Ich sag’s euch wie’s ist:
Von Diäten habe ich keine Ahnung mehr.
Wie viele Bücher und wissenschaftliche Fachartikel ich schon über verschiedene „Diäten“ gelesen habe, ist nicht mehr feierlich.
Allein für die „Protein-Diät“ gibt es drölfzig verschiedene Unterformen. Seit den 80er-Jahren oder so hat jeder Autor seine eigene Protein-Diät.
Natürlich immer alle revolutionär. Man kennt’s. Einmal Instagram anmachen und staunen.
MIND-Diät ftw?
Wohlgemerkt: Diät ist nicht immer wörtlich gemeint, sondern vom englischen Diet abgeleitet, also eher sowas wie Ernährungsform.
Es gibt also so viele verschiedene Ernährungsformen, dass ich sie nicht mehr zählen kann.
Mir bisher völlig unbekannt: Die MIND-Diät. Ausgeschrieben: Mediterranean-DASH Intervention for Neurodegenerative Delay.
Wild. Da haben irgendwelche Wissenschaftler die DASH- und die mediterrane Ernährung zu einem Konzept kombiniert – gegen Alzheimer und Co.
Gesund oder nicht?
Das ist eigentlich so dumm, dass es wehtut. Also entweder ist eine Ernährung gesund, dann ist sie gesund. Das heißt, sie macht gesund.
Oder halt nicht. Dass man aber immer wieder irgendwelche Ernährungsformen kombinieren muss, damit sie irgendeine Krankheit verlangsamen oder umkehren … also diese Vorstellung ist einfach absurd.
Jedenfalls hatten Wissenschaftler um Martha Morris vor ca. 10 Jahren beobachtet, dass ältere Menschen, die sich überwiegend nach MIND ernähren, ihr Alzheimer-Risiko halbieren.
MIND: nix Neues
Die MIND-Ernährung basiert vorrangig auf Gemüse, Beeren, Nüssen, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten, Fisch, Geflügel, Olivenöl und Wein.
Erst wollte ich ein bisschen lästern. Dann ist mir aufgefallen: Das ist ja quasi meine Ernährung.
Rotes Fleisch, Butter und Margarine, Käse, Frittiertes und Süßes sowie Fastfood sollen hingegen reduziert werden.
Hmm… ich als Butter-Fan… Wie dem auch sei.
Iss einfach gesund
Ganz aktuell wurde diese tolle Ernährungsform, die für mich *die* Ernährung ist und nicht irgendeine Ernährungsform, erneut untersucht.
Vorteil: Große Gruppe, Laufzeit über ein Jahrzehnt, Hirn-Scans inklusive.
Resultat: Je stärker man sich MIND ernährt, umso langsamer atrophiert die graue Substanz des Gehirns (Informationsverarbeitung usw.).
Insgesamt kann man das Gehirn so erheblich langsamer altern lassen. Nach den Schlussfolgerungen der Autoren.
Was mich schmunzeln lässt
Das Ganze hätte es nicht hierhin geschafft, gäbe es nicht einen wichtigen Punkt, den ich spannend finde.
Während insbesondere Beeren (Polyphenole) und Geflügel (vermutlich Carnosin oder Protein) schützend waren, hat man unter den eher schädlichen Faktoren auch Vollkorn identifiziert.
Ach nein? Das Vollkornbrot doch nicht so gut? Und: Käse schnitt überraschend positiv ab. Meine französische Verwandtschaft würde müde lächeln.
Die spülen den Käse in Massen ja mit dem so gesunden Wein runter.
Chris-NL kommt
Ich kann inzwischen einfach nur noch den Kopf schütteln. Die Welt ist so dermaßen am Ertrinken in der Infoflut.
Alles ist gesagt. Und wird immer wieder gesagt. Und wieder. Was mit KI natürlich genauso und noch schlimmer … weitergeht.
Die KI macht genauso und noch schlimmer – Stichwort KI-Kollaps.
Wer es genauso und noch mehr braucht, der darf sich freuen: Bald gibt’s den Chris-NL. Immer mittwochs. Exklusiv von mir. In your face.