Schon aufgefallen?
Es geht seltener darum, dass wir morgen krepieren – es geht sehr oft darum, dass das, was wir uns unter „Leben“ vorstellen in weite Ferne rückt.
Meine Vorstellung von „glückliches Leben“ ist: in der Lage zu sein, wie ein Kind zu leben. Sonne, Spiel, Springen, Spaß und so weiter. Und das – heute – auch mit meinen eigenen Kindern tun zu können.
Dann kommen (chronische) Erkrankungen ins Spiel, die uns das nehmen.
Das Leben bietet aber oft überraschende Möglichkeiten, dem entgegenzuwirken.
Mehr Power dank Viagra
Ich meine mich erinnern zu können, dass ich in meinen Texten immer wieder über dieses wundersame Sildenafil (Viagra) berichtet habe. Beispielsweise hier.
Sildenafil ist relativ genial. Es sorgt nicht nur für eine starke Durchblutung gewisser Bereiche der Körpermitte.
Sildenafil ist ein medizinischer „NO-Booster“ – er hemmt den Abbau von Signalmolekülen, die durch Stickstoffmonoxid gebildet werden (wir erinnern uns: Nobelpreis 98) und erhöht dadurch die Wirkung dieses Wundergases.
Hab das intuitiv schon mit 20 verstanden. Ich hatte da so einen Kumpel, sportlicher Überflieger, bei dem sich unter Belastung immer alles aufgeblasen hat. Das muss ja biochemisch erklärbar sein. Stickstoffmonoxid!
Wie dem auch sei: Stickstoffmonoxid macht auch Mitochondrien fit, also die Dinger in unseren Zellen, die uns Lebensenergie machen. Deshalb haben wir 2017 ein Buch dazu geschrieben (s. Amazon).
Aktuell wurde eine Charité-Studie publiziert. Thema: Leigh-Syndrom. Schwere Mitochondriopathie (Mitos genetisch defekt). Den armen Menschen hat man Sildenafil verabreicht. Und dann passierten Wunder:
„Bei einem Kind, das mit Sildenafil behandelt wurde, hat sich die Gehstrecke beispielsweise verzehnfacht, von 500 auf 5.000 Meter“, erklärt Prof. Markus Schuelke.
Bei einem anderen Kind hat die Therapie die fast monatlich auftretenden Stoffwechselkrisen vollständig unterdrückt, während ein weiterer Patient keine epileptischen Anfälle mehr hatte.“
Der Herr Professor meint, das Medikament habe „die Lebensqualität deutlich gesteigert“. Aha, da sind wir wieder beim Thema. Scheiß auf schwere Mitoschäden. Plötzlich kann man wieder 5 km Gehen!!
Du brauchst glücklicherweise (hoffentlich) kein Sildenafil – Citrullinmalat ist schon richtig gut.
Bald gibt’s kein Alzheimer mehr
Ich lehne mich weit aus dem Fenster. Mediziner würden den Kopf schütteln.
Natürlich, die haben’s ja auch mit normalen Menschen zu tun, die ihren Nachmittag mit Kaffee, Sahnetorte und Kippe ausklingen lassen.
Für die anderen dürfte Alzheimer bald kein Thema mehr sein. Mark my words. Denn dazu wissen wir inzwischen zu viel. Über Mikronährstoffe, Sport, Ernährung, auch moderne Medikamente.
Beispiele gefällig?
- In einer Studie, in der fast 800 Personen über einen Zeitraum von 16 Jahren beobachtet wurden, hatten diejenigen, die in ihren 30ern und 40ern höhere Vitamin-D-Spiegel aufwiesen, später niedrigere Werte vom Alzheimerprotein Tau im Kopf. (Q)
- Forscher fanden heraus, dass Menschen ab 65 Jahren, die regelmäßig Eier (Cholin!!) essen, ein deutlich geringeres Risiko haben, an Alzheimer zu erkranken – täglich konsumiert verringerte sich das Risiko um bis zu 27 %. (Q)
- Eine große Studie, die viel Aufsehen erregt hat, zeigte kürzlich: Träger der Alzheimerrisiko-Genvariante (ApoE4, wie ich), die am meisten unverarbeitetes Fleisch essen (900 g pro Woche), zeigen eben kein erhöhtes Alzheimerrisiko. Sensationell. (Q)
Vor zwei Millionen Jahren haben unsere Vorfahren begonnen, mehr tierische Produkte zu essen – die Folge: exponentielle Zunahme des Hirnvolumens. Vielleicht auch heute nicht ganz unwichtig fürs Hirn.

Mit all dem, was wir heute wissen, sollte sich das Alzheimerrisiko drastisch reduzieren lassen. Zeitgleich liest man:
Alzheimer-Medikamente* wirken möglicherweise nicht
und könnten das Risiko für Hirnschäden erhöhen (Q)
*Bestimmte Alzheimer-Medikamente. Es gibt bestimmt auch gute. Jedenfalls vielleicht besser einfach ohne Medikamente auskommen. Nennt sich Prävention.
Es gibt Lösungen
Der Körper ist keine Einbahnstraße. Krankheiten sind (oft) keine Einbahnstraße.
Denn wer in die Einbahnstraße der chronischen Krankheit eingebogen ist, weiß auf jeden Fall, dass es auch einen Weg raus gibt.
Umkehren und rausfahren.
Wo es einen Weg rein gibt, muss es zwingend auch wieder einen raus geben. Das eine bedingt das andere.
Noch besser ist, wenn man schon viele Jahre vorher weiß, wie man NICHT in die Einbahnstraße reinfährt.
9 comments On Neue Studien, die dein Leben retten
Das gleiche Thema war vor kurzem in einer News bei Strunz: https://www.strunz.com/news/studie-gutes-fleisch-schuetzt-vor-demenz-risiko.html
Allerdings blieb meine skeptische Nachfrage dort unbeantwortet bzw. im Prinzip kam man zu der selben Erkenntnis wie Chris
https://www.strunz.com/forum/ernaehrung/heutig-news-gutes-fleisch-schtzt-vor-demenz-risiko
Unverarbeitet bedeutet also: roh?
Ja und nicht kauen denn dann wäre es wieder verarbeitet 🤭
Nee, einfach ein Stück Fleisch kochen 😄
Weil hier wieder von „unverarbeitetem Fleisch“ die Rede ist: Mich würde mal interessieren, was „unverarbeitetes Fleisch“ von „verarbeitetem Fleisch“ unterscheidet. Ich meine, ich kaufe rohes Fleisch und mache zu Hause daraus Buletten. Oder ich brate das Steak und würze es. Oder mache Rouladen draus. Oder Frikassee. Wie auch immer. Und dann schaue ich auf die Packungen von „verarbeitetem Fleisch“, auch „Wurst“ genannt, z.B. Corned Beef, Rotwurst, Leberwurst, Bratwürste o.ä., und finde häufig auch fast nur die Dinge, die ich zuhause auch reingebe: Gewürze, Salz, von mir aus noch Vitamin C als Antioxidationsmittel plus Nitrate, von denen es ja aber heißt, dass sie ja doch nicht so schädlich sind, sondern eher nützlich wegen ihrer Umwandlung in Stickoxid.
Was also ist so schlimm an dieser Wurst?
Hallo Stephan.
Ich habe gerade zwei x-beliebige Beispiele herausgesucht, von dem ich glaube, dass sie zu „verarbeitetem Fleisch“ zählen:
Putenfrankfurter
(Zutatenliste: Putenfleisch (81%); Trinkwasser; Speisesalz unjodiert; Stabilisator: Diphosphate; Dextrose; Geschmackverstärker: Mononatriumglutamat; Gewürze; Gewürzextrakte; Antioxidationsmittel: Ascorbinsäure; Aroma; Konservierungsstoff: Natriumnitrit; Rauch.)
Neuburger Aufschnitt
(Zutaten: Rind- und Schweinefleisch (65%), Wasser, Speck, Speisesalz, Stabilisator: E450, Dextrose, Geschmacksverstärker: E621, Antioxidationsmittel: E300, Gewürze, Gewürzextrakte, Knoblauch, Konservierungsstoff: E250.)
Der Unterschied zu unverarbeitetem Fleisch wie zum Beispiel einem gebratenen/gedünsteten Stück Putenfilet oder einer Portion Rinderhack/Schweinehack ist hier meiner Meinung nach schon eindeutig zu erkennen.
Hallo Melanie, das würde ich auch nicht kaufen, schon wegen der Geschmacksverstärker oder Aromen. Oder nur selten.
Hier mal konkret eine „Gurkensülze“ (Schweinskopfsülze mit Gurke), 57% Scheinekopffleisch, Wasser, Schweinschwarte, 6% Gurken, Zucker, Zwiebeln, jodiertes Speisesalz, Dill, Gewürzextrakte, Dextrose, Senfkörner, Säuerungsmittel: Essigsäure, Zitronensäure, Antioxidationsmittel: Natriumascorbat, Bratweinessig, Speisesalz, Gwürze, Konservierungsstoff: Natriumnitrit.
Finde ich jetzt nicht so schlimm.
Klar gibt es Abstufungen zwischen den Extremen. Ich denke einfach, je unverarbeiteter das Fleisch ist, umso besser.
Also gemeinhin versteht man unter „prozessiertem Fleisch“ alles, was kein „Steak“ ist quasi. Das Problem bei der Wissenschaft ist, dass die nur sehr schwer differenziert bekommt, ob jemand krank wird, weil er Salami isst oder weil Salami-Pizza und Hotdog als Proxy für einen ungesunden Lebensstil stehen. Man versucht natürlich intensiv herauszufinden, warum die „Wurst“ (prozessierte Fleischwaren) krankmachend sein kann. Starkes Anbraten, Nitrosamsine aus Nitrit bei hoher Hitze, oxidierte Hämabkömmlinge und vieles andere. Aber jeder Evidenzpfad ist für sich genommen eigentlich nicht ausreichend für die Schlussfolgerung, dass z. B. eine hochwertige Wurst mit einer Prise Nitrit krankmachend oder krankmachender ist als ein unverarbeitetes Fleisch. Also: heikles Thema.