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Ein paar Gedanken zu „Nachhaltigkeit“

Heutzutage beobachtet man ja das Phänomen, dass viele Menschen komplett affektlabil handeln. Also, kognitiv und emotional dann auf dem Level eines Teenagers, oder darunter.

Die Welt ist komplex

Das ist das erste Phänomen. Das zweite Phänomen ist, dass Erklärbären – bisweilen auch „Faktenchecker“ genannt – die Welt in gut und böse einteilen und für scheinbar alle komplexen Probleme eine einfache Lösung parat haben. Wir haben also auf der einen Seite diejenigen, die sich für besonders schlau halten (meistens Geistes- und Sozialwissenschaftler, die über Biochemie und Umwelt schreiben) und die anderen, die alles schlucken und nur mit dem Kopf zu nicken scheinen.

Heutzutage ist das Problem für „alles“, also quasi die einheitliche Feldtheorie, das Fleisch. Fleisch macht krank, Fleisch verpestet die Umwelt, Fleisch ist für das Leid auf der Welt verantwortlich – wer Fleisch isst, macht sich bald strafbar. Wer ein bisschen „Dystopie“ haben will, der denke mal an Demolition Man.

„Back to the future“?

Ein ganzes wissenschaftliches Feld wird damit bewusst ignoriert. Nämlich jene wissenschaftliche Disziplinen bzw. das „Konsortium“ daraus, das unsere Vorfahren und die Ernährung unserer Vorfahren untersucht. Gibt man sich dem ganz neutral und offen hin, ja hört man einfach nur mal, was aus der Ecke kommt, klingt das so:

„Fleisch von kleinen und großen Tieren bot unseren Vorfahren, die genetische, physiologische und morphologische Anpassungen an den Verzehr von Fleischprodukten entwickelt haben, eine optimale Ernährung, und wir haben diese Anpassungen geerbt.

Sagen Wissenschaftler aus Australien. Die nämlich meinen, dass „die ausschließliche Betrachtung von Korrelationen zwischen Fleischkonsum und Gesundheit oder Lebenserwartung innerhalb einer bestimmten Gruppe, einer bestimmten Region oder eines bestimmten Landes zu komplexen und irreführenden Schlussfolgerungen führen kann.“

Drum untersuchte die im International Journal of General Medicine veröffentlichte Studie die allgemeinen gesundheitlichen Auswirkungen des Gesamtfleischkonsums in mehr als 170 Ländern der Welt. Heraus kam, „dass der Konsum von kohlenhydrathaltigen Pflanzen (Getreide und Knollen) nicht zu einer höheren Lebenserwartung führt und dass der Gesamtfleischkonsum mit einer höheren Lebenserwartung korreliert, unabhängig von den konkurrierenden Effekten der Gesamtkalorienaufnahme, des wirtschaftlichen Wohlstands, der städtischen Vorteile und der Fettleibigkeit.“

Wir Menschen in westlichen Ländern, vor allem wir in Deutschland („Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“), glauben stattdessen an das Perpetuum mobile (nach Karl Lauterbach: Es gibt ein Virus, mit dem man sich ständig infizieren kann, das keine Immunantwort auslöst, aber Diabetes und Demenz macht) und ignorieren fundamentale Gesetzmäßigkeit, die in jedem Lebensbereich gelten. Zum Beispiel der Energieerhaltungssatz. Heißt: Eine bestimmte Menge Energie kann nur aufgeteilt werden – die definierte Menge kann weder vergrößert noch verkleinert werden. Heißt auch: Wenn jemand keine „Energie“ hat, muss jemand anderes ganz viel davon haben.

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Eine Portion Rind kann je nach Produktionsland eine massiv andere Umweltbelastung bedeuten. Der beste Artikel zu diesem Thema bei BBC

Der Mensch is(s)t eigentlich von Haus aus nachhaltig

Im Denken um „Nachhaltigkeit“ wird das gänzlich ignoriert. Mal ein Beispiel. Abgesehen davon, dass die Treibhausgas-Emission von Tierprodukten massiv variiert und der ökologische Fußabdruck der Herstellung sogar je nach Produktionsland für ein und dasselbe Produkt substantiell gegenläufig ausfallen kann, geht es ja gewiss nicht nur um „Tierprodukte lassen so und so viele Treibhausgas-Emissionen entstehen und das ist schlimm“. Es geht vielmehr um die Gesamtheit der Gesundheit des Planeten inkl. Mensch. Also. Wenn jemand „natürlich lebt“, heißt mit einem gewissen Prozentsatz Fleisch seinen Proteinbedarf decken muss, … so aussieht:

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Aborigines decken den Großteil ihres Proteinbedarfs mit tierischen Produkten. Bis zu 45 % ihrer Kalorien stammen aus Protein, im Schnitt 100-150 g täglich – macht mehr als 500 g Fleisch pro Tag. 

Oder … so:

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Kitava-Bewohner essen zwar sehr pflanzlich, aber beziehen einen großen Teil ihres Proteins auch aus tierischen Quellen, insbesondere Meeresfrüchten. 

… oder auch so:

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Tsimane leben zwar nicht mehr gänzlich unberührt, aber auch hier gilt, dass ein großer Teil des Energie- und Proteinbedarfs aus tierischen Quellen gedeckt wird. 

… dann kann man davon ausgehen, dass er eher keine Herzkreislauferkrankungen, keinen Diabetes, keine Demenz und andere Leiden bekommt, die unsere Gesellschaft Milliarden und unfassbaren Aufwand in jeder Hinsicht kostet. Im Übrigen ist das keine Fantasie oder ein Wunschdenken, sondern Fakt: Nach Staffan Lindeberg kennen Kitava-Menschen unsere Erkrankungen nicht, Aborigines sind gesund, bis sie in die Stadt kommen und Tsimane gelten ja sogar in unserer Mainstream-Presse mittlerweile als das „gesündeste Volk der Welt„, ohne Herzkreislauferkrankungen und Demenz.

Diese Milliarden müssen wiederum irgendwoher kommen, erwirtschaftet werden. Und umgekehrt muss dieser dysfunktionale Körperzustand ja irgendwo herkommen. Der kommt aber nicht vom Fleischkonsum, sondern von …

  • Mangelnder Bewegung
  • Kalorienüberschuss
  • Fertigprodukten via Raffination
  • Nicht-Regionalität

… um nicht zu sagen, aufgeblasener, unwirtschaftlicher, ineffizienter, krankmachender Lebensweise. Eine weitere Blase des Menschen, die irgendwann – meistens mit dem Herzinfarkt – platzt. Diese Menschen auf den Bildern werden ganz sicher nicht jährlich in Urlaub fliegen, unnötigen Ramsch für die Bude kaufen, in großstädtischen Massenwohnhaltungen hausen, den ganzen Tag Süßigkeiten und Verarbeitetes fressen (sorry!), das Tier undankbar abschlachten und die Hälfte wegschmeißen, weil nur Muskelfleisch zählt. Das ist nachhaltiges Leben. 

Das Perpetuum mobile der Nachhaltigkeit

Anscheinend kommt niemand auf die Idee, dass „Treibhausgas-Emission“ (o. Ä.) nur die Spitze des Eisbergs ist, quasi ein Marker der Erkrankung, ein Symptom und nicht die Krankheit an sich. Wer so denkt, der kommt vielleicht auch auf die Idee, dass es überhaupt gar kein bisschen um Fleischkonsum an sich geht – soeben feiert das ZDFsche Terra X die Deutschen dafür, dass der Fleischkonsum auf einem dreißigjährigen Rekordtief ist –, sondern um den LEBENSSTIL der kranken Menschheit.

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Quelle: Terra X ZDF 

Butter bei die Fische, konkrete Zahlen: 25 % der weltweiten Emissionen kommen vom Essen. 50 % davon vom Fleisch. 50 % wiederum von Rind und Lamm. Wer also das „schlimmste Fleisch“, nämlich Rind, der Umwelt zuliebe meiden möchte, spart ja doch nur rund 6 % aller Emissionen ein. Das ist auf dem gleichen „schlauen“ Level wie das Tempolimit auf deutschen Autobahnen, das je nach Limit zwischen 2 und 5 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr spart. Klingt viel. Was man den Menschen nicht erzählt ist, dass Deutschland jährlich 739 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent verbraucht! Tempolimit spart also bestenfalls etwas mehr als 0,5 % CO2-Äquivalent pro Jahr ein! In meiner Sprache: Schikane.

Mit anderen Worten: Wenn du das „Massentier-Schnitzel“ (sowas bekomme ich bei Instagram geschrieben), gegen das hoch raffinierte und künstlich hergestellte Soja-Schnitzel oder den veganen Erbsenprotein-Lachs mit 25 Zutaten aus Timbuktu tauscht und dabei überhaupt nicht siehst, dass du ja immer noch Teil des kranken Industrie- und Marketing-Apparats bist –, hast du einfach nix verstanden.

Zeitgleich isst du wie ein Herbivore, der es im Gegensatz zu dir schafft, alle nötigen Bausteine für das Funktionieren des eigenen Körpers aus Pflanzen herzustellen – dabei bist du ein Mensch (!), der „genetische, physiologische und morphologische Anpassungen an den Verzehr von Fleischprodukten entwickelt hat“, sprich gerade den Herbivoren nimmst, um deine Ernährung so viel wertvoller und nährstoffreicher, also effizienter, zu machen. Wenn du das nicht mehr isst, musst du ja wieder ergänzen, sehr viel mehr (pflanzliches) Protein für die gleiche Wirkung im Körper essen oder … du schließt dich der Reihe der krank werdenden Menschen in diesem Land an, weil du deinen Körper mangelversorgst.

Du hast das Problem nicht beseitigt, sondern nur verschoben, in ein anderes Feld. Aus den Augen, aus dem Sinn. Du glaubst damit an das Perpetuum mobile der Nachhaltigkeit. Komplettes ver(w)irrtes Denken – und zu allem Überfluss auch noch maximal unwissenschaftlich.

 

Der Text ist von mir, Chris Michalk. Fast zwei Jahrzehnte war ich dem Leistungssport treu und studierte als Folge Biologie und drei Jahre Sport. Leistungsphysiologie war mein Hauptinteresse, das mich vor circa 15 Jahren dazu gebracht hat, Studien zu lesen. In Folge einer Stoffwechselerkrankung gründete ich den Blog edubily und verfasste zusammen mit meinem Kollegen Phil Böhm mehrere Bücher (u. a. "Gesundheit optimieren, Leistungsfähigkeit steigern"). Ich machte meinen Abschluss in zellulärer Biochemie (BSc, 1,0) – und neben meinem hier ausgelebten Interesse für "Angewandte Biochemie", bin ich zusammen mit Phil Böhm Geschäftsführer der edubily GmbH.

13 comments On Ein paar Gedanken zu „Nachhaltigkeit“

  • Danke! Immer wieder eine Wohltat, eure Artikel, selbst die Kommentarspalten sind um einiges ergiebiger als vermeintlich achso fachliche Beiträge x anderer Quellen..

  • Ja aber wenn es um das Thema Fleisch und Nachhaltigkeit geht, muss man mehr Aspekte als die Co2 Emissionen betrachten. Weltweit steigt der Fleischkonsum stetig und China hat seinen Höchststand wahrscheinlich noch längst nicht erreicht. Wenn für Soja und Mais als Futter weiterhin der kleine Rest des übrigen Regenwaldes abgeholzt wird, wirkt sich das wiederum auf das Klima und Artensterben aus. Und was das wirklich für die Welt bedeutet ist wohl den wenigsten bewusst. Und nachhaltiges Bio-Fleisch kann gar nicht mehr die gesamte Bevölkerung ernähren, weil es viel mehr Platz benötigt und es sich die wenigsten leisten können.
    Ich sehe den Punkt, dass Fleisch nicht durch Sojaschnetzel ersetzt werden kann und sollte und dass das gesamte Verhalten der Menschen das Problem ist aber sich bei der weltweiten Entwicklung des Fleischkonsums täglich für Fleisch zu entscheiden sehe ich als sehr egoistisch.

    • Du betest halt komplett das bekannte Narrativ runter. Dazu sei so viel gesagt: Wir in Europa werden den Fleischkonsum in Asien nicht verändern. Punkt 1. Punkt 2 ist, dass der Fleischkonsum endlich skaliert, nicht unendlich. Er ist strikt mit der Bevölkerungsexplosion auf der Erde in den letzten sechzig Jahren korreliert. Es ist schade, dass Menschen einfach sehr sehr linear denken. In Deutschland wird aktuell halb so viel Fleisch gegessen wie noch vor sechzig Jahren. Die Untergrenze dessen, was möglich ist, bevor es ungesund wird, ist bald erreicht.

  • 100 Prozent genau meine Denkweise. Hoffentlich lesen diesen Blog genügend Leute, um genau solches Wissen bzw. Hinterfragen weiter zu geben.

  • Danke für diesen Artikel. Und jetzt bitte nochmal CO2 und die vermeintliche Wirkung aufs Klima genau anschauen ;-) traue ich euch zu.

    • Was willst du uns sagen? Dass die Erdbevölkerung mit der CO2-Menge korreliert oder wie?

      • Ich vermute eher, gemeint ist, dass die derzeitigen Klimaveränderungen nur bedingt mit der CO2-Konzentration in der Atmosphäre korrelieren.
        Ist aber etwas am Thema vorbei, weil ‚„Treibhausgas-Emission“ (o. Ä.) nur die Spitze des Eisbergs ist‘.

        • Ah, korrekt. Ist insofern aber irrelevant, da man ohne Frage akzeptieren muss, dass der Mensch in vielerlei Hinsicht Ökosysteme stört und kaputt macht. CO2-Wirkung auf Klima ist dabei eher zweitrangig in meinem Verständnis.

  • @ Daniel, nicht der Fleischkonsum ist das Problem, sondern DER MENSCH. Schau doch mal Grafiken zum CO2 Ausstoß an und leg‘ sie neben eine Grafik zur Bevölkerungsentwicklung. Fällt Dir was auf?
    Den Kiddies, die CO2 Reduktion fordern, sag ich: „hört auf zu amten“. Doch selbst das würde das Problem nicht lösen. Denn wenn z.B. alle Deutschen in Deutschland nun kollektiven Selbstmord begehen würden, dann hätten wir zwar eine sofortige CO2 Reduktion um ca. 2% des weltweiten Ausstoßes. (Die Gäste wären natürlich nicht so blöd, da mitzumachen). Da wir nur ca. 1% der Weltbevölkerung ausmachen, heißt das, wir verbrauchen ca. doppelt so viel wie der Durchschnitt. Die Weltbevölkerung wächst aber jährlich um ca. die Zahl, die wir Deutschen ausmachen, also wäre der Effekt nach zwei Jahren egalisiert, wenn der Zuwachs so viel CO2 ausstößt, wie der Durchschnitt, um spätestens vier Jahre, wenn er nur halb so viel ausstößt, wie der Durchschnitt. Was wäre also gewonnen? Egal welche Maßnahmen wir in D ergreifen (unsinnige Energiewende, etc.), der weltweite CO2 Ausstoß wird 2030 höher sein, als 2022, weil bis dahin über 500 Mio. mehr Menschen auf unserem Planten leben werden als jetzt. Und die wollen Alle atmen, essen, es warm haben, etc. Und das geht nur durch energieintensive und umweltstrapazierende Maßnahmen. M.E. kann jeder nur für sich „nachhaltig“ leben, indem er versucht, keine Ressourcen zu verschwenden. Das ist gut für’s eigene Gewissen, aber das CO2 Problem wird nicht durch „Verzicht auf Fleisch“ gelöst, wie Chris richtigerweise ausgeführt hat, auch wenn er einen anderen Ansatz hat, als ich 😉

  • Der Artikel ist sooo wahr!!! Danke!

  • Danke Chris – genau so wie von Dir beschrieben ist es.
    Mein Lieblingsbeispiel – ca. 2% des Gewichtes aller Waren im Supermarkt sind Plastik. Verpackungen aller Art – Tara halt. Warum ? Ohne dieses Plastik gäbe es keine Supermaerkte – das Supermarkt-System würde sofort kollabieren !! Denn ohne dieses Plastik gäbe es keine Auswahl, keine Kleinstpackungen, keine Haltbarkeit. Plastik ist die Voraussetzung für die verschwenderische Welt in der wir leben, kaum ein Produkt das ohne Plastik-Verpackung auskommt.
    Vor allem die Vielfalt ist ein Plastiktreiber – genau betrachtet sind 95% der Produkte unnötig. Aber welche Familie will schon zurück zu 5 Wurstsorten statt 36, zu einer Sorte Milch statt 20, mit Wasserstoffperoxyd & Co reinigen statt mit einer Vielzahl von Tabs, Meister Propper usw usw.
    Es ist also der Supermarkt-Lifestyle – alles zu jeder Zeit kaufen können in x-facher Auswahl von x Herstellern – der ein gravierendes Plastik-Problem erzeugt. Doch das anzuerkennen – mit all seinen Konsequenzen – ist keinesfalls im Interesse derer die daran verdienen. Es waere auch hoechst unpopulär das anzuerkennen, denn nur eine Minderheit der Bürger wäre bereit die Konsequenzen mitzutragen.
    Die Lösung ? Den Leuten wird eingeredet, dass nur die Strohhalme & Plastiktüten das Problem sind und der Pazifik wieder plastikfrei wird, wenn sie darauf verzichten. Naja – Strohhalme & Tüten machen vielleicht 0,001 Promille des Plastiks im Supermarkt aus, trotzdem glauben die Leute mit religiösem Eifer, dass die Welt plastikfrei wird, wenn sie darauf verzichten. Egal – alle haben gewonnen: Die Industrie, die Supermärkte und – ja – die Mehrheit der Menschen die sich nur gut und anderen überlegen fühlen, aber nicht wirklich etwas ändern wollen.
    Solange Menschenheit sich diesen und anderen Irrsinn einreden lässt und nicht mal auf die Idee kommt selbst zu denken, zu hinterfragen, sich zu informieren – z.B. im Plastikatlas der Böll-Stiftung – hat die Welt keine Chance.
    Manipulierte Gutmenschen waren schon immer die gefährlichste Spezies Mensch. Einmal manipuliert, sind sie im Glaubensmodus, ein solidarisierter Mob, der für Argumente nicht mehr zugänglich ist. Jeder Krieg, jede Greueltat wie Hexenverbrennungen usw. findet hier seinen Anfang. Ob es uns passt oder nicht – sogar Stalin, Pol Pot und Hitler glaubten Gutes zu tun, ebenso wie all die von ihnen manipulierten Gutmenschen die ihnen folgten. Obwohl wir wissen wie das ausging, haben wir nicht gelernt. Immer wieder gelingen die absurdesten Manipulationen der Mehrheit der Menschen – mit immer wieder katastrophalen Folgen.
    Die Grünen der ersten Stunde waren ganzheitlich denkende Menschen, Querdenker par Excellence. Wir haben damals verstanden dass sich ohne Änderung unseres gesamten ‚modernen‘ Lebens rein gar nix veraendern wird. Fokus lag auf Leben in Ecosystemen statt deren Plünderung, Effizientere Produktionsprozesse, ökologische Materialien, … Weniger individueller Verbrauch – z.B. durch hochwertige statt viele Nahrungsmittel …Mehr Menschen-, Tier- und Pflanzenschutz ….

  • Danke fuer den Beitrag. Hauptproblem ist mMn nicht, dass Fleisch gegessen wird, sondern wie viel. Es ist doch sicherlich zumutbar und ausreichend fuer eine ausgewogene Ernaehrung, 2-3x die Woche qualitativ hochwertiges Fleisch zu essen (idealerweise gepaart mit den restlichen Teilen des jeweiligen Tieres – DGE Empfehlung von 300 – 600g Fleisch).
    Die Tatsache, dass 50% der CO2 Emissionen unserer Lebensmitteln auf Fleisch zurueckfallen finde ich schon sehr bedenklich und zeigt grosses Einsparungspotential.
    Zumal die CO2 Emissionen nur ein Faktor sind – neben der Erosionsanfaelligkeit, Wasserverschmutzung, schwindende Artenvielfalt etc.
    Die leicht abgetanen 6% theoretisches Einsparungspotential finde ich doch substantiell – was waere denn dann eine lohnenswerte Moeglichkeit der CO2 Einsparung? Einzelne einstellige Einsparungsmassnahmen summieren sich schliesslich auf – wir werden auch in anderen Sektoren (zB. Verkehr, 25% aller weltweiten Emissionen) keine mehrstelligen Einsparungen in kurzer Zeit erreichen.

    • Ja, aber der Punkt ist ja, dass du wieder nur das Augenscheinliche fokussierst. Du veränderst eine Variable in einer riesig komplexen Gleichung, und glaubst dann, dass andere Variablen, die sich auch negativ auswirken, gleich bleiben, sprich die Gesamtsituation besser wird. Aber der Artikel soll doch genau das Gegenteil darlegen. Wenn jemand mit gänzlichem Fleischverzicht irgendwas einspart – was netto sowieso nur sehr wenig ist –, MUSS irgendwas anderes schlechter werden. Das wird aber ausgeblendet und stattdessen in Greenwashing-Manier suggeriert, dass jeder ohne Probleme statt Fleisch halt Soja essen kann und alles wird gut. Das ist viel, viel zu unterkomplex gedacht. Und genau davon handelt der Artikel. Also wenn jetzt wieder nur scheinbare Reduktionswerte diskutiert werden, ist ja nicht verstanden, um was es geht. Der Mensch ist ein komplexes Wesen, sein Verhalten, seine Auswirkungen sind komplex. Bestimmte Personengruppen verhalten sich anders, mit unterschiedlichen Auswirkungen in verschiedenen Lebensbereichen. Einfach Fleisch aus der Gleichung zu nehmen und dann zu erwarten, dass alles besser wird, ist einfach vollkommen unzureichend.
      BTW: Der Fleischkonsum hat sich in den letzten 30-40 Jahren fast halbiert. Irgendwann erreicht man eine Untergrenze, an der es ungesund wird. Ich denke, die rückt immer näher.

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