Alte Studien sind die besten Studien. Das wiederhole ich gerne.
Damals hatte man offenbar nicht den Drang, alles professoral zu verklausulieren. Damals wollte man einfach wissen. Daher waren die Experimente simpel und erstaunlich aussagekräftig.
Insulin braucht man schon
Nun geht es um Insulinresistenz. Heißt: Insulin wirkt nicht mehr gut an den Zielzellen, in erster Linie am Muskel. Dieser relative Insulinmangel an den Geweben macht krank.
Denn Insulin wirkt in richtigen Dosen wie Balsam für unsere Zellen. Außerdem brauchen wir Insulin, damit der Zucker, den wir essen, auch dort ankommt, wo er umgesetzt wird – also im Muskel (oder im Gehirn…).
Insulinresistenz heißt daher immer: stoffwechselkrank und zu hoher Blutzucker.
1×1 gegen Insulinresistenz
Viele Wege führen nach Rom. Bei Insulinresistenz kannst du …
- deinen Arsch bewegen (mehr Sport machen)
- mehr Fett verbrennen (zu viel Fett in den Geweben macht insulinresistent!)
- mehr Ballaststoffe konsumieren (die vom Mikrobiom gebildeten Metabolite schützen)
- weniger raffinierte Kohlenhydrate reinstopfen (kannst du in dem Zustand eh nicht gebrauchen)
- vor allem auf den Vitamin-D-Spiegel achten
Über eine weitere elegante Möglichkeit wurde 2004 publiziert. Da sind wir wieder beim Thema alte Studien. Wir sprechen von einer hochwertigen klinischen Studien am Menschen…
Mehr Magnesium, weniger Insulinresistenz
Es war, wie gesagt, einfach.
- Drei Monate
- 60 Menschen mit Insulinresistenz und Magnesiummangel (Serum ≤0,74 mmol/l)
- Entweder 300 mg Magnesium oder Placebo
Das Resultat kann sich sehen lassen: Der im Schnitt sehr niedrige Mg-Wert (0,6 mmol/l) stieg in gute Bereiche an (>0,8 mmol) – der Blutzucker fiel um mehr als 10 %, das Insulin um mehr als 30 % und die Insulinresistenz halbierte sich nahezu.
Nur mit Magnesium. In einer wohlgemerkt sehr magnesiumverarmten Population mit Insulinresistenz.
Ohne Magnesium, wenig Insulinwirkung
Aber … wer bist du? Kannst du dir einen Magnesiummangel erlauben?
Wenn Insulin an den Zellen bindet, wird das Signal in der Zelle weitergegeben. Ohne diese Signalkaskade kann Insulin logischerweise nicht wirken. Magnesium wird zwingend für diesen „biochemischen Staffellauf“ gebraucht.
In größeren amerikanischen Kohortenstudien zeigt sich: Je höher die Magnesiumzufuhr, umso niedriger ist das Risiko für die Fehlsteuerung des Blutzuckers.
Der einfachste Weg nach Rom
Vielleicht der einfachste Weg nach Rom. Oder?
In unserem neuen Buch heißt es zur Versorgungslage:
Im Allgemeinen nimmt ein Viertel der Deutschen zu wenig Magnesium zu sich.
Noch höher ist der Anteil in verschiedenen Personengruppen wie älteren Menschen (33 %), Sportlern (>50 %), Schwangeren (>72 %) und kritisch Kranken (bis 65 %).
Neues Buch? Habe ich da richtig gehört?