Vitamin D gegen Krebs

Hoffentlich im Sommer

Krebs ist fürchterlich.

Viel schlimmer als das, was man sich vorstellen kann.

Man kann sich viele Dinge im Leben nicht vorstellen – glücklicherweise. Wer Krebs aber einmal hautnah miterlebt hat, weiß: das kann kein Horrorfilm abbilden.

Doch es verblasst. Und irgendwann lebt man doch wieder einigermaßen unbekümmert vor sich hin. Irgendwo im Hinterstübchen weiß man, dass man sich vielleicht wieder etwas weit aus dem Fenster lehnt.

Sehe ich jeden Tag in Abstufungen im Supermarkt. Du weißt schon … Kippen, Zuckerpudding, Weißmehl, Billigwurst.

Vitamin D vielleicht doch ein Bringer

Doch jetzt gerade werde ich von der Sonne angelächelt. Sie strahlt in mein Büro. Wie herrlich!

Nach einer halben Ewigkeit Kälte kommen jetzt die warmen Sonnenstrahlen – und die sind besonders. Neben weiteren wichtigen physiologischen Effekten, kurbeln sie vor allem die Vitamin-D-Bildung in der Haut an.

Mit vielleicht entscheidenden Effekten für Krebspatienten. In 2022 wurde eine Arbeit der Uni Zürich veröffentlicht, die sich auf das örtliche Krebsregister bezieht (Q).

Dort finden die eine saisonale Abhängigkeit bei der Krebsprognose. Wer seine Krankheitsdiagnose im (Spät-)Sommer erhält und entsprechend therapiert wird, zeigt eine bessere Prognose.

Speziell bei Darm-, schwarzem Haut- und Brustkrebs. Die Autoren fassen zusammen:

Unsere Ergebnisse stützen die zunehmenden Hinweise darauf, dass Vitamin D eine wichtige Rolle für das Überleben bei Krebserkrankungen spielen könnte.

Studie: Erheblich bessere Prognose bei Brustkrebs

Springen wir nach Brasilien. In ein Land mit viel Sonne, möchte man meinen.

Dort haben Forscher der São Paulo State University 80 Frauen mit Brustkrebs untersucht (Q). Und fanden, dass nahezu alle schlecht mit Vitamin D versorgt waren (< 20 ng/ml) – wie wir in Deutschland.

Die Idee: Eine Gruppe bekommt zur Chemotherapie zusätzlich 2000 IE Vitamin D pro Tag. Die Ergebnisse waren einigermaßen beeindruckend:

  • Die „pathologische Komplettremission“ (pCR) lag nach sechs Monaten bei 43 % in der Vitamin-D-Gruppe gegenüber 24 % in der Placebogruppe
  • Ein Anstieg der Vitamin-D-Werte auf über 20 ng/ml war mit einer rund 3,5-fachen höheren Wahrscheinlichkeit für die pCR verbunden

Muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Chance zum Behandlungserfolg um Faktor 3,5 erhöht – durch Vitamin D. Die Wissenschaftler meinen, „dass dieser kostengünstige Ansatz einer eingehenderen Untersuchung bedarf.“

Meine Gedanken

Dazu habe ich, wie immer, einige Gedanken.

Wer im Vitamin-D-Mangel lebt, in Deutschland: die meisten Menschen ungefähr halbjährlich(!), ist selbst schuld. Dich zwingt ja niemand, deinem Körper einen wichtigen Stoff vorzuenthalten.

Andererseits ist Vitamin D für mich kein Wundermittel. Es hat klare Limitationen. Die meisten Benefits ergeben sich ganz offensichtlich schon im niedrigen Dosis-Bereich. Wenn Menschen den Mangel systematisch beheben.

Plus: Sonne ist nicht nur Vitamin D. Wichtig!

Diese Studie öffnet einigen Menschen sicher die Augen. Dennoch ist die pCR (pathologische Komplettremission) ein Marker – er beweist nicht, dass Vitamin D die Sterblichkeit langfristig wirklich senkt.

Daher lässt sich das alles recht unspektakulär zusammenfassen: Achte auf eine gute Vitamin-D-Versorgung – nicht nur im Sommer – und dein Körper wird’s dir sehr wahrscheinlich danken!

 

Der Text ist von mir, Chris Michalk. Fast zwei Jahrzehnte war ich dem Leistungssport treu und studierte als Folge Biologie und drei Jahre Sport. Leistungsphysiologie war mein Hauptinteresse, das mich vor circa 15 Jahren dazu gebracht hat, Studien zu lesen. In Folge einer Stoffwechselerkrankung gründete ich den Blog edubily und verfasste zusammen mit meinem Kollegen Phil Böhm mehrere Bücher (u. a. "Gesundheit optimieren, Leistungsfähigkeit steigern"). Ich machte meinen Abschluss in zellulärer Biochemie (BSc, 1,0) – und neben meinem hier ausgelebten Interesse für "Angewandte Biochemie", bin ich zusammen mit Phil Böhm Geschäftsführer der edubily GmbH.

1 comments On Hoffentlich im Sommer

  • Danke für den Beitrag. In einem Buch habe ich gelesen dass Sonnenbrillen die Melaninbildung hemmen da das Hirn die Info der (stärkeren) Sonneneinstrahlung übder die Augen nicht bekommt… Was sagts Du dazu und könnte das auch auf die Vit D Bildung zutreffen?
    Vielen Dank!

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