusatzstoff-sensible Sippe mit deren recht puristischen Produkten (D, K, Magnesium etc) prima klar. Einiges ist Bioware, anderes aus Wildsammlung.

          Reinfallen wäre, siehe mein Forenpost zu OPC, wenn ich dort das aggressiv vermarktete Pycnogenol-OPC statt des günstigen Traubenkern-OPCs gekauft hätte.

          Die von uns probierten Tees (schwarz & Kräuter) sind weit weniger „totgeröstet“ als manch andere & schmecken so intensiv wie bei anderen teureren Anbietern, die ätherischen Öle sind von Intensität & ich nenns mal Reinheit (keine Nebendüfte wie essiglich bei Zitrusfrüchten usw) mit gleichpreisigen bis teureren Anbietern (Primavera, Farfalla usw) gleichauf.

          Wenn du fern des erwähnten Marketings absolute KO-Argumente kontra Sunday hast (Betrug, Rechtslage enorm dehnbar auslegen usw.), die mir bisher entgangen sind, gerne wissen lassen. :)

  • Bei erhöhtem Lipoprotein a ist dann Kaffekonsum auch nicht ideal oder?

  • Hi Chris

    Du solltest natürlich auch die anti oxidativen Eigenschaften von Kaffee erwähnen. Cholesterin ist auch schädlich aber wird bei oxidativen Stress laut Kuklinski vom Körper ggbf. hochgeregelt.

    • Na ja, das ist ja eine klassische Eigenschaft der Polyphenole, die ich im Artikel (wenn auch indirekt) erwähne. Für mich sind die Polyphenole aber keinen Grund, Kaffee zu trinken. Grüntee und mein tägliches Essen haben auch genug davon.

  • Hi
    Hab mal gelesen, dass ein Filterkaffee bei weitem gesünder sein soll als andere Zubereitungsarten (Espresso, Aufkochen,.. ) da viele der unerwünschten Stoffe herausgefiltert werden.
    @Chris Jetzt hoff ich natürlich, dass du es mir bestätigst und schreibst dass ein schwarzer Filterkaffee nur mehr positive Eigenschaft aufweist 😊!

    Hab erst ende des Jahres einen 10 Wochen Entzug hinter mir ( inkl Grüntee und Schwarztee ), davor hab ich etwa acht Tassen schwarzen Filterkaffee (ungezuckert) täglich getrunken, dazu einige Tassen Grüntee und Schwarztee.
    Die körperlichen Entzugserscheinungen wie Kopfschmerzen, Antriebslosigkeit, Brainfog haben etwa fünf Tage angehalten.
    Schlimmer war hier finde ich aber die psychische Abhängigkeit. Es ist das morgendliche Ritual welches mir abgegangen ist. Ich freu mich schon richtig auf den Kaffee in der Früh wenn ich in die Firma komm und mich zum PC setz. Da geht es mir gar nicht um die aufputschende Wirkung. Ich komme auch ohne diese zurecht.
    Abgesehen davon mag ich den Kaffeegeschmack und probiere laufend unterschiedliche Röstungen aus – ist für mich in erster Linie ein Genussmittel, deshalb war der psychische Entzug umso schlimmer.

    Auch die gesellschaftlichen Einschränkungen fand ich relativ schlimm. Wir sind oft in der Stadt unterwegs und kehren in Cafes auf einen, zwei, drei… Kaffee ein.

    Wenn ich regelmäßig Kaffee trinke, dann kann ich sogar vor dem Schlafengehen welchen trinken und schlaf dabei trotzdem sehr gut.

    Derzeit bin ich bei etwa vier Tassen schwarzen Filterkaffee täglich, möchte es aber auf die Wochenenden einschränken.

    • Hi Robert,
      ja, das was du schreibst kann ich weitestgehend nachvollziehen. Muss aber sagen, dass „die gesellschaftlichen Einschränkungen“, in meiner Wahrnehmung mittlerweile, auch nur ein Merkmal der Sucht sind. Es macht nach Abgewöhnung wirklich 0,0 Unterschied, ob ich mich mit Leuten hinsetze und eine Tasse Tee oder ein Wasser trinke … oder ein Kaffee. Im Endeffekt liebt man ja doch wieder nur den Kaffee-Rausch, wenn auch als Teil der Gruppe, als Ritual, als „Lebensqualität“ (was keine ist).
      Trotzdem ist es in der Tat so, dass Filter-Kaffee viele lipidlöslichen Bestandteile filtert und entsprechend milder wirkt, das ist korrekt. Auch mit Blick auf den Cholesterinhaushalt, der vor allem von den Diterpenen etc. gestört wird.

  • Hallo Leute
    Trinke maximal 2 Espresso am Tag, nach 14:00 kein Kaffee mehr wenn möglich. Das ist eine Dosis mit der mein Körper zurecht kommt. Mir schmeckt Kaffee. Wenn ich mehr trinke werde ich unruhig, aufgekratzt. Zudem kann ich Kofein schlecht abbauen, wurde bei einer DNA Untersuchung wohl erkannt!?
    Und, wenn ich Kaffee mit Milch trinke geht es ganz steil. Dieser Unterschied hab ich auch schon erlebt. Wenn ich ein Cappuccino abends trinke brauch ich nicht schlafen wollen! Ausserdem merke ich , dass mein Stoffwechsel spinnt wenn ich zu viel Kaffee trinke.

  • Ich trinke 2 Kaffees am Tag, der Kaffee macht mich nicht fiter. Ich kann immer schlafen, bin so jemand der keine Schlafprobleme hat. Kaffee trinke ich aus Gewohnheit, so richtig lecker ist er nicht. Ich freue mich darauf den weg zu lassen, es fühlt sich sehr gut an. Habe ein Gefühl von Leichtigkeit und Reinheit wenn ich daran denke keinen Kaffee zu trinken. Danke für diesen Input.

  • Huhu,

    ich bin Team Grüntee, trinke aber ab und an verlängerten Espresso, nach Jahren völliger Kaffeeabstinenz. Nicht wegen der Wirkung, auf die kann ich echt verzichten, sondern wegen dem Geschmack. ABER: ich hab kürzlich Lupinenkaffee probiert und tadaaaa: koffeinfreie Liebe auf den ersten Schluck. Milder ohne den Kaffee/Espresso sauer anhaftenden Geschmack. Find ich richtig toll. Ich weiß allerdings nicht, wie gesund / nicht gesund bezüglich der im Artikel genannten Punkte Lupinenkaffee ist. Anderer Getreidekaffee ist geschmacklich auch okay, aber ist halt Getreide, ess ich nicht und trink ich auch nicht. Zum Thema Grüntee und Übelkeit: das sind die Katechine und Bitterstorffe. Die führen bei empfindlichen Mägen im totalen nüchternen Zustand zu Übelkeit. Hatte ich selbst erlebt, wenn ich sehr herbe Grünteesorten getrunken hab, oder aromatisierte (meistens kein guter Grüntee). Mit Japansenchas/Shinchas passiert mir das nicht, die schmecken milder und süßlicher weil mehr Theanin enthalten ist.
    Grüße N.

  • Guten Morgen,

    ich trinke und trank nie Kaffee. Bei mir sind es eher schwarzer und grüner Tee. Wie sieht es hierzu aus?

    VG

    • Hat zwar auch starke Polyphenole, aber ist kaum fettlöslich und dürfte daher verträglicher sein. Ausprobieren.

  • Ich gehe schon seit längerer Zeit sehr sparsam mit Kaffee um und trinke nur jeden 2. Tag eine Tasse Espresso/Kaffee- Das bewahrt vor Abhängigkeit/Entzugserscheinungen und die positive Wirkung ist um so intensiver.

  • Die meisten Dinge die oben genannt wurden zählen bestimmt auch für Koffeinfreien Kaffee oder ?

  • Problem bei Grüntee auf nüchternen Magen am Morgen wird mir schlecht. Von daher nicht praktikabel, leider. Bei Schwarztee verhält es sich ähnlich. Und essen am Morgen ist für mich keine Option.

  • Was gibt es denn für Alternativen um diese geistige Frische zu bekommen? Alpha-GPC o.Ä.?

  • Vor ca. 2 Monaten kalter Entzug von 500-600 ml auf 0. Erst mal mit Getreidekaffee (aus Gerste, Gerstenmalz, Zichorie und Roggen) ersetzt, den habe ich aber schlechter vertragen als echten. In der ersten Entzugswoche häufig Kopfschmerzen und Energielosigkeit, darüber hinaus Konzentrationsschwierigkeiten (z. B. Aussetzer beim Verfolgen von Gesprächen, vermehrt Rechtschreibfehler). Habe dann nach ca. 2 Wochen angefangen, entkoffeinierten Bohnenkaffee zu trinken, was die letzten Entzugserscheinungen beendet hat (vielleicht auch wegen dem enthaltenen Restkoffein). Mit Decaf statt Kaffee habe ich mehr innere Ruhe, weniger Nervosität und längere Konzentration beim Lesen, kaum Morgentief nach dem Aufstehen, allerdings auch etwas weniger Bewegungsdrang.

  • … Heilpraktiker hat Mal in nem Anamnesegespräch zu einem Nachtschmerz gesagt… Lassen sie den Cafe Mal weg..waren 1 Espresso..plus 1-2 Tassen Cafe max pro Tag. ..sein Tipp half.. Schmerz war weg. Gegenversuch..1 Tasse Cafe..4 Tage Schmerzen. Hab das ein paar Mal wiederholt. Immer das Gleiche. Kulturell uns sozial verführt Cafe mich allerdings immer wieder..:((

    Hast du nen Tipp zu Coffein aus Guarana?

Leave a Antwort:

Your email address will not be published.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden .

Site Footer