Was haben Naturvölker, Kinder, mein Hund und die menschliche Evolution gemeinsam?
Das Biochemiebuch wird nicht gebraucht. Die funktionieren einfach.
Das Gegenteil begegnet uns täglich in den Medien.
„Experten warnen.“
Auf der Strecke bleibt regelmäßig, mehr und mehr, unser eigenes Empfinden. Gleichwohl gilt: Wir haben in vielen Bereichen des Lebens erwiesenermaßen einen erstaunlich guten Riecher.
Du brauchst Vitamin A
Meine bescheidene Erfahrung ist, dass kein Ernährungsratgeber so präzise ist wie mein eigenes Körperempfinden, wenn es um Ernährung geht.
Das gilt insbesondere für das ach so schlimme Vitamin A, auch Retinol genannt.
Wir erinnern uns: „Vergiftungsgefahr“, „Überdosierung möglich“ (typisch deutsch). Daher nur ß-Carotin zuführen, hier erfolgt die Vitamin-A-Bildung regulatorisch.
Heute wissen wir: ß-Carotin alleine reicht gar nicht (hier aufgearbeitet). Weder per mg auf dem Speiseplan. Noch per Biochemie im Körper. Ergo: Nahezu jeder Mensch bräuchte eine Retinolquelle.
Wichtig: Retinol ist bis zum 3-fachen des Tagesbedarfs sogar für Schwangere sicher. So viel zum Thema.
Der Körper weiß Bescheid
Nennenswerte Quellen sind Käse, Eier, Butter, Leber. Leber ist mit Abstand die beste Vitamin-A-Quelle.
Mein Mittel der Wahl: Leberwurst. Hochwertige Bio-Leberwurst, 30 % Leberanteil. Kalkuliert macht das ca. 100 % Tagesbedarf mit 10 g Leberwurst. Einfacher geht’s nicht.
Der Trick: Jetzt ist das Körpergefühl aktiv. Der Körper lernt genau, wie viel er braucht und wann stopp ist mit Leberwurst. Die eigene Sensorik regelt das sehr genau.
Daher weiß ich, dass ich auch mal 150 g Leberwurst an zwei Tagen inhaliere. Das ist dann circa das, was ich eigentlich in zwei Wochen brauche.
Dann macht der Körper dicht für eine bestimmte Zeit. Vergiftung? Darüber kann der Körper nur müde lächeln.
Aufgaben von Vitamin A & Retinsäure
Was im Körper passiert, ist spannend. Retinol flutet als Retinylester erst mal im Blut an und die Gewebe setzen das Retinol vor Ort selbst zur Retinsäure um.
Retinsäure ist das Hormon, das aus Vitamin A entsteht. Sie hat eine enorme Vielfalt an Aufgaben, eine Auswahl:
- Haut & Schleimhäute: Vitamin A reguliert dort die Identität der Zellen. Kein Vitamin A, keine funktionsfähigen (Schleim-)Hautzellen.
- Immunsystem: Vitamin A ist tiefgreifend involviert, vor allem im Darm, wo es die orale Toleranz gegenüber Nahrungsmitteln steuert.
- Energie & Wärme: Im Winter mobilisiert der Körper seine Vitamin-A-Speicher in Fett- und Muskelgewebe, wo Retinsäure Uncoupling-Proteine anschaltet, Mitochondrien neu bilden lässt und die Fettverbrennung hochfährt (Q).
- Bauchspeicheldrüse: Vitamin A wird gebraucht, damit die ß-Zellen überhaupt normal funktionieren und genug Insulin bilden.
- Reperatur von Geweben: Vitamin A spielt durch Retinsäure eine fundamentale Rolle in der Stammzellbiologie und ist essenziell für die Geweberegeneration.
Ich bin kein Mediziner, daher merke ich das hier vorsichtig an: Retinsäure & Krebs. Sich selbst einfach mal damit befassen, wie Retinsäure die Identität der Körperzellen schützt und tiefgreifenden Einfluss auf die Immunologie hat.
Der Gesellschaft fehlt Vitamin A
Was passiert im Körper bei großem Vitamin-A-Hunger? Vielleicht brauchen bestimmte Gewebe – im Sommer vielleicht die Haut – jetzt gerade eine größere Menge Vitamin A, also Retinsäure, um sich zu reparieren.
An der Stelle frage ich mich: Was passiert in den Leuten, die keine gute Vitamin-A-Quelle mehr haben? Nicht selten, weil sie auf s.g. Experten gehört haben und nicht auf ihren Körper.
Bei denen flutet einfach kein Vitamin A an. Vielleicht ein Leben lang. Mögliche Folgen hatte ich hier einmal skizziert.
Fest steht: Für mich ist Vitamin A ein vergessenes Vitamin in modernen Ernährungen.