zwillingsstudie netflix

Die neue Zwillingsstudie

Kennst du schon die neue Zwillingsstudie, die die Runde macht? Angeblich soll man das Experiment aktuell in Netflix bestaunen können ;-) Die Ergebnisse aus der Studie – also nur die Ergebnisse, ohne Blabla außenrum – schauen wir uns hier mal gemeinsam an.

Nimm dir ein bisschen Zeit und ein Teechen.

Um was geht’s?

Hübsche Idee: Forscher haben 21 eineiige Zwillingspaare rekrutiert und die Zwillinge jeweils in eine vegane und mischköstliche Gruppe eingeteilt.

Das ist gut, weil hier automatisch für die Faktoren Genetik und Sozioökonomie adjustiert ist, da die Zwillinge, lt. Studie, sehr ähnliche Leben führen.

Beide Gruppen wurden dann vier Wochen lang vom Essensdienst mit veganer oder mischköstlicher Kost beliefert. Im Anschluss durften sie sich vier Wochen lang selbstständig vegan bzw. mischköstlich – je nach Gruppenzugehörigkeit – ernähren.

Das Studiendesign
Das Studiendesign

Natürlich wurden sie während der Studiendauer gut betreut und sie waren dazu aufgefordert, möglichst gesund zu essen. Die Mischköstler-Gruppe sollte mindestens etwa 200 g Fleisch oder Fisch, ein Ei und 1,5 Portionen Milchprodukte pro Tag zuführen.

  • Das durchschnittliche Alter lag bei knapp 40 Jahren.
  • Es waren deutlich mehr Frauen als Männer an der Studie beteiligt (77 % vs. 23 %).
  • Die Probanden waren mit ØBMI von 26 einigermaßen normalgewichtig (wichtig!).
  • Anhand der kardiometabolischen Kennzahlen waren die Probanden (noch) gesund.

Nach der Intervention, kommen die Autoren der Studie zum Schluss:

In dieser randomisierten klinischen Studie über die kardiometabolischen Auswirkungen einer omnivoren gegenüber einer veganen Ernährung bei eineiigen Zwillingen führte die gesunde vegane Ernährung im Vergleich zu einer gesunden omnivoren Ernährung zu besseren kardiometabolischen Ergebnissen.

Heißt also: Die vegane Ernährung zeigte positivere Effekte auf Herzkreislauffunktion und den Energiestoffwechsel als die mischköstliche Ernährung.

Oder?

pad me LDL

Die vegane Ernährung senkt LDL

Die Wissenschaftler nutzten als Primärergebnis das LDL-Cholesterin. Das war also Hauptaugenmerk – und der Aufhänger der Studienmessage.

Der lag in der veganen Gruppe nach der achtwöchigen Studiendauer bei 95,5 mg/dl und der mischköstlichen Gruppe bei 116,1 mg/dl. Vergleicht man die Gruppen direkt, haben die Veganer also ein 18 % niedrigeres LDL-Cholesterin. Vergleicht man ab der Baseline, sinkt der LDL-Cholesterinspiegel unter veganer Ernährung um 12 %.

Aber… Hat das Ergebnis überhaupt irgendeine Aussagekraft?

  1. LDL-Wert zwischen 100-120 mg/dl sind völlig normale Werte – nach kardiologischen Fachgesellschaften wie der ESC und der EAS hätten vermutlich alle Probanden der Kohorte hier keinen Handlungsbedarf (Statine), da es sich ganz offenbar um kardiometabolisch Gesunde handelte. Erst bei mehreren Risikofaktoren sollte LDL-C unter 116 bzw. 100 mg/dl gedrückt werden (Q). Wirkung fraglich, denn:
  2. LDL-C ist kein starker Marker (mehr). Lange Zeit wollte die Forschung LDL unbedingt als den Marker, ja die Ursache für Herzkreislauferkrankungen, vor allem Herzinfarkte, etablieren. Nach wie vor gilt LDL als wichtiger Marker, aber die Studienergebnisse mit Blick auf Herzkreislauferkrankungen sind einfach zu heterogen und schwach (z. B. Q, Q, Q, Q, Q). Hinzu kommt, dass niedrige LDL-Werte immer mit einer erhöhten Gesamtsterblichkeit assoziiert sind, während auch hohe LDL-Werte kaum Korrelation zu Krankheiten zeigen und selten zu einer Erhöhung der Gesamtsterblichkeit führen – obwohl der Tod durch Herzkreislauferkrankungen die wichtiges Todesursache in westlichen Ländern ist (Q, Q, Q).
  3. Es gibt nicht das LDL. Oxidiertes LDL ist definitiv schädlich, genau wie das „kleine, dichte“ (small dense) LDL (Pattern B) – „groß, flauschig“ (large fluffy) ist wesentlich harmloser (Pattern A). Differenziert wird nicht. (Vgl. Q)
  4. LDL ohne HDL und Trigs ist wertlos. In der Studie hat die mischköstlich ernährte Gruppe ein 13 % höheres HDL – dafür hat die vegane Gruppe 5 % weniger Triglyceride im Blut. Der Trigs/HDL-Quotient – „ein ausgezeichneter neuer Risikomarker“ für kardiometabolische Erkrankungen (Q) – ist bei der Mischköstler-Gruppe folglich besser (1,5 vs. 1,7) – beide liegen aber im Low-risk-Bereich <2. (Vgl. Q, Q, Q)
  5. LDL/HDL-Ratio beachten. HDL in Bereichen von ca. 50-70 mg/dl wirkt stark protektiv. Daher kann man sich auch das Verhältnis von LDL/HDL anschauen, das bestensfalls unter 2 liegen sollte. Auch hier schenken sich die Gruppen nix – vegan: 1,7 vs. mischköstlich: 1,8. (Vgl. Q)
  6. LDL-C reagiert auf gesättigtes Fett. Langkettige gesättigte Fette senken die LDL-Rezeptordichte auf den Geweben – das erhöht die LDL-Blutspiegel (Q). Die vegane Gruppe halbierte ihre Zufuhr an gesättigten Fetten. Das könnte man aber leicht auch mit mischköstlicher Ernährung erreichen (➔  Lean, green, marine) und ist daher kein Exklusivmerkmal einer veganen Ernährung (Q). Weiter gedacht: Die Korrelation zwischen Zufuhrmenge an gesättigten Fetten und Herzkreislauferkrankungen ist bestensfalls schwach oder gar nicht vorhanden – siehe hierzu z. B. die riesige PURE Study (The Lancet, 2017).
  7. Weniger LDL durch Gewichtsverlust. LDL sinkt unter Kalorienrestriktion (Q). Die vegane Gruppe führte 15-20 % weniger Kalorien zu als vorher. Das ist eine erhebliche Kalorieneinschränkung, die man gemeinhin bei Diäten sieht. Spätestens ab hier lässt sich die Wirkung einer Ernährungsform nicht mehr sauber von der Wirkung einer Kalorienreduktion separieren.

Kurzum: Die achtwöchige vegane Ernährung bei eineiigen Zwillingen hat auf Basis des Primärergebisses der Studie (LDL-Cholesterin) keinen wesentlichen Einfluss auf „kardiometabolische Outcomes“.

Sterblichkeit LDL
Große Studien wie die Copenhagen General Population Study (A, links) oder NHANES 1999-2014 (B, rechts) zeigen, dass die niedrigste Gesamtsterblichkeit bei LDL-Werten von 130-140 mg/dl erreicht wird – wesentlich höher als Werte, die in der Kardiologie als Referenz genutzt werden, um das Risiko für Herzinfarkte zu senken (min. <116 mg/dl). 

Wie sieht’s mit den Sekundärergebnissen aus?

zwillingsstudie ergebnisse
Primär- und Sekundärergebnisse beider Gruppen. 

Neben dem Hauptaugenmerk der Studie, LDL, wurden weitere Werte erfasst, die sich unter den Ernährungsinterventionen veränderten.

  • Der HDL-Wert ging unter veganer Ernährung, wie angemerkt, zurück. 

Gleichwohl liegt der HDL-Wert beider Gruppen – vegan: 56,3 mg/dl; mischköstlich: 63,7 mg/dl – im schützenden Bereich von ca. 50-80 mg/dl. (Vgl. Q, Q)

  • Triglyceride waren unter veganer Ernährung um 5 % niedriger als in der mischköstlichen Gruppe. 

Keiner Erwähnung wert. 5 % liegt schon im Bereich der Tagesschwankung und ist so keine physiologischen Einflussgröße.

  • Vitamin B12 sinkt bei der veganen Gruppe. 

Keine Überraschung. Die Vitamin-B12-Zufuhr ging – dokumentiert – im Laufe der Intervention bei der veganen Gruppe zurück. Er liegt am Ende 5 % unter dem Mischköstler-Wert. Beide Werte aber noch voll ok.

Holo-Transcobalamin (aktive B12-Form) wurde nicht gemessen, schade. Ansonsten: Veganer supplementieren eh oft B12, also geschenkt.

  • Glukose und Insulin niedriger unter Veganismus. 

Wichtiger Punkt. Die Glukose-Werte sind 1,5 % niedriger unter Veganismus vs. unter Mischkost. Insulin ist um 25 % niedriger unter veganer Ernährung.

Wir reden von Werten um 10-14 μIU/mL – wünschenswert wären Werte unter 10. Alles über 10 ist schon auffällig und grenzwertig insulinresistent. Bei >20 μIU/mL wäre man ziemlich sicher diabetisch. (Vgl. Q)

Diese Werte reflektieren den leicht über Normalgewicht liegenden ØBMI (26) der Studienteilnehmer. Der Nüchterninsulinwert hängt sehr vom Körperfettanteil ab, daher sinkt der Wert auch drastisch unter Gewichtsverlust.

Dass das Insulin unter veganer Ernährung sinkt, hängt eng damit zusammen, dass die vegane Gruppe über die gesamte Studiendauer etwa 15-20 % weniger Kalorien zu sich nahm als zu Beginn der Studie. Das spiegelt sich auch im Gewichtsunterschied der eineiigen Zwillinge um 2 kg wider.

  • Das böse TMAO steigt unter Mischkost an.

Nachdem LDL als ursächlicher Risikomarker weitestgehend ausgedient hatte, fand man einen neuen: TMAO. TMAO soll die Gefäßfunktion und den Energiestoffwechsel beeinträchtigen. TMAO kann im Körper aus Carnitin und Cholin (beides reichlich in Tierprodukten) gebildet werden.

TMAO je Lebensmittel
TMAO-Werte in Probanden, die entweder rotes Fleisch (viel Carnitin, Cholin), Fisch oder nichts von beidem verzehrten (Q). 

Leider führt die Zufuhr über echte Lebensmittel meistens nicht oder kaum zur TMAO-Erhöhung (s. Abb. oben und hier). Stoffwechselstörungen wie Insulinresistenz und Diabetes bzw. Fehlfunktionen der Niere können TMAO aber erheblich (2-10fach) ansteigen lassen (Q, Q). Umgekehrt scheint eine „hypokalorische Diät und sportliche Betätigung bei der Reduzierung von TMAO wirksam zu sein“ (Q).

Drum kommt eine wichtige mechanistische Studie zum Schluss (Q):

Diese Daten legen nahe, dass … TMAO … die lang gesuchte(n) Verbindung(en) zwischen Insulinresistenz und den verschiedenen Komponenten des metabolischen Syndroms sein könnte(n) (inkl. Herzkreislauferkrankungen)

Dass TMAO also nicht entkoppelt von der Gesundheit des Körpers gesehen werden kann, zeigt sich auch daran, dass Fisch natürlicherweise hohe TMAO-Mengen aufweist und der Fischkonsum TMAO um den Faktor 12 ansteigen lassen kann (s. Abb. oben). Spanier müssten demnach frühzeitig ableben… (mehr dazu hier)

Die vegane Gruppe der Studie hat ein um 40 % niedrigeres TMAO. Klingt gut, doch was ist die physiologische Bedeutung? Vermutlich keine. Beide Gruppen liegen im völlig normalen, risikoarmen TMAO-Bereich von unter 5 (vgl. Q; s. Abb. unten).

TMAO und MACE.png
TMAO-Werte bis 5 μM sind völlig normal und kein „Risikofaktor“ für Herzkreislauferkrankungen – meint eine erste größere Meta-Analyse zu dem Thema (Q). 

Fazit: Von Effektstärke und Aversion

Statistische Signifikanz und Effektstärke muss man gut auseinanderhalten. Eine Intervention kann den IQ bei Kindern statistisch signifikant um 3 Punkte erhöhen – jeder weiß, dass das aber keinen Einstein macht und eine IQ-assoziierte Lernbehinderung nicht in den Normalbereich verschiebt.

Genau das sehen wir in dieser Studie: Statistisch signifikante Unterschiede, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ohne Relevanz für das eigene Gesundheitsrisiko. Dafür liegen die Zwillinge einfach noch zu nahe beisammen.

Stattdessen rückt die wichtigste Limitation der Studie ins Spotlight: Wer will separieren zwischen den Effekten einer Ernährungsform und jenen der hier beobachteten Kalorienrestriktion und dem daraus folgenden Gewichtsverlust?

Der Senior-Autor, Christopher Gardner, nach eigener Aussage selbst Quasi-Veganer, gibt bei Sciencedaily immerhin zu:

Die veganen Teilnehmer (und in gewissem Maße auch die Omnivoren) taten laut Gardner die drei wichtigsten Dinge, um die kardiovaskuläre Gesundheit zu verbessern: Sie reduzierten die gesättigten Fette, erhöhten die Ballaststoffe und sie nahmen ab.

Interessant dürfte jedoch die Frage sein, warum erheblich weniger Kalorien in der veganen Gruppe zugeführt wurden. Antwort liefert die Studie selbst:

vegane ernährung kein bock
Keinen Bock auf Vegan :-) 

Kurzum: Nur eine einzige Person (von 21 in der veganen Gruppe) würde die vegane Ernährung weiterführen. Obwohl die Probanden sicher mit dem besten veganen Essen versorgt waren.

Immerhin 90 % würden einige Prinzipien der veganen Ernährung in den Alltag übernehmen. Gesundmachende Kernprinzipien einer jeden Ernährungsform zu übernehmen, erachten auch wir als sinnvolles Ziel (z. B. hier).

Halten wir fest: Dass eine vegane Ernährung zu „besseren kardiometabolischen Ergebnissen“ führt als eine gesunde Mischkost – z. B. edubily-like –, sehe ich leider nicht. Aber irgendwie müssen Ergebnisse ja auch immer zum Narrativ passen – und Geld lässt sich damit ja auch wunderbar verdienen.

gardner
Senior-Autor der Studie, Christopher Gardner, freut sich über die Netflix-Doku, die seine Studie featurt. In der Studie heißt es: „Dr. Gardner berichtete, dass er außerhalb der eingereichten Arbeit finanzielle Mittel von Beyond Meat erhalten hat.“ 

 

Der Text ist von mir, Chris Michalk. Fast zwei Jahrzehnte war ich dem Leistungssport treu und studierte als Folge Biologie und drei Jahre Sport. Leistungsphysiologie war mein Hauptinteresse, das mich vor circa 15 Jahren dazu gebracht hat, Studien zu lesen. In Folge einer Stoffwechselerkrankung gründete ich den Blog edubily und verfasste zusammen mit meinem Kollegen Phil Böhm mehrere Bücher (u. a. "Gesundheit optimieren, Leistungsfähigkeit steigern"). Ich machte meinen Abschluss in zellulärer Biochemie (BSc, 1,0) – und neben meinem hier ausgelebten Interesse für "Angewandte Biochemie", bin ich zusammen mit Phil Böhm Geschäftsführer der edubily GmbH.

15 comments On Die neue Zwillingsstudie

  • Dankw für die ausführlich Erläuterung, die wieder mal zeigt, dass solche Studien vom gewünschten Ergebnis her betrachtet werden. So wie die Justitia bei der Beurteilung von Sachverhalten blind gegenüber den Parteien sein sollte (also unparteiisch), so sollte die Wissenschaft auch blind gegenüber den gewünschten Resultaten sein (unparteiisch). Mich würde mal interessieren wie metabolisch gesund der veganistische Initiator dieser Studie ist. Dem Foto nach zu urteilen scheint Christopher Gardner über eine mehr als ausreichende Quelle viszeralen Fettes zu verfügen. Würde man aus dieser anektotischen Inzidenz nun eine Empirik zaubern, könne man auch zu dem Schluß kommen, dass Veganismus zu vermehrtem Bauchfett führt. Dass das wissenschaftliuch gesehen Unsinn ist, versteht sich natürlich von selbst.

    • Danke, guter Kommentar!
      Es ist nur leider so, dass Studien nicht den Anspruch haben, objektiv zu berichten. Das, was (meistens ;-) objektiv ist, ist die Datenerfassung. Alles drumherum, die „Story“ der Studie, ist es aber nicht. Daher sollte man nicht alles glauben, was einem Autoren von Studien erzählen.

  • Danke für die Ausarbeitung. Sehr interessant. Ich habe tatsächlich die Netflix Miniserie dazu gesehen. Ich tatsächlich war nur etwa ein Drittel der Zeit auf die Zwilliingsstudie verwendet worden. Es wurde viel das Thema überall zu viel Fastfood und die scheinbar allgmein schlechte Ernährungssituation in Einkommensschwachen Regionen und viel das Thema Massentierhaltung oder auch alternative Nahrungsmittelproduktion und co. beschrieben. Aber auch das fand ich garnicht mal schlecht gemacht. Wobei ich dachte ja, das hab ich vor 20 Jahren schon fast so bei uns im Fernsehen gesehen…ob die Amerikaner diese Art Aufklärung wirklich noch brauchen?

    Zu den Zwillingen. Ich fand es interessant, das gezeigt wurde wie gemessen und gewertet wurde. Es wurden die Mankos , wie die zu kleine Personengruppe, nicht verschwiegen. Und auch der Punkt, dass praktisch alle veganer Muskelmasse verloren haben, trotz zusätzlichem Trainig, wurde thematisiert. Also als Doku, die ein paar Leute zum Nachdenken anregen könnte, volle Punktzahl….zur Studie an sich, verlass ich mich auf eure Meinung.

  • Sorry wegen dem dicken Finger.. 🙏

  • Danke für deine super Aufarbeitung! Hatte mir schon die erste Folge angesehen! Waren ja auch Probanten dabei, die vegan unterwegs waren, wobei man sich so seine Gedanken machen durfte.. Erst recht als man sehen durfte, was sie gekocht haben..
    Ich hab mir auch den gamechanger von Schwazenegger/ Jackie Chan angesehen! Da ust es mir schwer gefallen, due Defizite der Oräsebtation zu erkennen.. Kannst du mir da mit Fachwissen weiterhelfen?

  • Vielen Dank! Dieser Artikel hat mir 4 Folgen und somit viel Zeit gespart! Wobei ich mir die erste Folge auf Netflix schon halb angesehen habe. Den darin gemachten allgemeinen Aussagen kann man eigentlich nur zustimmen. Die heutige Ernährung (nicht nur in den USA) sei schließlich viel zu Makronährstoff-lastig mit teilweise zu hohen Anteilen von industriellen Nahrungsmitteln oder gar Fast-Food. Es ist rauszuhören, dass die meisten Zwillinge bereits gemerkt haben, dass ihre bisherige Lebensweise (Fertiggericht auf, in 3 Minuten fertig) nicht optimal war.

    Aber auch wenn diese Studie meiner Meinung nach zu den „guten“ gehört, finde ich es schade, dass diese mal wieder in das Schema „Vergleich von Nährungsform A (klassisch/verpönt) mit Extrem-Ernährungsform B (hier: Vegan) fällt“. So bleibt bei der Masse mal wieder hängen, dass Fleisch- und Milchprodukte böse sind. Hier wäre es einfach zu schön gewesen, wenn die Mischkost und Vegane Ernährung zusätzlich mit einer dritten Variante verglichen worden wäre, die einen realistischen Anteil an „böser“ Tiefkühlkost und Fast-Food hat…

    • Ja, es ist keine „Schrottstudie“, aber sie hat eine konstruierte Message. Man hat durch den Schwerpunkt (LDL) auch bewusst einen Zirkelschluss provoziert, da es lange bekannt ist, dass LDL unter veganer Ernährung sinkt. Dann hat man seltsamerweise noch TMAO dazu genommen, von dem klar war, dass es leicht ansteigen wird, wenn man Fisch und Fleisch in der Nahrung hat vs. rein pflanzlich. Dadurch lässt sich halt relativ einfach ne Story mit bestimmtem Narrativ basteln.

      Auf Thema Gewichtsverlust wurde kaum eingegangen. Ein spezielles Augenmerk auf eine wirklich optimierte Mischkost wurde auch nicht gelegt. Und wichtige Parameter und Marker wie Homocystein, Taurin oder der Omega-3-Index, die nachweislich unter Veganer Ernährung schlechter werden, hat man gar nicht erfasst, obwohl sie in derselben Liga wie z. B. TMAO spielen.

      Dass der Chef-Autor selbst nahezu vegan lebt und von Beyond Meat bezahlt wird und dass die Doku dann auch noch den streitbaren Dr Greger ins Spiel bringt, zeichnet halt ein ganz klares Bild, das dann eher wieder in Richtung Aktivismus geht.

  • Richtig geil geschriebener Artikel mit der Ankündigung im Titelbild und dann dem trockenen Finanzierungshinweis ganz unten zum Abschluss! x-D

  • Herrlich diese Anglizismen. Über der Antwortbox steht „Leave a Antwort“.😁
    Ich habe das lustiger weise gesehen, weil ich gerade schreiben wollte: „Featurt“ ist kein korrektes Englisch, das wäre „featured“. Wenn ihr Bock auf Deutsch habt, dann könnte man auch „angepriesen“ schreiben. Aber mit richtigen Deutsch könnten natürlich auch wieder einige Leser überfordert sein. 😁

  • Scheint ein Experiment für die Tonne zu sein, wenn beide Gruppen eine unterschiedliche Energieaufnahme hatten. Gibts da Infos darüber wie die Makroverteilung war? Vermutlich dann auch unterschiedlich wenn die Ihr Essen auswählen konnten. Und es wäre noch interessant gewesen ob beim Gewichtsverlust der Veganer vornehmlich Muskelmasse oder Fett weniger wurde.

    • Nicht für die Tonne, die Aussage der Studie ist aber eine andere.
      Die Makroverteilung war ähnlich, mit dem Unterschied, dass Veganer etwas mehr Kohlenhydrate und weniger Protein zugeführt haben.
      Eine Analyse der Körperzusammensetzung wurde nicht gemacht.

      • In der Netflix-Serie wurden für die dort gezeigten Zwillinge (4 Paare) Werte zur Körperzusammensetzung besprochen, u.a. dass die veganen Teilnehmer überwiegend Muskeln abgebaut haben – trotz angeleitetem Fitnessprogramm. Leider sind diese Ergebnisse nicht in der Studie zu finden und damit nicht für alle Teilnehmenden nachvollziehbar.

        • Das wundert mich nicht und entspricht meiner Erfahrung mit Veganen Ernährung, obwohl ich mindestens 200g Eiweiß gegessen habe. Das sollte hier zwar keinen Überraschen, allerdings sieht das in der Allgemeinbevölkerung vollkommen anderes aus.

          Aber gut ist ja auch kein Wunder der Normalo ernährt sich ja auch hauptsächlich von Kohlenhydraten und Fett und wundert sich warum die Waage nur eine Richtung kennt.

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